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Dokumentenidentifikation EP0736740 04.10.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0736740
Titel Positionieren von Munition
Anmelder Oerlikon-Contraves AG, Zürich, CH
Erfinder Vymazal, Ivan, CH-1206 Genève, CH;
Esclavissat, Jean, F-74100 Annemasse, FR
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59509560
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, LI
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 27.11.1995
EP-Aktenzeichen 951186147
EP-Offenlegungsdatum 09.10.1996
EP date of grant 29.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2001
IPC-Hauptklasse F41A 9/55

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von Munitionspatronen und zum Wegführen von Patronenhülsen in Feuerwaffen, wie sie gemäss den Patentansprüchen definiert ist, wobei Munitionspatronen haltend zu Zündungsstellen geführt werden, wobei diese Munitionspatronen an Zündungsstellen präzise positioniert und gezündet werden und wobei leere Patronenhülsen nach dem Zünden von Zündungsstellen weggeführt werden.

Zum Zuführen von Munitionspatronen in Feuerwaffen werden speziell konzipierte Zuführvorrichtungen eingesetzt. Solche Zuführvorrichtungen sind beispielsweise drehbare Trommeln mit mehreren Öffnungen für Munitionspatronen. In solchen Feuerwaffen werden die Munitionspatronen aus ausserhalb des Feuerwaffenkörpers angeordneten Magazinen in Trommeln geschoben und durch Drehen der Trommeln an die Schussposition gefördert. An den Zündungsstellen werden die Munitionspatronen mittels Schlagbolzen gezündet. Die leeren Patronenhülsen werden durch den Explosionsdruck und über Wegführvorrichtungen, beispielsweise über Auswurfkanäle, von den Zündungsstellen weggeführt.

Ein erster Nachteil solcher Zuführvorrichtungen besteht darin, dass durch den Explosionsdruck elastischen Deformationen des Feuerwaffenkörpers und plastische Deformationen der Patronenhülsen erzeugt werden. Beim Nachlassen des Explosionsdruckes, lassen die elastischen Deformationen des Feuerwaffenkörpers nach, während die plastischen Deformationen der Patronenhülsen weiterbestehen. Bei Verwendung einer Feuerwaffe mit Trommelzuführung führt dies zu parasitären Reibungskraftmomenten zwischen den deformierten Patronenhülsen und dem Feuerwaffenkörper. Die Drehgeschwindigkeit der Trommel wird dadurch gebremst, die Beschusskadenz wird erniedrigt, was unerwünscht ist. Auch hier gilt wieder, dass je höher die Trommeldrehgeschwindigkeiten sind, je kräftiger die Feuerwaffe ausgelegt ist, desto grösser sind die auftretenden Reibungskraftmomente.

Ein weiterer Nachteil solcher Zuführvorrichtungen besteht darin, dass beim Zünden der Muntionspatronen abgescherte Späne entstehen, die in den Bereich der Schlagbolzenbohrungen gelangen und so durch Verstopfung dieser Bohrungen die Funktionstüchtigkeit der Feuerwaffen beeinträchtigen kann.

Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diese Nachteile zu beheben. Reibungskraftmomente infolge plastischer Deformationen der Patronenhülsen sollen reduziert oder eliminiert werden. Das Auftreten von Spänen, die beim Zünden der Munitionspatronen entstehen, und die in den Bereich der Schlagbolzenbohrungen gelangen und so durch Verstopfung dieser Bohrungen die Funktionstüchtigkeit der Feuerwaffen beeinträchtigen können, soll vermieden werden. Diese Aufgabe soll mit bekannten und bewährten Mitteln und Herstellungsverfahren lösbar sein. Die Vorrichtung soll mit standardisierten Munitionspatronen betreibbar sein. Sie soll von einfacher, robuster Bauart sein. Schliesslich soll sie zuverlässig, weitgehend wartungsfrei und von hoher Lebensdauer sein.

Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung, wie sie durch die Patentansprüche definiert ist, gelöst.

