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Dokumentenidentifikation DE19934823C2 12.07.2001
Titel Nachweisvorrichtung zum Nachweis von lokalen Magnetfeldern
Anmelder MTU Aero Engines GmbH, 80995 München, DE
Erfinder Bamberg, Joachim, Dr., 85221 Dachau, DE;
Mock, Gerhard, Dr., 39104 Magdeburg, DE
Vertreter Zacharias, F., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 81371 München
DE-Anmeldedatum 24.07.1999
DE-Aktenzeichen 19934823
Offenlegungstag 15.03.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.07.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.07.2001
IPC-Hauptklasse G01N 27/72
IPC-Nebenklasse G01N 27/90   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Nachweisvorrichtung zum Nachweis von lokalen Magnetfeldern.

Der zerstörungsfreie Nachweis von Fehlern, insbesondere von offenen und verdeckten Rissen in metallischen Bauteilen, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies liegt daran, daß Werkstoffe und Bauteile immer häufiger bis an ihre Belastungsgrenzen ausgelegt werden. Damit steigen die Anforderungen an die Qualitätskontrolle und an das Fehlernachweisvermögen zerstörungsfreier Prüfverfahren.

Zum zerstörungsfreien Nachweis von offenen und verdeckten Rissen in metallischen Werkstoffen ist die Wirbelstromprüfung seit nunmehr über 40 Jahren fest etabliert. Im Gegensatz zur Thermographieprüfung, die nur empfindlich auf horizontale Fehler (z. B. Delaminationen) reagiert, lassen sich mit der Wirbelstromprüfung senkrechte Risse empfindlich nachweisen.

Bei der Wirbelstromprüfung wird eine Tastspule über das Bauteil bewegt. Im Bauteil werden Wirbelströme erzeugt, durch deren Abklingen wiederum ein Magnetfeld induziert wird. Das lokale Magnetfeld wird Punkt für Punkt aufgezeichnet. Für eine flächendeckende Prüfung muß das Bauteil daher in einzelnen Prüfspuren abgescannt werden. Für ebene oder kreisförmige Bauteile sind zu diesem Zweck mechanische Scanner entwickelt worden. Beispielsweise aus der DE 196 42 981 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abtasten einer Bauteiloberfläche mittels einer Wirbelstromsonde bekannt.

Die durch CAD erstellten Bauteile und Komponenten zeichnen sich aber zunehmend durch komplexere Geometrien aus. Diese oft stark gekrümmten Bauteiloberflächen sind mit solchen Scannern nicht oder nur mit reduzierter Empfindlichkeit prüfbar. Bei Bauteilen komplexer Geometrie ist ein erheblicher Aufwand zur lückenlosen Überprüfung notwendig. Die Prüfzeit ist lang. Außerdem sind Bauteilecken und -kanten diesem Prüfverfahren nicht zugänglich.

Aus der US 5,675,252 ist eine Sensor- und Meßeinrichtung für magnetische und elektrische Felder bekannt, die eine Verbundstruktur von Schichten aus piezoelektrischem Material und magnetostriktivem Material, wie Nickel, umfasst, wobei ein an der Verbundstruktur anliegendes magnetisches Feld zu Spannungen und Ladungsverschiebungen in der piezoelektrischen Schicht führt, welche erfasst werden.

Die EP 0 794 428 A1 offenbart einen Sensor für verdampfungsfähige Materialien und Gase, der Aromastoffe mit gleicher chemischer Zusammensetzung und spiegelbildlichem Strukturaufbau unterscheiden kann und aus einem Paar beabstandeter Elektroden und einem Halbleiterpolymer besteht, das sich in dem Raum zwischen den Elektroden erstreckt, wobei sich sein elektrischer Widerstand bei Adsorption verdampfungsfähiger Aromastoffe ändert und das Polymer chirale Stellen aufweist.

Ferner ist aus der EP 0 562 681 A2 piezoelektrisches Material bekannt, das als Halbzeug zum Beispiel für die Herstellung von Sensoren eingesetzt werden kann und zur Vergrößerung des piezoelektrischen Effekts aus einer Verbundstruktur, bei der zwischen zwei Elektroden ein dipolar ausgerichtetes, piezoelektrisches Material aus chiralen Komponenten vorgesehen ist, besteht.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Nachweisvorrichtung zum Nachweis von lokalen Magnetfeldern anzugeben, die den Nachweis in einem flächigen Bereich mit hoher Ortsauflösung zuläßt, ohne daß eine Bewegung der Nachweiseinrichtung notwendig ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Nachweisvorrichtung zum Nachweis von lokalen Magnetfeldern gelöst, die für metallische Werkstoffe oder Bauteile geeignet ist und aus einer Anordnung kapazitiver Sensoren besteht, die mit einer Folie aus chiralem Material abgedeckt sind.

