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Dokumentenidentifikation DE10036240C1 21.03.2002
Titel Einrichtung zum Bremsen bei mit Hilfe von Stöcken betriebenen Sportarten
Anmelder Knoller, Edgar, 85276 Hettenshausen, DE
Erfinder Knoller, Edgar, 85276 Hettenshausen, DE
Vertreter Lesser, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 85276 Pfaffenhofen
DE-Anmeldedatum 26.07.2000
DE-Aktenzeichen 10036240
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.03.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.03.2002
IPC-Hauptklasse A63C 7/00
IPC-Nebenklasse A63C 11/22   
Zusammenfassung Mit einer Einrichtung (2) zum Bremsen bei mit Stöcken (4) betriebenen Sportarten, insbesondere Skilanglauf, bei denen der an einem Ende mit einer Hand des Sportlers (1) gehaltene Stock (4) mit seinem anderen Ende Kontakt zum Boden hat, soll das Bremsen vereinfacht und von einem Sportler ohne Gefährdung benutzt werden können. Dies wird dadurch gekennzeichnet erreicht, dass die Einrichtung (2) einen Haken (7; 13) aufweist, der bei der Benutzung der Einrichtung im Bereich des Knies (3) des Sportlers (1) angeordnet ist, wobei der Stock (4) mit seinem mittleren Bereich in den Haken einlegbar ist.
Die Einrichtung (2) wird mittels eines Gurtes (22) im Bereich des Knies (3) am Bein festgelegt, wobei der Haken (7; 13) nach unten offen ist.
Ein in den Haken (7; 13) eingelegter Skistock (4) wird mit seiner Spitze (22) außerhalb der Spur geführt und mit einer Hand gehalten. Durch mehr oder weniger starkes Anziehen des Griffes des Skistockes (4) kann die Bremskraft sehr einfach reguliert werden. Aufgrund der Gesamtgeometrie kann auch bei starkem Abbremsen der Sportler das Gleichgewicht gut halten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Bremsen bei mit Hilfe von Stöcken betriebenen Sportarten gemäß Oberbegriff des Anspruches 1.

Bei mit Stöcken betriebenen Sportarten, wie dem alpinen Skifahren und insbesondere beim Ski-Langlauf oder beim Skiwandern, ist es in bestimmten Situationen schwierig abzubremsen, besonders dann, wenn die Ski in einer Spur, wie z. B. Loipe, einen Hang hinunter rutschen und dieser besonders glatt oder sogar vereist ist.

Gefällestrecken stellen somit für den Sportler ein erhöhtes Sturzrisiko dar. Meist kann er beim Einfahren in das Gefälle die Steilheit, die Enge der Kurven, den Zustand der Piste, sowie etwaige Hindernisse nicht überblicken. Es kommt daher oft zum ungewollten Sturz mit zum Teil erheblichen Verletzungen, da es heute nicht möglich ist, die Geschwindigkeit während der Abfahrt sicher zu regeln.

Oftmals lässt sich der Ski- bzw. Langläufer dann aus Sicherheitsgründen gezielt fallen, was nicht nur manchmal zu körperlichen Schäden, meistens aber auch zu Schäden an der gespurten Strecke führt.

In der Regel wird beim Skifahren durch Schwünge oder durch das sogenannte Schneepflug-Fahren gebremst. Dies ist aber beim Fahren in Spuren, wie z. B. auf Loipen, meist nicht möglich.

Schon früh wurden verschiedene Techniken vorgeschlagen, die Stöcke nicht nur dazu zu benutzen, um sich damit abstoßend nach vorne zu bewegen, sondern auch um mit den Stöcken abzubremsen.

So ist aus dem Buch "Das Skilaufen" von F. Huitfeldt, Verlag von F. Manning, Berlin, 1907, bekannt, dort Seiten 19 und 20, den - einen - Stock mit der einen Hand am oberen Ende und mit der anderen Hand eine Fußlänge von der Schneefläche entfernt zu fassen und dann zwischen den beiden Beinen hindurch zwischen den Skiern in den Schnee zu stecken. Dabei besteht aber die Gefahr, dass die Stockspitze im Schnee an einem festen Gegenstand, wie Stein, verschneite Baumwurzel, od. dgl. hängenbleibt und der Stock gegen den Körper des Benutzers im Bereich der Genitalien schlägt. Auch wird dabei die gegebenenfalls vorhandene Spur zerstört.

