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Dokumentenidentifikation DE10045503A1 21.03.2002
Titel Fortlaufender Lederkeder und Verfahren zum Herstellen eines fortlaufenden Lederkeders
Anmelder Wenzel, Nicolaus, Dr. Dipl.-Ing., Dipl.Wirt.-Ing.(FH) REFA-Ing. EUR-Ing., 54470 Bernkastel-Kues, DE
Erfinder Wenzel, Nicolaus, Dr. Dipl.-Ing., Dipl.Wirt.-Ing.(FH) REFA-Ing. EUR-Ing., 54470 Bernkastel-Kues, DE
Vertreter Buse, Mentzel, Ludewig, 42275 Wuppertal
DE-Anmeldedatum 13.09.2000
DE-Aktenzeichen 10045503
Offenlegungstag 21.03.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.03.2002
IPC-Hauptklasse B68F 1/00
IPC-Nebenklasse C14B 7/02   
IPC additional class // B60N 2/44  
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung richtet sich auf einen fortlaufenden Lederkeder, der für eine optische Ausgestaltung oder zum Schutz einer Stoff- oder Lederkante bei Sitzmöbeln dient. Um einen fortlaufenden Lederkeder, der um ein Vielfaches länger ist als eine zu seiner Herstellung dienende Lederhaut, zu fertigen, wird vorgeschlagen, den Lederkeder aus einer Lederhaut ansatzstellenfrei herzustellen. Hierdurch lässt sich ein äußerst homogener Lederkeder in seinem Längsverlauf herstellen.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Lederkeders. In diesem Verfahren wird der Lederstreifen für den Lederkeder mit spiralartigen Windungen aus nur einer Lederhaut ausgeschnitten. Anschließend werden vor, während oder nach dem Falten des Lederstreifens und dem Verkleben zum Lederkeder Einkerbungen in den Streifenteilen eingebracht. Diese Einkerbungen ermöglichen, einen spannungsfreien und geraden Lederkeder aus dem vorherigen Lederstreifen mit den spiralartigen Windungen zu erzeugen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung richtet sich auf einen fortlaufenden Lederkeder der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Art sowie auf ein Verfahren zum Herstellen eines derartigen, fortlaufenden Lederkeders nach der im Oberbegriff des Anspruches 7 genannten Art. Der Einsatz von Lederkedern findet vor allem im Bereich der Sitzmöbelindustrie (insbesondere im Bereich für Flugzeuge und Fahrzeuge) Verwendung. Der Lederkeder dient einerseits als optische Ausgestaltung einer Stoff oder Lederkante z. B. eines Polsters und andererseits als ein Schonelement um die Kante vor äußeren Einwirkungen und Abnutzungen zu schützen. Zu diesem Zweck muß der Lederkeder fast immer wesentlich länger sein, als die Längenausmaße einer Lederhaut aus der er hergestellt wird, damit er für die gesamte Kantenlänge des Möbelstücks oder des Polsters verwendet werden kann. Um aber den optischen Ansprüchen an den Lederkeder zu genügen, darf er keine sichtbaren Ansatzstellen enthalten, die sich aus der Verwendung von mehren Lederhäuten bei der Herstellung ergibt.

Bei einem bekannten Lederkeder wird eine Vielzahl von Lederhäuten für die Herstellung verwendet. Folglich enthält der Lederkeder auch eine Vielzahl von Ansatzstellen zwischen den einzelnen Häuten. Diese Ansatzstellen fallen besonders auf, wenn die aneinandergrenzenden Häute Farbunterschiede aufweisen oder in ihrer Materialbeschaffenheit differieren. Diese störenden Ansatzstellen werdenden hohen Anforderungen an die optische Ausgestaltung des Lederkeders nicht gerecht.

Außerdem können diese Ansatzstellen je nach Verbindungstechnik zwischen den einzelnen Lederhäuten anschließend beim fertigen Lederkeder hervorstehen. Die auf diese Art und Weise entstehenden Verdickungen an den Ansatzstellen des Lederkeders sind störend.

