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Dokumentenidentifikation DE10029549A1 03.01.2002
Titel Verfahren zum Anlassen eines elektrischen Motors und elektrischer Motor mit einer Vorrichtung zum Anlassen des Motors
Anmelder Danfoss Compressors GmbH, 24939 Flensburg, DE
Erfinder Weihrauch, Niels Christian, 13467 Berlin, DE
Vertreter U. Knoblauch und Kollegen, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 15.06.2000
DE-Aktenzeichen 10029549
Offenlegungstag 03.01.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.01.2002
IPC-Hauptklasse H02P 1/42
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Anlassen eines elektrischen Motors, der mit Wechselstorm betrieben wird und einen Ständer (1) mit einer Hauptwicklung (H) und einer ersten Hilfswicklung (AUX1) sowie einen Läufer mit Dauermagneten und wenigstens einer Kurzschlußwicklung aufweist, ist zur Vermeidung einer Polumschaltung beim Anlassen gegen ein hohes Lastmoment bis zur Synchronisierung des Läufers mit dem von den Ständerwicklungen erzeugten Drehfeld vorgesehen, daß der ersten Hilfswicklung (AUX1) und einer zweiten Hilfswicklung (AUX2) des Ständers (1) beim Anlassen der Wechselstrom entsprechend der Wechselstrompolarität abwechselnd zugeführt wird, bis der Läufer eine übersynchrone Drehzahl erreicht hat, wonach die Wechselstromzufuhr der Hilfswicklungen (AUX1, AUX2) abgebrochen oder vermindert wird. Hierbei wird der Strom den Hilfswicklungen gegenüber dem der Hauptwicklung (H) zugeführten Wechselstrom (iH) phasenverschoben zugeführt. Zum gleichen Zweck ist der Motor so ausgebildet, daß der Ständer (1) eine zweite Hilfswicklung (AUX2) aufweist und die magnetischen Achsen der Hilfswicklungen (AUX1, AUX2) einen Winkel einschließen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Anlassen eines elektrischen Motors, der einen Ständer mit einer Hauptwicklung und einer ersten Hilfswicklung sowie einen Läufer mit Dauermagneten und wenigstens einer Kurzschlußwicklung enthält, wobei der Motor mit Wechselstrom versorgt wird. Ferner bezieht sich die Erfindung auf einen elektrischen Motor mit einer Vorrichtung zum Anlassen des Motors, wobei der Motor und die Vorrichtung mit einer Wechselpannungsquelle zu verbinden sind, mit einem Ständer, der eine Hauptwicklung und eine erste Hilfswicklung aufweist, mit einem Läufer, der Dauermagnete und wenigstens eine Kurzschlußwicklung aufweist, und mit einer Phasenschiebereinrichtung, die eine Phasenverschiebung zwischen dem durch die Hauptwicklung und dem durch die Hilfswicklung fließenden Strom bewirkt.

Ein derartiger Motor, auch "Line Start Motor" genannt, hat die Fähigkeit eines Asynchronmotors, ein hohes Anfahrmoment zu erzeugen, sowie die Fähigkeit eines Synchronmotors, mit einer dem Drehfeld synchronen Drehzahl unabhängig von der Belastung laufen zu können.

Das Problem besteht darin, den Läufer mit dem Drehfeld zu synchronisieren. Dies gilt besonders beim Anlaufen gegen ein Belastungsmoment. Eine mögliche Lösung beschreibt die US-Patentschrift 5 952 752, bei der der Läufer eines "Line Start Motors" mittels Polumschaltung von einer niederpoligen auf eine höherpolige Wicklung auf die Synchrondrehzahl gebracht wird. Das Verfahren besteht darin, erst die niederpolige Wicklung einzuschalten und den Läufer bis auf eine höhere Drehzahl hochlaufen zu lassen. Bei Erreichen der Synchrondrehzahl, die der höherpoligen Wicklung entspricht, und kurz nach dem Durchlaufen der Synchrondrehzahl wird die niederpolige Wicklung ausgeschaltet und die höherpolige Wicklung eingeschaltet. Das hat zur Folge, daß die Drehzahl des Läufers von der höheren Drehzahl auf die Synchrondrehzahl der höherpoligen Wicklung abfällt und der Läufer dann die Synchrondrehzahl beibehält. Diese Patentschrift befaßt sich hauptsächlich mit der Möglichkeit, den Motor mit zwei bestimmten Drehzahlen laufen zu lassen, was durch eine Polumschaltung von einer ersten Wicklung auf eine zweite Wicklung erreicht wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und einen elektrischen Motor der gattungsgemäßen Art anzugeben, die es ermöglichen, die Läuferdrehzahl beim Anlaufen des Motors gegen ein hohes Belastungsmoment mit dem von den Ständerwicklungen erzeugten Drehfeld zu synchronisieren.

Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß der ersten Hilfswicklung und einer zweiten Hilfswicklung des Ständers während des Anlassens der Wechselstrom in Abhängigkeit von der Wechselstrompolarität abwechselnd zugeführt wird, bis der Läufer eine übersynchrone Drehzahl erreicht hat, wonach die Wechselstromzufuhr zu den Hilfswicklungen abgebrochen oder vermindert wird, wobei der Strom den Hilfswicklungen gegenüber dem der Hauptwicklung zugeführten Wechselstrom phasenverschoben zugeführt wird.

Ein elektrischer Motor der gattungsgemäßen Art zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, daß der Ständer eine zweite Hilfswicklung aufweist und die magnetischen Achsen der Hilfswicklungen einen Winkel einschließen. Vorzugsweise ist bei diesem Motor dafür gesorgt, daß in Reihe mit jeder Hilfswicklung eine Einrichtung zur Steuerung der Stromrichtung angeordnet ist und daß ein Schaltelement vorgesehen ist, das den den Hilfswicklungen zugeführten Wechselstrom unterbricht oder vermindert, wenn der Läufer eine übersynchrone Drehzahl erreicht hat.

Eine besonders einfache Ausbildung des erfindungsgemäßen Motors besteht darin, daß die Hilfswicklungen jeweils in Reihe mit einer Diode eine Parallelschaltung bilden, in der die Dioden gegensinnig gepolt sind, daß diese Parallelschaltung mit einer Reihenschaltung aus einem Kondensator und dem Schaltelement eine weitere Reihenschaltung bildet, die parallel zur Hauptwicklung liegt.

Eine andere Ausbildung des erfindungsgemäßen Motors besteht darin, daß die Hilfswicklungen jeweils in Reihe mit einer Diode eine Parallelschaltung bilden, in der die Dioden gegensinnig gepolt sind, daß die Parallelschaltung mit dem Schaltelement in Reihe geschaltet ist, daß ein Kondensator zwischen der Verbindung der einen Diode mit der einen Hilfswicklung und dem nicht mit der Parallelschaltung verbundenen Anschluß des Schaltelements liegt und daß die Reihenschaltung aus der Parallelschaltung und dem Schaltelement parallel zur Hauptwicklung liegt.

Die Erfindung und ihre Weiterbildungen werden nachstehend anhand der beiliegenden Zeichnungen bevorzugter Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine Axialansicht des Ständers eines erfindungsgemäßen Motors,

Fig. 2 ein schematisches Schaltbild des Motors, einschließlich einer Anlaßvorrichtung,

Fig. 3 den zeitlichen Verlauf der Ströme in den Haupt- und Hilfswicklungen gemäß dem Schaltbild nach Fig. 2 und

Fig. 4 ein Schaltbild einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Motors mit einer erfindungsgemäßen Anlaßvorrichtung.

Nach Fig. 1 enthält der Ständer 1 eines erfindungsgemäßen Motors eine zweipolige Hauptwicklung H und zwei zweipolige Hilfswicklungen AUX1 und AUX2. Die erste Hilfswicklung AUX1 ist gegenüber der Hauptwicklung H räumlich um 90° versetzt, während die zweite Hilfswicklung AUX2 gegenüber der Hauptwicklung räumlich um 45° versetzt ist. Die Hauptwicklung H und die Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 haben die gleiche Polzahl.

In der Bohrung des Ständers 1 nach Fig. 1 befindet sich ein nicht dargestellter Läufer, der Dauermagnete und eine Polzahl aufweist, die der gewünschten Drehzahl entspricht. Auch hier ist die Polzahl zwei, d. h. der Läufer hat ein Polpaar. Ausführungsformen mit höheren Polzahlen sind ebenfalls möglich. Ferner weist der Läufer mehrere Kurzschlußwicklungen auf, die als axial durchgehende Stäbe ausgebildet sind, wie es bei dem Läufer eines herkömmlichen Asynchronmotors der Fall ist.

