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Dokumentenidentifikation DE10057788A1 06.06.2002
Titel Abdeckung für elektrostatisch gefährdete Bauelemente
Anmelder Siemens Production and Logistics Systems AG, 90475 Nürnberg, DE
Erfinder Lederer, Christian, 80993 München, DE;
Stingl, Rudolf, 80797 München, DE
Vertreter Berg, P., Dipl.-Ing., Pat.-Ass., 80339 München
DE-Anmeldedatum 22.11.2000
DE-Aktenzeichen 10057788
Offenlegungstag 06.06.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.06.2002
IPC-Hauptklasse H05F 1/02
IPC-Nebenklasse H05K 13/04   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Abdeckung für elektrostatische gefährdete Bauelemente mit wenigstens einem Fenster mit einer Kunststoffscheibe (3), bestehend aus einer Trägerschicht (4) und einer Schutzschicht, wobei die Kunststoffscheibe (3) den Einblick in den von der Abdeckung überdeckten Raum ermöglicht. Die Schutzschicht ist eine Lackschicht (5) in der Form einer kratzfesten Ormocer-Schicht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abdeckung für elektrostatisch gefährdete Bauelemente nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Im Zusammenhang mit der Bestückung von Leiterplatten mit Bauelementen mit der Hilfe von Bestückautomaten ist es bekannt, haubenförmige Abdeckungen zu verwenden, die wenigstens ein Kunststofffenster besitzen, durch das hindurch ein Einblick auf den Bestückautomaten möglich ist. Dabei besteht die Abdeckung beispielsweise aus Metall. Um eine elektrostatische Aufladung der Kunststoffscheibe des Fensters zu verhindern, ist es bekannt, diese mit einer leitfähigen Schicht zu bedampfen. Ein Problem besteht dabei darin, dass zum einen die Herstellung derartiger, leitfähiger Schichten und das Aufdampfen derselben im Vakuum nicht umweltfreundlich sind, da Giftstoffe freigesetzt werden. Zum anderen können aufgedampfte Schichten leicht verkratzt werden, sodass der freie Durchblick durch die bedampfte Kunststoffscheibe des Fensters bei fortschreitendem Gebrauch mehr und mehr behindert wird.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Abdeckung für elektrostatisch gefährdete Bauelemente zu schaffen, die weitgehend unabhängig von der Gebrauchszeit stets einen ungehinderten Einblick ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch eine Abdeckung für elektrostatisch gefährdete Bauelemente mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.

Der wesentliche Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die zum Schutz einer Kunststoffscheibe eines Fensters einer Abdeckung für elektrostatisch gefährdete Bauelemente verwendete Lackschicht relativ kratzfest ist, sodass auch noch nach langem Gebrauch der Abdeckung ein freier Durchblick durch das Fenster möglich ist. Außerdem ist die auf die Kunststoffscheibe aufgetragene Schicht vorteilhafterweise relativ umweltschonend und vergleichsweise einfach herstellbar.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

Im folgenden werden die Erfindungen deren Ausgestaltungen im Zusammenhang mit den Figuren näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 in schematischer Darstellung eine Abdeckung für elektrostatisch gefährdete Bauelemente und

Fig. 2 einen Schnitt durch eine Kunststoffscheibe eines Fensters der erfindungsgemäßen Abdeckung.

Gemäß Fig. 1 handelt es sich bei der vorliegenden Abdeckung zum Schutz von elektrostatisch gefährdeten Bauelementen, insbesondere bei der Bestückung einer Leiterplatte, um eine haubenartige Abdeckung 2, die über einen Bestückautomaten 1 angeordnet wird, der in der Fig. 1 lediglich schematisch dargestellt ist. In der Abdeckung 2, die vorzugsweise aus Metall besteht, befindet sich ein Fenster mit einer durchsichtigen Kunststoffscheibe 3, die einen Durchblick auf den Bestückautomaten 1 ermöglicht.

Gemäß Fig. 2 besteht die Kunststoffscheibe 3 aus einer durchsichtigen Trägerschicht 4, die vorzugsweise aus Polycarbonat (PC) besteht. Andere Kunststoffe sind jedoch ebenfalls geeignet.

