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Dokumentenidentifikation DE10107934A1 22.08.2002
Titel Mehrschichtiges Tafelbauelement zur Verwendung im Bau und dessen Herstellungsverfahren
Anmelder Droste, Klaus, 48231 Warendorf, DE
Erfinder Droste, Klaus, 48231 Warendorf, DE
Vertreter Patentanwälte Ilberg und Weißfloh, 01309 Dresden
DE-Anmeldedatum 20.02.2001
DE-Aktenzeichen 10107934
Offenlegungstag 22.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.08.2002
IPC-Hauptklasse E04C 2/24
IPC-Nebenklasse E04C 2/34   E04C 2/38   E04B 2/80   
Zusammenfassung Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Trockenbauelement zu schaffen, welches ohne Unterkonstruktion ein vollwertiges Bauelement zur Herstellung von Trennwänden in Trockenbauweise darstellt, aufgrund seiner Größe und Variabilität ein schnelles Errichten einer Trennwand ermöglicht und insbesondere sehr gute Schallschutz- und Wärmedämmeigenschaften besitzt. Gleichzeitig wird dazu ein Herstellunsgverfahren für das Trockenbauelement vorgeschlagen.
Das mehrschichtige Trockenbauelement besitzt zwischen zwei Deckschichten 1 in Plattenform weitere plattenförmige Kernschichten 2. Diese Kernschichten 2 sind in ihrer Breite kürzer als die Deckschichten 1 und bilden somit rechts und links jeweils einen nutförmigen Hohlraum 3 zwischen den Deckschichten 1. In einem dieser Hohlräume 3 ist ein Pfosten 4 eingepasst, der mit einer Hälfte diesen Hohlraum 3 ausfüllt und mit der anderen Hälfte über die Deckschichten 1 hinausragt. Eine oder mehrere Kernschichten 2 sind gekürzt und bilden dadurch Kanäle 5.
Das Einsatzgebiet der Erfindung ist der Trockenbau, vorzugsweise im Holzhausbau, bei der Herstellung von tragenden und nichttragenden Trennwänden.

Beschreibung[de]

Mehrschichtiges Tafelbauelement zur Verwendung im Bau, insbesondere für die Herstellung tragender und nichttragender Trennwände vorzugsweise im Holzhausbau und das Herstellungsverfahren dieser mehrschichtigen Tafelbauelemente.

Der Stand der Technik im Wandtrockenbau wird durch Tafelbauelemente unterschiedlichster Ausführung einzelner Trockenbauplatten, bevorzugt in mehrschichtiger Ausführung, und durch ganze Trockenbauwandsysteme gekennzeichnet.

In der DE 32 28 462 wird eine mit Pappe kaschierte geschäumte Polystyrolplatte vorgeschlagen. Die DE 36 35 350 beschreibt eine Trockenbauplatte, die mindestens zwei im Abstand voneinander angeordnete Platten besitzt. Zwischen beiden Platten ist ein Hohlraum angeordnet. An den zwei gegenüberliegenden Seitenkanten sind beide Platten durch Stege miteinander verbunden.

In der DE 296 20 751 wird eine Verbundplatte vorgeschlagen, die aus einer festen oder flexiblen Trägerschicht, wie z. B. Gipsfaserplatte, Spanplatte oder Polystyrolschaumplatte besteht, auf die eine feuchtigkeitsregulierende Deckschicht aus nativen und/oder synthetischen, miteinander verschlungenen Fasern, wie z. B. Baumwolle, Hanf, Leinen, Polyester usw. und mit Bindemitteln und Farbstoffen aufgetragen ist.

Ein Bausatz vorgefertigter Bauelemente wird in der DE 196 53 340 beschrieben. Bei dieser Lösung sind neben den Grundelementen und Plattenelementen jeweils noch Zusatzelemente vorhanden, deren Breite und deren Dicke dem Grund- oder Plattenelement oder einem ganzzahligen Vielfachen entspricht. Zusätzlich sind an den Elementen Befestigungselemente vorgesehen.

In der DE 299 09 388 wird eine mehrschichtige Schnellbau-Trockenbauplatte beschrieben, deren Kernschicht aus Polyurethan-Schaumstoff besteht. An der Kernschicht sind auf beiden Seiten als Deckschichten Gipskartonplatten befestigt. Die Trockenbauplatte besitzt weiterhin in den Randflächen Verbindungselemente zur Befestigung benachbarter Trockenbauplatten.

Weit verbreitet sind auch Trennwände in Trockenbauweise, deren Wandunterkonstruktion aus metallischen U-Profilen oder anderen Metallwandunterkonstruktionen besteht, wie z. B. in DE 43 36 077 beschrieben. Wobei hier auch noch solche Sonderfunktionen, wie feuerhemmende Wandbauelemente oder Stabilität der gesamten Wandkonstruktion eine Rolle spielen.

