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Dokumentenidentifikation DE10008218A1 30.08.2001
Titel Zylinder einer Rotationsdruckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63069 Offenbach, DE
Erfinder Petersen, Godber, 86159 Augsburg, DE;
Göttling, Josef, 86316 Friedberg, DE
DE-Anmeldedatum 23.02.2000
DE-Aktenzeichen 10008218
Offenlegungstag 30.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2001
IPC-Hauptklasse B41F 13/08
IPC-Nebenklasse B41F 13/10   B41F 13/11   B41F 13/193   B41F 13/44   
Zusammenfassung Um einen Zylinder einer Rotationsdruckmaschine kostengünstig zu fertigen, ist dessen Zylinderkörper (1) aus einem Zylindermantel (2) und einem ersten und zweiten, an den Enden des Zylindermantels (2) befindlichen Seitenteil (3, 4) montiert, wobei ein und dasselbe erste und zweite Seitenteil (3, 4) zur Erstellung unterschiedlicher Zylinder mit Zylindermänteln (2, 2') verschiedener Außendurchmesser (D, D') komplettierbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Zylinder einer Rotationsdruckmaschine, insbesondere einen Form- oder Übertragungszylinder.

Die DE-PS 897 107 zeigt einen Formzylinder einer Rotationsdruckmaschine. Dieser Zylinder enthält einen Zylinderkörper in gegossener Ausführung, der auf eine Achse aufgesteckt und zwischen Konen axial festgelegt ist. Nachteilig ist hierbei, dass zur Herstellung von Zylindern unterschiedlicher Durchmesser jeweils entsprechende Modelle erforderlich sind, was hohe Fertigungskosten bedingt.

Es ist Aufgabe der Erfindung einen kostengünstig fertigbaren Zylinder zu schaffen.

Die Aufgabe wird mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst. Die Erfindung bedient sich der Montagetechnik bei der Herstellung des Zylinders. Es wird dadurch der Gießprozess mit dem Erfordernis von Modellen umgangen. Auch die Schweißtechnik mit der Gefahr verzugsbedingter Fertigungsungenauigkeiten wird vermieden. Es ist dadurch der Zylinder kostengünstig erstellbar. Außerdem senkt die universelle Verwendbarkeit der Seitenteile zur Erstellung von Zylindern unterschiedlicher Durchmesser zusätzlich die Fertigungskosten.

Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen in Verbindung mit den Zeichnungen.

Die Erfindung soll nachfolgend an einigen Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigt:

Fig. 1: einen Zylinder im Längsschnitt

Fig. 2: einen zur Fig. 1 analogen Schnitt durch das zweite Seitenteil in einer eine Befestigungsschraube enthaltenden Ebene

Fig. 3: eine weitere Bauart eines Zylinders unter Weglassung von dessen Zapfen

Fig. 4: einen zur Fig. 3 analogen Schnitt durch den Ring in einer eine Befestigungsschraube enthaltenden Ebene.

Fig. 1 zeigt einen Zylinder einer Rotationsdruckmaschine, und zwar einen Formzylinder. Der Zylinderkörper 1 des Zylinders besteht aus einem Zylindermantel 2 und einem ersten und einen zweiten Seitenteil 3, 4. Die beiden Seitenteile 3, 4 sind an den Enden des Zylindermantels 2 montiert, wobei sie mit jeweils einem Bund 5, 6 an den Stirnseiten des Zylindermantels 2 anliegen. Die beiden Seitenteile 3, 4 sind mit axial in den Zylindermantel 2 eingeschraubten Schrauben 7 angeschraubt. Fig. 2 zeigt eine derartige Schraubverbindung, wobei in Fig. 2 gegenüber Fig. 1 eine Schnittebene gewählt wurde, die die Schraube 7 enthält. Eine gleichartige Verschraubung ist zur Befestigung des ersten Seitenteils 3 vorgesehen. Die beiden Seitenteile 3, 4 sind mit jeweils einer Passung mit Außen- und Innendurchmesserbereich 8, 9 zum Zylindermantel 2 zentriert.

Am ersten Seitenteil 3 ist weiterhin ein erster Zapfen 10 angeschraubt. Beide Teile 3, 10 sind mittels einer Kegelpaarung zentriert und mittels eines am ersten Zapfen 10 befestigten, in einer Bohrung des ersten Seitenteils 3 hineinragenden Stiftes antriebsmäßig formschlüssig miteinander verbunden. Dieser Formschluss ist nicht dargestellt. Diesbezüglich und hinsichtlich weiterer Verbindungsmöglichkeiten von Zapfen wird auf die Patentanmeldung DE 198 48 184.5 verwiesen, die als zur vorliegenden Beschreibung zugehörig anzusehen ist. Am zweiten Seitenteil 4 ist ein zweiter Zapfen 11 befestigt. Die Befestigung erfolgt derart, dass der zweite Zapfen 11 mittels eines Kegelsitzes in das zweite Seitenteil 4 eingesteckt ist und mittels einer Schraube 12, die durch den Boden des zweiten Zapfens 11 gesteckt und in eine am ersten Zapfen 10 befestigte Stange 13 geschraubt ist, an das zweite Seitenteil 4 festgezogen wird. Mithin ist der komplette Zylinderkörper 1 auf die Stange 13 aufschiebbar und nach Einstecken des zweiten Zapfen 11 und Einschrauben der Schraube 12 mit den beiden Zapfen 10, 11 fest verbindbar. Der Zylinder kann auch, nur mit dem ersten Zapfen 10 ausgestattet, fliegend gelagert sein. In diesem Falle kann dann statt des zweiten Zapfens 11 am zweiten Seitenteil 4 eine Schlussscheibe vorgesehen sein, durch die die Schraube 12gesteckt und in die Stange 13 eingeschraubt wird. Statt dessen könnte auch der Flansch des ersten Zapfens 10 direkt an das erste Seitenteil angeschraubt sein.

