PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10039859A1 21.02.2002
Titel Leitungsbauteil für Lüftungsrohre oder -kanäle
Anmelder Schulte, Günter, 59757 Arnsberg, DE
Vertreter PATENTANWALTSKANZLEI FRITZ, 59757 Arnsberg
DE-Anmeldedatum 10.08.2000
DE-Aktenzeichen 10039859
Offenlegungstag 21.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.02.2002
IPC-Hauptklasse F24F 13/24
IPC-Nebenklasse E04B 1/76   E04B 1/94   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Leitungsbauteil (4) für Lüftungsrohre oder -kanäle zur Be- und Entlüftung von Gebäuden, welches eine wärmeisolierend, feuerbeständig und schalldämmend ausgestaltete Wandung (1) aufweist. Um die schalldämmenden, brandschutz- und wärmetechnischen Eigenschaften zu verbessern und den Aufwand zur Herstellung zu verringern, schlägt die Erfindung vor, daß die Wandung (1) des Leitungsbauteils (4) aus verdichteter Steinwolle oder Mineralwolle ausgebildet ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Leitungsbauteil insbesondere für Lüftungsrohre oder -kanäle zur Be- und Entlüftung von Gebäuden, welches eine wärmeisolierend, schallisolierend und feuerbeständig ausgestaltete Wandung aufweist.

Die Zu- und Abluft zur Lüftung und Klimatisierung von Gebäuden wird über Lüftungsrohre mit rundem oder Lüftungskanäle mit eckigem Durchgangsquerschnitt geführt. Diese werden aus Leitungsbauteilen in Form von Rohr- bzw. Kanalabschnitten zusammengesetzt.

Zunehmend werden derartige Leitungsbauteile auch für Abgaskamine verwendet, welche zur Ableitung von Verbrennungsgasen dienen, welche eine relativ niedrige Temperatur haben und im wesentlichen partikelfrei sind, beispielsweise bei modernen Brennwert-Heizungsanlagen.

In der einfachsten Ausführung werden als Leitungsbauteile Rohr- oder Kanalabschnitte aus Blech verwendet, welche über Flansche oder Muffen miteinander verbundenen werden. Die aus dünnem, meist verzinktem Stahlblech bestehende Wandung ist zwar mechanisch haltbar und die daraus gebildeten Leitungen sind bei entsprechender Dimensionierung grundsätzlich dazu geeignet, die geforderten Luftmengen im Gebäude zu verteilen. Die Blechwandungen der Lüftungsleitungen haben jedoch eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit. Nachteilig ist dies für den gebäudetechnischen Brandschutz, da im Brandfall eine unerwünschte Wärmeübertragung stattfindet und außerdem die einfachen Blechwandungen lediglich begrenzt feuerbeständig sind. Außerdem kann eine unerwünschte Wärmeübertragung von der in den Lüftungsleitungen entlangströmenden Luft mit der Umgebung stattfinden, so daß beispielsweise warme Luft einen Großteil der Wärme verliert, bevor sie am Auslaß der Lüftungsleitungen ausströmt.

Nachteilig an Blechleitungen ist weiterhin, daß sie eine nahezu ungehinderte Körperschallübertragung ermöglichen. Zur Geräuschdämmung in Gebäuden ist daher bei der Aufhängung der Leitungen sowie bei Wand- und Deckendurchführung die Anbringung von zusätzlichen Schalldämmungs-Manschetten oder dergleichen unumgänglich.

Ein weiterer negativer Effekt von Blechleitungen ist, daß diese sich bei Erwärmung in der Länge ausdehnen. Im Brandfall kann diese Längenausdehnung so groß sein, daß Wände beschädigt bzw. zum Einsturz gebracht werden, wenn keine zusätzlichen Kompensatoren zum Längenausgleich vorgesehen werden. Dies bedeutet einen erheblichen Fertigungs-, Montage- und damit Kostenaufwand.

