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Dokumentenidentifikation DE69427804T2 08.11.2001
EP-Veröffentlichungsnummer 0653471
Titel VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG FARBLOSEN KOLOPHONIUMS
Anmelder Arakawa Kagaku Kogyo K.K., Osaka, JP
Erfinder MAEDA, Masao, Osaka-shi, Osaka 538, JP;
YAMADA, Yukiharu, Osaka-shi, Osaka 538, JP;
KOBA, Yutaka, Osaka-shi, Osaka 538, JP
Vertreter Gille Hrabal Struck Neidlein Prop Roos, 40593 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 69427804
Vertragsstaaten DE, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 16.05.1994
EP-Aktenzeichen 949146278
WO-Anmeldetag 16.05.1994
PCT-Aktenzeichen JP9400792
WO-Veröffentlichungsnummer 9426833
WO-Veröffentlichungsdatum 24.11.1994
EP-Offenlegungsdatum 17.05.1995
EP date of grant 25.07.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.11.2001
IPC-Hauptklasse C09F 1/04

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium, das farblos und geruchlos ist und hervorragende Wärmestabilität und Wetterbeständigkeit aufweist.

Stand der Technik

Üblicherweise werden Kolophonium und dessen Derivate, d. h. Kolophoniumester als Klebrigmacher für Klebstoffe oder druckempfindliche Klebstoffe, Modifizierungsmittel für Kautschuke oder Kunststoffe, Harze für Straßenverkehrsanstrichstoffe, Leimungsmittel für die Papierherstellung, Emulgatoren für Kunstharze, Harzmaterialien für Tinten und Harze für Anstrichstoffe und ähnliches verwendet. Die oben erwähnten Kolophoniumverbindungen reichen nicht aus im Hinblick auf ihre Gelb, so oder ihre gelblichbraune Farbe, ihren Geruch und ihre Wärmestabilität und Wetterfestigkeit (im Folgenden können beide Eigenschaften manchmal als "Stabilitäten" bezeichnet werden). Um die Nachteile der Kolophoniumverbindungen zu beseitigen waren beispielsweise disproportioniertes Kolophonium erhältlich, das durch Disproportionierung von rohem Kolophonium hinsichtlich der Wärmestabilität verbessert ist, hydriertes Kolophonium, das hinsichtlich der Stabilitäten bis einem gewissen Ausmaß durch Hydrierung von rohem Kolophonium verbessert ist, oder verestertes Kolophonium, das hergestellt wird unter Verwendung des disproportionierten Kolophoniums oder des hydrierten Kolophoniums. Diese sind jedoch hinsichtlich Farbe und Stabilitäten nicht ausreichend. In JP-B-33771/1970 und JP-B-20599/1974 ist ein Verfahren zur Disproportionierung von Kolophonium oder Kolophoniumverbindungen mit speziellen organischen Schwefelverbindungen beschrieben. Das entsprechend diesem Verfahren erhaltene disproportionierte Kolophonium ist jedoch hinsichtlich Farbe, Geruch und Stabilitäten nicht ausreichend.

Wie oben erwähnt kann kein übliches Kolophonium, disproportioniertes Kolophonium und hydriertes Kolophonium gleichzeitig alle Anforderungen erfüllen, d. h. Farbe, Geruch und Stabilitäten. Dementsprechend war es erwünscht, farbloses und geruchloses Kolophonium mit guten Stabilitäten zu produzieren.

In JP-A-6485265 ist ein Verfahren zur Herstellung von solchem farblosem und geruchslosem Kolophonium beschrieben, welches die Hydrierung von gereinigtem disproportioniertem Kolophonium verwendet.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist unter Berücksichtigung der obigen Umstände die Bereitstellung eines neuen Verfahrens zur Herstellung von farblosem Kolophonium, das Hinsichtlich der Eigenschaften Farbe, Geruch und Stabilitäten des üblichen Kolophoniums verbessert ist.

