PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10007371C2 13.12.2001
Titel Lagerung eines Arbeitswerkzeuges in einer Produktionsmaschine, insbesondere in einer Walzenpresse, für pulverförmiges Material
Anmelder Alexanderwerk AG, 42857 Remscheid, DE
Erfinder Eggert, Axel, Dipl.-Ing., 40789 Monheim, DE;
Wiesner, Hermann, 42929 Wermelskirchen, DE
Vertreter COHAUSZ & FLORACK, 40472 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 18.02.2000
DE-Aktenzeichen 10007371
Offenlegungstag 06.09.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 13.12.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2001
IPC-Hauptklasse F16C 33/76
IPC-Nebenklasse B01J 2/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Lagerung eines Arbeitswerkzeuges in einer Produktionsmaschine für ein kontaminationsgefährdetes Produkt, insbesondere einer Walzenpresse für pulverförmiges Material, mit einer Abdichtung des Lagerraums gegenüber dem Arbeitswerkzeug.

Bei der Herstellung bestimmter Produkte wird eine hohe Reinheit gefordert. Wenn es zum Beispiel darum geht, pharmazeutische Produkte herzustellen, können schon geringste Mengen von Fremdstoffen, wie Schmiermittel der Produktionsmaschine, die in das Produkt gelangen, zur Unbrauchbarkeit des pharmazeutischen Produktes führen. Deshalb ist es erforderlich, der Abdichtung des Lagerraums gegenüber dem Arbeitswerkzeug besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Bei einer Walzenpresse, die dazu dient, dem Walzenspalt zugeführtes pulverförmiges Material zu Schülpen zu kompaktieren, die anschließend in einem Granulator zu einem Granulat verarbeitet werden, dessen Rieselfähigkeit gegenüber dem pulverförmigen Material für die Weiterverarbeitung besser geeignet ist, werden die Lager einer hohen Belastung ausgesetzt. Wegen der Bewegung der Walzen, insbesondere deren Durchbiegung beim Pressen, ist es nicht einfach, eine dauerhaft dichte Abdichtung des Lagerraums gegenüber den Walzen zu gewährleisten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Lagerung eines Arbeitswerkzeuges die Sicherheit gegen eine Kontamination des Produktes durch Verunreinigungen aus der Lagerung zu verbessern.

Diese Aufgabe wird bei einer Lagerung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß der Lagerraum zur Umgebung abgeschlossen und an einer Unterdruckquelle angeschlossen ist.

Wegen des im Lagerraum gegenüber der Atmosphäre herrschenden Druckgefälles kann aus dem Lagerraum kein das Produkt kontaminierender Stoff austreten. Selbst bei einer nicht hundertprozentigen Abdichtung durch die Dichtungen des Lagerraums besteht die Gefahr einer Kontamination nicht. In diesem Fall tritt wegen des Druckgefälles nur Luft aus der Umgebung in den Lagerraum ein. Das bedeutet, daß eine Präzision der Dichtungen der Abdichtung nicht länger für einen absoluten Schutz des Produktes gegen Kontamination erforderlich ist.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Anschluß der Unterdruckquelle auf der dem Arbeitswerkzeug abgewandten Seite des Lagerraums vorgesehen.

Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung der Erfindung, die darin besteht, daß dem Lagerraum auf der Seite des Arbeitswerkzeuges eine Kammer vorgeordnet ist, der ein gasförmiges Medium, wie Luft, zuführbar ist. Auf diese Art und Weise wird verhindert, daß durch das Druckgefälle zum Lagerraum hin Staub aus der Umgebung des Arbeitswerkzeuges in den Lagerraum gesaugt wird. Der in der vorgeordneten Kammer herrschende Überdruck gegenüber der Umgebung sorgt dafür, daß in diese Kammer kein Staub eindringen kann. Aus der Kammer kann deshalb nur reine Luft in den Lagerraum gelangen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen:

Fig. 1 eine Walzenpresse mit horizontaler Materialzufuhr in schematischer Darstellung in Seitenansicht und

Fig. 2 eine Lagerung der Walzen gemäß Fig. 1 im Axialschnitt.