Die Idee der Erfindung besteht darin, das Zuführen von Munitionspatronen zu Zündungsstellen durch eine Positioniervorrichtung zu unterstützen. Munitionspatronen werden über eine erste Führungsfläche und mittels einer Haltenut gleitend und haltend geführt und an der Zündungsstelle kontrolliert und präzise positioniert. Die Geometrie der Positioniervorrichtung ist an die Geometrie von Standard-Munitionspatronen angepasst. Munitionspatronen gleiten mit ihren Hülsenböden über eine vorteilhafterweise schräg zur Schussrichtung angeordnete Führungsfläche und werden mit ihren Hülsenrändern in der Haltenut führend gehalten.

Auf eine ähnliche Weise werden nach dem Zünden der Munitionspatronen die leeren Patronenhülsen durch die Positioniervorrichtung unterstützt weggeführt. Leere Patronenhülsen werden über eine weitere Führungsfläche und mittels der Haltenut gleitend und haltend geführt von der Zündungsstelle weggeführt. Die Patronenhülsen gleiten mit ihren Hülsenböden über diese zweite vorteilhafterweise schräg zur Schussrichtung ausgerichtete Führungsfläche und werden mit ihren Hülsenrändern in der Haltenut führend gehalten, sodass parasitäre Reibungskraftmomente zwischen Feuerwaffenkörper und Patronenhulse vermieden werden.

Durch das Anbringen einer Zündschraubennut in der zweiten Führungsfläche wird das Entstehen abgescherter Späne beim Zünden und Wegführen leerer Patronenhülsen von der Zündungsstelle vermieden. Die Zündschraubennut ist eine Aussparung für deformierte Zündschrauben der Munitionspatronen und Patronenhülsen und erlaubt ein reibungsfreies Gleiten der Hülsenböden mit deformierten Zündschrauben auf der weiteren Führungsfläche.

Anhand der folgenden Figuren wird die Erfindung im Detail erläutert.

Fig.1
zeigt eine Draufsicht gegen Schussrichtung eines Teiles einer bevorzugten Ausführungsform einer Positioniervorrichtung.
Fig.2
zeigt eine Frontansicht eines Teiles einer bevorzugten Ausführungsform der Positioniervorrichtung gemäss Figur 1.
Fig.3
zeigt eine Seitenansicht eines Teiles einer bevorzugten Ausführungsform der Positioniervorrichtung gemäss den Figuren 1 und 2.

Die Figuren 1 bis 3 zeigen Teile einer bevorzugten Ausführungsform einer Positioniervorrichtung P in verschiedenen Ansichten. Figur 1 ist eine Draufsicht, Figur 2 ist eine Frontansicht und Figur 3 ist eine Seitenansicht. Diese Ausgestaltung der Positioniervorrichtung P ist vorteilhaft aber nicht zwingend. Dem Fachmann stehen diesbezüglich bei Kenntnis der vorliegenden Erfindung vielfältige Möglichkeiten der Variation dieser Ausführungsform zur Verfügung. Eine solche Positioniervorrichtung P eignet sich insbesondere zur Verwendung in automatischen Feuerwaffen, wie sie in den schweizerischen Patentanmeldungen P0663CH und P0664CH offenbart sind.

Figur 1 ist eine Draufsicht entgegen der Schussrichtung. Die Zuführ- und Wegführbahn der Munitionspatronen erfolgt im Uhrzeigersinn. Der Betrachter schaut in die Öffnung 5 für den Schlagbolzen zum Zünden der Munitionspatronen M. Gemäss Figur 1 sind zwei Führungsflächen 1,2, eine Positionierfläche 8 und eine Haltenut 3 der Positioniervorrichtung P ineinander übergehend, einstückig in einer Grundplatte gearbeitet. Die erste Führungsfläche 1 zum Zuführen von Munitionspatronen M und die zweite Führungsfläche 2 zum Wegführen von Patronenhülsen sind durch eine Positionierfläche 8 an der Zündungsstelle 4 voneinander getrennt. Im erfindungsgemässen Verfahren und in Draufsicht der Ansicht gemäss Figur 1 werden die Munitionspatronen M von rechts kommend der ersten Führungsfläche 1 zugeführt und mit ihren Hülsenböden 21 auf die erste Führungsfläche 1 gestellt und in eine Haltenut 3 haltend geführt. Dieses Zuführen geschieht mit bekannten Zuführvorrichtungen. Vorteilhafterweise werden die Munitionspatronen M in den Patronenlagern von Trommeln gelagert gehalten, durch Drehen der Trommeln zugeführt. Andere Zuführvorrichtungen, wie beispielsweise die Verwendung eines Zuführhebels sind möglich. Solche Zuführvorrichtungen sind frei gestaltbar und in den Figuren aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet. Dem Fachmann stehen bei Kenntnis der vorliegenden Erfindung vielfältige Möglichkeiten der Verwendung der erfindungsgemässen Positioniervorrichtung P in Verbindung mit Zuführvorrichtungen zur Verfügung.

