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Dokumentenidentifikation DE69612966T2 25.10.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0812453
Titel VERARBEITUNG VON SPRACHKODIERPARAMETERN IN EINEM FERNMELDESYSTEM
Anmelder Nokia Networks Oy, Espoo, FI
Erfinder VAINIO, Janne, FIN-33880 Sääksjärvi, FI
Vertreter Tiedtke, Bühling, Kinne & Partner, 80336 München
DE-Aktenzeichen 69612966
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 28.02.1996
EP-Aktenzeichen 969030352
WO-Anmeldetag 28.02.1996
PCT-Aktenzeichen FI9600116
WO-Veröffentlichungsnummer 9627183
WO-Veröffentlichungsdatum 06.09.1996
EP-Offenlegungsdatum 17.12.1997
EP date of grant 23.05.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2001
IPC-Hauptklasse G10L 19/00

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verarbeitung von über eine Übertragungsstrecke in Sprachrahmen empfangenen Sprachkodierparametern in einem Telekommunikationssystem.

In Sprachübertragung unterstützenden digitalen Telekommunikationssystemen wird ein Sprachsignal herkömmlicherweise den beiden nachfolgenden Kodiervorgängen unterzogen: Sprachkodierung und Kanalkodierung.

Sprachkodierung umfaßt in einem Sender durchgeführte Sprachkodierung, die durch einen Sprachkodierer erfolgt, und in einem Empfänger durchgeführte Sprachdekodierung, die durch einen Sprachdekodierer erfolgt. Der in dem Sender bereitgestellte Sprachkodierer komprimiert ein Sprachsignal unter Einsatz eines geeigneten Sprachkodierverfahrens, welches die speziellen Charakteristiken der Sprache derart berücksichtigt, daß die Anzahl von zur Darstellung der Sprache pro Zeiteinheit verwendeten Bits verringert wird, wodurch sich die zum Senden des Sprachsignals benötigte Sendekapazität ebenfalls verringert. Die kodierte Sprache wird in der Gestalt von Sprachkodierparametern präsentiert, die die Charakteristiken der Sprache darstellen. Das über die Sendestrecke gesendete Sprachsignal besteht aus diesen Sprachkodierparametern in speziellen Sprachrahmen, der in dem Empfänger bereitgestellte Sprachdekodierer führt einen inversen Vorgang durch und synthetisiert das Sprachsignal auf der Grundlage der durch den Sprachkodierer erzeugten Sprachkodierparameter. Beispielsweise setzt das paneuropäische Mobilkommunikationssystem GSM (globales System zur Mobilkommunikation) RPE-LTP Sprachkodierung ein (regelmäßige Impulsanregung-Langzeitvorhersage bzw. Regular Pulse Excitation-Long Term Prediction), welche sowohl Lang- als auch Kurzzeitvorhersage verwendet. Die Kodierung erzeugt LAR, RPE und LTP Parameter zur Sprachübertragung.

Bei Sprache sendenden bzw. übertragenden digitalen Telekommunikationssystemen treten Übertragungsfehler auf der Übertragungsstrecke auf, wobei derartige Fehler die Qualität eines Sprachsignals im Empfänger verschlechtern. Kanalkodierung schließt in dem Sender durchgeführte Kanalkodierung und in dem Empfänger durchgeführte Kanaldekodierung ein. Der Zweck der Kanalkodierung besteht darin, gesendete Sprachkodierbits (Parameter) vor auf dem Übertragungskanal auftretenden Fehlern zu schützen. Mittels Kanalkodierung ist es möglich, entweder lediglich zu erfassen, ob Sprachkodierbits während der Übertragung Fehlern ausgesetzt waren, ohne eine Möglichkeit, diese zu korrigieren, oder Kanalkodierung kann eine Eigenschaft zum Korrigieren von während der Übertragung aufgetretenen Fehlern haben, vorausgesetzt, daß es weniger Fehler als eine gewisse maximale Anzahl gibt, welche von dem Kanalkodierverfahren abhängt. Die Funktion der Kanalkodierung beruht auf Fehlerprüfbits, die zu Sprachkodierbits hinzugefügt werden, wobei derartige Fehlerprüfbits ebenfalls als Kanalkodierbits bezeichnet werden. Durch einen Sprachkodierer eines Senders erzeugte Bits werden einem Kanalkodierer zugeführt, der eine Anzahl von Fehlerprüfbits zu den Bits hinzufügt. Beispielsweise in dem zuvor genannten GSM Vollratenübertragungskanal werden Fehlerkodierbits, deren Übertragungsgeschwindigkeit 9,8 kbit/sek. beträgt, zu Sprachkodierbits von 13 kbit/sek. hinzugefügt, wobei die gesamte Übertragungsgeschwindigkeit des Sprachsignals auf dem Kanal somit 22,8 kbit/sek. ist.

Der Kanaldekodierer dekodiert die Kanalkodierung in dem Empfänger derart, daß nur die durch den Sprachkodierer erzeugte Bitfolge von 13 kbit/sek. dem Sprachdekodierer zugeführt wird. In Verbindung mit der Kanaldekodierung erfaßt/korrigiert der Kanaldekodierer die auf dem Kanal aufgetretenen Fehler, falls dies möglich ist.

Die Bedeutung von Sprachkodierbits hinsichtlich der Qualität von Sprache variiert herkömmlicherweise derart, daß ein Fehler von einem Bit in einem wichtigen Sprachkodierparameter eine hörbare Beeinträchtigung bei synthetisierter Sprache bewirken kann, wohingegen eine größere Anzahl von Fehlern in weniger wichtigen Bits nahezu nicht wahrnehmbar sein kann. Der Grad der Unterschiede in der Wichtigkeit der Sprachkodierbits hängt wesentlich von dem verwendeten Sprachkodierverfahren ab, jedoch können zumindest geringere Unterschiede in den meisten Sprachkodierverfahren gefunden werden. Dadurch bedingt wird beim Entwickeln eines Sprachübertragungsverfahrens Kanalkodierung herkömmlicherweise zusammen mit Sprachkodierung auf eine solche Weise entworfen, daß jene Bits, die die wichtigsten hinsichtlich der Qualität der Sprache sind, besser geschützt sind, als weniger wichtige Bits. Beispielsweise bei einem Vollraten- Verkehrssignal des GSM Systems, sind durch einen Sprachkodierer erzeugte Bits im Hinblick auf deren Wichtigkeit in drei unterschiedliche Klassen unterteilt, wobei die wichtigste Klasse bei der Kanalkodierung sowohl durch einen Fehlererfassungs- als auch einen Fehlerkorrekturcode geschützt ist, die zweitwichtigste Klasse lediglich durch einen Fehlerkorrektur- oder einen Fehlererfassungscode geschützt ist, und die am wenigsten wichtige Klasse überhaupt nicht bei Kanalkodierung geschützt ist.

