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Dokumentenidentifikation DE19951328C2 14.03.2002
Titel Kältestabile Konservierungsmittel
Anmelder Schülke & Mayr GmbH & Co. KG, 22851 Norderstedt, DE
Erfinder Beilfuß, Wolfgang, 22339 Hamburg, DE;
Gradtke, Ralf, 25436 Tornesch, DE;
Kranz, Olaf, 25451 Quickborn, DE;
Teevs, Andreas, 24576 Bad Bramstedt, DE
Vertreter Uexküll & Stolberg, 22607 Hamburg
DE-Anmeldedatum 20.10.1999
DE-Aktenzeichen 19951328
Offenlegungstag 03.05.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.03.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.03.2002
IPC-Hauptklasse A01N 25/22
IPC-Nebenklasse A01N 47/18   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft flüssige kältestabile Konservierungsmittel für die technische Konservierung, insbesondere für einen langanhaltenden Schutz in wasserbasierten Produkten und für die biozide Ausrüstung von Gegenständen oder Beschichtungen, deren Oberflächen erfahrungsgemäß häufig von Pilzen befallen werden. Ferner betrifft sie ein Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung.

Pilzbefall ist nicht nur optisch wenig ansprechend, sondern kann auch bei nachfolgenden Flechten- oder Moosbewuchs zur Materialschädigung und Verkürzung der Gebrauchsdauer führen. Der Befall von Gegenständen oder darauf aufgebrachten Beschichtungen tritt in Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit besonders intensiv auf wie beispielsweise im Bereich der Lebensmittelindustrie, in Molkereien, Brauereien oder an der Nordseite von Gebäuden. Betroffen sind insbesondere Beschichtungen wie Farben, Lacke und Putze.

Der Versuch, das oben beschriebene Problem durch Zusatz von pulverförmigen Stoffen zu den verwendeten Beschichtungsmaterialien zu lösen, ist mit zahlreichen anwendungstechnischen Nachteilen verbunden. Die Forderung nach lösungsmittelfreien bzw. -armen Zubereitungen führte zur Entwicklung wäßriger Dispersionen, in denen bekannte, wasserunlösliche fungizide Wirkstoffe eingesetzt wurden.

Es wurden beispielsweise wäßrige Dispersionen auf Basis von Carbendazim und anderen Wirkstoffen gefunden, die jedoch wegen der Schwerlöslichkeit des Fungizids Carbendazim bei längerer Lagerung und bei höheren und tieferen Temperaturen wenig beständig waren und in zahlreichen Anwendungsbereichen (z. B. im Kühlschmierstoffsektor) nicht klar und homogen in die auszurüstenden Produkte einarbeitbar waren. Es setzten sich nach längerem Stehen Bodensätze ab, die schwierig bzw. gar nicht redispergierbar waren.

So sind beispielsweise aus der DE 42 42 389 C2 wäßrige Dispersionen bekannt, die eine Mischung aus a) Carbendazim, b) einem Benzothiazol und c) einem Triazin umfassen. Aus der DE 197 05 085 A1 sind ferner Konservierungsmittel bekannt, die a) ein Pyrithon, b) ein Triazin und c) ein Benzimidazol wie Carbendazim oder ein Thiophen umfassen.

Zur Vermeidung dieses Problems wurden Salze des Carbendazims eingesetzt, beispielsweise Alkylbenzolsulfonatsalze desselben, vorzugsweise in organischen Lösungsmitteln wie 1,2-Propylenglykol.

Solche Carbendazimsalze enthaltenden Zusammensetzungen zeigten jedoch ebenfalls bei Herstellung, Lagerung oder Transport die Neigung zu Ausfällungen. Die Ausfällungen traten bei Raumtemperatur auf, mitunter aber auch erst bei niedrigeren Temperaturen (z. B. +4°C) oder im Winter bei Frost (z. . bei -5°C). Diese Ausfällungen sind wiederum in der Kälte irreversibel, d. h. sie verschwinden beim Erreichen von Raumtemperatur nicht wieder.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, Carbendazim oder Carbendazimsalze enthaltende Konservierungsmittel kältestabil zu gestalten, wobei diese Kältestabilität bis hinunter zu Minustemperaturen wie beispielsweise -5°C reichen soll und über einen längeren Zeitraum auch bei Lagerung bei solchen niedrigen Temperaturen bestehen bleibt.