Die in Fig. 1 dargestellte Walzenpresse weist zwei übereinander angeordnete, angetriebene zylindrische Walzen 1, 2 auf. Dem Walzenspalt 3 dieser Walzen 1, 2 wird horizontal über eine Zuführung 4 mit einer Förderschnecke 4a in einem Aufgabetrichter 5 vorhandenes pulverförmiges Material 6 zugefördert. Zwischen den Walzen 1, 2 wird dieses pulverförmige Material unter Verdrängung von Luft zu Schülpen 7 kompaktiert. Die Schülpen 7 werden dann zur Vorbereitung auf eine Weiterverarbeitung einem nicht dargestellten Granulator zugeführt. Jede der Walzen 1, 2 ist an jedem Ende mit Zapfen in jeweils einem Rollenlager gelagert.

In Fig. 2 ist diese Lagerung im Axialschnitt dargestellt. Auf einem Wellenzapfen 8 der Walze 1, 2 sitzt ein Rollenlager 9, das in einem Lagerbock 10 des Maschinengestells der Walzenpresse gehalten ist. Das Rollenlager 9 ist in einem abgeschlossenen Lagerraum 11angeordnet, der auf der Seite der Walze 2 von einer Dichtung 12 und auf der anderen Seite von einer Dichtung 13 abgedichtet ist. Die Dichtungen 12, 13 sind zwischen auf den Wellenzapfen 8 drehfest sitzenden Laufringen 14, 15 und Kappen 16, 17 wirksam, die fest und dicht mit dem Lagerbock 10 verbunden sind. Dem Pendelrollenlager 9 ist über eine in den Lagerraum einmündende Leitung 18 Schmierstoff zuführbar.

An dem Lagerraum 11 ist auf der der Walze 2 abgewandten Seite ein Anschluß 19 angeschlossen, über den eine Unterdruckquelle anschließbar ist. Darüber ist es möglich, im Lagerraum 11 ein Druckgefälle gegenüber der Atmosphäre zu erzeugen.

Dem Lagerraum 11 ist auf der Seite der Walze 2, und zwar vor der Dichtung 12, eine kleine ringförmige Kammer 20 vorgeordnet, in die über einen Anschluß 21 Luft zuführbar ist. Dadurch ist es möglich, in dieser Kammer 20 einen gegenüber der Atmosphäre höheren Druck zu erzeugen. Das führt dazu, daß trotz des in dem Lagerraum 11 herrschenden Unterdruckes bei nicht hundertprozentig wirksamen Dichtungen 21 kein Staub aus dem Bereich der Walzen 1, 2 in den Lagerraum 11 gelangen und die Lagerung gefährden kann. Allenfalls kann die in den Raum 20 eingeleitete saubere Luft in den Lagerraum 11 gelangen. Es versteht sich, daß im Bedarfsfall eine ähnliche Maßnahme auch auf der Seite der Dichtungen 15 vorgesehen sein kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Lagerung eines Arbeitswerkzeuges in einer Produktionsmaschine für ein kontaminationsgefährdetes Produkt, insbesondere in einer Walzenpresse für pulverförmiges Material, mit einer Abdichtung (12, 13) des Lagerraums (11) gegenüber dem Arbeitswerkzeug (1, 2), dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerraum (11) zur Umgebung abgeschlossen und an einer Unterdruckquelle angeschlossen ist.
  2. 2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschluß (19) der Unterdruckquelle auf der dem Arbeitswerkzeug (1, 2) abgewandten Seite des Lagerraums (11) liegt.
  3. 3. Lagerung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Lagerraum (11) auf der Seite des Arbeitswerkzeuges (1, 2) eine Kammer (20) vorgeordnet ist, der ein gasförmiges Medium, wie Luft, zuführbar ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com