Offenbarung der Erfindung

Als Ergebnis von Untersuchungen zur Verbesserung der oben erwähnten Eigenschaften in Abhängigkeit von verschiedenen Bedingungen wie Art des Kolophoniums, Reinigungsverfahren und Dehydrierungsreaktionen wurde eine neues Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium erhalten, das die Aufgabe der vorliegenden Erfindung löst, d. h. farblos, geruchlos und mit hervorragenden Stabilitäten, bei dem gereinigtes hydriertes Kolophonium als Ausgangsmaterial verwendet wird und dem spezifischen Reaktionsschritt unterworfen wird, und dann wurde die vorliegende Erfindung vervollständigt.

Die vorliegende Erfindung betrifft nämlich ein Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium, dadurch charakterisiert, dass gereinigtes hydriertes Kolophonium dem spezifischen Reaktionsschritt unterzogen wird, d. h. Dehydrierung in Gegenwart eines Dehydrierungskatalysators. Entsprechend dem neuen Verfahren kann farbloses Kolophonium bereitgestellt werden, das fast farbloses Aussehen aufweist, weniger Geruch beim Erhitzen aufweist und hervorragende Stabilitäten zeigt. Das durch das Verfahren erhaltene Kolophonium besitzt Eigenschaften, die vom allgemeinen Konzept her unerwartet sind, das von dem üblichen Kolophonium stammt. Erfindungsgemäß kann nämlich das fast farblose Kolophonium erhalten werden, obwohl das generelle Konzept besteht, dass das Aussehen von Kolophonium gelb oder gelblichbraun ist. Weiter kann das oben genannte Kolophonium gute Kompatibilität mit verschiedenen Polymeren beibehalten, was die charakteristische Eigenschaft des üblichen Kolophoniums ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung

Das Ausgangsmaterial der vorliegenden Erfindung ist gereinigtes hydriertes Kolophonium. Unter Verwendung von solchem Kolophonium wird das schließlich erhaltene Kolophonium farblos, geruchlos und mit hervorragenden Stabilitäten erhalten.

Das gereinigte hydrierte Kolophonium bedeutet eines, das durch teilweise oder im wesentlichen vollständige Hydrierung von Gummikolophonium, Holzkolophonium oder Tallölkolophonium, welche hauptsächlich eine Harzsäure wie Abietinsäuren, Palustrinsäuren, Neoabietinsäuren, Pimarsäure, Isopimarsäure und Dehydroabietinsäure enthalten, und anschließende Reinigung erhalten wird (im folgenden als "gereinigtes hydriertes Kolophonium A" bezeichnet); oder solche, die erhalten werden durch Reinigung von Gummikolophonium, Holzkolophonium oder Tallölkolophonium und dann teilweise oder im wesentlichen vollständige Hydrierung des gereinigten Kolophoniums (im folgenden als " gereinigtes hydriertes Kolophonium B" bezeichnet).

Als Erstes wird das Verfahren zur Herstellung des gereinigten hydrierten Kolophoniums A erklärt.

Bei der Hydrierung können bekannte Reaktionsbedingungen ggf. bestimmt werden. Das rohe hydrierte Kolophonium kann beispielsweise hergestellt werden durch Erhitzen von Rohkolophonium unter einem Wasserstoffdruck von üblicherweise 1 bis 20 MPa (10 bis 200 kg/cm²), bevorzugt 5 bis 15 MPa (50 bis 150 kg/cm²) in Gegenwart eines Hydrierungskatalysators. Als Hydrierungskatalysatoren können beispielsweise Katalysatoren auf einem Träger wie Palladium auf Kohle, Rhodium auf Kohle, Platin auf Kohle, Metallpulver wie Nickel und Platin, Jod, Jodide wie Eisenjodid und ähnliches verwendet werden. Die Menge des Katalysators beträgt üblicherweise 0,01 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,01 bis 1,0 Gew.-% zum Kolophonium, und die Reaktionstemperatur ist 100º bis 300ºC, bevorzugt 150º bis 290ºC.

Die Harzsäure in dem entsprechend den Bedingungen der obigen Hydrierungsreaktion hergestellten rohen hydrierten Kolophonium variiert ein wenig mit der Menge des Hydrierungskatalysators und dem Druck des zugeführten Wasserstoffgases und umfasst üblicherweise weniger als 1 Gew.-% Abietinsäure, 10 bis 50 Gew.-% ihres Tetrahydroderivats, 45 bis 75 Gew.-% Ihres Dihydroderivats, und 5 bis 15 Gew.-% Dehydroabietinsäure. Insbesondere wenn die Menge an Abietinsäure nicht geringer ist als 1 Gew.-% wird die Farbe verschlechtert, sogar wenn die nachfolgenden Reinigungs- und Dehydrierungsschritte durchgeführt werden. Wenn die Menge an Dehydroabietinsäure größer ist als 75 Gew.-% besteht ein Nachteil dahingehend, dass die nachfolgende Dehydrierungsreaktion nicht effektiv durchgeführt werden kann.

