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Dokumentenidentifikation DE10106471A1 14.08.2002
Titel Kehrmaschine mit linear verlagerbarem Tellerbesen
Anmelder Küpper-Weisser GmbH, 78199 Bräunlingen, DE
Erfinder Elbers, Christoph, 52062 Aachen, DE;
Brähler, Frank, 52064 Aachen, DE
Vertreter Klunker, Schmitt-Nilson, Hirsch, 80797 München
DE-Anmeldedatum 13.02.2001
DE-Aktenzeichen 10106471
Offenlegungstag 14.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.08.2002
IPC-Hauptklasse E01H 1/05
Zusammenfassung Eine Kehrmaschine besitzt eine Linearführungseinrichtung zur Verlagerung eines rotierenden Tellerbesens 10 quer zur Fahrzeuglängsachse L. Diese Linearführung wird erzielt mit einem Schwenkarm 15, der über ein Koppelglied 16 mit einer Spurstange 12 so verbunden ist, daß ein bestimmter Punkt 17 des Koppelglieds 16 beim Verschwenken des Schwenkarms 15 eine Linearbewegung entlang einer Saugmundöffnung 11 vollzieht. An diesem speziellen Punkt 17 ist der Tellerbesen 10 aufgehängt. Des weiteren ist für die Aufhängung des Tellerbesens 10 ein Parallelogramm-Gestängegetriebe vorgesehen, um ein zur Fahrbahnoberfläche nahezu paralleles Anheben und Absenken des Tellerbesens 10 unter Beibehaltung der Orientierung der Tellerbesendrehachse zu ermöglichen. Die Anlenkpunkte des Parallelogramm-Gestängegetriebes sind so ausgelegt, daß hierdurch ein gezogenes Besensystem realisiert wird. Schließlich ist die Saugmundöffnung 11 zur Anpassung an verschiedene Tellerbesendurchmesser in Richtung der Fahrzeuglängsachse L verlagerbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kehrmaschine mit rotierendem Tellerbesen, der mittels einer kinematischen Linearführungseinrichtung entlang einer Saugöffnung verlagerbar ist. Die erfindungsgemäße Kehrmaschine ist insbesondere geeignet zum Kehren und Reinigen von Fußwegen, insbesondere in engen Innenstadtbereichen, an schwierig zugänglichen Bereichen z. B. Fußwegbereichen.

Zum Kehren von Fußwegen im Innenstadtbereich werden üblicherweise kleine Kehrfahrzeuge eingesetzt, die an ihrer Vorderseite zwei rotierende Tellerbesen tragen. Die beiden Tellerbesen sind mit einer Verstelleinrichtung versehen, über die der Fahrzeugführer die Kehrbreite während der Fahrt nach Bedarf einstellen kann.

Üblicherweise sind die individuell angetriebenen Tellerbesen jeweils an Radiusschwenkarmen aufgehängt, die ihrerseits über ein Schwenkgelenk an dem Basisteil der Kehreinrichtung aufgehängt sind. Die Tellerbesen bewegen sich auf einer Kreisbahn. Der Fahrzeugführer kann jeden der beiden Schwenkarme individuell oder auch synchron ansteuern, um die gewünschte Kehrbreite einzustellen.

Die Schwenkbewegung ist allerdings mit dem Nachteil verbunden, daß der Tellerbesen je nach Ausschwenkungsgrad einen veränderten Längs- und Querabstand zur Kehrmaschinenlängsachse und somit zur Saugmundöffnung besitzt. Dieser Umstand ist insbesondere bei engen oder sonst räumlich schwierigen Platzverhältnissen nachteilhaft, wenn beispielsweise eine parallel zu einer Hauswand gerichtete Kehrbewegung ausgeführt werden muß, diese Hauswand mit der Kehrmaschine aber nur frontal zugänglich ist. In solchen Fällen könnte die Fegebewegung nur durch zusätzliche Rangierbewegungen durch das Kehrfahrzeug durchgeführt werden, da eine lineare Verlagerung der Tellerbesen mit üblichen schwenkbaren Tellerbesensystemen nicht erreichbar ist.

