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Dokumentenidentifikation DE10050816A1 02.05.2002
Titel Rechenreiniger mit Abschwemmrinne
Anmelder Roland Muhr, 83098 Brannenburg, DE
Erfinder Roland Muhr, 83098 Brannenburg, DE
DE-Anmeldedatum 13.10.2000
DE-Aktenzeichen 10050816
Offenlegungstag 02.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.05.2002
IPC-Hauptklasse E02B 5/08
IPC-Nebenklasse E03F 5/14   
Zusammenfassung Bei der Erfindung handelt es sich um einen Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne für die Reinigung von Rechen (4) an Wasserkraft-, Wasser- und Abwasseranlagen mit anschließender Schwemmgutabfuhr.
Dabei wird die Rinne durch die Rechenreinigerharke (2) und dem Rechen (4) bzw. deren Verlängerung, der Rechenschürze (5) gebildet. Eine andere Möglichkeit ist, daß die Rechenreinigerharke (2) als Rinne ausgebildet ist. Die so ausgebildete Rinne kann dann als Abschwemmrinne oder Überflutabschwemmrinne arbeiten. Zusätzlich kann die Rechenreinigerharke (2) mit einer Gegenharke (7) zum Aufnehmen von Schwemmgut ausgerüstet werden.

Beschreibung[de]

Bei der Erfindung handelt es sich um einen Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne für die Reinigung von Rechen (4) an Wasserkraft-, Wasser- und Abwasseranlagen mit anschließender Schwemmgutabfuhr. Am wasserdurchströmten Rechen (4) sammelt sich Rechengut wie Laub, Gras, Holz, und Wohlstandsmüll an.

Dieser wird vom Rechenreiniger (1) abgereinigt, so daß verhindert wird, daß der Rechen (4) zusetzt und kein Wasser mehr durchläßt. Dies führt zum Beispiel an einem Wasserkraftwerk zum Ausfall der Turbine, so daß kein Strom mehr produziert werden kann.

Der Rechenreiniger (1) verhindert dies, indem er das Schwemmgut vom Rechen abstreift. Dies erfolgt bei Rechen (4) mit vertikalen Rechenstäben von unten nach oben.

Nachdem die Rechenreinigerharke (2) des Rechenreinigers (1) das Schwemmgut nach oben transportiert hat wird es häufig mit einem Rechengutransportsystem zur einer Abwurfstelle wie zum Beispiel einem Container befördert. Das Rechenguttransportsystem ist dabei hinter dem Rechen (4) oder der Verlängerung des Rechens (4), der sogenannten Rechenschürze (5) angeordnet. Der Rechenreinger (1) zieht das Schwemmgut am Rechen (4) entlang hinauf bis zum Rechenende. Hinter dem Rechen (4) fällt das Rechengut auf das Transportsystem und wird dann meist seitlich abgefördert.

Rechenreiniger (1) und Rechenguttransportsystem sind dabei immer eine eigene Vorrichtung.

Die bekannten Transportsysteme sind Förderbänder, Kettenförderer, Schrapper oder Abschwemmrinnne bzw. Überflutabschwemmrinnen.

Bei der Abschwemmrinne wird das Rechengut mit Hilfe des Wassers in der Rinne abtransportiert.

Abschwemmrinnen werden aus Beton oder Stahl hergestellt. Das Aufstellen der Rinnen ist aufwendig, erfordert Platz und bei Nachrüstung häufig umfangreiche, teure Bau- und Anpassungsarbeiten.

Bei der neuen Erfindung wird die Rinne durch die Rechenreinigerharke (2) und dem Rechen (4) bzw. deren Verlängerung, der Rechenschürze (5) gebildet. Eine andere Möglichkeit ist, daß die Rechenreinigerharke (2) als Rinne ausgebildet ist.

Wird diese Einrichtung als Abschwemmrinne ausgeführt, so streift die, als Teil- oder Komplettrinne ausgeführte Rechenreinigerharke (2) den Rechen (4) ab, wobei sich das Schwemmgut in der Rechenreinigerharke (2) ansammelt. Die Rechenreinigerharke (2) wird über den Wasserspiegel (6) hinausgezogen bis zu einer bestimmten Stelle, normalerweise durch den Arbeitsweg des Rechenreinigers (1) begrenzt.

