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Dokumentenidentifikation DE10014143A1 27.09.2001
Titel Werkzeugmaschine
Anmelder Albrecht Markert GmbH, 72829 Engstingen, DE
Erfinder Zeiler, Fritz, Dipl.-Ing. (FH), 72829 Engstingen, DE
Vertreter Möbus und Kollegen, 72762 Reutlingen
DE-Anmeldedatum 22.03.2000
DE-Aktenzeichen 10014143
Offenlegungstag 27.09.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2001
IPC-Hauptklasse B23D 79/00
IPC-Nebenklasse B23B 3/00   B23B 39/00   B23C 1/00   
Zusammenfassung Werkzeugmaschine (10), insbesondere eine Bohr-, Dreh- oder Fräsmaschine, die mindestens eine Flüssigkeitshochdruckeinrichtung zur Hochdruckbearbeitung, insbesondere zur Entgratung eines Werkstücks, aufweist.

Beschreibung[de]

Bei spanend bearbeitenden Werkzeugmaschinen entsteht während der Bearbeitung in der Regel immer ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Grat an der Bearbeitungsstelle. Diese Grate sind unerwünscht und müssen deshalb beseitigt werden. Dazu muss nach dem Bearbeiten das Werkstück von der Werkzeugmaschine abgenommen und manuell oder maschinell entgratet werden. Durch das Abspannen des bearbeiteten Werkstücks von der Werkzeugmaschine und das Zuführen und Einspannen des Werkstücks in eine Vorrichtung zum Entgraten verlängert sich jedoch der gesamte Fertigungsprozess.

Die Erfindung hat die Aufgabe, eine Werkzeugmaschine vorzuschlagen, mit der eine rationelle Bearbeitung von Werkstücken unter Vermeidung der oben genannten Nachteile möglich ist.

Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch eine Werkzeugmaschine, insbesondere eine Bohr-, Dreh- oder Fräsmaschine, die mindestens eine Flüssigkeitshochdruckeinrichtung zur Hochdruckbarbeitung, insbesondere zur Entgratung eines Werkstücks, aufweist. Da an der Werkzeugmaschine mindestens eine Flüssigkeitshochdruckeinrichtung zur Entgratung vorhanden ist, kann die Entgratung mit der Werkzeugmaschine durchgeführt werden. Somit muss das Werkstück zukünftig nicht mehr von der Werkzeugmaschine abgespannt und einer separaten Entgratungseinrichtung zugeführt werden. Auf diese Weise verkürzt sich der gesamte Fertigungsablauf.

Die mindestens eine Flüssigkeitshochdruckeinrichtung kann mindestens ein Flüssigkeitswerkzeug, insbesondere in Form einer Lanze oder eines mit mehreren Düsen bestückten Rotationskopfes aufweisen. Die Ausführung des Flüssigkeitswerkzeuges in Form einer Lanze eignet sich besonders gut zur punkt- oder linienförmigen Bearbeitung und zum Entgraten tiefliegender Hinterschneidungen. Ein mit mehreren Düsen bestückter Rotationskopf hingegen wird vorzugsweise für eine Flächenbearbeitung eingesetzt. Zusätzlich zum Flüssigkeitswerkzeug kann die Flüssigkeitshochdruckeinrichtung einen Vorratsbehälter für die Flüssigkeit, mindestens eine Pumpe, Filter- und Ventileinrichtungen sowie Versorgungsleitungen aufweisen.

Das mindestens eine Flüssigkeitswerkzeug lässt sich außerhalb der Werkzeugspindel im Bearbeitungsraum der Werkzeugmaschine anordnen. Somit können auch ältere Werkzeugmaschinen zu einer erfindungsgemäßen Maschine umgebaut werden.

Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn das mindestens eine Flüssigkeitswerkzeug parallel zur Werkzeugspindel angeordnet ist. Dann muss das Werkstück oder das Flüssigkeitswerkzeug zur Hochdruckbearbeitung nur geringe Verfahrwege ausführen.

