PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE10104928A1 22.08.2002
Titel Vorrichtung zum Zerkleinern tiefgefrorener Lebensmittel
Anmelder Frans Vermee GmbH, 53424 Remagen, DE
Erfinder Vermee, Frans, 53424 Remagen, DE;
Larin, Leonid, Moskau/Moskva, RU
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Anmeldedatum 03.02.2001
DE-Aktenzeichen 10104928
Offenlegungstag 22.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.08.2002
IPC-Hauptklasse A22C 17/00
IPC-Nebenklasse B02C 18/36   B26D 7/01   B26D 3/06   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zum Zerkleinern tiefgefrorener Lebensmittel, insbesondere tiefgefrorener Fleischblöcke (10), weist eine Halteeinrichtung (12) auf. Die Halteeinrichtung (12) dient zur Aufnahme des Fleischblocks (10). Mittels einer Raspeleinrichtung (16) mit mehreren Schneiden (20) wird der Fleischblock (10) in kleine Stücke zerkleinert. Hierzu wird die Raspeleinrichtung (10) in Richtung des Pfeils (22) rotiert und gleichzeitig in Richtung des Pfeils (30) in Richtung der Längsachse der zylindrischen Raspeleinrichtung (16) bewegt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum zerkleinern tiefgefrorener Lebensmittel, insbesondere zum Zerkleinern tiefgefrorener Fleischblöcke.

Fleisch wird häufig beispielsweise in gepresster Form als tiefgefrorene Fleischblöcke gelagert und transportiert. Beispielsweise zum Herstellen von Hackfleisch, Wurstrezepturen u. dgl. müssen die tiefgefrorenen Fleischblöcke aufgetaut werden, um anschließend in einem Fleischwolf zerkleinert werden zu können. Hierbei wird das Fleisch gequetscht. Dies hat eine Aussaftung des Fleisches zur Folge. Ferner nimmt die Qualität des Fleisches erheblich ab, wenn es nach dem Zerkleinern mit dem Fleischwolf erneut tiefgefroren würde. Das zerkleinerte Fleisch muss daher nach dem Zerkleinern innerhalb weniger Stunden weiterverarbeitet werden. Das Lagern von zerkleinertem Fleisch bei Temperaturen im Bereich von 0 bis 10°C hat ferner den Nachteil, dass das Fleisch schnell verdirbt und dass sich bei diesen Temperaturen Bakterien oder Keime gut vermehren können.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Zerkleinern von Lebensmitteln insbesondere von Fleisch zu schaffen, bei der eine Qualitätsverschlechterung durch das Zerkleinern vermieden ist.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.

Erfindungsgemäß erfolgt das Zerkleinern der tiefgefrorenen Fleischblöcke in tiefgefrorenem Zustand. Hierzu weist die Vorrichtung eine Halteeinrichtung zur Aufnahme des Lebensmittels, insbesondere zur Aufnahme von tiefgefrorenen Fleischblöcken auf. Ferner ist eine Raspeleinrichtung mit mehreren Schneiden vorgesehen. Erfindungsgemäß erfolgt mittels einer Antriebseinheit zum Zerkleinern des Lebensmittels eine Bewegung der Halteeinrichtung relativ zu der Raspeleinrichtung. Durch die Antriebseinheit wird somit eine Bewegung der Halteeinrichtung oder der Raspeleinrichtung oder der Halteeinrichtung und der Raspeleinrichtung realisiert.

Das Zerkleinern des Lebensmittels in gefrorenem Zustand hat den Vorteil, dass die Gefahr der Vermehrung von Bakterien und Keimen erheblich verringert, bei tiefgefrorenen Lebensmitteln annähernd ausgeschlossen ist. Dies führt zu einer erheblichen Verbesserung der Qualität. Ferner ist auch nach dem Zerkleinern des Lebensmittels eine weitere Zwischenlagerung möglich. Die Lagerzeit im tiefgefrorenem Zustand verringert sich somit aufgrund der Zerkleinerung nicht.

Beim erfindungsgemäßen. Zerkleinern von Fleischblöcken ist es ferner vorteilhaft, dass das Fleisch beim Zerkleinern nicht gequetscht wird und somit keine Aussaftung des Fleisches auftritt. Ferner werden beim Zerkleinern von tiefgefrorenem Fleisch auch Sehnen zerschnitten. Dies ist beim Zerkleinern des Fleisches in aufgetautem Zustand mittels eines Fleischwolfes nicht der Fall.