Die erfindungsgemäße Aufgabe konnte nun überraschenderweise dadurch gelöst werden, daß gefunden wurde, daß sich stabile, homogene, kältestabil Flüssigprodukte auf Basis von Carbendazim oder Carbendazimsalzen herstellen lassen, wenn die Zusammensetzung als Kältestabilisator mindestens einen aromatischen Alkohol und/oder mindestens einen aromatischen Glykolether und/oder mindestens ein Pyrrolidon umfaßt, wobei bereits geringe Mengen ausreichen, um diese Kältestabilität zu erhalten.

Die aromatischen Alkohole bzw. Glykolether verbessern auch die keimhemmende/keimtötende bzw. konservierende Wirkung der Zubereitungen, insbesondere sind sie in der Dampfphase antimikrobiell wirksam.

Das erfindungsgemäße flüssige, kältestabilisierte Konservierungsmittel auf Basis von Carbendazim oder eines Salzes desselben, ist daher dadurch gekennzeichnet, daß es als Kältestabilisator mindestens einen aromatischen Alkohol oder aromatischen Glykolether oder ein Pyrrolidon umfaßt.

Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Erfindungsgemäß bevorzugte Kältestabilisatoren sind die aromatischen Alkohole Phenylpropanol und Benzylalkohol und die zu den aromatischen Glykolethern gehörenden C6- bis C10-Aryloxy-C2- bis C6-alkylenglykolether, wobei die Arylgruppe insbesondere eine Phenylgruppe ist und unabhängig davon die Alkylengruppe insbesondere eine C2- oder C3-Alkylengruppe ist.

Besonders bevorzugt als Kältestabilisatoren sind Phenoxypropanole und Phenoxyethanol, wobei die Phenoxypropanole 1-Phenoxypropanol- 3, 2-Phenoxypropanol-1 und 1-Phenoxypropanol-2 umfassen. Ganz besonders bevorzugt sind Phenoxyethanol und Gemische aus 2- Phenoxypropanol-1 und 1-Phenoxypropanol-2 (in den Beispielen als "Phenoxypropanole" bezeichnet).

Geeignet sind ferner Pyrrolidone, wobei N-Methylpyrrolidon und N-Octylpyrrolidon bevorzugt sind.

Diese Stabilisatoren können beispielsweise im Austausch bzw. Teilaustausch gegen bisher verwendete Lösungs- bzw. Dispersionsmittel wie beispielsweise 1,2-Propylenglykol eingesetzt werden.

Der Gehalt der erfindungsgemäßen Konservierungsmittel an dem beanspruchten Kältestabilisator beträgt mindestens 2 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 3 Gew.-% und insbesondere mindestens 5 Gew.-%, wobei der Maximalgehalt nicht kritisch ist, wenn ein Vollaustausch gegen bisher verwendete Medien erfolgt. Der erfindungsgemäße Kältestabilisator kann beispielsweise in einer Menge von 10, 15 und 20 Gew.-%, aber auch von 70, 80 oder 90% vorhanden sein. Er erfüllt dabei dann nicht nur die Funktion der Kältestabilisators, sondern auch des Lösungsmittels bzw. Lösungsvermittlers.

In bevorzugten Ausführungsformen liegt in dem erfindungsgemäßen flüssigen kältestabilisierten Konservierungsmittel ein Salz des Carbendazims vor, wobei die Alkylbenzolsulfonsalze bevorzugt sind, die in der Alkylgruppe 6 bis 18, insbesondere 10 bis 14 und bevorzugt 12 Kohlenstoffatome umfassen. Ein besonders bevorzugtes Alkylbenzolsulfonatsalz des Carbendazims ist Carbendasulf, das durch Umsetzung von Carbendazim mit Dodecylbenzolsulfonsäure (Marlon AS 3-Säure) in Propylenglykol bei ca. 85°C hergestellt werden kann. Weiterhin sind das Hydrochlorid und das Hydrobromid des Carbendazims erfindungsgemäß geeignete Salze.

Aufgrund der höheren Stabilität auch bei niedrigen Temperaturen bleibt der Gehalt an Fungizid in dem Konservierungsmittel auf hohem Niveau, wodurch die biozide Wirkung ebenfalls lange aufrechterhalten werden kann.

Aufgrund der Möglichkeit, den Gehalt an diversen Lösungsmitteln und sonstigen Kältestabilisatoren erheblich zu verringern bzw. zu vermeiden, kann darüber hinaus eine Senkung der Herstellungskosten von carbendazimhaltigen Produkten erreicht werden.

