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Bankettefräsaggregat - Dokument DE19739915C2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19739915C2 07.02.2002
Titel Bankettefräsaggregat
Anmelder Schmailzl, Johann, 84178 Kröning, DE
Erfinder Schmailzl, Johann, 84178 Kröning, DE
Vertreter Lederer, Keller & Riederer, 84028 Landshut
DE-Anmeldedatum 11.09.1997
DE-Aktenzeichen 19739915
Offenlegungstag 01.04.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.02.2002
IPC-Hauptklasse E01C 23/088
IPC-Nebenklasse E02F 3/40   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Bankettefräsaggregat, zum eingreifenden Entlangführen an abzufräsenden Schichten einer Straßenbankette.

Es sind Bankettefräsmaschinen bekannt, die jedoch von erheblicher Komplexität sind und hohe Kosten verursachen. Diese hohen Kosten sind für das Bankettefräsen häufig nicht gerechtfertigt.

Es ist auch bekannt (z. B. DE 36 03 675 A), verwitterter Straßenbeläge mit einem rotierenden Fräskörper, nämlich einer Frästrommel zu fräsen, die an einer am Ausleger eines Baggers sitzenden Baggerschaufel montiert ist. Das abgenommene Fräsgut wird in der Baggerschaufel gesammelt und anschließend entladen. Die bekannten Frästrommeln können auch mit einer vorderen Abdeckung versehen sein, die das Abschleudern von Fräsgut in unerwünschten Richtungen verhindert. Die Frästrommel ist starr mit der Baggerschaufel verbunden, weist jedoch eine Tiefenverstellvorrichtung mit Abstützrollen auf, mit deren Hilfe die Baueinheit Schaufel/Frästrommel insgesamt auf eine gegebene Frästiefe eingestellt werden kann. Sowohl zur Einstellung der optimalen Arbeitsbedingungen in Abhängigkeit von der Natur des abzufräsenden Bodens und von den an der Frästrommel sitzenden Messern, als auch zum Entleeren der Baggerschaufel erweist sich die starre Anbringung der Frästrommel als Hindernis.

Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, das Zusammenspiel zwischen Baggerschaufel und Frästrommel flexibler zu gestalten.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch ein Bankettefräsaggregat, das aus einem fahrbaren Bagger oder dgl. mit einer Baggerschaufel besteht, die eine nach vorne gerichtete offene Seite aufweist und eine zur Drehung um ihre Achse antreibbare Frästrommel trägt, die mit ihrer Achse im wesentlichen parallel zu den querverlaufenden Rändern der offenen Vorderseite der Baggerschaufel angeordnet ist und eine Breite im wesentlichen gleich der Breite der offenen Vorderseite der Baggerschaufel hat, wobei die Baggerschaufel und die Frästrommel mit dem Bagger über dessen Bagger-Auslegerarm verbunden sind und die Frästrommel relativ zur Baggerschaufel verstellbar ist, indem seitlich an der Baggerschaufel vertikale Halteschienen angeordnet oder verschwenkbare Arme angelenkt sind, in denen die Frästrommel mit ihren Achsenden gelagert ist.

Das erfindungsgemäße Aggregat kann durch einen Bagger oder Lader, im Prinzip jedoch auch durch äquivalente hierfür geeignete Fahrzeuge an der abzufräsenden Bodenschicht eingreifend entlanggeführt werden. Wenn das abgelöste Gut von Zeit zu Zeit aus der Schaufel in ein Ladefahrzeug umzuladen ist, kann die Frästrommel angehoben und damit aus dem Weg gebracht werden. Die relative Stellung der Teile kann leicht für eine relativ dicke Bankette, nämlich wenn die Baggerschaufel unterhalb des üblichen Wurzelbereichs hindurchschneidet, oder für eine dünne Bankettelage, bei der sich die Trommeltangente und die Schneide der Baggerschaufel durch den Wurzelbereich der zu entfernenden Pflanzen bewegt und die Wurzeln teilweise durchtrennt, optimal eingestellt werden, ohne daß die wiederhergestellte Bankette Risse, Löcher und Unebenheiten aufweist.