In der Vergangenheit wurde bereits vorgeschlagen, statt der Schwenkmechanik eine Linearführung mit Führungsschienen vorzusehen, um eine Parallelbewegung der Tellerbesen quer zur Fahrtrichtung zu ermöglichen. Ein Linearführungssystem hat den weiteren Vorteil, daß der effektive Öffnungsquerschnitt zwischen dem Tellerbesen und dem Saugmund, dem der Tellerbesen Schmutz zuführt, konstant bleibt, was insbesondere bei Kurvenfahrten zu einem effektiveren Kehrvorgang beiträgt.

Problematisch an den bekannten Linearführungssystemen sind erhöhte Kosten und erhöhter Wartungsbedarf. Die Linearführungen sind schmutzbelastet und lassen sich gegen den rauhen Straßenreinigungsbetrieb nur unzureichend abdichten. Dadurch kommt es zu Verschmutzungen und Verschleiß der Führungsschienen und hierdurch zu unkontrollierten "stick-slip"-Bewegungen oder sogar zum Totalausfall der Linearführungen. Die Wartung der Systeme ist entsprechend Zeit- und kostenaufwendig.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Kehrmaschine, insbesondere Kehrmaschine für enge Fußgängerbereiche, zur Verfügung zu stellen, mit der auch bei räumlich schwierigen Platzverhältnissen sowie in Kurvenfahrten eine effektive Kehrwirkung erzielbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Kehrmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. In davon abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung angegeben.

Die erfindungsgemäße Lösung kombiniert die Vorteile eines schwenkbar aufgehängten Tellerbesens mit denen eines parallel zur Saugmundöffnung verlagerbaren Tellerbesens, indem der Tellerbesen nicht unmittelbar an dem Schwenkarm, sondern an einem damit schwenkbar verbundenen Koppelglied montiert ist, welches mittels einer Spurstange so gekoppelt ist, daß ein spezieller Punkt des Koppelglieds eine nahezu Linearbewegung entlang der Saugmundöffnung senkrecht zur Fahrtrichtungs-Längsbewegung vollzieht, wenn der Schwenkarm verschwenkt wird. An diesem speziellen Punkt des Koppelglieds ist die senkrechte Drehachse des Tellerbesens angeordnet, so daß der Tellerbesen dieselbe Linearbewegung vollzieht.

Konkret umfaßt die Linearführungseinrichtung der Kehrmaschine für jeden Tellerbesen einen Schwenkarm und eine Spurstange, die jeweils um im festen Abstand zu einander angeordnete, parallele Schwenkachsen verschwenkbar und mittels eines Koppelglieds über zwei weitere Schwenkachsen gelenkig miteinander verbunden sind, wobei an dem Koppelglied der Tellerbesen angebracht ist und wobei die Abstände von zueinander benachbarten Schwenkachsen sowie die örtliche Anbringung des Tellerbesens relativ zum Koppelglied so gewählt sind, daß eine Drehung des Schwenkarms um die Schwenkarm-Schwenkachse zu einer im wesentlichen linearen Bewegung des Tellerbesens entlang der Saugmundöffnung führt. Wichtig sind hier also die Anordnung der Schwenkachsen sowie die Lage der Tellerbesendrehachse relativ zum Koppelglied. Dazu gibt es unendlich viele Lösungen, die je nach den vorgegebenen Randbedingungen numerisch zu ermitteln sind.

