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Dokumentenidentifikation DE19951434A1 31.05.2001
Titel Verriegelungssystem für Haftschaftprothesen
Anmelder Halemba, Martin, 89547 Gerstetten, DE;
Gobbers, Uwe, 89547 Gerstetten, DE
Erfinder Halemba, Martin, 89547 Gerstetten, DE;
Gobbers, Uwe, 89518 Heidenheim, DE
DE-Anmeldedatum 26.10.1999
DE-Aktenzeichen 19951434
Offenlegungstag 31.05.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2001
IPC-Hauptklasse A61F 2/78
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verriegelungssystem für Haftschaftprothesen.
Um einen wirschaftlichen und zeitsparenden Ein- und Ausbau der Verriegelungseinheit zu erzielen, ist das erfindungsgemäße Verriegelungssystem mit folgenden Merkmalen versehen:
Die Aufnahme des Systems ist an der fest an der Prothese eingebauten Eingussscheibe mittels einem Bajonettverschluss festgemacht und kann durch Drehen herausgelöst werden.
Die Aufnahme wird ohne Beschädigen des Schaftes nach oben entfernt und kann von oben wieder eingesetzt werden.
Die Aufnahme kann mittels einer formschlüssigen Verbindung, die an der Oberseite der Aufnahme angebracht ist, von einem speziellen Aufnahmendreherwerkzeug gedreht und damit fest- oder losgemacht werden.
Der Bajonettverschluss wird durch Schrauben an der Unterseite der Aufnahme und speziell geformten Schraubenkopfführungen an der Eingussscheibe gegeben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verriegelungssystem für Haftschaftprothesen.

Derartige Verriegelungssysteme werden vor allem in der Orthopädietechnik beim Aufbau von Prothesen verwendet. Moderne Prothesen werden nach dem Haftschaftsystem aufgebaut. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass der Beinamputierte einen gelartigen Strumpf (in der Fachsprache Liner genannt) über dem Gliederstumpf trägt. Am distalen (körperabgewandten) Ende des Liners ist ein Rasterstift angebracht. Für diesen Rasterstift ist in der Prothese ein Verriegelungssystem integriert. Beim Anziehen der Prothese wird der Rasterstift des angezogenen Liners in das Verriegelungssystem geführt und gewährleistet so einen sicheren Halt.

In unregelmäßigen Abständen ist aus verschiedenen Gründen die Wartung einer Prothese erforderlich. Diese Gründe können sein: Änderung des Patientengewichts, des Stumpfes, Verschleiß der Prothese oder einzelner Komponenten usw.

Bekannt sind im Wesentlichen zwei Arten von Verriegelungssystemen. Die eine Art wird fest mit dem Schaft vergossen und kann dementsprechend nicht ersetzt werden, ohne dass die Kosmetik und der Schaft komplett neu aufgebaut werden müssen. Darüber hinaus kann dieses System nicht für die Herstellung weiterer Prothesen wiederverwendet werden. Die andere Art kann ohne Zerstören des Schaftes nach unten ausgebaut werden, jedoch wird dabei die Kosmetik beschädigt und muss entsprechend ersetzt und die Prothese anschließend neu justiert werden, was sehr zeitaufwendig für den Patienten und den Techniker ist. Eine befriedigende und wirtschaftliche Lösung ist bisher nicht bekannt geworden.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verriegelungssystem anzugeben, das ohne Beschädigen oder Zerstören der Prothese und ohne großen Zeitaufwand ausgebaut, entnommen und ersetzt werden kann.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Diese Verriegelungseinheit lässt sich ohne Beschädigung oder Zerstörung der Prothese mit minimalem Zeitaufwand ausbauen, entnehmen und ersetzen.

Die Erfindung ist anhand der Zeichnungen näher erläutert. Darin ist im Einzelnen folgendes dargestellt:

Fig. 1 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Beinprothese. Die Alueingussscheibe 5 ist mit dem Schaft 1 fest verbunden. Die Aufnahme 2 ist mittels Bajonettverschluss (siehe Fig. 2) an der Alueingussscheibe 5 befestigt. Die Druckmechanik 6 ist mit einer lösbaren Verbindungstechnik, z. B. Linksgewinde, an der Aufnahme 2 angebracht. Der Rasterstift 3, der im Liner 4 anmontiert ist, steckt in der Aufnahme 2 und wird durch die Druckmechanik 6 festgehalten.

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht der Alueingussscheibe 5. Man erkennt anhand der Schraubenkopfführungen 5.1 das Prinzip des Bajonettverschlusses, mit dem die Aufnahme 2 entsprechend Anspruch 3 unter Verwendung von drei Linsenkopfschrauben an der Alueingussscheibe 5 befestigt wird. Die Schraubenkopfführungen 5.1 sind so gestaltet, dass der Schraubenkopf in einer schräg nach oben, in einer Kreisbahn um den Mittelpunkt der Scheibe verlaufenden Nut bis zum Festpunkt geführt wird. Das in der Nut verlaufende Langloch lässt dabei Raum für das Schraubengewinde. Die Schrauben sind vom Aufbauer am Festpunkt soweit einzudrehen, dass die Aufnahme sicher gehalten wird, ein Herausdrehen der Aufnahme mit einem entsprechenden Aufnahmendreherwerkzeug jedoch jederzeit möglich ist. Um beim Aus- und Einbau der Aufnahme ein unbeabsichtigtes Verdrehen der Schrauben zu verhindern, sind die Schrauben mittels besonderen Gewindeführungen, z. B. Messingeinschlagbuchsen, die bei zunehmender Eindrehtiefe stärker werdend klemmen, mit der Aufnahme verbunden.

Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht der Aufnahme 2 mit den drei Linsenkopfschrauben 2.1 und der angebrachten Druckmechanik 6. Darüber hinaus erkennt man die schematisierte Rasterstiftführung 2.2.

Fig. 4 zeigt eine Draufsicht der Aufnahme 2. Hier ist eine mögliche Ausgestaltung zum Fixieren der Aufnahme 2 gemäß Anspruch 2 dargestellt. Bei der hier gewählten Ausgestaltung kann ein spezielles Aufnahmendreherwerkzeug in die Vertiefungen 2.3 eingreifen und die Aufnahme nach rechts zum Fest- sowie nach links zum Losmachen drehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verriegelungssystem für Haftschaft-Prothesen,
    1. 1. 1.1 das mit einem Bajonettverschluss an der Prothese festgemacht ist;
    2. 2. 1.2 das nach oben entfernt und
    3. 3. 1.3 von oben wieder eingesetzt werden kann;
  2. 2. Verriegelungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite der Aufnahme (2) derart gestaltet ist, dass ein spezielles Aufnahmendreherwerkzeug mittels einer formschlüssigen Verbindung, z. B. Löcher einerseits und Stifte andererseits, ansetzen und somit die Aufnahme (2) durch Drehen fest- oder losmachen kann.
  3. 3. Verriegelungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bajonettverschluss durch eine oder mehrere Schrauben (2.1), die an der Unterseite der Aufnahme eingedreht werden, und durch die Schraubenkopfführung (5.1) der mit dem Prothesenschaft vergossenen Eingussscheibe gegeben wird.






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