PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10036003A1 14.02.2002
Titel Herbizide Mittel
Anmelder Aventis CropScience GmbH, 65929 Frankfurt, DE
DE-Anmeldedatum 25.07.2000
DE-Aktenzeichen 10036003
Offenlegungstag 14.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.02.2002
IPC-Hauptklasse A01N 47/34
IPC-Nebenklasse A01N 25/22   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein herbizides Mittel, enthaltend
a) einen oder mehrere herbizide Wirkstoffe aus der Gruppe der gräserwirksamen Sulfonamide,
b) eines oder mehrere Silikontenside und
c) eines oder mehrere Humectants.
Das erfindungsgemäße Mittel eignet sich ausgezeichnet zur Bekämpfung verschiedener Schadpflanzen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft das technische Gebiet der Pflanzenschutzmittel, insbesondere Wirkstoff-Silikontensid-Humectant-Kombinationen.

Zur Bekämpfung unerwünschter Schadpflanzen stehen dem Anwender eine Vielzahl von Herbiziden zur Verfügung, die in Abhängigkeit von den biologischen Eigenschaften der Herbizide, der Art der zu bekämpfenden Schadpflanzen und der Art der Nutzpflanzen zum Einsatz gelangen können. Dabei werden die herbiziden Wirkstoffe so zubereitet, daß sie möglichst optimal anzuwenden sind und eine hohe Wirksamkeit besitzen. Zur Anwendung kommen dabei verschiedene Formulierhilfsmittel wie Netzmittel, Dispergiermittel, Emulgatoren, Entschäumer, Lösungsmittel oder Füllstoffe.

Die Sicherheit und das Niveau der Schadpflanzenkontrolle variiert jedoch in Abhängigkeit von Umweltfaktoren wie Temperatur, Luft- und Bodenfeuchte, Lichteinstrahlung, Niederschlägen oder Bodenart, was bei Minderwirkung zu Nachbehandlungen oder bei Überdosierung Schädigung von Nutzpflanzen führen kann.

Eine höhere Wirkungssicherheit bietet auch ökologische Vorteile. Um einer Minderwirkung zu entgehen, erhöht der Anwender häufig die auszubringende Wirkstoffmenge. Diese Verhaltensweise hat jedoch den Nachteil, dass das Potential der Wirkstoffe die Bodenfauna zu beeinflussen, im Boden zu leachen oder in Oberflächengewässer getragen zu werden, steigt.

In Ajuvants for Agrochemicals, CRC Press, Inc. (1992) S. 261-271 wird der Einfluß von Humectants auf verschiedene Pestizide beschrieben. Aus WO 89/02570 ist bekannt, dass Humectants in Verbindung mit Silikontensiden die Wirksamkeit von Herbiziden steigern können.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein herbizides Mittel mit verbessertem Wirkniveau und verbesserter Wirkungssicherheit zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein herbizides Mittel, welches spezielle Sulfonamide in Kombination mit Silikontensiden und Humectants enthält.

Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein herbizides Mittel, enthaltend

  • a) einen oder mehrere herbizide Wirkstoffe aus der Gruppe der gräserwirksamen Sulfonamide,
  • b) eines oder mehrere Silikontenside, und
  • c) eines oder mehrere Humectants.

Unter den in dem erfindungsgemäßen herbiziden Mittei als Komponente a) enthaltenen gräserwirksamen Sulfonamiden werden Sulfonamide verstanden, die monokotyle Schadpflanzen in ihrem Wuchs nachhaltig hemmen. Insbesondere werden hiermit Sulfonamide umfaßt, die vom Hersteller zum Einsatz gegen monokotyle Schadpflanzen empfohlen werden, z. B. in den jeweiligen Produktbroschüren oder im Pesticide Manual, 12. Auflage (1999), British Crop Protection Councel.

Besonders geeignete Wirkstoffe aus der Gruppe der gräserwirksamen Sulfonamide sind z. B. gräserwirksame Sulfonylharnstoffe wie Flucarbazone (MKH 6561), Procarbazone (MKH 6562), Sulfosulfuron, Rimsulfuron, Nicosulfuron, Flupyrsulfuron, Iodosulfuron-methyl, Foramsulfuron und Mesosulfuron-methyl und/oder deren Salze.

Als Salze der Sulfonamide a) wie Sulfonylharnstoffe kommen z. B. Verbindungen in Frage, bei denen der Wasserstoff der -SO2-NH-Gruppe durch ein für die Landwirtschaft geeignetes Kation ersetzt ist. Diese Salze sind beispielsweise Metallsalze, insbesondere Alkalimetallsalze oder Erdalkalimetallsalze, insbesondere Natrium- und Kaliumsalze, oder auch Ammoniumsalze oder Salze mit organischen Aminen. Ebenso kann Salzbildung durch Anlagerung einer Säure an basischen Gruppen, wie z. B. Amino und Alkylamino, erfolgen. Geeignete Säuren hierfür sind starke anorganische und organische Säuren, beispielsweise HCl, HBr, H2SO4 oder HNO3.

Unter den als Komponente b) in dem erfindungsgemäßen herbiziden Mittel enthaltenen Silikontensiden werden Tenside verstanden, die zumindest ein Siliziumatom, vorzugsweise 2 bis 2000 Siliziumatome enthalten.

Die in den erfindungsgemäßen herbiziden Mitteln enthaltenen Silikontenside b) sind zum Beispiel Polyalkylenoxid-modifizierte Dimethylpolysiloxan-Copolymere, die z. B. unter dem Warenzeichen Silwet der Witco/Osi Corp. früher Union Carbide Corporation (USA) vertrieben werden. Hierbei handelt es sich um oberflächenwirksame Materialien mit diskreten hydrophilen (wasseranziehenden) und hydrophoben (wasserabweisenden) Segmenten. Sie haben folgende allgemeine Formel (I),





worin a eine ganze Zahl von 3-24 ist, b eine ganze Zahl von 0-15 ist, x eine ganze Zahl von 0-3 ist und y eine ganze Zahl von 1-5 ist, und Z ist Wasserstoff, C1-C3 Alkyl oder eine Acylgruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen.

Zu den Silwet-Silikontensiden gehören auch die im Prospekt der Union Carbide mit dem Titel "Silicones For the Agricultural Industry" SUI-356, 6/84, 5M und in "Surface Active Copolymers", SUI-394A, 7/85-5M, ebenfalls von Union Carbide, beschriebenen Produkte. Beide Prospekte werden durch Bezugnahme in vollem Umfang in diese Beschreibung aufgenommen.

Weitere geeignete Silikontenside, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, sind z. B. SF-1188 (General Electric Company, Silicone Products Division, Rubber & Fluid Products Department, Waterford, NY 12188), Silwet L-7607, die Silikonglykole Q2-5309, Q2-5152, Q2-5852 und Q2-5853 der Dow Corning Corporation, Midland, MI, sowie Gemische davon und ähnliche Produkte.

Silikontenside mit der Formel (I) werden insbesondere in dem US-Patent 3,299,112 beschrieben, das durch Bezugnahme in vollem Umfang in diese Beschreibung aufgenommen wird. Ein besonders bevorzugtes Silikontensid hat die Formel Me3SiO[MeO(C2H4O)7C3H6SiMeO]SiMe3, worin Me = Methyl ist.

