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Dokumentenidentifikation DE19909447C2 29.11.2001
Titel Flächiges Material zum Verpacken von Blumensträußen
Anmelder Behnisch, Peter, 86165 Augsburg, DE
Erfinder Behnisch, Peter, 86165 Augsburg, DE
Vertreter PATENTANWÄLTE CHARRIER RAPP & LIEBAU, 86152 Augsburg
DE-Anmeldedatum 04.03.1999
DE-Aktenzeichen 19909447
Offenlegungstag 14.09.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.11.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2001
IPC-Hauptklasse B65D 85/50
IPC-Nebenklasse B65D 65/38   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein flächiges Material zum Verpacken von Blumenstraußen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere Dekorationspapier und Blumenseide.

Aus dem Stand der Technik sind eine Vielzahl von flächigen Materialien zum Verpacken von Blumenstraußen bekannt. Zum dekorativen Verpacken von Blumenstraußen werden vor allem gefärbte oder transparente Kunststoffolien und Dekorationspapier verwendet, welches in vielfältiger Weise gelegt werden kann. Die flächigen Materialien dienen entweder nur der Dekoration, nur dem Schutz des Straußes oder beiden Zwecken. Der DE 197 21 710 A1 ist beispielsweise ein Dekorationspapier und seine Verwendung zu entnehmen, wobei insbesondere die Anfertigung einer um einen Blumenstrauß gelegten Manschette aus einem doppelt gelegten Dekorationspapier beschrieben wird.

Die flächigen Materialien (Dekorationspapier, Folie, Blumenseide etc.) werden dem Floristen üblicherweise in Rollenform zugeführt, befinden sich also aufgewickelt auf einer Rolle. Diese Rollen werden im Floristikladen in eine Abrollvorrichtung eingelegt, wobei durch die Rollenachse eine im wesentlichen horizontale Lagerachse geschoben wird. Wird Papier oder Folie benötigt, wird das entsprechende Stück von der Abrollvorrichtung abgezogen und über eine Reißkante nach unten oder oben gerissen, wodurch das benötigte Stück von der Rolle abgetrennt wird.

Die DE 44 16 672 A1 beschreibt eine duftende Folie zur Verpackung von Blumen, wobei diese Folie in mindestens einem Teilbereich ihrer Fläche mit einem entweichenden Duftstoff versehen ist. Der Duftstoff befindet sich allerdings dauerhaft und nicht isoliert in der Folie, so daß er aufgrund längerer Lagerung der Folie von selbst entweicht.

Auf völlig anderen Gebieten kennt der Stand der Technik ferner Mikroverkapselungen von Flüssigkeiten, insbesondere von Kleb- oder Duftstoffen. Beispielsweise gibt es Papierbeschichtungen mit Klebstoffen, wobei sich der Klebstoff innerhalb von Mikrokapseln befindet, die bei äußerem Druck aufbrechen und den Klebstoff freigeben. Hierdurch kann eine Klebewirkung eines ansonsten nicht klebenden Papiers durch Druck erzeugt werden. Verschiedentlich wurden auch schon Duftstoffe in derartige Mikrokapseln verpackt, um beispielsweise bei Reiben über eine Papieroberfläche den Duft eines bestimmten Parfüms zu Werbezwecken freizusetzen.

Ferner beschreibt die DE 40 00 920 C2 die Möglichkeit, einen Duftstoff in Mikrokapseln zu verpacken, die unter Druck aufbrechen, jedoch anhand eines mit einem Wirkstoff imprägnierten Tuches. Eine Konfektionierung für ein Verpackungspapier für Blumensträuße läßt sich dieser Schrift nicht entnehmen, insbesondere auch nicht das Entweichen des Duftstoffes unmittelbar vor der Verwendung des Papiers.

Es stellt sich daher für den Floristen die Aufgabe, ein für den Kunden attraktiveres Verpackungsmaterial bereitzustellen, welches nicht bereits im Laden duftet, sondern seinen Duft erst beim Einwickeln des Blumenstraußes entfaltet und damit den Duft der Blumen selbst suggeriert.

Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden näher beschrieben.

Ein einfach oder doppelt auf einer Rolle gelegtes Dekorationspapier zum Einwickeln von Blumenstraußen ist auf mindestens einer seiner Oberflächen mit einer Beschichtung versehen, die im wesentlichen aus Mikrokapseln besteht. Die Verbindung zwischen den Mikrokapseln und dem Papier wird in an sich bekannter Weise hergestellt, beispielsweise durch einen Lack oder Klebstoff. Die Beschichtungstechnik einer Papieroberfläche mit Mikrokapseln erfolgt ebenfalls in an sich bekannter Weise.

Die auf dem Papier befindlichen Mikrokapseln weisen eine Größe zwischen 10 µm und 500 µm auf. Die Mikrokapseln bestehen aus einem an sich bekannten Kunststoff, beispielsweise Polyethylen, Polypropylen oder Polyvinylchlorid.

