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Dokumentenidentifikation DE19953150A1 23.05.2001
Titel Verfahren zum Bedrucken von Dekorpapier
Anmelder Lutz, Andreas, 86456 Gablingen, DE
Erfinder Lutz, Andreas, 86456 Gablingen, DE
DE-Anmeldedatum 04.11.1999
DE-Aktenzeichen 19953150
Offenlegungstag 23.05.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.05.2001
IPC-Hauptklasse B41M 1/36
IPC-Nebenklasse B41M 1/06   
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zum Bedrucken von Dekorpapier beschrieben. Das beschriebene Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass das Dekorpapier unter Verwendung eines frequenzmodulierten Rasters im Offset-Druckverfahren bedruckt wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, d. h. ein Verfahren zum Bedrucken von Dekorpapier.

Dekorpapier ist ein mit Harz getränktes, bedruckbares Spezialpapier, mit welchem insbesondere Möbelteile, Bretter für Wand- und Deckenverkleidungen, Fußbodenbeläge (Laminatfußböden) etc. beschichtet werden.

Dekorpapier kann mit beliebigen Mustern und Strukturen bedruckt werden. Es kann beispielsweise mit Mustern und Strukturen bedruckt werden, die einer Holzmaserung oder einer Steinstruktur nachgeahmt sind. Das Bedrucken des Dekorpapiers erfolgt insbesondere aus Kosten- und Qualitätsgründen ausschließlich im Tiefdruckverfahren; ein Bedrucken von Dekorpapier im Offsetdruckverfahren wäre teurer und auch qualitativ schlechter.

Nach dem Bedrucken wird das Dekorpapier bei ca. 130°C auf den damit zu beschichtenden Gegenstand gepreßt. Dabei werden die im Dekorpapier enthaltenen Harzmoleküle (und im zu beschichtenden Material enthaltene Hazmoleküle) verflüssigt, wodurch sich nach dem Abkühlen eine unlösbare Verindung zwischen dem Dekorpapier und dem damit zu beschichtenden Gegenstand ergibt.

Die Herstellung, das Bedrucken, und das Weiterverarbeiten von Dekorpapier läßt sich zumindest dann, wenn es sich um große Mengen handelt, relativ preisgünstig bewerkstelligen.

Die Herstellung, das Bedrucken, und das Weiterverarbeiten von kleineren Dekorpapier-Mengen ist allerdings verhältnismäßig aufwendig und dementsprechend teuer. Dies liegt unter anderem daran, dass das Gravieren der Druckzylinder für das zum Bedrucken des Dekorpapiers verwendete Tiefdruckverfahren sehr teuer ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 derart weiterzubilden, dass sich auch kleinere Dekorpapiermengen kostengünstig bedrucken lassen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 beanspruchte Merkmal gelöst.

Demnach ist vorgesehen, dass das Dekorpapier unter Verwendung eines Frequenzmodulierten Rasters im Offsetdruckverfahren bedruckt wird.

Dadurch lassen sich auch kleinere Dekorpapiermengen kostengünstig, aber dennoch qualitativ äußerst hochwertig bedrucken.

Das Offsetdruckverfahren unter Verwendung eines Frequenzmodulierten Rasters ist nicht mit dem "normalen" Offsetdruckverfahren zu verwechseln; beim normalen Offsetdruckverfahren wird ein sogenanntes Amplitudenmoduliertes Raster verwendet.

Der Unterschied zwischen einem Amplitudenmodulierten Raster und einem Frequenzmodulierten Raster besteht darin,

  • - dass beim Amplitudenmodulierten Raster die Punktgröße variiert, aber der Abstand der Punkte zueinander immer gleich ist, wohingegen
  • - beim Frequenzmodulierten Raster die Punkte immer gleich groß sind, aber der Abstand der Punkte zueinander variiert.

Der Frequenzmodulierte Raster ist auch unter dem Namen Zufallsraster oder Random-Raster bekannt.

In den Jahren 1992 bis 1994 sorgte dieses Rasterverfahren für Aufsehen in der gesamten Druckindustrie, verlor aber immer mehr an Bedeutung, da die Reproduktion von Bildern, die Weiterverarbeitung in der Plattenkopie sowie der Fortdruck auf Offset-Druckmaschinen sich als äußerst schwierig erwiesen.

Nachteilig ist insbesondere, dass kleinste Fehler bei den genannten Schritten verheerende Auswirkungen auf das Druckbild haben. Die Erzielung guter Druckergebnisse ist dadurch sehr zeitaufwendig und kostenintensiv.

Überraschenderweise gilt dies aber nicht für das Bedrucken von Dekorpapier. Zwar müssen auch hier im allgemeinen viele Probeandrucke erstellt werden, bis man einen Ausdruck der gewünschten Qualität erhält, doch fallen diese Probeandrucke beim Bedrucken von Dekorpapier nicht so sehr ins Gewicht. Selbst wenn nämlich nur kleinere Dekorpapiermengen zu bedrucken sind, sind dies immer noch so große Mengen, die eine vermehrte Anzahl von Probeandrucken rechtfertigen.

D. h., obgleich es sich beim Offsetdruckverfahren unter Verwendung eines Frequenzmodulierten Rasters von Haus aus um ein sehr aufwendiges und teures Druckverfahren handelt, ist das Bedrucken von Dekorpapier mit diesem Verfahren mit geringem Aufwand und kostengünstig durchführbar. Insbesondere können kleinere Dekorpapiermengen mit diesem Verfahren erheblich kostengünstiger bedruckt werden als mit dem Tiefdruckverfahren.