Die erfindungsgemäßen Konservierungsmittel haben daher aufgrund der höheren Kältestabilität folgende Vorteile gegenüber vergleichbaren Produkten des Standes der Technik:

  • - stabileres Flüssigkonzentrat,
  • - kältestabileres Produkt,
  • - preiswertere Herstellung,
  • - reineres Produkt,
  • - wirksameres Produkt,
  • - alkalistabiler Wirkstoff,
  • - temperaturstabiler Wirkstoff,
  • - vergleichsweise preiswert (z. B. im Vergleich zu BIT),
  • - Kombination mit bekannten bioziden Wirkstoffen möglich,
  • - Einsatz zur antimikrobiellen Ausrüstung von Materialien günstig,
  • - hinreichend auswaschbeständig,
  • - hinreichend farbstabil, verfärbungsstabil.

Die erfindungsgemäßen Kältestabilisatoren können nachträglich oder auch bereits während der Herstellung von beispielsweise den Alkylbenzolsulfonaten des Carbendazims wie beispielsweise Carbendasulf als Zusatz, Teilersatz oder Vollersatz von bisher verwendeten Lösungsmitteln wie beispielsweise 1,2-Propylenglykol usw. verwendet werden. Dies hat den Vorteil, daß die Reaktionszeit und -temperatur für die Herstellung der klaren homogenen Lösung verringert werden können, wodurch eine höhere thermische Belastung ("Braten") vermieden wird, die zur Zersetzung der Alkylbenzolsulfonaten beitragen. Auch durch die Vermeidung einer solchen zusätzlichen thermischen Belastung bleibt der Gehalt an Alkylbenzolsulfonat vergleichsweise wiederum hoch und die Art und Menge der Zersetzungsprodukte nimmt ab.

Die erfindungsgemäßen Konservierungsmittel können als Zusätze zu Beschichtungen, zu Kunststoffdispersionen, insbesondere solchen, die filmbildend sind und beispielsweise auf Polyacrylat basieren, zur Behandlung von Flächen und Materialien und zur fungiziden Ausrüstung von Farben, Lacken und Putzen, zur Gebindekonservierung bzw. zum Materialschutz und zur Konservierung von Metallbearbeitungsflüssigkeiten (Konzentraten und Emulsionen) verwendet werden.

Bei Kombination mit weiteren Wirkstoffen, wie beispielsweise auch Algiziden und Bakteriziden, kann das Wirkungsspektrum der erfindungsgemäßen Konservierungsmittel auch auf weitere Bereiche ausgedehnt werden.

In der Praxis kann die Einsatzkonzentration des erfindungsgemäßen Konservierungsmittels im Bereich von 0,01 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 5 Gew.-% und bevorzugt 0,15 bis 3 Gew.-% in dem zu konservierenden Material betragen. In Beschichtungen kann das erfindungsgemäße Konservierungsmittel in solchen Mengen eingesetzt werden, das auf 1 m2 Fläche 0,01 bis 10 g, vorzugsweise 4 g zur Anwendung kommen.

Die erfindungsgemäßen Konservierungsmittel können neben Carbendazim oder Carbendazimsalzen wie Carbendasulf andere biozide Wirkstoffe (bakterizid, fungizid, algizid und/oder viruzid) enthalten. Hierbei ergeben sich breit wirksame z. T. synergistisch wirksame Produkte.

Beispiele für solche bioziden Wirkstoffe, die in den erfindungsgemäßen Konservierungsmitteln enthalten sein können, sind

