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Dokumentenidentifikation DE69706152T2 18.04.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0889848
Titel WASSERSTOFFFLUORIDZUSAMMENSETZUNGEN
Anmelder Honeywell International Inc., Morristown, N.J., US
Erfinder SINGH, Ratna, Rajiv, Getzville, US;
KIETA, John, Harold, Buffalo, US;
LULY, Hermes, Matthew, Lancaster, US;
MCKOWN, Warren, Jeffery, East Aurora, US;
RYGAS, Piotr, Tadeusz, Ontario L2N 3N7, CA;
SHANKLAND, Robert, Ian, Williamsville, US
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69706152
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 26.02.1997
EP-Aktenzeichen 979078292
WO-Anmeldetag 26.02.1997
PCT-Aktenzeichen US9702897
WO-Veröffentlichungsnummer 9732810
WO-Veröffentlichungsdatum 12.09.1997
EP-Offenlegungsdatum 13.01.1999
EP date of grant 16.08.2001
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.04.2002
IPC-Hauptklasse C01B 7/19
IPC-Nebenklasse C08K 3/16   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft Fluorwasserstoffzusammensetzungen. Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung Zusammensetzungen aus Fluorwasserstoff und einem Polymer bereit, die im Vergleich zu reinem Fluorwasserstoff weniger gefährlich sind und sich daher leichter speichern, transportieren und handhaben lassen.

Hintergrund der Erfindung

Fluorwasserstoff ist eine gut bekannte Verbindung, die in der Technik bei verschiedenen Verfahren zur Anwendung kommt, u. a. bei Alkylierungsreaktionen als Katalysator, bei Fluorierungsreaktionen als Fluorierungsmittel, bei der Herstellung von Fluoriden, bei der Trennung von Uranisotopen und bei der Herstellung von fluorhaltigen Kunststoffen. Fluorwasserstoff stellt bekanntlich eine flüchtige, extrem gefährliche Substanz dar, die aufgrund ihres hohen Dampfdrucks leicht aerosolisiert werden kann.

Bei einem Versuch zur Verringerung der Gefahren von Fluorwasserstoff wurde dieser mit verschiedenen Substanzen kombiniert. In der US-PS 1,470,772 wird eine Glasätzpaste aus Schleim, Schwefelsäure und Ammoniumfluorid beschrieben, in der der Fluorwasserstoff in situ gebildet wird. In der US-PS 3,635,836 werden Dispersionen aus Fluorwasserstoff, teilchenförmigem proteinartigem Material und einer geringen Menge von carboxylsubstituierten Vinylpolymeren beschrieben, die zur Verwendung als Beizmittel, Rohrleitungsreiniger und Farbentferner geeignet sind. In der US-PS 4,383,868 wird ein Verfahren zur Behandlung von verschüttetem wasserfreiem Fluorwasserstoff beschrieben, bei dem man auf die Oberfläche des Verschütteten eine teilchenförmige Mischung aus Polyacrylamid und Polyalkyl(alk)acrylat aufbringt. Keine dieser Zusammensetzungen liefert eine innige Mischung aus Fluorwasserstoff und einer Substanz, die sowohl die Gefahren von Fluorwasserstoff verringert als auch gleichzeitig die einfache Rückgewinnung des Fluorwasserstoffs aus der Zusammensetzung gestattet.

In der WO 95/16740 wird eine Zusammensetzung beschrieben, die Fluorwasserstoff und ein viskoelastisches Polymer mit einem Molekulargewicht von mindestens etwa 100.000 enthält und zur Verwendung als Ersatzstoff für den in der Erdölindustrie üblicherweise als Katalysator verwendeten konzentrierten Fluorwasserstoff geeignet ist.

In der EP-A-0,679,607 wird ein Verfahren zum sicheren Transport von Fluorwasserstoff beschrieben, bei dem man den Dampfdruck der Säure durch Vermischen mit Sulfolan verringert. Nach dem Eintreffen der Mischung an ihrem Bestimmungsort wird das Sulfolan leicht von dem Fluorwasserstoff getrennt.