Henry Hoeck beschreibt in seinem Buch "Wie lerne ich Schi-Laufen?", Bergverlag Rudolf Rother, München, 1926, Seiten 37 und 38, die Stockspitze außerhalb der Skier einzusetzen, in dem die Stockspitze den Schnee nahe an der Außenkante des rechten Skis etwa mittig zwischen Bindung und hinteren Ende des Skis "furcht". Die rechte Hand fasst dabei die zusammen genommenen Stöcke etwa in Kniehöhe, während die linke Hand die Stöcke etwa in Brusthöhe greift. Dazu muss sich der Skifahrer aber hinunter beugen.

Weiterhin wurde schon vorgeschlagen, die Gleitfähigkeit der Skier zu steuern. So wurden regelbare Kratz- und Reibvorrichtungen an den Skier vorgeschlagen, die allerdings sehr hohe Ansprüche an die Körperbalance des Sportlers stellen und sich deshalb nicht durchgesetzt haben.

Aus der US-A-4,227,708 ist es bekannt, an den beiden Skiern je ein Halteblech hinter der Aufstellfläche für die Skischuhe anzuordnen, welches mittels einer Schraube an einem Ski angelenkt ist und um diese Schraube verschwenkbar ist. Während des normalen Skifahrens liegt das Halteblech auf dem Ski. Das Halteblech kann nach außen verschwenkt werden, bis ein an dem Ski befestigter Stift in eine Öffnung des Haltebleches greift und das Halteblech seitlich nach außen über den Ski hervorsteht. Das Halteblech weist eine Ausnehmung auf, die sich in Fahrtrichtung des Skis von der hinteren Kante des Haltebleches benachbart des Skis nach vorne und weg von dem Ski bis etwa in die Mitte des Haltebleches erstreckt.

In diese Ausnehmung kann der untere Teil eines Skistockes eingeführt werden. Dabei wird der Schneeteller unter den Ski gebracht, so dass der Sportler mit seinem Ski auf dem Schneeteller steht während sich der Stock in der Ausnehmung befindet. Der Stock weist etwas oberhalb des Schneetellers ein durch eine Feder gebildetes Gelenk auf. Damit soll man besser den Berg hinauflaufen können.

Das Halteblech hat an seinem - im ausgeschwenkten Zustand - vom Ski entfernten Ende eine Abwinkelung nach oben, die ausgehend von ihrer vorderen Kante eine nach vorne und leicht nach oben gerichtete zweite Ausnehmung ausfweist. Beim bergab fahren kann der Schneeteller in diese zweite Ausnhmung eingehängt werden, wobei die die Stockspitze im Untergrund kratzt und bremst.

Bei einer anderen Ausbildung ist das Halteblech mit zwei Schrauben am Ski vor der Aufstellfläche für die Skischuhe befestigt und kann deshalb nicht verschwenkt werden. Der Stock ist geradlinig und wird wieder so in die Ausnehmung eingeschoben, dass der Schneeteller unter dem Ski zu liegen kommt. Beim bergan Steigen wird der am Boden liegende Ski durch den in den Untergrund eingestochenen Skistock am abwärts Rutschen gehindert.

Die dort beschriebenen Lösungen für eine Bremse haben den großen Nachteil, dass die Stockspitzen unmittelbar neben dem Ski in den Untergrund eingestochen werden, weshalb der Sportler Probleme hat sein Gleichgewicht zu halten. Da der Schneeteller zum Teil unter dem Ski liegt, ist es nicht möglich, bei plötzlichen Verlust des Gleichgewichtes sich mit dem Stock abzustützen.

