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Dokumentenidentifikation DE10002886A1 02.08.2001
Titel Verfahren und Anordnung zum Steuern einer dynamischen Waage
Anmelder Francotyp-Postalia AG & Co., 16547 Birkenwerder, DE
Erfinder Hübler, Uwe, 12627 Berlin, DE;
Kubatzki, Ralf, 10405 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 14.01.2000
DE-Aktenzeichen 10002886
Offenlegungstag 02.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.08.2001
IPC-Hauptklasse G01G 11/12
IPC-Nebenklasse G01G 19/414   
Zusammenfassung Das Verfahren zur Steuerung einer dynamischen Waage (10) umfasst eine Messanordnung (4, 6, 7, 20) mit einem Transport von Poststücken mittels einer steuerbaren Transporteinrichtung (4) zu einer weiteren Verarbeitungsstation mit einer ersten Geschwindigkeit, mit einem Messen mittels einer Wiegezelle (7) während des Transportes und einem Auswerten der Messwerte mittels einer Steuerung (20) der dynamischen Waage zur Gewichtsbestimmung, wobei in Abhängigkeit vom Ergebnis der Gewichtsbestimmung von einem ersten auf einen zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, wobei im zweiten Betriebsmodus das Poststück stromaufwärts in Richtung einer ersten Verarbeitungsstation mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert und dabei gewogen wird. Die Höhe der zweiten Geschwindigkeit wird abhängig davon bestimmt, inwieweit im ersten Betriebsmodus die Messanordnung (4, 6, 7, 20) bereits auf das Gewicht eingeschwungen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer dynamischen Waage, gemäß des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und eine entsprechende Anordnung dafür gemäß des Oberbegriffs des Anspruchs 5. Solche dynamischen Waagen wiegen Wiegegut während des Transportvorganges und sind speziell in Postverarbeitungssytemen eingesetzt. Die Lösung bezweckt insbesondere eine effektive Mischpostverarbeitung in einer dynamischen Waage und Frankiereinrichtung.

Unter Mischpost wird ein unsortierter Stapel an Poststücken verstanden, die aber hinsichtlich der zu bedruckenden Seite ausgerichtet sind. Wenn nachfolgend von Briefen gesprochen wird, so geschieht das stellvertretend auch für all die anderen möglichen Poststücke, die in Format, Dicke und Gewicht unterschiedlich sind. Das geschaffene Verfahren ist für Anwender von Postverarbeitungssystemen sowohl mit einer dynamischen Waage und portoberechnenden Frankiermaschine als auch mit dynamischen Portorechnerwaagen und Frankiereinrichtungen geeignet. Bei einer bekannten von der Anmelderin vertriebenen automatischen Poststraße Francopost 12.000 ist eine dynamische Wiegestation hinter einer Vereinzelungsstation angeordnet. Die als Stapel angelegten Briefe werden zunächst automatisch vereinzelt und dann von der dynamischen Wiegestation übernommen und ihr Gewicht wird bestimmt. Die Gewichtsbestimmung erfolgt mit einer Genauigkeit, welche die Zuordnung der Briefe zur richtigen Portoklasse ermöglicht. Das Porto wird an die angeschlossene Frankiereinheit automatisch übertragen, verrechnet und auf den Brief gedruckt. Beim Auftreffen des Briefes auf den Wiegeteller und dessen Transport werden mechanische Schwingungen auf den Gewichtssensor übertragen, deren Amplitude vom Briefgewicht, Transportrichtung und -geschwindigkeit, Briefmasseverteilung sowie -steifigkeit abhängig sind. Diese Störschwingungen begrenzen die Genauigkeit des Messergebnisses. Im Allgemeinen wird bei dynamischen Briefwaagen eine Messgenauigkeit von ±1 g angegeben bis zu einem Briefgewicht von 1000 g. Alle noch schwereren Briefe werden gewöhnlich mit einer geeigneten statischen Waage separat gewogen werden. Das entsprechende Gewicht bzw. Porto kann in die Frankiereinheit manuell eingegeben werden. Der automatische Ablauf ist damit unterbrochen. Besonders nachteilig ist der Umstand, dass der Postversender nicht vorhersehen kann, ob der spezielle Brief, den er gemeinsam mit den anderen als Stapel anlegt, diese Gewichtsgrenzen überschreiten wird oder nicht.

In der US 4,778,018 wird eine dynamische Briefwaage beschrieben, bei welcher der Wiegeteller federnd gegenüber dem Transportmechanismus aufgehängt ist. Damit sollen die Übertragung von Schwingungen vom Transportmechanismus auf die Wiegezelle gedämpft werden. Bei großen Gewichten reicht diese Dämpfung jedoch nicht aus, um eine ausreichende Messgenauigkeit zu sichern. Hinzu kommt, dass eine derartige federnde Aufhängung ein Einschwingen des Wiegetellers hervorruft, welche die Messzeit verlängert und damit den Briefdurchsatz verringert.

In der US 5,014,797 wird ein nicht modulares Gerät zur automatischen Postbearbeitung beschrieben, in welchem die dynamische Wiegefunktion integriert ist. Damit soll eine Verkürzung der Transportwege und ein insgesamt höherer Briefdurchlauf pro Zeiteinheit erreicht werden. Auch bei dieser Lösung ist das maximale Gewicht bei vorgegebener Messgenauigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit begrenzt. Ein nach dieser Lösung gebautes Produkt erreicht einen Durchsatz von ca. 5000 Poststücken pro Stunde bei einem maximalen Gewicht von 500 g. Für Poststücke mit größerem Gewicht bietet der Hersteller eine zusätzliche statische Waage an, die beigestellt wird. Auch hier ist eine automatische Verarbeitung von Poststücken höheren Gewichtes nicht möglich.

Aus der US 4,956,782 und der GB 22 35 656 A ist ein halbdynamisches Wiegen bekannt. Die stromaufwärts angeordnete Benutzerstation kann eine Waage sein und die stromabwärts angeordnete Benutzerstation ist eine Frankiermaschine. Für die zur Gewichtsbestimmung erforderliche Messzeit muss ein kontinuierlich bewegtes Poststück vollständig von der Waage aufgenommen werden. Bei Mischpost ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Waage ein falsches Messergebnis ermittelt. In Abhängigkeit von den Abmaßen des Briefes wird die Messzeit erhöht. Dazu ist eine komplizierte Steuerung, welche die Abmaße der Briefe im Voraus auswertet, und steuerbare Motoren erforderlich. Alternativ könnte zwar die Wiegestrecke vergrößert und ein Aussteuerfach angeordnet werden. Das würde jedoch die Länge des gesamten Postverarbeitungssystems erhöhen, was ohne eine größere Umrüstung jedoch nicht möglich ist.