Beschreibung der Erfindung und der bevorzugten Ausführungsformen

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind flüssige und feste, wasserfreien Fluorwasserstoff enthaltende Zusammensetzungen, die sich als Mittel für den Gebrauch, Transport und die Speicherung von Fluorwasserstoff eignen und weniger gefährlich sind als reiner Fluorwasserstoff. Außerdem bleiben die chemischen Eigenschaften des Fluorwasserstoffs in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen gegenüber Fluorwasserstoff im Reinzustand weitgehend unverändert, und Fluorwasserstoff kann aus den Zusammensetzungen quantitativ zurückgewonnen werden.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bestehen im wesentlichen aus innigen Mischungen von wasserfreiem Fluorwasserstoff und einem wasserlöslichen Polymer gemäß Anspruch 1. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung schließt der Begriff "Polymer" Homopolymere, Copolymere und deren Gemische ein. Es wurde entdeckt, daß bestimmte Polymere in inniger Mischung mit wasserfreiem Fluorwasserstoff eine Zusammensetzung liefern, in der der Fluorwasserstoff eine verringerte Flüchtigkeit aufweist. Darüber hinaus weisen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eine höhere Viskosität und eine größere Oberflächenspannung als reiner Fluorwasserstoff auf, wodurch die Bildung einer Fluorwasserstoff-Aerosolwolke behindert wird.

Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendeten Polymere haben im allgemeinen Molekulargewichte von etwa 5000 bis etwa 10.000.000. Vorzugsweise verwendet man Polymere mit Molekulargewichten von etwa 5000 bis etwa 1.000.000. Die Polymere, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, sind wasserlöslich. Unter einem "wasserlöslichen Polymer" sind alle hochmolekularen Verbindungen zu verstehen, die bei Zugabe von Wasser bei Raumtemperatur auf etwa das Doppelte ihres Trockenvolumens anquellen oder gelöst werden.

"Wasserlösliches Polymer" soll hier halbsynthetische wasserlösliche Polymere, synthetische wasserlösliche Polymere und deren Gemische einschließen. Halbsynthetische wasserlösliche Polymere sind natürliche wasserlösliche Polymerderivate. Synthetische wasserlösliche Polymere sind nicht natürlich vorkommende wasserlösliche Polymerderivate, die nur durch chemische Umsetzungen gebildet werden.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, seien als Beispiele für halbsynthetische wasserlösliche Polymere Celluloseether, modifizierte Stärken, Stärkederivate, Naturgummiderivate und deren Gemische und als Beispiele für synthetische wasserlösliche Polymere Polymere, verwandte Polymere und Polymersalze von Acrylamid, Acrylsäure, Ethylenoxid, Methacrylsäure, Polyethylenimin, Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon und deren Gemischen genannt. Unter "verwandtem Polymer" ist zu verstehen, daß die Polymer-Wiederholungseinheit oder ein Zweig davon durch Kohlenstoffatome, vorzugsweise ein bis vier Kohlenstoffatome, verlängert ist. Ein verwandtes Polymer von Acrylsäure ist beispielsweise eines, bei dem die Vinylgruppe um ein Kohlenstoffatom verlängert ist, was eine Allylgruppe ergibt.

Vorzugsweise verwendet man ein synthetisches wasserlösliches Polymer, besonders bevorzugt Polyacrylsäure oder eines ihrer Salze. Ganz besonders bevorzugt verwendet man als wasserlösliches Polymer Natriumpolyacrylat.

Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen vermischt man in einem beliebigen geeigneten korrosionsbeständigen Behälter ein wasserlösliches Polymer mit Fluorwasserstoff zu einer innigen Mischung. Die Zugabe des Polymers und des Fluorwasserstoffs kann in beliebiger Reihenfolge erfolgen. Das Vermischen kann mit beliebigen zweckmäßigen Mitteln erfolgen, u. a. beispielsweise durch Rühren oder Dispergieren des Polymers in flüssigem Fluorwasserstoff oder Überleiten von. Fluorwasserstoff über das Polymer. Bei dem wasserfreien Fluorwasserstoff kann es sich um handelsüblichen Fluorwasserstoff mit einem Wassergehalt von 0,1% oder weniger handeln. Das Polymer kann in einer beliebigen, für das Vermischen mit dem Fluorwasserstoff geeigneten Form vorliegen, u. a. beispielsweise als Granulat, Perlen, Pellets, Fasern oder Matten. Das Vermischen verläuft bei kleineren Polymerteilchengrößen schneller und bei größeren Polymerteilchengrößen langsamer. Das Vermischen erfolgt in der Regel bei Temperaturen von etwa 0 bis etwa 100ºC, vorzugsweise bei etwa 10 bis etwa 40ºC. Der Druck ist nicht kritisch.

