PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19634466C2 05.07.2001
Titel Papierbogen zur Verwendung in einem Durchschreibesatz
Anmelder Mitsubishi HiTec Paper Bielefeld GmbH, 33699 Bielefeld, DE
Erfinder Baumgarten, Dieter, 33719 Bielefeld, DE;
Hirt, Michael, 41515 Grevenbroich, DE;
Gabel, Günter, Dr., 32105 Bad Salzuflen, DE;
Müller, Reiner, 40231 Düsseldorf, DE
DE-Anmeldedatum 27.08.1996
DE-Aktenzeichen 19634466
Offenlegungstag 05.03.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.07.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.07.2001
IPC-Hauptklasse B41M 5/155
IPC-Nebenklasse B44F 1/12   B41M 3/14   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Aufzeichnungsbogen eines Durchschreibesatzes mit einer auf einer seiner Seiten aufgebrachten Schicht, in der ein zur Reaktion mit farblosen Farbstoffvorläufern dienender Farbentwickler vorliegt.

Aufzeichnungsbogen der eingangs angegebenen Art sind bekannt und werden insbesondere in druckempfindlichen Durchschreibesätzen verwendet. In seiner einfachsten Form bildet ein auf seiner Oberseite mit einer Farbentwicklerschicht versehener Aufzeichnungsbogen das Schlußblatt in einem druckempfindlichen Durchschreibesatz. Ein solcher Bogen wird nachfolgend als CF-Bogen bezeichnet. Die Farbentwicklerschicht des CF- Bogens steht in Kontakt mit der Unterseite eines weiteren Bogens, der rückseitig eine Schicht aufweist, in der die Farbbildner enthalten sind, die zur Reaktion mit dem Farbentwickler des CF- Bogens vorgesehen sind. Solche Bogen werden als CB-Bogen bezeichnet. Zur Vermeidung eines vorzeitigen Kontakts mit den Farbentwicklern hat es sich durchgesetzt, daß die Farbstoffvorläufer in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst und in Mikrokapseln eingeschlossen sind. Bei einer Zerstörung der Mikrokapseln durch den Druck eines Schreibstiftes oder einer Schreibmaschinentype wird der Inhalt der Mikrokapseln freigesetzt und tritt in Kontakt mit den Farbentwicklern des CF- Bogens. Als Zwischenblätter in druckempfindlichen Durchschreibesätzen können ein oder mehrere sogenannte CFB-Bogen verwendet werden, die auf ihrer Oberseite jeweils eine CF-Beschichtung aufweisen und rückseitig mit einer CB-Beschichtung versehen sind.

Aus der EP-A-0 156 618 ist ein Sicherheitsdokument z. B. zur Verwendung als Kreditkarte oder Flugschein bekannt. In dieser Schrift wird das Problem beschrieben, daß ein für ein naheliegendes Reiseziel erworbener Flugschein durch Angabe eines weiter entfernt liegenden Reisezieles gefälscht wird. Dazu ist zumindest auf einem Teil der Substratoberfläche der Auftrag einer Zusammensetzung vorgesehen, wie sie üblicherweise bei der Herstellung druckempfindlicher Aufzeichnungspapiere eingesetzt wird. Die gebildete druckempfindliche Aufzeichnungsfläche liegt dabei in derselben Ebene (coplanar) wie die übrige Oberfläche des Substrates und ist mit einer transparenten Schutzschicht abgedeckt. Wird die Schutzschicht mit dem Ziel der Datenfälschung entfernt, entsteht eine leicht entdeckbare Beschädigung des Substrates und zusätzlich eine Stufe bzw. Schulter an der Stelle, wo die ursprünglich vorhandene transparente Schutzschicht ersetzt wird.

Wenn aus druckempfindlichen CB-Bogen, CF-Bogen und einem oder mehreren CFB-Bogen zusammengestellte Durchschreibesätze als Flugschein oder Fahrschein in öffentlichen Verkehrsmitteln Verwendung finden, besteht der Nachteil einer nicht ausreichenden Fälschungssicherheit. Es hat sich nämlich gezeigt, daß die auf der Aufzeichnungsschicht erzeugten Schriftbilder durch Behandlung mit geeigneten Lösungsmitteln entfernbar sind und durch gefälschte Angaben ersetzt werden können.

Aus der EP-A-0 570 634 sind eine druckempfindliche Sicherheitstinte und ein Sicherheitsdokument bekannt. Unter Sicherheitsdokumenten im Sinne dieser Schrift sind Formulare, wie beispielsweise Schecks, zu verstehen, die direkt mit Schreibstift oder Schreibmaschine beschriftet werden.

