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Dokumentenidentifikation EP0908082 21.02.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0908082
Titel Anschlussvorrichtung für landwirtschaftliche Geräte
Anmelder Niemeyer Landmaschinen GmbH, 48477 Hörstel, DE
Erfinder Laumann, Bernhard, 48477 Hörstel-Riesenbeck, DE
DE-Aktenzeichen 59802694
Vertragsstaaten AT, DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 15.09.1998
EP-Aktenzeichen 981175201
EP-Offenlegungsdatum 14.04.1999
EP date of grant 21.11.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.02.2002
IPC-Hauptklasse A01B 59/00
IPC-Nebenklasse A01B 61/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für landwirtschaftliche Geräte zu deren Anschluß und die Unterlenker eines Dreipunktgestänges eines Traktors od. dgl. Zugfahrzeugs in einer Ausbildung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ausgehend von einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE 296 15 285 U1) befaßt sich die Erfindung mit dem Problem der Bewältigung von Spitzenbelastungen, die bei Arbeits- oder Transportfahrten auf die Unterlenkeranschlußzapfen der Geräteanschlußachse einwirken.

Die Erfindung löst das Problem durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Hinsichtlich weiterer Ausgestaltungen wird auf die Ansprüche 2 bis 10 verwiesen.

Durch die Ausstattung der Geräteanschlußachse mit einem Bereich, der sich bei entsprechender Belastung der Unterlenkeranschlußzapfen im Betrieb elastisch verformen kann, werden sonst auftretende Spannungsspitzen vermieden und Stoßbelastungen federnd aufgefangen. Wird wie bevorzugt der Bereich herabgesetzten Biegewiderstands durch einen gegenüber benachbarten Bereichen der Geräteanschlußachse verminderten Querschnitt gebildet, werden die Übergangszonen vom Ausgangsquerschnitt zum reduzierten Querschnitt zweckmäßig nach den Regeln der Spannungsminimierung gestaltet, wobei als Werkstoff ein solcher verwendet wird, der zwar durch elastische Verformungsarbeit Stoßenergie aufnehmen kann, nicht jedoch den Bereich plastischer Verformung erreicht. Der Werkstoff sollte dabei über ausreichende Bruchdehnungseigenschaften verfügen, damit im Falle einer Überbeanspruchung der Geräteanschlußachse eine bleibende Verformung als Signal für die eingetretene Überbeanspruchung eintritt und das Auftreten eines Bruches möglichst vermieden ist.

Weitere Einzelheiten und Wirkungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung, in der zwei Ausführungsbeispiele des Gegenstands der Erfindung schematisch näher dargestellt sind. In der Zeichnung zeigt:

Fig. 1
eine Ansicht entgegen der Fahrtrichtung einer Vorrichtung nach der Erfindung an einem Drehpflug,
Fig. 2
eine Geräteanschlußachse im montierten Zustand mit kontinuierlicher Querschnittsminderung im Bereich herabgesetzten Biegewiderstands,
Fig. 3
eine Geräteanschlußachse im montierten Zustand mit abgestufter Querschnittsminderung im Bereich herabgesetzten Biegewiderstands,
Fig. 4
eine Einzeldarstellung einer Geräteanschlußachse mit ebenfalls kontinuierlicher Querschnittsveränderung im Bereich herabgesetzten Biegewiderstands,
Fig. 5
eine Einzeldarstellung einer Geräteanschlußachse mit abgestufter Querschnittsveränderung im Bereich herabgesetzten Biegewiderstands,
Fig. 6
einen Schnitt nach der Linie X-X in Fig. 9 durch ein Stützlager in Radial-Gelenk-Ausführung,
Fig. 7
einen Schnitt nach der Linie X-X in Fig. 9 durch ein Stützlager in Form einer Aufnahmebohrung,
Fig. 8
einen vergrößerten Schnitt durch die Stützlagerlasche in Fig. 7 und
Fig. 9
eine schematische, abgebrochene Draufsicht auf einen erfindungsgemäß an einen Traktor angeschlossenen Drehpflug gemäß Fig. 1 als Anwendungsbeispiel für ein landwirtschaftliches Gerät.