Aus der US-A-5,058,923 ist ein Skistock bekannt, bei dem in Fahrtrichtung des Sportlers gesehen, die untere Spitze oberhalb des Schneetellers nach hinten um 10° bis 20° angewinkelt ist, während der Stock etwas unterhalb des Griffes um das gleiche Winkelmaß nach vorne angewinkelt ist. Die Anwinkelung des Griffes soll osteologisch günstiger sein, während die Anwinkelung der Stockspitze beim Einstechen in den Untergrund ein besseres Halten des Stockes im Untergrund ermöglichen soll.

Aus der DD 258 944 A1 ist ein Skistock bekannt, bei dem ein Spitzenkörper zwei Spitzen aufweist, deren in Laufrichtung vordere Spitze die hintere Spitze überragt, wobei der Winkel zwischen den Spitzen mindestens 10° und höchstens 30° beträgt. Weiterhin werden verschiedene Querschnitte für den Spitzenkörper vorgeschlagen. Damit wird ein Skistockspitze erhalten, mit der Griffigkeit des Skistocks beim Einsatz entgegen der Laufrichtung wesentlich verbessert und bei Belastung in Laufrichtung die Vorteile herkömmlicher Skispitzen erhält.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Einrichtung zum Bremsen bei mit Stöcken betriebenen Sportarten zu schaffen, die das Bremsen vereinfacht und von einem Sportler ohne Gefährdung benutzt werden kann.

Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Einrichtung weist einen Haken auf, der bei der Benutzung der Einrichtung im Bereich des Knies des Sportlers angeordnet ist, wobei der Stock mit seinem mittleren Bereich in den Haken einlegbar ist.

Während bisher der eine Stock bzw. beide Stöcke zusammen mit beiden Händen möglichst mit Abstand zum Körper gehalten wurde(n), ist nun an jedem Knie des Sportlers eine Einrichtung mit einem Haken angeordnet, in die je ein Stock einlegbar ist. Mit nach vorne und nach unten gestreckten Armen kann der Sportler die Stöcke am Griff halten. Die im Bereich der beiden Kniee angeordneten, nach unten offenen Haken halten die schräg nach hinten und nach unten verlaufenden Stöcke, die hinter dem Sportler deutlich außerhalb der Fahrspur auf dem Boden liegen bzw. dort mit ihren Spitzen auf dem Boden kratzen, gegen eine Bewegung nach oben. Es bilden sich zwei Dreiecke, nämlich zum einen ein oberes Dreieck, wobei dessen Seiten einerseits aus dem Arm und andererseits aus dem Oberkörper und dem Oberschenkel des Sportlers, sowie aus dem oberen Teil des Stockes gebildet ist, während die Seiten des anderen Dreieck aus dem Unterschenkel des Sportlers, dem unteren Teil des Stockes und dem zu überfahrenden Boden gebildet werden. Über den Stock sind praktisch beide Dreiecke miteinander verbunden. Auch Teile des Körpers des Sportlers werden als Seiten der Dreiecke benutzt. Je mehr der Sportler an den Stockgriffen zieht, desto größer ist die Kraft, die auf den Boden einwirkt. Durch mehr oder weniger starkes Anziehen der Griffe mit den Armen kann somit die Bremskraft reguliert werden, aber ebenso durch eine steilere Stockstellung.

Die Einrichtung ist sehr schnell bei Abfahrten einsetzbar und mittels dieser Einrichtung lässt sich die Bremskraft den Geländegegebenheiten gut anpassen, wobei die Körperbalance unterstützt wird. Ein minimales Zusatzgewicht muss beim Skifahren mitgeführt werden. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass die Bremsspur außerhalb der Loipenspur liegt und diese nicht zerstört wird.

Vorzugsweise ist der Haken an einer Haltevorrichtung angelenkt. Diese Anlenkung kann gemäß einer besonderen Ausführungsform drehbar ausgebildet sein. Gemäß einer speziellen Ausbildung ist der Haken etwa U-förmig ausgebildet und der eine Schenkel ist an der Haltevorrichtung gegenüber dieser, vorzugsweise drehbar, gelagert.