Auf der Trägerschicht 4 ist zum Schutz derselben eine kratzfeste Schutzschicht in der Form einer Lackschicht 5 aufgebracht, bei der es sich vorzugsweise um eine an sich bekannte Ormocer-Schicht handelt.

Derartige Ormocer-Schichten sind beispielsweise in der DE 196 50 286 A1 näher erläutert.

Allgemein gesagt handelt es sich bei einer solchen Ormocer- Schicht um eine Lackschicht, die vorzugsweise durch Fluten einer großflächigen Trägerschicht 4 aufgebracht wird, wobei der Lack von oben her die vorzugsweise leicht schräg gestellte plattenförmige Trägerschicht 4 herunternimmt. Wenn die Trägerschicht 4 mit dem Lack gleichmäßig überflutet bzw. überzogen ist, wird die so entstandene Lackschicht 5 durch eine Aufwärmoperation erwärmt, wobei sie austrocknet und aushärtet. Danach wird aus der großflächigen Trägerschicht 4 das für das Fenster geeignete Format der Kunststoffscheibe 3 herausgeschnitten.

Die durch das Fluten der Trägerschicht 4 aufgebrachte Lackschicht 5 weist eine Dicke von etwa 4 bis 6 Mikrometer auf.

Zur Herstellung der genannten Lackschicht 5 werden durch Hydrolyse und Kondensation von Kieselsäureestern (Si(OR)4) und Metallalkoholaten, wie Ti(OR)4, Zr(OR)4 oder A1(OR)3, wobei R einen Alkylrest bezeichnet, Grundmaterialen für Beschichtungen hergestellt. Spezielle Eigenschaften erhalten die Systeme durch den Einbau organisch modifizierter Kieselsäurederivate in das silicatische Netzwerk. Diese Kieselsäurederivate erlauben einerseits die gezielte Einstellung von Haftungseigenschaften, Hydrophilie bzw. Hydrophobie sowie den zusätzlichen Aufbau eines organischen Polymernetzwerkes, wenn es sich um polymerisierbare Reste R (z. B. Olefine, Epoxide) handelt. Der beschichtungsfähige Lack wird durch Zugabe von Wasser zu den genannten Komponenten unmittelbar vor der Anwendung, das heißt also vor dem Fluten der Trägerschicht 4 hergestellt. Bezugszeichenliste 1 Bestückautomat

2 Abdeckung

3 Kunststoffscheibe

4 Trägerschicht

5 Lackschicht


Anspruch[de]
  1. 1. Abdeckung für elektrostatische gefährdete Bauelemente mit wenigstens einem Fenster mit einer Kunststoffscheibe (3), bestehend aus einer Trägerschicht (4) und einer Schutzschicht, wobei die Kunststoffscheibe (3) den Einblick in den von der Abdeckung überdeckten Raum ermöglicht, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht eine Lackschicht (5) in der Form einer kratzfesten Ormocer-Schicht aufweist.
  2. 2. Abdeckung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackschicht (5) durch Hydrolyse und Kondensation von Kieselsäureester (Si(OR)4) und Metallalkoholaten und den Einbau organisch modifizierter Kieselsäurederivate in das silicatische Netzwerk sowie durch Zugabe von Wasser hergestellt ist.
  3. 3. Abdeckung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Metallalkoholaten um Ti(OR)4, Zr(OR)4 oder Al(OR)3 handelt, wobei R ein Alkylrest ist.
  4. 4. Abdeckung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lackschicht (5) durch Fluten einer großflächigen plattenförmigen Trägerschicht (4) mit flüssigem Lack hergestellt ist.
  5. 5. Verfahren zur Herstellung einer Kunststoffscheibe für ein Fenster einer Abdeckung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass von einer großflächigen plattenförmigen Trägerschicht (4) ausgegangen wird, dass die Lackschicht (5) durch Fluten der Trägerschicht (4) mit einem flüssigen Lack von einem oberen Rand der Trägerschicht (4) durch Erwärmen getrocknet und ausgehärtet wird und wobei aus der Trägerschicht (4) das für die Kunststoffscheibe (3) passende Format herausgeschnitten wird.






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