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Dokumentenidentifikation DE19828691C2 11.04.2002
Titel Entgratungsvorrichtung
Anmelder Kistler, Manfred, 89584 Ehingen, DE
Erfinder Kistler, Manfred, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Bender, E., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 88400 Biberach
DE-Anmeldedatum 26.06.1998
DE-Aktenzeichen 19828691
Offenlegungstag 30.12.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.04.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.04.2002
IPC-Hauptklasse B23B 51/10
IPC-Nebenklasse B23B 5/16   B23B 27/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Entgratungsvorrichtung mit einem Trägerkörper und einem Kopf mit teilweise kegelförmiger Oberfläche, an der mindestens eine Schnittfläche zum Entgraten von Kanten vorgesehen ist, wobei die mindestens eine Schnittfläche an einer am Kopf lösbar befestigten Wendeschneidplatte ausgebildet ist, wobei die Wendeschneidplatte in einer Aussparung des Kopfes mit dem Kopf verschraubt ist.

Entgratungsvorrichtungen der eingangs genannten Art werden im Stand der Technik insbesondere zum Entgraten der Kanten hohlkegelig ausgebildeter Aussparungen verwendet. Sie weisen in der Regel drei Schnittflächen auf, die in äquidistantem Abstand in die Kegeloberfläche des Kopfes einer derartigen Entgratungsvorrichtung eingearbeitet sind.

Die Vorrichtungen sind dabei in der Regel insgesamt entweder aus Stahl oder Wolframkarbid hergestellt. Sind sie aus Stahl hergestellt, so weisen sie den Vorteil auf, daß sie kostengünstig herstellbar und somit kostengünstig kommerziell beziehbar sind. Gleichzeitig weisen sie jedoch den Nachteil auf, daß ihre Schnittflächen schnell abstumpfen und daraufhin zu relativ hohen Kosten nachzuschleifen sind. Sind die Entgratungsvorrichtungen gemäß dem Stand der Technik aus Wolframkarbid hergestellt, so weisen die Schnittflächen eine unverhältnismäßig längere Lebensdauer als die aus Stahl hergestellten Schnittflächen auf. Derartige Entgratungsvorrichtungen sind jedoch insgesamt nur unter hohen Kosten herzustellen und somit lediglich zu hohen Preisen kommerziell beziehbar. Bei einem Nachschleifen sind die Kosten hierfür höher als bei einer Ausführung in Stahl. Andererseits werden verschließhemmende Oberflächenbeschichtungen z. B. aus Titannitrit bei einem Nachschleifvorgang zerstört.

Aus DE 37 30 589 A1 ist eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bekannt. Diese bekannte Vorrichtung weist jedoch den Nachteil auf, dass eine zentrische Führung der Entgratungsvorrichtung beim Abgraten (Anphasen) von Kanten nicht sichergestellt ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Entgratungsvorrichtung zu schaffen, die eine lange Lebensdauer aufweist und bei niedrigen Kosten herstellbar ist, und bei der eine zentrische Führung der Entgratungsvorrichtung beim Abgraten (Anphasen) von Kanten sichergestellt ist.