Bei herkömmlichen Telekommunikationssytemen werden fehlerhafte Sprachrahmen herkömmlicherweise als Einheiten behandelt, was bedeutet, daß falls solche Fehler in einem über einen Übertragungskanal empfangenen Sprachrahmen erfaßt werden, die durch die Kanaldekodierung nicht korrigierbar waren, der gesamte Sprachrahmen zurückgewiesen wird und der zuletzt empfangene fehlerfreie Sprachrahmen durch Dämpfung oder geeignetes Extrapolieren der Sprachkodierparameter verwendet wird. Beispielsweise verwendet das GSM System einen Paritäts-Prüfcode aus 3 Bit, auf der Grundlage dessen der gesamte Sprachrahmen als fehlerhaft klassifiziert wird und die Verarbeitung fehlerhafte Sprachrahmen gestartet wird.

Fig. 1 zeigt ein schematisches Blockschaltbild eines Empfängers eines ein Sprachsignal übertragenden Telekommunikationssystems. Ein von einem Übertragungskanal empfangener Sprachrahmen 100 wird einem Kanaldekodierer 101 zugeführt. Der Kanaldekodierer 101 stellt Sprachkodierparameter 102 gemäß dem verwendeten Sprachkodierverfahren und eine Anzeige 103 bezüglich der Fehlerhaftigkeit für jeden Sprachrahmen bereit. Die Anzeige 103 bezüglich der Fehlerhaftigkeit stellt Informationen hinsichtlich der Tatsache bereit, ob ein solcher Fehler in dem empfangenen Sprachrahmen 100 erfaßt wurde, den der Kanaldekodierer 101 nicht zu korrigieren in der Lage war. Die Sprachkodierparameter werden weiterhin einem Block 104 zugeführt, in dem die Parameter verarbeitet werden. Die Verarbeitung umfaßt typischerweise ein die fehlerhaften Sprachrahmen ersetzendes System. Die verarbeiteten Kodierparameter 105 werden einem Sprachdekodierer 106 zugeführt, welcher ein Sprachsignal 107 auf der Grundlage davon synthetisiert.

Die (zum Anmeldetag der vorliegenden Anmeldung unveröffentlichte) frühere Patentanmeldung FII944345 der Anmelderin offenbart ein System gemäß dem Blockschaltbild aus Fig. 2 zur Verarbeitung von Kodierparametern in dem Block 104 gemäß Fig. 1 zwischen dem Kanaldekodieren 101 und dem Sprachdekodieren 106. Von dem Kanaldekodierer ankommende Sprachrahmen 401 werden zuerst in einem Fehlererfassungsblock 407 analysiert. Anhand der Analyse des Blocks 407 und der von dem Kanaldekodierer erhaltenen Fehleranzeigen 400 wird ein Sprachrahmen in einem Block 410 als fehlerhaft oder fehlerfrei klassifiziert. Der Block 410 stellt einen Schalter 408 auf der Grundlage dieser Informationen ein, wobei der Schalter entscheidet, ob der Verarbeitungsblock 406 fehlerfreier Rahmen oder der Ersetzungsblock 402 fehlerhafter Rahmen zu einem Ausgang 403 zu schalten ist. Wenn ein Sprachrahmen als fehlerfrei bestimmt wird, wird der Schalter 408 auf einen Zustand 2 eingestellt, in dem ein Sprachrahmen als über den Block 406 geeignet verarbeitet dem Ausgang 403 und von dort weiter dem Sprachdekodierer zugeführt wird. Wenn ein Sprachrahmen als fehlerhaft bestimmt wird, stellt der Block 410 den Schalter 408 auf einen Zustand 1 ein, wodurch der Ersetzungsblock 402 den Ausgang 403 somit mit dem vorhergehenden Sprachrahmen versorgt, der als fehlerfrei empfangen wurde, wobei dieser geeignet modifiziert ist. Sowohl der Ersetzungsblock 402 defekter Rahmen als auch der Verarbeitungsblock 406 fehlerfreier Rahmen kann, falls erforderlich, gemäß der Qualität der Datenverbindung gesteuert werden, die in einem Block 409 definiert ist. Ein Block 405 ist ein Verzögerungselement, welches den zuletzt empfangenen fehlerfreien Sprachrahmen enthält, auf der Grundlage dessen der Block 402 die Ersetzung vornimmt. Die durch den Block 406 ausgeführte Steuerung kann beispielsweise mittels einer Zustandsmaschinenstruktur stattfinden, von der die Zustandsstruktur gemäß der GSM Spezifikation 06.11 ein Beispiel bildet.

Gemäß der US-A-509507 werden Sprachkodierparameter von Sprachrahmen in Gruppen unterteilt, so daß jede Gruppe separate Fehlererfassung hat, und die Sprachkodierparameter können separat innerhalb jeder einzelnen Gruppe korrigiert und ersetzt werden, anstatt den gesamten Sprachrahmen zu korrigieren und zu ersetzen. Die Entscheidung bezüglich der Korrektur oder Ersetzung der Sprachkodierparameter erfolgt beruhend auf dem speziellen zu behandelnden Sprachrahmen. Typischerweise erfolgt die Korrektur durch Ersetzen der fehlerhaften Parameter durch die Parameter von dem vorherigen unkorrigierten Sprachrahmen.

Ein Vorteil der vorliegenden Verfahren ist deren relative Einfachheit. Empfangene Sprachrahmen werden als Einheiten verarbeitet, und selbst wenn die Ersetzung fehlerhafter Sprachparameter durch fehlerfreie Parameter und die Verarbeitung fehlerfreier Sprachkodierparameter gemäß der Qualität der Datenverbindung gesteuert sind, erfolgt dies zusammen für alle Sprachkodierparameter eines Sprachrahmens. Somit wird lediglich eine Ersetzungsprozedur verwendet, beispielsweise eine gemäß der GSM Spezifikation 06.11, wobei die Ersetzungsprozedur die Verarbeitung aller Sprachkodierparameter steuert, ohne zu berücksichtigen, daß Kanalkodierung herkömmlicherweise unterschiedliche Sprachkodierparameter in einem unterschiedlichen Ausmaß schützt, wodurch die Verteilung und Frequenz bzw. Häufigkeit von Fehlern, die in unterschiedlichen Sprachkodierparametern enthalten sind, variieren kann. Ein Sprachrahmen kann als fehlerhaft interpretiert werden und die Ersetzung/Dämpfung der Sprachkodierparameter begonnen werden, wenn der Sprachrahmen nur einen Fehler enthält. Die Ausgabe des Sprachdekodierers kann somit gedämpft oder insgesamt ruhig gestellt sein, nur weil einzelne geschützte Sprachkodierparameter in einem Sprachrahmen fehlerhaft sind. Jedoch kann ein Teil der Sprachkodierparameter des Sprachrahmens fehlerfrei sein, und die Dämpfung und Ersetzung werden somit auch für solche fehlerfreien Sprachparameter durchgeführt, das heißt, sie werden zu pessimistisch durchgeführt, was Unterbrechungen in dem Sprachsignal und Verschlechterung der Sprachqualität bedingt. Ebenfalls ist es bei der Verarbeitung der Sprachkodierparameter fehlerfreier Sprachrahmen gemäß einer Zustandsmaschinenstruktur möglich, daß einige Parameter auf der Grundlage von Fehlern, die in vorherigen Sprachrahmen aufgetreten sind, zu stark gedämpft werden.