Die Konstruktion sieht vorzugsweise so aus, daß seitlich an der Baggerschaufel verschwenkbare Arme angelenkt sind, in denen die Frästrommel mit ihren Achsenden gelagert ist und die außerdem mit der Baggerschaufel zu ihrer Verschwenkung noch über beiderseits angelenkte hydraulische Linearmotoren verbunden sind. Die Frästrommel selbst muß zur Rotation angetrieben werden, wobei beide Drehrichtungen in Frage kommen; hierfür eignet sich bevorzugt ein Hydraulikmotor, da dieser seine Energie vom Bagger beziehen kann und leicht bei großem Drehmoment auf die erforderliche vom abzutragenden Material abhängige Drehzahl einstellbar ist, und zwar insbesondere bei Montage des Hydraulikmotors an der Baggerschaufel und Übertragung des Antriebs über einen Kettentrieb.

Vorzugsweise ist die Baggerschaufel an der Oberseite mit einem Kuppelelement z. B. in Form eines üblichen Dreh- und Schwenkteils und, wenn sie am Boden gleiten soll, an deren Unterseite mit Gleitsohlen, die die Abnützung verlangsamen, ausgestattet. Sie kann jedoch auch so ausgestaltet sein und betrieben werden, daß sie mit Abstand über dem Boden im höheren Bereich der Frästrommel mitgeführt wird und nur dem Auffangen des Fräsguts dient.

Die folgende Beschreibung zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:

Fig. 1 in schematischer perspektivischer Darstellung ein einen Bagger umfassendes erfindungsgemäßes Bankettefräsaggregat im Einsatz;

Fig. 2 eine Seitenansicht einer Trommel-Schaufel-Baugruppe des Bankettefräsaggregats unter Veranschaulichung seiner Funktion;

Fig. 3 und 4 schematische Seitenansichten abgewandelter Konstruktionen der Trommel- Schaufel-Baugruppe des Bankettefräsaggregats.

Ein Bankettefräsaggregat besteht aus einer Trommel-Schaufel-Baugruppe 1, einem Bagger 2 und einem diese Teile verbindenden Auslegerarm 3. Die Baugruppe 1 wird vom Bagger 2 über den üblichen Auslegerarm 3 geführt. Der Bagger bewegt sich entlang einem Weg 4 in der Richtung eines Pfeils 5 und hat die Aufgabe, eine Bankette 11 abzufräsen, die zunächst von allerlei Bewuchs und Erdreich 12 - in den Fig. 2 bis 4 geschnitten dargestellt - bedeckt ist. Die Zeichnung zeigt zur anschaulicheren Darstellung eine Betriebsweise, bei der die Trommel-Schaufel-Baugruppe 1 mehr oder weniger geschoben wird. Je nach der Art des Fahrzeugs kann jedoch auch ein Betrieb, bei dem die Baugruppe 1 schräg hinterhergezogen wird, möglich und sogar zu bevorzugen sein. Die Baugruppe 1 umfaßt eine Baggerschaufel 15, die über eine Kupplung 16, nämlich ein Dreh- und Schwenkteil, starr, jedoch verstellbar mit dem Auslegerarm 3 verbunden ist. Der Baggerführer kann die Lage, Neigung usw. der Baggerschaufel 15 auf hydraulischem Wege justieren. Die Baggerschaufel besteht aus einem wannenartigen Behälter mit einer offenen Seite 17, die im Fräsbetrieb hinsichtlich der Fahrtrichtung als Vorderseite angeordnet wird. Entlang dem unteren Rand der offenen Vorderseite 17 hat die Baggerschaufel eine geradlinige Schneide 18.

