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Dokumentenidentifikation DE19949201C2 07.02.2002
Titel System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen für deren Transport auf dem Schienenweg
Anmelder Skibbe, Eberhard, 56332 Lehmen, DE
Erfinder Skibbe, Eberhard, 56332 Lehmen, DE
DE-Anmeldedatum 13.10.1999
DE-Aktenzeichen 19949201
Offenlegungstag 09.11.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.02.2002
Addition 10118510.3
IPC-Hauptklasse B61J 1/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung befasst sich mit einem System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen für deren Transport auf dem Schienenweg mit Niederflurwagen, die jeweils auf einer Gleistraverse um eine vertikale Achse mittels einer Hydraulik aus der Fahrtrichtung geschwenkt werden, so dass die Stirnseiten der Ladeplattformen der Niederflurwagen niveaugleich zwischen Straßenanschlüssen geführt sind.

Die Möglichkeit, Lastkraftwagen, Lastzüge und Personenkraftwagen mit der Eisenbahn zu transportieren ist derzeit bereits durch die Systeme "Rollende Landstraße" bzw. "Auto im Reisezug" gegeben, wie zum Beispiel auch in DE 44 46 684 A1 bzw. DE 41 23 579 C1 beschrieben. Deren Nachteil besteht jedoch darin, daß derartige Transporte nur auf Punkt- zu-Punkt-Verbindungen über relativ weite Strecken durchgeführt werden. Ein Auf- und Entladen an Zwischenstationen für den regionalen Quellen- und Zielverkehr ist dabei nicht gegeben, weil das Be- und Entladen der Züge nur durch Auf- bzw. Abfahren der Landfahrzeuge in einer Reihe hintereinander von einem Ende des Zuges her erfolgen kann.

Aus der DE 41 23 339 C2 ist bereits ein System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen für den Transport auf dem Schienenweg mit einem neuen Spezial-Niederflurwagen mit einer um eine vertikale Achse mittels einer Antriebseinrichtung schwenkbaren und auf Rollen gelagerten und in ihren Endpositionen arretierbaren Ladeplattform bekannt geworden, bei dem unterhalb des Bahngleises ein stationäres, fernsteuerbares Multifunktionsantriebsaggregat zur Feinpositionierung des Niederflurwagens, zur Ent- und Verriegelung der Ladeplattform des Niederflurwagens und zum Aus- und Einschwenken der Ladeplattform vorgesehen ist. Mit dem Ladefahrzeug gemäß der DE 41 23 339 C2 ist es nun möglich, an jeder Haltestelle eines Zuges unabhängig von der Reihenfolge der Wagen jeden einzelnen Niederflurwagen zu be- und entladen. Hierbei wir, durch die zweite, schwekbare Plattform zwangsläufig begründet, ein ganz neuer Typ des Niederflurwagens erforderlich, der mit hohen Entwicklungskosten verbunden ist.

Altennativ hierzu wird in DE 41 20 906 A1 ein Huckepacksystem für Straßenfahrzeuge auf der Bahn vorgeschlagen, bei dem eine Drehbewegung entweder der Waggons oder einer Plattform auf den Waggons sein kann. Zur Erreichung der notwendigen Genauigkeit des Stops der Waggons ist unter anderem eine Justiervorrichtung vorgesehen, bei der ein oder zwei gegenläufig angeordnete hydraulische Stellzylinder schräg von unten gegen den Rahmen des Waggons drücken und so den Wagen in die richtige Position schieben.

Zusätzlich ist nach DE 41 20 906 A1 ein Kupplungsroboter in die Drehbühne eingelassen, der den jeweiligen Kupplungsvorgang eines bekannten Kupplungssystems ausführt. Die Auslösung des Ent- oder Ankoppelvorganges wird direkt von der Lok aus eingeleitet oder zentral im Bahnhof, insbesondere von einem zentralen Leitrechner, vorgenommen, wobei der Kupplungsvorgang vollautomatisch nach Stillstand des Zuges bzw. nach Rückkehr in die Fahrposition ausgelöst wird. Es ist vorgesehen, daß nur die Wagen abgekuppelt werden, auf denen in der jeweiligen Station ein Fahrzeugwechsel stattfindet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das schnelle und freizügige Auf- und Abfahren von Landfahrzeugen für deren Transport auf dem Schienenweg zu ermöglichen und die bekannten Einrichtungen zu verbessern.

Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe für ein System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen für deren Transport auf dem Schienenweg mit Niederflurwagen durch Einlagerung eines Multifunktionselementes im Zentrum der Gleistraverse, das einerseits über ein Ring- Kugel- oder Rollenlager die Traverse mittig trägt und andererseits im cylindrischen Innenraum die Einrichtungen zur Feinpositionierung und Arretierung der Niederflurwagen sowie für die Vorbereitung zu deren Trennung von den Nachbarwaggons beherbergt.

Das System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen für den Transport auf dem Schienenweg enthält somit die Systemkomponenten,

um- bzw. zugerüstete Niederflurwagen (z. B. der Baureihe Saadkms 690),

Spezial-Gleistraversen zum Verschwenken der Niederflurwagen aus der Fahrtrichtung,

Multifunktionselement zur Feinpositionierung und Arretierung der Niederflurwagen sowie für die Vorbereitung zu deren Trennung von den Nachbarwaggons.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Kennzeichnenden Merkmalen der Unteransprüche entnehmbar.

So kann die Einrichtung zur Feinpositionierung und Arretierung der Niederflurwagen durch einen vertikal aus- und einfahrbaren, dachförmigen Keil, im Multifunktionselement erfolgen. Als Einrichtung für die Vorbereitung zur Trennung von den Nachbarwaggons wird eine Zahnstange am Keil des Multifunktionselementes vorgeschlagen, die in eine Zahnrolle des Niederflurwagens eingreift und deren Drehung für den Verschluß und die Trennung der Bremsdruck- und Elektroleitungen von den Nachbarwaggons zur Verfügung steht.

Weiterhin werden für das System automatische Spezialkupplungen der Niederflurwagen angegeben, die als Mittelpufferkupplungen mit jeweils einem C-förmigen Außenteil und einem T-förmigen Innenteil ausgeführt sind.

Die Erfindung wird in den Zeichnungen anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 Seitenansicht auf das System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen mit einem Niederflurwagen auf einer Gleistraverse,

Fig. 2 Draufsicht auf die ausgeschwenkte Traverse,

Fig. 3 Längsschnitt durch das Multifunktionselement,

Fig. 4 Sprengdarstellung des in Fig. 3 dargestellten Multifunktionselementes,

Fig. 5 Ausgangsposition des Keiles eines Multifunktionselementes,

Fig. 6 Feinpositionierung durch Ausfahren des Keils,

Fig. 7 Arretierung durch weiteres Ausfahren des Keils,

Fig. 8 Positionskorrektur des Niederflurwagens nach links,

Fig. 9 Einrichtung für die Vorbereitung zur Trennung von Niederflurwagen,

Fig. 10 C-förmiges Außenteil einer Mittelpufferkupplung,

Fig. 11 T-förmiges Innenteil einer Mittelpufferkupplung,

Fig. 12 Mittelpufferkupplung im Eingriff und

Fig. 13 Mittelpufferkupplung im Schnitt A-B nach Fig. 12.

Nachfolgend werden die in den Zeichnungen dargestellten Systemkomponenten erläutert. Hierbei handelt es sich um das Auf- und Abladen von Landfahrzeugen, wie zum Beispiel Lastkraftwagen, für den Transport auf dem Schienenweg mit einem Eisenbahn-üblichen Niederflurwagen 5 auf einem Gleisabschnitt 1a, der auf einer Traverse 1 montiert ist. Diese ist um eine vertikale Achse und auf Rollen 1c um circa 22° schwenkbar, zentral auf dem Stationsfundament 3, bzw. auf den Schienensegmenten 4, gelagert. Im cylindrischen Innenraum des kugelgelagerten Multifunktionselementes 2 befindet sich ein Hydraulikzylinder 2c als Antrieb eines vertikal aufwärts und abwärts beweglichen Keiles 2a, der den Niederflurwagen 5 für die Schwenkung vorbereitet, feinpositioniert und dort arretiert. Das im Betonfundament 3 eingelassene Leerrohr 3c dient der Führung der Leitungen für die Hydraulik, Elektrik und gegebenenfalls zur Entwässerung. Ein horizontal liegender Hydraulikzylinder 1d ist zum Schwenken der mit Querverstrebungen 1b verstärkten Traverse 1 in der Laibung der Rampeneinfassung 3b vorgesehen. Der ganze beladene/unbeladene Niederflurwagen 5 wird also zusammen mit dem Gleisabschnitt 1a auf dem er ruht für das Befahren von Landfahrzeugen über Straßenanschlüsse 8 um circa 22° geschwenkt. Der Gleisabschnitt 1a ist fest auf der Traverse 1 montiert, deren Länge nur dem äußeren Radstand eines darauf befindlichen Niederflurwagens 5 entspricht.