Das rohe hydrierte Kolophonium muss gereinigt werden. Reinigung bedeutet hier die Entfernung von Verbindungen mit hohem Molekulargewicht, die von Peroxiden stammen, welche vor der Hydrierung im Kolophonium oder nach der Hydrierung im Kolophonium enthalten sind, und Entfernung von nicht verseiften Verbindungen, die ursprünglich im Kolophonium enthalten sind. Insbesondere können Verfahren wie Destillation, Unkristallisation und Extraktion wirksam sein, und im industriellen Maßstab ist die Reinigung durch Destillation im Hinblick auf Durchführbarkeit und ökonomischen Vorteil bevorzugt. Im Fall der Destillation werden die Bedingungen gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Destillationszeit, üblicherweise eines Temperaturbereichs von 200 bis 300ºC und eines Druckbereichs von 1 bis 100 mmHg bestimmt. Die Umkristallisation kann durchgeführt werden beispielsweise durch Lösen des rohen hydrierten Kolophoniums in einem guten Lösungsmittel, dann Abdestillieren eines Teils des Lösungsmittels zur Herstellung einer konzentrierten Lösung, und Gießen der Lösung in eine schlechtes Lösungsmittel. Beispiele für die guten Lösungsmittel sind aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol und Xylol, halogenierte Kohlenwasserstoffe wie Chloroform, niedrige Alkohole wie Isopropylalkohol, Ketone wie Aceton, Essigester wie Etylacetat. Beispiele für das schlechte Lösungsmittel sind aliphatische Kohlenwasserstoffe wie n-Hexan, n-Heptan, Cyclohexan und Isooktan. Zusätzlich kann als obige Reinigung angewendet werden, dass das gereinigte hydrierte Kolophonium A erhalten werden kann durch Herstellung einer wässerigen alkalischen Lösung des rohen hydrierten Kolophoniums unter Verwendung eines Alkali wie Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid, Extrahieren von unlöslichen nichtverseiften Verbindungen mit einem organischen Lösungsmittel, Neutralisieren der wässrigen Phase zur Isolierung des Kolophoniums A aus der wässrigen Phase.

Die Reinigung in der vorliegenden Erfindung kann den gewünschten Reinigungsgrad ergeben durch, im Fall der Destillation, Entfernung des anfangs destillierten Anteils in einer Menge von etwa 2 bis 5 Gew.-% und des Rückstandsanteils in einer Menge von etwa 5 bis 10 Gew.-%.

Als nächstes wird der Herstellungsprozess für das gereinigte hydrierte Kolophonium B erläutert. Das rohe Kolophonium kann zur Herstellung des Kolophoniums B gereinigt und dann hydriert werden. Als Reinigungs- und Hydrierungsbedingungen können die gleichen Bedingungen wie die für das gereinigte hydrierte Kolophonium A verwendet werden.

Erfindungsgemäß ist es notwendig, das gereinigte hydrierte Kolophonium A und B einer Dehydrierungsreaktion zu unterwerfen. Die Dehydrierungsbedingungen sind nicht besonders beschränkt, und übliche Bedingungen können angewendet werden.