Um ein Zerkleinern eines Lebensmittels in kleine Stücke sicherzustellen und zu vermeiden, dass das Lebensmittel, insbesondere das Fleisch streifenförmig zerkleinert wird, erfolgt vorzugsweise eine oszillierende Bewegung der Halteeinrichtung oder der Raspeleinrichtung. Relevant ist hierbei wiederum die Relativbewegung zwischen der Halteeinrichtung und der Raspeleinrichtung, so dass eine der beiden Einrichtungen oder beide Einrichtungen mittels der Antriebseinheit bewegt werden können.

Die Raspeleinrichtung kann scheibenförmig mit an der Stirnseite angeordneten Schneiden ausgebildet sein. Hierbei sind die. Schneiden vorzugsweise als Schneidenausbuchtungen ausgebildet, die eine Öffnung in der Stirnseite der Scheibe und eine im wesentlichen senkrecht zur Stirnseite der Scheibe angeordnete Öffnung aufweisen. Die Schneidenausbuchtungen können entsprechend einer Viertel-Kugel, in V-Form oder mit rechteckigem Querschnitt ausgebildet sein. Hierbei ist sichergestellt, dass das Lebensmittel in kleine Stücke zerkleinert wird.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Raspeleinrichtung zylindrisch ausgebildet. Hierbei sind die Schneiden an der Mantelfläche vorgesehen. Bei den Schneiden handelt es sich vorzugsweise, wiederum um Schneidenausbuchtungen. Vorzugsweise wird die Relativbewegung zwischen der Raspeleinrichtung und dem Lebensmittel bei einer zylindrischen Raspeleinrichtung durch Bewegen der Raspeleinrichtung realisiert. Dies hat den Vorteil, dass die Raspeleinrichtung erheblich leichter ist und daher weniger Masse bewegt werden muss. Die Bewegung der zylindrischen Raspeleinrichtung erfolgt vorzugsweise durch eine Drehung um ihre Längsachse, sowie ggf. zusätzlich durch ein Hin- und Herbewegen in Richtung der Längsachse. Es erfolgt somit einerseits ein Rotieren der Raspeleinrichtung und andererseits ein Verschieben der Raspeleinrichtung in Längsrichtung. Hierdurch ist ebenfalls sichergestellt, dass das Lebensmittel in kleine Stücke zerkleinert wird.

Das zerkleinerte Lebensmittel fällt aufgrund der Schwerkraft von der zylindrischen oder scheibenförmigen Raspeleinrichtung in eine Auffangeinrichtung. Vorzugsweise ist bei einer scheibenförmigen Raspeleinrichtung eine Abstreifeinrichtung vorgesehen, um ein Verstopfen der Schneiden durch Lebensmittelstücke zu vermeiden. Bei einer zylindrischen Raspeleinrichtung ist diese vorzugsweise als Hohlzylinder ausgebildet und innerhalb des Hohlzylinders eine Förderschnecke angeordnet. Durch die Förderschnecke ist ein kontinuierlicher Abtransport der zerkleinerten Lebensmittel sichergestellt. Aufgrund des Vorsehens einer Förderschnecke ist es möglich, die als Hohlzylinder ausgebildete Raspeleinrichtung in jeder beliebigen Lage, auch horizontal, anzuordnen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann ferner eine Zustelleinrichtung zum automatischen Zustellen des Lebensmittels in Richtung der Raspeleinrichtung aufweisen. Ebenso ist es möglich, die Raspeleinrichtung in Richtung des Lebensmittels zuzustellen. Sofern als Raspeleinrichtung ein Hohlzylinder eingesetzt wird, der im wesentlichen horizontal ausgerichtet ist, kann eine Zustelleinrichtung entfallen, da es hierbei möglich ist, die Zustellung des Lebensmittels aufgrund seines Eigengewichts zu realisieren.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die anliegende Zeichnung näher erläutert.

Die Figur zeigt eine schematische. Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Ein im wesentlichen quaderförmiger tiefgefrorener Fleischblock 10 ist auf einer Halteeinrichtung 12 durch geeignete Halterungen befestigt. Die Halteeinrichtung 12 ist in Richtung des Pfeils 14 in der Figur nach links und rechts verschiebbar. Hierzu ist die Halteeinrichtung 10 entsprechend einem Schlitten auf einem Tisch o. dgl. befestigt. Durch das Verschieben der Halteeinrichtung 12 in Richtung des Pfeils 14 erfolgt ein Zustellen des Fleischblocks 10 in Richtung einer Raspeleinrichtung 16.

