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Dokumentenidentifikation DE10046714A1 25.04.2002
Titel Flüssigkeitsdurchströmte Siebrechentrommel
Anmelder Muhr, Roland, 83098 Brannenburg, DE
Erfinder Muhr, Roland, 83098 Brannenburg, DE
DE-Anmeldedatum 21.09.2000
DE-Aktenzeichen 10046714
Offenlegungstag 25.04.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.04.2002
IPC-Hauptklasse E02B 5/08
IPC-Nebenklasse E03F 5/14   
Zusammenfassung Bei der Erfindung handelt es sich um eine Siebrechentrommel (1), die in Wasser- und Abwasseranlagen, insbesondere Regenüberlaufbecken, zur Zurückhaltung von Schemmgut, das vom Abwasser aus dem Zulaufbecken (2) mitgeführt wird, eingesetzt wird.
Der Siebrechen befindet sich vor, auf oder hinter der Zwischenwand (11), die das Zulaufbecken (2) oder den Zulaufkanal (2) vom Entlastungskanal (3) oder Ablaufbecken (3) abtrennt.
Dabei wird die vorzugsweise mit konzentrisch und spiralförmig um die Längsachse (6) der Siebrechentrommel (1) windenden Rechenstäben ausgerüstete Siebrechentrommel (1) über eine geeignete Vorrichtung in Drehung versetzt, und zwar so, daß das Rechengut vertikal und horizontal in Richtung Ablaufkanal (4) gefördert wird.

Beschreibung[de]

Bei der Erfindung handelt es sich um eine Siebrechentrommel (1) die in Wasser- und Abwasseranlagen, insbesondere Regenüberlaufbecken, zur Zurückhaltung von Schemmgut, wie zum Beispiel Holz, Plastik, Papier sowie sonstiger Wohlstandsmüll etc., das vom Abwasser aus dem Zulaufbecken (2) mitgeführt wird, eingesetzt wird.

Der Siebrechen befindet vor, auf oder hinter der Zwischenwand (11), die das Zulaufbecken (2) oder den Zulaufkanal (2) vom Entlastungskanal oder Ablaufbecken (3) abtrennt, angeordnet ist.

Das Zulaufbecken hat einen Ablaufkanal (4), der zur Kläranlage führt. Das ganze Schwemmgut soll idealerweise der Kläranlage zugeführt werden.

Die bekannten Siebrechen bestehen aus parallel zueinander angeordneten, geraden Rechenstäben.

Die Rechenstäbe werden dabei von mechanischen Rechenreinigungsvorrichtungen gereinigt. Diese streifen das Schwemmgut entweder mitstromartig von der Zulaufseite, oder gegenstromartig, mit durch dis Rechenstäbe greifenden Rechenkämmen, von der Ablaufseite her, ab, wobei die Abstreifrichtung immer parallel zu den Rechenstäben ist. Das Rechengut sammelt sich dann am Ende des Siebrechens an. Hier sollte es durch die Wasserströmung in Richtung Ablaufkanal mitgerissen werden.

Da sich der Ablaufkanal (4), meist ein Rohr, aber unterhalb des Siebrechens (oft 1 m und mehr) befindet, zeigt die Stromüngsrichtung am Ende des Rechens eher zum Rechen zurück sodaß das Rechengut wieder zurück zum Rechen wandert. Da die bekannten Siebrechen keine Fördermechanik besitzen, die das Rechengut nach unten in Richtung Ablaufrohr (4) schiebt, sammelt sich am Rechen immer mehr Schwemmgut an. Dies kann zum Ausfall der Siebrechenreinigungsanlage führen.