Gemäß der EP 514 107 B1 wird von einer Steuereinrichtung bei großen und schwer zu wiegenden Poststücken der Transport solange unterbrochen, bis die Messung stabil ist. In der Waage ist nahe dem stromabwärts gerichteten Transportbandende ein Detektor angeordnet, welchen nur Briefe durchlaufen, deren Gewicht bis zu diesem Zeitpunkt bestimmt worden ist. Bei kurzer Wiegestrecke und ungleich verteilter Masse im Brief oder hoher Transportgeschwindigkeit massereicher Briefe treten Messfehler auf. Außerdem kann bei einem Stop der Brief durch seine Massenträgheit vom Wiegeteller rutschen. Deshalb sind die Abmaße des Wiegetellers etwas größer ausgelegt bzw. die Transportgeschwindigkeit kleiner festgelegt. Der Durchsatz bei Mischpost ist entsprechend verringert.

Aus der DE OS 37 31 494 (US 4,753,432) ist es bekannt, zum Wiegen eine Ruhezeit zu schaffen, wobei der Betrieb des Frankiersystems und des Transportsystems unterbrochen werden, weil letztere sonst eine zu hohe Vibration liefern würden. Die Transportzeit vom Waagemodul zur Frankiermaschine ist zwar klein gewählt. Aber einerseits kann die Geschwindigkeit nicht beliebig vergrößert werden, um die Staugefahr nicht zu vergrößern. Andererseits ist die erzielbare Taktleistung durch in den Ablauf eingefügte Pausen begrenzt. Die Geschwindigkeit des Wiegens ist durch die Geschwindigkeit der Gewichtsbestimmung begrenzt. Letztere bereitet bei schweren Poststücken einen größeren Aufwand, wenn die Messung genau sein muss.

Im Gegensatz zum halbdynamischen Betrieb ist der dynamische Betrieb für schwere Briefe problematisch. Die Anmelderin hat nun die Masse des Wiegetellers wesentlich gesenkt und dessen Steifigkeit wesentlich erhöht. Daraus resultieren kurze Einschwingzeiten für das gesamte Meßsystem und infolgedessen entsprechend größere Brieftransportgeschwindigkeiten beim dynamischen Betrieb. Weitere Einzelheiten sind der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 198 33 767.1 entnehmbar mit dem Titel: Vorrichtung zum Wiegen von bewegtem Postgut.

Unter dem Ziel, eine effektive Mischpostverarbeitung mit einer dynamischen Waage in Verbindung mit einer neuentwickelten Frankiermaschine zu garantieren, wobei erstere eine Gewichtsberechnung und letztere die Portowertberechnung ausführt, hat die dynamische Waage einen in Leichtbauweise biege- und verwindungssteif ausgeführten Wiegeteller für die Briefe vorgesehen, der am ungefähren Ort des gemeinsamen Schwerpunktes des Wiegetellers und eines mittig auf dem Wiegeteller angeordneten Briefes mit dem höchstzulässigen Gewicht und den größten zulässigen Abmessungen an eine Wiegezelle angekoppelt ist. Durch die vorgenannte Ankopplung des Wiegetellers an die Wiegezelle sind negative Auswirkungen des Lastarmes minimiert. Durch die Verbesserung der Funktionseigenschaften der dynamischen Waage und eine Vergrößerung des Einsatzbereiches.

Ein Verfahren zur Steuerung einer dynamischen Waage, die gemischtes Postgut mit unterschiedlicher Größe, Dicke verarbeiten kann, und die in mindestens zwei Betriebsmoden betrieben werden kann, ist der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 198 60 296.0 entnehmbar. Im dynamischen Betriebsmodus wird vor dem Beginn eines ersten Messzeitbereiches ein Postgut unabhängig von seinem Format mit einer auf einem voreingestellten Wert eingestellten Transportgeschwindigkeit zugeführt, wenn sich das Poststück im Einlauf der dynamischen Waage befindet. Während des dynamischen Wiegens im Messzeitbereich wird eine Drehzahlregelung von der Steuerung der dynamischen Waage deaktiviert, so dass eine Gewichtsmessung bei deaktivierter Drehzahlregelung erfolgt. Eine Aktivierung der Drehzahlregelung für den Motor erfolgt erneut, wenn sich das Postgut im Auslauf der dynamischen Waage befindet. Das Postgut durchläuft anschließend die Frankiermaschine bzw. weitere Verarbeitungsstationen des Postverarbeitungssystems.

Die Waage ist von einem dynamischen auf einen halbdynamischen Betriebsmodus umschaltbar. Wenn die Waage ein ungültiges Mess- Ergebnis ermittelt hat, wird eine Rückwärtsbewegung des fehlerhaft gemessenen Briefes innerhalb der Waage ausgelöst. Bei der nun anschließenden halbdynamischen Wägung stoppt die Waage das Transportband solange, bis die Waage ein richtiges Messergebnis ermittelt hat. Dadurch, dass die Waage im statischen bzw. halbdynamischen Betriebsmodus nur für anfangs falsch gewogene Briefe bzw. andere Poststücke arbeitet, verringert sich aber die Taktleistung (Durchsatz an Poststücken pro Stunde).

Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine automatische Verarbeitung von Poststücken auch höheren Gewichtes im dynamischen Betriebsmodus einer Waage zu erreichen, um den Durchsatz an Poststücken pro Stunde zu erhöhen. Ein möglichst hoher Anteil der Post des Postversenders soll im dynamischen Modus gewogen werden, wobei sich manuelle Eingriffe während der Postverarbeitung in der Regel erübrigen.

Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des Verfahrens nach Anspruch 1 und mit den Merkmalen einer Anordnung nach Anspruch 5 gelöst.

Es wurde gefunden, dass mit der erfindungsgemäßen Messanordnung ein dynamisches Wiegen in zwei Richtungen, sowohl stromabwärts als auch stromaufwärts grundsätzlich möglich ist.