Als beispielsweise Maße der Baggerschaufel 15 seien angegeben eine Breite von 1,75 m, eine Tiefe von 1,20 m und eine Höhe von 1,20 m.

In geringem Abstand, beispielsweise in einem Achsabstand von wenigen Zentimetern von der offenen Vorderseite 17, befindet sich vor dieser eine Frästrommel 21, die auf einer Achse 22 sitzt, welche parallel zur Baggerschaufel 15 und insbesondere zu deren Schneide 18 angeordnet ist. Die Frästrommel kann eine von vielen bekannten Strukturen für derartige Werkzeuge haben, beispielsweise mit Rippen, mit Messern, mit Zähnen und so weiter bestückt sein. Sie hat beispielsweise eine axiale Länge von 1,75 m und einen Durchmesser von 0,47 m. Die Frästrommel ist gemäß der Konstruktion von Fig. 2 an Armen 23 gelagert, und die Arme selbst sind bei 25 seitlich außen an die Baggerschaufel 15 angelenkt. An den Armen 23 greift jeweils ein hydraulischer Linearmotor in Form eines Hydraulikzylinders 26 an, der selbst bzw. dessen Kolbenstange einerseits an der Seitenwand der Baggerschaufel 15 und andererseits am jeweiligen Arm angelenkt ist. Verstellbare Anschläge 27 verhindern, daß die Frästrommel 21 relativ zur Baggerschaufel 15 zu tief eingestellt wird. Auf einem der Arme 23 sitzt außerdem ein an das Hydrauliknetz des Baggers angeschlossener Hydraulikmotor 30, der über einen Kettentrieb 31 die Frästrommel 21 zur Drehung antreibt. Für den Betrieb sind beide Drehrichtungen verwendbar. Ein Schutz- und Prallblech 32, das an der Lagerung der Achse 22 befestigt ist, schützt vor abgeschleuderten Steinen und sonstigen Partikeln.

Für den Betrieb wird mit Hilfe der Hydraulikzylinder 26 die Frästrommel 21 auf eine Höhe eingestellt, in der ihre untere horizontale Tangentenebene die Schneide 18 enthält. Eventuell verstellbare Fräsmesser an der Frästrommel 21 werden in Abhängigkeit von der zu fräsenden Bankette, die beispielsweise überwiegend aus Sandboden, aus Kies usw. besteht, gemäß der Erfahrung so eingestellt, daß das Fräsgut leicht abgeschleudert werden kann. Beim Drehen der Frästrommel 21 z. B. zwischen 200 und 700 Umdrehungen pro Minute in Abhängigkeit vom zu fräsenden Material, in einer der beiden möglichen Drehrichtungen wird der Überstand der Bankette gefräst und gelockert und in die Schaufel 15 geschleudert. Die Frästrommel 21 bewirkt eine glatte Oberfläche der rekonstruierten Bankette, die von der Baggerschaufel 15 weiter geglättet und verdichtet wird. Von Zeit zu Zeit, beispielsweise nach 20 m Fräsung, hebt der Baggerführer das Bodenfräsaggregat 1 auf, verschwenkt die Arme 23 und damit die Frästrommel 21 so, daß sie die offene Vorderseite 17 der Baggerschaufel 15 freigibt, und entleert die Baggerschaufel durch die offene Vorderseite 17 auf ein bereitstehendes Ladefahrzeug.