Ein weiterer Vorteil des Bedruckens von Dekorpapier unter Verwendung eines Frequenzmodulierten Rasters im Offsetdruckverfahren ist die hervorragende Druckqualität.

Mit diesem Druckverfahren kann eine absolut fotorealistische Anmutung erzeugt werden. Kanten und kleinste Strukturen werden so fein wiedergegeben, dass man nur mit einem Fadenzähler die Punktstrukturen erkennen kann. Es entsteht bei strukturierten Flächen der Eindruck, man könne mit der Hand die erhabenen Steilen beim Darüberstreichen spüren.

D. h., mit dem vorgeschlagenen Verfahren erzeugte Druck sind nicht nur billiger, sondern auch qualitativ erheblich hochwertiger als Drucke, die mit dem Tiefdruckverfahren erzeugt wurden.

Die Vorteile, die sich durch die Verwendung des vorgeschlagenen Verfahrens erzielen lassen, müssen nicht durch Inkaufnahme von Nachteilen erkauft werden.

Insbesondere ist es ohne größere Probleme möglich, den sogennanten "Kanal" bei Rollenoffsetmaschinen zu schließen, welcher das Bedrucken von Dekorpapier und das Weiterverarbeiten des bedruckten Dekorpapiers erschweren oder einschränken könnte.

Mit "Kanal" bezeichnet man den nichtdruckenden Zwischenraum eines herkömmlichen Rollenoffsetzylinders; die Druckplatte umschließt den Zylinder nicht ganz, da die Platte an beiden Enden durch Greiferleisten um den Zylinder gespannt wird.

Verwendet man als Druckplatte eine röhrenförmige Metallhülse, welche man über den Zylinder stülpt, so läßt sich der unter Umständen störende Kanal schließen.

Dies wiederum ermöglicht es, dass die zu druckenden Motive nahtlos rapportiert werden können: Dadurch kann die ganze Dekorpapierrolle komplett bedruckt werden. Dies ist bei der späteren Weiterverarbeitung wichtig, da dort mit möglichst wenig Verschnitt die verschiedensten Längenmaße herausgesägt werden. Bei diesem Vorgang gibt es vorzugsweise keine Motivbegrenzungen, ähnlich wie bei der Tapetenherstellung.

Bei einem wie beschrieben oder ähnlich aufgebauten Rollenoffset- Druckmaschine kann der sogenannte Sleeve-Zylinder digital belichtet (gelasert), werden, wodurch sich das Bedrucken von Dekorpapier besonders hochwertig und billig durchführen läßt.

Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, dass Möbelhersteller jetzt auch Kleinstmengen an Dekorpapier zu marktüblichen Preisen bestellen können. Dieser Fall würde dann eintreten, wenn außergewöhnliche Motive von der Möbelindustrie gefordert werden. Dies sind zum Beispiel ein Sonnenblumenfeld auf dem Schlafzimmerschrank, Wassertropfen auf einer Glasplatte für Badmobiliar, oder auch Lebensmittel auf Küchenfronten.

Den Ideen von Möbeldesignern sind damit keine Grenzen mehr gesetzt. Diese Motive können mit der Kombination aus Offsetdruck und Frequenzmoduliertem Raster fotorealistisch abgebildet werden.

Im Gegensatz hierzu ist die Motivvielfalt beim Tiefdruck ist sehr eingeschränkt, da das Gravieren der Druckzylinder sehr teuer ist, und sich daher nur Motive lohnen, die von der breiten Masse gewünscht werden. Dies sind zum Beispiel eher konservative Furniersorten wie Ahorn, Buche, Fichte usw.

Das vorstehend beschriebene Verfahren zum Bedrucken von Dekorpapier erweist sich nach alledem in vielfacher Hinsicht als vorteilhaft.

Insbesondere

  • - kann der Kunde selbst bei näherer Betrachtung seiner Möbel oder seines Fußbodens keine Punktstruktur erkennen,
  • - ist die Qualität der abzubildenden Motive so brillant, dass man meint, der gedruckte Steinboden sei echt,
  • - ist das Fließverhalten des gedruckten Punktes auf dem Dekorpapier äußerst gering (der Punkt nur ca. 32 µm groß), wodurch es zu keinen unerwünschten Tonwertzunahmen im Fortdruck kommt,
  • - kann der Plattenzylinder digital belichtet werden; bei dem Frequenzmodulierten Raster-Verfahren würde der Zylinder somit um ein Vielfaches schneller belichtet sein als gegenüber dem Amplitudenmodulierten Raster-Verfahren, da der Punkt immer die gleiche Größe hat,
  • - ist der Fortdruck im Offsetdruck wesentlich billiger als das Tiefdruck- Verfahren; der Tiefdruck rechnet sich erst bei einer Motivabnahme ab ca. 8 bis 10 Tonnen, wohingegen der Offsetdruck in der Lage ist, auch kleinere Rollen ab 0,5 Tonnen kostengünstig zu drucken.

Es wurde bereits ein Andrucktest auf Dekorpapier durchgeführt. Das Druckergebnis war sensationell und beweist die Durchführung dieser Erfindung.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Bedrucken von Dekorpapier, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekorpapier unter Verwendung eines Frequenzmodulierten Rasters im Offset-Druckverfahren bedruckt wird.






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