Das Poststück wird zur weiteren Verarbeitungsstation stromabwärts mit einer ersten Geschwindigkeit transportiert, wobei eine Gewichtsmessung mit Auswertung auf Plausibilität des Messergebnisses erfolgt. Bei Nichtplausibilität wird eine Nachmessung des Gewichtes durchgeführt, wobei das Poststück stromaufwärts mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert wird. Bei erfolgreicher Nachmessung kann das Poststück ohne ein weiteres Wiegen zur weiteren Verarbeitungsstation stromabwärts abtransportiert werden. Der Abtransport kann mit einer für die dynamische Waage vorgebbaren maximalen dritten Geschwindigkeit erfolgen.

Für die Realisierung der Erfindung ist es ohne Belang, ob die Poststücke senkrecht oder waagerecht transportiert werden. Die Erfindung ist nicht auf an sich bekannte Wiegeverfahren beschränkt. Es kann eine Wiegezelle mit alten oder auch neuen Wiegeverfahren zur Anwendung kommen. Die an die Waage angekoppelte weitere Verarbeitungseinrichtung erhält gewogene Poststücke von einer Transporteinrichtung der dynamischen Waage. Eine Steuereinheit ist mit einer Wiegezelle, Sensoren und der Transporteinrichtung verbunden. Letztere ist für einen Zwei-Richtungstransport ausgebildet. Es ist vorgesehen, dass Sensoren für die Rückmeldung der Poststückposition im Transportweg angeordnet sind, die Transporteinrichtung in der dynamischen Waage einen steuerbaren Antrieb umfasst und die Steuereinheit einen Mikroprozessor aufweist, der mit einem Programmspeicher und einem nichtflüchtigen Speicher verbunden ist, wobei der Mikroprozessor derart programmiert ist, dass das Poststück stromaufwärts in Richtung der ersten Verarbeitungsstation mit einer zweiten Geschwindigkeit oder stromabwärts in Richtung der weiteren Verarbeitungsstation mit einer ersten Geschwindigkeit transportiert wird. Der Mikroprozessor schaltet in Abhängigkeit vom Ergebnis der Gewichtsbestimmung vom ersten auf einen zweiten Betriebsmodus. Im zweiten Betriebsmodus wird das Poststück stromaufwärts in Richtung der ersten Verarbeitungsstation mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert und nachgewogen. Der Mikroprozessor bestimmt die Höhe der zweiten Geschwindigkeit abhängig davon, inwieweit im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle bereits auf das Gewicht eingeschwungen worden ist. Wenn aber das dynamische Nachwiegen wieder keinen plausiblen Messwert liefern konnte, dann wird abschließend auf einen bekannten statischen Wiegemodus umgeschaltet.

Es ist vorgesehen, dass die zweite Geschwindigkeit betragsmäßig verschieden oder gleich der ersten ist, jedoch kleiner als eine dritte Geschwindigkeit ist, mit der ein Poststück stromabwärts in Richtung der weiteren Verarbeitungsstation abtransportiert wird.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1, Perspektivische Ansicht einer dynamischen Waage von vorn,

Fig. 2, Blockschaltbild der Steuerung einer dynamischen Waage,

Fig. 3, Geschwindigkeit/Zeit-Diagramm für die Steuerung der dynamischen Waage,

Fig. 4, Flussdiagramm für die Steuerung der dynamischen Waage,

Fig. 5, Teilablaufplan Überlast und Abschaltkriterium.

In der Fig. 1 wird eine perspektivische Ansicht einer dynamischen Waage 10 dargestellt, welche für den Transport von auf der Kante stehenden Briefen bzw. Poststücken A ausgebildet ist. Letztere liegen an einem Wiegeteller 6 an, der in einer hinteren Führungswand 1 der Waage in einer Ausnehmung 11 angeordnet ist. Beidseitig der Ausnehmung 11 für den Wiegeteller 6 sind in der hinteren Führungswand 1 Sensoren S1 und S2 angeordnet. Grundsätzlich sind Gabellicht- oder Lichtreflexlichtschranken geeignet, welche die Hinter- bzw. Vorderkante eines Briefes A detektieren, wenn er auf den Wiegeteller 6 transportiert wird. Der Sensor S1 ist stromaufwärts nahe dem Beginn des Weges des Poststückes auf dem Wiegeteller (in Transportrichtung gesehen) angeordnet. In Höhe einer unteren Führungswand 3 der Waage liegt eine Transporteinrichtung 4 mit einem - nicht sichtbaren - Transportband 41. Die hintere Führungswand 1 ist leicht, vorzugsweise 18° zur Senkrechten, nach hinten geneigt. Das entspricht einem bereits ermittelten Optimierungswinkel für eine automatische Briefzuführung und eine Frankiermaschine (DE 196 05 014 C1 und DE 196 05 015 C1). Die untere Führungswand 3 ist orthogonal zur hinteren und demzufolge auch zur vorderen Abdeckplatte 2 angeordnet. Damit wird eine definierte Brieflage und eine harmonische Anpassung an die vor- und nachgeordneten Geräte erreicht. Die vordere Abdeckplatte 2 besteht beispielsweise aus Plexiglas. Alle genannten Baugruppen bzw. Teile sind über entsprechende Zwischenstücke auf einem Chassis 5 befestigt. Weitere Einzelheiten zum konstruktiven Aufbau der Waage sind der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 1983 37 671-53 zu entnehmen.

Anhand der Fig. 2 wird das Blockschaltbild der Steuerung einer dynamischen Waage und das Blockschaltbild der Steuerung einer Frankiereinrichtung erläutert. Die Steuerung 20 einer dynamischen Waage 10, weist einen Mikroprozessor 21 auf, welcher mit einem Programmspeicher 22, mit einem nichtflüchtigen Speicher 23 sowie mit Schnittstellen zur Ein- und Ausgabe 24, 25 verbunden ist. Im nichtflüchtigen Speicher 23 ist jeweils zugehörig zu vorbestimmten Geschwindigkeiten ein zugehöriger Satz an Parametern für die Auswertung der Messwerte gespeichert. Der Mikroprozessor 21 hat einen internen und ggf. einen zusätzlichen externen Arbeitsspeicher. Alternativ ist ein Mikrocontroller mit intergrierten Speichern einsetzbar. Der Mikroprozessor 21 ist ausgangsseitig mit einem Motor 49 der Transporteinrichtung 4 der Waage über einen Treiber 26 und eingangsseitig mit einem Encoder 50, mit Sensoren S1, S2 sowie mit einer Wiegezelle 7 betriebsmäßig verbunden, um Sensorsignale, Encodersignale und Gewichtsdaten zu empfangen und um Steuerbefehle an die Transporteinrichtung 4 zu senden.

