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Dokumentenidentifikation DE19955226A1 23.05.2001
Titel Spinnmaschine zur gleichzeitigen Herstellung unterschiedlicher Packungen
Anmelder Maschinenfabrik Rieter AG, Winterthur, CH
Erfinder Brand, Rudolf, Waltalingen, CH;
Gnos, Robert, Dinhard, CH;
Wernli, Jörg, Winterthur, CH;
Schwab, Thomas, Seuzach, CH
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80538 München
DE-Anmeldedatum 17.11.1999
DE-Aktenzeichen 19955226
Offenlegungstag 23.05.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.05.2001
IPC-Hauptklasse D01H 9/18
IPC-Nebenklasse B65H 67/06   
Zusammenfassung In einer Spinnmaschine (10), in welcher in verschiedenen Zonen (A, B, C) unterschiedliche Packungen herstellbar sind, ist in einer Transporteinrichtung (20) an einer Schiene (20c) ein Fühler (22), der mit einer Steuerung (24) verbunden ist, angeordnet, mittels dessen jeweils speziell gekennzeichnete Packungsträger (18a) aus einer bestimmten Zone (B) erkennbar sind, so dass die Transporteinrichtung angehalten werden kann, wenn ein Block aus einer bestimmten Zone (B) den Fühler (22) passiert hat. Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche Blöcke mit andersartigen Packungen aus verschiedenen Zonen (A, B, C) der Spinnmaschine (10) beim Abtransport voneinander trennen, so dass keine Verwechslungen oder Vermischungen möglich sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs. Für spezielle Anwendungen kann es notwendig sein, in einer Spinnmaschine mit einer grösseren Anzahl von Spinnstellen gleichzeitig unterschiedliche Packungen aus Fasermaterial herzustellen, wobei nach Fertigstellung der Packungen das Problem besteht, mehrere Chargen zu bilden, in welchen jeweils nur ein Packungstyp vorkommt.

Es besteht die Aufgabe, eine Spinnmaschine so auszulegen, dass beim Einsatz einer selbsttätig arbeitenden Transporteinrichtung zur Abfuhr der Packungen die Einrichtung so gesteuert wird, dass die Packungen richtig sortiert werden. Diese Aufgabe wird durch eine Spinnmaschine nach den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs gelöst. Im unabhängigen Verfahrensanspruch wird die Betriebsweise einer erfindungsgemäss ausgelegten Spinnmaschine definiert. Die Unteransprüche, jeweils für den Vorrichtungsanspruch und für den Verfahrensanspruch, geben vorteilhafte Weiterbildungen der Spinnmaschine bzw. des Verfahrens an.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figur im einzelnen erläutert.

In der erfindungsgemäss gestalteten Spinnmaschine 10 werden auf einer grösseren Anzahl von Spinnstellen Packungen aus Fasermaterial hergestellt, wobei die Spinnstellen nebeneinander auf einem Spinnstellenträger 12 untergebracht sind. Es werden beispielsweise drei verschiedene Zonen A, B, C definiert, innerhalb welcher jeweils nur ein Packungstypus auf mehreren Spinnstellen hergestellt wird. Nach Fertigstellung der verschiedenen Packungen werden diese durch eine maschineninterne Umsetzeinrichtung gemeinsam vom Spinnstellenträger 12 zu einer Transporteinrichtung 20 überführt, wobei die Packungen zunächst gemeinsam auf eine Schiene 20c abgesetzt werden. Es ist lediglich ein einziger Packungsträger 18a auf der Schiene 20c dargestellt, der in der Zone B ganz rechts am Anfang eines Blocks von gleichartigen Packungen steht, die innerhalb der Zone B hergestellt wurden. Dieser Packungsträger 18a zeichnet sich gegenüber anderen Packungsträgern im Bereich der Spinnmaschine 10 auf der Schiene 20c dadurch aus, dass er mit einem speziellen Code versehen ist.