Das Schaltbild nach Fig. 2 zeigt schematisch den Aufbau des Motors mit seiner Anlaßvorrichtung. Danach bilden die Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 jeweils in Reihe mit einer Diode D1 und D2 eine Parallelschaltung, in der die Dioden D1, D2 gegensinnig gepolt sind. Diese Parallelschaltung bildet mit einer Reihenschaltung aus einem Kondensator C, der mit einer Kapazität von etwa 80 µF einen Anlaßkondensator bildet und einem Schaltelement K eine weitere Reihenschaltung, die parallel zur Hauptwicklung H an einer einphasigen Wechselspannungsquelle 2 mit der üblichen Netzfrequenz von 50 Hz und Netzspannung von 220 V liegt.

Bei dem Schaltelement K kann es sich um einen elektronischen Schalter, einen Zentrifugatschalter, ein Stromrelais oder einen PTC-Widerstand handeln.

Fig. 3 zeigt den Verlauf des Stroms iH durch die Hauptwicklung H und des Strom 5 iAUX, der beim Anlassen mit geschlossenem Schaltelement K über den Kondensator C und das Schaltelement abwechselnd - aufgrund der Dioden D1 und D2 - in der einen Halbwelle als Strom iAUX1 durch die erste Hilfswicklung AUX1 und in der zweiten Halbwelle als Strom iAUX2 durch die zweite Hilfswicklung AUX2 fließt, wobei der Strom iAUX gegenüber dem Strom iH wegen des Kondensators C etwa um 90° voreilend phasenverschoben ist. Der Kondensator C wirkt hier mithin als Phasenverschiebungseinrichtung. Im Prinzip könnte der Kondensator C durch eine induktive Phasenverschiebungseinrichtung ersetzt werden, die beispielsweise dadurch gebildet wird, daß die Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 eine andere Windungszahl und einen anderen ohmschen Widerstand als die Hauptwicklung H haben. Diese Art der Phasenverschiebungsvorrichtung ergibt jedoch nur eine kleinere Phasenverschiebung. Ein Kondensator wird daher bevorzugt. Alternativ könnte die Phasenverschiebung auch mit einer zweiphasigen Wechsel spannungsquelle erreicht werden.

Erfindungsgemäß ist es möglich, den Läufer innerhalb von etwa fünf Umdrehungen des Drehfelds mit dem Drehfeld zu synchronisieren, d. h. den Motor anzulassen. Die ersten Umdrehungen verlaufen asynchron, d. h. das Drehfeld läuft schneller um als der Läufer, zieht aber den Läufer mit, so daß dessen Drehzahl zunimmt. Bereits in der fünften Umdrehung, d. h. etwa 100 ms nach dem Schließen des Schaltelements K, ist der Läufer mit dem Drehfeld synchronisiert. Die in den Fig. 1 und 3 dargestellten Zeitpunkte t0 bis t4 betreffen die Anlaßperiode des Drehfelds, in der der Läufer mit dem Drehfeld synchronisiert wird. Wenn im Zeitpunkt t0 das Schaltelement K geschlossen wird, d. h. im Nulldurchgang des durch die Hauptwicklung H fließenden Stroms iH, hat der Hilfsstrom iAUX seine maximale positive Amplitude. Aufgrund der Polarität der Dioden fließt der Hilfsstrom iAUX durch die zweite Hilfswicklung AUX2. In Fig. 1 ist die positive Stromrichtung (senkrecht zur Papierebene nach unten) durch einen Stern bei der zweiten Hilfswicklung AUX2 angegeben. Das zwischen Ständer 1 und Läufer erzeugte Drehfeld ist als Zeiger dargestellt. Die Länge des Zeigers ist stets gleich der vektoriellen Summe der Zeiger der Hauptwicklung H und der jeweiligen Hilfswicklung. Im Zeitpunkt t0 ist der Strom iH durch die Hauptwicklung und mithin ihr Magnetfeld Null, während nur durch die zweite Hilfswicklung AUX2 ein Strom fließt, so daß der Zeiger des resultierenden Drehfelds mit der in Fig. 1 dargestellten magnetischen Achse AAUX2 der zweiten Hilfswicklung AUX2 zusammenfällt. Sofern der Zeiger in Fig. 1 schwarz ausgefüllt ist, bedeutet dies, daß er positiv ist.