Geeignete Silikontenside b) sind auch Silikonglykole, z. B. der allgemeinen Formel (II):





wobei Me im folgenden einen Methylrest bezeichnet, R eine zweiwertige Alkylengruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen wie Ethylen, Trimethylen, Tetramethylen oder Hexamethylen, vorzugsweise Trimethylen ist, m eine ganze Zahl von 3-24 ist und Z Wasserstoff, ein C1-C3-Alkylrest oder eine Acylgruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise eine Acetoxygruppe ist.

Die oben beschriebenen Silikonglykole sind in der Fachwelt bekannt und können z. B. durch Kupplung des entsprechenden Glykols, welches eine Allyl-Endgruppe aufweist, an eine Bis-Siloxanstruktur mit einem Wasserstoffatom am zentralen Siliziumatom hergestellt werden, wobei sich die Bis-Siloxanstruktur wie folgt darstellen läßt (worin Me = Methyl ist):





Im allgemeinen erfolgt diese Kupplung in Anwesenheit eines Platinkatalysators. In der Fachwelt ist bekannt, daß bei solchen Kupplungsreaktionen ein Teil des Glykols mit der Allyl-Endgruppe nicht umgesetzt wird und im Silikonglykol-Endprodukt als Verunreinigung verbleibt. Auch herbizide Mittel, die solche Verunreinigungen enthalten sind von der vorliegenden Erfindung umfaßt.

Silikonglykol-Silikonalkan-Terpolymere eignen sich ebenfalls als erfindungsgemäß enthaltene Silikontenside b). Diese Verbindungen lassen sich z. B. durch die folgende allgemeine Formel (IV) darstellen:





, worin R gleiche oder voneinander verschiedene C1-C6-Alkylreste sind, A ein C7-C30- Alkylrest ist, G eine Glykoleinheit mit der Formel -R'(OCH2CH2)mOZ darstellt, wobei R' eine zweiwertige C1-C6-Alkylengruppe und Z Wasserstoff, ein C1-C3-Alkylrest oder eine C2-C4-Acylgruppe ist, und m eine ganze Zahl von 8-100 ist; Q gleich oder voneinander verschieden ausgewählt sind aus den Bedeutungen für den genannten Alkylrest A, die genannte Glykoleinheit G und den genannten Alkylrest R; x für eine ganze Zahl von 0 bis 100, y für eine ganze Zahl von 0 bis 25 und z für eine ganze Zahl von 0 bis 50 steht und die Summe x + y + z ≥ 1 ist.

Ein besonders bevorzugtes Silikonglykol-Silikonalkan-Terpolymer der Formel (IV), das sich für die vorliegende Erfindung als Silikontensid eignet, hat folgende allgemeine Formel (V):





worin Me einen Methylrest bezeichnet.

Das oben beschriebene Silikonglykol-Silikonalkan-Terpolymer läßt sich mit Methoden, die in der Fachwelt gut bekannt sind, herstellen. Beispielsweise kann das entsprechende Glykol, welches eine Allyl-Endgruppe aufweist, mit einem α-Alken zu einem SiH-funktionellen Siloxan gekoppelt werden, welches die folgende allgemeine Formel (VI) aufweist:





worin R, x, y und z die vorstehend in Formel (IV) angegebene Bedeutung haben und Q' gleich oder voneinander verschieden Wasserstoff sind oder die für R angegebenen Bedeutungen haben.

Zur Herstellung des oben beschriebenen, besonders bevorzugten Silikonglykol- Silikonalkan-Terpolymers werden 0,77 Mol α-Dodecen und 1,90 Mol eines Glykols mit Allyl-Endgruppe der Formel CH2=CHCH2(OCH2CH2)24OC(O)CH3 umgesetzt mit 1 Mol eines SiH-funktionellen Siloxans mit der folgenden allgemeinen Formel (VII)





worin R = H, C1-C6-Alkyl, C1-C6-Hydroxyalkyl ist, um 1 Mol des Terpolymers zu erhalten. Die Kupplung erfolgt in Anwesenheit eines Platinkatalysators bei Temperaturen in einem Bereich von ca. 20°C bis ca. 150°C. Die Reaktion wird bevorzugt in einem Lösungsmittel wie Toluol oder Isopropanol durchgeführt.

Weiterhin bevorzugte Silikontenside b) sind Polyalkylsiloxane z. B. vom Typ der Verbindungen der Formel (VII) wie die Tegopren® Marken von Goldschmidt und die E® und SE®-Marken von Wacker, sowie die Rhodorsil®- und Silcolapse®-Marken von Rhodia und die Bevaloid®-Marken von Dow Corning.

Unter einem Humectant im Sinne der vorliegenden Erfindung wird eine Verbindung verstanden, welche in der Lage ist Wasser physikalisch aufzunehmen und/oder Wasser zu speichern.

Als Humectant c) können in den erfindungsgemäßen herbiziden Mitteln z. B. folgende Stoffe enthalten sein:

MgSO4, mehrwertige Alkohole wie Ethylenglykol, Propylenglykol, Butandiol, Glycerin und Pentaerythrid, sowie deren Ether und Ester, z. B. Ethylen, Glykolether, Propylenglykolether oder Glycerinester;

Polyalkylenglykole wie Polyethylenglykole (vorzugsweise mit einem Molekulargewicht von 500-60.000), Polypropylenglykole (vorzugsweise mit einem Molekulargewicht von 600-75.000) und Ethylenoxid (EO)-Propylenoxid (PO)- Mischpolymerisate z. B. mit EO-PO-, EO-PO-EO- oder PO-EO-PO-Einheiten;

Zucker wie Hexosen, Pentosen, Molasse, Alkylpolysaccharide und Xanthane, z. B. die Maltitol®-Marken von Salim Oleo Chemicals wie Maltitol®75; Gelatine; Cellulosederivate wie wasserlösliche Ligninsulfonate oder Hydroxycellulosen; Zitronensäure und Zitronensäurederivate wie Zitronensäuresalze, z. B. Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumzitronensäuresalze wie Na-Citrat; Milchsäure und Milchsäurederivate wie Milchsäuresalze, z. B. Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniummilchsäuresalze wie Na-Lactat, z. B. in Form ihrer Racemate (DL) oder der einzelnen optischen Isomere, z. B. D-Na-Lactat und L-Na-Lactat; Weinsäure und Weinsäurederivate wie Weinsäuresalze, z. B. Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumweinsäuresalze wie Na-Tartrat, z. B. in Form ihrer Racemate (Traubensäure) oder der einzelnen optischen Isomere, z. B. (+)-Na-Tartrat und (-)- Na-Tartrat; Asparaginsäure und Asparaginsäurederivate wie Asparaginsäuresalze, z. B. Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumasparaginsäuresalze wie Na-Asparagat, z. B. in Form ihrer Racemate (DL) oder der einzelnen optischen Isomere, z. B. D-Na- Asparagat und L-Na-Asparagat; Succinate wie die Triton®-Marken von Rohm und Haas; Polyvinylverbindungen wie modifiziertes Polyvinylpyrrolidon wie die Luviskol®- Marken von BASF und die Agrimer®-Marken von ISP oder die derivatisierten Polyvinylacetate wie die Mowilith®-Marken von Clariant oder die Polyvinylbutyrate wie die Lutonal®-Marken von der BASF, die Vinnapas®- und die Pioloform®-Marken von Wacker oder die modifizierten Polyvinylalkohole wie die Mowiol®-Marken von Clariant. Bevorzugte Humectants sind mehrwertige Alkohole wie Ethylenglykol oder Propylenglykol sowie Milchsäure und Milchsäurederivate wie Milchsäuresalze, z. B. Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniummilchsäuresalze wie Na-Lactat, z. B. in Form ihrer Racemate (DL) oder der einzelnen optischen Isomere, z. B. D-Na-Lactat und L-Na- Lactat.