Die verwendete Fehlerüberprüfungsinformation ist ebenfalls oft defekt bzw. fehlerhaft oder zu ineffektiv. Beispielsweise kann die 3-Bit-Paritätsüberprüfung des GSM Systems viele unkorrigierte Übertragungsfehler nicht erfassen, was, auf der Grundlage von durch die Anmelderin durchgeführten Tests, die intensivsten und unangenehmsten Störungen bei der durch den Sprachdekodierer durchgeführten synthetisierten Sprache bedingt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Sprachkodierparameter zu verarbeiten, indem versucht wird, in der Sprachkodierung das Ausmaß von Sprachinformationen zu maximieren, die über den Übertragungskanal erhalten werden, und den Effekt fehlerhafter Sprachkodierparameter zu minimieren, so daß der Effekt der Übertragungsfehler auf die Sprachqualität somit so klein wie möglich bleibt.

Dies wird erreicht durch ein Verfahren zur Verarbeitung von Sprachkodierparametern in einem Empfänger eines Telekommunikationssystems gemäß Patentanspruch 1.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls einen Empfänger für ein Sprachsignal nach Patentanspruch 6.

Die vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zur Verarbeitung von Sprachkodierparametern in einem Telekommunikationssystem nach Anspruch 9.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Telekommunikationssystem nach Anspruch 10.

Die grundlegende Idee der Erfindung besteht darin, daß ein Übertragungskanal und zu diesem übertragene und von diesem empfangene Sprachrahmen nicht als eine Einheit verarbeitet werden, sondern daß die Sprachkodierparameter eines Sprachrahmens in Gruppen unterteilt werden, wobei in jeder davon die Verarbeitung fehlerfreier Sprachkodierparameter oder die Verwendung fehlerhafter Sprachrahmen unabhängig gesteuert ist. Dies beruht auf der Tatsache, daß herkömmlicherweise auf einem Übertragungskanal übertragene Sprachkodierparameter gemäß deren Wichtigkeit geschützt sind, wobei Fehlerverteilungen und Häufigkeiten in besser geschützten Sprachkodierparametern daher von jenen geringer geschützten Parametern unterschiedlich sind. Übertragungsfehler werden ebenfalls nicht gleichförmig in die Bits eines Sprachrahmens verteilt. Es ist somit denkbar, daß anstelle eines tatsächlichen physikalischen Übertragungskanals jede Gruppe von Parametern oder selbst ein einzelner Sprachkodierparameter einen einzelnen logischen "Unterkanal" oder einen "virtuellen Kanal" innerhalb des physikalischen Übertragungskanals bildet, wobei ein solcher virtueller Kanal unterschiedliche Eigenschaften als die anderen virtuellen Kanäle hat. Somit kann auf jedem virtuellen Übertragungskanal die Verarbeitung fehlerfreier Parameter oder die Verwendung fehlerhafter Sprachrahmen auch unabhängig von der Qualität jedes virtuellen Übertragungskanals gesteuert werden. Die Verarbeitung der Sprachkodierparameter eines besseren virtuellen Übertragungskanals muß somit nicht gemäß der Qualität des schlechtesten virtuellen Übertragungskanals gesteuert werden, sondern die Ersetzungsprozedur kann den besseren Schutz des betroffenen virtuellen Übertragungskanals berücksichtigen, oder die Tatsache, daß Fehler in dem Bereich dieses virtuellen Kanals in dem zu verarbeitenden Sprachrahmen nicht aufgetreten sind. Aufgrund dieser Tatsache können die Sprachparameter virtueller Kanäle mit guter Qualität eines Sprachrahmens, der bei herkömmlichen Systemen als insgesamt fehlerhaft klassifiziert ist, als fehlerfrei verarbeitet werden, indem lediglich die Sprachkodierparameter virtueller Kanäle geringer Qualität ersetzt werden. Es ist somit möglich, ebenfalls einen Teil der Information fehlerhafter Sprachrahmen zu verwenden, wodurch die Verwendung von über einen Übertragungskanal empfangenen Sprachinformationen beim Sprachdekodieren erhöht werden kann, was beispielsweise Unterbrechungen verringert, die bei Sprache auftreten, verglichen zu einer Situation, in der alle lediglich in einem geringen Ausmaß fehlerhafte Sprachrahmen verworfen wurden. Die erhöhte und stärker fokussierte Fehleranzeige verringert auch die Anzahl unerfaßter Fehler und verringert somit merklich die schlimmsten hörbaren Störungen.

Gemäß der Erfindung wird die Qualität eines physikalischen Übertragungskanals und ebenso der eines virtuellen Übertragungskanals durch Überwachen der Qualität empfangener Sprachkodierparameter auf dem betroffenen Kanal während einer vorbestimmten Überwachungsdauer bestimmt, die länger ist als die Dauer des Sprachrahmens, Vorzugsweise eine Vielzahl von Sprachrahmen. Die Qualität des Übertragungskanals kann als eine kumulative Funktion von Zuverlässigkeitsanzeigen bestimmt werden, die aus während einer Überwachungsdauer empfangenen Sprachkodierparametern und jenen von dem Kanaldekodierer erhaltenen berechnet werden. Die einfachste Art besteht darin, die kumulative Verteilung fehlerfreier und fehlerhafter Sprachparametergruppen zu berechnen.

Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung wird die Qualität jedes virtuellen Kanals ebenfalls durch eine Abschätzung der Qualität des gesamten empfangenen Sprachrahmens beeinflußt, das heißt, die Qualität des gesamten physikalischen Übertragungskanals, und durch eine Abschätzung der Qualität der anderen Sprachkodierparameter oder Parametergruppen, das heißt, die Qualität der anderen virtuellen Kanäle, auf denen die Sprachkodierparameter zu einem bestimmten Zeitpunkt verarbeitet werden, ist beispielsweise abhängig von einem durchgeführten Sprachdekodiervorgang.