Im Gegensatz zu den bekannten Linearführungseinrichtungen mit Linearführungsschienen wird die gewünschte Parallelbewegung der Tellerbesen über gut abdichtbare Drehgelenke in Verbindung mittels einem speziell angeordneten und ausgelegten Stangen- und Hebelsystem mit für die Parallelbewegung ausgelegten Schwenkpunktpositionen erzeugt. Die konstruktive Realisierung ist vergleichsweise einfach und die erforderlichen Wartungsarbeiten sind vergleichsweise gering. Die Erfindung verbindet somit die Vorteile einer technisch gut beherrschbaren Drehgelenkführung mit den Vorteilen einer (nahezu) parallelen Besenbewegung.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden desweiteren die Vorteile eines gezogenen Besens mit den Vorteilen eines geschobenen Besens kombiniert, indem der Tellerbesen relativ zur üblichen Fahrtrichtung der Kehrmaschine hinter der Koppelglied-Schwenkachse, mit der das Koppelglied an dem Schwenkarm angelenkt ist, angeordnet ist. Dadurch wird es möglich, den Besen einerseits nach vorne zu verlagern (geschobener Besen), vorzugsweise in Sichtweite des Fahrzeugführers, und die Anlenkung in Fahrtrichtung nach hinten zu verlegen (gezogener Besen), so daß ein kinematischer Nachlauf entsteht. Dies hat den Vorteil, daß der Besen der Bodenkontur folgen kann, ohne sich dabei zu verkanten.

In diesem Zusammenhang ist es von besonderem Vorteil, wenn der Tellerbesen nicht starr mit dem Koppelglied verbunden ist, sondern an einem Tragarm montiert ist, der seinerseits derart mit dem Koppelglied gelenkig verbunden ist, daß der Tellerbesen relativ zur Fahrbahndecke anhebbar und ablenkbar ist. Dies ist nicht nur vorteilhaft im Zusammenhang mit einem der Bodenkontur folgenden, gezogenen Besen, sondern erweist sich auch von Vorteil gegenüber herkömmlichen Systemen, bei denen nicht der einzelne Tellerbesen, sondern die gesamte Kehrvorrichtung, gegebenenfalls inklusive einer Pflugaufhängung, angehoben wird.

Eine Weiterbildung der Erfindung, die auch unabhängig von den vorgenannten erfindungswesentlichen Merkmalen an herkömmlichen Kehrmaschinen vorteilhaft einsetzbar ist, sieht vor, daß der Tragarm, mittels dem der Tellerbesen am Koppelglied montiert ist, Bestandteil eines Parallelogramm-Gestängegetriebes ist. Dadurch wird es im Gegensatz zu herkömmlichen Schwenkarmkonstruktionen möglich, den Tellerbesen abzusenken und anzuheben, ohne daß sich dabei die Drehachse des Tellerbesens neigt. Vielmehr wird die Drehachse des Tellerbesens nur parallel verschoben, im wesentlichen also senkrecht zur Fahrbahndecke oder in einem vorgegebenen Winkel zur Fahrbahndecke. Das hat den Vorteil, daß der Tellerbesen unabhängig von seinem Abnutzungsgrad (Borstenlänge) immer dieselbe Winkelposition relativ zur Fahrbahndecke einnimmt. Dieser positive Effekt ist in geringerem Maße auch dann noch erreichbar, wenn das Gestängegetriebe nicht exakt ein Parallelogramm-Gestängegetriebe bildet.

Die Linearführungseinrichtung wie auch das Parallelogramm-Gestängegetriebe werden jeweils mittels einem Stellzylinder, vorzugsweise einem Hydraulikzylinder, betätigt, wobei der Stellzylinder der Linearführungseinrichtung einerseits am Fahrzeugrahmen und andererseits vorzugsweise am Schwenkarm der Linearführungseinrichtung und der Stellzylinder des Parallelogramm-Gestängegetriebes einerseits am Koppelglied der Linearführungseinrichtung und andererseits vorzugsweise am Tragarm des Parallelogramm-Gestängegetriebes angreifen. Anstelle von Hydraulikzylindern können auch andere Linearantriebe eingesetzt werden.