Es ist vorgesehen, dass der Motor 49 in der Transporteinrichtung 4 der Waage ein in der Drehrichtung umschaltbarer Motor mit steuerbarer Drehzahl ist. Die Transporteinrichtung 4 enthält vorzugsweise einen Gleichstrommotor 49, welcher mit Gleichstomimpulsen gespeist wird, wobei sich aufgrund des Verhältnisses der Impulslänge zur Impulspause eine bestimmte Drehzahl einstellt. Der Gleichstrommotor 49 treibt eine Antriebsrolle 485. Letztere kann direkt auf den Brief einwirken oder indirekt, vorzugsweise über ein Transportband 41, welches mit einer Spannvorrichtung 48 gespannt werden kann.

Im ersten Betriebsmodus für den dynamischen Betrieb der Waage führt die Transporteinrichtung 4 eine Vorwärtsbewegung des betreffenden Briefes innerhalb der Waage stromabwärts mit einer bestimmten ersten Geschwindigkeit aus, welche die Transportgeschwindigkeit in der weiteren Verarbeitungsstation nicht übersteigt.

Durch die Steuereinheit 20 können entsprechende Steuerbefehle generiert werden, durch welche in einem zweiten Betriebsmodus eine zweite Geschwindigkeit erzeugt wird, um ggf. die Transportgeschwindigkeit in der Waage soweit zu verlangsamen, so dass genügen Messzeit für eine dynamische Messung zur Verfügung steht. Im zweiten Betriebsmodus für den dynamischen Betrieb der Waage führt die Transporteinrichtung 4 eine Rückwärtsbewegung des betreffenden Briefes innerhalb der Waage stromaufwärts mit einer bestimmten zweiten Geschwindigkeit aus. Der mit Gleichstromimpulsen gespeiste Gleichstrommotor 49 liefert aufgrund des Verhältnisses der Impulslänge zur Impulspause eine bestimmte Drehzahl, wodurch sich auf dem Transportband 41 eine bestimmte Geschwindigkeit einstellt.

In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Transporteinrichtung der Waage 10 einen umschaltbaren Antrieb und dass die Steuerung 20 den Treiber 26 umfasst, der zwischen Antrieb und der Steuerung geschaltet ist, womit die Transportrichtung der Waage umgekehrt werden kann, um im zweiten Betriebsmodus den Brief an den Anfang des Wiegetellers 6 zurückzutransportieren und um während des Rücktransportes eine Nachwiegung auszuführen. Der Treiber 26 kann auch als Relais ausgebildet sein. Die von der Steuereinheit 20 ausgehenden Steuersignale steuern das Relais an, welches die Spannung für die Antriebsmotoren der Transporteinrichtung schaltet. Der Motor 49 ist ggf. über ein geeignetes Getriebe 44 mit der Antriebsrolle 485 verbunden. Das Getriebe 44 kann sowohl ein Zahnradgetriebe als auch ein Riemengetriebe sein.

In einer alternativen Ausführung, umfasst die Transporteinrichtung 4 der Waage einen Motor mit umschaltbaren Getriebe, dass in eine andere Übersetzung und Drehrichtung geschaltet werden kann.

Die Gewichtsbestimmung erfolgt im ersten Betriebmodus, während des Messzeitbereiches, in welcher das Poststück stromabwärts in Richtung der weiteren Verarbeitungsstation mit einer ersten Geschwindigkeit transportiert wurde. Im Messzeitbereich werden gemessene Messwerte der Größe nach sortiert und ein mittig liegender Messwert ermittelt. Im Ergebnis der Gewichtsbestimmung wird ein ermittelter Messwert für gültig erklärt, wenn vorbestimmte Grenzwerte und Abschaltkriterien nicht überschritten wurden. Weitere Einzelheiten zur Gewichtsbestimmung in der Waage sind der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 198 60 294.4 zu entnehmen, mit dem Titel: Verfahren und Anordnung zum Bestimmen eines Gewichtes mit einer dynamischen Waage.

Die Überschreitung der Abschaltkriterien ist ein Maß dafür, inwieweit im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle bereits auf das Gewicht eingeschwungen worden ist. Wenn im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle nicht ausreichend auf das Gewicht eingeschwungen ist, dann wird im zweiten Betriebsmodus das Poststück A stromaufwärts mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert, die kleiner als die erste Geschwindigkeit ist. Wenn im ersten Betriebsmodus zwar die Messanordnung mit der Wiegezelle bereits auf das Gewicht eingeschwungen ist, aber das Prüfergebnis nicht plausibel ist, dann wird im zweiten Betriebsmodus das Poststück stromaufwärts mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert, die größer oder gleich als die erste Geschwindigkeit sein kann. Am Ende wird das Poststück stromabwärts mit einer dritten Geschwindigkeit zur Frankiermaschine transportiert.