Zur Fälschungssicherung wird vorgeschlagen, diese Formulare auf mindestens einer ihrer Seiten vollflächig oder partiell mit einer Zusammensetzung zu bedrucken, die wasserunlösliche aber lösemittelösliche Farbstoffe enthält, die bei dem Versuch einer Fälschung unter Anwendung von Lösemitteln zur Löschung der ursprünglichen Beschriftung, gelöst werden und als Indikation des Fälschungsversuches sichtbare Flecken oder Muster bilden. Zur Sicherung gegen Fälschungen unter Anwendung mechanischen Druckes wird in der gleichen Schrift vorgeschlagen, die beschriebene wasserunlösliche aber öllösliche Farbstoffe enthaltende Zusammensetzung zusammen mit Lösemittel enthaltenden Mikrokapseln zu verwenden, wobei die farbstoffhaltige Zusammensetzung und eine die Mikrokapseln enthaltende Zusammensetzung in zwei übereinander angeordneten Schichten oder gemischt in einer Schicht aufgedruckt werden können. Bei dem Versuch einer Fälschung unter Anwendung mechanischen Druckes werden die Mikrokapseln zerstört und das austretende Lösemittel reagiert mit den Farbstoffen unter Bildung sichtbarer farbiger Flecken oder Muster zur Indikation des Fälschungsversuches. Die Verwendung der vorschlagenen Drucktinten zur Fälschungssicherung von Aufzeichnungsbogen eines druckempfindlichen Selbstdurchschreibesatzes ist nicht offenbart und weist darüberhinaus den Nachteil auf, daß durch das Zusammenwirken der vorgeschlagenen Farbstoffzusammensetzung und/oder der verkapselten beim Durchschreiben freigesetzten Lösemittel mit den Inhaltsstoffen der Selbstdurchschreibebeschichtungen, Farbe und Lesbarkeit der auf dem Aufzeichungsbogen entwickelten Durchschrift beeinträchtigt werden.

Aus der DE-C-44 43 660 ist ein Aufzeichnungsbogen eines Durchschreibesatzes bekannt, bei dem zur Kenntlichmachung von durchgeführten Fälschungsversuchen in der Aufzeichnungsschicht ein öllöslicher Farbstoffvorläufer in fester Form vorliegt, der gegenüber dem Farbentwickler frei zugänglich ist. Nachteilig bei diesem Vorschlag sind die hohen Kosten des Farbstoffvorläufers.

Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, einen Aufzeichnungsbogen zur Verwendung in einem druckempfindlichen Durchschreibesatz zur Verfügung zu stellen, bei dem es auf einfache Art und Weise möglich ist, eine unter Verwendung von organischen Lösungsmitteln vorgenommene Entfernung von Daten zu erkennen. Eine weitere Aufgabe sieht die Erfindung darin, einen Aufzeichnungsbogen für Durchschreibesätze zur Verfügung zu stellen, bei dem auf den Einsatz von Farbstoffvorläufern zur Kenntlichmachung durchgeführter Fälschungsversuche verzichtet wird und der eine problemlose Fertigung erlaubt.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe sieht die Erfindung einen Papierbogen vor, der zur Verwendung in einem Durchschreibesatz vorgesehen ist und bei dem auf einer seiner Seiten eine Aufzeichnungsschicht aufgebracht ist, in der ein zur Reaktion mit farblosen Farbstoffvorläufern dienender Farbentwickler vorliegt. Der Papierbogen ist dadurch gekennzeichnet, daß er einen oder mehrere wasserunlösliche, jedoch öllösliche, feinteilige, dem Papierstoff zugegebene Farbstoffe in einer Menge von 0,01 bis 0,2 Gew.-%, bezogen auf seinen Faserstoff, enthält.

Vorzugsweise enthält der Papierbogen einen oder mehrere Farbstoffe, ausgewählt aus der Gruppe der Azo-, Anthrachinon- oder Phenazinfarbstoffe.

Da die Farbstoffe vor der Blattbildung dem Faserstoff zugegeben werden, liegen sie als feinteilige, ungelöste Farbstoffpartikel im Papierblatt vor, so daß das Papierblatt weiß erscheint. Erst bei Kontakt mit einem organischen Lösungsmittel lösen sich die Farbstoffe auf und es entsteht überraschenderweise eine auf der Farbentwicklerschicht sichtbare Färbung.

Unter öllöslich ist zu verstehen, daß die Farbstoffe in organischen Lösungsmitteln, wie Aceton, Ethanol und Toluol löslich sind.