Die Position des Zuführens der Munitionspatronen M wird in Analogie zum analogen Uhrenzifferblatt, als Zuführstelle oder Position "3 Uhr" bezeichnet. Bekanntermassen sind die Hülsenränder 22 verglichen mit den Patronendurchmessern leicht überstehend gearbeitet. Diese überstehenden Hülsenränder 22 sind in den Ansichten gemäss den Figur 2 und 3 gut zu erkennen. Die überstehenden Hülsenränder 22 werden in die Haltenut 3 der Positioniervorrichtung P geführt und von dieser Haltenut 3 teilumfänglich haltend gefasst. Die Haltenut 3 ist seitlich der Führungsflächen 1,2 in einseitig aus den Führungsflächen 1,2 herausragenden Verstärkungen 6 einer Grundplatte der Positioniervorrichtung P angebracht. Vorteilhafterweise geht sie fliessend, ohne Absatz, von der Führungsfläche 1 in die Positionierfläche 8 und in die Führungsfläche 2 über. Die Enden der Haltenut 3 sind offen gestaltet, derart, dass die Munitionspatronen M an der Zuführstelle in der Position "3 Uhr" mit ihren Hülsenrändern 22 in die Haltenut 3 ein- und ausgeführt werden, ohne sie um ihre Rotationsachse zu kippen. Die Munitionspatronen M werden vorteilhafterweise direkt in die offen gestalteten Enden der Haltenut 3 eingefügt. Die Kanten dieser offenen Enden dieser Haltenut 3 sind verrundet, sodass die überstehenden Hülsenränder 22 ohne zu verkanten in die Haltenut 3 eingeführt werden.

Die Munitionspatronen M werden mit den Hülsenböden 21 auf der ersten Führungsfläche 1 stehend und mit Teilen der Hülsenränder 22 in der Haltenut 3 haltend, einer Zündungsstelle 4 gleitend zugeführt. Dieses Zuführen erfolgt auf kontrollierte Weise, vorzugsweise gleichzeitig, d.h. die Munitionspatronen M werden gleichzeitig beim Aufsetzen auf die erste Führungsfläche 1 in die Haltenut 3 geführt. Dadurch dass diese zwei Verfahrenschritte gleichzeitig erfolgen, wird eine hohe Feuerkadenz von beispielsweise 1000 Schuss pro Minute auf einfache, elegante und betriebssichere Weise erreicht. Die Zündungsstelle 4 ist in der Draufsicht gemäss Figur 1 gestrichelt eingetragen. Diese Position wird im folgenden als Zündungsstelle 4 oder Position "6 Uhr" bezeichnet. Sie stellt die Grundfläche der Hülsenböden 21 dar und liegt zentral über einer Bohrung 5 für einen Schlagbolzen zum Zünden der Munitionspatronen M. Die Munitionspatronen M stehen an der Zündungsstelle 4 mit ihren Hülsenböden 21 teilweise auf der Positionierfläche 8. Der Schlagbolzen ist nicht eingezeichnet. Er wird von der Rückseite der Positioniervorrichtung P, durch die Bohrung 5 betätigt.