Die Fig. 3 zeigt ein Geschwindigkeit/Zeit-Diagramm für die Steuerung der dynamischen Waage für den Fall, dass nach dem Wiegen ein Nachwiegen erforderlich wird. Die Waage befindet sich im ersten Betriebsmodus, wenn zum Zeitpunkt t0 ein Poststück mit einer (positiven) Transportgeschwindigkeit V1 zugeführt wird. Die Messung (Schachbrettmuster) beginnt mit dem Zeitpunkt t1 und endet zum Zeitpunkt t2. Zum Zeitpunkt t1 sind Eingangsstöße auf den Wiegeteller 6 bei Briefzuführung in der Regel bereits abgebaut. Ein Nachwiegen wird erforderlich, wenn die Eingangsstöße auf den Wiegeteller 6 bei Briefzuführung noch nicht oder nicht weit genug abgebaut sind. Bei der Auswertung der Meßwerte wird ein solches Erfordernis erkannt. Gerade massereiche Briefe schießen am Briefauslauf wenigstens teilweise über das Hinterende der Waage hinaus. Die Transportgeschwindigkeit V1 wird deshalb auf die Geschwindigkeit V2a = 0 reduziert und dann wird der Brief stromaufwärts zurücktransportiert (negative Geschwindigkeit) und zwar mindestens solange, bis der Sensor S2 detektiert, dass die Briefvorderkante den Briefauslauf 32 wieder verlässt. Die Transportgeschwindigkeit wird dann wieder auf die Geschwindigkeit V2a = 0 reduziert. Die - in der Fig. 3 gezeigte - punktierte Linie zeigt ein statisches Nachwiegen beginnend ab dem Zeitpunkt t3 und endend zum Zeitpunkt t7. Der stromabwärts angeordneten Frankiermaschine kann der Brief erst zum Zeitpunkt ta übergeben werden. Ein statisches Nachwiegen im zweiten Betriebsmodus ist auch der nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 198 60 294.4 dem Titel: Verfahren und Anordnung zum Bestimmen eines Gewichtes mit einer dynamischen Waage, zu entnehmen und soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Erfindungsgemäß kann nun ein dynamisches Nachwiegen erfolgen, wenn der Brief stromaufwärts mit einer zweiten (negativen) Geschwindigkeit zurücktransportiert wird. Das dynamische Nachwiegen ist als Strichmuster- Fläche dargestellt und beginnt mit dem Zeitpunkt t3 und endet zum Zeitpunkt t6, wobei die zweite Geschwindigkeit V2b betragsmässig kleiner als die erste Geschwindigkeit V1 des ersten Betriebsmodus ist. Der Brief wird zum Zeitpunkt tb übergeben. Das dynamisches Nachwiegen ist als schwarze Fläche dargestellt und beginnt mit dem Zeitpunkt t4 und endet zum Zeitpunkt t5, wobei die zweite Geschwindigkeit V2c betragsmässig grösser als die erste Geschwindigkeit V1 des ersten Betriebsmodus ist. Der Brief wird zum Zeitpunkt tc einer Frankiermaschine übergeben, wobei gilt: Zeitpunkt tc < tb < ta.

Die Fig. 4 zeigt das Flussdiagramm für die Steuerung der dynamischen Waage. Der Mikroprozessor kann mittels des Sensors S1 am Briefeinlauf die Briefvorderkante feststellen und startet (im Schritt 99) den Ablauf.

Zunächst wird im Schritt 100 ein Rundenzähler auf Z = 0 gesetzt. Ständig werden Wiegemesswerte von der Wiegezelle 7 zwecks Gewichtsbestimmung geliefert. Der Mikroprozessor hat mittels des Sensors S1 am Briefeinlauf die Briefhinterkante erkannt (im Schritt 101) und startet (Punkt B1) das Unterprogramm Sortieren (im Schritt 102) der Wiegemesswerte M1, M2, M3, . . ., M7, . . ., Mx, . . . M14, welches der vorgenannten nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 198 60 294.4 zu entnehmen ist. Durch einen Parameter P3 kann eine vorbestimmte Anzahl an zum Beispiel P3 = 14 letzten Messwerten M1 bis M14 vorgegeben werden. Vom Schritt 102 wird auf einen Subschritt 103a des Auswerteschritts 103 verzweigt. Wenn die Bewegungsrichtung vorwärts (stromabwärts) eingestellt ist, wird auf einen Subschritt 103b verzweigt. Nach einem Zeitablauf, wenn der Brief stromabwärts transportiert wird, erkennt der Mikroprozessor mittels des Sensors S2 am Briefauslauf 32 die Briefvorderkante (im Schritt 103b) und verzweigt auf eine Schritt 104. Der ab dem Bezugspunkt B1 für eine Erfassung der vorbestimmte Anzahl an letzten Messwerten verstrichene Zeitbereich wird als Messzeitbereich T1 bezeichnet. Der Mikroprozessor bildet nun einen Entscheidungsparameter E im Schritt 104 als Differenzwert zwischen dem sortierten größten und kleinsten Wert.

Wenn die Bewegung auf Null oder rückwärts (stromaufwärts) eingestellt ist, wird vom Subschritt 103a auf einen Subschritt 103c des Auswerteschritts 103 verzweigt. Bei einer auf Null reduzierten Bewegung wird auf vom Subschritt 103c auf den Subschritt 103d des Auswerteschritts 103 verzweigt und ein halbdynamisches Wiegen durchgeführt. Anderenfalls wird ein dynamisches Wiegen während des Rückwärtsfahrens durchgeführt und auf den Subschritt 103e des Auswerteschritts 103 verzweigt. Wenn die Briefvorderkante am Auslauf im Subschritt 103b oder die Briefhinterkante am Einlauf im Subschritt 103e noch nicht detektiert wurde, dann wird auf einen Bezugspunkt B1 am Eingang des Sortierschrittes 102 verzweigt. Anderenfalls, d. h. nach der Erfassung der Wiegemesswerte M1 bis Mx oder M1 bis Mi ≥ M14, deren Anzahl wieder durch den Parameter P3 vorgegeben wird, wird ein Bezugspunkt B2 erreicht. Nun kann wieder der Entscheidungsparameter E im Schritt 104 als Differenzwert zwischen dem sortierten größten und kleinsten Wert gebildet werden. Anschließend wird ein Bezugspunkt B3 erreicht und der Mikroprozessor startet nun die Abfrage nach mindestens einer Überlast im Schritt 105. Der Messwert M7 liegt beispielsweise der Größe nach in der Mitte zwischen dem größten und kleinsten Wert und wird mit dem höchsten Überlastgrenzwert G3 verglichen. Zusätzlich wird der Rundenzähler nach Z > 4 auf Überschreitung (Timeout) abgefragt. Ist ein Kriterium erfüllt, d. h. Überlast oder Z > 4 wird der Punkt B8 erreicht. Ein gegebenenfalls vorliegender Überlastfehler oder Timeout wird (im Schritt 111) weiter ausgewertet und die Waage gestoppt. Liegt keine Überlast oder Timeout vor, dann wird in einem weiterem Abfrageschritt 106 festgestellt, ob der Wert gültig oder ungültig ist. Dazu wird ein Unterprogramm aufgerufen, das anhand der Fig. 5 näher erläutert wird. Der Differenzwert E aus dem ersten M1 und vierzehnten sortierten Messwert M14 soll innerhalb des Gewichtsbereichs eines der Abschaltkriterien A1, A2 oder A3 liegen. Er liegt beispielsweise innerhalb eines vom zweiten Abschaltkriteriums A2 definierten Bereiches und ergibt somit gültige Messwerte. Das Abschaltkriterium A1 gilt für leichte Poststücke, das Abschaltkriterium A2 gilt für mittelschwere Poststücke und das Abschaltkriterium A3 gilt für schwere Poststücke. Wenn die Überprüfung der Überschreitung der Grenzwerte und Abschaltkriterien die Gültigkeit des mittig liegenden Messwertes M7 ergeben hat, ist keines der Abschaltkriterien erfüllt (Bezugspunkt B4). Da keines der Abschaltkriterien erfüllt ist kann nun zur Bestimmung des Wiegewertes auf den Schritt 107 verzweigt werden, in welchen ein Unterprogramm aufgerufen und abgearbeitet wird (Bezugspunkt B5). Bei erfolgreicher Gewichtsbestimmung im Schritt 107 erfolgt in einem Subschritt 116 der Briefauswurf und die Übergabe des Wiegeergebnisses an die Frankiermaschine. Außerdem wird der Motor 49 oder das Getriebe 44 auf die Bewegungsrichtung vorwärts (stromabwärts) eingestellt. Das Unterprogramm ist ebenfalls der vorgenannten nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 198 60 294.4 zu entnehmen. Wenn die Waage (beispielsweise manuell) nicht gestoppt wird, was im Schritt 112 abgefragt wird, dann wird vom Schritt 112 auf den Schritt 100 zurückverzweigt. Bei einem festgestellten Stopp-Befehl wird das Ende des Betreibens der Waage erreicht (Schritt 113).