Üblicherweise enthalten die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel

  • a) 0,0001 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 95 Gew.-%, eines oder mehrerer gräseraktiver Sulfonamide,
  • b) 0,1 bis 97 Gew.-% eines oder mehrerer Silikontenside, und
  • c) 0,1 bis 90 Gew.-% eines oder mehrerer Humectants.

Die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel zeigen ausgezeichnete herbizide Wirkung. Aufgrund der verbesserten Kontrolle der Schadpflanzen durch die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel wird es möglich, die Aufwandmenge zu senken und/oder die Sicherheitsmarge zu erhöhen. Beides ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll. Die Wahl der von den Komponenten a) + b) + c) einzusetzenden Mengen und das Verhältnis der Komponenten a) : b) : c) sind dabei von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig.

In bevorzugter Ausführungsform kennzeichnen sich erfindungsgemäße herbizide Mittel dadurch, daß sie einen synergistisch wirksamen Gehalt einer Kombination der Herbizide a) mit Tensiden b) und Humectants c) aufweisen. Dabei ist vor allem hervorzuheben, daß selbst in Kombinationen mit Aufwandmengen oder Gewichtsverhältnissen von a) : b): c) bei denen ein Synergismus nicht in jedem Falle ohne weiteres nachzuweisen ist - etwa weil die Einzelverbindungen üblicherweise in der Kombination in sehr unterschiedlichen Aufwandmengen eingesetzt werden oder auch weil die Kontrolle der Schadpflanzen bereits durch die Einzelverbindungen sehr gut ist - den herbiziden Mitteln der Erfindung in der Regel eine synergistische Wirkung inhärent ist.

Die Herstellung der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel erfolgt durch übliche Verfahren, z. B. Mahlen, Mischen, Lösen oder Dispergieren der Einzelkomponenten.

Die Komponenten erfindungsgemäßen herbiziden Mittel können zusammen in einer Fertigformulierung enthalten sein, die dann in üblicher Weise, z. B. im Form einer Spritzbrühe appliziert werden kann oder sie können separat formuliert und im Tank- Misch-Verfahren appliziert werden. Wenn die Komponenten separat formuliert werden, können z. B. die Komponenten a), b) und c) z. B. jeweils einzeln formuliert werden oder die Komponenten a) und b), a) und c) oder b) und c) können gemeinsam formuliert werden und die jeweilige Drittkomponente wird separat formuliert.

Die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel können auf verschiedene Art formuliert werden, je nachdem welche biologischen und/oder chemisch-physikalischen Parameter vorgegeben sind. Als Formulierungsmöglichkeiten kommen beispielsweise in Frage: Spritzpulver (WP), wasserlösliche Pulver (SP), wasserlösliche Konzentrate, emulgierbare Konzentrate (EC), Emulsionen (EW), wie Öl-in-Wasser- und Wasser-in-Öl-Emulsionen, versprühbare Lösungen, Suspensionskonzentrate (SC), Dispersionen auf Öl- oder Wasserbasis, ölmischbare Lösungen, Kapselsuspensionen (CS), Stäubemittel (DP), Beizmittel, Granulate für die Streu- und Bodenapplikation, Granulate (GR) in Form von Mikro-, Sprüh-, Aufzugs- und Adsorptionsgranulaten, wasserdispergierbare Granulate (WG), wasserlösliche Granulate (SG), ULV-Formulierungen, Mikrokapseln und Wachse. Diese einzelnen Formulierungstypen sind im Prinzip bekannt und werden beispielsweise beschrieben in: Winnacker-Küchler, "Chemische Technologie", Band 7, C. Hauser Verlag München, 4. Aufl. 1986, Wade von Valkenburg, "Pesticide Formulations", Marcel Dekker, N. Y., 1973; K. Martens, "Spray Drying" Handbook, 3rd Ed. 1979, G. Goodwin Ltd. London.

Die notwendigen Formulierungshilfsmittel wie Inertmaterialien, Tenside, Lösungsmittel und weitere Zusatzstoffe sind ebenfalls bekannt und werden beispielsweise beschrieben in: Watkins, "Handbook of Insecticide Dust Diluents and Carriers", 2nd Ed., Darland Books, Caldwell N. J., H. v. Olphen, "Introduction to Clay Colloid Chemistry"; 2nd Ed., J. Wiley & Sons, N. Y.; C. Marsden, "Solvents Guide"; 2nd Ed., Interscience, N. Y. 1963; McCutcheon's "Detergents and Emulsifiers Annual", MC Publ. Corp., Ridgewood N. J.; Sisley and Wood, "Encyclopedia of Surface Active Agents", Chem. Publ. Co. Inc., N. Y. 1964; Schönfeldt, "Grenzflächenaktive Äthylenoxidaddukte", Wiss. Verlagsgesell., Stuttgart 1976; Winnacker-Küchler, "Chemische Technologie", Band 7, C. Hauser Verlag München, 4. Aufl. 1986.

Auf der Basis dieser Formulierungen lassen sich auch Kombinationen mit anderen agrochemischen Wirkstoffen wie Insektiziden, Akariziden, Herbiziden, Fungiziden, Safenern, Düngemitteln und/oder Wachstumsregulatoren herstellen, z. B. in Form einer Fertigformulierung oder als Tankmix.

Spritzpulver sind in Wasser gleichmäßig dispergierbare Präparate, die neben dem Herbizid a) und/oder Tensid b) und/oder Humectant c) noch Verdünnungs- oder Inertstoffe und gegebenenfalls noch andere von den Silikontensiden b) verschiedene Tenside ionischer und/oder nichtionischer Art (Netzmittel, Dispergiermittel) z. B. polyoxyethylierte Alkylphenole, polyoxethylierte Fettalkohole, polyoxethylierte Fettamine, Fettalkoholpolyglykolethersulfate, Alkansulfonate, Alkylbenzolsulfonate, ligninsulfonsaures Natrium, 2,2'-dinaphthylmethan-6,6'-disulfonsaures Natrium, dibutylnaphthalin-sulfonsaures Natrium oder auch oleoylmethyltaurinsaures Natrium enthalten. Zur Herstellung der Spritzpulver werden die Herbizide a) und/oder Tenside b) und/oder Humectants c) beispielsweise in üblichen Apparaturen wie Hammermühlen, Gebläsemühlen und Luftstrahlmühlen feingemahlen und gleichzeitig oder anschließend mit den Formulierungshilfsmitteln vermischt.

Emulgierbare Konzentrate werden durch Auflösen des Herbizids a) und/oder Tensids b) und/oder Humectants c) in einem organischen Lösungsmittel z. B. Butanol, Cyclohexanon, Dimethylformamid, Xylol oder auch höhersiedenden Aromaten oder Kohlenwasserstoffen oder Mischungen der organischen Lösungsmittel unter Zusatz von einem oder mehreren Tensiden ionischer und/oder nichtionischer Art (Emulgatoren) hergestellt. Als Emulgatoren können beispielsweise verwendet werden: Alkylarylsulfonsaure Calzium-Salze wie Ca-Dodecylbenzolsulfonat oder nichtionische Emulgatoren wie Fettsäurepolyglykolester, Alkylarylpolyglykolether, Fettalkoholpolyglykolether, Propylenoxid-Ethylenoxid-Kondensationsprodukte, Alkylpolyether, Sorbitanester wie z. B. Sorbitanfettsäureester oder Polyoxethylensorbitanester wie z. B. Polyoxyethylensorbitanfettsäureester.