Bei einem bekannten Verfahren zur Herstellung von bisher bekannten Lederkedern, werden die Lederhäute, die zur Herstellung verwendet werden, durch Aneinanderkleben miteinander verbunden und das daraus entstandene Längsgebilde in einzelne Lederstreifen mit gleichbleibender oder veränderlichen Breite geschnitten. Vor dem Aneinanderkleben müssen die Lederhäute nach ihrer Farbe und Materialbeschaffenheit sortiert werden, um einen möglichst homogenen Übergang an den Anstellen der Lederhäute zu erreichen. Damit das Aneinanderkleben der Lederhäute erfolgen kann, werden die Enden der Lederhäute gerade abgeschnitten und die Lederhäute in ihrer sortierten Reihenfolge mit einer Stoßnaht oder Schrägnaht verbunden. Eine weiter Verbindungstechnik besteht darin, die sortierten Lederhäute hintereinander auf einer zusätzlichen Trägerbahn zu fixieren. Nachdem nun die einzelnen geschnittenen Lederstreifen vorliegen, werden diese zu Lederkedern weiterverarbeitet. Dieses geschieht, indem ein Lederstreifen mittig längsgefaltet wird und zwei Streifenteile entstehen, die im Bereich der Kederfahne doppellagig liegen und dort miteinander verbunden werden. Nachteilig an dem genannten Verfahren ist der hohe Sortieraufwand für die Lederhäute und die trotzdem noch erkennbaren Ansatzstellen des hergestellten Lederkeders durch die optischen und werkstofflichen Unterschiede der einzelnen Lederhäute. Außerdem fallen große Reststücke beim Abschneiden der Lederhäute zum anschließenden Aneinanderkleben an.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen fortlaufenden Lederkeder, der die Länge einer zu seiner Herstellung dienenden Lederhaut um ein Vielfaches übertrifft, der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art zu entwickeln, der frei von Ansatzstellen ist. Dieses wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 angeführten Maßnahmen erreicht, denen folgende besondere Bedeutung zukommt.

Erfindungsgemäß besteht der Lederkeder einheitlich aus einer einzigen Lederhaut. Die Kederfahne des Lederkeders ist mit Einkerbungen versehen, die von einem freien Kederfuß ausgehen und quer oder schräg zum Längsverlauf des Keders orientiert sind. Dieser Lederkeder ist daher frei von störenden Ansatzstellen zwischen verschiedenen Lederhäuten. Dieses wird insbesondere durch das nachfolgend genannten Herstellungsverfahren ermöglicht. Da der Lederkeder keine Ansatzstellen enthält, genügt er immer den optischen und werkstofflichen Ansprüchen. Aus diesem Grund treten auch keine Verdickungen beim erfindungsgemäßen Lederkeder auf.

Aufgabe der Erfindung ist ferner, ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruches 7 genannten Art zu entwickeln, um den Lederkeder kostengünstig und leicht herzustellen. Dies geschieht im Wesentlichen durch die Verfahrensschritte im kennzeichnenden Teil des Anspruches 7.

Erfindungsgemäß wird nur eine Lederhaut für die Herstellung des Lederkeders verwendet. Aus dieser Lederhaut wird ein Lederstreifen mit gleichbleibender oder veränderlichen Breite, dessen Länge die Länge der Lederhaut um ein Vielfaches übertrifft, mit spiralartigen Windungen ausgeschnitten. Dieser Lederstreifen mit den spiralartigen Windungen wird, wie bisher bekannt, weiterverarbeitet, wobei in den Streifenteilen der Kederfahne Einkerbungen eingebracht werden. Durch die Einkerbungen entsteht ein spannungsfreier und gerader Lederkeder. Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann auf den manuellen und somit kostenintensiven Sortierprozeß der Lederhäute verzichtet werden. Auch die Prozeßschritte des Zurechtschneiden der Lederhäute und des Aneinanderklebens entfallen. Darüber hinaus erhält man einen fortlaufenden Lederkeder der ansatzstellenfrei und von höchster Qualität ist.

Vorteilhafterweise kann das Einkerben der Kederfahne vor, während oder nach dem Falten des Ausgeschnittenen Lederstreifens und dem Verbinden der Streifenteile im Bereich der Kederfahne durchgeführt werden. Somit kann der Verfahrensschritt der Einkerbung in einen bisher bestehenden und praktizierten Verfahrensablauf frei wählbar eingegliedert werden.

Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen. In den Zeichnungen ist die Erfindung in mehreren Ausführungsbeispielen dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1a in Draufsicht eine Lederhaut eingeteilt in Kreise mit unterschiedlichen Durchmessern,

Fig. 1b in Draufsicht einen Kreis eingeteilt in einen spiralförmigen Lederstreifen,

Fig. 2 eine Lederhaut mit einer Einteilung in einen durchgehenden annähernd gleich breiten Lederstreifen,

Fig. 3a in perspektivischer Darstellung, ein Teil eines fertig hergestellten Lederkeders mit Einschnitten in seiner Kederfahne und

Fig. 3b einen Lederkeder, wie in Fig. 3a mit einer Einlage in seiner Wulst und mit dreieckförmigen Ausschnitten in seiner Kederfahne.

In den Fig. 3a und 3b ist ein Lederkeder 10 dargestellt, der einheitlich aus einer Lederhaut 27 gebildet ist, und in seinem Längsverlauf 19 frei von Ansatzstellen zwischen verschiedenen Lederhäuten ist, wobei seine Kederfahne 12 mit Einkerbungen 15 versehen ist, die von einem freien Kederfuß 13 ausgehen und quer oder schräg zum Längsverlauf 19 des Keders 10 orientiert sind. Dieser Lederkeder 10 dient in der Regel zur Ausgestaltung einer Kante von Polstern bei Sitzmöbeln, die durch das Zusammentreffen von Stoff oder Lederteilen entsteht. Dabei wird der Lederkeder 10 mit seiner Fahne 12 mit den angrenzenden Stoffen oder Ledern verbunden. Die Anwendung des Lederkeders 10 findet vor allen Dingen bei Polstern im Bereich der Sitzfläche oder der Rückenlehne bei den Möbeln statt. Hierbei kann der Lederkeder 10 die gleiche Farbe oder eine andere Farbe als die angrenzenden Bezüge haben. Damit der Lederkeder 10 einheitlich aus nur einer Lederhaut 27 hergestellt wird, muß er in dem später noch beschriebenen Verfahren nach Anspruch 7 hergestellt werden. Durch dieses Verfahren werden die Einkerbungen 15 in der Kederfahne 12 angebracht, die einen spannungsfreien und geraden Lederkeder 10 erzeugen.

Vorteilhafterweise bestehen die Einkerbungen. 15 in der Kederfahne 12 aus Einschnitten 16. Diese Einschnitte 16 sind in der Fig. 3a dargestellt. Beginnend vorn Kederfuß 13 Verlaufen die Einschnitte 16 in Richtung des längsverlaufenden Wulstes 14, dabei spielt die Länge der Einschnitte 16 keine Rolle. Wichtig ist nur, daß sie vor einem Übergang 20 von der Kederfahne 12 auf den Wulst 14 enden.

Auch brauchen die Einschnitte 16 nicht, wie in der Fig. 3a gezeigt, aus geraden Schnitten bestehen, sondern sie können auch einen bogenförmigen Verlauf nehmen. Ebenso können die Einschnitte 16 zu einem Längsverlauf 19 des Lederkeders 10 angeordnet sein. Dadurch, daß nur Einschnitte 16 in der Kederfahne 12 vorhanden sind, kann es zu keinem Problem bei der späteren Verarbeitung des Einnähen des Lederkeders 10 in eine Kante kommen.

Erfindungsgemäß können auch die Einkerbungen 15 in der Kederfahne 12 aus Einprägungen bestehen. Diese Einprägungen können der verschiedensten Art und Weise entsprechen. Hierdurch kann der Lederkeder 10 entsprechend des vorherigen Zustandes eines Lederstreifens 22 in einen spannungsfreien Zustand gebracht werden, obwohl der Verlauf des Lederstreifens 22 stark gekrümmt war.

Ebenfalls können die Einkerbungen 15 in der Kederfahne 12 dreieckförmige Ausschnitte 17 bilden. Dabei können die Dreiecke mit ihren Spitzen 21 zum Wulst 14 hinweisen, oder aber sie können in der Kederfahne 12 mit ihrer Spitze 21 zum Kederfuß 13 zeigen, so daß sie einem "Y" gleichen. Durch die dreieckförmigen Ausschnitte 17 werden ebenfalls große Spannungen aus dem vorher stark gekrümmten Lederstreifen 22 genommen, um einen spannungsfreien und geraden Lederkeder 10 zu erreichen.

