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Dokumentenidentifikation DE10038597C1 21.03.2002
Titel Schmelzwanne mit einem verschließbaren Gemenge-Einlegekanal
Anmelder Schott Glas, 55122 Mainz, DE
Erfinder Riffel, Benno, 67577 Alsheim, DE;
Megges, Klaus, 55118 Mainz, DE;
Faderl, Johann, 55437 Nieder-Hilbersheim, DE;
Reiter, Ralf, 55252 Mainz-Kastel, DE
Vertreter Jeck · Fleck · Herrmann Patentanwälte, 71665 Vaihingen
DE-Anmeldedatum 08.08.2000
DE-Aktenzeichen 10038597
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.03.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.03.2002
IPC-Hauptklasse F27B 14/12
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Schmelzwanne mit einem Gemenge-Einlegekanal, dessen Kanalabdeckung mit einem Abgaskamin versehen ist und dessen Einlegeöffnung mittels einer Einlegetür oder -klappe während des Betriebes der Schmelzwanne verschließbar und zum Einbringen des Gemenges freigebbar ist. Wesentliche Verbesserungen bezüglich Immissionen und Lebensdauer lassen sich dadurch erreichen, dass während des Betriebes der Schmelzwanne über Düsen der geschlossenen Einlegetür oder -klappe ein stetiger Luftstrom in den Einlegekanal einleitbar ist, und dass beim Einlegen von Gemenge die Einlegetür oder -klappe so weit verstellt ist, dass die Düsen aus dem Bereich des Einlegekanals gebracht sind und die Einlegetür oder -klappe mit einer Absaugeinrichtung den Bereich unterhalb der Kanalabdeckung abdeckt und einen darunter liegenden Bereich der Einlegeöffnung für eine Einbringeinrichtung freigibt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schmelzwanne mit einem Gemenge-Einlegekanal, dessen Kanalabdeckung mit einem Abgaskamin versehen ist und dessen Einlegeöffnung mittels einer Einlegetür oder -klappe während des Betriebes der Schmelzwanne verschließbar und zum Einbringen des Gemenges freigebbar ist.

Die DE 39 08 265 A1 zeigt eine Schmelzwanne, an die ein abnehmbares Gehäuse angeflanscht ist. Dieses Gehäuse kann beim Beladungsvorgang von der Schmelzwanne abetrennt werden. Über eine Einfüllöffnung lässt sich dann das einzubringende Gemenge auf eine im Gehäuse gehaltene Chargierschaufel auflegen. Anschließend wird das Gehäuse wieder an die Schmelzwanne angedockt und der Gehäuseinnenraum evakuiert. Dann kann das Gemenge mittels eines, auf einen Schienensatz verstellbaren Transportwagen in die Schmelzwanne eingefahren werden.

Bei derartigen Schmelzwannen kommt es insbesondere während der Gemengeeinlage oft zu starken Verstaubungen und Gasentwicklungen an der Einlegeöffnung, bei denen Gemenge- oder Ofenraumatmosphären-Anteile ins Freie gelangen. Diese schädlichen Immissionen müssen durch spezielle Maßnahmen abgefangen werden. Zusätzlich kommt es durch die Einwirkung der Gemengebestandteile zu einem Angriff ans Material des Einlegekanals und der die Einlegeöffnung verschließenden Einlegetür oder -klappe. Zudem lagern sich diese Stoffe an diesen Teilen ab und müssen durch aufwendige Reinigungs- oder Reparaturmaßnahmen beseitigt werden.

Es ist Aufgabe der Erfindung, bei einer Schmelzwanne der eingangs erwähnten Art die beim Einbringen von Gemenge auftretenden Immissionen im Bereich der Einlegetür oder -klappe und des Einlegekanals auf einfache Art abzufangen und ihre schädlichen Einwirkungen im Bereich dieser Apparateteile zu reduzieren.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, dass während des Betriebes der Schmelzwanne über Düsen der geschlossenen Einlegetür oder -klappe ein stetiger Luftstrom in den Einlegekanal einleitbar ist, und dass beim Einlegen von Gemenge die Einlegetür oder -klappe so weit verstellt ist, dass die Düsen aus dem Bereich des Einlegekanals gebracht sind und die Einlegetür oder -klappe mit einer Absaugeinrichtung den Bereich unterhalb der Kanalabdeckung abdeckt und einen darunter liegenden Bereich der Einlegeöffnung für eine Einbringeinrichtung freigibt.