Stäubemittel erhält man durch Vermahlen des Herbizids a) und/oder Tensids b) und/oder Humectants c) mit fein verteilten festen Stoffen, z. B. Talkum, natürlichen Tonen, wie Kaolin, Bentonit und Pyrophyllit, oder Diatomeenerde.

Suspensionskonzentrate können auf Wasser- oder Ölbasis sein. Sie können beispielsweise durch Naß-Vermahlung mittels handelsüblicher Perlmühlen und gegebenenfalls Zusatz von den Silikontensiden b) verschiedenen Tensiden, wie sie z. B. oben bei den anderen Formulierungstypen bereits aufgeführt sind, hergestellt werden.

Emulsionen, z. B. Öl-in-Wasser-Emulsionen (EW), lassen sich beispielsweise mittels Rührern, Kolloidmühlen und/oder statischen Mischern unter Verwendung von wäßrigen organischen Lösungsmitteln und gegebenenfalls von den Silikontensiden b) verschiedenen Tensiden, wie sie z. B. oben bei den anderen Formulierungstypen bereits aufgeführt sind, herstellen.

Granulate können entweder durch Verdüsen des Herbizids a) und/oder Tensids b) und/oder Humectants c) auf adsorptionsfähiges, granuliertes Inertmaterial hergestellt werden oder durch Aufbringen von Wirkstoffkonzentraten mittels Klebemitteln, z. B. Polyvinylalkohol, polyacrylsaurem Natrium oder auch Mineralölen, auf die Oberfläche von Trägerstoffen wie Sand, Kaolinite oder von granuliertem Inertmaterial. Auch können geeignete Herbizide a) und/oder Tensids b) und/oder Humectants c) in der für die Herstellung von Düngemittelgranulaten üblichen Weise - gewünschtenfalls in Mischung mit Düngemitteln - granuliert werden.

Wasserdispergierbare Granulate werden in der Regel nach den üblichen Verfahren wie Sprühtrocknung, Wirbelbett-Granulierung, Teller-Granulierung, Mischung mit Hochgeschwindigkeitsmischern und Extrusion ohne festes Inertmaterial hergestellt. Zur Herstellung von Teller-, Fließbett-, Extruder- und Sprühgranulate siehe z. B. Verfahren in "Spray-Drying Handbook" 3rd ed. 1979, G. Goodwin Ltd., London; J. E. Browning, "Agglomeration", Chemical and Engineering 1967, Seiten 147 ff; "Perry's Chemical Engineer's Handbook", 5th Ed., McGraw-Hill, New York 1973, S. 8-57.

Für weitere Einzelheiten zur Formulierung von Pflanzenschutzmitteln siehe z. B. G. C. Klingman, "Weed Control as a Science", John Wiley and Sons, Inc., New York, 1961, Seiten 81-96 und J. D. Freyer, S. A. Evans, "Weed Control Handbook", 5th Ed., Blackwell Scientific Publications, Oxford, 1968, Seiten 101-103.

Daneben enthalten die genannten Wirkstofformulierungen gegebenenfalls die jeweils üblichen Zusatzstoffe wie Haft-, Netz-, Dispergier-, Emulgier-, Penetrations-, Konservierungs-, Frostschutz- und Lösungsmittel, Füll-, Träger- und Farbstoffe, Entschäumer, Verdunstungshemmer und den pH-Wert und die Viskosität beeinflussende Mittel.

Der Einsatz der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel kann im Vor- oder im Nachauflaufverfahren erfolgen, z. B. durch Spritzung. Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel kann der zur Unkrautbekämpfung notwendige Präparateaufwand wesentlich reduziert werden.

Die erfindungsgemäß zu verwendenden Herbiziden a) werden in der Regel zusammen mit dem bzw. den Tensiden b) und Humectants c) oder unmittelbar hintereinander ausgebracht, vorzugsweise in Form einer Spritzbrühe, welche die Herbizide a), die Tenside b) und die Humectants c) in wirksamen Mengen und gegebenenfalls weitere übliche Hilfsmittel enthält. Die Spritzbrühe wird bevorzugt auf Basis von Wasser und 1 oder einem Öl, z. B. einem hochsiedenden Kohlenwasserstoff wie Kerosin oder Paraffin hergestellt. Dabei können die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel als Tankmischung oder über eine "Fertig- Formulierung" realisiert werden.

In Spritzpulvern beträgt die Wirkstoffkonzentration z. B. etwa 10 bis 90 Gew.-%, der Rest zu 100 Gew.-% besteht aus üblichen Formulierungsbestandteilen. Bei emulgierbaren Konzentraten kann die Wirkstoffkonzentration etwa 1 bis 90, vorzugsweise 5 bis 80 Gew.-% betragen. Staubförmige Formulierungen enthalten 1 bis 30 Gew.-% Wirkstoff, vorzugsweise meistens 5 bis 20 Gew.-% an Wirkstoff, versprühbare Lösungen enthalten etwa 0.05 bis 80, vorzugsweise 2 bis 50 Gew.-% Wirkstoff. Bei wasserdispergierbaren Granulaten hängt der Wirkstoffgehalt zum Teil davon ab, ob die wirksame Verbindung flüssig oder fest vorliegt und welche Granulierhilfsmittel, Füllstoffe usw. verwendet werden. Bei den in Wasser dispergierbaren Granulaten liegt der Gehalt an Wirkstoff beispielsweise zwischen 1 und 95 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 10 und 80 Gew.-%.

Der Anteil an Tensid b) in konzentrierten Formulierungen kann naturgemäß nicht beliebig erhöht werden, ohne die Stabilität der Formulierung zu beeinträchtigen. In den konzentrierten Formulierungen ist das Gewichtsverhältnis Herbizid a) : Tensid b) im allgemeinen von 1000 : 1 bis 1 : 10000, vorzugsweise 200 : 1 bis 1 : 200; das Gewichtsverhältnis Herbizid a) : Humectant c) ist im allgemeinen von 1000 : 1 bis 1 : 10000, vorzugsweise 200 : 1 bis 1 : 200; und das Gewichtsverhältnis Tensid b) : Humectant c) ist im allgemeinen 1000 : 1 bis 1 : 1000, vorzugsweise 200 : 1 bis 1 : 200.

Bei der Applikation ist das Gewichtsverhältnis Herbizid a) : Tensid b) im allgemeinen im Bereich 1000 : 1 bis 1 : 100.000, insbesondere 200 : 1 bis 1 : 1000 in Abhängigkeit von der Wirksamkeit des jeweiligen Herbizids. Das Gewichtsverhältnis Herbizid a) : Humectant c) ist bei der Applikation im allgemeinen im Bereich 1000 : 1 bis 1 : 100000, insbesondere 200 : 1 bis 1 : 200 in Abhängigkeit von der Wirksamkeit des jeweiligen Herbizids. Das Gewichtsverhältnis Tensid b) : Humectant c) ist bei der Applikation im allgemeinen im Bereich von 1000 : 1 bis 1 : 1000, vorzugsweise 200 : 1 bis 1 : 200.