Anderenfalls, bei ungültigen Messwerten, d. h. wenn die Überprüfung der Überschreitung der Abschaltkriterien im Schritt 106 ergeben hat, dass wenigstens ein Abschaltkriterium erfüllt ist, wobei ggf zusätzlich ein Grenzwert überschritten sein kann, dann wird der Bezugspunkt B7 erreicht und auf den Schritt 108 verzweigt, wo die Motorsteuerung 20, 26, 44, 49 umgeschaltet wird, hier um den Rücktransport des Poststückes in eine Wiegeposition zu veranlassen und um dann ein Nachwiegen beim Rückwärtsfahren durchzuführen. Je nachdem, ob die Überprüfung im Schritt 106 eine Überschreitung der Abschaltkriterien A1, A2 oder A3 ergeben hat, wird vom Mikroprozessor ein Sollwert n1, n2, n3 für eine Drehzahlsteuerung vor dem Umschalten in den zweiten Betriebsmodus ausgewählt und eingegeben (Bezugspunkt B7). Die aktuelle Drehzahl n wird vom Encoder 50 festgestellt und zur Drehzahlregelung im Schritt 108 verwendet. Die (nicht dargestellte) Drehzahlregelung ist im eigentlichen Messintervall für den Nachwiegemodus abgeschaltet. Vom Schritt 108 wird dann über die Schritte 109 und 110 auf den Bezugspunkt B1 zum Sortierschritt 102 zurückverzweigt und dann über die Abfrageschrifte 103a, 103c, 103e zum Schritt 104 zur Differenzbildung im Nachwiegemodus verzweigt. Der Zählwert des Rundenzählers wird im Schritt 109 incrementiert Z = Z + 1. Die Messauswertung beginnt mit der Verzweigung zum Bezugspunkt B1. Zuvor kann mittels des Sensors S2 (im optionalen nicht dargestellten Schritt 117) durch den Mikroprozessor erkannt werden, dass die Briefvorderkante den Auslauf 32 der Waage nicht mehr bedeckt. Die von der Wiegezelle 7 gelieferten Messwerte Mx werden im Schritt 102 sortiert und gespeichert. Das Messintervall wird rückwirkend bestimmt für x-Messwerte, welche ab Erreichen des Einlaufes noch gespeichert sind. Im Schritt 103e wird deshalb mittels des Sensors S1 ausgewertet, ob die Briefhinterkante am Einlauf angelangt ist. Der Einlauf (in Fig. 1 nicht sichtbar) ist ähnlich dem Auslauf 32 an der Waage geformt. Wenn die Briefhinterkante am Einlauf noch nicht angelangt ist, dann wird vom Schritt 103e auf den Bezugspunkt B1 am Beginn des Schrittes 102 zurückverzweigt. Wenn die Briefhinterkante am Einlauf angelangt ist, dann wird der Bezugspunkt B2 am Beginn des Schrittes 104 zur Differenzbildung im Nachwiegemodus erreicht. Nach Durchlaufen der Abfrageschritte 105 und 106 wird der Bezugspunkt B4 erreicht, wenn keine Überschreitung des Überlastwertes oder des Rundenkriteriums (Time out) oder der Abschaltkriterien festgestellt wird. Anderenfalls, wenn eine Überschreitung der Abschaltkriterien festgestellt wird, ist der Bezugspunkt B7 erreicht. Die Motorsteuerung schaltet um auf die Bewegungsrichtung vorwärts (stromabwärts). Nach Inkrementierung Z = Z + 1 im Schritt 109 wird im Folgeschritt 110 mittels Mikroprozessors festgestellt, dass die Rundenzahl Z > 2 des Rundenzählers erreicht ist und es wird im Schritt 114 überprüft, ob die Sensoren S1, S2 im Ein-/Auslauf der Waage noch bedeckt sind. Ist das der Fall, dann wird in einer Warteschleife gewartet, bis der Brief durch die Transportrichtungsumschaltung bedingt, den Ein-/Auslauf der Waage nicht mehr belegt, d. h. sich nur auf dem Wiegeteller befindet. Nun wird im Schritt 115 ein Motor stopp (n = 0) eingestellt und es beginnt ein dritter Betriebsmodus für ein halbdynamisches Wiegen, wobei direkt auf den Bezugspunkt B1 verzweigt wird. Die Messung endet nach Stop 112 mit einem plausiblen oder bei Stop 116 mit einen nicht plausiblen Ergebnis.