  • - Isothiazolone wie N-Octylisothiazolon (z. B. Kathon 893 = 45% N-Octylisothiazolon in 1,2-Propylenglykol), 5-Chlor-N- methylisothiazolon und N-Methylisothiazolon (z. B. Kathon 886 = salzhaltige Mischung aus 5-Chlor-N-methylisothiazolon und N-Methylisothiazolon), Benzisothiazolon, 4,5-Dichlor-N- octylisothiazolon, Promexal, N-Butyl-BIT und andere,
  • - Aldehyde oder Aldehyd-Depotverbindungen wie beispielsweise Formaldehyd, Glutardialdehyd, o-Phthaldialdehyd, Ethylenglykolbis-hemiformal, Propylenglykol-hemiformal, Butylglykol-hemiformal, Butyldiglykol-hemiformal, Benzylalkoholhemiformal, Grotan Bk, Mar 71, Grotan WS, Dimethyldimethylolhydantoin (DMDMH), Protectol 140, Dimethylolharnstoff, N- Methylolchloracetamid, Dowicil 200, Natriumhydroxymethylglycinat,
  • - halogenorganische Verbindungen wie IPBC, Dibromdicyanobutan (DBDCB), Chloracetamid, Bronopol, Amical 48, Trichlorcarbanilid,
  • - schwefelhaltige Verbindungen wie 2-Mercaptopyridin-N-oxid sowie deren Salze (z. B. Pyrion-Na) oder Komplexverbindungen (z. B. Zinkpyrithion), Pyriondisulfid, TCMTB, Preventol VPOC 3061, Tetramethylthiuramdisulfid, 3,5-Dimethylthiadiazinthion, Methylenbisthiocyanat, Thiabendazol,
  • - Aktivsauerstoffverbindungen wie t-Butylhydroperoxid,
  • - Phenole und deren Salze wie p-Chlor-m-kresol, p-chlor-m- xylenol, o-Phenylphenol, o-Benzyl-4-chlorphenol, Parabene, Irgasan DP 300,
  • - Algizide wie Diuron, Terbutyn, Prometryn, Irgarol 1051,
  • - N-Cyclohexyldiazeniumdioxid bzw. Salze oder Komplexe wie das K-Salz, Al-Komplex, Lonzabac 12 und andere,
  • - Kationaktive Wirkstoffe wie Benzalkoniumchlorid (Feststoff und 50%ige wäßrige Lösung), Cetylpyridiniumsalze, Dodecylguanidin bzw. Salze desselben, Chlorhexidinsalze, Octenidinsalze, Laurylpropylendiaminguanidiniumacetat, Vantocil IB und andere.

Im folgenden sind Beispiele angegeben, die die Erfindung erläutern sollen, ohne eine Einschränkung zu bedeuten.

Es werden beispielhaft geeignete Zusätze zur Verbesserung der Stabilität von carbendasulf-haltigen Zubereitungen beschrieben.

Die Verbesserung der Stabilität von carbendasulf-haltigen Konservierungsmitteln (z. B. Kältestabilität) gelingt durch Zusatz von aromatischen Alkoholen bzw. aromatischen Glykolethern (5 bis 15% Benzylalkohol, Phenoxyethanol, Phenoxypropanolen).

Beispiel 1 Herstellung von Konservierungsmitteln mit unterschiedlichen Stabilisatoren

4 Gew.-% Carbendazim und 6,5 Gew.-% Marlon AS 3 (Mengenangaben bezogen auf das Gesamtgewicht) wurden in 1,2-Propylenglykol auf 85°C erwärmt. Der Ansatz wurde nach Erreichen der Temperatur auf ca. 60°C abkühlen gelassen und filtriert. Zum Filtrat wurden die restlichen Bestandteile gegeben, und es wurde ca. 15 Minuten lang gerührt. Es erfolgte Lagerung in Klarglas bei -5°C nach einem Animpfen mit Carbendasulf-Kristallen.

Folgende Rangfolge der Kälte-Stabilisierung (Austausch von 1,2- Propylenglykol als bisher verwendetem Lösungsmittel gegen 10% bzw. 15% erfindungsgemäßen Stabilisator) läßt sich nach ca. 3 Monaten Lagerung bei -5°C aufstellen:

3-Phenylpropanol > Phenoxypropanole > N-Methylpyrrolidon > Dipropylenglykolmonomethylether > 1,2-Propylenglykol.

Nach ca. 15S Monaten bei -5°C weisen die Ansätze folgenden prozentualen Niederschlagsanteil auf:





Ergebnis

Ein Zusatz ausgewählter Stabilisatoren verbessert die Kältestabilität von carbendasulf-haltigen Konservierungsmitteln (Kontrolle ohne Stabilisator ist Formulierung 1) signifikant. Die Verbesserung gegenüber 1,2-Propylenglykol bzw. Dipropylenglykolmonobutylether zeigt sich bei 10 bzw. 15% Phenoxypropanol in einer Verringerung der Niederschlagsmenge von 50 auf 20% bzw. 40 auf 0% und bei 10 bzw. 15% 3-Phenylpropanol in einer Verringerung der Niederschlagsmenge von 40 auf 10% bzw. 40 auf < 5%. Bei N-Methylpyrrolodon ergibt sich eine Verringerung von 50 auf 30 bzw. von 40 auf 15%.