Bei der neuen Erfindung handelt es sich um eine Siebrechentrommel (1), wobei die Rechenstäbe (5) sich vorzugsweise konzentrisch und spiralförmig um die Längsachse (6) der Siebrechentrommel (1) winden. Ebenfalls ist aber auch eine Siebrechentrommel (1) aus parallel zueinander angeordneten Rechenstabringen (10) denkbar. Die Längsachse (6) der Siebrechentrommel (1) liegt dabei parallel zum Wasserspiegel. Die Siebrechentrommel (1) ist stirnseitig gelagert und über eine geeignete Vorrichtung in Drehung versetzt und zwar so, daß das Rechengut nach unten in Richtung Ablaufkanal (4) gefordert wird. Durch spiralförmige Anordnung der Rechenstäbe (5), zusätzlich bei Bedarf unterstützt durch eine, auf dem Siebrechentrommelmantel aufgezogene, über die Rechenstäbe (5) ragende Förderspirale (7), wird durch die Drehung das Rechengut wie bei einer Förderschnecke zur Längesachse (6) der Siebrechentrommel (1) gefördert. Die Förderrichtung wurde durch Anordnung der Rechenstäbe (5) bzw. Förderspirale (7) so bestimmt, daß diese in Richtung Ablaufkanal (4) zeigt.

Das Rechengut wird durch eine Abstreifleiste (8), beispielsweise einer Bürstenleiste, vom Siebrechentrommelmantel abgestriffen. Die beiden Stirnseiten der Siebrechentrommel erhalten eine teilweise Abdeckung (9) und zwar derart, daß das Wasser in der Siebrechentrommel in Richtung Entlastungsbecken (3) ablaufen kann.

Um die Förderung in Richtung Ablaufkanal (4) noch zu intensivieren, können mehrere Rechenstäbe zu einer mehrgängigen Spindel spiralförmig konzentrisch zur Rechentrommellängsachse (6) angeordnet werden. Dadurch vervielfacht sich die Steigung der Rechenstabspirale (5).

Der Vorteil der Siebrechentrommel (1) ist, daß mit einer einfachen Drehbewegung der Siebrechentrommel (1) das Rechengut sowohl horizontal als auch vertikal in Richtung des Ablaufkanals (4) gefördert wird. Dadurch verbessert sich die Mitnahme des Rechengutes in Richtung Ablaufkanal (4).

Außerdem ist die Siebfläche im Vergleich zu planen Siebrechen mit paralell zueinander angeordneten, geradlinigen Rechenstäben bei gleicher Höhe und Länge um knapp 60% größer.

Die Reinigung der Rechenstäbe (5) erfolgt zum einen von außen über die Abstreifleiste, zum anderen von innen her, indem das in die Rechentrommel eintretende Wasser, die Rechenspalte beim Austritt auf Entlastungsbeckenseite gegenspült. Feines Schwemmgut kann außerdem stirnseitig aus der Siebrechentrommel (1) austreten, so daß verhindert wird, daß sich langsam die Siebrechentrommel (1) von innen her zusetzt. Außerdem ist dadurch gewährleistet, daß der entlastungsseitige Ablauf größer ist als der zulaufseitige, was den Rechenwiderstand verringert.

Der Siebrechen kann aus mehreren Siebrechentrommeleinheiten bestehen, die vorzugsweise mit einem Antrieb angetrieben werden, aber auch einzeln angetrieben werden können.

Sollte die Funktion der Siebrechentrommel (1) nicht mehr gegeben sein, so kann die Siebrechentrommel (1) auch noch mit einer geeigneten Vorrichtung weg geschwenkt oder verschoben werden, so daß die, durch die Siebrechentrommel (1) abgedeckte Flächen teilweise oder komplett frei wird. Dadurch kann das Wasser Abströmen, ohne daß es zu einem Überstau kommt.

Fig. 1 Siebrechentrommel mit konzentrisch, spiralförmig um die Längsachse der Siebrechentrommel angeordneten Rechenstäben

Fig. 2 Siebrechentrommel mit konzentrisch zur Längsachse der Siebrechentrommel angeordneten parallelen Rechenstäben