Der in Fig. 1 gezeigte Zylinder ist zur Aufnahme einer hülsenförmigen Druckform (nicht dargestellt) konzipiert. Um eine derartige Hülse von einem zweiten Endbereich 14 des Zylinderkörpers 1 her aufschieben zu können, weist der Zylinderkörper 1 in diesem zweiten Endbereich 14 radiale Blasbohrungen 15 auf, aus denen Druckluft zur elastischen Aufweitung der Druckformhülse blasbar ist. Zur Versorgung der Blasbohrungen 15 mit Druckluft enthält der Zylindermantel 2 eine in Achsrichtung verlaufende Längsbohrung 16, die in einem dem zweiten Endbereich 14 des Zylindermantels 2 gegenüberliegenden ersten Endbereichs 17 mit einer Druckluftzuführung in Verbindung steht. Im einzelnen weist das erste Seitenteil 3 eine Anschlussbohrung 18 auf, die über eine Zuleitung 19 mit der Längsbohrung 16 in Verbindung steht. Die Stoßstelle zwischen dem ersten Seitenteil 3 und dem Zylindermantel 2 ist mit einem Dichtring 20 abgedichtet. Im zweiten Endbereich 14 des Zylindermantels 2 steht die Längsbohrung 16 über eine Radialbohrung 21 mit einer Ringnut 22 des zweiten Seitenteils 4 in Verbindung, in die die radialen Blasbohrungen 15 münden. Auf die Anschlussbohrung 18 ist ein Druckluft zuführendes Teil aufsetzbar. Die dort eingeleitete Druckluft ist über die Zuleitung 19, die Längsbohrung 16, die Radialbohrung 21 und die Ringnut 22 zu den Blasbohrungen 15 leitbar.

Der Zylindermantel 2 trägt zum Zwecke des Massenausgleichs der Längsbohrung 16 gegenüberliegend eine weitere Längsbohrung 23.

Mit den Seitenteilen 3, 4 können auch Zylinder anderer Durchmesser erstellt werden, indem diese statt mit dem Zylindermantel 2 vom Durchmesser D mit einem Zylindermantel 2' (dünn eingezeichnet) vom Durchmesser D' montiert werden. Es ist auch möglich die Länge des Zylindermantels 2 und damit die Breite des Zylinderkörpers 1 zu variieren.

Fig. 3 zeigt eine weitere Bauart des Zylinders. Der Einfachheit halber werden für gleichartige Bauteile weitgehend die Bezugszeichen des gerade beschriebenen Zylinders beibehalten oder mit dem Zusatz "1" ergänzt. Zur Vermeidung von Wiederholungen wurden Zapfen des Zylinders nicht dargestellt. Bei dem Zylinder kann es sich beispielsweise um einen Übertragungszylinder einer Rotationsdruckmaschine handeln, auf dem ein hülsenförmiges Gummituch spannbar ist. Der dargestellte Zylinderkörper 1.1 enthält einen Zylindermantel 2.1, an dessen Enden jeweils ein erstes bzw. zweites Seitenteil 3.1, 4.1 montiert ist. Jedes Seitenteil 3.1, 4.1 hat einen ein Außengewinde 24 tragenden Absatz, mit dem es in ein Innengewinde 25 des Zylindermantels 2.1 eingeschraubt ist, wobei das jeweilige Seitenteil 3.1, 4.1 mit einem Außenkegel 26, 27 an einem Innenkegel 28, 29 des Zylindermantels 2.1 anliegt. In Umkehrung dessen können die Außenkegel auch dem Zylinderkörper 2.1 und die Innenkegel den Seitenteilen 3.1, 4.1 zugeordnet sein.

Der Zylindermantel 2.1 weist eine Längsbohrung 16.1 auf, die in einem zweiten Endbereich 14.1 des Zylindermantels 2.1 über eine Radialbohrung 21.1 mit einer Ringnut 22.1 im zweiten Seitenteil 4.1 in Verbindung steht, in die radiale Blasbohrungen 15.1 münden. In dem dem zweiten Endbereich 14.1 gegenüberliegenden ersten Endbereich 17.1 steht die Längsbohrung 16.1 mit einer Druckluftzuführung in Verbindung. Diese ist in einem Ring 30 angeordnet, der stirnseitig mittels Schrauben 31 im ersten Endbereich 17.1 an den Zylindermantel 2.1 angeschraubt ist.