Das Zuführen und Positionieren der Munitionspatronen M an der Zündungsstelle 4 erfolgt entlang einer Zuführbahn der Munitionspatronen M in einer Ebene quasi senkrecht zur Schussrichtung (siehe die Zuführpfeile im Uhrzeigersinn in den Figuren 1 bis 3). Dieses quasi senkrechte Zuführen dient zum Vermeiden der folgenden, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung aufgelisteten, Probleme beim Einfügen von Munitionspatronen M vor eine Zündungsstelle 4. Die Hülsenböden 21 der Munitionspatronen M können durch unsachgemässe Lagerung und Transport deformiert sein. Die Hülsenböden 21 der Munitionspatronen M werden, insbesondere bei Verwendung einer Feuerwaffe mit Trommelzuführung, mit unregelmässiger Kadenz zugeführt. Diese Kadenz steigt beispielsweise im Dauerfeuer mit dem Temperaturanstieg des Feuerwaffenkörpers an. Schliesslich sind die Hülsenböden 21 der Munitionspatronen M mit fabrikationstechnischen Toleranzen gefertigt. All dies führt zu unterschiedlichen Hülsenstauchungen, was bewirkt, dass die Zündschraube in verschiedenen Entfernungen vor der Zündvorrichtung an der Zündungsstelle 4 positioniert wird, wodurch eine beispielsweise elektrische oder mechanische Zündung nicht mehr an der optimalen Position der Zündvorrichtung erfolgt, wodurch diese Zündung nicht zu 100% garantiert wird.

Erfindungsgemäss wird dies durch eine Ausrichtung der ersten Führungsfläche 1 quasi senkrecht zur Schussrichtung vermieden. Die Ausrichtung der Führungsfläche 1 verengt den zugänglichen Raum in der Haltenut 3 entlang der Zuführbahn der Munitionspatronen M. Beim Aufsetzen auf die erste Führungsebene 1 (in einer Position 3 Uhr) sitzen die Hülsenränder 22 locker, d.h. mit Spiel in der Haltenut 3, was das Zuführen der Munitionspatronen M auf die erste Führungsfläche 1 erleichtert. An der Zündungsstelle 4 (in einer Position 6 Uhr) sitzen die Hülsenränder 22 stramm, d.h. ohne Spiel in der Haltenut 3, was ein präzises Positionieren der Munitionspatronen M an der optimalen Position der Zündvorrichtung an der Zündungsstelle 4 ermöglicht. Die erste Führungsfläche 1 ist schräg, in einem kleinen Winkel in Richtung senkrecht zur Schussrichtung ausgerichtet, sodass die Haltenut 3 in einer Position 3 Uhr breiter als in einer Position 6 Uhr ist. Dieses Positionieren über eine schräge Führungsfläche 1 erfolgt mit sehr hoher Reproduzierbarkeit, was zu einer sehr hohen Sicherheit der Feuerwaffe führt. Die Form der Hülsenränder 22 und die entsprechende Form der Haltenut 3 sind aufeinander abgestimmt, beispielsweise sind die Kanten der Hülsenränder 22 abgerundet, derart, dass die Munitionspatronen M ohne zu verkanten die erste Führungsfläche 1 passieren. Dem Fachmann stehen bei Kenntnis der Erfindung vielfältige Möglichkeiten der Realisierung solcher schräger Führungsflächen 1, solcher sich verjüngender Haltenuten 3 und Hülsenränder 22 frei.