Beispiel 2 Herstellung von Konservierungsmitteln mit unterschiedlichen Stabilisatoren

Carbendazim, Marlon AS 3 und Propylenglykol (Bestandteile 1 bis 3; siehe Tabelle) wurden zusammen unter Rühren auf 85°C erwärmt. Der Ansatz wurde nach Erreichen dieser Temperatur auf ca. 60°C abkühlen gelassen und filtriert (sehr wenig Unlösliches). Das Filtrat mit der Mischung der Bestandteile 4 bis 8 (siehe Tabelle) vereinigt und ca. R Stunde lang gerührt. Die Proben werden in Klarglas bei -5°C, 4°C, 25°C bzw. 40°C nach Animpfen eingelagert. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle angegeben ("Zonenfex" ist eine salzfreie Lösung einer Mischung aus 5-Chlor-N-methylisothiazolon und N-Methylisothiazolon in Glykolderivaten):













Ergebnis

Geeignete Stabilisatoren zur Erhöhung der Kältestabilität von Konservierungsmitteln bzw. wasserarmen, carbendasulf- haltigen Zubereitungen sind: Benzylalkohol, Phenoxyethanol und Phenoxypropanole.

Ungeeignet sind folgende Stabilisatoren: Butyldiglykol, 1-Methoxypropanol-2, Polyglykol 400 und Dipropylenglykol.

Beispiel 3 Gehaltsbestimmung Hintergrund

Die erfindungsgemäßen Zubereitungen sind reiner (geringerer Anteil an Zersetzungsprodukten) und die Herstellung ist wirtschaftlicher, als das bisher möglich war. Die bisherige Herstellung erfordert eine 4stündige Erwärmung des Ansatzes auf +85°C (bei geringerer Haltezeit ist das Produkt nicht ausreichend stabil bzw. kältestabil), was zur Bildung von Nebenprodukten führt.

Erfindungsgemäß ist eine niedrigere Reaktionstemperatur und/oder Reaktionszeit von deutlich unter 1 Stunde (bevorzugt unter 30 Minuten) ausreichend. Die Komponenten Carbendazim und Marlon AS 3 Säure müssen in einem geeigneten Lösungsmittel (z. B. 1,2- Propylenglykol) nur noch bis zur Klarlöslichkeit erwärmt werden, dann abgekühlt und mit den übrigen Formulierungsbestandteilen gemischt werden. Die erfindungsgemäßen Carbendasulf-Lösungen sind zwangsläufig reiner (und aufgrund des höheren Carbendasulf- Gehaltes wirksamer) und wirtschaftlicher herzustellen.



Bei den Formulierungen B, E bzw. G liegt der Carbendasulf-Gehalt generell höher als bei den Produktionschargen ohne den erfindungsgemäßen Stabilisator (Formulierung A). Beispiel 4 Konservierungsmittel mit 12,5% Phenoxypropanolen



Carbendazim, Marlon AS 3 und Propylenglykol wurden zusammengegeben und auf 85°C erwärmt, der Ansatz wurde auf 60°C abkühlen gelassen und die restlichen Inhaltsstoffe zugegeben (die Temperatur sinkt auf < 40°C ab). Der Ansatz war klar, grünlich braun und wurde filtriert. Das Muster wurde bei -5°C bzw. 4°C bzw. 25°C bzw. 40°C gelagert und angeimpft. Weitere Daten sind in der nachfolgenden Tabelle angegeben:





Beispiel 5 Prüfung der Verträglichkeit des Konservierungsmittels ohne Stabilisator (Stabilisator ersetzt durch Propylenglykol) bzw. mit 12,5% Phenoxypropanol (Beispiel 4) in 5 Ubatol Kunststoffdispersionen (Reinacrylat bzw. Styrolacrylat bzw. Vinylacetat/Maleinat-Copolymer, inklusive einer salzempfindlichen Dispersion)

Die Biozide wurden den Dispersionen zu 2% zugemischt. Diese hohe Konzentration wurde bewußt gewählt, um den Einfluß des Konservierungsmittels deutlicher zu sehen.