Bei der Applikation ist die Konzentration an Herbizid a) im allgemeinen bei 0,0001 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise bei 0,01 bis 3 Gew.-% in dem applizierten Mittel, z. B. der Spritzbrühe bei einer Aufwandmenge von 5 bis 4000 l/ha, vorzugsweise 100 bis 600 l/ha. Die Konzentration an Tensid b) ist im allgemeinen bei 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 2,0 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 0,5 Gew.-% in dem applizierten Mittel, z. B. der Spritzbrühe bei einer Aufwandmenge von 5 bis 4000 l/ha, vorzugsweise 100 bis 600 l/ha. Die Konzentration an Humectant c) ist im allgemeinen bei 0,001 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise bei 0,01 bis 5 Gew.-% Humectant c) in dem applizierten Mittel, z. B. der Spritzbrühe bei einer Aufwandmenge von 5 bis 4000 l/ha, vorzugsweise 100 bis 600 l/ha.

Die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel können neben den Tensiden b) auch noch weitere Tenside ionischer und nichtionischer Art enthalten, wie Tenside auf Aromatenbasis, z. B. oberflächenaktive mit einer oder mehreren Alkylgruppen substituierte und nachfolgend derivatisierte Benzole oder Phenole, oder Tenside auf nichtaromatischer Basis, z. B. auf Heterocyclen-, Olefin-, Aliphaten- oder Cycloaliphatenbasis, beispielsweise oberflächenaktive mit einer oder mehreren Alkylgruppen substituierte und nachfolgend derivatisierte Pyridin-, Pyrimidin-, Triazin-, Pyrol-, Pyrollidin-, Furan-, Thiophen-, Benzoxazol-, Benzthiazol- und Triazolverbindungen.

Beispiele für aromatische Tenside sind:

  • 1. Phenole, Phenyl-(C1-C4)alkyl-ether oder (poly)alkoxylierte Phenole [= Phenol- (poly)alkylenglykolether], beispielsweise mit 1 bis 50 Alkylenoxy-Einheiten im (Poly)alkylenoxyteil, wobei der Alkylenteil vorzugsweise jeweils 1 bis 4 C-Atome aufweist, vorzugsweise mit 3 bis 10 mol Alkylenoxid umgesetztes Phenol,
  • 2. (Poly)alkylphenole oder (Poly)alkylphenolalkoxylate [= Polyalkylphenol- (poly)alkylenglykolether], beispielsweise mit 1 bis 12 C-Atomen pro Alkylrest und 1 bis 150 Alkylenoxy-Einheiten im Polyalkylenoxyteil, vorzugsweise mit 1 bis 50 mol Ethylenoxid umgesetztes Tri-n-butylphenol oder Triisobutylphenol,
  • 3. Polyarylphenole oder Polyarylphenolalkoxylate [= Polyarylphenol- (poly)alkylenglykolether], beispielsweise Tristyrylphenolpolyalkylenglykolether mit 1 bis 150 Alkylenoxy-Einheiten im Polyalkylenoxyteil, vorzugsweise mit 1 bis 50 mol Ethylenoxid umgesetztes Tristyrylphenol,
  • 4. Verbindungen, die formal die Umsetzungsprodukte der unter 1) bis 3) beschriebenen Moleküle mit Schwefelsäure oder Phosphorsäure darstellen und deren mit geeigneten Basen neutralisierte Salze, beispielsweise der saure Phosphorsäureester des dreifach ethoxylierten Phenols, der saure Phosphorsäureester eines mit 9 mol Ethylenoxid umgesetzten Nonylphenols und der mit Triethanolamin neutralisierte Phosphorsäureester des Reaktionsproduktes von 20 mol Ethylenoxid und 1 mol Tristyrylphenol, sowie
  • 5. saure und mit geeigneten Basen neutralisierte (Poly)alkyl- und (Poly)arylbenzolsulfonate, beispielsweise mit 1 bis 12 C-Atomen pro Alkylrest bzw. mit bis zu 3 Styroleinheiten im Polyarylrest, vorzugsweise (lineare) Dodecylbenzolsulfonsäure und deren öl-lösliche Salze wie beispielsweise das Isopropylammoniumsalz der Dodecylbenzolsulfonsäure.

Bei den Alkylenoxy-einheiten sind Ethylenoxy-, Propylenoxy- und Butylenoxy- einheiten, insbesondere Ethylenoxyeinheiten bevorzugt.

Bevorzugte Tenside aus der Gruppe der Tenside auf Aromatenbasis sind insbesondere beispielsweise mit 4 bis 10 mol Ethylenoxid umgesetztes Phenol, kommerziell beispielsweise in Form der Agrisol®-Marken (Akcros) erhältlich, mit 4 bis 50 mol Ethylenoxid umgesetztes Triisobutylphenol, kommerziell beispielsweise in Form der Sapogenat®T-Marken (Clariant) erhältlich, mit 4 bis 50 mol Ethylenoxid umgesetztes Nonylphenol, kommerziell beispielsweise in Form der Arkopal®-Marken (Clariant) erhältlich, mit 4 bis 150 mol Ethylenoxid umgesetztes Tristyrylphenol, beispielsweise Soprophor®CY/8 (Rhodia) und saures (lineares) Dodecylbenzolsulfonat, kommerziell beispielsweise in Form der Marlon®-Marken (Hüls) erhältlich.

Beispiele für nichtaromatische Tenside sind nachfolgend aufgeführt, worin EO = Ethylenoxid-Einheiten, PO = Propylenoxid-Einheiten und BO = Butylenoxid- Einheiten bedeutet:

  • 1. α.1) Fettalkohole mit 10-24 Kohlenstoffatomen mit 0-60 EO und/oder 0-20 PO und/oder 0-15 BO in beliebiger Reihenfolge. Die terminalen Hydroxygruppen dieser Verbindungen können durch einen Alkyl-, Cycloalkyl- oder Acylrest mit 1-24 Kohlenstoffatomen endgruppenverschlossen sein. Beispiele für derartige Verbindungen sind:

    Genapol®C-, L-, O-, T-, UD-, UDD-, X-Marken von Clariant, Plurafac®- und

    Lutensol®A-, AT-, ON-, TO-Marken von BASF, Marlipal®24- und O13 Marken von Condea, Dehypon®-Marken von Henkel, Ethylan®-Marken von Akzo- Nobel wie Ethylan CD 120 oder Synperonic®-Marken von Unichem, z. B. Synperonic®A7.
  • 2. α.2) Anionische Derivate der unter a.1) beschriebenen Produkte in Form von Ethercarboxylaten, Sulfonaten, Sulfaten und Phosphaten und deren anorganischen (z. B. Alkali und Erdalkali) und organischen Salzen (z. B. auf Amin- oder Alkanolaminbasis) wie Genapol®LRO, Sandopan®-Marken, Hostaphat/Hordaphos®-Marken von Clariant.

    Copolymere bestehend aus EO, PO und/oder BO Einheiten wie z. B. Blockcopolymere wie die Pluronic®-Marken von der BASF und die Synperonic®-Marken von Uniquema mit einem Molekulargewicht von 400 bis 108.

    Alkylenoxydaddukte von C1-C9 Alkoholen wie Atlox®5000 von Uniquema oder Hoe®-S3510 von Clariant.