Fig. 4 zeigt den Schnitt durch den Ring 30 in einer eine Schraube 31 enthaltenden Ebene. Die Druckluftzuführung im Ring 30 enthält im einzelnen eine Anschlussbohrung 32, die über eine Zuleitung 33 mit der Längsbohrung 16.1 in Verbindung steht. Der Anschluss der Zuleitung 33 an die Längsbohrung 16.1 ist mittels einer Dichtung 20 abgedichtet.

Auf die Anschlussbohrung 32 ist ein Zuführteil für Druckluft aufsetzbar, die über die Zuleitung 33, die Längsbohrung 16.1, die Radialbohrung 21.1 und die Ringnut 22.1 zu den Blasbohrungen 15.1 geleitet wird. Die dort austretende Druckluft dient zum elastischen Aufweiten der aufzuschiebenden Gummihülse (nicht dargestellt).

Wie zur Fig. 1 beschrieben, können die Seitenteile 3.1, 4.1 auch mit Zylindermänteln anderen Durchmessers und/oder anderer Länge komplettiert werden.

Die Erfindung ist nicht auf die Erstellung von Form- oder Übertragungszylindern beschränkt. In der beschriebenen Montageweise können auch andere Zylinder von Druckmaschinen, beispielsweise Zylinder von Farb- oder Feuchtwerken, erstellt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Zylinder einer Rotationsdruckmaschine, insbesondere Form- oder Übertragungszylinder, mit einem Zylinderkörper (1, 1.1) der aus einem Zylindermantel (2, 2.1) und einem ersten und zweiten, an den Enden des Zylindermantels (2, 2.1) befindlichen Seitenteil (3, 4, 3.1, 4.1) montiert ist, wobei ein- und dasselbe erste und zweite Seitenteil (3, 4, 3.1, 4.1) zur Erstellung unterschiedlicher Zylinder mit Zylindermänteln (2, 2.1) verschiedener Außendurchmesser (D, D') komplettierbar ist.
  2. 2. Zylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Seitenteil (3, 4) mit einem Bund am Zylindermantel (2) anliegend an letzteren angeschraubt ist, wobei das Seitenteil (3, 4) mit einer Passung mit Außen- und Innendurchmesserbereich (8, 9), die dem Seitenteil (3, 4) und dem Zylindermantel (2) zugeordnet sind, zum Zylindermantel (2) zentriert ist.
  3. 3. Zylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Seitenteil (3.1, 4.1) mit einem Kegel einer Kegelpaarung mit Außen- und Innenkegel (26, 27, 28, 29), die dem Seitenteil (3.1, 4.1) und dem Zylindermantel (2.1) zugeordnet sind, am Zylindermantel (2.1) anliegend an letzteren angeschraubt ist.
  4. 4. Zylinder nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Seitenteil (3, 4) mit stirnseitig in den Zylindermantel (2) einschraubbaren Schrauben (7) an den Zylindermantel (2) anschraubbar ist.
  5. 5. Zylinder nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Seitenteil (3.1, 4.1) einen ein Außengewinde (24) tragenden Absatz aufweist, mit dem es in ein Innengewinde (25) des Zylindermantels (2.1) einschraubbar ist.
  6. 6. Zylinder nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylindermantel (2, 2.1) eine Längsbohrung (16, 16.1) aufweist, die in einem ersten Endbereich (17, 17.1) des Zylindermantels (2, 2.1) mit einer Druckluftzuführung und in einem zweiten Endbereich (14, 14.1) über eine Radialbohrung (21, 21.1) mit einer Ringnut (22, 22.1) des zweiten Seitenteils (4, 4.1) in Verbindung steht, in die radiale, im zweiten Endbereich (14, 14.1) des Zylindermantels (2, 2.1) angeordnete Blasbohrungen (15, 15.1) münden.
  7. 7. Zylinder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Seitenteil (3) eine Anschlussbohrung (18) für Druckluft aufweist, die über eine Zuleitung (19) mit der Längsbohrung (16) in Verbindung steht.
  8. 8. Zylinder nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Seitenteil (3.1) einen Ring (30) trägt, der eine Anschlussbohrung (32) aufweist, die über eine Zuleitung (33) mit der Längsbohrung (16.1) in Verbindung steht.
  9. 9. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder an seinem ersten Seitenteil (3) mit einem ersten Zapfen (10) verschraubbar ist.
  10. 10. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder an seinem ersten Seitenteil (3) einen ersten Zapfen (10) und an seinem zweiten Seitenteil (4) einen zweiten Zapfen (11) trägt, wobei beide Zapfen (10, 11) mittels einer Schraube (12) unter Anlage an dem ersten und zweiten Seitenteil (3, 4) aufeinander zu verspannbar sind.
  11. 11. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch die Verwendung als Formzylinder.
  12. 12. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch die Verwendung als Übertragungszylinder.
  13. 13. Zylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch die Verwendung als Farb- oder Feuchtwerkszylinder.






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