Die Stellzylinder können als beidseitig wirkende Zylinder ausgebildet sein, bevorzugt werden allerdings einseitig wirkende Stellzylinder. Im Falle der erfindungsgemäßen Linearführungseinrichtung wirkt der einseitig wirkende Stellzylinder vorzugsweise so auf den Schwenkarm der Linearführungseinrichtung, daß der Schwenkarm und damit der Tellerbesen z. B. bei Kollision mit Hindernissen ohne Beschädigung zur Fahrzeugmitte nachgeben kann. Eine Rückstellfeder, beispielsweise eine Gasdruckfeder, wirken dem entgegen. Im Falle eines Stellzylinderversagens beispielsweise aufgrund eines Systemdruckverlusts wird der Tellerbesen aufgrund des Federelements selbsttätig ausschwenken und durch Kontakt mit einem Bordstein oder einer Hauswand notwendigenfalls entgegen der Federkraft selbsttätig einschwenken. Die Kehrmaschine bleibt somit auch im Falle eines Systemdruckverlusts funktionsfähig.

Aus demselben Grunde ist der Stellzylinder des Parallelogramm-Gestängegetriebes so installiert, daß der Tellerbesen mit Hilfe eines Stellzylinders angehoben werden kann. Im Falle eines Systemdruckverlusts sinkt der Tellerbesen aufgrund seines Eigengewichts selbsttätig auf die Fahrbahndecke ab, so daß auch in diesem Falle die Funktionsfähigkeit der Kehrmaschine erhalten bleibt. Ein zusätzliches Federelement, wie es für die Linearführungseinrichtung erforderlich ist, ist hier wegen der Schwerkraft entbehrlich.

Schließlich sieht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung vor, daß die Saugöffnung, welcher das Kehrgut mittels der Tellerbesen zugefegt wird, zur Anpassung an unterschiedliche Tellerbesendurchmesser verlagerbar ist. Dies hat den Vorteil, daß der durch zunehmenden Verschleiß des Tellerbesens wachsende effektive Öffnungsquerschnitt zwischen dem Tellerbesen und der Saugöffnung, der insbesondere bei Kurvenfahrten zu unbefriedigenden Kehrergebnissen führen würde, auf ein Minimum reduziert werden kann.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand der begleitenden Zeichnungen beispielhaft erläutert. Die darin beschriebenen Merkmale können auch einzeln oder in anderer Kombination erfindungswesentlich sein. Insbesondere ist das Parallelogramm-Gestängegetriebe auch unabhängig von der speziellen erfindungsgemäßen Linearführungseinrichtung vorteilhaft bei herkömmlichen Kehrmaschinen einsetzbar. Dies gilt auch für die verlagerbare Saugöffnung zur Anpassung an unterschiedliche Tellerbesendurchmesser.

Es zeigen:

Fig. 1 schematisch eine erfindungsgemäße Linearführungseinrichtung in Draufsicht;

Fig. 2 schematisch ein Parallelogramm-Gestängegetriebe für eine Linearführungseinrichtung;

Fig. 3 prinzipiell eine verlagerbare Saugvorrichtung mit verschiedenen Überdeckungsgraden während der Kurvenfahrt einer Kehrmaschine.

Fig. 1 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße Aufhängung eines Tellerbesens 10 für eine Kehrmaschine. Eine Kehrmaschine, insbesondere eine Schmalspurkehrmaschine zum Reinigen von Fußwegen in Innenstadtbereichen, besitzt üblicherweise zwei symmetrisch zur Längsachse L angeordnete Tellerbesen 10, von denen in Fig. 1 lediglich eine Tellerbesenaufhängung dargestellt ist. Der Tellerbesen 10 ist in Fahrtrichtung F vor der Kehrmaschine so angeordnet, daß ihn der Fahrzeugführer im Blickfeld hat. Unter der Kehrmaschine ist eine Saugeinrichtung 2 vorgesehen, deren Saugöffnung bzw. Saugmund 11 in Fahrtrichtung F weist. Der über die Fahrbahndecke geführte Tellerbesen 10 rotiert in Pfeilrichtung um den Drehpunkt 17, um der Saugöffnung 11 Kehrgut zuzufegen.