Im Zeitpunkt t1 ist der Hilfsstrom iAUX Null und der Hauptstrom iH maximal. Das resultierende Magnetfeld wird mithin nur durch den Hauptstrom iH bestimmt, so daß der Zeiger mit der magnetischen Achse AH der Hauptwicklung H zusammenfällt. In der Zeit von t0 bis t1 durchläuft der Zeiger einen räumlichen Winkel von 45°. Da die Frequenz des Wechselstroms 50 Hz beträgt, beträgt die Zeit von t0 bis t1 bzw. tn bis tn+1 5 ms. Der Zeiger läuft normalerweise synchron mit der Frequenz des Wechselstroms um. Da er aber nur den halben räumlichen Winkel, nämlich 45° statt 90°, in der gleichen Zeit von 5 ms durchläuft, nimmt seine Frequenz bzw. Winkelgeschwindigkeit auf die Hälfte der Wechselstromfrequenz ab, d. h. auf 25 Hz.

In der Zeit von t1 bis t2 ist der räumliche Winkel gleich dem elektrischen, und der Zeiger erreicht wieder eine Frequenz von 50 Hz. Im Zeitpunkt t2 fließt der Hilfsstrom iAUX, weil er negativ ist, durch die Hilfswicklung AUX1 in Durchlaßrichtung der Diode D1. In Fig. 1 ist der Zeiger im Zeitpunkt t2 nicht schwarz ausgefüllt, um darzustellen, daß seine Polarität negativ ist.

Da im gleichen Zeitpunkt t2 der Hauptstrom iH Null ist, fällt der Zeiger mit der Hauptachse AAUX1 der Hilfswicklung AUX1 zusammen.

Im Zeitpunkt t3 ist der Hilfsstrom iAUX Null, während der Hauptstrom iH sein negatives Maximum hat. Der Drehfeldzeiger fällt daher mit der Achse AH des Hauptfelds zusammen und ist gegenüber der Position im Zeitpunkt t1 um 180° gedreht. Der Läufer hat jetzt eine Drehzahl von ungefähr 47 Hz, d. h. einen kleinen Schlupf im Vergleich zu der Zeigerfrequenz von 50 Hz. Um den Läufer mit dem Drehfeldzeiger zu synchronisieren, wird er in der Zeit von t3 bis t4 über die synchrone Frequenz von 50 Hz hinaus beschleunigt. Die Zeit von t3 bis t4 entspricht einem räumlichen Winkel im Ständer von 135°, die der Zeiger innerhalb der genannten Zeit von 5 ms durchlaufen muß. Die Frequenz des Zeigers steigt deshalb auf 75 Hz an. Dadurch wird der Läufer beschleunigt, so daß er im Zeitpunkt t4 eine höhere Frequenz als 50 Hz, z. B. 52 Hz, erreicht hat. Sowohl das Drehfeld (der Zeiger) als auch der Läufer werden daher kurzzeitig beschleunigt. Kurz nach dem Erreichen der Synchrondrehzahl wird das Schaltelement K selbsttätig geöffnet, z. B. durch Zentrifugalkraft im Falle eines Zentrifugalschalters oder mittels eines Zeitgebers, und die Stromzufuhr in die eine oder beide Hilfswicklungen unterbrochen. Die Drehzahl des Läufers nimmt jetzt von dem höheren Wert auf die Synchrondrehzahl von 50 Hz ab, wonach er bei der zweipoligen Ausbildung des Motors gemäß Fig. 2 mit dieser Drehzahl weiterläuft.

Die Beschleunigungsstrecke des Läufers hängt von dem Winkel α zwischen den magnetischen Achsen AAUX1 und AAUX2 der beiden Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 ab. Bei einem zweipoligen Motor beträgt der Winkel α vorzugsweise 45°. Er könnte aber auch beispielsweise 60° betragen, was eine längere Beschleunigungsstrecke von 150° ergäbe. Der Zeiger hätte dann im (nicht dargestellten) Zeitpunkt t4 eine Frequenz von etwa 83 Hz, und der Läufer würde sich mit etwa 55 Hz drehen. Allerdings wäre dann die Abbremsung im Bereich von t0 bis t1 größer, und das Drehfeld, das in diesem Bereich von der Hauptwicklung H und der Hilfswicklung AUX2 erzeugt wird, würde verzerrt.