Innerhalb der Mikrokapseln befindet sich ein Duftstoff oder ein Gemisch von Duftstoffen in flüssiger Form. Hierbei handelt es sich beispielsweise um ein Parfüm, vorzugsweise jedoch um einen typischen Blumenduftstoff. Zum Verpacken eines Rosenstraußes wird vorzugsweise ein Duftstoff mit Rosenaroma benutzt, zum Verpacken anderer Blumen können andere Duftstoffe benutzt werden. Weitere mögliche Duftstoffe beinhalten Vanille-, Zimt- oder andere Weihnachtsaromen, also Duftstoffe, die der Verkehr besonders im Winter bevorzugt.

Neben den Duftstoffen können die Mikrokapseln auch weitere Stoffe, insbesondere Konservierungsmittel für die Duftstoffe selbst und/oder für Blumen beinhalten.

Das erfindungsgemäße flächige Material wird wie folgt verwendet:

Beim Abziehen einer gewünschten Bahnlänge des flächigen Materials von der Rolle über die Abzugskante werden die Mikrokapseln durch den an der Abzugskante entstehenden Druck aufgesprengt, der Duftstoff entweicht und dringt in das umgebende Dekorationspapier ein. Wird das Papier nicht über eine Abzugskante gezogen, sondern eine Manschette hergestellt, wie es in der eingangs genannten DE 197 21 710 A1 beschrieben ist, werden die Mikrokapseln durch das Hantieren mit dem Papier und den manuell darauf erzeugten Druck aufgesprengt. Auch hier wird der Duftstoff freigesetzt und gelangt in das Papier.

Der mit diesem abgezogenen Papier eingewickelte Blumenstrauß duftet intensiv nach dem freigesetzten Duftstoff. Der Florist wird für einen Rosenstrauß ein Papier mit Rosenduftstoff wählen und anderen Blumenarten andere Duftstoffe zuordnen. Um den meisten Anforderungen gerecht zu werden, dürften drei oder vier mit verschiedenen Duftstoffen versehene Papiere genügen.

Ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung ergibt sich aus der Tatsache, daß immer mehr Blumen auf Haltbarkeit und schönes Aussehen gezüchtet werden, wodurch in der Regel ihr natürlicher Duft zurückgedrängt wird oder ganz verloren geht. Der Kunde wünscht jedoch einen duftenden Blumenstrauß und erhält diesen durch Verwendung des erfindungsgemäßen flächigen Materials zum Einwickeln eines Blumenstraußes.

Gegenüber dem bloßen Besprühen von Blumen mit Duftstoffen hat die vorliegende Erfindung den Vorteil, daß der Duftstoff erst unmittelbar vor dem Einwickeln des Straußes freigesetzt wird, also der Blumenladen nicht mit verschiedenen Duftstoffen zugesetzt wird, so daß man keinen spezifischen Duft mehr riecht. Die frische Entfaltung der Duftstoffe aus den Mikrokapseln unmittelbar nach dem Verpacken führt dazu, daß der Blumenstrauß noch einige Stunden nach dem Verpacken intensiv nach dem Duftstoff riecht, beispielsweise im Auto oder noch beim Empfänger des Straußes, eine vom Verkehr durchaus gewünschte Eigenschaft.

In einer alternativen Ausführungsform kann das flächige Material statt eines Dekorationspapiers auch in Form einer Folie ausgebildet sein.

Vorzugsweise enthalten die Mikrokapseln neben den Duftstoffen auch Konservierungsmittel für die Duftstoffe selbst und gegebenenfalls auch für die Blumen. Ferner können sie auch ein Düngemittel für die Blumen enthalten.


Anspruch[de]
  1. 1. Flächiges, mit einem Duftstoff versehenes Material zum Verpacken von Blumenstraußen, dadurch gekennzeichnet, daß es auf eine Rolle gewickelt ist und in mindestens einem Teilbereich seiner Fläche einen in Mikrokapseln enthaltenen Duftstoff enthält und die Mikrokapseln beim Abziehen des Materials von der Rolle über eine Abzugskante durch den an dieser Abzugskante entstehenden Druck aufgesprengt werden, wodurch der Duftstoff entweicht und in das umgebende Material eindringt.
  2. 2. Flächiges Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um Dekorationspapier zur Herstellung einer Ziermanschette für einen Blumenstrauß handelt.
  3. 3. Flächiges Material nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Duftstoff ein Gemisch aus verschiedenen Duftbestandteilen ist.
  4. 4. Flächiges Material nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Duftstoff bzw. die Duftstoffbestandteile typische Blumenduftstoffe sind.
  5. 5. Flächiges Material nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in den Mikrokapseln neben dem Duftstoff Konservierungsmittel für diesen und/oder die Blumen und/oder ein Düngemittel für die Blumen enthalten sind.






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