Eine Linearführungseinrichtung 1 ist vorgesehen, um den Tellerbesen 10 in Pfeilrichtung T parallel zur Saugmundöffnung 11 und senkrecht zur Fahrzeuglängsachse L im wesentlichen linear hin und her zu bewegen. Eine nahezu exakte Linearführung ist hierdurch zu erzielen. Eine nahezu lineare Führung des Tellerbesens 10 erfüllt aber auch den gewünschten Zweck.

Die Linearführungseinrichtung 1 besitzt einen stabilen Schwenkarm 15, der die wesentlichen Momente und Kräfte aufnimmt. Der Schwenkarm 15 ist einseitig um eine Schwenkarm-Schwenkachse 25, die fest mit dem Fahrzeugrahmen 20 verbunden ist, schwenkbar gelagert. Am anderen Ende des Schwenkarms 15 ist ein Koppelglied 16 ebenfalls schwenkbar gelagert, dessen Schwenkbewegungsmöglichkeit aber durch eine Spurstange 12 exakt definiert ist. Die Spurstange 12 ist zu diesem Zweck mit einem Ende fest am Fahrzeugrahmen 20 schwenkbar gelagert, wobei für die Funktion der Linearführungseinrichtung im Grunde nur wesentlich ist, daß der Abstand der Spurstangen-Schwenkachse 24 zur Schwenkarm- Schwenkachse 25 unveränderlich ist. Die Spurstange 12 greift mit ihrem freien Ende am Koppelglied 16 an (sphärischer Drehpunkt 18).

Aufgrund der Zwangsführung der Koppelglieds 16 durch den Schwenkarm 15 in Kombination mit der Spurstange 12 ist die Lage des Koppelglieds 16 zu jeder Winkelposition des Schwenkarms 25 eindeutig definiert. Die Abstände zwischen den Schwenkachsen 18, 19 und 19, 25 und 25, 24 und 24, 18 sind so gewählt, daß der spezielle Punkt 17 des Koppelglieds 16, durch den die Drehachse des Tellerbesens 10 verläuft, sich nur entlang einer im wesentlichen linearen Bahn (Pfeilrichtung T) entlang der Saugöffnung 11 bewegt.

Diese Linearbewegung wird iniziiert durch einen als Hydraulikzylinder ausgeführten Stellzylinder 13, der einerseits am Fahrzeugrahmen 20 und andererseits am Schwenkarm 15 angreift und den Schwenkarm 15 zur Fahrzeuglängsachse L drängt. Läßt der Hydraulikdruck nach, so wirkt eine als Gasdruck-Rückstellfeder ausgebildete automatische Rückstelleinrichtung 14 in entgegengesetzter Richtung auf den Schwenkarm 15 und drängt diesen somit nach außen, wodurch der Tellerbesen 10 zum Fahrbahnrand linear verlagert wird.

Grundsätzlich ist es auch möglich, den Hydraulikzylinder 13 als beidseitig wirkenden Zylinder auszuführen. Dann kann auf die Gasdruck- Rückstellfeder 14 verzichtet werden.

In Fig. 1 ist das Koppelglied 16 schematisch als L-förmige Stange dargestellt, wobei der Tragarm 21 einen integralen Bestandteil des Koppelglieds 16 bildet. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform, wie sie insbesondere in Fig. 2 schematisch dargestellt ist, sieht jedoch vor, daß der Tragarm 21 mittels einem Stellzylinder 32 um eine Tragarm-Schwenkachse 31 relativ zum Koppelglied 16 verschwenkbar ist, um den Tellerbesen 10 von der Fahrbahndecke abzuheben. Dadurch erübrigt sich ein Abheben der gesamten Aufhängung inklusive Linearführungseinrichtung 1. Die Gesamtkonstruktion kann dadurch in besonders leichter Bauweise ausgebildet werden.

Da der Tellerbesen 10 relativ zur Fahrtrichtung der Kehrmaschine hinter der Tragarm-Schwenkachse 31 liegt, der Tellerbesen 10 somit "gezogen" wird, kann der Besen ohne Schwierigkeiten jeder Bodenkontur folgen.