Der Winkel α hängt von der Polzahl des Motors ab. Bei einem vierpoligen Motor (2 Polpaare) läuft der Zeiger mit der halben Frequenz des zweipoligen Motors um, d. h. mit 25 Hz. Der Winkel α muß größer als Null und gleich oder kleiner als 45° sein (0 < α ≤ 45°). Vorzugsweise beträgt der Winkel α 22,5°. Der entsprechende Beschleunigungs-Winkelbereich beträgt dann 67,5°. Der Zeiger erreicht kurzzeitig eine Höchstfrequenz von 37,5 Hz im Bereich des Beschleunigungs-Winkelbereichs. Allgemein gesagt gilt für den Winkel α:



0 < α ≤ 180/p,



wobei p die Anzahl der Pole ist.

Die Schaltungsanordnung der Anlaßvorrichtung mit jeweils einer der Dioden D1, D2 in Reihe mit einer der Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 nach Fig. 2 bewirkt eine kontinuierliche Umkehr der Stromrichtungen in den Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 durch die Dioden D1 und D2. Die beiden Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 wirken hierbei in der Weise zusammen, daß bei der Unterbrechung des Stroms durch die Dioden D1 und D2 die induktive Energie der gerade gesperrten Hilfswicklung von der anderen Hilfswicklung übernommen wird. Ferner sorgen die Dioden dafür, daß jeder Hilfswicklung nur in jeweils einer der beiden Halbwellen des Stroms iAUX Strom zugeführt wird. Dies bedeutet, daß zur Herstellung und Auslegung jeder der beiden Hilfswicklungen die halbe Kupfermenge im Vergleich zu einer mit beiden Halbwellen beaufschlagten Wicklung ausreicht.

Anstelle der Dioden können Transistoren oder andere steuerbare Halbleiterbauelemente verwendet werden. Diese Lösungen sind jedoch aufwendiger.

Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 liegen die Dioden D1 und D2 außerhalb des Motors und nicht innerhalb, wie bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2. Die Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 bilden wiederum jeweils in Reihe mit einer der Dioden D1, D2 eine Parallelschaltung, in der die Dioden gegensinnig gepolt sind. Diese Parallelschaltung ist ebenfalls mit dem Schaltelement K in Reihe geschaltet. Der Kondensator C liegt zwischen der Verbindung der einen Diode D1 mit der einen Hilfswicklung AUX1 und dem nicht mit der Parallelschaltung verbundenen Anschluß des Schaltelements K. Ferner liegt die Reihenschaltung aus Parallelschaltung und Schaltelement K parallel zur Hauptwicklung H. Der Kondensator C hat eine Kapazität von etwa 4 µF und wirkt daher praktisch nur als Betriebskondensator.

Zum Anlassen wird das Schaltelement K geschlossen. Während der positiven Halbwellen der von der Wechselspannungsquelle 2 erzeugten Wechselspannung fließt dann Strom durch beide Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 sowie durch die Hauptwicklung H. Die zum Erzeugen eines Drehfeldes nötige Phasenverschiebung wird mittels unterschiedlicher Impedanzen in der Hauptwicklung und in den Hilfswicklungen erreicht. Während der negativen Halbwelle kann der Kondensator C als kurzgeschlossen betrachtet werden. Der Strom fließt dann nur durch die Hilfswicklung AUX1 und die Hauptwicklung H. Während des Betriebs, nach Erreichen der Synchrondrehzahl, wird das Schaltelement K geöffnet. Der Strom fließt dann über den Kondensator C zum einen direkt durch die Hilfswicklung AUX1 und zum anderen über die Dioden D1 und D2 durch die Hilfswicklung AUX2. Gleichzeitig fließt der Strom über die Hauptwicklung H. Beim Öffnen des Schaltelements K wird die Stromzufuhr zur Hilfswicklung AUX2 vermindert, da nur positive Halbwellen an AUX2 gelangen. Allerdings wirkt sich die Beaufschlagung von AUX2 im Betrieb störend auf das Drehfeld aus, und um dieses Problem zu lösen, kann ein zusätzliches Schaltelement zwischen der Diode D2 und dem Verbindungspunkt der Diode D1 mit dem Schaltelement angeordnet werden, wobei die Schaltelemente gleichzeitig geöffnet werden und die Stromzufuhr zur Hilfswicklung AUX2 abgebrochen wird.