Ergebnis

Nach Einarbeitung der Biozide in vier unterschiedliche salzunempfindliche Dispersionsprodukte konnte keine Unverträglichkeit festgestellt werden. Die Lagerstabilität war bei allen Abmischungen gegeben. Geruch und Farbe der Produkte wurden durch die erfindungsgemäßen Konservierungsmittel nicht verändert. Auch eine Veränderung der Mindestfilmbildungstemperatur (MFT) oder der Waschfestigkeit durch den in der Variante enthaltenen Lösungsmittelanteil ist nicht erkennbar.

Eine Verträglichkeit beider Versionen des Konservierungsmittels ohne Stabilisator mit den geprüften Standard-Dispersionen ist gegeben. Die Nichtverträglichkeit mit der salzempfindlichen Dispersion wurde auch bisher bei allen anderen ähnlichen Bioziden beobachtet (diese Dispersion verträgt aufgrund ihrer speziellen Monomerzusammensetzung nur salzfreie Biozide).

Beispiel 6 Konservierungsmittel vom 20.02.97 Zusatz von Phenoxyethanol

Carbendazim, Marlon AS 3 und Propylenglykol (Bestandteile 1 bis 3; siehe Tabelle) wurden unter Rühren auf 85°C erwärmt. Der Ansatz wurde nach Erreichen dieser Temperatur auf ca. 60°C abkühlen gelassen und filtriert (sehr wenig Unlösliches). Das Filtrat mit der Mischung der Bestandteile 4 bis 7 (siehe Tabelle) wurde vereinigt und ca. R Stunde lang gerührt. Die Proben wurden in Klarglas bei -5°C, 4°C, 25 und 40°C nach Animpfen eingelagert.



Alle Lösungen waren bei Raumtemperatur klar, gelb-bräunlich. Die Lagerung erfolgte in Klarglas bei -5°C bzw. 4°C bzw. 25°C bzw. 40°C.

Ergebnis

Nach ca. 30 Monaten bei -5°C bzw. 4°C weisen die Ansätze folgenden prozentualen Niederschlagsanteil auf:





Ergebnis

Ein Zusatz von Phenoxyethanol verbessert die Kältestabilität des Konservierungsmittels (Formulierung P) signifikant.

Beispiel 7 Konservierungsmittel vom 21.07.99 Herstellung und Stabilität von vergleichsweise konzentrierten Carbendasulf-Lösungen (ohne PLG)

Das Lösungsmittel wurde vorgelegt. Carbendazim und Marlon AS 3 wurden dazugegeben und gerührt. Das Gemisch erwärmte sich auf 37°C. Es wird auf ca. 80°C erwärmt. Es entstand eine klare, braune Lösung. Die Lösung wurde gerührt, bis sie auf Raumtemperatur abgekühlt ist. Danach wurde die Lösung über eine Glasnutsche mit Schwarzbandfilert abgesaugt.

Carbendasulf ist hergestellt aus Carbendazim (Schwarzbandfilter) und Marlon As 3 im Verhältnis 1 Mol : 1 Mol.

Die 20%ige und 10%ige Lösung wurde aus einer höher konzentrierten Lösung durch Verdünnen hergestellt. Die einzelnen Lösungen wurden mit Kristallen geimpft. Die Lösungen wurden jeweils bei -5°C, 4°C und 25°C im Klarglas eingelagert, um die Stabilität bei Kälte festzustellen.



Ergebnis

Die Kombination von Carbendasulf mit erfindungsgemäßen Stabilisatoren erlaubt die Herstellung von vergleichsweise hochkonzentrierten Carbendasulf-Lösungen, die sich mit weiteren Wirkstoffen zu breitwirksamen, zum Teil synergistisch wirksamen Zubereitungen kombinieren lassen.

Beispiel 8 Konservierungsmittel vom 20.07.99 Herstellung und Stabilität von vergleichsweise konzentrierten Carbendasulf-Lösungen (mit PLG)

1,2-Propylenglykol wurde vorgelegt, Carbendazim und Marlon AS 3 dazugegeben und gerührt. Das Gemisch erwärmte sich auf 45°C und wurde pastenartig. Es wird auf ca. 80°C erwärmt. Es entstand eine klare, braune Lösung. Dann wurde der Stabilisator dazugegeben. Die Lösung wurde gerührt, bis sie auf Raumtemperatur abgekühlt war. Danach wurde die Lösung über eine Glasnutsche mit Schwarzbandfilter abgesaugt.