Nun wird das Rechengut durch eine Spülvorrichtung oder ein Spülrohr (10), das sich am Rinnenanfang befindet, in der Rinne zur Seite mit Wasser abgeschwemmt. Dabei kann die Abschwemmpumpe der Spülvorrichtung (10) an der Rechenreinigerharke (2) installiert sein. Vorzugsweise ist die Pumpe (10) aber fest stationär am Bauwerk installiert. Für den seitlichen Weitertransport über die Breite der Rechenharke hinaus wird auf selber Höhe, fluchtend mit der Rinne aus Rechenreinigerharke (2) und Rechen (4) bzw. Rechenschürze (5) oder der Rechenrinnenharke (2), eine weiterführende, stationär am Bauwerk befestigte Rinne (8) eingesetzt. Dadurch wird das Rechengut bis zum Abwurfpunkt weitergeschwemmt.

Bei der Ausführung als Überflutschwemmrinne wird die Rechenreinigerharke (2) am Rechen (4) nur soweit hochgezogen, daß die in Fließrichtung gesehene Rinnenvorderkante (12), oder ein Teil der Rinnenvorderkante (12) unter dem Wasserspiegel (6) bleibt. Auf dieser Höhe befindet sich am Ende der Rinne, in der Seitenwand des Kanals, eine Öffnung (8). Um zu vermeiden, daß hier Wasser ständig abläuft, ist die Öffnung (8) in der Regel durch eine Absperrklappe (9) oder einen Absperrschieber (9) abgesperrt.

Befindet sich nun die Rechenreinigerharke (2) des Rechenreinigers (1) auf der Höhe der Öffnung wird die Absperrklappe (9) oder der Absperrschieber (9) geöffnet.

Das Wasser strömt nun über die Öffnung (8) ab und erzeugt einen Abschwemmsog in der Rinne. Über der, unter dem Wasserspiegel liegenden Rinnenvorderkante (12) kann weiteres Wasser zum Abschwemmen nachlaufen. Außerdem kann der Rinnenboden, vorzugsweise am Anfang der Rinne perforiert sein, so daß Wasser von unten her nachströmen kann.

Das Absperrorgan (9) bleibt solange geöffnet bis das Schwemmgut abtransportiert ist.

Ebenso wie bei der Abschwemrinne kann sich am Ende der Rechenreinigerharke eine weiterführende, fest am Bauwerk installierte Rinne befinden.

Das Absperrorgan kann dabei sowohl an der Rechenreinigerharke oder am Anfang oder Ende der weiterführenden Rinne bzw. dazwischen angeordnet sein.

Vorteil des Überflutsystems ist, daß in der Regel keine Abschwemmpumpe (10) benötigt wird.

Wird die hintere Rinnenwange durch einen Rechen (2) gebildet, ist es vorteilhaft, auf den Rechenstäben ein Abdeckblech (3) anzubringen, die die hintere Rinnenwange darstellt.

Bei breiteren Recheneinläufen können auch mehrere nebeneinander angeordnete Rechenreiniger (1) mit integrierter Abschwemmrinne aufgestellt werden. Die gesamte Rinne wird dann durch mehrere Rechenreinigerharken (1), sowie bei Bedarf, der weiterführenden Rinne gebildet.

Bei mehreren parallel zueinander liegenden, durch Trennwände getrennten Einlaufe, wird die Rinne durch die einzelnen Rechenreinigerharken (1), sowie den jeweiligen Trennwanddurchbrüchen, oder fest am Bauwerk installierten Rinnenzwischenstücken, sowie bei Bedarf, der weiterführenden Rinne (8) gebildet.

Vorteil der neuen Erfindung ist, daß die Rinne durch die Rechenreinigerharke (2) und dem Rechen (4) oder Rechenschürze (5) bzw. durch Rechenreinigerharke (2) alleine gebildet wird. Dadurch ist die Fertigung einer eigenen Schwemmrinne nicht mehr erforderlich. Umfangreiche Montagearbeiten, Anpassungsarbeiten und Bauarbeiten entfallen.

Eine Nachrüstung an vorhandenen Rechen (4) ist sehr einfach möglich. Bei beengten Platzverhältnissen hinter dem Rechen (4) ist kein zusätzlicher Platzbedarf für eine Abschwemmrinne notwendig.

Die Vorteile ermöglichen eine kostengünstige Ausrüstung der Anlage mit dem Rechenguttransportsystem.

Die Rechenreinigerharke (2) kann zusätzlich mit einer Gegenharke (7) ausgerüstet werden, so daß ähnlich wie bei einer Baggerschaufel, das Schwemmgut zwischen der Gegenharke (7) und Rechenreinigerharke (2) eingeklemmt werden kann. Ist der Rechenreiniger (1) entsprechend ausgeführt kann nun das Rechengut hochgehoben und an vorbestimmter Stelle abgeworfen werden. Dadurch ist es möglich das Schwemmgut sowohl abzuschwemmen als auch mit der Rechenreinigerharke(2) aufzunehmen.

