PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19846761C2 24.01.2002
Titel Geschirr für Zugtiere
Anmelder Vogt, Anton, Wolfswil, CH
Erfinder Vogt, Anton, Wolfswil, CH
Vertreter Sternagel, Fleischer, Godemeyer & Partner, Patentanwälte, 51429 Bergisch Gladbach
DE-Anmeldedatum 10.10.1998
DE-Aktenzeichen 19846761
Offenlegungstag 15.04.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.01.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.01.2002
IPC-Hauptklasse B68B 3/00
Zusammenfassung Geschirr für Zugtiere mit einem kummetartigen Zugkraftübertragungselement, das zwei in der Bewegung voneinander unabhängige Schulterblattteile (1, 2) aufweist, die mit längenvestellbaren, zweiteiligen Verbindungselementen (5, 6) zusammengehalten sind. Ein an den Schulterblatteilen (1, 2) angreifendes, in der Länge einstellbares Schulterblatttragelement (7) bestimmt ihre Höhenlage an der Schulter des Zugtieres. An den Schulterblatteilen (1, 2) sind jeweils auf der Rückseite Polster (4) sowie Verbindungselemente (10, 12, 13) für Landenriemen, Zugstrangen und Rückhalteriemen befestigt.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist ein Geschirr für Zugtiere. Teile davon mit besonderem Merkmal sind Schulterblatteile, Postumgang, Landentragvorrichtung und Zaum. Es eignet sich insbesondere für Zugtiere wie Esel, Maultiere.

Aus EP-A-625 480 ist ein geschlossenes Kummet zur Verbindung eines Pferdes mit einem Fahrzeug bekannt, mit einem um den Hals des Pferdes zu legenden ringförmigen Kissen und einem Stütz- und Stabilisierungsgerüst, das im Innern des Kummetkissens verankert ist.

Die Verbindungseinrichtungen, wie Zugkrampen zur Aufnahme von Zugriemen, Aufhaltering zur Aufnahme der Aufhalter, greifen am Stützring an und ermöglichen es, die am Kummet angreifenden Kräfte in das Innere des Kummet zu leiten.

Aus FR-A-2 649 390 ist ein Kummet für Zugtiere bekannt, bei dem die Schulterblatteile steif miteinander verbunden sind.

Aus DE-A-13 586 ist ein für Pferde mit verschiedenen Halsdimensionen anpassbares Hamen mit zwei Hamenspönen bekannt, die enger oder weiter voneinander entfernt einstellbar sind. Die Zughaken köennen höher oder tiefer gestellt werden.

In Zugpferd 4/1997 S. 54/55 sind sogenannte skandinavische Geschirre beschrieben, mit verstellbar miteinander verbundenen Kummete und einer oben geschlossenen oder vollständigen Polsterung. Diese Geschirre erfordern einen Selett mit Bauchgurt.

Für Esel und Maultiere eignen sich geschlossene Kummete zum Auf- und Abschirren nicht, da diese Tiere im Vergleich zur benötigten Kummetgrösse einen zu grossen Kopf aufweisen. Bekannte Brustblattgeschirre haben bei diesen Zugtieren den Nachteil, dass bei ihnen wegen des Körperbaues das Brustblatt beim Ziehen auf den Kehlrand am Hals drückt. Die langen Ohren sind beim Aufzäumen nur mühsam zwischen Kopfstück und Stirnband durchzustossen.

Der Bauchriemen des Kammdeckels rutscht bei Tieren mit grossem Bauch nach vorn, wodurch die Haut hinter dem Ellenbogen gescheuert wird.

Aufgabe der Erfindung ist es ein Geschirr zu schaffen, das bei Zugtieren wie Esel, Maultieren, die Nachteile der bekannten Kummet- und Brustblattgeschirre vermeidet und besser an den Körperbau dieser Zugtiere anpassbar und leicht an- und abschirrbar ist.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Geschirr, zur Verbindung von Zugtieren mit einem Fahrzeug gemäss Patentanspruch 1 und das Verfahren gemäss Patentanspruch 8.

An den Schulterblatteilen ist jeweils auf der Rückseite ein Zugring in einer bestimmten Höhe befestigt, so dass unter Zugbelastung nur geringe von der Zugrichtung abweichende nach oben oder unten gerichtete Kräfte auf die Schulterblatteile einwirken.

Die voneinander lösbaren Schulterblattverbindungen ermöglichen es, den Zwischenraum der beiden Schulterblatteile einzustellen und die Lage derselben an der Schulter des Zugtieres entsprechend des Körperbaus anzupassen.