In dem Lederkeder 10 kann zwischen den beiden Streifenteilen 11 in dem Wulst 14 eine Einlage 18 vorhanden sein. Durch die Einlage 18 kann dem Wulst 14 eine besondere Form vorgegeben werden. Wie in der Fig. 3b gezeigt ist, wird durch eine runde Einlage 18 auch ein teilweise runder Wulst 14 erzielt. Denkbar wären hier natürlich auch andere Formen, wobei vorausgesetzt wird, daß sich das Leder flexibel der Einlage 18 anpaßt. Außerdem kann durch die Einlage 18 dem Lederkeder 10 ein gewisser Längsverlauf 19 vorgegeben werden. Dafür müßte die Einlage 18 biegsam, aber ansonsten unflexibel sein. Dies könnte z. B. der Fall sein, wenn die Einlage 18 aus einem Kupferdraht besteht. Durch eine solche Einlage 18 könnte der Längsverlauf 19 des Lederkeders 10 für die weitere Verarbeitung vorgegeben werden.

Selbstverständlich kann die Lederhaut 27, die zur Herstellung des Lederkeders 10 dient, auch aus einem Fell bestehen. Somit kann der Lederkeder 10 sich materialeinheitlich auf eine Kante eines Sitzpolsters aus Fell anpassen.

Nachfolgend soll das Verfahren zur Herstellung eines fortlaufenden Lederkeders 10 aus nur einer Lederhaut 27 gemäß des Anspruchs 7 beschrieben werden.

Der Lederkeder 10 wird aus spiralartigen Windungen 24 aus nur einer einzigen Lederhaut 27 ausgeschnitten und anschließend werden in den Streifenteilen 11 der Kederfahne 12 Einkerbungen 15 eingebracht. Die Außenkantenlängen des erstellten Lederstreifens 22 mit den spiralartigen Windungen 24 unterschieden sich naturbedingt sehr. Damit trotzdem dieser Lederstreifen 22 mit den spiralartigen Windungen 24 zu einem spannungsfreiem Keder 10, der nach seiner Herstellung gerade ist, verarbeitet werden kann, sind Einkerbungen 15 in den Streifenteilen 11 vorgesehen. Das besondere an diesem Verfahren ist also, daß nicht ein gerader, sondern ein Lederstreifen 22 mit spiralartigen Windungen 24 für die weitere Herstellung des Lederkeders 10 dient. Damit dieses möglich ist, werden durch einen Verfahrensschritt Einkerbungen 15 in den Streifenteilen 11 der Kederfahne 12 eingebracht, um die Spannungen, die durch, die spiralartigen Windungen 24 verursacht werden, aus später geraden Keder 10 zu nehmen.

Der Verfahrensschritt der Einkerbung kann vor dem Falten des ausgeschnittenen Lederstreifens 22 und dem Verbinden der Streifenteile 11 im Bereich der Kederfahne 12 durchgeführt werden. Somit können die weiteren Verfahrensschritte aus dem bisher bekannten Fertigungsverfahren zur Herstellung des bekannten Lederkeders übernommen werden.

Auch kann der Verfahrensschritt der Einkerbung während des Faltens des ausgeschnittenen Lederstreifens 22 und dem Verbinden der Streifenteile 11 im Bereich der Kederfahne 12 durchgeführt werden. Ebenfalls kann der Verfahrensschritt der Einkerbung nach dem Falten des ausgeschnittenen Lederstreifens 22 und dem Verbinden der Streifenteile 11 im Bereich der Kederfahne 12 durchgeführt werden. Hierdurch ist man frei in der Reihenfolge der Verfahrensschritte. Vorteilhafterweise gliedert man den Verfahrensschritt der Einkerbung so in das bestehende Verfahren ein, daß der geringste Änderungsaufwand entsteht. Dieses ist selbstverständlich auch von den verwendeten Maschinen abhängig zu machen.

Erfindungsgemäß kann das Herstellungsverfahren auf eine gesamte Lederhaut 27 angewendet werden, indem diese in einen Lederstreifen 22 gleicher oder veränderlicher Breite 23 geschnitten wird und der Schnitt für den Lederstreifen 22 annähernd der Außenkontur 28 der Hautfläche des Lederstreifens 22 folgt. In der Fig. 2 ist ein Lederstreifen 22 mit seinen spiralartigen Windungen 24 gezeigt, welcher aus einer gesamten Lederhaut 27 hergestellt wird. Durch dieses Verfahren wird ein einziger, extrem langer Lederstreifen 22 hergestellt. Dieser Lederstreifen 22 verfügt auch über große gerade Teilstrecken, auf denen er nicht gekrümmt ist. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, daß kaum Reststücke 32 nach dem Ausschneiden des Lederstreifens 22 aus der Lederhaut 27 übrig bleiben. Außerdem können diese Reststücke 32 ebenfalls zur weiteren Herstellung eines Lederstreifens 22 mit spiralartigen Windungen 24 dienen.