Die Einsatzmenge an Fluorwasserstoff und Polymer hängt zum Teil von dem gewählten Polymer und dem gewünschten Endanwendungszweck der Zusammensetzung ab. Wenn das Polymer ein verhältnismäßig geringes Molekulargewicht aufweist, so wird die resultierende HF/Polymer-Zusammensetzung eine viskose Flüssigkeit sein. Wenn das Polymer ein verhältnismäßig hohes Molekulargewicht aufweist, so wird die resultierende Zusammensetzung ein Feststoff oder gelartiger Feststoff sein. Darüber hinaus bestimmt die Polymereinsatzmenge, ob die resultierende Zusammensetzung ein Feststoff oder eine Flüssigkeit ist oder nicht. Im allgemeinen handelt es sich bei der Zusammensetzung um eine viskose Flüssigkeit, wenn man bis zu 20 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, an Polymer verwendet. Zusammensetzungen, bei denen die Polymermenge mindestens 25 Gewichtsprozent beträgt, nehmen im allgemeinen eine gelartige feste Form an.

Es sei darauf hingewiesen, daß die Verringerung der Fluorwasserstoff-Aerosolisierung um so größer ist, je höher der eingesetzte prozentuale Gewichtsanteil an Polymer ist. Mit steigendem prozentualem Gewichtsanteil an Polymer nimmt jedoch der prozentuale Gewichtsanteil an wasserfreiem Fluorwasserstoff in der Zusammensetzung ab, was die Eignung der Zusammensetzung für einen gewünschten Endanwendungszweck beeinträchtigen kann. Daher hängt die effektive Einsatzmenge an Fluorwasserstoff und Polymer von einer Beachtung einer Reihe von Faktoren ab. Man verwendet etwa 2 bis etwa 99,9 Gewichtsprozent Polymer und etwa 98 bis etwa 0,1 Gewichtsprozent Fluorwasserstoff. Vorzugsweise verwendet man etwa 2 bis etwa 50 Gewichtsprozent Polymer und etwa 98 bis etwa 50 Gewichtsprozent Fluorwasserstoff, besonders bevorzugt etwa 5 bis etwa 25 Gewichtsprozent Polymer und etwa 95 bis etwa 75 Gewichtsprozent Fluorwasserstoff.

Es versteht sich, daß in die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen auch noch andere Komponenten eingearbeitet werden können, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen. Die spezielle Beschaffenheit dieser Komponenten hängt von dem gewünschten Endanwendungszweck der Zusammensetzungen ab. Im allgemeinen kommen alle Komponenten in Betracht, die die Oberflächenspannung der Zusammensetzung nicht verschlechtern oder die Flüchtigkeit der Fluorwasserstoffkomponente unerwünschterweise erhöhen.

Der Fluorwasserstoff kann leicht aus der erfindungsgemäßen Zusammensetzung zurückgewonnen werden, indem man die Zusammensetzung so behandelt, daß Fluorwasserstoffdämpfe freigesetzt werden. Eine Möglichkeit zur Behandlung der Zusammensetzungen zwecks Freisetzung von Fluorwasserstoff besteht darin, die Zusammensetzung bei erhöhten Temperaturen, im allgemeinen von etwa 0 bis etwa 200ºC, vorzugsweise von etwa 80 bis etwa 150ºC, zu erhitzen, was zur Freisetzung von Fluorwasserstoffdampf führt. Der Dampf kann dann mit beliebigen Mitteln kondensiert werden. Alternativ dazu kann man den Fluorwasserstoff freisetzen, indem man den Druck über der Zusammensetzung verringert oder sowohl den Druck als auch die Temperatur erhöht und dann die Dämpfe kondensiert. Hierbei kann man bei Drücken von etwa 414 kPa (60 psi absolut) bis etwa 7 kPa (1 psi absolut) und Temperaturen von etwa 20 bis etwa 50ºC arbeiten. Eine weitere Alternative besteht darin, Fluorwasserstoff-Wertstoff aus den Zusammensetzungen zurückzugewinnen, indem man die Zusammensetzungen bei einem der zahlreichen Verfahren, bei denen Fluorwasserstoff eingesetzt wird, verwendet.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen liefern ein zweckmäßiges und sicheres Verfahren zur Speicherung von Fluorwasserstoff. Da der Fluorwasserstoff in den Zusammensetzungen wenig oder gar nicht flüchtig ist, werden die Gefahren der Fluorwasserstoffspeicherung beträchtlich verringert. Außerdem kann man den Fluorwasserstoff mit den hier beschriebenen Mitteln aus der gespeicherten Zusammensetzung zurückgewinnen.