Gemäß einer weiteren vorzugsweisen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß auch solche Farbstoffe in dem Papierbogen vorliegen, die bei einem mit verdünnter Salzsäure, Basen, z. B. Natronlauge oder Oxidationsmitteln, z. B. Hypochlorit, durchgeführten Fälschungsversuch eine auf der CF-Schicht erkennbare Färbung ergeben. Geeignet sind z. B. Xanthenfarbstoffe. Diese Farbstoffe können auch wasserlöslich sein und werden bevorzugt zusammen mit einem Präparationsmittel, z. B. Stärke, als Oberflächenleimung aufgebracht. Die Kombination öllöslicher Farbstoffe mit Farbstoffen, die mit den vorstehend genannten Reagenzien eine Farbe bilden, schränkt die Fälschungsmöglichkeiten ganz erheblich ein.

Die erfindungsgemäßen Papierbogen und ihr Einsatz in Durchschreibesätzen sind nicht auf bestimmte Verwendungszwecke für die Durchschreibesätze beschränkt. Beispielsweise können sie als Einlageblatt in druckempfindlichen Durchschreibesätzen, die als Frachtbriefe Verwendung finden, eingesetzt werden. Ganz besonders bevorzugt ist der Einsatz jedoch als Zwischenblatt in Flug- oder Fahrscheinformularsätzen, insbesondere, wenn diese handschriftlich ausgefüllt werden. Weil diese Fahrausweise oftmals erst während der Fahrt ausgestellt werden und dabei eine sorgfältige Handhabung der Formularsätze nicht in jedem Fall gewährleistet sein kann, werden bei solchen Formularsätzen bevorzugt je ein CB- und ein CF- Bogen, ggf. kombiniert mit einem CFB-Bogen, eingesetzt, da es sich gezeigt hat, daß der Einsatz von SC-Bogen bei diesem Verwendungszweck zu ungewollten vorzeitigen Verfärbungen führen kann.

Unter dem in Patentansprüchen und Beschreibung verwendeten Begriff Papierbogen mit einer auf einer seiner Seiten aufgebrachten Aufzeichnungsschicht ist ein mit einer CF-Schicht versehener Bogen zu verstehen, wie er üblicherweise als Schlußblatt eines Durchschreibesatzes eingesetzt wird, desweiteren auch ein auf seiner Vorderseite mit einer CF- Schicht und auf seiner Rückseite mit einer CB- Schicht versehener Papierbogen und desweiteren auch ein sogenannter SC- Bogen, bei dem Farbentwickler und eingekapselte Farbstoffvorläuferlösungen in einer Schicht oder in mehreren übereinanderliegenden Schichten auf einer Seite eines Papierbogens vorliegen.

Das nachfolgende Beispiel erläutert die Erfindung:

Es wird ein holzfreies Streichrohpapier mit einer Flächenmasse von 50 g/m2 hergestellt, wobei dem Faserstoffbrei 0,015 Gew.-% (bezogen auf lutro Faserstoff) eines blaufärbenden Anthrachinon- Farbstoffes zugesetzt werden. Auf den getrockneten Bogen wird eine CF-Schicht aufgetragen und der getrocknete und satinierte CF-Bogen mit einem handelsüblichen CB-Bogen zu einem Formularsatz kombiniert, der nach entsprechender Bedruckung als Fahrausweis eingesetzt werden kann. Wird auf dem CB-Bogen handschriftlich eine Eintragung vorgenommen und versucht, die auf dem CF-Bogen erzeugte Durchschrift durch vorsichtige Behandlung mittels Toluol mit dem Ziel zu entfernen, die ursprüngliche Eintragung durch eine andere zu ersetzen, bildet sich auf der CF-Schicht eine deutlich erkennbare Blaufärbung aus, die durch die mittels Toluol hervorgerufene Lösung des im CF- Bogen enthaltenen Farbstoffes hervorgerufen wird. Die entstandene Blaufärbung weist auf den Versuch einer Fälschung hin.


Anspruch[de]
  1. 1. Papierbogen zur Verwendung in einem Durchschreibesatz mit einer auf einer seiner Seiten aufgebrachten Aufzeichnungsschicht, in der ein zur Reaktion mit farblosen Farbstoffvorläufern dienender Farbentwickler vorliegt, dadurch gekennzeichnet, daß der Papierbogen einen oder mehrere wasserunlösliche, jedoch öllösliche, feinteilige, dem Papierstoff zugegebene Farbstoffe in einer Menge von 0,01 bis 0,2 Gew.-%, bezogen auf seinen Faserstoff, enthält.
  2. 2. Papierbogen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er einen Azo-, Anthrachinon- oder Phenazinfarbstoff oder eine Mischung dieser Farbstoffe enthält.
  3. 3. Papierbogen nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß er einen in Kontakt mit Säuren, Basen und Oxidationsmitteln unter Ausbildung einer Farbe reagierenden Farbstoff enthält.
  4. 4. Papierbogen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff Bestandteil einer vor Auftrag der CF-Schicht auf den Papierbogen aufgebrachten Präparation ist.
  5. 5. Papierbogen nach einem der Ansprüche 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff ein Xanthenfarbstoff ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com