An dieser Haltevorrichtung ist ein Gurt angeordnet, wobei der Gurt vorzugsweise gegenüber der Haltevorrichtung verschiebbar angeordnet ist. Mittels dieses Gurtes kann die den Haken tragende Haltevorrichtung an dem Knie des Sportlers so angeordnet werden, dass der Haken vorzugsweise an der Außenseite des Beines des Sportler angeordnet ist. Dabei wird der Gurt mindestens einmal, vorzugsweise aber dreimal um das Bein des Sportlers gewickelt, wobei eine Wickelung des Gurtes oberhalb der Kniescheibe des Sportler und zwei Wickelungen des Gurtes unterhalb der Kniescheibe angeordnet sind. Diese Wicklungen können relativ locker vorgenommen werden, so dass der Sportler bei Nichtgebrauch des Hakens als Brems- Hilfsmittel keinen Druck durch den Gurt verspürt.

Dabei ist es zweckmäßig, wenn in der Kniekehle des Sportlers eine Gurtkreuzung und unterhalb der Kniekehle eine dort horizontale Gurtwickelung angeordnet ist. Wird der Haken als Brems-Hilfsmittel benutzt, so verteilen sich die über den Gurt auf das Bein ausgeübten Kräfte sowohl auf den Unter-, als auch auf den Oberschenkel.

Vorzugsweise ist die oberhalb der Kniescheibe verlaufende Gurtwickelung mindestens einmal, vorzugsweise zweimal um den an der Haltevorrichtung angeordneten Schenkel des nach unten offenen U-förmigen Hakens im Bereich von dessen Steg gewickelt. Der Haken wird dadurch nicht nur über die Haltevorrichtung und den daran festgelegten Gurt gehalten, sondern auch oberhalb der Haltevorrichtung durch eine weitere Windung des Gurtes.

Gemäß einer Ausführungsform besteht die Haltevorrichtung aus einem Rohrstück und vorzugsweise einen ovalen Querschnitt auf. Der eine Schenkel des Hakens kann dabei eine Wandung des Rohrstücks durchdringen und an der gegenüberliegenden anderen Wandung, vorzugsweise drehbar, verschraubt sein. Der durch die Haltevorrichtung geführte Gurt kann dabei um den Schenkel des Hakens gewickelt sein.

Gemäß einer anderen Ausführungsform besteht die Haltevorrichtung auch aus einem Rohrstück, dieses ist aber zu einem flachen Band zusammengepresst, so dass sich ein flaches einen etwa 8-förmigen Querschnitt bildet. Der Haken kann dann an der Haltevorrichtung durch Unterlegscheiben von dieser beabstandet angeschraubt sein, wobei vorzugsweise die Längsachse des angeschraubten Schenkels des Hakens zur Längsachse der Haltevorrichtung windschief ausgerichtet ist.

Um die Bremswirkung mittels Stockeinsatz zu verbessern ist an dem dem Handgriff entgegengesetzten Ende des Stockes mindestens eine spezielle Bremsspitze angeordnet. Diese Bremsspitze kann kronenförmig mit vier Spitzen ausgebildet sein, wobei vorzugsweise die während der Fahrt vordere Spitze etwas kürzer ist, als die drei anderen Spitzen.

Die Bremsspitze kann auch tellerförmig ausgebildet sein, wobei der Teller vorzugweise flach oder in Form eines Kugelabschnittes ausgebildet ist. Dabei kann die normale Spitze des Stockes dazu benutzt werden, den Teller an dem Stock zu befestigen.

Der Stock weist in bekannter Weise einen Schneeteller auf. Dieser Schneeteller ist aber nun in beiden axialen Richtungen kraftschlüssig fixiert, da er beim Bremsen auch in Richtung auf die Stockspitze zu belastet werden kann.

Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen.