Fig. 3 zeigt ein abgewandeltes Aggregat, bei dem die - teilweise geschnitten dargestellte - Baggerschaufel 15 nicht nur über die offene Vorderseite 17 entleerbar ist, sondern als Rückwand eine Leerungsklappe 36 aufweist, die zum Leeren geöffnet werden kann. Die Leerungsklappe 36 sitzt an ihrem oberen Rand über Scharniere 37 an der festen Wand der Baggerschaufel 15 und kann durch an ihrem unteren Rand angebrachte lösbare Verriegelungen 38 während des Fräsvorgangs geschlossen gehalten werden und zum Entleeren geöffnet werden. Die Verriegelungen sind vorteilhafterweise hydraulisch steuerbar. Ein Wegklappen der Frästrommel von der offenen Vorderseite 17 weg zur Schaufelentleerung ist deshalb nicht notwendig und deren Halterung kann eine Konstruktion haben, die nicht auf das häufige Wegklappen abgestellt ist. In der Fig. 3 ist eine Halterung mit vertikaler Halteschiene 39 und handverstellbaren Spindeln 40 dargestellt. Der Hydraulikmotor 30 sitzt bei der dargestellten Ausführung direkt auf der Achse 22 der Frästrommel 21. Im Schaufelinneren ist angesammeltes Fräsgut 41 dargestellt.

Fig. 4 zeigt in schematisierter Darstellung eine Anordnung, bei der man auf die glättende und verdichtende Wirkung der Schaufel 15 verzichtet und diese relativ zur Frästrommel 21 erhöht anordnet, wiederum mit der Möglichkeit der Schaufelleerung durch Umkippen ohne Verstellung des Aufhängorts der Frästrommel. Die Drehrrichtung der Trommel 21 ist durch einen Pfeil 43 angezeigt, sie muß also in der Fahrtrichtung fräsen. Das Schutz- oder Prallblech 32 übernimmt zusätzlich die Funktion einer Lenkung abgeschleuderter Partikel des Fräsguts 41.

Das beschriebene Aggregat erlaubt ein relativ schnelles und mit mäßigem Geräteaufwand durchführbares Bankettefräsen. Vor allem erfolgt die Abgabe des Fräsguts mit Hilfe der Baggerschaufel in sehr einfacher und günstiger Weise.


Anspruch[de]
  1. 1. Bankettefräsaggregat bestehend aus einem fahrbaren Bagger oder dgl. mit einer Baggerschaufel (15), die eine nach vorne gerichtete offene Seite (17) aufweist und eine zur Drehung um ihre Achse (22) antreibbare Frästrommel (21) trägt, die mit ihrer Achse (22) im wesentlichen parallel zu den querverlaufenden Rändern der offenen Vorderseite (17) der Baggerschaufel (15) angeordnet ist und eine Breite im wesentlichen gleich der Breite der offenen Vorderseite der Baggerschaufel hat, wobei die Baggerschaufel (15) und die Frästrommel (21) mit dem Bagger (2) über dessen Bagger-Auslegerarm (3) verbunden sind und die Frästrommel (21) relativ zur Baggerschaufel (15) verstellbar ist, indem seitlich an der Baggerschaufel (15) vertikale Halteschienen (29) angeordnet oder verschwenkbare Arme (23) angelenkt sind, in denen die Frästrommel (21) mit ihren Achsenden gelagert ist.
  2. 2. Bankettefräsaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme (23) mit der Baggerschaufel (15) außer über die jeweilige Anlenkstelle (25) auch noch zu ihrer Verschwenkung über beiderseits angelenkte hydraulische Linearmotoren (26) verbunden sind.
  3. 3. Bankettefräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Frästrommel (21) von einem an der Baggerschaufel (15) sitzenden Motor (30) über einen Riemen- oder Kettentrieb (31) angetrieben ist.
  4. 4. Bankettefräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Frästrommel (21) über einen hydraulischen Rotationsmotor (30) angetrieben ist.
  5. 5. Bankettefräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an der Oberseite der Baggerschaufel (15) ein Kuppelelement (16) für eine dreh- und schwenkbare Ankupplung sitzt.
  6. 6. Bankettefräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich an der Unterseite der Baggerschaufel (15) Gleitsohlen (19) befinden.
  7. 7. Bankettefräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Baggerschaufel (15) an einer ihrer Wände eine Leerungsklappe (36) aufweist.






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