Nach dem Zünden der Munitionspatronen M an der Zündungsstelle 5 werden die leeren Patronenhülsen über die zweite Führungsfläche 2 weggeführt. Gemäss Figur 1 werden die Patronenhülsen in der Haltenut 3 gehalten und entlang einer Wegführbahn auf der zweite Führungsfläche 2 stehend bis zum rechten Rand der zweiten Führangsfläche 2 gleitend zu einer Wegführstelle weggeführt. Diese Wegführbahn der Patronenhülsen erfolgt wie das Zuführen der Munitionspatronen M in einer Ebene quasi senkrecht zur Schussrichtung. Beim Zünden der Munitionspatronen M wird eine bleibende plastische Deformation der Patronenhülsen erzeugt, die beim Wegführen der leeren Patronenhülsen zu parasitären Reibungskraftmomenten zwischen dem Feuerwaffenkörper und den Patronenhülsen führen kann. Erfindungsgemäss wird dies vermieden, indem die Haltenut 3 die leeren Patronenhülsen an ihren Hülsenrändern 22 teilumfänglich führend hält und eine quasi senkrecht in Gegenrichtung zur Schussrichtung ausgerichtete zweite Führungsfläche 2 ein verkantungsfreies gleitendes Wegführen der leeren Patronenhülsen ermöglicht. Im Unterscheid zur ersten Führungsfläche 1 erweitert die zweite Führungsfläche 2 den zugänglichen Raum in der Haltenut 3. Sie ist schräg, d.h in einem kleinen Winkel in Gegenrichtung zur Schussrichtung angeordnet. Die Hülsenränder 22 sitzen an der Zündungsstelle 4 (in einer Position 6 Uhr) stramm und an der Wegführstelle (in einer Position 9 Uhr) sitzen sie mit Spiel in der Haltenut 3. Die Haltenut 3 endet im Bereich der Wegführstelle, sodass leere Patronenhülsen ohne Kippbewegung um ihre Rotationsachse an einer Wegführstelle mit ihren Hülsenrändern 22 aus der Haltenut 3 ausführbar sind. Etwaige Deformationen der leeren Patronenhülsen werden durch diese Führung mit Spiel korrigiert, sodass kein Verkanten möglich ist. Dem Fachmann stehen bei Kenntnis der Erfindung vielfältige Möglichkeiten des Einstelles dieses Spiels durch Grösse und Neigung der Führungsfläche für unterschiedliche Arten und verwendete Materialien von Munitionsgehäusen zur Verfügung.

Aus dem vorher gesagten folgt, dass in der vorteilhaften Ausführung zwei Führungsflächen 1,2 in einer Ebene in einem kleinen Winkel senkrecht zur Schussrichtung verlaufen und dass diese beiden Führungsflächen 1,2 durch eine Positionierfläche 8 voneinander getrennt sind. Die Positionierfläche 8 weist Begrenzungen zu den beiden Führungsflächen 1,2 auf und ist im senkrecht zur Schussrichtung ausgerichtet. Diese Begrenzungen sind beispielsweise bogenförmig, beispielsweise Kreissegmente vom Durchmesser der Patronenhülsen, was das Zu- und Wegführen der Munitionspatronen M erleichtert. An der Zündungsstelle 4 stehen die zu zündenden Munitionspatronen M mit ihren Hülsenböden 21 lediglich im sich überlappenden Bereich der gemäss Figur 1 gestrichelt eingezeichneten Zündungsstelle 4 mit der bogenförmig begrenzten Positionierfläche 8. Die Hülsenböden 21 der Munitionspatronen M haben somit lediglich in diesem überlappenden Teilbereich im rechten Teil der Zündungsstelle 4 Kontakt mit der Grundplatte, ansonsten befinden sie sich kontaktlos in Restbereichen der (wegführenden) Führungsfläche 2. Sie werden von den Hülsenrändern 22 in der Haltenut 3 gehalten. Die Hülsenböden 21 werden nicht in Bereichen der (zuführenden) Führungsfläche 1 an der Zündungsstelle 4 positioniert. Diese Anordnung ist vorteilhaft, da Hülsendeformationen bei der Explosion nur in Bereichen der Hülsenböden 21 auftreten, die eben sind (Positionierfläche 8), oder die in Richtung des Auswurfkanals angeschrägt sich erweiternd sind (Positionierfläche 2). Durch Defomationen bedingte Reibungsmomente werden somit minimiert oder verhindert.