    Anionische Derivate der unter α.3) und α.4) beschriebenen Produkte in Form von Ethercarboxylaten, Sulfonaten, Sulfaten und Phosphaten und deren anorganischen (z. B. Alkali und Erdalkali) und organischen Salzen (z. B. auf Amin- oder Alkanolaminbasis).
  • 3. α.3) Fettsäure- und Triglyceridalkoxylate wie die Serdox®NOG-Marken von Condea oder die Emulsogen®-Marken von Clariant, Salze von aliphatischen, cycloaliphatischen und olefinischen Carbonsäuren und Polycarbonsäuren, sowie Alpha-Sulfofettsäureester wie von Henkel erhältlich.
  • 4. α.4) Fettsäureamidalkoxylate wie die Comperlan®-Marken von Henkel oder die Amam®-Marken von Rhodia.

    Alkylenoxydaddukte von Alkindiolen wie die Surfynol®-Marken von Air Products. Zuckerderivate wie Amino- und Amidozucker von Clariant, Glukitole von Clariant, Alkylpolyglycoside in Form der APG®-Marken von Henkel oder wie Sorbitanester in Form der Span®- oder Tween®-Marken von Uniquema oder Cyclodextrinester oder -ether von Wacker.
  • 5. α.5) Oberflächenaktive Cellulose- und Algin-, Pektin- und Guarderivate wie die Tylose®-Marken von Clariant, die Manutex®-Marken von Kelco und Guarderivate von Cesalpina.

    Alkylenoxydaddukte auf Polyolbasis wie Polyglykol®-Marken von Clariant. Grenzflächenaktive Polyglyceride und deren Derivate von Clariant.
  • 6. α.6) Sulfosuccinate, Alkansulfonate, Paraffin- und Olefinsulfonate wie Netzer IS®, Hoe®S1728, Hostapur®OS, Hostapur®SAS von Clariant, Triton®GR7ME und GR5 von Union Carbide, Empimin®-Marken von Albright und Wilson, Marlon®- PS65 von Condea.
  • 7. α.7) Sulfosuccinamate wie die Aerosol®-Marken von Cytec oder die Empimin®- Marken von Albright und Wilson.
  • 8. α.8) Alkylenoxidaddukte von Fettaminen, quartäre Ammonium-Verbindungen mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen (C8-C22) wie z. B. die Genamin®C, L, O, T-Marken von Clariant.
  • 9. α.9) Oberflächenaktive, zwitterionische Verbindungen wie Tauride, Betaine und Sulfobetaine in Form von Tegotain®-Marken von Goldschmidt, Hostapon®T- und Arkopon®T-Marken von Clariant.
  • 10. α.10) Per- oder polyfluorierte oberflächenaktive Verbindungen wie Fluowet®- Marken von Clariant, die Bayowet®-Marken von Bayer, die Zonyl®-Marken von DuPont und Produkte dieser Art von Daikin und Asahi Glass.
  • 11. α.11) Grenzflächenaktive Sulfonamide z. B. von Bayer.
  • 12. α.12) Grenzflächenaktive Polyacryl- und -methacrylderivate wie die Sokalan®- Marken von der BASF.
  • 13. α.13) Oberflächenaktive Polyamide wie modifizierte Gelatine oder derivatisierte Polyasparginsäure von Bayer und deren Derivate.
  • 14. α.14) Oberflächenaktive Polymere auf Basis von Maleinsäureanhydrid und/oder Umsetzungsprodukten von Maleinsäureanhydrid, sowie Maleinsäureanhydrid und/oder Umsetzungsprodukte von Maleinsäureanhydrid beinhaltende Copolymere wie die Agrimer®-VEMA-Marken von ISP.
  • 15. α.15) Oberfächenaktive Derivate von Montan-, Polyethylen-, und Polypropylenwachsen wie die Hoechst®-wachse oder die Licowet®-Marken von Clariant.
  • 16. α.16) Oberflächenaktive Phosphonate und Phosphinate wie Fluowet®-PL von Clariant.
  • 17. α.17) Poly- oder perhalogenierte Tenside wie beispielsweise Emulsogen®-1557 von Clariant.

Die in den erfindungsgemäßen herbiziden Mitteln optional enthaltenen von den Tensiden b) verschiedenen Tenside sind vorzugsweise vom Typ der C10-C18- Alkylpolyglykolethersulfate, die vorzugsweise in Form ihrer Alkalisalze, wie Natrium- oder Kaliumsalze, und/oder Ammoniumsalze, aber auch als Magnesiumsalze verwendet werden, wobei vorzugsweise 2 bis 5 Ethylenoxyeinheiten im Polyglykolteil enthalten sind. Besonders bevorzugt ist z. B. C12/C14- Fettalkoholdiglykolethersulfat-Natrium (Handelsname Genapol®LRO, Clariant GmbH).

Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel neben den Komponenten a), b) und c) noch Wasser und gegebenenfalls organische Lösungsmittel und werden in Form einer wäßrigen konzentrierten Dispersion oder Emulsion formuliert oder als Tankmix in Form einer verdünnten Dispersion, Emulsion oder Lösung mit einem Verdünnungsgrad bis zu dem der gebrauchsfertigen Spritzbrühe hergestellt. Besonders bevorzugt ist ein als Tankmix hergestelltes herbizides Mittel, das zur Anwendung die bevorzugten Mengen an Herbizid a), Tensid b) und Humectant c) enthält.

Auch Mischungen oder Mischungsformulierungen mit anderen Wirkstoffen, wie z. B. Insektiziden, Akariziden, Herbiziden, Fungiziden, Safenern, Düngemitteln und/oder Wachstumsregulatoren sind gegebenenfalls möglich.

Zur Anwendung werden in handelsüblicher Form vorliegende konzentrierte Formulierungen gegebenenfalls in üblicher Weise verdünnt, Spritzpulver, emulgierbare Konzentrate, Dispersionen und wasserdispergierbare Granulate z. B. mittels Wasser. Staubförmige Zubereitungen, Sprüh- und Absorptionsgranulate, versprühbare Lösungen sowie als Tankmix hergestellte Spritzbrühen werden vor der Anwendung üblicherweise nicht mehr mit weiteren inerten Stoffen verdünnt. Allerdings kann es vorteilhaft oder notwendig sein, den Spritzbrühen weitere Mengen an Tensiden b), Humectant c) und/oder andere übliche Hilfsmittel, insbesondere selbstemulgierende Öle oder Paraffinöle zuzugeben.

Mit den äußeren Bedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit, Art des verwendeten Herbizids, variiert die erforderliche Aufwandmenge der Herbizide a). Sie kann innerhalb weiter Grenzen schwanken, z. B. zwischen 0,001 und 10 kg/ha oder mehr Aktivsubstanz, vorzugsweise liegt sie jedoch zwischen 0,005 und 5 kg/ha.

Die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel, weisen eine ausgezeichnete herbizide Wirksamkeit gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich wichtiger mono- und dikotyler Schadpflanzen auf. Auch schwer bekämpfbare perennierende Unkräuter, die aus Rhizomen, Wurzelstöcken oder anderen Dauerorganen austreiben, werden gut erfaßt. Dabei ist es gleichgültig, ob die Substanzen im Vorsaat-, Vorauflauf oder Nachauflaufverfahren ausgebracht werden. Im einzelnen seien beispielhaft einige Vertreter der mono- und dikotylen Unkrautflora genannt, die durch die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel kontrolliert werden können, ohne daß durch die Nennung eine Beschränkung auf bestimmte Arten erfolgen soll.

