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Dokumentenidentifikation DE10052220A1 29.05.2002
Titel Überlastschutz für elektrische Maschinen
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Gross, Gerhard, 77886 Lauf, DE;
Foerstera, Josef, 77830 Bühlertal, DE;
Merschroth, Bernhard, 77833 Ottersweier, DE;
Hanek, Michael, 77871 Renchen, DE
DE-Anmeldedatum 21.10.2000
DE-Aktenzeichen 10052220
Offenlegungstag 29.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.05.2002
IPC-Hauptklasse H02H 7/085
IPC-Nebenklasse H02K 11/02   
Zusammenfassung Eine Entstördrossel als Überlastschutz für Elektromotoren nach dem Stand der Technik ist an einer Verbindungsstelle zweigeteilt, die im Überlastfall getrennt werden soll. Dies ergibt eine zusätzliche Verbindungsstelle durch Löten. Die mechanische Spannung auf die zu trennende Verbindungsstelle kann aufgrund der zu geringen mechanischen Vorspannung der Wicklungen der Drossel eine Trennung der Verbindungsstelle oft nicht gewährleisten.
Bei einem erfindungsgemäßen Überlastschutz für Elektromotoren, umfassend eine einteilige Entstördrossel (1), wird die zu trennende Verbindungsstelle (15) durch zumindest eine Verbindungsstelle (15) von Anschlussfahne (11, 13) und einem Anschlusselement (5, 6) der Entstördrossel (1) gebildet, wobei die Anschlussfahne (11, 13) eine einstellbare mechanische Spannung auf die Verbindungsstelle (15) ausübt, so dass eine Trennung bei Erweichungstemperatur des Lots der Trennstelle (15) sicher gewährleistet ist.

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung geht aus von einem Überlastschutz für elektrische Maschinen nach der Gattung des Anspruchs 1.

Elektrische Maschinen, wie z. B. Elektromotoren, enthalten häufig Thermoschutzschalter, die im Blockierfall oder bei Schwergängigkeit die elektrische Maschine vor Zerstörung oder Brand schützen. Oft wird dazu eine Entstördrossel verwendet, die zweiteilig ausgeführt ist und an einer zu trennenden Verbindungsstelle mit einem Lot bestimmter Schmelztemperatur zusammengelötet ist, also eine Lotstelle bildet. Bei Erwärmung der Entstördrossel durch eine Kohlebürste oder ein Kohlebürstenseil wird dieses Lot erwärmt und schmilzt bei einer ausgewählten Schmelztemperatur. Die Windungen der Entstördrossel üben eine gewisse Vorspannung auf die Entstördrossel und damit auf die Verbindungsstelle aus, so dass bei Erweichung der Lotstelle diese Verbindung getrennt werden sollte. Der elektrische Stromkreis der elektrischen Maschine soll dann dauerhaft unterbrochen und die elektrische Maschine soll vor Zerstörung geschützt sein.

Häufig ist jedoch die Vorspannung nicht hoch genug, so dass bei Erwärmung der Entstördrossel die Lotstelle nicht sicher getrennt wird.

Vorteile der Erfindung

Der erfindungsgemässe Überlastschutz für elektrische Maschinen hat dem gegenüber den Vorteil, dass auf einfache Art und Weise eine elektrische Maschine vor Zerstörung oder Brand geschützt ist.

Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Massnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Anspruch 1 genannten Überlastschutzes möglich.

Um die mechanische Spannung auf die Verbindungsstelle auszuüben, ist es vorteilhaft einen Blechstreifen zu verwenden, der an ein Anschlusselement der Entstördrossel elektrisch angeschlossen ist.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Anschlussfahne stellt eine Schraubenfeder dar.

Zeichnung

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung vereinfacht dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 ein Entstördrossel nach dem Stand der Technik,

Fig. 2 eine Entstördrossel eines erfindungsgemässen Überlastschutzes angeordnet in einem Bürstenhalter,

Fig. 3 einen Teilausschnitt eines erfindungsgemässen Überlastschutzes.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

Fig. 1 zeigt eine Entstördrossel nach dem Stand der Technik, die zweiteilig ausgeführt ist, und aus einem ersten Teil 2 und einem zweiten Teil 4 besteht. Das erste Teil 2 und das zweite Teil 4 sind an einer Trennstelle 7 mit einem Lot verbunden. Das Lot schmilzt bei einer bestimmten Temperatur. Das Lot wird je nach Anwendungsfall nach seiner Schmelztemperatur ausgewählt.

Die Bezugszeichen für die Entstördrossel nach dem Stand der Technik sollen auch für eine erfindungsgemässe Entstördrossel 1 (Fig. 2, 3) gelten.