Es zeigt:

Fig. 1 einen Ski fahrenden Sportler mit einer Einrichtung zum Bremsen beim Bremsen;

Fig. 2 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen mit einem Haken und einer Haltevorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform in einer Vorderansicht;

Fig. 3 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen gemäß Fig. 2 in einer Seitenansicht;

Fig. 4 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen gemäß Fig. 2 in einer Aufsicht;

Fig. 5 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen gemäß Fig. 2 in einer Aufsicht;

Fig. 6 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen mit einem Haken und einer Haltevorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform in einer Vorderansicht;

Fig. 7 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen gemäß Fig. 6 in einer um 45° gedrehten Ansicht;

Fig. 8 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen gemäß Fig. 6 in einer Aufsicht;

Fig. 9 einen Teil der Einrichtung zum Bremsen gemäß Fig. 6 in einer Aufsicht;

Fig. 10 einen Teil des rechten Beines des Sportlers von vorne mit dem Haken in einer Stellung zum Bremsen;

Fig. 11 einen Teil des rechten Beines des Sportlers von hinten mit dem Haken in einer Stellung zum Bremsen;

Fig. 12 einen Teil des rechten Beines des Sportlers von vorne mit dem Haken in Ruhestellung;

Fig. 13 und 14 Spitzen herkömmlicher Stöcke mit zusätzlichem Kratzteller in Seiten- und Unteransicht, und

Fig. 15 und 16 spezielle Spitzen für Stöcke in Seiten- und Vorderansicht.

Ein Sportler 1 legt sich beim Skilaufen, insbesondere beim Langlauf oder bei Skitouren eine Einrichtung 2 zum Bremsen an (vgl. Fig. 1), die im Detail später anhand der Fig. 2 bis 5 bzw. 6 bis 9 beschrieben wird. Je eine dieser Einrichtungen 2 wird im Bereich der Kniee 3 des Sportlers 1 an dessen Beinen festgelegt.

Muss er nun bei einer gefährlicheren Strecke bremsen, so legt er je einen seiner Stöcke 4 in die Einrichtung 2 ein, führt die Stockspitzen außerhalb der Spur und hinter sich auf den Untergrund und zieht die Stockgriffe in Richtung seines Oberkörpers. Die Stöcke 4 sollten dabei mit dem Untergrund ungefähr einen Winkel von 45° einschließen.

Je nach Kraft, mit der er anzieht, werden sie Stockspitzen mehr oder weniger fest in den Untergrund gedrückt. Die Kraft, mit der der Sportler 1 ziehen muss, lässt sich auch dadurch verändern, dass die Länge zwischen Aufsetzpunkt der Stöcke 4 und Einrichtung 2 zum Bremsen vergrößert und damit umgekehrt die Länge zwischen Griffen der Stöcke 4 und der Einrichtung 2 zum Bremsen verringert wird.

Die Einrichtung 2 zum Bremsen besteht gemäß einer ersten Ausführungsform (vgl. Fig. 2 bis 5) aus einem ovalen Rohrstück 5 als Haltevorrichtung, welches auf seiner einen flachen Seite beabstandet von seinen beiden axialen Enden je einen Schlitz 6 aufweist, durch die ein in diesen Figuren nicht dargestellter Gurt hindurch schiebbar ist, der insgesamt in Längsrichtung durch das Rohrstück 5 verläuft.

Ein im wesentlicher U-förmiger Haken 7 ist mit seinem einen Schenkel 8 durch eine in Längsrichtung mittig in dem bogenförmigen Abschnitt des Rohrstückes 5 vorgesehenen Öffnung hindurch geführt und mit seinem Schenkelende an der der Öffnung gegenüberliegenden Wandung des Rohrstückes 5 gebremst drehbar befestigt.

Das Rohrstück 5 ist von einem stoßdämmenden Mittel, z. B. einer rohrförmigen Zellgummi-Umhüllung 9 umgeben, welche axial über das Rohrstück 5 übersteht.

Der andere, freie Schenkel 10 des Hakens 7 ist kürzer, als der an dem Rohrstück 5 festgelegte Schenkel 8 und dieser freie Schenkel 10 ist an seinem Ende gegenüber der durch den ersten Schenkel 8, den die beiden Schenkel verbindenden Steg und den oberen Abschnitt des freien Schenkels 10 abgewinkelt (vgl. 2, 4 und 5). Diese Abwinkelung kann etwa 30° betragen.

In diesem abgewinkelten, zuvor beschriebenen Bereich ist das freie Ende des freien Schenkels 10 des Hakens 7 auch in der um 90° gedrehten Ansicht (vgl. Fig. 3, 4 und 5) von dem anderen Schenkel 8 weg nach außen gebogen.