Um den vorgenannten Nachteilen zu begegnen, ist es im Stand der Technik bereits bekannt, die Wandung der Lüftungsleitung wärmedämmend und feuerfest auszugestalten. In der DE 29 61 3656 U1 wird hierzu ein mehrschichtiger Aufbau vorgeschlagen, bei dem zwischen einen inneren und einem äußeren Wandteil eine Isolierschicht angeordnet ist. Die Wandungen bestehen beispielsweise aus Blech, während die Isolierung beispielsweise Mineralwolle, Glaswolle oder dergleichen verwendet werden kann. Aus der DE 40 18 056 C1 ist weiterhin ein feuerfestes Dämmaterial bekannt, welches dazu geeignet sein soll, aus Blech bestehende Lüftungsleitungen mit einer zusätzlichen Auskleidung oder Ummantelung zu versehen. Eine flammwidrige Ausgestaltung kann beispielsweise durch einen Mantel aus Kalziumsilikat-Platten hergestellt werden.

Die vorgenannten, nach dem Stand der Technik bekannten Leitungsbauteile haben zwar wärme- und brandschutztechnisch bessere Eigenschaften als einfache Blechleitungen. Ein Nachteil ist jedoch, daß der mehrschichtige Aufbau aus Blech mit einer zusätzlichen Isolierschicht relativ aufwendig ist. Dies gilt ebenfalls für die Anbringung einer zusätzlichen Ummantelung aus einzelnen Kalziumsilikat-Platten, die außerdem nur bei Lüftungskanälen mit eckigem Querschnitt anbringbar ist. Das führt dazu, daß die Herstellung der Leitungsbauteile bzw. die Installation der Lüftungsleitungen mit einer zusätzlichen Isolierung relativ aufwendig und kostspielig ist.

Zusätzlich zu dieser bereits aufwendigen wärme- und brandschutztechnischen Ausgestaltung ist die schallgedämmte, d. h. körperschallisolierte Installation mit weiterem Aufwand verbunden, da zusätzliche Schalldämmungs-Manschetten und dergleichen vorgesehen werden müssen.

Zum Stand der Technik ist in der DE 197 41 901 A1 zwar bereits vorgeschlagen worden, Abgasschächte in Gebäuden aus feuerwiderstandsfähigem Material bereitzustellen, wobei es sich um mit Wasserglas gebundene Mineralkörner handelt. Derartige Materialien sind zwar feuerbeständig, erfordern jedoch nach wie vor zusätzliche schalldämmende Maßnahmen. Darüber hinaus ist der Wasserglas gebundene Mineralwerkstoff mechanisch wenig beanspruchbar, feuchtigkeitsempfindlich und relativ schwer. Damit sind diese Leitungsbauteile ebenfalls lediglich eingeschränkt geeignet, Blechkanäle zu ersetzen.

Angesichts dieser Problematik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Leitungsbauteil anzugeben, welches weniger aufwendig gestaltet ist und eine verbesserte Funktionalität hat.

Zur Lösung dieser Problematik schlägt die Erfindung vor, daß bei dem Leitungsbauteil die Wandung aus verdichteter Steinwolle oder Mineralwolle ausgebildet ist.

Bei Steinwolle bzw. Mineralwolle handelt es sich um ein faseriges, hoch hitzebeständiges Material, welches lose oder in Form filzartiger Matten als Dämmaterial bekannt ist. Für die Erfindung wird ausgenutzt, daß aus dieser im Rohzustand mechanisch instabilen Faserwolle durch Verpressen formstabile, eigensteife Formteile erzeugt werden können. Erfindungsgemäß sind dies Leitungsbauteile in Form von Kanal- oder Rohrabschnitten, welche zum Aufbau von Lüftungsleitungen zusammengefügt werden können.

Die erfindungsgemäß aus Stein- bzw. Mineralwollfasern gebildete Wandung ist temperaturbeständig bis über 1000°C, ist also praktisch feuerbeständig. Durch die in der verpreßten Stein- bzw. Mineralwolle gebildeten, mikroskopischen Hohlräume hat dieser Werkstoff zudem ein besonders gutes Wärmedämmvermögen. Dabei ist die verdichtete, gepreßte Stein- bzw. Mineralwolle hinreichend stabil und eigensteif, so daß daraus selbsttragende Lüftungsrohre und -kanäle hergestellt werden können. Dadurch kommen die vorteilhaften Eigenschaften dieses Werkstoffs für die Anwendung als Lüftungsleitungen zur Gebäudebelüftung und -klimatisierung voll zur Geltung. Durch die gute Wärmedämmung wird die temperierte Luft in der Lüftungsleitung nämlich weder in unerwünschter Weise erwärmt oder abgekühlt.