In einer Position "9 Uhr" werden die leeren Patronenhülsen von der zweiten Führungsfläche 2 und aus der Haltenut 3 an der Wegführstelle weggeführt. Die leeren Patronenhülsen werden in der Position "9 Uhr" in einen richteingezeichneten Auswurfkanal weggeführt. Vorteilhafterweise werden die leeren Patronenhülsen in Patronenlagern von Trommeln gelagert gehalten und durch Drehen der Trommel weggeführt. Natürlich sind auch andere Wegführvorrichtungen wie ein Wegführhebel möglich. Hier gilt wieder, wie oben beim Zuführen erwähnt, dass die erfindungsgemässe Positioniervorrichtung P mit bekannten Wegführvorrichtungen frei kombinierbar und einsetzbar ist. Solche Wegführvorrichtungen sind in den Figuren nicht eingezeichnet. Dem Fachmann stehen diesbezüglich bei Kenntnis der vorliegenden Erfindung vielfältige Möglichkeiten der Verwendung der erfindungsgemässen Positioniervorrichtung P zur Verfügung.

Beim Zünden der Munitionspatronen M wird ein Teil Zündschraube der Munitionspatronen M durch den Schlagbolzen beispiesweise als Wulst deformiert, die beim Wegführen durch Reibung an einer Unterlage verschert. Die dabei entstehende Späne können in den Bereich der Schlagbolzenbohrungen gelangen und so durch Verstopfung dieser Bohrungen die Funktionstüchtigkeit der Feuerwaffen beeinträchtigen. Erfindungsgemäss wird diese Bildung abgescherter Späne durch das Anbringen einer Zündschraubennut 7 im Bereich der zweiten Führungsfläche 2 vermieden. In der vorliegenden bevorzugten Ausführungsform gemäss den Figuren 1 bis 3 ist die Zündschraubennut 7 als Vertiefung in der zweiten Führungsfläche 2 gearbeitet. Sie beginnt in der Bohrung 5 und verläuft bogenförmig über den Bereich der zweiten Führungsfläche 2. Die leeren Patronenhülsen werden auf der zweiten Führungsfläche 2 gleitend und in der Haltenut 3 gehalten von der Zündungsstelle 4 weggeführt. Der Wulst der deformierten Zündschraube gleitet in dieser Vertiefung der Zündschraubennut 7 über die zweite Führungsfläche 2 ohne durch Reibung Späne zu verscheren. Daneben werden durch diese Zündschraubennut 7 auch eventuell mit den Munitionspatronen M oder auf sonstigen Weg in den Feuerwaffenkörper eingeführte kleine Verunreinigungen, wie Staub oder Wasser entfernt. Im Verfahren wird somit eine druckbetriebene Reinigung der Zündungsstelle 4 durchgeführt. Auch hier gilt wieder, dass der Fachmann bei Kenntnis der vorliegenden Erfindung eine Vielzahl unterschiedlicher Ausgestaltungen solcher Zündschraubennuten 7 vornehmen kann.

Der grosse Vorteil dieses Verfahrens besteht in seiner universellen Einsetzbarkeit. Das Zuführen und Wegführen der Munitionspatronen M erfolgt auf Führungsflächen 1,2 gleitend, ohne dass zusätzliche Gleitmittel, wie beispielsweise Öl, Fett notwendig sind. Solche zusätzlichen Gleitmittel stellen unter extremen Witterungs- und Umweltbedingungen (Kälte, Sandwüste) potentielle Gefahrenquellen für einen zuverlässigen Betrieb der Feuerwaffe dar. Die Positioniervorrichtung P ist mit bekannten und bewährten Mitteln und Herstellungsverfahren herstellbar. Die Positioniervorrichtung P ist mit standardisierten Munitionspatronen, mit oder ohne Gurtglieder, betreibbar. Sie ist vorzugsweise aus Metall gefertigt und von einfacher, robuster Bauart, sodass sie zuverlässig, weitgehend wartungsfrei und von hoher Lebensdauer ist.