Carbendasulf ist hergestellt aus Carbendazim und Marlon AS 3 im Verhältnis 1 Mol : 1 Mol.

Die 20%ige und 10%ige Lösung wurde durch Verdünnen hergestellt. Die einzelnen Lösungen wurden mit Kristallen geimpft. Die Lösungen wurden jeweils bei -5°C, 4°C, 25°C im Klarglas eingelagert, um die Stabilität bei Kälte festzustellen. Die Daten sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich.



Ergebnis

Die Kombination von Carbendasulf mit erfindungsgemäßen Stabilisatoren erlaubt die Herstellung von vergleichsweise hochkonzentrierten Carbendasulf-Lösungen, die sich mit weiteren Wirkstoffen zu breitwirksamen, zum Teil synergistisch wirksamen Zubereitungen kombinieren lassen.

Carbendasulf-Lösungen mit einer Kombination aus aliphatischen Glykolen bzw. Glykolethern und erfindungsgemäßen Stabilisatoren sind bevorzugt.

Beispiel 9 Herstellung einer stabilen 20%igen Carbendasulf-Lösung mit Phenoxyethanol

7,45% Carbendazim + 12,55% Marlon AS 3 Säure + 23,33% Propylenglykol (PLG) + 56,67% Phenoxyethanol (POE)

Propylenglykol wurde vorgelegt, das Carbendazim zugegeben und unter Rühren Marlon AS 3 zugesetzt. Der Ansatz wird fest und erwärmt sich auf 45°C. Der Ansatz wurde auf 80°C erwärmt und die nun flüssige Zubereitung mit Phenoxyethanol versetzt und unter Rühren auf Raumtemperatur abkühlen gelassen. Es ergab sich eine klare, braune Lösung.

Beispiel 10 Verträglichkeit von Benzisothiazolon BIT und Carbendasulf-Lösung

50% 20%ige Carbendasulf-Lösung aus Beispiel 9 wurde mit 10% Proxel Press Paste (BIT) und 40% Phenoxyethanol zusammengegeben und ca. 1 Stunde lang gerührt. Es ergab sich eine klare, tiefrote Lösung. Beispiel 11 Konservierungsmittel vom 5.8.99 Kombination von BIT und Carbendasulf-Lösung




Anspruch[de]
  1. 1. Flüssiges, kältestabilisiertes Konservierungsmittel auf Basis von Carbendazim oder eines Salzes desselben, dadurch gekennzeichnet, daß es als Kältestabilisator mindestens einen aromatischen Alkohol und/oder mindestens einen aromatischen Glykolether und/oder ein Pyrrolidon umfaßt, wobei der Gehalt an dem Kältestabilisator mindestens 2 Gew.-% beträgt.
  2. 2. Konservierungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kältestabilisator als aromatischen Alkohol Phenylpropanol oder Benzylalkohol und/oder als aromatischen Glykolether einen C6-C10-Aryloxy-C2-C6-alkylenglykolether umfaßt, in dem die Arylgruppe insbesondere eine Phenylgruppe ist und die Alkylengruppe unabhängig davon insbesondere eine C2- oder C3-Alkylengruppe ist.
  3. 3. Konservierungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kältestabilisator 1-Phenoxypropanol-3, 1- Phenoxypropanol-2 und/oder Phenoxyethanol umfaßt.
  4. 4. Konservierungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Salz des Carbendazims enthält, insbesondere ein Alkylbenzolsulfonatsalz, wobei die Alkylgruppe 6 bis 18, insbesondere 10 bis 14 und bevorzugt 12 Kohlenstoffatome umfaßt.
  5. 5. Konservierungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens 3 Gew.-% und bis zu 10, 15, 20 oder 70, 80 oder 90 Gew.-% des Kältestabilisators umfaßt.
  6. 6. Konservierungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es weitere biozide Wirkstoffe umfaßt.
  7. 7. Verwendung eines aromatischen Alkohols und/oder eines aromatischen Glykolethers und/oder eines Pyrrolidons gemäß einem der vorherigen Ansprüche als Kältestabilisator für flüssige Konservierungsmittel auf Basis von Carbendazim oder eines Salzes desselben.
  8. 8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das kältestabilisierte Konservierungsmittel in einer Menge von 0,01 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 5 Gew.-% und bevorzugt 0,15 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht, in dem zu konservierenden Material eingesetzt wird.






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