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Dokumentenidentifikation DE10103518A1 30.08.2001
Titel Kranfahrzeug
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Erfinder Willim, Hans-Dieter, 89079 Ulm, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Anmeldedatum 26.01.2001
DE-Aktenzeichen 10103518
Offenlegungstag 30.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2001
IPC-Hauptklasse B66C 23/74
Zusammenfassung Ein Kranfahrzeug ist mit einem Unterwagen und einer auf diesem um eine vertikale Achse drehbar gelagerten Drehbühne versehen, auf der ein um eine horizontale Achse schwenkbarer Ausleger gelagert ist. An dem auskragenden äußeren Ende der Drehbühne sind beidseits Paletten zur Aufnahme von aufeinandergestapelten Ballastplatten gehaltert. Um ein größeres ausbalancierendes Gegenmoment zum Ausleger und der an diesem hängenden Last ohne Auflage zusätzlicher Ballastplatten zu erzeugen, ist an das äußere Ende der Drehbühne ein Rahmen anbaubar, der mit Aufnahmen oder Kupplungen mindestens für die jeweils hinteren Aufhängepunkte der Paletten versehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Kranfahrzeug mit einem Unterwagen und einer auf diesem um eine vertikale Achse drehbar gelagerten Drehbühne, auf der ein um eine horizontale Achse schwenkbarer Ausleger gelagert ist und an derem auskragenden, äußeren Ende beidseits Paletten zur Aufnahme von aufeinander gestapelten Ballastplatten gehaltert sind. Bei diesem Kranfahrzeug bildet das auskragende äußere Ende der Drehbühne gleichsam einen Gegenausleger, an dem zur Ausbalancierung des Auslegers und der an diesem hängenden Last der Ballast gehaltert ist. Wird ein größerer Ballast zur Ausbalancierung des Auslegers und der von diesem getragenen Last benötigt, werden üblicherweise auf die gestapelten Ballastplatten weitere Ballastplatten aufgelegt. Dies ist jedoch verhältnismäßig aufwendig, weil die zusätzlichen Ballastplatten transportiert und bereitgehalten werden müssen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, bei einem Kranfahrzeug der eingangs angegebenen Art ein größeres ausbalancierendes Gegenmoment ohne Auflage zusätzlicher Ballastplatten zu erzeugen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß an das äußere Ende der Drehbühne ein Rahmen anbaubar ist, der mit Aufnahmen oder Kupplungen mindestens für die jeweils hinteren Aufhängepunkte der Paletten versehen ist.

Bei dem erfindungsgemäßen Kranfahrzeug wird das ausbalancierende Moment dadurch vergrößert, daß der Hebelarm, an dem der Ballast wirkt, verlängert wird. Dies wird dadurch erreicht, daß die die gestapelten Ballastplatten tragenden Paletten gegenüber der Drehbühne nach hinten versetzt werden.

Der die Drehbühne nach hinten verlängernde Rahmen kann jeweils einen Aufhängepunkt der Paletten oder aber auch sämtliche Aufhängepunkte der Paletten aufnehmen.

Die Aufhängepunkte können aus Bolzenverbindungen oder Hakenverbindungen bestehen.

Ein einfacher Anbau der den Hebelarm verlängernden Paletten ist dadurch möglich, daß die Paletten durch an deren Seitenteilen befindliche Aufhängeeinrichtungen mit Gegenaufnahmen der Drehbühne verbindbar sind und daß bei angebautem Rahmen die inneren Aufhängeeinrichtungen der Paletten mit den äußeren Gegenaufnahmen der Drehbühne kuppelbar sind. Auf diese Weise können die inneren Aufhängepunkte der Paletten mit den bereits vorhandenen endseitigen Gegenaufnahmen der Drehbühne gekuppelt werden, so daß der angebaute Rahmen nur noch mit Gegenaufnahmen für die äußeren Aufhängepunkte der Paletten versehen zu werden braucht.

Nach einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Rahmen mit zwei Aufnahmen oder Kupplungen für jeweils zwei seitliche Aufhängepunkte der Palette versehen ist.

Die Aufhängepunkte können aus Bolzenverbindungen oder Hakenverbindungen bestehen.

Zweckmäßigerweise sind die Paletten in gleicher Weise sowohl mit der Drehbühne als auch mit dem an diese anbaubaren Rahmen kuppelbar. Die Paletten können daher durch an ihren Seitenteile befindliche Bolzen- oder Hakenverbindungen mit Gegenaufnahmen der Drehbühne kuppelbar sein, wobei bei angebautem Rahmen die inneren Bolzen oder Hakenverbindungen der Paletten mit den äußeren Gegenaufnahmen der Drehbühne kuppelbar sind.

Nach einer anderen Ausgestaltung ist vorgesehen, daß die beiden Paletten durch ein mittleres mit dem Rahmen verbindbares Zwischenstück miteinander verbunden sind. Bei dieser Ausführungsform sind die seitlichen Paletten durch das mittlere Zwischenstück gleichsam zu einer durchgehenden Platte oder einem Träger verbunden, dessen mittlerer Bereich mit dem Rahmen verbunden wird, so daß die seitlich über den Rahmen auskragenden Teile des Trägers die palettenartigen Aufnahmen für die Ballastplatten bilden.