Fig. 1 Rechenreiniger mit Abschwemmrinne

Fig. 2 Rechenreinigerharke mit Abdeckblech als Überflutabschwemmrinne ausgeführt

Fig. 3 Rechenreinigerharke mit Rechenschürze als Abschwemmrinne ausgeführt

Fig. 4 Rechenreinigerharke in Rinnenform als Überflutabschwemmrinne ausgeführt

Fig. 5 Rechenreinigerharke mit Abdeckblech als Überflutabschwemmrinne mit zusätzlicher Gegenharke


Anspruch[de]
  1. 1. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne zur Reinigung von flüssigkeitsdurchtrömten Rechen (2), insbesondere in Wasserkraft-, Wasser- und Abwasseranlagen dadurch gekennzeichnet, daß die Rechenreinigerharke (2) derart ausgebildet ist, daß die Rechenreinigerharke (2) zusammen mit dem Rechen (4) oder der Rechenschürze (5) eine Rinne ausbildet oder die Rechenreinigerharke (2) als Rinne ausgebildet ist, in der sich bei der Reinigung des Rechen das Schwemmgut ansammelt und seitlich abgeschwemmt wird, wobei die so gebildete Rinne beim Abschwemmvorgang sich über dem Wasserspiegel (6), teilweise im Wasser oder unter Wasserspiegel (6) befindet oder zumindest die Rinnenvorderkante (12) oder Teile der Rinnenvorderkante (12) unterhalb des Wasserspiegel ist/sind.
  2. 2. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß am Rinnenanfang eine Abspülvorrichtung (10) angeordnet ist, die entweder fest an der Rechenreinigerharke (2) oder fest am Bauwerk angeordnet ist.
  3. 3. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß der Rinnenboden und/oder die Rinnenwange, vorzugsweise am Rinnenanfang perforiert (11) sind und/oder ein manuell, elektrisch, pneumatisch, hydraulisch oder schwimmerbetätigtes Ventil hat.
  4. 4. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß in der Abschwemmstellung an der Rechenreinigerharke (2) eine fest am Bauwerk installierte, weiterführende Rinne (8) anschließt oder eine durch daß Bauwerk ausgebildete, weiterführende Rinne (8) anschließt.
  5. 5. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß ein Absperrorgan am Ende der Rechenreinigerharke (2) oder in der weiterführenden Rinne eingebaut ist.
  6. 6. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß die Rinne und/oder der Rinnenboden der Rechenreinigungsharke (2) ein Gefälle zur Abschwemmseite hin aufweist.
  7. 7. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß die Rinne und/oder der Rinnenboden der Rechenreinigungsharke (2) ein Gefälle zur Abschwemmseite hin aufweist und zwar zwischen 0,5 und 2%.
  8. 8. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß die Rinne durch mehrere Rechenreinigerharken (2) und/oder fest am Bauwerk installierten oder durch das Bauwerk gebildete Zwischenstücke und/oder durch fest am Bauwerk installierte oder durch das Bauwerk gebildete weiterführenden Rinne (8) mit oder ohne Absperrorgan (9) gebildet wird.
  9. 9. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß die Rinne, aus Rechenreinigerharke (2) und Rechen bzw. Rechenschürze (5), als Überflutabschwemmrinne arbeitet.
  10. 10. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß die Rinne, aus Rechenreinigerharke (2) und Rechen bzw. Rechenschürze (5), als Abschwemmrinne arbeitet.
  11. 11. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß der Rechenreiniger (1) elektrisch und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch bewegt wird.
  12. 12. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß der Rechenreiniger (1) einen baggerähnlichen Winkelauslegerarm und/oder Einfach- oder Mehrfach-Teleskopauslegerarm besitzt, der hydraulisch, elektrisch, pneumatisch betätigt ist und an dessen Ende die Rechenreinigerharke befestigt ist.
  13. 13. Rechenreiniger (1) mit Abschwemmrinne nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet; daß die Rechenreinigerharke (2) eine elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigte Gegenharke (7) hat, derart, daß mit der Gegenharke (7) das Schwemmgut in der Rechenreinigerharke (2) eingeklemmt und erfaßt wird, so daß Schwemmgut sowohl abgeschwemmt als auch in der Rechenreinigerharke (2) aufgenommen und gehoben werden kann.






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