Alternativ zum parallel angeordneten Flüssigkeitswerkzeug kann jedoch auch die Werkzeugspindel selbst flüssigkeitsführend ausgestaltet und das mindestens eine Flüssigkeitswerkzeug in die Werkzeugspindel einspannbar sein. Dadurch wird der Bauraum optimal ausgenutzt, und das Werkstück kann an Ort und Stelle der Hochdruckbearbeitung unterzogen werden.

Gute Bearbeitungsergebnisse können erzielt werden, wenn die Flüssigkeitshochdruckeinrichtung mit einer Bohremulsion oder einer Reinigungsflüssigkeit betrieben wird. Diese Flüssigkeiten sind gleichzeitig in der Lage, die Werkstückoberfläche vor Korrosion zu schützen.

Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.

Im Einzelnen zeigen:

Fig. 1 eine schematische Vorderansicht auf eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine;

Fig. 2 eine schematische Vorderansicht auf eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine.

Fig. 1 zeigt eine Werkzeugmaschine 10, die insbesondere eine Bohr-, Dreh- oder Fräsmaschine sein kann. Sie weist eine Werkzeugspindel 11 und ein Flüssigkeitswerkzeug 12 auf. Das Flüssigkeitswerkzeug 12 ist parallel zur Werkzeugspindel 11 angeordnet. Nachdem ein Werkstück 13, das auf einer Einspannvorrichtung 14 befestigt ist, wird das Flüssigkeitswerkzeug 12 über dem Werkstück 13 positioniert, sodass das Flüssigkeitswerkzeug 12 mit der Hochdruckbearbeitung beispielsweise zur Entgratung beginnen kann. Zusätzlich zum waagrechten Verfahrweg des Flüssigkeitswerkzeuges 12 und der Werkzeugspindel 11 kann natürlich auch das auf der Einspannvorrichtung 14 gehaltene Werkstück 13 horizontal auf einer Fläche 16 verfahren werden.

Fig. 2 zeigt eine alternative Ausgestaltung einer Werkzeugmaschine 20 mit einer Werkzeugspindel 21, die flüssigkeitsführend ausgestaltet ist. Am unteren Ende der Werkzeugspindel 21 kann in bekannter Weise beispielsweise ein Bohr- oder Fräswerkzeug 22 eingespannt werden. Nach der spanabhebenden Bearbeitung durch das Werkzeug 22 kann dieses durch ein Hochdruckwerkzeug ersetzt werden. Somit muss nach dem Bohren oder Fräsen ein auf einer Einspannvorrichtung 23 fixiertes Werkstück 24 bzw. die Werkzeugspindel 21 nur minimalst oder überhaupt nicht verfahren werden um mit der Hochdruckbearbeitung, beispielsweise dem Entgraten des Werkstücks 24, zu beginnen.


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeugmaschine (10, 20), insbesondere eine Bohr-, Dreh- oder Fräsmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens eine Flüssigkeitshochdruckeinrichtung zur Hochdruckbearbeitung, insbesondere Entgratung eines Werkstücks (13, 24), aufweist.
  2. 2. Werkzeugmaschine (10, 20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Flüssigkeitshochdruckeinrichtung mindestens ein Flüssigkeitswerkzeug (12), insbesondere in Form einer Lanze oder eines mit mehreren Düsen bestückten Rotationskopfes, aufweist.
  3. 3. Werkzeugmaschine (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Flüssigkeitswerkzeug (12) außerhalb der Werkzeugspindel (11) angeordnet ist.
  4. 4. Werkzeugmaschine (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Flüssigkeitswerkzeug (12) parallel zur Werkzeugspindel (11) angeordnet ist.
  5. 5. Werkzeugmaschine (20) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugspindel (21) flüssigkeitsführend ausgestaltet und das mindestens eine Flüssigkeitswerkzeug in die Werkzeugspindel (21) einspannbar ist.
  6. 6. Werkzeugmaschine (10, 20) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeitshochdruckeinrichtung mit einer Bohremulsion oder einer Reinigungsflüssigkeit betreibbar ist.






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