Die Entstördrossel hat weiterhin ein erstes elektrisches Anschlusselement 5 und ein zweites elektrisches Anschlusselement 6 für einen elektrischen Anschluss in einem elektrischen Stromkreis.

Fig. 2 zeigt die Entstördrossel 1 eines erfindungsgemässen Überlastschutzes im teilweise eingebauten Zustand in einem Bürstenhalter 9. Beispielsweise ist das erste Anschlusselement 5 mit einer ersten elektrischen Anschlussfahne 11 verbunden, die im Bürstenhalter 9 integriert ist. Die Anschlussfahne 11 bildet den Anschluss an den elektrischen Stromkreis einer elektrischen Maschine. Die erste Anschlussfahne 11 übt beispielsweise keine mechanische Spannung auf das erste Anschlusselement 5 und deren Verbindungsstelle aus.

Das zweite Anschlusselement 6 der Entstördrossel 1 wird ebenfalls elektrisch und mechanisch an eine zweite elektrische Anschlussfahne 13 angeschlossen. Die zweite Anschlussfahne 13 ist in dem Bürstenhalter 9 mit einer weiteren elektrischen Leitung verbunden. Das freie Ende 14 der zweiten Anschlussfahne 13 muss unter Aufbringung einer Kraft in Richtung des zweiten Anschlusselements 6 bewegt werden, damit sie an dem zweiten Anschlusselement 6 befestigt werden kann.

Fig. 3 zeigt, wie die zweite Anschlussfahne 13 mit dem zweiten Anschlusselement 6 verbunden ist. Eine Verbindungsstelle 15, durch Löten hergestellt, stellt die mechanische und elektrische Verbindung zwischen dem zweiten Anschlusselement 6 und dem freien Ende 14 der zweiten Anschlussfahne 13 her.

Ausgehend von Fig. 2 geschieht dies bspw. wie folgt: Das freie Ende 14 der zweiten Anschlussfahne 13 wird unter Aufbringung einer mechanischen Kraft in Richtung (parallel zu 18) des zweiten Anschlusselements 6 gebogen, wobei unter Aufrechterhaltung der Kraft die Verbindung beispielsweise durch Löten hergestellt wurde. Nachdem die Verbindungsstelle 15 hergestellt ist, beispielsweise nach Abkühlen des Lots, kann die Kraft auf die zweite Anschlussfahne 13 zurückgenommen werden. Die zweite Anschlussfahne 13 übt dann eine mechanische Spannung in axialer Richtung 18 auf die Verbindungsstelle 15 aus.

Ebenso können beide Anschlussfahnen 11, 13 benutzt werden, eine mechanische Spannung auf die jeweiligen Verbindungsstellen 15 auszuüben.

Die Anschlussfahnen 11, 13 können auch Schraubenfedern sein.

Die Verbindungsstelle 15 von Anschlussfahne 11, 13 und Anschlusselement 5, 6 übernimmt die Funktion der Trennstelle 7 der Entstördrossel nach dem Stand der Technik.

Diese Trennstelle 7 entfällt bei dem erfindungsgemässen Überlastschutz. Statt dessen wird eine Verbindungsstelle 15 genutzt, die auch beim Stand der Technik vorhanden ist. Diese über die Abmasse der Entstördrossel vorstehende Trennstelle 7 verursacht oft einen Masseschluss im Polgehäuse, wenn die Verbindungsstelle 7 getrennt ist. Dieser Nachteil entfällt bei dem erfindungsgemässen Überlastschutz.

Dadurch, dass es zwei Verbindungsstellen von Anschlussfahnen und Anschlusselementen gibt, können auch beide als zu trennende Verbindungsstelle für den Überlastfall ausgelegt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Überlastschutz für elektrische Maschinen, umfassend

    eine Entstördrossel mit zwei elektrischen Anschlusselementen, die an jeweils eine elektrische Anschlussfahne eines weiteren elektrischen Stromkreises angeschlossen sind,

    zumindest eine Verbindungsstelle, die bei einer Erwärmung der Entstördrossel aufgrund einer mechanischen Spannung gelöst wird,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die zumindest eine Verbindungsstelle (15) durch die Verbindung von zumindest einer Anschlussfahne (11, 13) und dem jeweiligen Anschlusselement (5, 6) gebildet ist, und dass zumindest eine Anschlussfahne (11, 13) eine mechanische Spannung auf die Verbindungsstelle (15) ausübt.
  2. 2. Überlastschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussfahne (11, 13) ein Blechstreifen ist, der auf die Verbindungsstelle (15) in radialer Richtung eine Kraft ausübt.
  3. 3. Überlastschutz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussfahne (11, 13) eine Schraubenfeder ist.






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