Beispielsweise kann das gereinigte hydrierte Kolophonium in einem geschlossenen Gefäß, d. h. einem druckbeständigen Gefäß, unter einem Anfangswasserstoffdruck im Bereich von weniger als 1 MPa (10 kg/cm²), bevorzugt weniger als 5 · 10&sup5; Pa (5 kg/cm²) und einer Reaktionstemperatur im Bereich von 100 bis 300ºC, bevorzugt 200 bis 280ºC in Gegenwart eines Dehydrierungskatalysators erhitzt werden. Obwohl das Wasserstoffgas aufgrund der Dehydrierungsreaktion nicht hauptsächlich erforderlich ist, wird jedoch wegen des Ziels, gereinigten Wasserstoff zur Reduktion des Peroxids zu Verwenden, wie oben erläutert, der Anfangsdruck des Wasserstoffgases auf einen Druck von weniger als 1 MPa (10 kg/cm²) festgesetzt. Der Druck kann durch den Eigendruck des Wasserstoffs kontrolliert werden, der in der Disproportionierung gebildet wird, oder durch den die externe Zuführ einer kleinen Menge Wasserstoffgas. Um die Dehydrierungsreaktion zu beschleunigen, wird der Anfangsdruck von Wasserstoffgas auf einen Druck von weniger als 5 · 10&sup5; Pa (5 kg/cm²) eingestellt. Wenn die Reaktionstemperatur geringer ist als 100ºC, besteht eine Tendenz zur Erniedrigung der Dehydrierungsreaktivität, und wenn sie höher ist als 300ºC besteht die Möglichkeit, dass das Kolophonium zersetzt werden kann.

Der Dehydrierungskatalysator ist nicht besonders beschränkt, und es können verschiedene bekannte Katalysatoren verwendet werden. Beispiele sind beispielsweise Palladium-Typ-Katalysatoren, Rhodium- Typ-Katalysatoren und Platin- TypKatalysatoren, und diese können in Form geträgerter Katalysatoren auf üblichen Trägern wie Siliziumoxid und Kohlenstoff verwendet werden. Die zu verwendende Menge des Katalysators ist 0,01 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 2 Gew.-% bezogen auf das gereinigte hydrierte Kolophonium.

Wenn die Menge des Katalysators geringer ist als 0,01 Gew.-% besteht eine Tendenz, dass die Dehydrierungsreaktion nicht ausreichend verläuft, und bei mehr als 5 Gew.-% wird der ökonomische Vorteil niedriger. Bei der Dehydrierungsreaktion können gegebenenfalls Reaktionsmedien wie alicyclische Kohlenwasserstoffe wie Cyclohexan und Decalin und aromatische Kohlenwasserstoffe wie Toluol und Xylol verwendet werden.

Die Zusammensetzung der Harzsäuren in dem farblosen Kolophonium, das durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellt wurde, kann geringfügig mit dem Zufuhr- Wasserstoffgasdruck variieren und ist weniger als 1% Abietinsäure, 10 bis 50 Gew.-% Tetrahydro-Körper, 10 bis 40 Gew.-% Dihydro-Körper und 20 bis 60 Gew. -% Dehydroabietinsäure. Das erhaltene Kolophonium hat einen Peroxidwert von nicht mehr als 1.

In der obigen Zusammensetzung von Harzsäuren, insbesondere wenn die Menge an Abietinsäure nicht geringer ist als 1 Gew.-%, ist das Endkolophonium nicht farblos, und wenn die Menge an Dehydroabietinsäure größer ist als 60 Gew.-%, besteht eine Tendenz dahingehend, dass das resultierende Kolophonium aufgrund der hohen Kristallinität eine unterlegene Bearbeitbarkeit aufweist, obwohl farbloses Kolophonium erhalten werden kann.

Im folgenden ist das Verfahren zur Herstellung des farblosen Kolophoniums gemäß der vorliegenden Erfindung spezifisch auf der Basis von Beispielen und Vergleichsbeispielen erklärt.

Beispiel 1 (1) Hydrierungsreaktion

Ein 3-Liter-Autoklav wurde mit 1000 g rohem Gummikolophonium (aus China) mit einem Säurewert von 171, einem Erweichungspunkt von 76ºC und Farbe 6 auf der Gardner-Skala und 2 Gramm Palladium auf Kohle (Palladiumgehalt 5%, Wassergehalt 50%) als Hydrierungskatalysator beschickt. Nach Entfernung von Sauerstoff aus dem System wurde der Druck im System durch Wasserstoff auf 10 MPa (100 kg/cm²) erhöht, und dann wurde die Temperatur des Systems unter Rühren auf 260ºC erhöht. Die Hydrierungsreaktion wurde während 3 Stunden bei dieser Temperatur durchgeführt, wobei ein rohes hydriertes Kolophonium mit einem Säurewert von 167, einem Erweichungspunkt von 74ºC und der Farbe 5 auf der Gardner-Skala erhalten wurde.

