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Dokumentenidentifikation DE19947013C2 20.09.2001
Titel Präzisionszeichengerät für archäologische Gegenstände
Anmelder Mehringer, Josef, Dr., 80687 München, DE;
Lizarraga M., Yara, 80687 München, DE
Erfinder Mehringer, Josef, Dr., 80687 München, DE;
Lizarraga M., Yara, 80687 München, DE
DE-Anmeldedatum 30.09.1999
DE-Aktenzeichen 19947013
Offenlegungstag 21.12.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.09.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.09.2001
IPC-Hauptklasse B43L 13/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Zeichengerät für archäologische Gegenstände entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Das Zeichnen von archäologischen Gegenständen, wie z. B. Steinartefakten, soll möglichst genau sein (s. Joachim Hahn: Zeichen von Stein- und Knochenartefakten. Tübingen, 1992: 7). Daher zieht man im Fach der Ur- und Frühgeschichte das Zeichnen nach der traditionellen Methode vor (a. a. O., S. 19-22), die nach dem Erstellen des Umrisses eines bestimmten archäologischen Artefakts das Einzeichnen der Grate durch mit Hilfe des Zeichendreiecks und der Schieblehre oder des Stechzirkels eingetragene Meßpunkte durchführen läßt (a. a. O., S. 27-29).

Dabei muß man aber eine Vielzahl von Messungen durchführen und gegebenenfalls auch Werte aufschreiben. Man kann zwar auch einen Bleistift ohne weitere Hilfsmitteln über einem markanten Punkt halten, das Artefakt wegnehmen und dann den Punkt eintragen, was aber besonders bei hohen Artefakten und unsicherer Hand zu Verzerrungen von mehreren Millimetern führen kann. Es kommt noch dazu, daß man dafür das Artefakt dauernd hin und her bewegen und immer wieder richtig hinlegen muß. Neben der traditionellen Methode, archäologische Gegenstände ohne Zeichenhilfen zu zeichnen, gibt es eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, die aber entweder viel zu teuer sind oder zu Verzerrungen führen. Es handelt sich hierbei um Diaprojektoren, Fotos, Kopierer und Zeichengeräte wie der Zeichenapparat mit Spiegeln, der Plan-Variograph und der Profilograph (a. a. O., S. 19-22).

Um diese Probleme beim Zeichnen der Steingeräte zu beseitigen und das ohnehin schwierige Zeichnen der dicken Steinartefakte etwa aus Quarzit zu erleichtern, stellte man ein Präzisionszeichengerät für archäologische Gegenstände her.

Dem im Patentanspruch angegebenen Erfindungen liegt das Problem zugrunde, das Eintragen von markanten Punkten des Artefakts schnell und im Zehntelmillimeterbereich genau durchzuführen.

Dieses Problem wird durch die in Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.

So kann man mit diesem Präzisionszeichengerät erreichen, daß statt einer Vielzahl von Messungen und dem Aufschreiben von Werten, statt des ungenauen Eintragens von markanten Punkten beim Zeichnen oder statt des ständigen richtig Hinlegens des Artefakts, das hin und her bewegt werden muß, mit Hilfe dieses Gerätes direkt, schnell und mit großer Genauigkeit das Markieren von den gewünschten Punkten durchgeführt werden kann.

Durch diese Erfindung sollen markante Punkte sehr genau, direkt und besonders bei der Zeichnung dicker Artefakte wie Kerne oder Querschnitte schneller eingetragen werden. Dadurch sollen also ein ungenaues Eintragen von markanten Punkten beim Zeichnen, die Durchführung von Messungen und das Aufschreiben von Werten, sowie ein ständiges richtig Hinlegen des Artefaktes, das hin und her bewegt werden muß, vermieden werden. Dieses Gerät erleichterte im allgemeinen die Zeichenarbeit.

Dieses Gerät also erleichtert zum einen die Zeichenarbeit erheblich, und zum anderen erzielt es eine größere Genauigkeit als die bisherigen Methoden. Man erhält eine höhere Zeichenqualität und gewinnt zusätzlich Zeit. Das Zeichengerät hat gerade den Vorteil, daß gewissermaßen der ungeübte Anfänger bzw. der Laie jeder Zeit eine derartige Zeichnung mit relativ hoher Präzision in kurzer Zeit anfertigen kann. Im Vergleich mit anderen Zeichenhilfen bzw. -geräten ist es weit preisgünstiger und einfacher zu handhaben.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Gegenstandes nach Anspruch 1 ergibt sich aus den Merkmalen des Anspruchs 2.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Abb. 1-5 erläutert.