An diesem freien Ende ist der aus einem Vollmaterial, hier Aluminium, bestehende Haken 7 von einer Kappe 11 aus Kunststoff abgedeckt. Eine solche, allerdings aufgebohrte und damit durchgängige Kappe 12 ist auch an dem anderen Schenkel 8 vorhanden, dort im Übergang von dem Schenkel 8 zu dem bogenförmigen, die beiden Schenkel 8 und 10 verbindenden Steg.

Die Kappe 11 an abgewinkelten und abgebogenen Ende des Hakens 7erleichtert das Einführen des Stockes und das Verschwenken des Hakens 7, während die andere, durchgängige Kappe 12 einen Anschlag für den anzulegenden Gurt bietet.

Wie insbesondere Fig. 2 zeigt, endet der freie Schenkel 10 oberhalb der Schaumstoff-Umhüllung des Rohrstückes 5.

Bei einer zweiten Ausführungsform gemäß den Fig. 6 bis 9 wird ein der Ausführungsform nach Fig. 2 bis 5 ähnlicher Haken 13 verwendet, der jedoch starr an einem im wesentlichen flachen Band 14 festgelegt ist, welches über zwischengelegte Unterlegscheiben 15 an dem einen, längeren Schenkel 8 des Hakens 13 mittels dreier Schrauben 16 angeschraubt ist. Durch die Scheiben 15 werden zwischen dem Band 14 und dem Haken 13 einerseits und zwischen den drei Unterlegscheiben 15 andererseits zwei längliche Durchgänge geschaffen, durch die der - nicht dargestellte - Gurt hindurch ziehbar ist.

Das Band 14 besteht hier aus einem mit Ausnahme des in der Zeichnung unteren Endes zusammengepressten Rohrstück, in dessen Mittelachse die Schrauben 16 und Unterlegscheiben 15 angeordnet sind. Die Bohrungen für die Schrauben 16 lassen sich dadurch auf einfache Art und Weise durch das Band 14 bohren.

Wie sich insbesondere den Fig. 8 und 9 in der Aufsicht entnehmen lässt, ist der Haken 13 gegenüber der Haltevorrichtung 14 um 45° ausgerichtet. Dadurch, dass das Band 14 als Haltevorrichtung mit einem Gurt am Bein des Sportlers gehalten wird, stellt sich die Haltevorrichtung immer wieder so, dass das freie Ende des Hakens am Bein zu liegen kommt, solange nicht der Stock den Haken nach außen hält.

Auch diese Haltevorrichtung 14 kann von einem nicht dargestellten Zellgummi umgeben sein.

Der Gurt kann hier sowohl durch den in der Zeichnung unteren Durchgang, als auch zusätzlich durch den oberen Durchgang um den Haken 13 geführt werden. Das obere Gurtteil (vgl. weiter unten) wird oberhalb des Bandes 14 um den Haken 13 geführt.

Anhand der Fig. 10 bis 12 wird gezeigt, wie die Einrichtung am Knie des Sportlers festgelegt wird.

Fig. 10 und 11 zeigen die am rechten Knie 3 festgelegte Einrichtung 2 zum Bremsen mit einem nach außen ausgedrehten Haken 7. Fig. 10 zeigt das Knie 3 von vorne und Fig. 11 zeigt das Knie 3 von hinten. Der Gurt 18 ist dreimal um das Bein herumgewickelt, wobei das an der Haltevorrichtung 5 unmittelbar durchgeführte Gurtteil nach vorne unter der Kniescheibe herumgeführt in einem Gurtschloss 19 endet.

Das andere Gurtteil ist um das Bein herum geführt und wechselt in der Kniekehle nach oben. Danach ist der Gurt 18 oberhalb des Knies durch eine an der Hose des Sportlers 1 befestigte Öse 21 hindurch um das Bein bis zu dem festgelegten Schenkel 8 des Hakens 7 gewickelt, um den es mindestens einmal herum gewickelt ist. Dieses Gurtteil wechselt in der Kniekehle wieder nach unten ist unterhalb des Knies einmal um das Bein gewickelt um an dem Gurtschloss 19 des anderen Gurtteils festgehalten zu werden.