Bei dieser Ausgestaltung wird wahrend des Betriebes der Schmelzwanne unterhalb des Abgaskamins des Einlegekanals ein Luftstau erzeugt, der einerseits ein Eindringen von Verunreinigungen der Umgebungsluft in die Schmelze und andererseits ein Vordringen des Staubes und der Abgase aus der Schmelzanlage in den Einlegekanal und damit in die Umwelt weitgehend verhindert. Ablagerungen in dem Einlegekanal werden dadurch vermieden und so ein Angriff der aggressiven Substanzen auf das Material des Einlegekanals minimiert. Zusätzlich fuhrt die Kühlung zu einer erheblich geringeren Materialbelastung. Insgesamt werden so die Lebensdauer der betroffenen Aggregatteile verlängert und kostenintensive Reinigungs- und Reparaturarbeiten eingespart.

Wahrend des Gemengeeinbringens ist ein erheblicher oberer Teil des Einlegekanals durch die verstellte Einlegetür oder -klappe verschlossen, so dass die bei der Einlage des Gemenges stoßweise auftretenden Abluftschübe (Staub und Abgas) effektiv über den Absaugkamin oder die Absaugeinrichtung abgesaugt werden können, die beim Verstellen der Einlegetür oder -klappe in die Öffnungsstellung in die Einlegeöffnung im unteren Bereich des Einlegekanals gebracht wurde. Daher werden die Immissionen deutlich reduziert. Positiv wirkt sich zudem die Ausbildung eines Gasstromes über der Einlegeeinrichtung aus.

Der Aufbau der Anlage bleibt einfach und deren Teile sind verringerten Schadstoffablagerungen ausgesetzt, so dass insgesamt die Lebensdauer dieser Teile erhöht wird.

Für die Einleitung eines Luftstromes in den Einlegekanal ist nach einer Ausgestaltung vorgesehen, dass die Einlegetür mit einem Luftanschluss versehen ist, der mit den Düsen derselben in Verbindung steht, die als poröse Steinflächen der Einlegetür ausgebildet sind.

Die Verstellung einer Einlegetür aus der Schließ- in die Öffnungsstellung wird nach einer einfachen Ausgestaltung so vollzogen, dass die Einlegetür zum Freigeben der Einlegeöffnung vertikal nach oben verstellbar ist, wobei die Kanalabdeckung die zum Einlegekanal gerichteten Düsen abdeckt, und dass die im unteren Bereich der Einlegetür angeordnete Absaugeinrichtung aus der durch die untere Kanalwand bewirkten Verschlussstellung gebracht und in den oberen Bereich des Einlegekanals verstellt ist.

Die Kanalabdeckung und die untere Kanalwand bestehen wie die Einlegetür oder -klappe aus feuerfestem Material und die Einbringeinrichtung für das Gemenge kann in einfachster Ausführung als Einlegekelle ausgebildet sein.

Die Erfindung ist selbstverständlich auch in gleich vorteilhafter Weise bei anderer Ausgestaltung der Einlegeöffnung und der Einlegesysteme einsetzbar.

Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 den Teil der Schmelzanlage mit der geschlossenen Einlegeöffnung und dem Einlegekanal und

Fig. 2 denselben Teil der Schmelzanlage bei geöffneter Einlegeöffnung.

In den Zeichnungen ist nur der Einlegebereich der Schmelzanlage gezeigt, der für die Erläuterung der Erfindung von Bedeutung ist und den Bereich der Einlegeöffnung und den Einlegekanal 30 mit dem Abgaskamin 12 umfasst, d. h. den Einlegebereich der angedeuteten Schmelzwanne 10.

Wie die Fig. 1 zeigt, wird der der Schmelzwanne 10 vorgeordnete Einlegekanal 30 durch eine Kanalabdeckung 11 und eine untere Kanalwand 31 begrenzt. An der Kanalabdeckung 11 zweigt der Abgaskamin 12 ab. Die Einlegeöffnung des Einlegekanals 30 ist während des Betriebes der Schmelzwanne 10 mittels einer Einlegetür 13 verschlossen. In die Einlegetür 13 ist ein Belüftungssystem mit Luftanschluss 14 und Düsen 15 integriert, mit dem dem Einlegekanal 30 ein stetiger Luftstrom zugeführt werden kann. Die Düsen 15 sind in der aus feuerfestem Material bestehenden Einlegetür 13 vorzugsweise als poröse Steinflächen ausgebildet, können aber auch zusätzliche Öffnungen besitzen.