Bei der vorliegenden Erfindung findet eine vollständige oder teilweise Ersetzung eines Sprachrahmens somit in mehreren unabhängigen Teilen des Sprachrahmens statt, wobei es diesen Teilen jedoch möglich ist, Informationen über die Funktion der anderen Teile, falls erforderlich, zu verwenden. Ein Teil eines fehlerhaften Sprachrahmens kann somit verwendet werden, wenn die Qualität des jeweiligen virtuellen Kanals, wie während der vorbestimmten Periode bestimmt, ausreichend gut ist. Andererseits kann ein Teil eines einzelnen vollständig fehlerfreien Sprachrahmens verworfen werden, wenn die Qualität des jeweiligen virtuellen Kanals während der Überwachungsdauer hinreichend schlecht ist innerhalb der verwendeten Überwachungsdauer. Wenn beispielsweise 50 Sprachrahmen fehlerhafte Rahmen waren, ist ein fehlerfreier Sprachrahmen unbedeutend angesichts der Qualität der Sprache. Infolgedessen erlaubt es die vorliegende Erfindung, das Sprachsignal über längere Zeitperioden zu verarbeiten, die hinsichtlich der Qualität und Verständlichkeit der Sprache von höherer Bedeutung sind als ein einzelner Sprachrahmen. Die Verwendung eines einzelnen Sprachrahmens kann schnelle Änderungen bei der Sprache bedingen und dadurch die Qualität der Sprache verringern. Die Erfindung ist bestrebt, so akkurate Informationen wie möglich bezüglich der Qualität jedes Sprachkodierparameters zu erhalten, wodurch es somit möglich wird, die Menge von Sprachinformation zu maximieren, die von einem Übertragungskanal erhalten wird, und den Effekt fehlerhafter Sprachkodierparameter zu minimieren, wodurch die Auswirkung von Übertragungsfehlern auf die Qualität eines dekodierten Sprachsignals somit klein bleibt. Die Anzahl hörbarer intensiver Störungen wird verringert, wenn eine akkuratere Anzeige von einem Fehler erhalten wird und die Verarbeitung von Parametern nur auf gewisse Parameter fokussiert werden kann, wodurch Sprachparameter nicht zu stark auf einem Übertragungskanal gedämpft werden, auf dem Störungen auftreten.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

Nachfolgend wird die Erfindung ausführlicher anhand der bevorzugten Ausführungsbeispiele der Erfindung mit Bezug auf die beigefügte Zeichnung beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild eines Empfängers in einem ein Sprachsignal übertragenden Telekommunikationssystem;

Fig. 2 ein Blockschaltbild einer Kodierparameterverarbeitungseinheit gemäß dem Stand der Technik;

Fig. 3 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Sprachkodierparameterverarbeitung;

Fig. 4 ein Beispiel der Funktion des Verarbeitungsblocks 505 gemäß Fig. 3;

Fig. 5 die wichtigsten Merkmale eines Senders;

Fig. 6 die wichtigsten Merkmale eines Empfänger.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung

Die erfindungsgemäße Sprachkodierparameterverarbeitung kann in jedem digitalen Telekommunikationssystem eingesetzt werden, bei dem ein digitales Sprachsignal übertragen wird, wobei dieses Signal sendeseitig durch irgendein geeignetes Sprachkodierverfahren in eine Form von Sprachkodierparametern kodiert wird, um über eine Übertragungsstrecke übertragen zu werden, und an einem Empfänger mittels der übertragenen Sprachkodierparameter in ein synthetisiertes Sprachsignal dekodiert wird.

Die Erfindung kann beispielsweise bei den Telekommunikationssystem-Empfangsteilen gemäß Fig. 1 verwendet werden, wobei diese Teile Verarbeitung von Sprachkodierparametern enthalten, bevor sie einem Sprachdekodierer 106 zugeführt werden, beruhend auf Sprachkodierparameterfehleranzeigen, die von dem Kanaldekodierer erhalten wurden oder auf irgendeine andere Art und Weise abgeleitet wurden. Die Erfindung umfaßt somit ein Verfahren zur Verbesserung des Sprachkodierparameterverarbeitungsblocks 104 gemäß Fig. 1. Mit Bezug auf die Optimierung des Leistungsvermögens des gesamten Systems ist es herkömmlicherweise vorzuziehen, ebenfalls den Kanaldekodierer 101 und den Sprachdekodierer 106 zu modifizieren, um diese an die Funktion des Verarbeitungsblocks 104 gemäß der Erfindung anpassen. Bei Bedarf kann die vorliegende Erfindung bei dem Verarbeitungsblock 104 eingesetzt werden, ohne jedoch die Struktur und Funktion des Kanaldekodierers 101 und des Sprachdekodierers 106 zu verändern.

Mit Bezug auf die Erfindung hat es keine Bedeutung, welches Sprachkodierverfahren der Sprachdekodierer 106 einsetzt, da die Erfindung auf dem Verarbeiten von Sprachkodierparametern beruht, die in einem Sprachrahmen separat oder in kleinen Gruppen enthalten sind. Diese Gruppen können je nach Sprachkodierverfahren auf eine Weise bestimmt werden, die in jedem speziellen Fall die geeignetste ist, wobei das verwendete Sprachkodierverfahren somit keine Auswirkung auf die grundlegende Idee der Erfindung hat. Daher besteht kein Bedürfnis, irgendein spezielles Sprachkodierverfahren in der vorliegenden Anmeldung zu beschreiben. Als ein Beispiel eines bekannten Verfahrens sei jedoch das RPE-LTP Verfahren des GSM Mobilkommunikationssystem erwähnt. Die exakte Struktur der zur Übertragung von Sprachkodierparametern verwendeten Übertragungsrahmen, das heißt, von Sprachrahmen, ist ebenfalls hinsichtlich der Erfindung nicht wesentlich. Die exakte Struktur von Sprachrahmen kann frei variieren, abhängig von dem Telekommunikationssytem und der Übertragungsstrecke, und in diesem Zusammenhang wird keine besondere Sprachrahmenstruktur in größeren Einzelheiten beschrieben werden. Als ein Beispiel eines bekannten Sprachrahmens sei jedoch der TRAU-Rahmen des GSM Mobilkommunikationssystems erwähnt, wobei die Verwendung eines solchen Rahmens bei Sprachübertragung in der GSM Spezifikation 08.60 erörtert wird.

Der Kanaldekodierer 101 muß mit irgendeiner Art einer Fehlererfassungs- und -Korrekutrprozedur versehen sein, mittels der fehlerhafte Sprachrahmen falls möglich erfaßt werden. Wenn der Kanaldekodierer 101 oder irgendein anderes Teil an dem Empfänger keine hinreichend akkuraten Fehleranzeigen zur Errichtung der parameterspezifischen virtuellen Kanäle der Erfindung bereitstellt, können die virtuellen Kanäle aus Parametergruppen gebildet werden, die aus mehreren Parametern bestehen, oder Fehleranzeigen bzw. Fehlerangaben können auf der Grundlage der Verteilung und gegenseitigen Beziehungen der Sprachkodierparameter abgeleitet werden, das heißt, durch Verwendung der Charakteristiken bzw. Eigenschaften von Sprache. Eine Eigenschaft von Sprache ist, daß alle möglichen Kombinationen von Sprachkodierparametern nicht notwendigerweise in fehlerfreien Sprachrahmen auftreten.