Der Antrieb für die Schwenkung der Traversen 1 kann aber auch in einer nicht dargestellter Weise elektromotorisch von der Seite her an deren einen oder beider Enden erfolgen. In dieser Version geschieht das mittels Spindeln, die in die Laibungen der Rampen montiert sind. In ihren Enstellungen bleibt die Traverse 1 ohne zusätzliche mechanische Vorrichtungen zum Beispiel über Lichtschranken oder Grenzwertkontakte gesteuert, in der festgelegten Position des Antriebselementes arretiert.

Der Antrieb für die Feinpositionierung und Arretierung des Niederflurwagens 5 auf dem Gleisabschnitt 1a befindet sich in der Mitte der Traverse 1 und des zentralen Ringlagers. Dieses Multifunktionselement 2 treibt über eine Hydraulikleitung 2d und einen Hydraulikzylinder 2c einen senkrecht beweglichen, dachförmigen Keil 2a. Die äußeren vertikalen Laufflanken 2ay des nach unten verlängerten Keiles 2a führen ihn dicht gleitend an der zylindrischen Innenwand 2y des Multifunktionselementes 2 auf- und abwärts. Die inneren Flanken 2az des Keiles 2a gleiten ebenso an den Außenwänden 2cz des dafür besonders stark ausgelegten Hydraulikzylinders 2c und stabilisieren somit den Keil 2a gegen seitliche Biegekräfte. Der im Verankerungspunkt 2bx mit ausreichendem Spiel am Befestigungspunkt 2ax des Keiles 2a angebrachte Hydraulikkolben 2b wird dadurch in keiner seiner vertikalen Arbeitspositionen seitlich belastet.

Die Ausgangsposition des Keiles 2a mit dem darüberliegenden Rollenelement 5c an der Ladeplattform 5b eines Niederflurwagens 5, der sich in einer linken Fehlposition befindet, wird in Fig. 5 gezeigt. Die Skala mit dem Pfeil dient nur der Verdeutlichung der erforderlichen Waggonbewegung in den Figuren derselben Zeichnungsseite. In Fig. 6 befindet sich der Keil etwa in der Mitte seiner Vertikalbewegung und im Eingriff in das Rollenelement für die Feinpositionierung des Niederflurwagens. Wenn der Keil des Multifunktionselementes in seiner oberen Endstellung ist, wie in Fig. 7 dargestellt, ist die Feinpositionierung abgeschlossen und die Arretierung des Niederflurwagens in der richtigen Lage der Ladeplattform gegenüber den Straßenanschlüssen gegeben. Aus Fig. 8 ist noch einmal der Keil des Multifunktionselementes in Arbeitsstellung bei der Positionskorrektur des Niederflurwagens, diesmal nach links, zu ersehen.

Eine Einrichtung für die Vorbereitung der Trennung gekuppelter Niederflurwagen ist in Fig. 9 derart ausgeführt, dass der Keil 2a mit einer Zahnstange 2f ausgerüstet ist, die in eine Zahnrolle 2g eingreift, die parallel mit dem Rollenelement unterhalb der Ladeplattform 5b des Niederflurwagens 5 gelagert ist und die Breite des Keiles 2a aufweist. Die Drehung einer Achse 2h der Zahnrolle 2g wird über Gelenkwellen 2i an die Oberfläche der Ladeplattform 5b des Niederflurwagens 5 gebracht und dort mittig, dicht anliegend gelagert, an die beiden Enden des Waggons geführt, um die Drehgestelle zu umgehen. Sie steht dort für den Verschluß und die Trennung der Bremsdruck- und Elektroleitungen von den Nachbarwaggons zur Verfügung.