Erfindungsgemäß kann die Oberfläche der Lederhaut 29 auch in Kreise 29 eingeteilt werden, wobei anschließend die einzelnen Kreise 29 äußere Begrenzungen 31 von Spiralen 30 bilden, die zum Ausschneiden der Lederstreifen 22 dienen. In der Fig. 1a ist die Oberfläche einer Lederhaut 27 in diverse Kreise 29 eingeteilt. Vorzugsweise versucht man die Kreise 29 so zu legen, daß die verbleibenden Reststücke 32 einen minimalen Teil der Lederhaut 27 ausmachen. Die einzelnen Kreise 29 können zu einem Lederstreifen 22 mit kontinuierlich gleichbleibenden und spiralartigen Windungen 24, nämlich einem Spiralbogen, ausgeschnitten werden. Dabei legt man vorteilhafterweise einen Anfang 25 des Lederstreifens 22 an die äußere Begrenzung 31 (s. Fig. 1b). Ein Ende 26 des Lederstreifens 22 ergibt sich dann von selbst. Aufgrund der symmetrischen Strukturen läßt sich der Kreis 29 besonders gut in die Spirale 30 zerschneiden. Auch kann der so entstandene Lederstreifen 22 aufgrund der gleichbleibenden geometrischen Eigenschaften über seinen Längsverlauf 19 besonders leicht in einen geraden Lederkeder 10 verarbeitet werden. Das Schneiden der Spirale 30 zur Erzeugung eines Lederstreifens 22 kann bevorzugt automatisch auf Maschinen ablaufen.

Die Oberfläche der Lederhaut 27 kann ebenfalls in Kreise 29 mit unterschiedlichen Durchmessern eingeteilt werden. Hierdurch läßt sich die Größe der verbleibenden Reststücke 22 weiter minimieren. Trotzdem kommen die zuvor genannten Vorteile weiterhin zum Tragen.

Die Herstellung des fortlaufenden Lederkeders 10 kann nach dem Ausschneiden des Lederstreifens 22 auf herkömmlichen Fertigungsmaschinen durchgeführt werden, wobei der Verfahrensschritt der Einkerbung der Kederfahne 12 in den Fertigungsablauf der Maschine integriert ist. Somit sind keine zusätzlichen Fertigungsmaschinen für das erfindungsgemäße Verfahren notwendig. Dieses spart einerseits Kosten und andererseits auch Zeit, die Fertigung auf das neue Verfahren umzustellen.

Vorteilhafterweise können die Einkerbungen 15 des Lederkeders 10 für jedes Streifenteil 11 getrennt durchgeführt werden. So sind z. B. in der Regel bei einer Spirale 30 als Lederstreifen 22 keine Einkerbungen auf der Außenkante des Lederstreifens 22 notwendig.

Durch das Verbinden der Streifenteile 11 im Bereich der Kederfahne 12 entsteht ein gemeinsamer Kederfuß 13, wobei die Kederfahne 12 an ihren freien Kanten in einem parallelen Abstand zum längsverlaufenden Wulst 14 abgeschnitten wird. Hierdurch können besonders gut fertigungstechnische Schwankungen in der Breite 23 des Lederschafts 22 ausgeglichen werden. Außerdem kann fertigungstechnisch bei einem Lederstreifen 22 mit veränderlicher Breite 23, um einen Wulst 14 mit unterschiedlichen Außendurchmesser zu erzeugen, ein sauber und gleichmäßiger Kederfuß 13 entstehen. Bezugszeichenliste 10 Lederkeder, fortlaufend