Die unterschiedlichen Packungen in den Zonen A, B, C entstehen beispielsweise dadurch, dass den Spinnstellen 14 unterschiedliches Fasermaterial in den Zonen vorgelegt wird, wobei beispielsweise Fasermaterial gleicher Zusammensetzung, aber unterschiedliche Färbung, in den jeweiligen Zonen vorliegt. Für einen ordnungsgemässen Betrieb der Spinnmaschine 10 und der Transporteinrichtung 20 müssen die Übergänge zwischen den Zonen A und B bzw. B und C gekennzeichnet werden. Eine Bedienungsperson kann, wenn die Übergänge klar erkennbar sind, vor Fertigstellung der Packungen an diesen Stellen, also jeweils am rechten Ende einer Zone A, B oder C, einen speziellen Packungsträger 18a einsetzen, damit beim Abtransport der den jeweiligen Zonen A, B, C entsprechenden Blöcke von Packungen jeweils der erste Packungsträger 18a einer neuen Zone sich von den vorhergehenden Packungsträgern unterscheidet. In der Zone C beispielsweise, unter welcher die Transportrichtung mit einem Pfeil angedeutet ist, ist wenigsten ein Packungsträger 18b unterschiedlich zu den übrigen Packungsträgern ausgeführt, ebenso im Block in der Zone B und im Block in der Zone A. Dabei spielt es zur Trennung der einzelnen Blöcke prinzipiell keine Rolle, ob der andersartig ausgeführte Packungsträger am Anfang, also ganz rechts innerhalb einer Zone, oder am Ende, also links innerhalb einer Zone bzw. eines Blockes, angeordnet ist. Die speziell ausgeführten bzw. codierten Packungsträger können durch ihre Form, Farbgebung, einen aufgebrachten Strichcode, Zusatzelemente oder durch eine beliebige Markierung, die durch einen Fühler 22 erkennbar ist, von den übrigen Packungsträgern unterschieden werden. Sämtliche Packungsträger 18a, 18b werden vor oder während der Herstellung neuer Packungen vorzugsweise in einer umlaufenden Transporteinrichtung 20 auf die Schiene 20c gebracht, wobei jeweils ein Packungsträger 18a einer Spinnstelle 14 zugeordnet ist. Nach Fertigstellung der Packungen und Umsetzen dieser Packungen von den Spinnstellen 14 auf die Schiene 20c wird die Transporteinrichtung bzw. ein Antrieb für die Packungsträger 18a, 18b eingeschaltet, so dass sich die Packungsträger 18a, 18b mit den Packungen in Richtung auf das rechte Maschinenende in Bewegung setzen.

Solange gleichartige Packungsträger 18b am Fühler 22, der mit einer Steuerung 24 verbunden ist, vorbeilaufen, wird die Transporteinrichtung 20 kontinuierlich betrieben. Dabei können beispielsweise Packungsträger 18b über einen Förderer 20a zu einem Wagen 20b geleitet werden, wobei die Packungen von den Packungsträgern 18b getrennt und im Wagen 20b abgelegt werden. Gelangt ein speziell codierter Packungsträger 18a in den Erkennungsbereich des Fühlers 22, kann dies zum sofortigen Abstellen der Antriebseinrichtung für die Packungsträger 18a auf der Schiene 20c führen, oder es wird ggf. mit einstellbarer zeitlicher Verzögerung noch eine gewisse Anzahl von weiteren Packungsträgern am Fühler 22 vorbeigeschleust, bis der aus einem bestimmten Block, beispielsweise aus der Zone C, stammende Teil gleichartiger Packungen von der gesamten Produktion der Spinnmaschine 10 im Wagen 20b abgelegt worden ist. Das Anhalten der Transporteinrichtung 20 bzw. des Antriebs der Packungsträger 18a auf der Schiene 20c wird mittels eines Signalgebers 26 durch die Steuerung 24 angezeigt, so dass eine Bedienungsperson den gefüllten Wagen 20b entfernen kann und einen anderen Wagen unter den Förderer 20a bringen kann.