Die Wickelung kann dabei relativ locker vorgenommen werden, wobei empfohlen wird, die Wickelung so vorzunehmen, dass zwischen Gurt 18 und Bein zwei Finger hindurch gesteckt werden können. Erst beim Bremsen selbst wird der Gurt 18 gespannt, wobei dabei der Haken 7 und die Haltevorrichtung 5 vom Bein weg bewegt wird. Die Kraft wird vom Bein lediglich über den dreifach um das Bein gewickelten Gurt 18 übertragen.

Hier ist der oberhalb des Knies 3 liegende Gurtteil 18 durch eine an der Hose 20 des Sportlers angeordnete Öse 21 hindurchgeführt.

Fig. 12 zeigt das Knie 3 mit der angelegten Einrichtung 2 zum Bremsen von vorne bei an das Bein angelenkten Haken 7, der gerade nur so weit vorsteht, dass während der Fahrt der Stock 4 einführbar ist und dabei den Haken 7 nach außen schwenkt.

Nach dem Herausnehmen des Stockes 4 aus dem Haken 7, schwenkt dieser nach wenigen Laufbewegungen des Sportlers 1 aufgrund der speziellen Gurtwicklung wieder in die anliegende Stellung zurück.

Da der Haken 7 im "toten" Winkel der Kniekehle und das Gurtschloss an der Beininnenseite liegt, werden bei einem eventuellen Sturz Druckverletzungen weitgehend vermieden.

Spezielle Stockspitzen 22, die in den Fig. 13 bis 16 dargestellt sind, erleichtern das Kratzen mit den Spitzen 22 auf dem Untergrund. Alle Spitzen 22 sind in der Lage (Schräge) dargestellt, die sie beim Bremsen einnehmen.

Bei den beiden Ausführungsformen gemäß Fig. 13 und 14 ist zwischen der eigentlichen Stockspitze 22, wie sie speziell bei Langlaufstöcken 4 ausgebildet ist, und dem Stock 4 ein Teller 23 angeordnet, wobei Fig. 13 einen flachen Teller 23 und Fig. 14 einen kugelabschnitt-förmigen Teller 23 zeigt.

Die Ausführungsform gemäß Fig. 13 ist dabei die am einfachsten herstellbare Ausführung.

Bei den beiden Ausführungsformen gemäß Fig. 15 und 16 ist anstelle der herkömmlichen Spitze eine spezielle kronenförmige Spitze 22 am Ende des Stockes 4 angebracht.

Während gemäß Fig. 15 die Spitze 22 aus einem flach auf dem Ende aufliegenden Platte mit abgewinkelten Zacken besteht, zeigt Fig. 16 eine auf das Stockende aufgeschobene Hülse, deren gezackte freie Enden noch leicht nach außen gebogen sind.

Beiden Ausführungsformen nach Fig. 15 und 16 ist gemeinsam, das der in Fahrtrichtung vordere Zacken (in der Zeichnung der linke) kürzer ist, als die anderen drei Zacken.

Die Stöcke 4 sind besonders biegefest.

Wenn der Sportler in eine Situation kommt, in der er bremsen muss, so führt er die Stöcke 4 in die an den beiden Knien 3 festgelegten Haken 7 bzw. 13 ein, die an ihren freien Enden leicht nach außen abstehen. Beim Einlegen der Stöcke 4 werden die Haken 7 bzw. 13 nach außen verschwenkt, wodurch die Stöcke 4 jeweils vollständig eingeführt werden können. Gleichzeitig wird die Stockspitze 22 durch Zusammenführen der die Griffe haltenden Hände und Emporheben derselben auf den Boden gedrückt. Durch mehr oder weniger starkes Anziehen der Stockgriffe wird die auf den Untergrund ausgeübte Kraft variiert. Bezugszeichenliste 1 Sportler