Darüber hinaus kann man das gespeicherte Material sicher transportieren.

Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können hergestellt und dann mit einem geeigneten Mittel in einen Speicherbehälter eingebracht werden. Alternativ dazu kann man die Zusammensetzungen in dem Speicherbehälter herstellen. Als Speicherbehälter eignen sich Behälter, die aus einem gegenüber Fluorwasserstoff beständigen Werkstoff, wie unlegiertem Stahl, Polymeren, MONELTM und dergleichen, bestehen oder damit ausgekleidet sind. Die Zusammensetzungen können beliebig lange gespeichert werden, vorausgesetzt, daß die Zusammensetzungen nicht der Luft oder anderen Chemikalien ausgesetzt sind. Die Speicherung erfolgt vorzugsweise unter Umgebungsbedingungen.

Die gespeicherte Zusammensetzung läßt sich sicher und effizient an einen Bestimmungsort transportieren. Der Transport der Zusammensetzung kann mit einem herkömmlichen Mittel erfolgen, beispielsweise per Eisenbahnwaggon oder Lastwagen. Nach Anlieferung am Bestimmungsort kann man die gespeicherte Zusammensetzung zur Rückgewinnung des Fluorwasserstoffs aus der Zusammensetzung für die Verwendung behandeln.

Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens und sind in keiner Weise als Einschränkung zu betrachten.

Beispiele Beispiel 1

In einen Zylinder aus PFA (Perfluoralkoxy) wurden 7 g Natriumpolyacrylat mit einem MG von 1.000.000 eingewogen und 28 g wasserfreier Fluorwasserstoff gegeben. Bei Umgebungstemperatur entstand aus der Mischung ein viskoser Feststoff mit gelartiger Konsistenz. Der die Mischung enthaltende PFA-Zylinder wurde auf 90ºC erhitzt, wobei HF-Dämpfe freigesetzt wurden, und das HF wurde in einem anderen gekühlten Zylinder aufgefangen. Das HF würde im wesentlichen vollständig zurückgewonnen.

Beispiel 2

Unter Verwendung derselben Probe von Natriumpolyacrylat wurde die Verfahrensweise gemäß Beispiel 1 15mal wiederholt. Jedesmal wurde das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen.

Beispiel 3

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 7 g Polyacrylamid mit einem MG von 100.000 verwendet wurden. Aus dem gelartigen viskosen Feststoff wurden 70% HF zurückgewonnen.

Beispiel 4

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 7 g Polyacrylsäure mit einem MG von 1.250.000 verwendet wurden. Aus dem gelartigen viskosen Feststoff wurde das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen.

Beispiel 5

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 5 g Polyacrylsäure mit einem MG von 250.000 verwendet wurden. Dabei wurde eine viskose Flüssigkeit erhalten, aus der das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen wurde.

Beispiel 6

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 7 g Natriumsalz von mit 50 Gew.-% Maleinsäure copolymerisierter Polyacrylsäure mit einem MG von 50.000 von Aldrich Chemical Co. verwendet wurden. Dabei wurde eine viskose Flüssigkeit erhalten, aus der das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen wurde.

Beispiel 7

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 2 g mit 20 Gew.-% Acrylamid mit einem MG von 50.000 copolymerisiertes Natriumpolyacrylat von Aldrich Chemical Co. verwendet wurden. Dabei wurde eine viskose Flüssigkeit erhalten, aus der das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen wurde.