Mit Bezug auf die Erfindung ist es vorzuziehen, daß bei einem Telekommunikationssystem individuelle Fehlerüberprüfungsanzeigen für jeden Sprachkodierparameter oder jede Parametergruppe, der bzw. die einen virtuellen Kanal bildet bzw. bilden, übertragen werden kann. Die Herleitung kann ebenfalls parameterspezifisch durchgeführt werden, ohne übertragene Fehlerüberprüfungsanzeige, beispielsweise aus empfangenen Soft-Entscheidungswerten. Dies bedeutet eine größere Anzahl übertragener Fehlerprüfanzeigen, wobei die für diese Anzeigen verwendete Übertragungsgeschwindigkeit somit auch ansteigt. Bei einem Telekommunikationssystem muß es daher möglich sein, einen relativ großen Anteil bzw. ein relativ großes Verhältnis der Übertragungskanalkapazität zur Übertragung von Fehlerüberprüfungsinformationen zu verwenden. Zusätzliche Kapazität für diesen Zweck wird beispielsweise erhalten, wenn ein neues, weiter entwickeltes Sprachkodierverfahren anstelle oder zusammen mit einem früheren Sprachkodierverfahren in einem existierenden Telekommunikationssystem eingesetzt wird, wobei das neue Verfahren mit geringerer Übertragungsrate arbeitet. Ein Beispiel einer solchen Modifikation bei einem Telekommunikationssystem ist in der früheren finnischen Patentanmeldung 943302 der Anmelderin offenbart.

In Verbindung mit dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, nachstehend in Fig. 3 und 4 beschrieben, sei jedoch angenommen, daß eine Anzeige der Fehlerhaftigkeit/Fehlerfreiheit von Parametergruppen, abgeleitet auf der Grundlage der seitens des Telekommunikationssystems oder durch irgendeine andere Einrichtung verwendeten Fehlerkorrekturkodierung, von dem Kanaldekodierer oder irgendeinem anderen Teil des Empfängers erhalten wird. Eine solche Anzeige kann beispielsweise die BFI (Bad Frame Indication bzw. Anzeige für einen schlechten Rahmen) gemäß dem GSM System sein. Fehlererfassung- und Identifikation fehlerhafter Rahmen sind in der GSM Spezifikation 05.03 erörtert (Kanalkodierung).

Gemäß Fig. 3 weist die Verarbeitungseinheit 104 einen Eingang 511 auf, an dem ein Sprachrahmen 102 von dem Kanaldekodierer 101 empfangen wird. Eine Teilereinrichtung 501 teilt den Sprachrahmen in virtuelle Kanäle 502(1).... 502(n), die aus einzelnen Sprachkodierparametern oder Gruppen davon bestehen. Jeder virtuelle Kanal 502(1)... 502(n) ist mit einem gewidmeten unabhängigen Verarbeitungs- und Ersetzungsprozedurblock 505(1)... 505(n) versehen, dem der Sprachkodierparameter oder die Parameter des virtuellen Kanals zugeführt werden. Die Sprachkodierparameter 506(1)... 506(n), die in den Blöcken 505(1)... 505(n) verarbeitet werden, werden in einer Zusammenführungseinrichtung 507 erneut in einen Sprachrahmen 107 zusammengeführt, welcher über einen Ausgang 512 dem Sprachdekodierer 106 zugeführt wird (Fig. 1). Der Übertragungsstreckenüberwachungsblock 504 überwacht die Qualität der Sprachkodierparameter mittels Fehleranzeigen, die aus den Sprachrahmen 102 berechnet wurden, und Fehleranzeigen 103, die an einem Eingang 509 des Kanaldekodierers 101 empfangen werden. Diese Fehleranzeigen 103 können ebenfalls für einen virtuellen Kanal spezifische Fehleranzeigen enthalten, die nachfolgend ausführlicher beschrieben werden. Die Schätzung 510 des Wertes der Sprachkodierparameter, die auf diese Weise erhalten wurde, wird einem Block 503 zugeführt, welcher die Interaktion bzw. Wechselwirkung der Verarbeitungs- und Ersetzungprozeduren 505 steuert, wobei der Block 503 die Blöcke 505(1) ... 505(n) über einen Steuerungsbus 508 steuert. Der Bus 508 kann mehrere Signale enthalten, die zur Steuerung jedes Blocks 505 separat verwendet werden können, falls erforderlich, und zur Übertragung von Informationen, wie beispielsweise Fehleranzeigen, zu jedem Block verwendet werden können. Der Steuerungsblock 503 stellt ebenfalls sicher, daß die Funktionen der Verarbeitungs- und Ersetzungsblöcke unterschiedlicher virtueller Kanäle auf eine vernünftige Weise koordiniert werden. Diese Koordination ist abhängig von dem verwendeten Sprachkodierverfahren und der Abhängigkeit von dessen Sprachkodierparametern. Diese Koordination kann beispielsweise die Tatsache umfassen, daß, wenn der Block 504 die Qualität der Übertragungsstrecke als sehr gering definiert, der Steuerungsblock 503 alle Verarbeitungs- und Ersetzungsblöcke 505(1)... 505(n) auf eine zentralisierte Weise einstellt, um die Sprachparameter ohne Rücksicht auf die Werte der einzelnen Sprachkodierparameter zu dämpfen. Die Qualität des Übertragungskanals kann beispielsweise als eine kumulative Funktion von Zuverlässigkeitsanzeigen bestimmt werden, die aus Sprachkodierparametern 102 berechnet werden, die während einer vorbestimmten Periode empfangen wurden, und jenen, die von dem Kanaldekodierer 101 erhalten wurden. Im einfachsten Fall kann die Qualität des Übertragungskanals als eine kumulative Verteilung fehlerfreier und fehlerhafter Sprachrahmen bestimmt werden, beispielsweise lediglich auf der Grundlage des Signals 103.

Das Blockschaltbild gemäß Fig. 4 zeigt eine Art der Implementierung der Verarbeitungs- und Ersetzungsblöcke 505 aus Fig. 3. Der einzelne Sprachkodierparameter oder die Sprachkodierparametergruppe, die durch die Teilereinrichtung 501 einem virtuellen Kanal 502 zugeführt wird, wird einem Verarbeitungsblock 601 und einem Block 602 zur Erfassung fehlerhafter Parameter zugeführt. Der Verarbeitungsblock 601 führt die Verarbeitung sowohl von fehlerhaften als auch fehlerfreien Parametern durch. Die Funktion des Verarbeitungsblocks 601 ist durch ein Signal 605 gesteuert, welches von einem Steuerungsblock 603 erhalten wird, wobei dieses Signal die Fehlerhaftigkeit eines Sprachkodierparameters oder einer Sprachkodierparametergruppe anzeigt. Die Sprachkodierparameter 506, die durch den Verarbeitungsblock 601 verarbeitet werden, werden über den Ausgang 607 des Blocks 505 dem Kombiniererblock 507 (Fig. 4) zugeführt.