2 Einrichtung zum Bremsen

3 Knie des Sportlers 1

4 Stock

5 Haltevorrichtung, Rohrstück

6 Schlitz im Rohrstück 5

7 Haken

8 Schenkel des Hakens 7

9 Zellgummi-Umhüllung

10 freier Schenkel des Haken 7

11 Kunststoff-Kappe

12 Kunststoff-Kappe

13 Haken

14 Haltevorrichtung, Band

15 Unterlegscheibe

16 Schraube

18 Gurt

19 Gurtschloss

20 Hose

21 Öse an der Hose 20

22 Stockspitze, Bremsspitze

23 Bremsteller


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung (2) zum Bremsen bei mit Stöcken (4) betriebenen Sportarten, insbesondere Skilanglauf, bei denen der an einem Ende mit einer Hand des Sportlers (1) gehaltene Stock (4) mit seinem anderen Ende Kontakt zum Boden hat, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (2) einen Haken (7; 13) aufweist, der bei der Benutzung der Einrichtung (2) im Bereich des Knies (3) des Sportlers (1) angeordnet ist, wobei der Stock (4) mit seinem mittleren Bereich in den Haken (7; 13) einlegbar ist.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haken (7; 13) an einer Haltevorrichtung (5; 14), vorzugsweise drehbar, angelenkt ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Haken (7; 13) etwa U-förmig ausgebildet ist und der eine Schenkel (8) an der Haltevorrichtung (5; 14) gegenüber dieser, vorzugsweise drehbar, gelagert ist.
  4. 4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Haltevorrichtung (5; 14) ein Gurt (18) angeordnet ist und der Gurt (18) vorzugsweise gegenüber der Haltevorrichtung (5; 14) verschiebbar angeordnet ist.
  5. 5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haken (7; 13) an der Außenseite des Beines des Sportler (1) angeordnet ist.
  6. 6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gurt (18) mindestens einmal, vorzugsweise dreimal um das Bein des Sportlers (1) gewickelt ist.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wickelung des Gurtes (18) oberhalb der Kniescheibe des Sportler (1) und zwei Wickelungen des Gurtes (18) unterhalb der Kniescheibe (3) angeordnet sind.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Kniekehle (3) des Sportlers (1) eine Gurtkreuzung und unterhalb der Kniekehle (3) eine dort horizontale Gurtwickelung angeordnet ist.
  9. 9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die oberhalb der Kniescheibe (3) verlaufende Gurtwickelung mindestens einmal, vorzugsweise zweimal um den an der Haltevorrichtung (5; 14) angeordneten Schenkel (8) des nach unten offenen U-förmigen Hakens (7; 13) im Bereich von dessen Steg gewickelt ist.
  10. 10. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (5) aus einem Rohrstück besteht und vorzugsweise einen ovalen Querschnitt aufweist.
  11. 11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Schenkel (8) des Hakens (7) eine Wandung des Rohrstücks (5) durchdringt und an der gegenüberliegenden anderen Wandung, vorzugsweise drehbar, verschraubt ist.
  12. 12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (14) aus einem flachen Band besteht, welches vorzugsweise aus einem flach zusammengepressten Rohrstück besteht.
  13. 13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Haken (13) an der Haltevorrichtung (14) durch Unterlegscheiben (15) von dieser beabstandet angeschraubt ist, wobei vorzugsweise die Längesachse des angeschraubten Schenkels (8) des Hakens (13) zur Längsachse der Haltevorrichtung (14) windschief ausgerichtet ist.
  14. 14. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem dem Handgriff entgegengesetzten Ende des Stockes (4) mindestens eine spezielle Bremsspitze (22) angeordnet ist.
  15. 15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsspitze (22) kronenförmig mit vier Spitzen ausgebildet ist und vorzugsweise die während der Fahrt vordere Spitze etwas kürzer ist, als die drei anderen Spitzen.
  16. 16. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsspitze (22) tellerförmig ausgebildet ist und der Teller (23) vorzugweise flach oder in Form eines Kugelabschnittes ausgebildet ist.
  17. 17. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stock (4) in bekannter Weise einen Schneeteller aufweist und der Schneeteller in beiden axialen Richtungen kraftschlüssig fixiert ist.






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