Beispiel 8

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 7 g mit 10 Gew.-% Acrylamid mit einem MG von 200.000 copolymerisierte Acrylsäure von Aldrich Chemical Co. verwendet wurden. Dabei wurde eine viskose Flüssigkeit erhalten, aus der das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen wurde.

Beispiel 9

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 Natriumpolyacrylat mit einem MG von 2100 verwendet wurde. Dabei wurde eine viskose Flüssigkeit erhalten, aus der das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen wurde.

Beispiel 10

Es wurde analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats gemäß Beispiel 1 mit 10 Gew.-% Methylmethacrylat mit einem MG von 15.000 copolymerisiertes Natriumacrylat von Aldrich Chemical Co. verwendet wurde. Dabei wurde eine viskose Flüssigkeit erhalten, aus der das HF im wesentlichen vollständig zurückgewonnen wurde.

Beispiel 11 (Zum Vergleich)

In einen PFA-Zylinder wurden 7 g Natriumpolyacrylat mit einem MG von 1.000.000 eingewogen und 30 g einer Mischung aus HF und Wasser in einem Gewichtsverhältnis von 40 : 60 gegeben. Aus der Mischung entstand ein gelartiger viskoser Feststoff. Der die Mischung enthaltende PFA-Zylinder wurde auf 120ºC erhitzt, wobei HF- und Wasserdämpfe freigesetzt wurden, und das wäßrige HF wurde in einem anderen gekühlten Zylinder aufgefangen. Das HF und das Wasser wurden im wesentlichen vollständig zurückgewonnen.

Beispiel 12

Es wurde der Dampfdruck einer Reihe von HF/Natriumpolyacrylat-Mischungen bestimmt. So wurden beispielsweise abgewogene Mengen des Polymers und des HF in einem MONELTM-Zylinder miteinander vermischt, und der Zylinder wurde mittels ungefähr 4 Gefrier-Auftau- Zyklen mehrmals entgast. Dann wurde der Zylinder in ein temperiertes Bad eingebracht und mit einem Manometer mit einem Meßbereich von 0 bis 1000 mm Hg verbunden. Die Dampfdrücke wurden bei verschiedenen Badtemperaturen vom Manometer abgelesen; die Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt. Die Dampfdrücke der Mischungen waren niedriger als die von reinem HF.

Tabelle 1

* Literaturwert.

Beispiel 13

Die Oberflächenspannung einiger HF/Polymer- Mischungen wurde auf einem DuNouy-Interfacial- Tensiometer gemessen. Hierbei wurde ein Platinring durch die Mischung nach oben gezogen. Die zum Abheben des Rings von der Flüssigkeitsoberfläche benötigte Kraft wurde mit dem Tensiometer gemessen und ist zur Oberflächenspannung der Flüssigkeit proportional. Die bei 15ºC erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 2 aufgeführt. Es stellte sich heraus, daß die Oberflächenspannungen der HF/Polymer-Mischungen höher waren als die Oberflächenspannung von reinem HF, die 8,6 dyn/cm beträgt.

Tabelle 2

Beispiel 14

Eine Mischung aus 30 Gewichtsprozent Natriumpolyacrylat und 70 Gewichtsprozent HF wird analog Beispiel 1 hergestellt und in einem mit einem Ventil ausgestatteten Behälter gespeichert. Die gebildete Mischung ist wie in Beispiel 1 fest. Die Mischung wird eine Woche bei Raumtemperatur gespeichert, wobei keine visuellen Änderungen beobachtet wurden. Danach wird das Ventil zur Entspannung bei Umgebungstemperatur und -druck 1 Minute geöffnet. Die in die Atmosphäre abgelassene HF-Menge wird anhand des Unterschieds des Gewichts vor und nach dem Entspannen bestimmt. Dabei ergibt sich, daß der abgelassene Anteil an HF beträchtlich kleiner ist als der Anteil, der aus einem Behälter mit 100% HF unter den gleichen Bedingungen abgelassen werden würde.