Zudem werden die verarbeiteten Sprachkodierparameter von dem Ausgang 607 zu einem Zwischenspeicher 604 vorheriger verwendeter Sprachkodierparameter zurückgeführt, wobei dieser Zwischenspeicher die verarbeiteten Sprachkodierparameter P1, P2, ...., PN von N vorherigen Sprachrahmen des virtuellen Kanals enthält. Der Zwischenspeicher 604 ist an den Verarbeitungsblock 601 angeschlossen, um die gespeicherten Sprachkodierparameter P1, P2, ..., PN bei der Verarbeitungs- und Ersetzungsprozedur fehlerhafter Sprachkodierparameter zu verwenden. Abhängig von dem Steuerungssignal 605 verarbeitet der Verarbeitungsblock 601 entweder die fehlerfreien Parameter oder ersetzt die fehlerhaften Parameter durch die aus dem Zwischenspeicher 604 erhaltenen Parameter. Am einfachsten heißt die Verarbeitung von fehlerfreien Parametern, das von dem virtuellen Kanal 502 empfangene Sprachkodierparameter als solche über den Ausgang 607 zu der Zusammenfügeeinrichtung 507 übertragen werden. Dies findet herkömmlicherweise statt, wenn das Signal 508 anzeigt, daß die Qualität der Datenverbindung hoch ist. Die Verarbeitung und Ersetzung von fehlerhaften Sprachkodierparametern kann mit jeder geeigneten Verarbeitungs- und Ersetzungsprozedur durchgeführt werden, beispielsweise durch Ersetzen der fehlerhaften Sprachkodlerparameter eines Sprachrahmens durch den Mittelwert der Sprachkodierparameter P1, P2, ..., PN von N vorherigen Sprachrahmen, die in dem Zwischenspeicher 604 gespeichert sind. Wenn die Qualität des virtuellen Kanals gering ist, darf der fehlerhafte Rahmen n nicht durch den vorherigen fehlerfreien Rahmen n-1 ersetzt werden, sondern die Änderung in den Parameterwerten von Rahmen n-1 zu Rahmen n wird gefiltert werden, beispielsweise durch eine Gleichung

f (n) - 0,5 · f(n - 1) + 0,5 · a (n),

wobei f() und a() die Ausgabe und Eingabe des Korrekturalgorhythmus sind. Beim Dämpfen bzw. Abschwächen und Ersetzen von Sprachkodierparametern kann beispielsweise auch die in der GSM Spezifikation 06.11 (Substitution und Stummschaltung von verlorenen Rahmen für Vollratensprachverkehrskanäle) eingesetzt werden.

Der Erfassungsblock 602 kann ebenfalls Fehleranzeigen auf der Grundlage der Verteilung und gegenseitigen Beziehungen empfangener Sprachkodierparameter ableiten. Die Eigenschaften von Sprache werden somit verwendet, beispielsweise die Tatsache, daß alle möglichen Kombinationen und Werte von Sprachkodierparametern nicht notwendigerweise in fehlerfreien Sprachrahmen auftreten. Beispielsweise können zulässige Kombinationen oder Werte für Sprachkodierparameter definiert werden, wobei Sprachkodierparameter, die von diesen Kombinationen oder Werten abweichen, als fehlerhaft in dem Erfassungsblock 602 definiert werden, wobei der Erfassungsblock 602 somit Fehleranzeigen 608 bereitstellt. Alternativ ist es möglich, beispielsweise verbotene Kombinationen und Werte für Sprachkodierparameter zu definieren, wobei Sprachkodierparameter, die mit diesen Kombinationen oder Werten übereinstimmen, die Fehleranzeige 608 bedingen. Zur Erfassung fehlerhafter Sprachkodierparameter verwendete Kriterien können ebenfalls mit der Qualität des Übertragungskanals variieren, wobei eine Benachrichtigung darüber beispielsweise in der Form des Signals 508 erhalten wird. Bei dem Erfassungsblock 602 kann beispielsweise die Erfassungsprozedur eingesetzt werden, die in der früheren finnischen Patentanmeldung 944345 der Anmelderin beschrieben ist, jedoch mit dem Unterschied, daß nunmehr eine Fehleranzeige für einzelne Sprachkodierparameter oder Gruppen davon bereitgestellt ist, und nicht für einen gesamten Sprachrahmen. Der Erfassungsblock 602 kann ebenfalls eine Fehleranzeige von dem Kanaldekodierer 101 oder irgendeinem anderen Teil des Empfängers erhalten, wobei diese Fehleranzeige einen in den Sprachkodierparametern des betroffenen virtuellen Kanals vorliegenden Fehler mitteilt.

Der Steuerungsblock 603 kann beispielsweise eine Zustandsmaschine gemäß der GSM Spezifikation 06.11 enthalten, wobei diese Zustandsmaschine die in dem Block 601 stattfindende Verarbeitung von Sprachkodierparametern auf der Grundlage der von dem Erfassungsblock 602 erhaltenen Fehleranzeige 608 steuert. Zudem wird die Funktion des Steuerungsblocks 603 durch das die Interaktion der virtuellen Kanäle betreffende Steuersignal 508 beeinflußt, welches von dem Steuerungsblock 503 gemäß Fig. 4 erhalten wird. Das Steuersignal 508 besteht aus von dem tatsächlichen Dekodierer erhaltenen Fehleranzeigen und aus Informationen bezüglich der Funktion und Zustände der anderen virtuellen Kanäle 502. Jeder virtuelle Kanal ist somit mit einer gewidmeten Zustandsmaschinenstruktur versehen, die unabhängige Entscheidungen treffen. Das heißt, daß selbst wenn fehlerhafte Sprachkodierparameter erfaßt wurden und eine Ersetzungsprozedur für fehlerhafte Sprachkodierparameter in einem virtuellen Kanal 502 folgten, die anderen virtuellen Kanäle 502 weiterhin eine Verarbeitung von fehlerfreien Sprachkodierparametern durchführen können. Die Sprachkodierparameterverarbeitung gemäß der Erfindung ändert somit die Sprachkodierparameter nur dieses einen virtuellen Kanals und überträgt die Sprachkodierparameter der anderen virtuellen Kanäle unverändert weiter zu der Zusammenfügungseinrichtung 507. Die Sprachdekodierung kann somit soviel wie möglich der in dem ursprünglichen Sprachrahmen bereitgestellten Sprachinformationen verwenden, was die Anzahl von Störungen und Unterbrechungen in dem Sprachsignal verringert und die Qualität hörbarer Sprache verglichen mit einer Situation, in der gesamte Sprachrahmen verworfen wurden, verbessert. Zusätzlich ist, da ein Teil der Sprachkodierparameter eines fehlerhaften Sprachrahmens ebenfalls auf die vorstehend beschriebene Weise verwendet werden können, beispielsweise der Schalter 408 gemäß Fig. 2 nicht erforderlich, da in dem Verarbeitungsblock 505 jedes virtuellen Kanals ein dem Ausgang 607 zugeführter Sprachkodierparameter stets in dem Zwischenspeicher 604 gespeichert wird, ungeachtet dessen, ob er von einem fehlerhaften oder einem fehlerfreien Sprachrahmen stammt.