Fig. 3 Siebrechentrommel schwenkbar


Anspruch[de]
  1. 1. Flüssigkeitsdurchströmte Siebrechentrommel (1) zur Zurückhaltung von Schwemmgut, wobei die Siebrechentrommel (1) von außen nach innen durchströmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebrechentrommel (1) aus ein oder mehreren konzentrisch mit gleichbleibendem Durchmesser, spiralförmig zur Längsachse (3) der Siebrechentrommel (1) aufgezogenen Rechenstäben (5), und/oder aus konzentrisch mit gleichbleibenden Durchmesser paralell zueinander angeordneten Rechenstabringen (10) besteht, mit oder ohne konzentrisch, spiralförmig zur Rechenachse aufgezogener, über die Rechenstäbe (5) hinausragender Förderspirale (7), mit ein oder mehreren Abstreifleisten (8), wobei die Siebrechentrommel (1) derart drehbar gelagert und angetrieben ist, daß durch Drehen Schwemmgut in Längsachsenrichtung(6) der Siebrechentrommel (1) zu einer Abschwemm- oder Abwurfstelle gefördert wird
  2. 2. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachse (6) der Siebrechentrommel (1) parallel zum Wasserspiegel verläuft
  3. 3. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebrechentrommel (1) vor auf oder nach einer Trennwand (11) zwischen Zulaufbecken (2) und Entlastungsbecken (3) eines Regenüberlaufbeckens angeordnet ist
  4. 4. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehrichtung der Siebrechentrommel (1) und die Steigung der spiralförmig um die Längsachse (6) der Siebrechentrommel (1) angeordneten Rechenstäbe (5), und/oder der spiralförmig um die (6) Siebrechentrommel angeordneten Förderspirale (7) in einer Weise ausgeführt ist, daß das Rechengut vertikal, und/oder horziontal in Richtung eines Ablaufkanals (4) auf der Zulaufseite eines Regenüberlaufbeckens gefördert wird
  5. 5. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehrichtung der Siebrechentrommel (1) und die Steigung der sprialförmig um die Längsachse (6) der Siebrechentrommel (1) angeordneten Rechenstäbe (5) und/oder der spiralförmig um die Längachse (6) der Siebrechentrommel (1) angeordneten Förderspirale (7) in einer Weise ausgeführt ist, daß das Rechengut vertikal in Richtung einer Abschwemmöffnung (11), die mit oder ohne Abschwemmschieber oder Abschwemmklappe ausgerüstet ist, gefördert wird
  6. 6. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Stirnseite oder beide Stirnseiten der Siebrechentrommel (1) derart abgedeckt werden, daß das Wasser in der Siebrechentrommel (1) in Richtung Entlastungsbecken (3) oder Ablaufseite (3) abfließen kann.
  7. 7. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebrechentrommel (1) manuell, hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch angetrieben wird
  8. 8. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rechen aus ein oder mehreren Siebrechentrommeln besteht, die einen gemeinsamen Antrieb besitzen, oder je Siebrechentrommel einen eigenen Antrieb besitzen
  9. 9. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß hinter der Siebrechentrommel (1) ein Staublech angeordnet ist
  10. 10. Siebrechentrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebrechentrommel (1) aus mehreren, konzentrisch mit gleichbleibendem Durchmesser, spiralförmig zur Längsachse (7) der Siebrechentrommel (1) aufgezogenen Rechenstäben (5) besteht, so daß, wie bei einer mehrgängigen Spindel, eine größere Gewindesteigung in Richtung der Längsachse der Siebrechentrommel (1) entsteht
  11. 11. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebrechentrommel (1) selbsttragend ausgeführt ist, und/ oder die Siebrechentrommel (1) mit einer zentrisch angeordneten Welle, und/oder Rohr zur Abtragung der Kräfte auf die Lagerungen ausgerüstet ist
  12. 12. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifleiste (8) aus Gummi, Kunststoff, Metall oder Holz besteht und glatt und/oder gezackt und/oder wellenförmig und/oder bürstenartig ausgeführt ist
  13. 13. Siebrechentrommel (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebrechentrommel (1) komplett oder teilweise schwenkbar und/oder verschiebbar ist, derart, daß die von der Siebrechentrommel (1) abgedeckte Fläche teilweise oder komplett für den Flüssigkeitsdurchstrom freigegeben wird






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