Die Transporteinrichtung 20 kann allgemein formuliert so ausgelegt sein, dass nach Abfuhr eines Blocks gleichartiger Packungen beispielsweise aus der Zone B keine weiteren Packungen auf Packungsträgern 18a aus dem Bereich der Spinnmaschine abgeführt werden und der vorher aus dem Bereich der Spinnmaschine abgeführte Block aus der Zone C kontinuierlich oder diskontinuierlich zur Weiterverarbeitung durch eine angeschlossene zweite Transporteinrichtung weiterbefördert wird, so dass der aus der Zone C stammende Block logistisch getrennt mit einigem Abstand zum nachfolgenden Block aus der Zone B an die weiterverarbeitende Stelle transportiert wird, und keine Verwechslungen zwischen Packungen aus den Zonen C und den Zonen B vorkommen.


Anspruch[de]
  1. 1. Spinnmaschine (10) mit einer grösseren Anzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen (14), in welchen Packungen aus Fasermaterial herstellbar sind, und mit einer Transporteinrichtung (20), mittels welcher von den Spinnstellen (14) umgesetzte Packungen auf Packungsträgern (18a, 18b) aus dem Bereich der Spinnmaschine (10) abführbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung (24) mit mind. einem Fühler (22), der in der Transporteinrichtung die Packungsträger (18b) abtastend angeordnet ist, vorgesehen ist, wobei der Fühler (22) so ausgelegt ist, dass speziell gekennzeichnete Packungsträger (18b) erkennbar sind, und die Steuerung (24) so konfiguriert ist, dass beim Erkennen eines speziell gekennzeichneten Packungsträgers (18b) mittels der Steuerung (24) ein Signal abgebbar ist, insbesondere ein Antrieb der Transporteinrichtung (20) ausschaltbar und/oder ein Signalgeber (26) der Spinnmaschine einschaltbar ist.
  2. 2. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Packungsträger (18a, 18b) auf einer Schiene (20c) förderbar sind, welche parallel zu einem Spinnstellenträger (12) für Spinnstellen (14) angeordnet ist.
  3. 3. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Transporteinrichtung (20) und einem Wagen (20b) ein Förderer (20a) für Packungen und/oder Packungsträger (18a, b) angeordnet ist.
  4. 4. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalgeber (26) eine Weitleuchte ist.
  5. 5. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnstellen (14) durch Spindeln einer Ringspinnmaschine gebildet werden.
  6. 6. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bestückung der Transporteinrichtung (20) speziell gekennzeichnete Packungsträger (18a) und unterschiedlich davon oder nicht gekennzeichnete Packungsträger (18b) einsetzbar sind.
  7. 7. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für jeweils eine Zone (A, B, C), in welcher Packungen eines Typs von Fasermaterial herstellbar sind, mind. ein speziell gekennzeichneter Packungsträger (18a) jeweils am Anfang oder am Ende einer Zone (A, B, C) einsetzbar ist.
  8. 8. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die speziell gekennzeichneten Packungsträger sich durch Farbe oder Form oder Codierung oder Zusatzelemente von anderen nicht speziell gekennzeichneten Packungsträgern (18b) unterscheiden.
  9. 9. Verfahren zum Betrieb einer Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergangsstellen zwischen Zonen A, B, C, in welchen jeweils Packungen eines bestimmten Typs hergestellt werden, innerhalb der Spinnmaschine erkennbar gemacht werden.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils an der Übergangsstelle ein speziell gekennzeichneter Packungsträger (18b) in eine Transporteinrichtung (20) eingesetzt wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass den Spinnstellen (14) jeweils innerhalb einer Zone A, B, C gleichartiges Fasermaterial vorgelegt wird.
  12. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Umsetzen von Packungen von Spinnstellen (14) auf eine Schiene (20c) und der Inbetriebnahme der Transporteinrichtung (20) Packungen so lange auf Packungsträgern (18b) an einem Fühler (22) vorbei abgeführt werden, bis ein speziell gekennzeichneter Packungsträger (18a) vom Fühler (22) erkannt wird, und dass dann durch eine mit dem Fühler (22) verbundene Steuerung die Transporteinrichtung (20) innerhalb der Spinnmaschine vorübergehend insbesondere mit einstellbarer zeitlicher Verzögerung, wenn sich noch andere Packungen zwischen Sensor und Abgabestelle befinden angehalten wird, bis eine logistische Trennung zwischen Packungen aus einer Zone C und Packungen aus einer Zone B vollzogen ist.






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