Für den Brandschutz ist es weiterhin besonders vorteilhaft, daß der erfindungsgemäß für die Wandungen verwendete Stein- bzw. Mineralfaser-Werkstoff ohne weitere Maßnahmen feuerbeständig ist und dadurch auch im Brandfall formstabil bleibt. Die erfindungsgemäßen Leitungsbauteile bzw. die daraus hergestellten Lüftungsrohre und -kanäle genügen daher sicher den einschlägigen Brandschutzvorschriften und fallen zumindest in die Brandschutzklasse L90 oder darüber, d. h. zumindest 90 Minuten im Brandfall funktionstüchtig bleiben.

Besonders vorteilhaft ist weiterhin, daß die vorgenannte Verbesserung der Funktionalität hinsichtlich brandschutz- und klimatechnischer Eigenschaften sich mit einem deutlich geringeren Herstellungsaufwand erreichen läßt, als im Stand der Technik. Diese Rohre oder Kanäle können nämlich einfach als Formteile aus dem Stein- bzw. Mineralfaser-Werkstoff ausgebildet sein. Aufgrund der hinreichenden Eigensteifigkeit des verdichteten Stein- bzw. Mineralwoll-Werkstoffs ist nämlich keine zusätzliche Wandung zur mechanischen Stabilisierung erforderlich. Aufgrund der günstigen wärmeisolierenden Eigenschaften besteht ebenfalls keine Notwendigkeit für eine zusätzliche Wärmedämmung. Damit beschränkt sich der Herstellungsaufwand darauf, Formpreßteile aus dem Stein- bzw. Mineralwoll-Werkstoff herzustellen oder Leitungsbestandteile aus verdichteten Stein- bzw. Mineralwoll-Elementen zusammenzusetzen.

Ein weiterer, besonderer Vorteil ist, daß das erfindungsgemäße Material bereits in sich gute schalldämmende Eigenschaften hat, so daß keine weiteren Maßnahmen zur Körperschalldämmung bei der Installation in Gebäuden erforderlich sind. Sowohl bei der Aufhängung der Kanäle, als auch bei Wand- und Deckendurchführungen wird somit der Fertigungs-, Installations- und Kostenaufwand erheblich verringert.

Vorteilhaft ist ebenfalls, daß der erfindungsgemäße Stein- oder Mineralwoll-Werkstoff sich bei Erwärmung praktisch nicht ausdehnt und somit die bislang erforderlichen Kompensatoren entfallen können, was ebenfalls günstig ist im Hinblick auf den Herstellungs- und Montageaufwand.

In der Praxis ist es zudem vorteilhaft, daß der erfindungsgemäße Werkstoff mechanisch robust und auch auf lange Sicht feuchtigkeitsunempfindlich ist. Der Handhabung bei der Installation kommt entgegen, daß das Material relativ leicht ist, jedenfalls deutlich leichter als der im Stand der Technik vorgeschlagene, körnige Mineralwerkstoff.

Durch die günstigen mechanischen und wärmetechnischen Eigenschaften der verdichteten Steinwolle oder Mineralwolle ist es somit möglich, die Wandung einschalig auszubilden. Damit ist gemeint, daß die Lüftungsrohre oder -kanäle nicht, wie im Stand der Technik mehrere Schichten aufweisen, beispielsweise eine oder mehrere Blechwandungen mit zusätzlichen Isolierschichten, sondern eine einzige homogene Materialschicht aus dem Steinwoll- bzw. Mineralfaser- Werkstoff aufweisen. Der Herstellungs- und Kostenaufwand zur Bereitstellung eines derartigen Leitungsbauteils mit nur einer einzigen Wandschicht ist entsprechend geringer, als bei den im Stand der Technik bekannten, mehrschichtigen Konstruktionen.