Fig. 1 veranschaulicht in einer Ansicht entgegen der Fahrtrichtung (F) eine geräteseitige Anschlußvorrichtung (1) in Form einer durchgehenden Geräteanschlußachse (2) an einem Beispiel eines Drehpflug (13), als Beispiel für ein landwirtschaftliches Gerät. Die Geräteanschlußachse (2) mit ihren Unterlenkeranschlußzapfen (5) ist in mit dem Tragbock (8) des Drehpfluges (13) verschraubten Laschen (7) abgestützt und durch Klemmstücke (9) axial gesichert. Die Geräteanschlußachse (2) ist bei dieser Darstellung durchgehend ohne Querschnittsminderung ausgeführt und hat im mittleren, zwischen den Stützlagern (6) befindlichen Bereich einen dadurch herabgesetzten Biegewiderstand, daß das Material in diesem Bereich einen gegenüber dem Material der übrigen Achse höheren Elastizitätsmodul aufweist. Dies kann durch beispielsweise unterschiedliche Härtung oder auch durch zwischengefügten anderen Werkstoff herbeigeführt sein.

Fig. 2 zeigt eine Geräteanschlußachse (2) mit kontinuierlich verlaufender Querschnittsminderung (3) im mittleren Bereich zwischen den Stützlagern (6), welche die Biegesteifigkeit der Geräteanschlußachse (2) in diesem Bereich herabsetzt.

Fig. 3 zeigt eine abgestuft verlaufende Querschnittsminderung (4) im mittleren Bereich der Geräteanschlußachse (2) mit konisch ausgebildeten Übergangsbereichen (19) vom Ausgangsquerschnitt (A1) auf den kleinsten Querschnitt (A2).

Fig. 4 zeigt Details einer Ausführung einer Geräteanschlußachse (2) mit einem Bereich kontinuierlich verlaufender Querschnittsminderung (3). Diese erstreckt sich über den Bereich mit der Länge b1, beispielsweise 300 mm, beginnend und endend in den Ausgangsquerschnitten A1 mit dem Ausgangsdurchmesser d1, beispielsweise 60 mm, und erreicht den kleinsten Querschnitt A2 mit dem kleinsten Durchmesser d2 auf der halben Länge des Bereichs der Querschnittsminderung b1, beispielsweise 45 mm. Die Kontur des sich kontinuierlich verändernden Achsendurchmessers ist abhängig von den geometrischen Randbedingungen mit den Parametern d1, d2, b1 und wird in diesem Ausführungsbeispiel bestimmt durch einen Konturradius R1 = 1504 m.

Fig. 5 zeigt Details eines Ausführungsbeispiels einer Geräteanschlußachse (2) mit einer abgestuft verlaufenden Querschnittsminderung (4) zur Bildung des Bereichs herabgesetzten Biegewiderstands. Sie erstreckt sich über den Bereich (b1), beispielsweise von 300 mm Länge, der Geräteanschlußachse (2). Sie beginnt und endet in den Ausgangsquerschnitten (A1) mit dem Ausgangsdurchmesser (d1), beispielsweise 60 mm, hat im konisch verlaufenden Übergangsbereichs (19) einen Böschungswinkel (α) von etwa 5° bis 15°, vorzugsweise 10°, und umfaßt einen zylindrischen Schaftteil mit dem kleinsten Querschnitt (A2) und dem kleinsten Durchmesser (d2), beispielsweise von 45 mm. Der Übergangsradius (R2) vom konischen zum zylindrischen Bereich der Achse beträgt 10 bis 30 mm, vorzugsweise 20 mm.

Fig. 6 zeigt eine mögliche Ausführungsform des Stützlagers (6) mit gelenkiger Lagerung der Geräteanschlußachse (2). In der Durchgangsbohrung (16) der Lasche (7) befindet sich ein Radial-Gelenklager (14), welches mit Sicherungsringen (15) axial fixiert ist. Diese räumlich gelenkige Lagerung begünstigt das Verformungsverhalten der Geräteanschlußachse (2) in den Bereichen der Stützlager (6), da sie Behinderungen der Verformung durch eine Einspannung der Geräteanschlußachse (2) im Bereich der Durchgangsbohrung (16) des Stützlagers (6) ausschließt.