Beispiel 15

Eine Mischung aus 30 Gewichtsprozent Natriumpolyacrylat und 70 Gewichtsprozent HF wird analog Beispiel 1 hergestellt und in einem mit einem Ventil ausgestatteten Behälter gerührt. Die gebildete Mischung ist wie in Beispiel 1 fest. Der die Mischung enthaltende Behälter wird in einem geeigneten Behälter verpackt und über eine Strecke transportiert. Der die HF/Polymer-Mischung enthaltende Behälter wird ausgepackt und erhitzt, und das HF wird wie in Beispiel 1 aufgefangen.

Beispiel 16

Es wird analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats und des HF aus Beispiel 1 1 g Polyethylenoxid mit einem MG von 10.000.000 und 19 g HF verwendet werden.

Beispiel 17

Es wird analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats und des HF aus Beispiel 1 7 g Poly(methacrylsäure) mit einem MG von 2.500.000 und 13 g HF verwendet werden.

Beispiel 18

Es wird analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats und des HF aus Beispiel 1 17 g Polymethacrylamid mit einem MG von 250.000 und 3 g HF verwendet werden.

Beispiel 19

Es wird analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats und des HF aus Beispiel 1 50 g Polyvinylalkohol mit einem MG von 500.000 und 1 g HF verwendet werden.

Beispiel 20

Es wird analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats und des HF aus Beispiel 1 5 g Polyvinylpyrrolidon mit einem MG von 50.000 und 15 g HF verwendet werden.

Beispiel 21

Es wird analog Beispiel 1 verfahren, jedoch mit der Abwandlung, daß anstelle des Natriumpolyacrylats und des HF aus Beispiel 1 5 g Polyethylenimin mit einem MG von 750.000 und 15 g HF verwendet werden.


Anspruch[de]

1. Zusammensetzung, im wesentlichen bestehend aus einer innigen Mischung von wasserfreiem Fluorwasserstoff und einem wasserlöslichen Polymer, wobei der wasserfreie Fluorwasserstoff in einer Menge von 0,1 bis 98 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, und das wasserlösliche Polymer in einer Menge von 99, 9 bis 2 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung, vorhanden ist.

2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, bei der es sich bei dem wasserlöslichen Polymer um ein halbsynthetisches wasserlösliches Polymer handelt.

3. Zusammensetzung nach Anspruch 2, bei der es sich bei dem wasserlöslichen Polymer um ein synthetisches wasserlösliches Polymer handelt.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 3, bei der es sich bei dem synthetischen wasserlöslichen Polymer um Acrylamid, Acrylsäure-Polymer, Ethylenoxid-Polymer, Methacrylsäure-Polymer, Polyethylenimin-Polymer, Polyvinylalkohol-Polymer, Polyvinylpyrrolidon-Polymer oder Gemische davon handelt.

5. Zusammensetzung nach Anspruch 4, bei der es sich bei dem synthetischen wasserlöslichen Polymer um Natriumpolyacrylat handelt.

6. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der sich die Menge an wasserlöslichem Polymer auf etwa 2 bis etwa 50 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, beläuft.

7. Zusammensetzung nach Anspruch 6, bei der sich die Menge an wasserlöslichem Polymer auf etwa 5 bis etwa 25 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, beläuft.

8. Zusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der es sich um eine feste oder gelartige feste Zusammensetzung handelt.

9. Verfahren zur Speicherung von wasserfreiem Fluorwasserstoff, bei dem man:

(A) eine Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche herstellt und

(B) die Zusammensetzung in einem Speicherbehälter speichert.

10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem man ferner (C) den Fluorwasserstoff aus der Zusammensetzung freisetzt, indem man (i) die Zusammensetzung so behandelt, daß ein Fluorwasserstoffdampf freigesetzt wird, und (ii) den freigesetzten Fluorwasserstoffdampf kondensiert.

11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem man die Zusammensetzung dadurch behandelt, daß man gleichzeitig die Zusammensetzung erhitzt und den Druck über der Zusammensetzung erhöht.

12. Verfahren zum Transportieren von wasserfreiem Fluorwasserstoff, bei dem man:

(A) eine Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1-8 herstellt,

(B) die Zusammensetzung in einem Speicherbehälter speichert und

(C) den Speicherbehälter zu einem Bestimmungsort transportiert.







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