Die vorgenannten vorteilhaften Eigenschaften machen die erfindungsgemäßen Leitungsbauteile nicht nur zur Verwendung für Lüftungsrohre oder -kanäle geeignet, sondern ebenfalls zur Herstellung von Abgaskaminen bzw. -schächten. Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Leitungsbauteile in diesem Bereich ist der Aufwand zur Erfüllung der einschlägigen Brandschutzvorschriften sowie Gewährleistung der Wärme- und Schalldämmung ebenfalls deutlich geringer als bei den bislang verwendeten Anordnungen.

Die Materialbeschaffenheit des verdichteten Fasermaterials läßt es weiterhin zu, mit einem Schneidwerkzeug, beispielsweise mit einem einfachen Messer, nachträglich Öffnungen in die Wandung der Lüftungskanäle einzuschneiden, beispielsweise um Aus- oder Eingänge mit Lüftungsgittern oder Lüftungsventilen anzubringen.

Die Steinwolle bzw. Mineralwolle kann mit einem nicht brennbaren Bindemittel versehen sein, bevorzugt einem anorganischen Bindemittel. Dieses bewirkt eine erhöhte Eigensteifigkeit und Festigkeit des verdichteten Stein- bzw. Mineralwoll-Werstoffs. Durch die Wahl eines Bindemittels mit hoher Wärmebeständigkeit bleiben die positiven brandschutztechnischen Eigenschaften erhalten, ohne die Wärmedämmung zu verschlechtern.

Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Wandung innenseitig mit einer abriebfesten Beschichtung versehen ist. Diese Beschichtung kann vorzugsweise ebenfalls aus einem anorganischen Bindemittel mit hoher Temperaturbeständigkeit bestehen, so daß sich keine negativen Auswirkungen auf den Brandschutz ergeben. Durch die Beschichtung wird sichergestellt, daß sich über die gesamte Betriebsdauer, bei Gebäudelüftungsanlagen über mehrere Jahrzehnte, keine Faserbestandteile der Stein- bzw. Mineralwolle lösen und ins Innere der Lüftungsrohre oder - kanäle gelangen können. Zwar gilt Stein- bzw. Mineralwolle als gesundheitlich unbedenklich. Für die Lebensdauer bzw. den Verschleiß von lüftungstechnischen Anlagen, wie Filtern, Ventilatoren und dergleichen ist es jedoch in jedem Fall günstiger, wenn in der transportierten Luftmenge möglichst wenig Partikel enthalten sind. Dies ist durch die zusätzliche, langlebige Beschichtung gewährleistet.

Besonders vorteilhaft ist es, daß das erfindungsgemäße Leitungsbauteil aus einem einstückigen Wandungsteil gebildet wird. Die Herstellung durch Verformung eines einzelnen Wandungsteils ist nämlich in der Regel weniger aufwendig, als mehrere Einzelteile zusammenzufügen.

Das einstückige Wandungsteil läßt sich aus dem erfindungsgemäß verwendeten Werkstoff insbesondere bei Lüftungsrohren, also Lüftungsleitungen mit rundem Querschnitt, als nahtlose Wandung herstellen. Das Leitungsbauteil ist dabei als einstückiges Formpreßteil ausgebildet.

Alternativ ist ebenfalls eine Ausführung denkbar, bei der die Wandung eine durchgehende Längsnaht aufweist. Diese Ausführung ist besonders vorteilhaft bei der Herstellung erfindungsgemäßer Lüftungskanalquerschnitte, also Lüftungsleitungen mit rechteckigem bzw. quadratischem Durchgangsquerschnitt. Ein Lüftungskanalabschnitt kann dabei aus einem Zuschnitt des Wandungsmaterials gebildet werden, also einer Platte aus dem verdichteten Stein- bzw. Mineralwoll-Material. Dieser Zuschnitt wird längs der Kanten innenseitig eingekerbt, d. h. mit durchgehenden V-Nuten versehen und zu einem kanalförmigen Hohlkörper zusammengekantet. Die aufeinandertreffenden Wandungsabschnitte werden entlang der Stoßkanten verbunden. Dies geschieht beispielsweise durch eine Verklebung der aufeinanderstoßenden Flächen der Wandungen, wobei die Naht außenseitig durch einen aufgeklebten Klebestreifen fixiert und gesichert werden kann. Die beim Abkanten zusammentreffenden Innenseiten der Einkerbungen entlang der Kanten können ebenfalls mit Bindemittel bzw. Klebstoff fixiert werden.

Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Wandung aus dem erfindungsgemäßen, verdichteten Faserwerkstoff auf der Innenseite, der Außenseite oder auch beidseitig mit einer nicht brennbaren Folie kaschiert ist, vorzugsweise Alufolie. Durch diese durchgehende Kaschierung kann eine zusätzliche Beschichtung auf der Innenseite zur Vermeidung der Ablösung von einzelnen Fasern entfallen. Außerdem kann die Folienoberfläche einfach hygienisch sauber gehalten werden. Darüber hinaus wird die Verarbeitung und insbesondere die Fertigung von rechteckigen Kanälen aus kaschierten Steinwoll- bzw. Mineralwoll-Platten erleichtert. Zur Bildung der Knickkanten werden nämlich einfach die Platten entlang der Kanten von der Innenseite bis auf die äußere Folienkaschierung V-förmig eingeschnitten. Dadurch lassen sie sich besonders einfach falten, wobei die äußere Alufolie praktisch als Folienscharnier dient. Für die Verklebung der aufeinanderstoßenden Falzkanten ist somit keine weitere Fixierung von außen erforderlich, da der Kanal durch die außen umlaufende Folie zusammengehalten wird.

In der erfindungsgemäßen Bauweise können sowohl Lüftungskanalabschnitte mit rechteckigem Durchgangsquerschnitt, als auch Lüftungsrohrabschnitte mit rundem Querschnitt gleichermaßen rationell hergestellt werden. Bevorzugt erfolgt die Herstellung einstückig. Alternativ können jedoch auch mehrere Stein- bzw. Mienralwoll-Formpreßteile nachträglich zusammengefügt werden, wodurch sich allerdings ein erhöhter Herstellungsaufwand ergeben kann.

Zur Verbindung miteinander können die erfindungsgemäßen Leitungsbauteile endseitig eine Stufenfalz aufweisen. Dabei ist an einem Ende des Rohr- oder Kanalabschnitts ein umlaufender Vorsprung vorgesehen und am anderen Ende eine Ausnehmung, die zur Aufnahme des Vorsprungs des folgenden Leitungsbauteils geeignet ist, so daß diese einfach zusammengesteckt werden können.

Alternativ ist es ebenfalls denkbar, daß die erfindungsgemäßen Leitungsbauteile endseitig stumpf abschließen. Die Verbindung kann dann einfach durch eine Verklebung der stumpf aufeinanderstoßenden Stirnseiten aufeinanderfolgender Leitungsbauteile erfolgen. Die Verbindung kann beispielsweise durch einen außen aufgeklebten Sicherungsstreifen oder dergleichen fixiert und gesichert werden.

Die Wandungsstärke der erfindungsgemäßen Leitungsbauteile kann etwa 10-50 mm betragen. Je nach den Abmessungen der Lüftungsrohre oder -kanäle ist eine Dimensionierung in dieser Größenordnung ausreichend für die geforderten wärmetechnischen und mechanischen Eigenschaften.

Die erfindungsgemäßen Lüftungsrohre oder -kanäle haben hinsichtlich Brandschutz sowie Klima- und Wärmetechnik besonders vorteilhafte Eigenschaften. Dabei ist die einschichtige Herstellung aus verdichteter Stein- oder Mineralwolle besonders rationell möglich.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Im einzelnen zeigen:

Fig. 1 eine stirnseitige Ansicht eines Plattenzuschnitts aus dem erfindungsgemäßen Steinwoll- bzw. Mineralwoll- Werkstoff zur Bildung eines rechteckigen Lüftungskanals;

Fig. 2 eine stirnseitige Ansicht des aus dem Zuschnitt gemäß Fig. 1 gebildeten, fertigen Lüftungskanals.