Die Fig. 5 zeigt den Teilablaufplan Überlast und Abschaltkriterium. In den Abfrageschritten 105-1, 105-2, 105-3 wird der siebente Messwert mit je einem Grenzwert G3, G1 und G2 verglichen. Auf diese Weise kann die Gewichtsklasse bestimmt werden, welcher die Messwerte zuordenbar sind. Ist der siebente Messwert M7 größer als der dritte Grenzwert G3, dann wird eine Überlast festgestellt und es wird der Bezugspunkt B8 erreicht. Anderenfalls ist M7 < G3 und nun wird geprüft, ob der siebente Messwert größer als der erste Grenzwert G1 ist. Ist dies der Fall, d. h. G1 < M7 < G3 liegt vor, dann wird geprüft, ob der siebente Messwert größer als der zweite Grenzwert G2 ist. Ist dies der Fall, d. h. G1 < G2 < M7 < G3 liegt vor, dann wird auf den Abfrageschritt 106-3 verzweigt. Gemäß Abfrageschritt 106-3 darf E nicht größer als das dritte Abfragekriterium A3 sein, wenn die erfassten Messwerte gültig sein sollen. Anderenfalls wird vom Abfrageschritt 105-2 bzw. 105-3 auf den Abfrageschritt 106-1 bzw. 106-2 verzweigt. In den Abfrageschritten 106-1, 106-2, 106-3 wird die Differenz E mit einem Wert A1, A2 und A3 als Abschaltkriterium verglichen. Wenn die Differenz E größer als das Abschaltkriterium A1, A2 oder A3 ist, dann sind die Messwerte ungültig (Bezugspunkt B7). Die Messwerte sind gültig (Bezugspunkt B4), wenn die Differenz E innerhalb des Abschaltkriteriums A1, A2 oder A3 liegt. Die Begriffe "Grenzwerte" und "Abschaltkriterien" werden genauer in der vorgenannten nicht vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung P 198 60 294.4 erläutert. Bei einer Überschreitung der Differenz E größer als das Abschaltkriterium A1 ist auch das Abschaltkriterium erfüllt, um einen Sollwert n1 für die Drehzahlregelung des Gleichstrommotors 49 vorzugeben. Er wird mit Gleichstromimpulsen gespeist, wodurch sich aufgrund des Verhältnisses der Impulslänge zur Impulspause eine bestimmte Drehzahl ergibt und sich das Transportband eine bestimmte Geschwindigkeit einstellt, welch auch nach dem Abschalten der Regelung noch eine Zeitdauer beibehalten wird. Es wird vorausgesetzt, dass sich im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle sich bereits auf das Gewicht eingeschwungen hatte. Allerdings führten Störimpulse, verursacht zum Beispiel durch ein Auftreffen der Briefvorderkante auf den Wiegeteller 6 am Einlauf der Waage, zur Überschreitung des Abschaltkriteriums A1. Mit den letzten Messwerten war der eingeschwungene Zustand erreicht. Es genügen für die Messung dann wenige Messwerte M1 bis Mx, mit welchen die Auswertung im eingeschwungenen Zustand wiederholt wird. Damit kann das Poststück A stromaufwärts mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert werden, welche größer als die erste Geschwindigkeit ist.

Wenn das Abschaltkriterium A2 erfüllt ist, wird vorausgesetzt, dass sich im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle sich noch nicht ganz auf das Gewicht eingeschwungen hatte. Da die wesentliche sich auf den Differenzwert E auswirkende Schwingungsamplitude immer am Anfang der Wiegeschwingung liegt, genügt es, wenn die Messung mit der gleichen Anzahl an Messwerten M1 bis M14 noch einmal durchgeführt wird und die Auswertung wiederholt wird. Wird das Abschaltkriterium A2 erfüllt, dann wird also ein Sollwert n2 für die Drehzahlregelung des Gleichstrommotors 49 vorgegeben. Die zweite Geschwindigkeit kann gleich der ersten sein.

Besonders große und schwere Poststücke haben lange Einschwingzeiten. Wenn sich im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle nur wenig auf das Gewicht einschwingen konnte, wird das Poststück A stromaufwärts mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert, welche kleiner als die erste Geschwindigkeit ist. Wird also im Ergebnis der ersten Messung das Abschaltkriterium A3 erfüllt, dann wird ein Sollwert n3 für die Drehzahlregelung des Gleichstrommotors 49 vorgegeben, was die Meßzeit vergrößert. Die Anzahl an Messwerten M1 bis Mx bei der Nachmessung ist somit größer als vierzehn.

Die Waage ist aus den Hauptkomponenten Transporteinrichtung 4, Wiegeteller 3, Wiegezelle 7 sowie elektronische Steuerungs- und Auswerteeinheit 20 zusammengesetzt. Auf dem Wiegeteller 6 verläuft der Transportweg, der durch einen Briefeinlauf und Briefauslauf 32 begrenzt wird, bei denen ein Poststück durch Sensoren S1 und S2 detektiert wird. Das Poststück darf bei der Messung nicht teilweise am Briefeinlauf oder Briefauslauf 32, d. h. ausserhalb des Wiegetellers 6 aufliegen. Es ist vorgesehen, dass der Mikroprozessor 21 programmiert ist, um Sensorsignale S1, S2 und Encodersignale zu empfangen und auszuwerten. Daraus können indirekt die Abmasse eines Poststückes oder ein Briefstau ermittelt werden. Bei einem gleichem Gewicht muß ein großformatiges Poststück ggf. bei einer kleineren Transportgeschwindigkeit gewogen werden, als ein kleinformatiges, für welches ein größerer wirksamer Transportweg zur Verfügung steht. Deshalb ist vorgesehen, dass der Mikroprozessor 21 zur Bestimmung des für eine Gewichtsmessung wirksamen Transportweges programmiert ist. In Abhängigkeit von dem für eine Gewichtsmessung wirksamen Transportweg wird die Geschwindigkeit V2' variiert. Dabei gilt V2a < V2' < V2c. Bei Variierung einer Geschwindigkeit V2' kann der Mikroprozessor auf einen zugehörigen weiteren Parametersatz für die Meßwertauswertung zuzugreifen. Anstelle des Mikroprozessors können auch Mikrocontroller oder anderwenderspezifische Schaltkreise (ASIC's) zur Steuerung der Waage eingesetzt werden.

Über die Schnittstelle 25 werden Daten von einer Frankiermaschine (nicht dargestellt) zur dynamischen Waage und umgekehrt der in der Waage ermittelte gültige Gewichtswert zur Frankiermaschine übertragen. Wird zum Beispiel zur Abstimmung der Steuerung der dynamischen Waage das Userinterface der Frankiermaschine mitbenutzt, dann kann ein eigenes Useninterface für die Waage entfallen. Das Einstellen ausgewählter Versandparameter für eine Portoberechnung in der Frankiermaschine und/oder von Betriebsparametern für die Waage über ein Eingabemittel der Frankiermaschine erfolgt entsprechend den jeweiligen Anforderungen an die Bearbeitung eines Mischpoststapels.

