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Dokumentenidentifikation DE10018316C1 18.10.2001
Titel Verfahren zum Mehrfachbedrucken von transparenten Bedruckstoffen
Anmelder GALAXY Media Systems Werbemittel GmbH, 45470 Mülheim, DE
Vertreter Honke und Kollegen, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 13.04.2000
DE-Aktenzeichen 10018316
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.10.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2001
IPC-Hauptklasse B41M 1/18
Zusammenfassung Es handelt sich um ein Verfahren zum Mehrfachbedrucken von transparenten Bedruckstoffen, wonach zur Erzeugung eines mehrfarbigen gedruckten Bildes die als RGB vorliegenden Daten zunächst als Mehrfarbensatz auf einen Druckträger im Wege einer AM-Rasterung übertragen werden, wonach zur Erzeugung eines mehrfarbigen gedruckten Bildes die als RGB bzw. CMYK vorliegenden Daten zunächst als Mehrfarbensatz auf einen Druckträger im Wege einer AM-Rasterung übertragen werden, wonach dann diese Daten im Wege einer FM-Rasterung erneut auf den Druckträger übertragen werden. Auf diese Weise wird Moirébildung vermieden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Mehrfachbedrucken von transparenten Bedruckstoffen, insbesondere von durchsichtigen Kunststofffolien für die Leuchtwerbung, wonach mehrere Druckfarben gleicher oder ähnlicher Färbung (und Pigmentierung oder Sättigung) zur Erzielung eines erhöhten Farbschichtendickenauftrages für die Durchleuchtung übereinander gedruckt werden. - Im Rahmen der Erfindung finden als Druckverfahren bevorzugt der Offsetdruck, Siebdruck und gegebenenfalls der Inkjetdruck Verwendung.

Beim Offsetdruck handelt es sich bekanntlich um ein Flachdruckverfahren, bei welchem die druckenden und nichtdruckenden Stellen der Druckform praktisch in einer Ebene liegen. Das Druckbild der eingefärbten Druckform, bei der es sich um eine Druckplatte oder um einen Druckzylinder handeln kann, wird zunächst auf einen Gummituchzylinder übertragen. Von dem Gummituchzylinder erfolgt dann der eigentliche Druck auf den transparenten Bedruckstoff, bei dem es sich beispielweise um eine Kunststofffolie handeln kann. Beim Mehrfarbendruck werden mehrere Offset-Druckwerke in Reihen- oder Satellitenbauweise hintereinander angeordnet, so dass jedes Druckwerk den Druck einer Druckfarbe besorgt. Der Druck kann natürlich auch auf Offsetdruckmaschinen mit weniger als vier Druckwerken erfolgen (vgl. DE 38 25 480 A1).

Im Allgemeinen wird der transparente Bedruckstoff mit jeder Druckfarbe nur einmal bedruckt. Dieses einmalige Bedrucken ist jedoch dann unzureichend, wenn eine besonders hohe Farbsättigung bzw. ein farbintensives Druckergebnis verlangt wird. Das gilt insbesondere für transparente bzw. durchsichtige Kunststofffolien, die in der Leuchtwerbung eingesetzt werden. Derartige Kunststofffolien bleiben blass, weil anders als bei Papier die Farbwirkung selbst bei gleichem Farbschichtdickenauftrag deutlich geringer ist. Nun könnte man daran denken, die Kunststofffolie - das gilt grundsätzlich aber auch für andere transparente Bedruckstoffe - mehrfach zu bedrucken, also den Offsetdruck mehrfach durchzuführen. Solche Verfahren sind bekannt. Diese bedrucken jedoch nicht die Vorder- bzw. Schichtseite des Bedruckstoffes mehrfach mit Druckfarben gleicher ähnlicher Färbung (und Pigmentierung oder Sättigung), sondern bedrucken die Rückseite des Bedruckstoffes, zusätzlich zur Bedruckung der Vorder- bzw. Schichtseite. Die Nachteile dieses Verfahrens sind offensichtlich, da hierbei nur eine extrem diffuse Unterstützung bzw. Verstärkung der auf der Vorderseite gedruckten Farben erfolgt. Eine Mehrfachbedruckung mit Druckfarben gleicher oder ähnlicher Färbung (und Pigmentierung oder Sättigung) der Vorder- bzw. Schichtseite des Bedruckstoffes ist jedoch in verschiedener Hinsicht problematisch. So treten beispielsweise beim Übereinanderdrucken im Vierfarbdruck unter Verwendung einer konventionellen Rasterung wie beispielsweise einer amplitudenmodulierten Rasterung - im Folgenden AM-Rasterung genannt - Moiré- und Rosettenbildung auf.

Allerdings kennt man auch eine frequenzmodulierte Rasterung - im Folgenden FM-Rasterung genannt - welche Moiré- und Rosettenbildung vermeidet. Nachteilig bei der FM-Rasterung ist jedoch die Tatsache, dass sich nur ein begrenzter Farbschichtdickenauftrag erreichen lässt. Selbst eine erhöhte, über das Normalmaß hinausgehende Einfärbung bewirkt nur einen geringen erhöhten Farbschichtdickenauftrag und hat einen unsauberen Ausdruck zur Folge, insbesondere im Bereich höherer Farbdichten. - Während die AM-Rasterung mit einem konventionellen Punktaufbau arbeitet, also mit einer Reihe von Rasterpunkten die im gleichen Abstand zueinander angeordnet sind und deren Größe proportional zum Tonwert der zu reproduzierenden Vorlage variiert, arbeitet die FM-Rasterung mit Mikro-Punkten, welche eine gleiche sehr geringe Größe haben und deren durchschnittliche Anzahl pro Flächeneinheit - die Frequenz - in Abhängigkeit von dem zu reproduzierenden Tonwert variiert. Jedenfalls lässt die FM-Rasterung in der Regel eine Bildreproduktion mit sehr geringen Punktgrößen zu.