Auf der Seite der monokotylen Unkrautarten werden z. B. Avena, Lolium, Alopecurus, Phalaris, Echinochloa, Digitaria, Setaria sowie Bromusarten und Cyperusarten aus der annuellen Gruppe und auf seiten der perennierenden Spezies Agropyron, Cynodon, Imperata sowie Sorghum und auch ausdauernde Cyperusarten gut erfaßt.

Bei dikotylen Unkrautarten erstreckt sich das Wirkungsspektrum auf Arten wie z. B. Galium, Viola, Veronica, Lamium, Stellaria, Amaranthus, Sinapis, Ipomoea, Matricaria, Abutilon und Sida auf der annuellen Seite sowie Convolvulus, Cirsium, Rumex und Artemisia bei den perennierenden Unkräutern.

Unter den spezifischen Kulturbedingungen im Reis vorkommende Schadpflanzen wie z. B. Echinochloa, Sagittaria, Alisma, Eleocharis, Scirpus und Cyperus werden von den erfindungsgemäßen Mitteln ebenfalls hervorragend bekämpft. Werden die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel vor dem Keimen auf die Erdoberfläche appliziert, so wird entweder das Auflaufen der Unkrautkeimlinge vollständig verhindert oder die Unkräuter wachsen bis zum Keimblattstadium heran, stellen jedoch dann ihr Wachstum ein und sterben schließlich nach Ablauf von drei bis vier Wochen vollkommen ab.

Bei Applikation der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel auf die grünen Pflanzenteile im Nachauflaufverfahren tritt ebenfalls sehr rasch nach der Behandlung ein drastischer Wachstumsstop ein und die Unkrautpflanzen bleiben in dem zum Applikationszeitpunkt vorhandenen Wachstumsstadium stehen oder sterben nach einer gewissen Zeit ganz ab, so daß auf diese Weise eine für die Kulturpflanzen schädliche Unkrautkonkurrenz sehr früh und nachhaltig beseitigt wird.

Obgleich die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel eine ausgezeichnete herbizide Aktivität gegenüber mono- und dikotylen Unkräutern aufweisen, werden Kulturpflanzen wirtschaftlich bedeutender Kulturen z. B. zweikeimblättriger Kulturen wie Soja, Baumwolle, Raps, Zuckerrüben, insbesondere Soja, oder Gramineen- Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Reis oder Mais, nur unwesentlich oder gar nicht geschädigt. Die vorliegenden Verbindungen eignen sich aus diesen Gründen sehr gut zur selektiven Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs in landwirtschaftlichen Nutzpflanzungen oder in Zierpflanzungen.

Darüber hinaus weisen die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel hervorragende wachstumsregulatorische Eigenschaften bei Kulturpflanzen auf. Sie greifen regulierend in den pflanzeneigenen Stoffwechsel ein und können damit zur gezielten Beeinflussung von Pflanzeninhaltsstoffen und zur Ernteerleichterung wie z. B. durch Auslösen von Desikkation und Wuchsstauchung eingesetzt werden. Desweiteren eignen sie sich auch zur generellen Steuerung und Hemmung von unerwünschtem vegetativen Wachstum, ohne dabei die Pflanzen abzutöten. Eine Hemmung des vegetativen Wachstums spielt bei vielen mono- und dikotylen Kulturen eine große Rolle, da das Lagern hierdurch verringert oder völlig verhindert werden kann.

Aufgrund ihrer herbiziden und pflanzenwachstumsregulatorischen Eigenschaften können die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel auch zur Bekämpfung von Schadpflanzen in Kulturen von bekannten oder noch zu entwickelnden gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzt werden. Die transgenen Pflanzen zeichnen sich in der Regel durch besondere vorteilhafte Eigenschaften aus, beispielsweise durch Resistenzen gegenüber bestimmten Pestiziden, vor allem bestimmten Herbiziden, Resistenzen gegenüber Pflanzenkrankheiten oder Erregern von Pflanzenkrankheiten wie bestimmten Insekten oder Mikroorganismen wie Pilzen, Bakterien oder Viren. Andere besondere Eigenschaften betreffen z. B. das Erntegut hinsichtlich Menge, Qualität, Lagerfähigkeit, Zusammensetzung und spezieller Inhaltsstoffe. So sind transgene Pflanzen mit erhöhtem Stärkegehalt oder veränderter Qualität der Stärke oder solche mit anderer Fettsäurezusammensetzung des Ernteguts bekannt.

Bevorzugt ist die Anwendung der erfindungsgemäßen Mittel in wirtschaftlich bedeutenden transgenen Kulturen von Nutz- und Zierpflanzen, z. B. von Gramineen- Kulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Hirse, Reis und Mais oder auch Kulturen von Zuckerrübe, Baumwolle, Soja, Raps, Kartoffel, Tomate, Erbse und anderen Gemüsesorten. Vorzugsweise können die erfindungsgemäßen Mittel als Herbizide in Nutzpflanzenkulturen eingesetzt werden, welche gegenüber den phytotoxischen Wirkungen der Herbizide resistent sind bzw. gentechnisch resistent gemacht worden sind.

Bei der Anwendung der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel in transgenen Kulturen treten neben den in anderen Kulturen zu beobachtenden Wirkungen gegenüber Schadpflanzen oftmals Wirkungen auf, die für die Applikation in der jeweiligen transgenen Kultur spezifisch sind, beispielsweise ein verändertes oder speziell erweitertes Unkrautspektrum, das bekämpft werden kann, veränderte Aufwandmengen, die für die Applikation eingesetzt werden können, vorzugsweise gute Kombinierbarkeit mit den Herbiziden, gegenüber denen die transgene Kultur resistent ist, sowie Beeinflussung von Wuchs und Ertrag der transgenen Kulturpflanzen.

Gegenstand der Erfindung ist somit auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Mittel als Herbizide zur Bekämpfung von Schadpflanzen, vorzugsweise in Pflanzenkulturen, wobei die Pflanzenkulturen auch transgene Pflanzenkulturen sein können.

Die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel können auch nicht-selektiv zur Bekämpfung unerwünschten Pflanzenwuchses eingesetzt werden, z. B. an Wegrändern, Plätzen, Industrieanlagen oder Eisenbahnanlagen.

Aufgrund der relativ geringen Aufwandmenge der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel ist deren Verträglichkeit in aller Regel schon sehr gut. Insbesondere wird durch die erfindungsgemäßen Kombinationen eine Senkung der absoluten Aufwandmenge erreicht, verglichen mit der Einzelanwendung eines herbiziden Wirkstoffs.

Um die Verträglichkeit und/oder Selektivität der erfindungsgemäßen herbiziden Mittel gewünschtenfalls noch zu steigern kann es von Vorteil sein, diese gemeinsam in Mischung oder zeitlich - getrennt nacheinander zusammen mit Safenern oder Antidots anzuwenden.

Gegenstand der Erfindung ist deshalb auch ein Verfahren zur Bekämpfung von Schadpflanzen, vorzugsweise zur selektiven Bekämpfung von Schadpflanzen in Nutzpflanzenkulturen, dadurch gekennzeichnet, daß man eine herbizid wirksame Menge der genannten Herbizide a) in Kombination mit mindestens einem der Tenside b) und mindestens einem Humectant c) appliziert, z. B. im Vorauflauf, Nachauflauf oder im Vor- und Nachauflauf, vorzugsweise im Vorauflauf, auf die Pflanzen, Pflanzenteile, Pflanzensamen oder die Anbaufläche.