Die Höhenlage der Schulterblatteile an der Schulter des Tieres ist durch Einstellen der Länge des Schulterblatttragelementes bestimmbar und kann somit ebenfalls an den Körperbau des Tieres angepasst werden. Zwischen dem Schulterblatttragelement und dem Postumgang ist eine Rückenverbindung vorhanden.

Zum Erleichtern des Auf- und Abschirrens sind die Teile der zweiteiligen Verbindungselemente leicht voneinander lösbar ausgebildet. Es ist jedoch bevorzugt, beim Auf- und Abschirren nur das untere der Verbindungselemente zu öffnen. Die Verbindungselemente sind aus flexiblem, in der Länge jedoch nicht dehnbarem Material. Die zwei Teile werden mittels üblicher bekannter Elemente lösbar miteinander verbunden, beispielsweise Schnallen.

Vorzugsweise ist am Schulterblatteil, jeweils auf der Rückseite, ein die dem Zugtierkörper zugewandte Innenseite umgreifendes Polster angeordnet, das abnehmbar befestigt ist. Es ist so ausgebildet, dass es den Kehlrand am Hals des Tieres nicht berührt.

Ebenso bevorzugt ist es, das Schulterblatttragelement auf der Unterseite mit einem Nackenschutzteil zu versehen, welches auch als Polster ausgebildet sein kann. Die beiden Teile des Schulterblatttragelementes sind ebenfalls miteinander lösbar verbunden. Dies kann mit den üblichen bekannten Elementen wie Schnallen und dergleichen erfolgen.

Die Zweiteilung des Zugkraftübertragungselementes hat den Vorteil, dass sie, aufgrund der flexiblen Verbindung der Schulterblatteile miteinander, beim Ziehen unabhängig voneinander den Schulterblattbewegungen des Tieres folgen können.

Der Postumgang kann mit zwei zusätzlichen Rückhalteverbindungselementen, vorzugsweise Riemen, versehen sein, die an den Strangstutzen oder direkt an den Landen des Fahrzeuges angreifen. Um die seitliche Höhe des Postumganges einstellen zu können, ist ein Postumgangoberriemen vorhanden, dessen Länge einstellbar ist.

Die Verbindungselemente an den Schulterblatteilen weisen die Zugringe auf, an denen seinerseits Landenstruppen zum Halten der Landen des Fahrzeuges befestigt sind.

Die Landentragvorrichtung für einachsige Fahrzeuge weist in der Regel ein Landentragelement, vorzugsweise in Riemenform auf, welches mit dem Rückenpolster nicht fest verbunden ist.

Das Geschirr weist zusätzlich einen Zaum mit üblichen Teilen wie Stirnband, Nasenband, Trense und Kopfstück auf. Vorzugsweise ist das Kopfstück öffenbar ausgebildet, beispielsweise durch Zweiteilung und Schnallenverbindung.

Ein Verfahren zum Bestimmen des Anschlußpunktes für den Zugring an den Schulterblatteilen, des erfindungsgemäßen Geschirres ist dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Probefahrt ein in der Höhe verschiebbare, fixierbare Klemmvorrichtung solange in der Höhe angepaßt wird, bis nur geringe von der Zugrichtung abweichende nach oben oder unten gerichtete Kräfte auf die Schulterblattteile einwirken. Diese Stelle wird für die Aufnahme einer Bohrung für die Befestigungselemente der Zugringe markiert, so dass eine Anpassung des Kraftangriffspunktes an den Schulterblattteilen an die Körper der Zugtiere möglich ist.

Die Erfindung wird nun an einem Ausführungsbeispiel mit Bezugnahme auf Zeichnungen noch detailliert beschrieben und dadurch besser verständlich.

Es zeigen:

Fig. 1 das Zugkraftübertragungselement mit den Schulterblatteilen von vorne,

Fig. 2 das Geschirr ohne Zaum und Landentragvorrichtung von der Seite und

Fig. 3 der Zaum von vorne.

Das in Fig. 1 wiedergegebene Zugkraftübertragungselement weist zwei Schulterblatteile 1, 2 auf, zusammengehalten durch verstellbare Riemen 5, 6 als Verbindungselemente, die ein genaues Anpassen an die Schulter des Tieres ermöglichen. Es wird über dem Hals durch den Schulterblatttragriemen 7 mit Nackenschutz 8 getragen, der die Höhenlage der Schulterblatteile 1, 2 an der Schulter des Tieres bestimmt. Das am Schulterblatteil 1, 2 vorhandene Polster 4 ist mittels Riemen 3 befestigt. Mit 9 ist der bewegliche Leinenring und mit 10 der Zugring mit Polsterschutz 11 bezeichnet. Am Zugring 10 ist der Strangstutzen 12 mit Strangstutzenschnalle 13 befestigt. Zudem gewährleistet der Zugring 10 bei aufgehängtem Geschirr ein knickfreies Hängen des Strangstutzens 12.