(2) Reinigung

Das rohe hydrierte Kolophonium wurde unter einer Stickstoffatmosphäre von 3 mmHg destilliert. Von den in Tabelle 1 gezeigten Fraktionen wurde die Hauptfraktion mit einem Säurewert von 175,2, einem Erweichungspunkt von 83ºC und der Farbe 2 auf der Gardner-Skala als gereinigtes hydriertes Kolophonium verwendet.

Tabelle 1

Ein 1-Liter-Autoklav mit Vibrator wurde mit 200 Gramm des gereinigten hydrierten Kolophoniums und 0,1 Gramm Palladium auf Kohle (Palladiumgehalt 5%, Wassergehalt 50%) beschickt, und Sauerstoff im System wurde durch Ersetzen mit Stickstoff entfernt, dann wurde die Temperatur im System auf 250ºC erhöht. Die Dehydrierungsreaktion wurde während 3 Stunden bei dieser Temperatur unter einem Druck von 5 · 10&sup5; Pa (5 kg/cm²) erhöht, wobei ein farbloses Kolophonium mit einem Säurewert von 172,6, einem Erweichungspunkt von 84ºC und einer Farbe von nicht mehr als 1 auf der Gardner-Skala erhalten wurde. (Farbe 80 auf der Hazen-Skala). Das resultierende farblose Kolophonium wurde den folgenden Tests unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabellen 4 und 5 dargestellt.

(Zusammensetzung der Harzsäuren im Kolophonium)

Jedes Kolophonium wurde vor und nach der Dehydrierungsreaktion durch Gaschromatographie entsprechend ASTM D30008-82 bestimmt.

(Wärmestabilität)

Ein Teströhrchen von 1,5 cm Innendurchmesser und 15 cm Höhe wurde mit 10 Gramm einer Probe beschickt, und das Teströhrchen wurde ohne Verschließen in einen Trockner mit zirkulierender Luft bei 200ºC gegeben. Die Beurteilung erfolgte im Hinblick auf die Farbänderung (Gardner) im Verlauf der Zeit.

(Wetterbeständigkeit)

Ein Salbentöpfchen von 5,6 cm Innendurchmesser und 1 cm Höhe wurde mit 2,0 Gramm Harz mit einer gleichmäßigen Partikelgröße von 60 bis 100 Mesh beschickt. Der Anstieg des Gewichts (Absorption von Sauerstoff) und die Farbänderung (Gardner) wurden nach Bestrahlung des Harzes während 15 Stunden mit einer Quecksilberlampe mit 400 W bei einem Abstand von 40 cm beobachtet. Die Beurteilung der Farbe wurde durchgeführt durch Verwendung einer 50%-igen Toluollösung.

Beispiel 2 (1) Hydrierungsreaktion

Dieselbe Hydrierungsreaktion wie in Beispiel 1 (1) wurde durchgeführt mit der Ausnahme, dass die Menge an Palladium auf Kohle (Palladiumgehalt 5%, Wassergehalt 50%) auf 0,7 Gramm erhöht würde, wobei ein rohes hydriertes Kolophonium mit einem Säurewert von 169, einem Erweichungspunkt von 75ºC und der Farbe 6 auf der Gardner- Skala erhalten wurde.

(2) Reinigung

Das gereinigte hydrierte Kolophonium wurde unter reduziertem Druck auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 (2) destilliert, wobei die in Tabelle gezeigten Fraktionen erhalten wurden. Die Hauptfraktion mit einem Säurewert von 175,5, einem Erweichungspunkt von 85,5ºC und der Farbe 2 bis 3 auf der Gardner-Skala wurde als gereinigtes hydriertes Kolophonium verwendet.