In bevorzugter Verfahrensvariante werden die Herbizide a) in Aufwandmengen von 0,1 bis 400 g Aktivsubstanz/ha, bevorzugt von 0,5 bis 200 g Aktivsubstanz/ha, ausgebracht. Weiterhin besonders bevorzugt ist die Ausbringung der Wirkstoffe in Form von Tankmischungen, wobei die Einzelkomponenten, z. B. in Form von Formulierungen, gemeinsam im Tank mit Wasser gemischt werden und die erhaltene Spritzbrühe ausgebracht wird. Da die Kulturpflanzenverträglichkeit der erfindungsgemäßen Kombinationen bei gleichzeitig sehr hoher Kontrolle der Schadpflanzen ausgesprochen gut ist, können diese als selektiv angesehen werden. In bevorzugter Verfahrensabwandlung werden herbizide Mittel mit den erfindungsgemäßen Wirkstoffkombinationen daher zur selektiven Bekämpfung unerwünschter Pflanzen eingesetzt.

Die Ausbringung der herbiziden Mittel kann in üblicher Weise erfolgen, zum Beispiel mit Wasser als Träger in Spritzbrühmengen von etwa 5 bis 4000 Liter/ha. Eine Anwendung der Mittel im sog. Low-Volume- und Ultra-Low-Volume-Verfahren (ULV) ist ebenso möglich wie ihre Applikation in Form von Granulaten und Mikrogranulaten.

Eine bevorzugte Verwendung betrifft den Einsatz von herbiziden Mitteln, die Gehalte an Komponenten a), b) und c) in einer synergistisch wirksamen Menge aufweisen. Zur Erfindung gehören auch Mischungen von einem oder mehreren Herbiziden a), mit einem oder mehreren Tensiden b) und einem oder mehreren Humectants c).

Daneben können in den herbiziden Mitteln der Erfindung zur Abrundung der Eigenschaften, meist in untergeordneten Mengen, zusätzlich eines, zwei oder mehrere von dem Herbizid a) verschiedene agrochemische Wirkstoffe (z. B. Herbizide, Insektizide, Fungizide, Safener) enthalten sein.

Damit ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten mehrere Wirkstoffe miteinander zu kombinieren und gemeinsam zur Bekämpfung von Schadpflanzen in Pflanzenkulturen einzusetzen, ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die erfindungsgemäßen herbiziden Mittel ausgezeichete herbizide Wirkung aufweisen, und in einer bevorzugten Ausführungsform überadditive (= synergistische) Effekte auftreten. Dabei ist die Wirkung in den Kombinationen stärker als die der eingesetzten Einzelkomponenten bei alleiniger Anwendung.

Diese Effekte erlauben unter anderem eine Reduzierung der Aufwandmenge, die Bekämpfung eines breiteren Spektrums von Unkräutern und Ungräsern, die Schließung von Wirkungslücken, eine schnellere und sicherere Wirkung, eine längere Dauerwirkung, eine komplette Kontrolle der Schadpflanzen mit nur einer oder wenigen Applikationen, und eine Ausweitung des Anwendungszeitraumes.

Die genannten Eigenschaften sind in der praktischen Unkrautbekämpfung gefordert, um landwirtschaftliche Kulturen von unerwünschten Konkurrenzpflanzen freizuhalten und damit die Erträge qualitativ und quantitativ zu sichern und/oder zu erhöhen. Der technische Standard wird durch die erfindungsgemäßen Kombinationen bezüglich der beschriebenen Eigenschaften deutlich übertroffen. So zeigt sich eine wesentlich verbesserte Wirkungssicherheit unter verschiedenen Umweltbedingungen.

Beispiele Beispiel 1 Zubereitung der Spritzbrühe

Es wurde eine Wasseraufwandmenge von 300 l/ha vorgelegt. Anschließend wurden die Einzelkomponenten Herbizid, Tensid und Humectant gemäß den in Tabelle 1 angegebenen Aufwandmengen unter Rühren zugegeben, so daß eine homogene Spritzbrühe entstand. Als Herbizid wurde Mesosulfuron-methyl als 20-prozentiges wasserdispergierbares Pulver eingesetzt. Als Tensid wurde Silwet® L77 (Wacker) und als Humectant Na-Lactat als 50-prozentige wässrige Lösung (Merck KGaA, Darmstadt) verwendet.

Beispiel 2 Wirksamkeit gegen Schadgräser

Samen der Schadpflanzen AVEFA und LOLMU wurden in einer Klimakammer in einem sandigen Lehmboden in 13er Rundtöpfen ausgesät und angegossen. Während der gesamten Versuchsdauer wurde das Substrat nur minimal bewässert. Es wurde eine Tagestemperatur von 18°C und eine Nachttemperatur von 16°C eingehalten, wobei durch eine Zusatzbeleuchtung mit Natriumdampfleuchten (ca. 7000 lx) eine einheitliche Tageslänge von 16 Stunden erreicht wurde. Die relative Luftfeuchtigkeit betrug 50%. Vier Wochen nach der Aussaat wurden die Pflanzen auf einer Laborspritzbahn mit der gemäß Beispiel 1 hergestellten Spritzbrühe behandelt. Die Wasseraufwandmenge für die Spritzappplikation der Präparate betrug 300 l/ha. Nach der Behandlung wurden die Pflanzen wieder in der Klimakammer aufgestellt. Die optische Bonitur erfolgte 14 Tage nach der Applikation, nach einer Prozentskala von 0% = keine Schädigung bis 100% = alle Pflanzen abgestorben. Die Resultate sind in Tabelle 1 aufgeführt. Tabelle 1




Anspruch[de]
  1. 1. Herbizides Mittel enthaltend
    1. a) einen oder mehrere herbizide Wirkstoffe aus der Gruppe der gräserwirksamen Sulfonamide,
    2. b) eines oder mehrere Silikontenside, und
    3. c) eines oder mehrere Humectants.
  2. 2. Herbizides Mittel nach Anspruch 1, enthaltend als Komponente a) einen gräserwirksamen Sulfonylharnstoff.
  3. 3. Herbizides Mittel nach Anspruch 1 oder 2, zusätzlich enthaltend eine oder mehrere weitere Komponenten aus der Gruppe enthaltend agrochemische Wirkstoffe, im Pflanzenschutz übliche Zusatzstoffe und Formulierungshilfsmittel.
  4. 4. Verfahren zur Bekämpfung von Schadpflanzen, worin das herbizide Mittel, definiert gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, im Vorauflauf, Nachauflauf oder im Vor- und Nachauflauf auf die Pflanzen, Pflanzenteile, Pflanzensamen oder die Anbaufläche appliziert wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4 zur selektiven Bekämpfung von Schadpflanzen in Pflanzenkulturen.
  6. 6. Verwendung des nach einem der Ansprüche 1 bis 3 definierten herbiziden Mittels zur Bekämpfung von Schadpflanzen.
  7. 7. Verfahren zur Herstellung eines herbiziden Mittels, definiert gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Komponenten a), b) und c) gemischt werden.
  8. 8. Verfahren gemäß Anspruch 7, worin die Komponenten a), b) und c) im Tankmischverfahren gemischt werden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com