Grundsätzlich kann die FM-Rasterung rein technisch natürlich auch größere Punktgrößen verwenden. Dies bedeutet dann aber, dass sich die Bildreproduktion in Bezug auf die Wiedergabe von Details üblicherweise erheblich verschlechtert und der gesamte Bildaufbau grobkörnig wirkt.

Im Übrigen sind auch Druckverfahren bekannt, die sowohl von der Möglichkeit der amplitudenmodulierten Rasterung als auch der frequenzmodulierten Rasterung Gebrauch machen. Dabei fließen die gewonnenen Daten gemeinsam in die Herstellung der Druckform ein (vgl. US 5 892 588). Ähnliches gilt für das aus der EP 0 761 434 bekannte Farbdruckverfahren zum Bedrucken von beispielsweise Textilien, Glas, Keramik, Papier oder Karton. Dabei soll durch die Verwendung von unterschiedlichen Sieben pro Druckfarbe bzw. von relativ zueinander gedrehten Sieborientierungen sowie die Verwendung von frequenzmodulierten Rasterpunkten die Bildqualität verbessert werden (vgl. EP 0 761 434).

Schließlich ist ein Verfahren zur Erzeugung von Druckvorlagen bekannt, wobei einzelne Teilbereiche eines digitalen Dokumentes unterschiedliche Rasterungen aufweisen. Die Bilddaten für die einzelnen Teilbereiche können sowohl durch autotypische Rasterung als auch durch frequenzmodulierte Rasterung von Bilddaten erzeugt werden (vgl. DE 44 02 723 A1).

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Mehrfachbedrucken von transparenten Bedruckstoffen anzugeben, wonach beim Übereinanderdrucken von hochkonzentrierten Druckfarben zur Erzielung eines erhöhten Farbauftrages für die Durchleuchtung Moiré- und Rosettenbildung vermieden werden.

Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch, dass zur Erzeugung eines mehrfarbigen gedruckten Bildes (bzw. einer mehrfarbig gedruckten Abbildung) die als RGB (rot-gelb-blau) oder als CMYK (Cyan- Magenta-Gelb-Schwarz) vorliegenden Daten zunächst als Mehrfarbensatz, z. B. Vierfarbensatz (oder mehr als Vierfarben- Satz) auf einen Film oder einen Druckträger im Wege einer konventionellen, amplitudenmodulierten Rasterung übertragen werden, und dass dann die vorliegenden Daten im Wege einer frequenzmodulierten und folglich FM-Rasterung erneut auf Film oder Druckträger übertragen werden.

Um im Rahmen der Erfindung einen steuerbaren digitalisierten Reproduktionsprozess verwirklichen zu können, wird die konventionelle Rasterung als eine amplitudenmodulierte Rasterung und folglich AM-Rasterung vorgenommen. Man erhält dort, wo die FM-Rasterung auf den Rasterpunkten der konventionellen bzw. AM-Rasterung liegt, einen erhöhten Farbschichtdickenauftrag, dagegen dort, wo die FM-Rasterung neben den Rasterpunkten der AM-Rasterung liegt, einen erhöhten Farbauftrag. Jedenfalls führt die Kombination der FM-Rasterung mit der AM-Rasterung überraschenderweise zu einer fotorealistischen Qualität beim Mehrfachbedrucken von transparenten Bedruckstoffen im Offsetdruck, aber auch Siebdruck und Inkjetdruck. Exzellente Schärfe und hoher Detailkontrast sind ebenso gewährleistet wie die einwandfreie Reproduktion von feinen Strukturen. Insbesondere muss überraschen, dass nicht länger störende Moirés oder Rosettenstrukturen entstehen, wenn ein Übereinanderdruck von vier oder mehr als vier hochkonzentrierten Druckfarben zur Erzielung eines erhöhten Farbauftrages und insbesondere Farbschichtdickenauftrages vorgenommen wird, um für die Durchleuchtung der erfindungsgemäß bedruckten transparenten Bedruckstoffe eine optimale Farbintensität bzw. -sättigung zu erreichen.

Ferner besteht im Rahmen der Erfindung die Möglichkeit, für die zur FM-Rasterung herangezogenen Daten vorher eine Änderung des Gradationsverlaufes zumindest der für zusätzliche Druckgänge mit einem FM-Raster zu verwendenden Farbauszüge vorzunehmen. Stets lässt sich nach Lehre der Erfindung ein fotoähnlicher Charakter erreichen, der in der Durchleuchtung besonders zum Tragen kommt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Mehrfachbedrucken von transparenten Bedruckstoffen, insbesondere von durchsichtigen Kunststofffolien für die Leuchtwerbung, wonach mehrere Druckfarben gleicher oder ähnlicher Färbung zur Erzielung eines erhöhten Farbschichtdickenauftrages und/oder Farbauftrages für die Durchleuchtung übereinander gedruckt werden, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines mehrfarbigen gedruckten Bildes die als RGB (rot-gelb-blau) oder als CMYK (Cyan-Magenta-Gelb-Schwarz) vorliegenden Daten zunächst als Mehrfarbensatz, z. B. Vierfarbensatz auf einen Film oder einen Druckträger im Wege einer amplitudenmodulierten Rasterung übertragen werden, und dass dann die vorliegenden Daten im Wege einer frequenzmodulierten Rasterung erneut auf Film oder Druckträger übertragen werden.
  2. 2. verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die zur frequenzmodulierten Rasterung herangezogenen Daten eine Änderung des Gradationsverlaufes zumindest der für zusätzliche Druckgänge mit einem frequenzmodulierten Raster zu verwendenden Farbauszüge vorgenommen wird.






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