Für eine Entgratungsvorrichtung der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß zusätzlich zur Schnittfläche an der Kegeloberfläche des Kopfes mindestens 2 Führungsleisten vorgesehen sind, die aus der Kegeloberfläche hervorstehen, wobei der Abstand ihrer von der Kegeloberfläche am weitesten entfernten Punkte zur Kegeloberfläche innerhalb eines Bereiches vorgesehen ist, der durch den Abstand der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgegeben ist.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Bei der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung wird durch das Merkmal, daß zusätzlich zur Schnittfläche an der Kegeloberfläche des Kopfes mindestens 2 Führungsleisten vorgesehen sind, die aus der Kegeloberfläche hervorstehen, wobei der Abstand ihrer von der Kegeloberfläche am weitesten entfernten Punkte zur Kegeloberfläche innerhalb eines Bereiches vorgesehen ist, der durch den Abstand der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgegeben ist, erreicht, daß eine Vorrichtung geschaffen ist, bei der eine zentrische Führung der Entgratungsvorrichtung beim Abgraten (Anphasen) von Kanten auf wirksame Weise dadurch ermöglicht ist, dass der Abtrag am Werkstück durch die Wirkung der Führungsleisten begrenzt ist. Des weiteren ist dadurch sichergestellt, dass die insgesamte Vorrichtung auch handgeführt einsetzbar ist.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist weiterhin sichergestellt, dass eine regelmäßig aus einem Hartmetall, in der Regel Wolframkarbid, hergestellte Wendeschneidplatte so in einen in der Regel aus kostengünstigem Stahl hergestellten Kopf einer Entgratungsvorrichtung integrierbar ist, daß eine Schnittfläche der Wendeschneidplatte als Schnittfläche der insgesamten Entgratungsvorrichtung wirkt. Die Wendeschneidplatte weist dabei in der Regel drei Schnittflächen bzw. drei Schnittkanten auf, die nacheinander als Schnittfläche der Entgratungsvorrichtung ausbildbar sind, jeweils nachdem eine vorherige Schnittfläche durch häufig durchgeführte Schneidvorgänge stumpf geworden ist.

Die Wendeschneidplatte der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung ist insbesondere in ihrem Härtegrad und in ihrer Zähigkeit an die jeweiligen zu bearbeitenden Materialien anpaßbar. Dadurch sind die Kosten beim Entgraten mittels der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung weiter senkbar.

Die Wendeschneidplatte der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung ist weiterhin in einer Aussparung des Kopfes mit dem Kopf verschraubt. Dadurch wird auf einfache Weise sowohl eine robuste Montage der Wendeschneidplatte in dem Kopf als auch eine einfache Auswechselbarkeit der Wendeschneidplatte bzw. ein Verdrehen einer eingesetzten Wendeschneidplatte mit einer Mehrzahl von Schnittkanten erreicht. Die Wendeschneidplatten können dabei vorzugsweise drei Schnittkanten aufweisen, wobei eine derartige Platte zum Erneuern der Schnittfläche der insgesamten Entgratungsvorrichtung um 120° zu drehen ist. Alternativ können die Wendeschneidplatten auch quadratisch ausgebildet sein und zum Erneuern der Schnittfläche der insgesamten Entgratungsvorrichtung um 90° drehbar sein.

Der Abstand der von der Kegeloberfläche entferntesten Punkte der Führungsleisten der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung zur Kegeloberfläche der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung ist vorzugsweise innerhalb eines Bereiches von 50% bis 95% des Abstandes der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgesehen. In diesem Abstandsbereich sind gute Schnittleistungen erzielbar. Der Abstand der von der Kegeloberfläche am entferntesten Punkte der Führungsleisten zur Kegeloberfläche ist dabei insbesondere innerhalb eines Bereiches von 80% bis 90% des Abstandes der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgesehen. In diesem Abstandsbereich ist eine besonders gute und genaue zentrische Führung der insgesamten Entgratungsvorrichtung beim Entgraten kreisförmig ausgebildeter Kanten ermöglicht.

Der Kopf der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung ist vorzugsweise aus Stahl hergestellt. Gleichwohl kann er prinzipiell aus einem anderen Metall ähnlicher Härte hergestellt sein. Die Wendeschneidplatte der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung ist dabei vorzugsweise aus einem Hartmetall, insbesondere gesintertem Stahl oder Wolframkarbid hergestellt. Die Führungsleisten können aus einem Hartstoff, insbesondere aus einem harten, verschleißfesten Kunststoffmaterial, Keramik oder auch Stahl hergestellt sein.