In Fig. 2 ist eine besondere Ausführungsform des "gezogenen" Besens dargestellt. Und zwar ist der Tellerbesen 10 nicht unmittelbar mit dem Tragarm 21 verbunden, sondern ist an einem Besenträger 30 aufgehängt, der zusammen mit dem Tragarm 21 und einer Parallelführungsstange 22 Bestandteil eines Parallelogramm-Gestängegetriebes ist. Dadurch wird erreicht, daß die Drehachse D des Tellerbesens 10 mit dem Drehtellerantriebe 27 unabhängig von der Schwenkposition der Schwenkachse 21 grundsätzlich dieselbe Orientierung besitzt, vorzugsweise in etwa senkrecht zur Fahrbahndecke. Wesentlich für das Parallelogramm-Gestängegetriebe ist die Tatsache, daß der Tragarm 21 und die Parallelführungsstange 22 einerseits sowie die Abstände zwischen den zugehörigen Anlenkpunkten jeweils identisch bemessen sind.

Wird der Stellkolben 32 in Pfeilrichtung verfahren, so führt dies im Endeffekt zu einer senkrechten Verlagerung des Kehrbesens 10. Der Kehrbesen 10 wird aber auch um einen geringen Betrag in Fahrtrichtung F verlagert. Dies ist in Fig. 2 etwas übertrieben am Beispiel eines bereits stark abgenutzten Tellerbesens 10' mit vergleichsweise kurzen Borsten in strichlinierter Darstellung gezeigt. Der abgenutzte Tellerbesen 10' ist auf Fahrbahndeckenniveau abgesenkt, wodurch sich seine Drehachse D' geringfügig in Fahrtrichtung F verlagert hat.

In Fig. 3 sind die Auswirkungen veranschaulicht, die mit der Abnutzung des Tellerbesens 10 auf die Größe eines abgenutzten Tellerbesens 10' verbunden sind.

Es ist in Fig. 3 in Aufsicht schematisch eine Kehrmaschine in Kurvenfahrt mit Fahrtrichtung F dargestellt. Mit RR und RL sind die Stellungen der gelenkten Fahrzeugräder relativ zur Fahrzeuglängsachse L angedeutet. Die Saugöffnung 11 der Saugeinrichtung 2 bleibt auch in Kurvenfahrt in Richtung der Fahrzeuglängsachse L ausgerichtet. Die äußere Kante der Saugöffnung 11 beschreibt bei der Kurvenfahrt eine Kreislinie R, die idealerweise vom Tellerbesen 10 überdeckt werden sollte oder zumindest an den Tellerbesen 10 angrenzen sollte, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. In Fig. 3 sind zwei Positionen des Tellerbesens 10 veranschaulicht, eine ausgeschwenkte und eine eingeschwenkte Position.

Mit zunehmendem Verschleiß der Borsten des Tellerbesens 10 nimmt der Durchmesser des Tellerbesens 10 ab. Ein abgenutzter Tellerbesen 10' mit geringerem Durchmesser ist ebenfalls in Fig. 3 jeweils in ausgeschwenkter und eingeschwenkter Position dargestellt. Man erkennt, daß sich die Drehtellerantriebsachse 17, wie zuvor in Bezug auf Fig. 2 beschrieben, verschoben hat. Diese beiden Effekte - verringerter Durchmesser und in Fahrtrichtung verschobene Tellerantriebsachse - haben zur Folge, daß sich der Abstand zwischen der Saugöffnung 11 und dem abgenutzten Tellerbesen 10' derart vergrößert, daß die Gefahr besteht, daß nicht das gesamte vom abgenutzten Tellerbesen 10' erfaßte Kehrgut von der Saugeinrichtung 2 eingesaugt wird. Um diesem Problem zu begegnen, ist die Saugmundöffnung 11 der Saugeinrichtung 2 in Richtung der Fahrzeuglängsache L verlagerbar, so daß die äußere Kante der verlagerten Saugöffnung 11' einen Kreisbogen R' beschreibt, welcher wiederum im Extremfall zumindest an den Umfang des abgenutzten Tellerbesen 10' angrenzt oder von diesem überdeckt wird.