Fig. 5 zeigt einen Sender, der Fehleranzeigen in Sprachrahmen spezifisch für virtuelle Kanäle erzeugt. Ein Sprachsignal 700 wird einem Sprachkodierer 701 zugeführt, der einen Sprachrahmen gemäß einem Vollraten-Verkehrskanal des GSM Systems erzeugt, wobei dieser Sprachrahmen 220 Sprachkodierparameter Bit anstatt von 260 Bit enthält, dies jedoch aufgrund des weiterentwickelten Sprachkodierverfahrens des Kodierers 701. Ein Teiler 702 teilt die Sprachkodierparameter in drei virtuelle Übertragungskanäle 1, 2 und 3 auf die folgend Weise auf:

38 Spektrumparameterbit auf Kanal 1 (Block 703),

62 Bit, die die Verstärkung und die Basisfrequenz des Sprachkanals darstellen, auf Kanal 2 (Block 707),

120 Anregungsbits eines Sprachsynthesefilters auf Kanal 3 (Block 711).

Auf jedem dieser drei virtuellen Übertragungskanäle 1, 2 und 3 werden Fehlerprüfbits jeweils unabhängig zu den Sprachparameterbits in Fehlerkodierblöcken 704, 708 und 712 hinzugefügt, und Kanalkodierung erfolgt unabhängig in Kanalkodierern 705, 709 bzw. 713.

Die zwei wichtigsten virtuellen Kanäle 1 und 2 sind jeder mit einem 3 Bit CRC Paritätsprüfcode (CRC) versehen. Dem virtuellen Kanal 3 werden keine Fehlerprüfbits hinzugefügt.

Nach der Kanalkodierung erzeugen die virtuellen Kanäle 1, 2 und 3 jeweils 82, 138 und 236 Bit (Blöcke 706, 710 und 714), die zu einem 456-Bit Sprachrahmen kombiniert werden (Block 715), der zu einem Übertragungskanal 716 gesendet wird.

Fig. 6 zeigt die wesentlichen Merkmale eines Empfängers, der zum Empfangen der durch den Sender gemäß Fig. 5 erzeugten Sprachrahmen geeignet ist. Der 456-Bit Sprachrahmen wird von dem Übertragungskanal 716 an einem Teiler 720 empfangen, der die kanalkodierten Sprachkodierbits der virtuellen Kanäle 1, 2 und 3 in entsprechende virtuelle Kanäle teilt, das heißt, 82 Bit in Kanal 1 (Block 721), 138 Bit in Kanal 2 (Block 724), und 236 Bit in Kanal 3 (Block 727). Auf jedem Kanal wird eine Kanaldekodierung jeweils unabhängig in Kanaldekodierern 722, 725 und 728 durchgeführt, und jeweils eine CRC-Paritätsprüfung in Prüfblöcken 723 und 726 durchgeführt. Danach werden die Sprachparameterbits Verarbeitungsblöcken 505(1), 505(2) und 505(3) zugeführt, die jeweils fehlerfreie und fehlerhafte Sprachkodierparameter unabhängig für jeden virtuellen Kanal verarbeiten. Eine Fehleranzeige 730 oder 731 wird ebenfalls den Verarbeitungsblöcken zugeführt, wenn der Block 723 oder 726 erfaßt, daß die Parameter des virtuellen Kanals Fehler enthalten, die er nicht korrigieren kann. Die Blöcke 505 sind ähnlich wie beispielsweise der Block 505 in Fig. 4. Die durch die Blöcke 505 verarbeiteten Sprachparameter werden einer Zusammenfügeeinrichtung 732 zugeführt, die einen 220 Sprachkodierbits enthaltenden Sprachrahmen bereitstellt, wobei dieser Sprachrahmen einem Sprachdekodierer 733 zugeführt wird. Die Blöcke 505 können mit einer Steuereinheit 734 versehen sein, die die Interaktion zwischen diesen koordiniert, wobei diese Steuereinheit ähnlich dem Steuerungsblock 503 in Fig. 3 ist.

Obwohl die Erfindung mit Bezug auf gewisse Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist es offensichtlich, daß die Beschreibung lediglich anhand eines Beispiels gegeben wurde, und sie kann verändert und modifiziert werden, ohne vom Schutzbereich der durch die angefügten Patentansprüche definierten Erfindung abzuweichen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Verarbeiten von Sprachcodierparametern in einem Empfänger eines Telekommunikationssystems, wobei das Verfahren die Schritte aufweist

Empfangen eines codierten Sprachsignals über einen Übertragungskanal, wobei das codierte Sprachsignal Sprachrahmen enthält, die Sprachcodierparameter enthalten,

Kanaldecodieren des Sprachsignals, wobei fehlerhafte Sprachrahmen erfasst werden und bei der Kanaldecodierung angegeben werden,

Verarbeiten von Parametern der fehlerhaften Sprachrahmen auf der Grundlage des vorhergehenden Sprachrahmens oder der vorhergehenden Sprachrahmen,

Durchführen einer Sprachdecodierung der Sprachrahmen, wobei die Verarbeitung der Sprachrahmen die Schritte aufweist

Unterteilen der Sprachcodierparameter eines Sprachrahmens in Gruppen von einem oder mehreren Sprachcodierparametern, wobei die Gruppen logische virtuelle Übertragungskanäle bilden,

Bestimmen der Qualität von jedem der virtuellen Übertragungskanäle während einer vorbestimmten Überwachungsdauer, die länger ist als die Dauer eines Sprachrahmens,

Steuern der Verarbeitung der fehlerfreien und fehlerhaften Sprachcodierparameter unabhängig auf jedem virtuellen Übertragungskanal gemäß der bestimmten Qualität des virtuellen Übertragungskanals,

und wobei der Schritt der Bestimmung gekennzeichnet ist durch Überwachen der Qualität empfangener Sprachcodierparameter.