In bestimmten Betriebszuständen kann es zweckmäßig sein, die Größe des stabilisierenden Gegenmoments variabel auszugestalten. Nach einer weiteren Ausführungsform ist daher vorgesehen, daß die Ballastpaletten mit den aufgelegten Ballastplatten auf Führungen der Drehbühne verschieblich sind. Durch eine entsprechende Verschiebung von die Ballastplatten tragenden Wagen oder Schlitten beispielsweise durch Hydraulikzylinder kann daher der Hebelarm, an dem der Ballast wirkt, auf die unterschiedlichen Lastfälle eingestellt werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. In dieser zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht einer von einem Unterwagen gelösten Drehbühne mit seitlich gehalterten, gestapelte Ballastplatten tragende Paletten,

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Drehbühne nach Fig. 1,

Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, in der an das hintere Ende der Drehbühne ein Rahmen angebaut ist, der das hintere Ende der seitlichen Paletten mit den auf diesen abgesetzten Ballastplatten trägt,

Fig. 4 eine Draufsicht auf die Drehbühne nach Fig. 3 und

Fig. 5 eine Rückansicht der Drehbühne nach Fig. 1.

Auf einem nicht dargestellten, selbstfahrenden Unterwagen ist der Oberwagen oder die Drehbühne 1 über eine nicht dargestellte Drehlagerung um die vertikale Drehachse 2 drehbar gelagert. Die Drehbühne 1 ist mit einem Drehantrieb versehen, von dem nur der verzahnte Drehkranz 3 dargestellt ist. An ihrem vorderen Ende ist die Drehbühne mit Lagerungen 4 versehen, in denen der Ausleger auf einer horizontalen Schwenkachse schwenkbar gelagert ist.

In der Drehbühne 1 sind in üblicher Weise Winden und Antriebsaggregate gehaltert.

Am hinteren Ende 5 der Drehbühne sind an deren Seiten Paletten 6, 7 gehaltert, auf denen Ballastplatten 8 gestapelt sind. Die Bodenplatten der Paletten 6, 7 werden in der aus Fig. 5 ersichtlichen Weise von Stirn- oder Seitenwänden 9, 10 getragen, die an ihren oberen inneren Enden mit auskragenden gabelartigen Laschen 11 versehen sind, die im Bereich ihrer äußeren Enden durch Querbolzen 18 zu hakenförmigen Ösen miteinander verbunden sind, die sich mit aufragenden Gegenhaken 12 verhaken lassen, die seitlich an der Drehbühne 11 angeordnet sind. Die Bodenbereiche der Paletten können sich in der dargestellten Weise gegen Seitenteile der Drehbühne oder des an diese angebauten Rahmens abstützen.

Zur Vergrößerung des Hebelarms, an dem die Ballastplatten wirken, können die Paletten 6, 7 durch Anbau eines Rahmens 14 an das hintere Ende der Drehbühne 1 in der aus den Fig. 3 und 4 ersichtlichen Weise nach hinten versetzt werden. Der Rahmen 14 entspricht dabei etwa der Breite der Paletten, wobei der Rahmen nur an seinem hinteren Ende mit Gegenaufnahmen 12 versehen ist, die den entsprechenden Gegenaufnahmen der Drehbühne 1 entsprechen. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, die inneren Seitenwände 9 der Paletten mit den endseitigen Gegenaufnahmen 12 der Drehbühne 1 zu verbinden oder zu verhaken, während die äußeren Seitenwände 12 der Paletten 6, 7 mit den gleich ausgestalteten Gegenaufnahmen 16 am äußeren Ende des Rahmens 14 in gleicher Weise verbunden oder verhakt werden, wie zuvor mit den seitlichen Gegenaufnahmen der Drehbühne.


Anspruch[de]
  1. 1. Kranfahrzeug mit einem Unterwagen und einer auf diesem um eine vertikale Achse drehbar gelagerten Drehbühne (1), auf der ein um eine horizontale Achse schwenkbarer Ausleger gelagert ist und an derem auskragenden äußeren Ende beidseits Paletten (6, 7) zur Aufnahme von aufeinander gestapelten Ballastplatten (8) gehaltert sind, dadurch gekennzeichnet, daß an das äußere Ende der Drehbühne (1) ein Rahmen (14) anbaubar ist, der mit Aufnahmen oder Kupplungen mindestens für die jeweils hinteren Aufhängepunkte der Paletten (6, 7) versehen ist.
  2. 2. Kranfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (14) mit zwei Aufnahmen oder Kupplungen für jeweils zwei seitliche Aufhängepunkte der Paletten (6, 7) versehen ist.
  3. 3. Kranfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufhängepunkte aus Bolzenverbindungen oder Hakenverbindungen (11, 12, 18) bestehen.
  4. 4. Kranfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Paletten (6, 7) durch an deren Seitenteilen befindliche Bolzen- oder Hakenverbindungen mit Gegenaufnahmen der Drehbühne (1) kuppelbar sind und daß bei angebautem Rahmen (14) die inneren Bolzen- oder Hakenverbindungen der Paletten mit den äußeren Gegenaufnahmen der Drehbühne (1) kuppelbar sind.
  5. 5. Kranfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das äußere Ende des Rahmens (14) mit identischen Gegenaufnahmen zur Kupplung mit den äußeren Verbindungseinrichtungen der Paletten (6, 7) versehen ist.
  6. 6. Kranfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Paletten durch ein mittleres, mit dem Rahmen verbindbares Zwischenstück miteinander verbunden sind.
  7. 7. Kranfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die die Ballastplatten tragenden Paletten längsverschieblich bezüglich der Drehbühne angeordnet sind.






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