Wie in Fig. 1 durch die Pfeile angedeutet ist, bildet sich im Bereich des Abgaskamines 12 ein Luftstau mit dem von der Schmelzwanne 10 ausgehenden Abgasstrom, so dass eine eindeutige Absaugung erreicht wird. Zudem wird eine eindeutige Trennung von Atmosphäre und Schmelzwanne geschaffen, so dass keine Umwelteinflüsse auf das Schmelzgut in der Schmelzwanne 10 und auch keine Immissionen aus dem Einlegekanal 30 in die Atmosphäre auftreten können.

Wie die Fig. 2 zeigt, kann die Einlegetür 13 zum Freigeben der Einlegeöffnung des Einlegekanals 30 nach oben verstellt werden. Dabei werden die Düsen 15 durch die Kanalabdeckung 11 verschlossen, bzw. außerhalb des Einlegekanals 30 verlagert. Der untere Bereich der Einlegetür 13 mit einer Absaugeinrichtung 16 verbleibt jedoch im oberen Bereich der Einlegeöffnung, so dass sich daran der über der Einlegekelle als Einlegeeinrichtung 20 auftretende Abgasstrom stoßen kann, was für eine gute Absaugung über den Abgaskamin 12 von Vorteil ist. Damit lässt sich gerade beim Einbringen von Gemenge in die Schmelzwanne 10 die Immission aus dem Einlegekanal 13 in die Atmosphäre erheblich reduzieren. Außerdem werden die Ablagerungen an dem Einlegekanal 30 und der Einlegetür 13 verringert.

Dieselben Funktionen können anstelle einer verstellbaren Einlegetür 13 auch eine Einlegeklappe an der Einlegeöffnung des Einlegekanals 30 übernehmen und als Einlegesystem lassen sich auch andere Einbringungseinrichtungen 20 einsetzen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schmelzwanne mit einem Gemenge-Einlegekanal, dessen Kanalabdeckung mit einem Abgaskamin versehen ist und dessen Einlegeöffnung mittels einer Einlegetür oder -klappe während des Betriebes der Schmelzwanne verschließbar und zum Einbringen des Gemenges freigebbar ist, dadurch gekennzeichnet,

    dass während des Betriebes der Schmelzwanne (10) über Düsen (15) der geschlossenen Einlegetür (13) oder -klappe ein stetiger Luftstrom in den Einlegekanal (30) einleitbar ist, und

    dass beim Einlegen von Gemenge die Einlegetür (13) oder -klappe so weit verstellt ist, dass die Düsen aus dem Bereich des Einlegekanals (30) gebracht sind und die Einlegetür (13) oder -klappe mit einer Absaugeinrichtung (16) den Bereich unterhalb der Kanalabdeckung (11) abdeckt und einen darunter liegenden Bereich der Einlegeöffnung für eine Einbringeinrichtung (20) freigibt.
  2. 2. Schmelzwanne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlegetür (13) mit einem Luftanschluss (14) versehen ist, der mit den Düsen (15) derselben in Verbindung steht, die als poröse Steinflächen der Einlegetür (13) ausgebildet sind.
  3. 3. Schmelzwanne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,

    dass die Einlegetür (13) zum Freigeben der Einlegeöffnung vertikal nach oben verstellbar ist, wobei die Kanalabdeckung (11) die zum Einlegekanal (30) gerichteten Düsen (15) abdeckt, und

    dass die im unteren Bereich der Einlegetür (13) angeordnete Absaugeinrichtung (16) aus der durch die untere Kanalwand (31) bewirkten Verschlussstellung gebracht und in den oberen Bereich des Einlegekanals (30) verstellt ist.
  4. 4. Schmelzwanne nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanalabdeckung (11) und die untere Kanalwand (31) des Einlegekanals (3) sowie die Einlegetür (13) aus feuerfestem Material bestehen.
  5. 5. Schmelzwanne nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einbringeinrichtung (20) als Einlegekelle ausgebildet ist.






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