11 Streifenteile

12 Kederfahne

13 Kederfuß

14 Wulst

15 Einkerbungen

16 Einschnitte

17 dreieckförmige Ausschnitte

18 Einlage

19 Längsverlauf

20 Übergang von 14 auf 13

21 Spitzen von 17

22 Lederstreifen

23 gleiche oder veränderliche Breite von 22

24 spiralartige Windung

25 Anfang von 22

26 Ende von 22

27 Lederhaut

28 Außenkontur von 27

29 Kreis

30 Spirale

31 äußere Begrenzung von 30/Umfang von 29

32 Reststück


Anspruch[de]
  1. 1. Fortlaufender Lederkeder (10) mit einer Gesamtlänge, welche die Länge einer zu seiner Herstellung dienenden Lederhaut (27) um ein vielfaches übertrifft,

    wobei der Lederkeder (10) aus einem längsverlaufenden Wulst (14) mit einer Kederfahne (12) besteht und aus zwei Lagen eines aus der Lederhaut (27) ausgeschnittenen, längsgefalteten Streifen (22) erzeugt ist,

    und die im Bereich der Kederfahne (12) doppellagig liegenden Streifenteile (11) miteinander verbunden sind,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Lederkeder (10) einheitlich aus einer Lederhaut (27) gebildet ist,

    und in seinem Längsverlauf (19) frei von Ansatzstellen zwischen verschiedenen Lederhäuten ist,

    und daß die Kederfahne (12) mit Einkerbungen (15) versehen ist, die von einem freien Kederfuß (13) ausgehen und quer oder schräg zum Längsverlauf (19) des Keders (10) orientiert sind.
  2. 2. Lederkeder (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einkerbungen (15) in der Kederfahne (12) aus Einschnitten (16) bestehen.
  3. 3. Lederkeder (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einkerbungen (15) in der Kederfahne (12) aus Einprägungen bestehen.
  4. 4. Lederkeder (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einkerbungen (15) in der Kederfahne (12) dreieckförmige Ausschnitte (17) bilden.
  5. 5. Lederkeder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Streifenteilen (11) in dem Wulst (14) eine Einlage (18) vorhanden ist.
  6. 6. Lederkeder (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß die Lederhaut (27) auch aus einem Fell besteht.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6

    bei dem zunächst ein Lederstreifen (22) einer gleichen oder veränderlichen Breite (23) aus der Lederhaut (27) ausgeschnitten wird,

    und der Lederstreifen (22) längsmittig gefaltet wird, so daß zwei Streifenteile (11) entstehen,

    die im Bereich der Kederfahne (12) doppellagig liegen und dort miteinander verbunden werden,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Lederkeder (10) aus spiralartigen Windungen (24) aus nur einer einzigen Lederhaut (27) ausgeschnitten wird,

    und daß in den Streifenteilen (11) der Kederfahne (12) Einkerbungen (15) eingebracht werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß der Verfahrensschritt der Einkerbung vor dem Falten des ausgeschnittenen Lederstreifens (22) und dem Verbinden der Streifenteile (11) im Bereich der Kederfahne (12) durchgeführt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß der Verfahrensschritt der Einkerbung während des Faltens des ausgeschnittenen Lederstreifens (22) und dem Verbinden der Streifenteile (11) im Bereich der Kederfahne (12) durchgeführt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß der Verfahrensschritt der Einkerbung nach dem Falten des ausgeschnittenen Lederstreifens (11) und dem Verbinden der Streifenteile (11) im Bereich der Kederfahne (12) durchgeführt wird.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10 dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Lederhaut (27) in einen Lederstreifen (22) gleicher oder veränderlicher Breite (23) geschnitten wird, und daß der Schnitt für den Lederstreifen (22) annähernd der Außenkontur (28) der Hautfläche folgt.
  12. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Lederhaut (27) in Kreise (29) eingeteilt wird, und daß die einzelnen Kreise (29) anschließend äußere Begrenzungen (31) von Spiralen (30) bilden, die zum Ausschneiden der Lederstreifen (22) dienen.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Lederhaut (27) in Kreise (29) mit unterschiedlichen Durchmessern eingeteilt wird.
  14. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Ausschneiden des Lederstreifens (22) die herstellung des fortlaufenden Lederkeders (10) auf herkömmlichen Fertigungsmaschinen durchgeführt wird, und daß der Verfahrensschritt der Einkerbung der Kederfahne (12) in den Fertigungsablauf der Maschinen integriert ist.
  15. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet; daß die Einkerbung (15) des Lederkeders (10) für jedes Streifenteil (11) getrennt durchgeführt wird.
  16. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Verbinden der Streifenteile (11) im Bereich der Kederfahne (12) ein gemeinsamer Kederfuß (13) entsteht, in dem die Kederfahne (12) an ihren freien Kanten in einem parallelen Abstand zum längsverlaufenden Wulst (14) abgeschnitten wird.






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