Abb. 1: Seitenansicht des Zeichengeräts (mit einer Justierschraube)

Abb. 2: Seitenansicht des Zeichengeräts (mit zwei Justierschrauben)

Abb. 3: Details des Zeichengeräts

Abb. 4: Draufsicht des Grundbrett mit den entsprechenden Zusatzvorrichtungen

Abb. 5: Seitenansicht des vollständigen Zeichengeräts mit Details

Die Abb. 1 und 2 zeigen das Gerät mit mobilen Fuß 1, Stange 2, an welcher eine Lupe 3 und das Rohr 4 mit entsprechenden Justierschrauben 5, Plastikrohr 6 und Bleistiftmine 7 fixiert sind. Rechts davon findet man den Senkel 8, mit dem das Rohr 4 samt der Bleistiftmine 7 senkrecht gerade gerichtet werden kann.

Für eine feine Begradigung desselben dreht man die Justierschrauben (Abb. 3: 5a, 5b). Im Zeichengerät auf Abb. 1 befindet sich lediglich eine Justierschraube 5, die eine Feineinstellung erlaubt. In der Abb. 2 dagegen enthält das Gerät zwei Justierschrauben 5, die eine noch genauere Einstellung ermöglicht. Die Pfeile in der Abb. 1 und 2 zeigen die Richtung, in der die gekennzeichneten Geräteteile sich bewegen können.

Die Abb. 4 zeigt von oben gesehen das Grundbrett 9, auf welchem das Papier zur Zeichnung hingelegt und mit einem geeigneten Klebband befestigt werden soll. Darauf kommt noch ein anderes Brett (bzw. Glas- oder Kunststoffscheibe) 10, das auf dem Grundbrett 9 befestigt wird. In diesem Brett 10 befindet sich ein in Dreiecksform herausgesägtes Modul 11a bzw. 11b, welches jeder Zeit herausnehmbar ist. Dieses Modul 11a, 11b kann in die vorgesehene Form in diesem Brett 10 zurückgeschoben werden. Auf diesem Modul 11a, 11b wird der zu zeichnende Gegenstand mit Plastilin befestigt. Zum Zeichnen von markanten Punkten wird er zusammen mit dem Modul 11a, 11b heraus und zurückgeschoben. Die Abb. 5 zeigt den Zeichenvorgang. Folgende Momente treten dabei auf:

  • a) das Zeichengerät vor der Festlegung eines bestimmten Punktes
  • b) beim Festlegen des erwünschten Punktes und
  • c) bei der Markierung desselben auf das Blattpapier.


Anspruch[de]
  1. 1. Zeichengerät für archäologische Gegenstände, das die Zeichenarbeiten erleichtert, dadurch gekennzeichnet, daß es einerseits aus einem an einem mobilen Fuß (1) und an einer Stange (2) fixiertem Rohr (4), das man mit Hilfe eines Reißfedereinsatzes mit den entsprechenden Justierschrauben (5) und einem Senkel (8) genau senkrecht einrichtet, und durch welches man eine Bleistiftmine (7) zur Festlegung von markanten Punkten des zu zeichnenden Gegenstandes durchschiebt, wobei durch einen Plastikrohreinsatz die Führungsstärke der Mine (7) reguliert werden kann, zusammengesetzt ist, andererseits, daß es ein geeignetes Grundbrett (9) mit entsprechenden Zusatzvorrichtungen (Magnetverschluß und Schablonen) zum regelmäßigen Ein- und Herausschieben des zu zeichnenden Gegenstandes besitzt.
  2. 2. Zeichengerät nach Patentanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß es eine für die Zeichnung von ganz kleinen Artefakten und von Details einstellbares Vergrößerungsglas (3) aufweist und zudem, daß dessen Nutzung mit Computer kombinierbar ist, so daß der Gegenstand als dreidimensionaler beweglicher Körper zu betrachten ist.






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