Anspruch[de]
  1. Positioniervorrichtung (P) zum Zuführen von Munitionspatronen (M) und zum Wegführen von leeren Patronenhülsen in einer Feuerwaffe, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine erste Führungsfläche (1) zum gleitenden Zuführen von Munitionspatronen (M) über Hülsenböden (21) zu einer Zündungsstelle (4) aufweist, dass sie eine Haltenut (3) zum haltenden Zuführen von Munitionspatronen (M) über Hülsenränder (22) zur Zündungsstelle (4) aufweist, dass sie eine zweite Führungsfläche (2) zum gleitenden Wegführen von leeren Patronenhülsen über Hülsenböden (21) von der Zündungsstelle (4) aufweist und dass sie eine Haltenut (3) zum haltenden Wegführen von leeren Patronenhülsen über Hülsenränder (22) von der Zündungsstelle (4) aufweist.
  2. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Zündschraubennut (7) in der zweiten Führungsfläche (2) zum verschenungsfreien Wegführen von deformierten Zündschrauben der leeren Patronenhülsen von der Zündungsstelle (4) aufweist.
  3. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltenut (3) die Hülsenränder (22) der Munitionspatronen (M) teilumfänglich haltend fasst, dass die Haltenut (3) seitlich der Führungsflächen (1,2) in einseitig aus den Führungsflächen (1,2) herausragenden Verstärkungen (6) einer Grundplatte angebracht ist und dass die Enden der Haltenut 3 offen gestaltet sind, sodass die Munitionspatronen (M) beim Aufsetzen auf die erste Führungsfläche (1) mit ihren Hülsenrändern (22) in die Haltenut (3) einfuhrbar sind, ohne die Munitionspatronen (M) um ihre Rotationsachse zu kippen.
  4. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Führungsfläche (1) in einem kleinen Winkel in Richtung senkrecht zur Schussrichtung ausgerichtet ist, dass diese Ausrichtung der Führungsfläche (1) die Haltenut (3) für Hülsenränder (22) verengt, sodass die Munitionspatronen (M) an einer Zuführstelle mit Spiel in der Haltenut (3) verkantungsfrei führbar sind an der Zündungsstelle (4) stramm sitzend positionierbar sind.
  5. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltenut (3) die Hülserränder (22) der leeren Munitionspatronen teilumfänglich haltend fasst, dass die Haltenut (3) seitlich der Führungsflächen (1,2) in einseitig aus den Führungsflächen (1,2) herausragenden Verstärkungen (6) einer Grundplatte angebracht ist und dass die Enden der Haltenut 3 offen gestaltet sind, sodass die leeren Patronenhülsen an einer Wegführstelle mit ihren Hülsenrändern (22) aus der Haltenut (3) ausführbar sind, ohne die leeren Patronenhülsen um ihre Rotationsachse zu kippen.
  6. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Führungsfläche (2) in einem kleinen Winkel in Gegenrichtung senkrecht zur Schussrichtung ausgerichtet ist, dass diese Ausrichtung der Führungsfläche (1) die Haltenut (3) für Hülsenränder (22) erweitert, sodass die Munitionspatronen (M) an der Zündungsstelle (4) stramm sitzend zündbar sind und nach Passage der zweiten Führungsfläche (2) mit Spiel in der Haltenut (3) führbar sind, sodass die leeren Patronenhülsen mit Spiel in der Haltenut (3) verkantungsfrei wegführbar sind.
  7. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Munitionspatronen (M) an der Zündungsstelle (4) mit ihren Hülsenböden (21) auf einer senkrecht zur Schussrichtung ausgerichteten Positionierfläche (8) stehen.
  8. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass Munitionspatronen (M) in einem Teilbereich der Zündungsstelle (4) mit ihren Hülsenböden (21) im Kontakt auf einer Positionierfläche (8) stehen, dass die Hülsenböden (21) im Restbereich der Zündungsstelle (4) kontaktfrei im Bereich der zweiten Führungsfläche (2) stehen.
  9. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das gleitende Zuführen von Munitionspatronen (M) und das gleitende Wegführen von Patronenhülsen in einer Feuerwaffe ohne zusätzliche Gleitmittel erfolgt.
  10. Positioniervorrichtung (P) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Munitionspatronen (M) in Patronenlagern einer Trommel gelagert der ersten Führungsfläche (1) zuförderbar sind und dass leere Patronenhülsen in Patronenlagern der Trommel gelagert durch Drehen der Trommel von der Zündungsstelle (4) wegförderbar sind.






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