Wie Fig. 3 zu entnehmen ist, ist die Linearführungseinrichtung so auszugestalten, daß auch ein abgenutzter Tellerbesen 10' mit seinem reduzierten Umfang noch bis an die Fahrzeuglängsachse L angrenzend verlagert werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Kehrmaschine mit rotierendem Tellerbesen (10), der mittels einer Linearführungseinrichtung (1) entlang einer Saugöffnung (11) verlagerbar ist, gekennzeichnet durch einen Schwenkarm (15) und eine Spurstange (12), die jeweils um im festen Abstand zueinander angeordnete, parallele Schwenkachsen (25, 24) verschwenkbar und mittels eines Koppelglieds (16) über zwei weitere Schwenkachsen (18, 19) gelenkig miteinander verbunden sind, wobei an dem Koppelglied (16) der Tellerbesen (10) angebracht ist und wobei die Abstände von zueinander benachbarten Schwenkachsen (24, 25; 25, 19; 19, 18; 18, 24) sowie die örtliche Anbringung des Tellerbesens (10) relativ zum Koppelglied (16) so gewählt sind, daß eine Drehung des Schwenkarms (15) um die Schwenkarm-Schwenkachse (25) zu einer im wesentlichen linearen Bewegung des Tellerbesens (10) entlang der Saugöffnung (11) führt.
  2. 2. Kehrmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tellerbesen (10) relativ zur üblichen Fahrtrichtung (F) der Kehrmaschine hinter der Koppelglied-Schwenkachse (19), mit der das Koppelglied (16) mit dem Schwenkarm (15) gelenkig verbunden ist, angeordnet ist.
  3. 3. Kehrmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Tellerbesen (10) an einem Tragarm (21) montiert ist, der über eine Schwenkachse (31) so mit dem Koppelglied (16) gelenkig verbunden ist, daß der Tellerbesen (10) relativ zur Fahrbahndecke und in etwa parallel zur Fahrbahndecke anhebbar und absenkbar ist.
  4. 4. Kehrmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragarm (21) Teil eines Parallelogramm-Gestängegetriebes ist, mit welchem der Tellerbesen (10) unter Beibehaltung seiner Drehachsenrichtung relativ zur Fahrbahndecke bewegbar ist.
  5. 5. Kehrmaschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragarm (21) sowie eine Führungsstange (22) jeweils sowohl am Koppelglied (16) als auch an einem Besenträger (30), an dem der Tellerbesen (10) montiert ist, gelenkig angeordnet sind.
  6. 6. Kehrmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gelenkige Anordnung des Tragarms (21) und der Führungsstange (22) in jeder Besenträgerposition parallelogrammartig ist.
  7. 7. Kehrmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (D) des Tellerbesens (10) in etwa senkrecht relativ zur Fahrbahndecke angeordnet ist.
  8. 8. Kehrmaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 7, gekennzeichnet durch einen Stellzylinder (32) zum Anheben des Tragarms (21) relativ zum Koppelglied (16).
  9. 9. Kehrmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch einen Stellzylinder (13) zum Verschwenken des Schwenkarms (15) um die Schwenkarm-Schwenkachse (25).
  10. 10. Kehrmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellzylinder (13) so angeordnet ist, daß damit der Schwenkarm (15) in Richtung zur Kehrmaschinenlängsachse (L) verschwenkbar ist.
  11. 11. Kehrmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch eine automatische Rückstelleinrichtung (14) zum Zurückschwenken des Schwenkarms (15) in eine vorgegebene Ausgangsposition.
  12. 12. Kehrmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die automatische Rückstelleinrichtung (14) als Gasdruckfeder ausgebildet ist.
  13. 13. Kehrmaschinen nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugmundöffnung (11) zur Anpassung an unterschiedliche Tellerbesendurchmesser verlagerbar ist.






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