In Fig. 1 ist die stirnseitige Ansicht eines rechteckigen Zuschnitts aus einer erfindungsgemäß verdichteten Steinwoll- bzw. Mineralwoll-Platte dargestellt, die mit dem Bezugszeichen 1 versehen ist. Diese Platte 1 ist innen- und außenseitig mit einer Alufolie 2 kaschiert, die schematisch angedeutet ist, also nicht maßstabsgerecht.

Der flach ausgebreitete Zuschnitt des Wandungsmaterials 1 gemäß Fig. 1 ist mit in Längsrichtung durchgehenden, V-förmigen Einschnitten 3 versehen, welche bis zur äußeren Alufolie 2 durchgehen, diese selbst jedoch unbeschädigt lassen. Die äußeren Kanten sind ebenfalls mit auf Gehrung abgeschnittenen Falzkanten versehen.

Zur Herstellung eines Lüftungskanals, wie er in Fig. 2 in stirnseitiger Ansicht dargestellt und als Ganzes mit dem Bezugszeichen 4 versehen ist, werden die Innenseiten der V-förmigen Einschnitte sowie die auf Gehrung geschnittenen Außenkanten mit Klebstoff bestrichen und anschließend die Wandungsteile entlang der Einschnitte 3 um die Alufolie 2 nach innen zusammengeklappt, wie dies in Fig. 1 mit den gebogenen Pfeilen schematisch angedeutet ist. Dadurch wird ein Lüftungskanal wie in Fig. 2 gebildet. Anstelle der V-förmigen Einschnitte 3 hat dieser dann verklebte Nähte 5. Entlang der Naht, wo die äußeren Kanten der Wandung 1 zusammenstoßen, in Fig. 2 oben links wird, da dort keine außen umlaufende Alufolie 2 vorhanden ist, ein Klebeband 6 von außen auf die Naht 5 aufgeklebt.

Aufgrund der Materialstärke von 10-50 mm der Wandung 1 ergibt sich nach dem Aushärten der Klebenähte 5 eine selbsttragende, stabile Konstruktion der Leitungsbauteile 4. Diese haben aufgrund der Materialeigenschaften der erfindungsgemäß verwendeten, verdichteten Stein- bzw. Mineralwolle die vorangehend beschriebenen, besonders vorteilhaften Eigenschaften.


Anspruch[de]
  1. 1. Leitungsbauteil insbesondere für Lüftungsrohre oder -kanäle zur Be- und Entlüftung von Gebäuden, welches eine wärmeisolierend, feuerbeständig und schalldämmend ausgestaltete Wandung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung aus verdichteter Steinwolle oder Mineralwolle ausgebildet ist.
  2. 2. Leitungsbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung einschalig ausgebildet ist.
  3. 3. Leitungsbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Steinwolle bzw. Mineralwolle mit einem nichtbrennbaren Bindemittel versehen ist.
  4. 4. Leitungsbauteil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel ein anorganisches Bindemittel ist.
  5. 5. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung innenseitig mit einer abriebfesten Beschichtung versehen ist.
  6. 6. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem einstückigen Wandungsteil gebildet wird.
  7. 7. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung nahtlos ist.
  8. 8. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung eine Längsnaht aufweist.
  9. 9. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es als Lüftungsrohrabschnitt mit rundem Durchgangsquerschnitt ausgebildet ist.
  10. 10. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es als Lüftungskanalabschnitt mit eckigem, bevorzugt rechteckigem Durchgangsquerschnitt ausgebildet ist.
  11. 11. Leitungsbauteil nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Lüftungskanalabschnitt aus einem Zuschnitt des Wandungsmaterials gebildet ist, der längs der Kanten innenseitig eingekerbt, abgekantet und an den Stoßkanten verbunden ist.
  12. 12. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß endseitig eine Stufenfalz ausgebildet ist.
  13. 13. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß es endseitig stumpf abschließt.
  14. 14. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung eine Wandungsstärke von etwa 10-50 mm aufweist.
  15. 15. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung einseitig oder beidseitig mit Folie kaschiert ist.
  16. 16. Leitungsbauteil nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie eine Aluminiumfolie ist.
  17. 17. Leitungsbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß es als Abgaskamin-Abschnitt ausgebildet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com