Zwischen den Niederflurwagen 5 ist eine mechanische Kupplung 5a angeordnet ist, die sich automatisch beim Schwenkvorgang löst bzw. schließt. Die Kupplung 5a ist als Mittelpufferkupplung mit einem C-förmiges Außenteil 5d und einem T-förmiges Innenteil 5e ausgeführt. Die Radien 5x un 5y des T-förmigen, eingreifenden Teiles 5f sollten auf die Mittelpunkte der zu kuppelnden Niederflurwagen 5 ausgerichtet sein. Bezugszeichenliste 1 Traverse

1a Gleisabschnitt

1b Querverstrebung

1c Stützrollen

1d Hydraulik für die Schwenkbewegung der traverse

2 Multifunktionselement

2a Keil

2ax Befestigungspunkt des kolbens der hydraulik

2ay Äußere Laufflanken des Keiles

2az Innere Laufflanken des Keiles

2b Kolben der Hydraulik

2bx Verankerungspunkt des Kolbens der Hydraulik

2c Hydraulikzylinder

2cz Außenwand des Hydraulikzylinders

2d Hydraulikleitung

2f Zahnstange

2g Zahnrolle

2h Achse der Zahnrolle

2i Gelenkwelle

2y Innenwand des Multifunktionselementes

3 Fundament

3b Rampeneinfassung

3c Leerrohr im Fundament

4 Schienensegment auf dem Betonfundament

5 Niederflurwagen

5a Kupplung

5b Ladeplattform des Niederflurwagens

5c Rollenelement unter dem Niederflurwagen

5d Kupplungs-Außenteil (C-Teil)

5e Kupplungs-Innenteil (T-Teil)


Anspruch[de]
  1. 1. System zum Auf- und Abladen von Landfahrzeugen für deren Transport auf dem schienenweg, mit Niederflurwagen, auf die jeweils auf einer Gleistraverse um eine vertikale Achse mittels einer Hydraulik aus der Fahrtrichtung geschwenkt werden, so dass die Stirnseiten der Ladeplattformen der Niederflurwagen niveaugleich zwischen Straßenanschlüssen geführt sind, dadurch gekennzeichnet, dass im Zentrum der Gleistraverse (1) ein Multifunktionselement (2) eingelagert ist, das einerseits über ein Ring-Kugel- oder Rollenlager die Traverse (1) mittig trägt und andererseits im cylindrischen Innenraum die Einrichtungen zur Feinpositionierung und Arretierung der Niederflurwagen (5) sowie für die Vorbereitung zu deren Trennung von den Nachbarwaggons beherbergt.
  2. 2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Multifunktionselement (2) einen vertikal aus- und einfahrbaren, dachförmigen Keil (2a) enthält.
  3. 3. System nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb für den Keil (2a) im Innenraum des Multifunktionselementes (2) erfolgt und durch gleitendes Anliegen von vertikalen Flanken (2ay, 2az) seiner Verlängerung gegen seitliche Biegekräfte stabilisiert wird.
  4. 4. System nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Keil (2a) mit einer Zahnstange (2f) ausgerüstet ist, die in eine Zahnrolle (2g) eingreift, die parallel mit dem Rollenelement unterhalb der Ladeplattform (5b) des Niederflurwagens (5) gelagert ist und die Breite des Keiles (2a) aufweist.
  5. 5. System nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung einer Achse (2h) der Zahnrolle (2g) über Gelenkwellen (2i) an die Oberfläche des Niederflurwagens (5) gebracht und dort mittig, dicht anliegend gelagert, an die beiden Enden des Waggons geführt wird, und dort für den Verschluß und die Trennung der Bremsdruck- und Elektroleitungen von den Nachbarwaggons zur Verfügung steht.
  6. 6. System nach einen der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Niederflurwagen (5) eine mechanische Kupplung (5a) angeordnet ist, die sich automatisch beim Schwenkvorgang löst oder schließt.
  7. 7. System nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung (5a) als Mittelpufferkupplung mit einem C-förmiges Außenteil (5d) und einem T-förmiges Innenteil (5e) ausgeführt ist.
  8. 8. System nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungen (5a) zwischen den Wagen eines Zuges nach deren Feinpositionierung entspannt sind.






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