Das Geschirr (Fig. 2) weist nebst dem Schulterblatteil 2 Landenstruppe 14, Zugstrange 15, Rückhalteriemen 16, Postumgang 17 mit dem verstellbaren Postumgangoberriemen 19, Strangenträger 18 und Rückenriemen 20 auf.

Beim einachsigen Fahrzeug wird zusätzlich eine nicht gezeigte Landentragvorrichtung eingesetzt.

Am Zaum (Fig. 3) mit Stirnband 21, Nasenband 22 und Vierringtrense 23, lässt sich das Kopfstück 24 zum Auf- und Abzäumen öffnen, so dass die langen Ohren beim Esel und Maultier nicht heruntergedrückt werden müssen.

Das beschriebene Geschirr erreicht den Zweck der vorliegenden Erfindung dadurch, dass die untere Schulterblatteilverbindung 6 zum Auf- und Abschirren, sowie das Kopfstück 24 zum Auf- und Abzäumen geöffnet werden können, und dass der Kehlrand am Nals durch die Zweiteilung des kummetartigen Zugkraftübertragungselementes frei bleibt. 1 rechtes Schulterblatteil

2 linkes Schulterblatteil

3 Befestigungsriemen

4 Polster

5 verstellbarer Riemen, obere Schulterblattverbindung

6 verstellbarer Riemen, untere Schulterblattverbindung

7 verstellbarer Schulterblatttragriemen

8 Nackenschutz

9 beweglicher Leinenring

10 Zugring

11 Polsterschutz

12 Strangstutzen

13 Strangstutzenschnalle

14 Landenstruppen

15 verstellbare Zugstrangen

16 verstellbarer Rückhalteriemen

17 Postumgang

18 Strangenträger

19 verstellbarer Postumgangoberriemen

20 verstellbarer Rückenriemen

21 Stirnband

22 Nasenband

23 Vierringtrense

24 verstellbares Kopfstück


Anspruch[de]
  1. 1. Geschirr, zur Verbindung von Zugtieren mit einem Fahrzeug, mit kummetartigem Zugkraftübertragungselement aus zwei Schulterblattteilen (1, 2), die oben und unten, mittels voneinander lösbaren, in ihrer Länge einstellbaren, jeweils zweiteiligen flexiblen Verbindungselementen (5, 6), miteinander verbunden sind, Postumgang, Landentragvorrichtung und Zaum, dadurch gekennzeichnet, daß an den Schulterblatteilen (1, 2) jeweils auf der Rückseite ein Zugring (10) in einer bestimmten Höhe befestigt ist, so dass unter Zugbelastung nur geringe von der Zugrichtung abweichende nach oben oder unten gerichtete Kräfte auf die Schulterblatteile einwirken und ein an den Schulterblatteilen (1, 2) angreifendes, in der Länge verstellbares, zweiteiliges Schulterblattragelement (7) vorhanden ist.
  2. 2. Geschirr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Unterseite der Schulterblatteile (1, 2) ein Nackenschutzteil (8) mit Verbindungselement zum Rückenriemen (20) vorhanden ist.
  3. 3. Geschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Schulterblatteilen (1, 2) auf der Rückseite je ein die dem Tierkörper zugewandte Innenseite umgreifendes, abnehmbares Polster (4) vorhanden ist.
  4. 4. Geschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei den mittels Zugkrampen mit den Schulterblatteilen (1, 2) verbundenen Zugringen (10), Landenstruppen (14) zum Haltern der Landen des Fahrzeuges angreifen können.
  5. 5. Geschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Postumgang (17) seitlich mittels eines Postumgangoberriemens (19) höhenverstellbar gehalten ist.
  6. 6. Geschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den zusätzlichen Druck auf die Landen des einachsigen Fahrzeuges eine Landentragvorrichtung verwendet werden kann, dessen Tragelement mit dem Rückenpolster nicht fest verbunden ist.
  7. 7. Geschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich einen übliche Teile enthaltenden Zaum (21, 22, 23, 24) aufweist, dessen zweiteiliges Kopfstück (24) mit einer Schnalle geöffnet werden kann.
  8. 8. Verfahren zum Bestimmen des Anschlußpunktes für den Zugring (10) an den Schulterblatteilen (1, 2), eines Geschirres nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Probefahrt ein in der Höhe verschiebbare, fixierbare Klemmvorrichtung solange in der Höhe angepaßt wird, bis nur geringe von der Zugrichtung abweichende nach oben oder unten gerichtete Kräfte auf die Schulterblattteile einwirken.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com