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Dokumentenidentifikation DE10042027A1 07.03.2002
Titel Verfahren zur Herstellung eines Sanitärarmaturen-Griffs
Anmelder Hansa Metallwerke AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Göhring, Wolfram, Dipl.-Volksw., 70184 Stuttgart, DE
Vertreter U. Ostertag und Kollegen, 70597 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 26.08.2000
DE-Aktenzeichen 10042027
Offenlegungstag 07.03.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.03.2002
IPC-Hauptklasse B29C 45/16
IPC-Nebenklasse B29C 45/14   F16K 11/14   C08J 5/08   
IPC additional class // B29L 31:46,B29K 105:08  
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Sanitärarmaturen-Griffs, der einen Kern 12 aus hochfestem Kunststoff und eine den Kern 12 umgebende Ummantelung 14 aus weicherem, ungefülltem Kuststoff aufweist. Der Griff wird durch koaxiales Mehrkomponenten-Spritzgießen gefertigt und anschließend galvanisiert oder lackiert.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Sanitärarmaturen-Griffs gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Früher waren Sanitärarmaturen-Griffe ganz aus Metall oder einem einzigen Kunststoff gefertigt. Während die Fertigung aus Metall teuer ist, weist ein Armaturen-Griff aus einem einzigen Kunststoff ebenfalls Nachteile auf, wobei im Blick auf eine nachträgliche Beschichtung ein Kompromiß zwischen Oberflächenqualität und mechanischer Festigkeit zu schließen ist. Aus diesem Grund wurde ein Armaturen-Griff entwickelt, dessen Kern aus einem ggf. mit 60%iger Glasfaser verstärktem, partiell aromatischem Polyamid besteht und dessen Ummantelung aus gut für die hochglänzende Galvanisierung geeignetem Acryl-Nitril- Butadin-Styrol-Copolymer (ABS) besteht. Der Kern wird dabei aus Spritzguß hergestellt und nachträglich ummantelt. Dies ist aufwendig.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur rationellen, preiswerten Produktion eines Armaturen-Griffs aus einem Kern und einer Ummantelung bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch das Verfahren des Anspruchs 1 gelöst.

Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Es hat sich überraschend herausgestellt, daß sich durch koaxiales Mehrkomponenten-Spritzgießen eine feste, mechanisch belastbare Verbindung zwischen dem Material des Kerns, bevorzugt hochfestem Polyamid oder hochfestem ABS, ggf. mit einer Glasfaser- oder Kohlefaser-Verstärkung, und dem Material der Ummantelung, bevorzugt ungefülltem, weicherem Polyamid bzw. ABS, ergibt, die auch bei der mechanischen Belastung, wie sie beispielsweise auf einen Griff eines Einhebelmischers einwirkt, keine Tendenz zeigt, aufzubrechen oder eine solche Verformung der Ummantelung auszubilden, daß eine darauf aufgebrachte Beschichtung (Chrom, Lack) abblättert.

Der koaxiale Mehrkomponenten-Spritzguß ist bekannt. In ihm wird Schmelze von (meistens) zwei Spritzaggregaten durch den selben Angußkanal durch die Formkavitäten eingespritzt. Das zuerst eingespritzte Material bildet die "Haut". Wenn diese hinreichend abgekühlt ist, wird die zweite Schmelze eingespritzt, welche das Kernmaterial bildet. Vor dem Ende des Füllvorgangs wird nochmals die erste Schmelze eingespritzt, damit das Kernmaterial vollständig in Hautmaterial eingeschlossen ist.

Aufgrund der relativ einfachen Gießvorrichtung im koaxialen Mehrkomponenten-Spritzgußverfahren ist dieses preiswerter als andere Verfahren. Ein bevorzugter Sanitärarmaturen- Griff zur Herstellung im erfindungsgemäßen Verfahren ist der Griff eines Einhebelmischers.

Bevorzugt wird der erfindungsgemäß hergestellte Sanitärarmaturen-Griff galvanisiert, insbesondere verchromt, oder lackiert.

In den Zeichnungen ist:

Fig. 1 ein Schnitt entlang der langen Achse eines erfindungsgemäß hergestellten Griffs eines Einhebelmischers;

Fig. 2 ein Schnitt entlang der Linie I-I in Fig. 1.

Ein Griff 10 ist aus einem Kern 12 und einer Ummantelung 14 aufgebaut. Dabei besteht das Material des Kerns 12 aus hochfestem Polyamid, das ggf. mit Glas- und/oder Kohlefasern verstärkt ist. Die Ummantelung 14 besteht aus ungefülltem, weicherem Polyamid.

Bei der Herstellung des Griffs durch Mehrkomponenten- Spritzgießen wird zuerst das Material der Ummantelung 14 in eine Form gespritzt, deren Hohlraum dem Sanitärarmaturen- Griff 10 entspricht. Dann läßt man das Material der Ummantelung 14 an der Werkzeugoberfläche und an der Fließfront so stark abkühlen, daß das dann (bevorzugt teilweise parallel) eingespritzte Material des Kerns 12 nicht mehr durchbrechen kann. Am Schluß des Spritzgießvorganges wird noch einmal reines Material der Ummantelung 14 eingespritzt, um sicherzustellen, daß der Kern 12 vollständig von der Ummantelung 14 umgeben ist.

Nach Beendigung des Spritzgießens wird die Ummantelung 14 galvanisiert, vorzugsweise verchromt, oder lackiert.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung eines Sanitärarmaturen- Griffs (10), der einen Kern (12) und eine den Kern (12) umgebende Ummantelung (14) aus Kunststoff aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Griff durch koaxiales Mehrkomponenten-Spritzgießen gefertigt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material des Kerns (12) hochfestes Polyamid ist, das ggf. durch Glas- und/oder Kohlefasern verstärkt ist, und daß das Material der Ummantelung (14) ein ungefülltes, weniger festes Polyamid ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material des Kerns (12) hochfestes Acrylnitril- Butadien-Styrol-Copolymer (ABS) ist, das ggf. durch Glas- und/oder Kohlefasern verstärkt ist, und daß das Material der Ummantelung (14) ein ungefülltes, weniger festes ABS ist.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sanitärarmaturen-Griff (10) ein Griff eines Einhebelmischers ist.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Sanitärarmaturen-Griff (10) nach dem Spritzgießen galvanisiert wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Galvanisierung eine Verchromung ist.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Sanitärarmaturen-Griff (10) nach dem Spritzgießen lackiert wird.






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