2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch

Erfassen von Fehlern unabhängig auf jedem virtuellen Übertragungskanal, und

Verarbeiten von Sprachcodierparametern unabhängig auf jedem virtuellen Übertragungskanal, der Fehler enthält, mittels der entsprechenden Sprachcodierparameter des vorhergehenden Sprachrahmens oder der vorhergehenden Sprachrahmen,

Wiedervereinigen der separat verarbeiteten Sprachcodierparametergruppen in einen Sprachrahmen,

Sprachdecodieren des wiedervereinigten Sprachrahmens.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Qualität der Sprachcodierparameter als eine kumulative Funktion aus Zuverlässigkeitsangaben bestimmt wird, die aus während einer vorbestimmten Zeitdauer empfangenen Sprachcodierparametern und jenen aus dem Kanaldecodieren erhaltenen berechnet wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch Berechnen einer kumulativen Verteilung von fehlerhaften und fehlerfreien Rahmen.

5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Bestimmen der Qualität eines virtuellen Übertragungskanals auf der Grundlage einer Fehlerangabe betreffend die Parameter des virtuellen Kanals, wobei die Fehlerangabe aus der Kanaldecodierung erhalten wird.

6. Empfänger für ein Sprachsignal, wobei das Sprachsignal Sprachrahmen enthält, die Sprachcodierparameter enthalten, wobei der Empfänger einen Kanaldecodierer (101), Einrichtungen (104) zum Verarbeiten von Sprachrahmen und einen Sprachdecoder (106) aufweist, wobei die Einrichtungen zur Verarbeitung von Sprachrahmen aufweisen

eine Unterteilungseinrichtung (501), die die Sprachcodierparameter eines Sprachrahmens in N Gruppen unterteilt, von denen jede einen oder mehrere Sprachcodierparameter enthält, wobei N = 2, 3, ...;

N Verarbeitungskanäle (502), von denen jeder unabhängig eine der Sprachcodierparametergruppen auf der Grundlage der Qualität der Sprachcodierparameter der Gruppe und/oder auf der Grundlage von von dem Kanaldecodierer (101) erhaltenen Fehlerangaben verarbeitet,

eine Wiedervereinigungseinrichtung, die die von den parallelen Verarbeitungskanälen separat verarbeiteten Parametergruppen wieder in einen Sprachrahmen vereinigt, der dem Sprachdecodierer (106) zugeführt wird,

dadurch gekennzeichnet, dass die Qualität der Sprachcodierparameter und/oder der Fehlerangaben während einer vorbestimmten Überwachungsdauer bestimmt werden, die länger als die Dauer eines Sprachrahmens ist.

7. Empfänger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Verarbeitungskanal enthält

eine Erfassungseinrichtung (602) für fehlerhafte Sprachcodierparameter,

einen Speicher (604), in dem die entsprechenden Sprachcodierparameter von einem oder von mehreren vorhergehenden Sprachrahmen gespeichert sind, und

eine Verarbeitungs- und Ersetzungseinheit (601), in der als fehlerhaft identifizierte Sprachcodierparameter durch Parameter ersetzt werden, die auf der Grundlage von in dem Speicher gespeicherten Sprachcodierparametern gebildet werden.

8. Empfänger nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtungen zur Verarbeitung von Sprachrahmen ebenfalls aufweisen

eine Einrichtung (504) zum Überwachen der Qualität des gesamten Übertragungskanals,

eine Steuereinheit (503), die die Wechselwirkung der Verarbeitungskanäle abhängig von der Qualität des Übertragungskanals steuert.

9. Verfahren zum Verarbeiten von Sprachcodierparametern in einem Telekommunikationssystem, wobei das Verfahren die Schritte aufweist

Codieren eines Sprachsignals durch Erzeugen von Sprachrahmen, die Sprachcodierparameter enthalten, Kanalcodieren der Sprachrahmen und Hinzufügen von Fehlerprüfbits dazu,

Übertragen der Sprachrahmen über eine Datenübermittlungsverbindung zu einem Empfangsende,

Empfangen der Sprachrahmen an dem Empfangsende,

Kanaldecodieren des Sprachsignals, wobei fehlerhafte Sprachrahmen erfasst und bei der Kanaldecodierung angegeben werden,

Verarbeiten von Parametern der fehlerhaften Sprachrahmen auf der Grundlage des vorhergehenden Sprachrahmens oder der vorhergehenden Sprachrahmen, und

Durchführen einer Sprachdecodierung für die Sprachrahmen, wobei

A) die Kanalcodierung der Sprachrahmen die Schritte aufweist

a1) Unterteilen der Sprachcodierparameter eines Sprachrahmens in Gruppen von einem oder mehreren Sprachcodierparametern, wobei die Gruppen logische virtuelle Übertragungskanäle bilden,

a2) Durchführen einer Fehlerangabecodierung unabhängig auf jedem virtuellen Übertragungskanal,

B) wobei die Verarbeitung der Sprachrahmen an dem Empfangsende die Schritte aufweist

b1) Bestimmen der Qualität jedes virtuellen Übertragungskanals unabhängig auf der Grundlage der Fehlerangabecodierung,

b2) Steuern der Verarbeitung fehlerfreier und fehlerhafter Sprachcodierparameter unabhängig auf jedem virtuellen Übertragungskanal gemäß der bestimmten Qualität des virtuellen Übertragungskanals,

wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass der Schritt des Bestimmens während einer vorbestimmten Überwachungsdauer durchgeführt wird, die länger als die Dauer eines Sprachrahmens ist.

10. Telekommunikationssystem, bei dem ein Sender einen Sprachcodierer (701), der Sprachrahmen erzeugt, die Sprachcodierparameter enthalten, und einen Kanalcodierer (705, 709, 713) aufweist, und ein Empfänger einen Kanaldecodierer (722, 725, 728) Einrichtungen (505) zur Verarbeitung von Sprachrahmen, und einen Sprachdecodierer (733) aufweist, wobei der Sender eine Codiereinheit (702) aufweist,

die die Sprachcodierparameter eines Sprachrahmens in N virtuelle Kanäle unterteilt, von denen jeder einen oder mehrere Sprachcodierparameter enthält, und eine Fehlerangabecodierung (704) unabhängig auf jedem virtuellen Kanal durchführt, wobei die Einrichtungen zur Verarbeitung von Sprachrahmen in einem Empfänger zudem N Verarbeitungskanäle aufweisen, von denen jeder unabhängig die Sprachcodierparameter von einem der virtuellen Übertragungskanäle gemäß der Qualität des jeweiligen virtuellen Übertragungskanals verarbeitet (505), wobei die Qualität auf der Grundlage von Fehlerangaben bestimmt wird, die durch die Fehlerangabecodierung (722-723, 725-726, 728-729) des betroffenen virtuellen Kanals in einer vorbestimmten Anzahl von Sprachrahmen erzeugt werden,

eine Wiedervereinigungseinrichtung (732), welche die verarbeiteten Parametergruppen von den N parallelen Verarbeitungskanälen wieder in einen Sprachrahmen vereinigt, der einem Sprachdecodierer (733) zugeführt wird, und das dadurch gekennzeichnet ist, dass die vorbestimmte Anzahl von Rahmen größer als eins ist.







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