Die Führungsleisten sind vorzugsweise stiftförmig ausgebildet und sind jeweils in Aussparungen in dem Kopf der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung gelagert. Diejenigen Bereiche der Führungsleisten, die aus der Kegeloberfläche der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung hervorstehen, sind im Querschnitt vorzugsweise kreissegmentförmig bzw. abgerundet ausgebildet, um ein Verkanten mit einer zu bearbeitenden Kante zu vermeiden.

Die erfindungsgemäße Entgratungsvorrichtung wird im folgenden an Hand einer bevorzugten Ausführungsform erläutert, die in den Figuren der Zeichnung dargestellt ist. Darin zeigen:

Fig. 1 eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung in einer Seitenansicht;

Fig. 2 den Kopf der in Fig. 1 dargestellten erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung in einer Ansicht von oben.

Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung 10 ist ein Kopf 12 am Ende eines Trägerkörpers 11 vorgesehen. Der Kopf 12 weist eine zylindrische Oberfläche 23 und desweiteren eine kegelförmige Oberfläche 13 auf. Im Bereich der Kegeloberfläche 13 ist eine Aussparung 14 vorgesehen, die teilweise in den zylinderischen Teil des Kopfes 12 der erfindungsgemäßen Entgratungsvorrichtung hineinragt. An einer ebenen Begrenzungswand 26 der Aussparung 16 ist eine Wendeschneidplatte 15 mittels einer in den Kopf 12 einschraubbaren Gewindeschraube 25 befestigt, wobei eine Schnittfläche 16 der drei Schnittflächen 16, 16', 16" der Wendeschneidplatte 15 über die Kegeloberfläche 13 hinausragt. Die Schnittfläche 16 ist zum Abgraten von Kanten insbesondere hohlzylinderförmiger Aussparungen vorgesehen.

In einem Winkelabstand von jeweils 120° sind in der Kegeloberfläche 13 zwei Führungsleisten 17 vorgesehen, die in Aussparungen 18 in dem Kopf 12 gelagert sind und teilweise aus der Kegeloberfläche 13 hervorstehen. Die aus der Kegeloberfläche 13 hervorstehenden Bereiche sind dabei kreissegmentartig abgerundet. Der Abstand der von der Kegeloberfläche entferntesten Punkte der Führungsleisten zur Kegeloberfläche 13 ist dabei auf 90% desjenigen Abstandes ausgebildet, mit dem die obere Schnittkante der Schnittfläche 16 aus der Kegeloberfläche 13 hervortritt.


Anspruch[de]
  1. 1. Entgratungsvorrichtung mit einem Trägerkörper und einem Kopf mit teilweise kegelförmiger Oberfläche, an der mindestens eine Schnittfläche zum Entgraten von Kanten vorgesehen ist, wobei die mindestens eine Schnittfläche an einer am Kopf lösbar befestigten Wendeschneidplatte ausgebildet ist, wobei die Wendeschneidplatte in einer Aussparung des Kopfes mit dem Kopf verschraubt ist, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zur Schnittfläche an der Kegeloberfläche des Kopfes mindestens 2 Führungsleisten vorgesehen sind, die aus der Kegeloberfläche hervorstehen, wobei der Abstand ihrer von der Kegeloberfläche am weitesten entfernten Punkte zur Kegeloberfläche innerhalb eines Bereiches vorgesehen ist, der durch den Abstand der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgegeben ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zur Kegeloberfläche innerhalb eines Bereiches von 50% bis 95% des Abstandes der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgesehen ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zur Kegeloberfläche innerhalb eines Bereiches von 80% bis 90% des Abstandes der Schnittkante der Wendeschneidplatte zur Kegeloberfläche vorgesehen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf aus Stahl hergestellt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wendeschneidplatte aus gesintertem Stahl oder Wolframkarbid hergestellt ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsleisten stiftförmig ausgebildet sind und jeweils in Aussparungen in dem Kopf gelagert sind.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsleisten aus einem harten, verschleißfesten Kunststoffmaterial, Keramik oder Stahl hergestellt sind.






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