Die Taktrate für das eine Frankiermaschine durchlaufende Postgut (in Stück je Stunde) ist bei der Frankiermaschine am größten. Die maximale Postguttransportgeschwindigkeit V3 der Waage wird automatisch auf die der Frankiermaschine abgestimmt. Für das im zweiten Betriebsmodus durchgeführte Nachwiegen wird in Abhängigkeit vom Ergebnis der im ersten Betriebsmodus beim erstmaligen Wiegen durchgeführten Messwerteauswertung eine vorbestimmte Postguttransportgeschwindigkeit voreingestellt und ein zugehöriger Parametersatz für die Auswertung bereitgestellt, was eine effektive Mischpostverarbeitung ermöglicht.

Die Kommunikation zwischen einer automatischen Zuführung, dynamischer Waage und der Frankiermaschine kann beispielsweise in ähnlicher Art und Weise ablaufen, wie dies bereits in der deutschen Anmeldung DE 197 11 997 A1 unter dem Titel: Anordnung zur Kommunikation zwischen einer Basisstation und weiteren Stationen einer Postbearbeitungsmaschine und zu deren Notabschaltung, beschrieben wurde.

Die Erfindung ist nicht auf die vorliegenden Ausführungsform beschränkt, da offensichtlich weitere andere Ausführungen der Erfindung entwickelt bzw. eingesetzt werden können, die vom gleichen Grundgedanken der Erfindung ausgehend, die von den anliegenden Ansprüchen umfasst werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Steuerung einer dynamischen Waage, mit einem Transport von Wiegegut mittels einer steuerbaren Transporteinrichtung (4) zu einer weiteren Verarbeitungsstation mit einer ersten Geschwindigkeit, mit einem Messen mittels einer Wiegezelle (7) während des Transportes und einem Auswerten der Messwerte mittels einer Steuerung (20) der Waage zur Gewichtsbestimmung in einer Messanordnung (4, 6, 7, 20), d dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit vom Ergebnis der Gewichtsbestimmung von einen, ersten auf einen zweiten Betriebsmodus umgeschaltet wird, dass im zweiten Betriebsmodus das Wiegegut stromaufwärts in Richtung einer ersten Verarbeitungsstation mit einer zweiten Geschwindigkeit transportiert und dabei gewogen wird.
  2. 2. Verfahren, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der zweiten Geschwindigkeit abhängig davon bestimmt wird, inwieweit im ersten Betriebsmodus die Messanordnung (4, 6, 7, 20) bereits auf das Gewicht des Wiegegutes eingeschwungen ist.
  3. 3. Verfahren, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Geschwindigkeit betragsmäßig verschieden oder gleich der ersten ist, jedoch kleiner als eine dritte Geschwindigkeit ist, mit der das Wiegegut stromabwärts in Richtung der weiteren Verarbeitungsstation abtransportiert wird.
  4. 4. Verfahren, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Überschreitung von Abschaltkriterien ausgewertet wird, um zu bestimmen, inwieweit im ersten Betriebsmodus die Messanordnung (4, 6, 7, 20) bereits auf das Gewicht eingeschwungen ist.
  5. 5. Anordnung zur Steuerung einer dynamischen Waage, mit einer Wiegezelle, mit Sensoren und mit einer Transporteinrichtung (4), die mit einer Steuereinheit (20) verbunden sind, wobei an die Waage stromabwärts eine weitere Verarbeitungsstation angekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet,
    1. - dass die Transporteinrichtung (4) der Waage einen steuerbaren Antrieb (49, 44) umfasst, wobei die Transportrichtung umkehrbar ist,
    2. - dass Sensoren (S1, S2) im Transportweg angeordnet sind, für die Meldung der Wiegegutposition, wenn die Transportrichtung umgekehrt worden ist,
    3. - dass die Steuereinheit (20) einen Mikroprozessor (21) aufweist, der mit einem Programmspeicher (22) und einem nichtflüchtigen Speicher (23) verbunden ist, wobei der Mikroprozessor (21) derart programmiert ist,
    4. - dass das Wiegegut A zur weiteren Verarbeitungsstation stromabwärts mit einer ersten Geschwindigkeit V1 transportiert wird, wobei eine Gewichtsmessung mit Auswertung auf Plausibilität erfolgt und dass bei Nichtplausibilität eine Nachmessung des Gewichtes durchgeführt wird, wobei das Poststück A stromaufwärts mit einer zweiten Geschwindigkeit V2 transportiert wird.
  6. 6. Anordnung, nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet dass die Sensoren in Vorwärts- und Rückwärtsbewegung der Transporteinrichtung (4) Meldungen zur Wiegegutposition ermöglichen.
  7. 7. Anordnung, nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (20) einen programmierbaren Mikroprozessor (21) aufweist, der die Höhe der zweiten Geschwindigkeit V2 abhängig davon bestimmt, inwieweit im ersten Betriebsmodus die Messanordnung mit der Wiegezelle bereits auf das Gewicht des Wiegegutes eingeschwungen ist.
  8. 8. Anordnung, nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (4) der Waage einen umschaltbaren Motor (49) mit steuerbarer Drehzahl umfasst, wobei durch die Steuereinheit (20) entsprechende Steuerbefehle erzeugt werden, durch welche die Transportrichtung und Transportgeschwindigkeit in der Waage verändert werden kann.
  9. 9. Anordnung, nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (4) der Waage einen Gleichstrommotor (49) mit steuerbarer Drehzahl umfasst, wobei durch die Steuereinheit (20) die an den Motor (49) angelegte Betriebsspannung auf eine vorbestimmte Größe eingestellt wird, so dass die Transportgeschwindigkeit in der Waage verändert werden kann.
  10. 10. Anordnung, nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Treiber (26) zwischen Antrieb (49, 44) und die Steuereinheit (20) geschaltet ist.
  11. 11. Anordnung, nach den Ansprüchen 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl an Sensoren (S1, S2, . . ., . . .) für die Meldung der Wiegegutposition im Transportweg angeordnet und an die Steuereinheit (20) geschaltet sind und dass der Mikroprozessor (21) zur Bestimmung des für eine Gewichtsmessung wirksamen Transportweges programmiert ist.
  12. 12. Anordnung, nach den Ansprüchen 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroprozessor 21 zur Variierung einer Geschwindigkeit V2' programmiert ist, in Abhängigkeit von dem für eine Gewichtsmessung wirksamen Transportweg.
  13. 13. Anordnung, nach den Ansprüchen 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroprozessor 21 programmiert ist, bei Variierung einer Geschwindigkeit V2' auf einen zugehörigen Parametersatz für die Meßwertauswertung zuzugreifen.






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