Die Raspeleinrichtung 16 ist als Hohlzylinder ausgebildet und weist an einer Mantelfläche 18 eine Vielzahl von Schneiden 20 auf. Jede Schneide 20 ist in Form einer Viertel-Kugel ausgebildet. Die Schneiden 20 sind vorzugsweise an der Mantelfläche 18 derart angeordnet, dass jeweils eine Anzahl an Schneiden 20 entlang eines an der Mantelfläche 18 verlaufenden Rings hintereinander angeordnet ist. Hierbei ist jede zweite ringförmige Reihe an Schneiden 20 identisch ausgebildet, wobei die dazwischen, liegenden Reihen an Schneiden 20 jeweils versetzt angeordnet sind, so dass Schneiden 20 benachbarter ringförmiger Reihen zueinander auf Lücke angeordnet sind.

Das durch Drehen der Raspeleinrichtung 16 in Richtung des Pfeils 22 von dem tiefgefrorenen Fleischblock 10 abgeschnittene Fleisch fällt entweder außerhalb der zylindrischen Raspeleinrichtung 16 in der Figur nach unten in eine Auffangeinrichtung 24 oder gelangt nach innen in einen Hohlraum 26 der zylindrischen Raspeleinrichtung 16.

In dem Hohlraum 26 der Raspeleinrichtung 16 ist eine Förderschnecke 28 angeordnet, durch die in den Hohlraum 26 gelangendes zerkleinertes Fleisch in Richtung der Auffangeinrichtung 24 transportiert wird.

Um ein Zerkleinern des Fleischblocks 10 in kleine Stücke sicherzustellen, wird die Raspeleinrichtung 16 zusätzlich zu der Rotation in Richtung des Pfeils 22 in Richtung eines Pfeils 30 senkrecht zur Drehrichtung der zylindrischen Raspeleinrichtung 16 bewegt.

Vorzugsweise ist die Auffangeinrichtung 24 gekühlt, so dass das von dem tiefgekühlten Fleischblock 10 durch die Raspel 16 abgeschnittene Fleisch auf einer niedrigen Temperatur gehalten wird und unmittelbar nach dem Zerkleinern wieder gekühlt wird. Vorzugsweise erfolgt auch eine Kühlung der Raspel 16. Insbesondere ist es möglich, die gesamte Vorrichtung oder zumindest den Teil der Vorrichtung, in dem das Fleisch zerkleinert und aufgefangen wird, zu kühlen oder in einer Kühlkammer anzuordnen. Hierdurch ist ein Antauen des Fleischblocks 10 vermieden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Zerkleinern tiefgefrorener Lebensmittel, insbesondere tiefgefrorener Fleischblöcke (10), mit

    einer Halteeinrichtung (12) zur Aufnahme des Lebensmittels (10) und

    einer mehrere Schneiden (20) aufweisenden Raspeleinrichtung (16),

    wobei die Halteeinrichtung (12) und die Raspeleinrichtung (16) mittels einer Antriebseinheit zum Zerkleinern des Lebensmittels (10) relativ zueinander bewegbar sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (12) und/oder die Raspeleinrichtung (16) eine oszillierende Bewegung ausführen.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Raspeleinrichtung (16) scheibenförmig mit an der Stirnseite angeordneten Schneiden (20) ausgebildet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Schneidenausbuchtungen (20) mit einer Öffnung in der Stirnseite und einer im wesentlichen senkrecht zur Stirnseite angeordneten Öffnung vorgesehen sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Raspeleinrichtung (16) zylindrisch mit an der Mantelfläche (18) angeordneten Schneiden (20) ausgebildet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Raspeleinrichtung (16) um die Längsachse drehbar ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Raspeleinrichtung (16) entlang der Längsachse verschiebbar ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Raspeleinrichtung (16) ein Hohlzylinder mit innerhalb des Hohlzylinders angeordneter Förderschnecke (28) ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zustelleinrichtung zum Zustellen des Lebensmittels (10) in Richtung der Raspeleinrichtung (16) oder der Raspeleinrichtung (16) in Richtung des Lebensmittels (10) vorgesehen ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com