Es ist aber auch möglich, in der Schaltungsanordnung nach Fig. 4 einen zusätzlichen Kondensator mit dem Schaltelement K in Reihe liegend, vor den Dioden D1, D2 einzufügen.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 wird die Hilfswicklung AUX1 am günstigsten so ausgelegt, daß die Betriebsverluste minimal sind.

Bei dem ersten Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 werden die Hilfswicklungen AUX1 und AUX2 dagegen auf das größte Anlaufmoment ausgelegt.

Alternativ ist es möglich, das Anlassen eines dreiphasigen Line-Start-Motors zu erleichtern. Hierfür wäre eine Hilfswicklung, d. h. eine vierte Wicklung im Ständer anzuordnen, und zwar so, daß der räumliche Winkel zwischen einer Hauptwicklung und der vierten Wicklung mehr als 120° beträgt. Dadurch entsteht ein Beschleunigungs-Wickelbereich, in dem der Zeiger kurzzeitig über die Synchrondrehzahl hinaus beschleunigt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Anlassen eines elektrischen Motors, der einen Ständer (1) mit einer Hauptwicklung (H) und einer ersten Hilfswicklung (AUX1) sowie einen Läufer mit Dauermagneten und wenigstens einer Kurzschlußwicklung enthält, wobei der Motor mit Wechselstrom versorgt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der ersten Hilfswicklung (AUX1) und einer zweiten Hilfswicklung (AUX2) des Ständers (1) während des Anlassens der Wechselstrom in Abhängigkeit von der Wechselstrompolarität abwechselnd zugeführt wird, bis der Läufer eine übersynchrone Drehzahl erreicht hat, wonach die Wechselstromzufuhr zu den Hilfswicklungen (AUX1, AUX2) abgebrochen oder vermindert wird, wobei der Strom den Hilfswicklungen (Aux1, Aux2) gegenüber dem der Hauptwicklung (H) zugeführten Wechselstrom (iH) phasenverschoben zugeführt wird.
  2. 2. Elektrischer Motor mit einer Vorrichtung zum Anlassen des Motors, wobei der Motor und die Vorrichtung mit einer Wechselspannungsquelle (2) zu verbinden sind, mit einem Ständer (1), der eine Hauptwicklung (H) und eine erste Hilfswicklung (AUX1) aufweist, mit einem Läufer, der Dauermagnete und wenigstens eine Kurzschlußwicklung aufweist, und mit einer Phasenschiebereinrichtung (C, Aux1, H), die eine Phasenverschiebung zwischen dem durch Haupwicklung (H) und dem durch die Hilfswicklung (AUX1) fließenden Strom bewirkt, dadurch gekennzeichnet, daß der Ständer (1) eine zweite Hilfswicklung (AUX2) aufweist und die magnetischen Achsen (Aaux1, Aaux2) der Hilfswicklungen (Aux1, Aux2) einen Winkel (α) einschließen.
  3. 3. Motor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in Reihe mit jeder Hilfswicklung eine Einrichtung (D1, D2) zur Steuerung der Stromrichtung angeordnet ist und daß ein Schaltelement (K) vorgesehen ist, das den den Hilfswicklungen (AUX1, AUX2) zugeführten Wechselstrom unterbricht oder vermindert, wenn der Läufer eine übersynchrone Drehzahl erreicht hat.
  4. 4. Motor nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfswicklungen (AUX1, AUX2) jeweils in Reihe mit einer Diode (D1, D2) eine Parallelschaltung bilden, in der die Dioden gegensinnig gepolt sind, daß diese Parallelschaltung mit einer Reihenschaltung aus einem Kondensator (C) und dem Schaltelement (K) eine weitere Reihenschaltung bildet, die parallel zur Hauptwicklung (H) liegt.
  5. 5. Motor nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfswicklungen (AUX1, AUX2) jeweils in Reihe mit einer Diode (D1, D2) eine Parallelschaltung (AUX1, AUX2, D1, D2) bilden, in der die Dioden gegensinnig gepolt sind, daß die Parallelschaltung mit dem Schaltelement (K) in Reihe geschaltet ist, daß ein Kondensator (C) zwischen der Verbindung der einen Diode (D1) mit der einen Hilfswicklung (AUX1) und dem nicht mit der Parallelschaltung verbundenen Anschluß des Schaltelements (K) liegt und daß die Reihenschaltung aus der Parallelschaltung und dem Schaltelement (K) parallel zur Hauptwicklung (H) liegt.






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