Fig. 7 zeigt einen Schnitt durch ein Stützlager (6) mit angenähert gelenkiger Lagerung der Geräteanschlußachse (2). Die Durchgangsbohrung (16) der Lasche (7) ist beidseitig in Richtung ihrer Austrittsöffnungen konisch erweitert, so daß auch in dieser Ausführung das Verformungsverhalten der Achse (2) von den Stützlagern (6) begünstigt wird.

Fig. 8 zeigt einen Schnitt durch die Lasche (7) des Stützlagers (6) gemäß Fig. 7. Der Innendurchmesser (d3) des zylindrischen Teils (17) der Durchgangsbohrung (16) ist mit dem Außendurchmesser (d1) der Geräteanschlußachse (2) identisch. In der Mitte der Durchgangsbohrung (16) befindet sich ein zylindrischer Teil (17) mit der Breite (b2), vorzugsweise von etwa 15 mm. In Richtung der Austrittsöffnungen erweitert sich die Durchgangsbohrung (16) konisch mit dem Kegelwinkel (β) von etwa 2° bis 3°, vorzugsweise 2,5°, und bildet den konischen Teil (18) der Durchgangsbohrung (16).

Fig. 9 zeigt eine Draufsicht auf den Drehpflug (13) nach Fig. 1 und die Verbindung des Drehpfluges zum Traktor (12), der sich während der Arbeit des Drehpfluges (13) in Fahrtrichtung (F) bewegt. Die Verbindung zum Drehpflug (13) wird über das traktorseitige Dreipunktgestänge, bestehend aus den beiden Unterlenkern (10) und dem Oberlenker (11), hergestellt.

Analog zu den Beschreibungen der Fig. 4 und Fig. 5 sind weitere, nicht näher beschriebene Konturen der Querschnittsminderung, wie beispielsweise parabolisch verlaufende Konturen oder Mischformen, möglich.

Die Wirkungen der Erfindung treten grundsätzlich bei allen Geräten ein, die durch Unterlenker (10) über die Anschlußvorrichtung (1) mit einem Traktor (12) verbunden werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung (1) für landwirtschaftliche Geräte (13) zu deren Anschluß an die Unterlenker (10) eines Dreipunktgestänges (10,11) eines Traktors (12) od. dgl. Zugfahrzeugs, bestehend aus einer in Stützlagern (6) des landwirtschaftlichen Gerätes (13) abstützbaren Geräteanschlußachse (2) mit als Unterlenkeranschlußzapfen (5) ausgebildeten freien Enden, dadurch gekennzeichnet, daß die Geräteanschlußachse (2) mit einem zwischen den Stützlagern (6) gelegenen, stoßdämpfend elastisch verformbaren Bereich, der einen gegenüber benachbarten Bereichen herabgesetzten Biegewiderstand aufweist, versehen ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich herabgesetzten Biegewiderstands einen gegenüber benachbarten Bereichen verminderten Querschnitt aufweist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich herabgesetzten Biegewiderstands die Querschnittsminderung (3) einen kontinuierlichen Verlauf aufweist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Bereich herabgesetzten Biegewiderstands die Querschnittsminderung (4) einen abgestuften Verlauf aufweist.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Geräteanschlußachse (2) in ihrem zwischen den Stützlagern (6) gelegenen Bereich einen kreisrunden Querschnitt aufweist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Geräteanschlußachse (2) in ihrem zwischen den Stützlagern (6) gelegenen Bereich einen rechteckigen Querschnitt aufweist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnittsminderung im Maximum etwa 10 bis 50 % beträgt.
  8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich herabgesetzten Biegewiderstands von einem Werkstoff mit einem gegenüber dem Werkstoff benachbarter Bereiche erhöhten Elastizitätsmodul gebildet ist.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Geräteanschlußachse (2) in als Radial-Gelenklager (14) ausgebildeten Stützlagern (6) räumlich beweglich gelagert ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (6) der Geräteanschlußachse (2) von einer Durchgangsbohrung (16) in einer Lasche (7) gebildet sind, die aus einem zylindrischen Teil (17) und mindestens einem konischen, eine erweiterte Austrittsöffnung der Durchgangsbohrung (16) bildenden Teil (18) besteht, der eine eingeschränkte räumlich bewegliche Lagerung der Geräteanschlußachse (2) zuläßt.






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