Die kapazitiven Sensoren sind vorzugsweise in Form eines Arrays auf einem Chip angeordnet. Solche Chips gibt es beispielsweise mit einem Array aus 256 × 256 Sensoren. Der Chip ist auf der sensitiven Seite vollständig mit der Verbundfolie überzogen.

Mit der erfindungsgemäßen Nachweisvorrichtung können beispielsweise bei der Wirbelstromprüfung auftretende Magnetfelder mit hoher Ortsauflösung und Dynamik nachgewiesen werden.

Die erfindungsgemäße Prüfvorrichtung kann insbesondere zur Verwendung bei der Wirbelstromprüfung metallischer Bauteile durch Ergänzung um ein Spulensystem verbessert werden. Das Spulensystem kann dabei auf dem gleichen Chip wie das Sensorenarray angeordnet sein. Durch das Spulensystem wird in ein zu prüfendes metallisches Bauteil ein Magnetfeld eingekoppelt. Durch das eingekoppelte Magnetfeld werden Wirbelströme hervorgerufen, deren Abklingen wiederum ein Magnetfeld induziert. Diese Systemantwort des Bauteils kann mit der erfindungsgemäßen Nachweisvorrichtung registriert werden.

Auf diese Weise kann ein flächiger Bereich mit hoher Ortsauflösung geprüft werden, ohne daß eine mechanische Bewegung der Nachweisvorrichtung notwendig ist. Das Prüfungsergebnis steht als Bild direkt zur Verfügung und kann auf einem Monitor visuell betrachtet werden. Außerdem ist die Bildverarbeitung mit den üblichen Bildverarbeitungsmethoden möglich.

Durch die Kombination der Nachweisvorrichtung mit einem Spulensystem kann eine sehr kleine Nachweisvorrichtung realisiert werden, die die Bauteilprüfung auch an schwer zugänglichen Stellen ermöglicht.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der beigefügten Abbildungen näher erläutert:

Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau einer Nachweisvorrichtung;

Fig. 2 zeigt die Nachweisvorrichtung aus Fig. 1, auf die ein lokales Magnetfeld wirkt.

In Fig. 1 ist ein Array aus kapazitiven Sensoren 1 dargestellt. Die kapazitiven Sensoren sind mit einer Verbundfolie bestehend aus einer piezoelektrischen Kunststoffschicht aus polarisiertem PVDF 2 sowie einer ferromagnetischen Fe- Schicht 3 überzogen.

In Fig. 2 wird eine Nachweisvorrichtung gemäß Fig. 1 einem lokalen Magnetfeld H ausgesetzt. Dabei wird die ferromagnetische Fe-Schicht 3 einer Kraft unterworfen, die zu einer Verformung der darunterliegenden piezoelektrischen PVDF- Schicht 2 führt. Im piezoelektrischen Material kommt es zu einer Ladungsverschiebung. Der entsprechende kapazitive Sensor 1 liefert ein Signal S. das von einer üblichen Signalverarbeitung erfaßt wird. Die von den einzelnen Sensoren des Sensorarrays ausgehenden Signale werden allesamt von der Signalverarbeitung erfaßt und zu einem visuell erfaßbaren Bild verrechnet.

Die erfindungsgemäße Nachweisvorrichtung ist kostengünstig herzustellen, da Chips mit Sensorarrays aus kapazitiven Sensoren mittlerweile zu niedrigen Preisen angeboten werden.

Eine solche Nachweisvorrichtung hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten, z. B. im Bereich der Materialprüfung, da eine berührungslose, zerstörungsfreie und schnelle Prüfung metallischer Bauteile auf offene und verdeckte Risse möglich ist. Ein flächiger Bereich kann geprüft werden, ohne daß eine mechanische Bewegung in der Nachweisvorrichtung notwendig ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Nachweisvorrichtung zum Nachweis von lokalen Magnetfeldern, geeignet für metallische Werkstoffe oder Bauteile und bestehend aus einer Anordnung kapazitiver Sensoren, die mit einer Folie aus chiralem Material abgedeckt sind.
  2. 2. Nachweisvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Kombination mit einem Spulensystem, das ein Magnetfeld in das zu prüfenden Bauteil einkoppelt.






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