Tabelle 2

(3) Dehydrierungsreaktion

200 Gramm des gereinigten hydrierten Kolophoniums wurde unter denselben Bedingungen wie im Beispiel 1 (3) dehydriert, wobei ein farbloses Kolophonium mit einem Säurewert von 171,1, einem Erweichungspunkt von 85ºC und einer Farbe von nicht mehr als 1 auf der Gardner-Skala erhalten wurde (Farbe 100 auf der Hazen-Skala). Das resultierende Kolophonium wurde den selben Tests wie in Beispiel 1 unterworfen. Die Ergebnisse sind in Tabellen 4 und 5 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 1

Das in Beispiel 1 (1) erhaltene rohe hydrierte Kolophonium wurde unter denselben Bedingungen wie in Beispiel 1(3) dehydriert, wobei ein Kolophonium mit einem Säurewert von 165, einem Erweichungspunkt von 75ºC und der Farbe 5 auf der Gardner- Skala erhalten wurde. Das resultierende Kolophonium wurde den selben Tests wie in Beispiel 1 unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabellen 4 und 5 dargestellt.

Vergleichsbeispiel 2

Das im Vergleichsbeispiel 1 erhaltene Kolophonium wurde in einer Stickstoffatmosphäre unter einem reduzierten Druck von 3 mmHg destilliert, wobei die in Tabelle 3 erhaltenen Fraktionen erhalten wurden. Die Hauptfraktion mit einem Säurewert von 173,7, einem Erweichungspunkt von 84ºC und der Farbe 2 auf der Gardner-Skala wurde als Endkolophonium verwendet. Das Endkolophonium wurde den selben Tests wie in Beispiel 1 unterzogen. Die Ergebnisse sind in Tabellen 4 und 5 gezeigt.

Tabelle 3
Tabelle 4
Tabelle 5

Wie oben erwähnt kann Kolophonium mit hervorragenden verschiedenen Eigenschaften, das Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, nicht erhalten werden, wenn das rohe hydrierte Kolophonium nur der Dehydrierungsreaktion unterzogen wird, oder wenn das rohe hydrierte Kolophonium dehydriert und dann gereinigt wird.

Dementsprechend kann erfindungsgemäß farbloses Kolophonium mit bemerkenswert verbesserten Eigenschaften wie Farbe, Geruch und Stabilität im Vergleich mit üblichem Kolophonium bei relativ niedrigen Kosten bereitgestellt werden.

Gewerbliche Anwendbarkeit

Das erfindungsgemäß hergestellte farblose Kolophonium ist fast farblos im Aussehen, geruchlos und weist hervorragende Stabilitäten auf und ist insbesondere hervorragend hinsichtlich verschiedener Eigenschaften wie Geruch, Stabilitäten und Kompatibilität im erhitzten Zustand. Dementsprechend wird das oben genannte farblose Kolophonium nicht nur als Modifizierungsmittel für Reinigungszusammensetzungen vom Seifen-Typ verwendet, sondern in Form von Alkalimetallsalzen davon auch als Emulgatoren für synthetischen Kautschuk und die Emulsionspolymerisation. Das veresterte farblose Kolophonium wird geeignet als Klebrigmacher für Heißschmelz-Typ-Kleber, Klebrigmacher für Kautschuke und verschiedene Kunststoffe, Ausgangsmaterialien für Straßenverkehrsanstrichstoffe, Basismaterialien für Kaugummi, Modifizierungsmittel für Tinten und Anstrichstoffe, Beschichtungsmittel für Pigmente, Fluxe zum Löten verwendet, und daher kann der kommerzielle Wert der Endprodukte für die Verwendungen erhöht werden.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium, charakterisiert durch Dehydrierung von gereinigtem hydriertem Kolophonium in Gegenwart eines Dehydrierungskatalysators, wobei Reinigung die Entfernung von hochmolekurargewichtigen Verbindungen bedeutet, die von Peroxiden stammen, welche vor der Hydrierung im Kolophonium oder nach der Hydrierung im Kolophonium enthalten sind, und Entfernung von nicht verseiften Verbindungen, die ursprünglich im Kolophonium enthalten sind.

2. Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium nach Anspruch 1, wobei der Dehydrierungskatalysator mindestens einer von Palladium-Typ-Katalysatoren, Rhodium-Typ-Katalysatoren und Platin-Typ-Katalysatoren ist.

3. Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium nach Anspruch 1, wobei der Reaktionsdruck in der Dehydrierungsreaktion weniger als 1 MPa (10 kg/cm²)ist.

4. Verfahren zur Herstellung von farblosem Kolophonium nach Anspruch 2, wobei der Reaktionsdruck in der Dehydrierungsreaktion weniger als 1 MPa (10 kg/cm²)ist.







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