Bei all diesen Lösungen müssen bei einem Einsatz als Wandkonstruktion entweder erst eine Unterkonstruktion, meist aus Metall, aufgebaut werden oder die Wandplatten erbringen nicht den notwendigen Schallschutz und die Wärmedämmung, der für eine entsprechende Wand gewünscht wird.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Trockenbauelement zu schaffen, welches ohne Unterkonstruktion ein vollwertiges Bauelement zur Herstellung von Trennwänden in Trockenbauweise darstellt, aufgrund seiner Größe und Variabilität ein schnelles Errichten einer Trennwand ermöglicht und insbesondere sehr gute Schallschutz- und Wärmedämmeigenschafien besitzt. Gleichzeitig wird dazu ein Herstellungsverfahren für das Trockenbauelement vorgeschlagen.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass das Trockenbauelement in seiner Tiefe der Dicke eines Standardziegels und in seiner Breite der Länge eines Stadardziegels oder jeweils einem Vielfachen entspricht. Die Länge des Trockenbauelementes entspricht einer maximalen Zimmerhöhe. Neben der senkrechten Verlegung der Tafelbauelemente ist auch eine waagerechte Verlegung möglich. Aufgrund der erfinderischen Ausführung ist eine standsichere Konstruktion gegeben, die jederzeit mit herkömmlichen Werkzeugen auf entsprechend benötigte Größen verkleinerbar ist. Das Zusammenfügen einzelner Trockenbauelemente zu einer Wand ist auch Laien möglich. Aufgrund des Aufbaus der einzelnen Trockenbauelemente ist eine sehr gute Schallschutz- und Wärmedämmung gegeben. Mit den in den Trockenbauelementen vorhandenen Kanalführungen ist das Verlegen von Leitungen und Kabeln unterschiedlichster Art innerhalb der Trockenbauelemente problemlos durchführbar.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 2 bis 9 angegeben. Anspruch 10 beschreibt den besonderen Teil des Herstellungsverfahrens, der abweichend zu dem sonst bekannten Herstellungsverfahren ist. Die Weiterbildung nach Anspruch 2 beschreibt die Beabstandung der einzelnen plattenförmigen Kernschichten untereinander und zu den Deckschichten, um eine verbesserte Wärmedämmung und/oder Schallschutzdämmung zu erreichen. Die Beabstandung erfolgt durch den streifenförmig aufgetragenen quellfägigen Kleber. Die Weiterbildung nach Anspruch 3 befasst sich mit der Ausführungsart des im Trockenbauelement angeordneten Pfostens. Dieser kann ein Intraleimpfosten, ein- oder mehrteilig, sein. Nach den Ansprüchen 4 und 5 können die Deckschichten und die Kernschichten aus den unterschiedlichsten Platten, wie z. B. Holzfaserplatten, Holzfaserdämmplatten, Gipskartonplatten usw., auch in ihren Kombinationen, bestehen. Die Weiterbildung nach Anspruch 6 beschreibt den teilweisen Ersatz der Kernschichten durch Mineralwolle oder Zellulose. Die Weiterbildung nach Anspruch 7 beschreibt die Kennzeichnung der Kanalführung auf der Außenseite der Deckschichten zum leichteren Auffinden der Kanalführung bei verlegten Tafelbauelementen. Im Anspruch 8 sind die vorzugsweisen Größen der Trockenbauelemente beschrieben. Denkbar sind jedoch auch beliebig ausgeführte Größen. Die Weiterbildung nach Anspruch 9 beschreibt besondere Verbindungselemente als Wand-, Boden- oder Deckenverbindung.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Gleichzeitig wird der besondere Teil des Herstellungsverfahrens des Tafelbauelementes, welcher gegenüber der ansonsten bekannten Herstellungsmethode abweichend ist, mit beschrieben.

Es zeigen

Fig. 1 zwei Tafelbauelemente als Bruchstücken im Bereich ihrer Verbindung untereinander in perspektivischer Ansicht und

Fig. 2 ein Verbindungselement als Wand-, Boden oder Deckenverbindung in perspektivischer Ansicht.

Das mehrschichtige Tafelbauelement besteht aus zwei Deckschichten 1 in Plattenform. Die Deckschichten 1 bestehen im Ausführungsbeispiel aus Holzspanplatten, sogenannten OSB- Platten. Zwischen beiden Deckschichten 1 sind mehrere plattenförmige Kernschichten 2eingeklebt. Die Kernschichten 2 bestehen im Ausführungsbeispiel aus Holzfaserdämmplatten. Das Einkleben dieser Holzfaserdämmplatten erfolgt durch ein streifenförmiges Auftragen von beim Aushärten quellfähigen Klebers auf die Holzfaserplatten. Dieses Auftragen des quellfähigen Klebers stellt gleichzeitig den besonderen Verfahrensschritt bei der Herstellung der Tafelbauelemente dar. Dadurch entstehen zwischen den einzelnen Kernschichten 2 und zwischen den Deckschichten 1 und den Kernschichten 2 kleine flache Luftkanäle, die die Schall- und Wärmedämmung der Trockenbauelemente wesentlich erhöhen.

Die Kernschichten 2 sind in ihrer Breite kürzer als die Deckschichten 1. Damit entsteht rechts und links zwischen den Deckschichten 1 jeweils ein nutförmiger Hohlraum 3. In einem dieser nutförmigen Hohlräume ist ein Pfosten 4, ein Intraleimpfosten, eingepasst und eingeklebt. Der Pfosten 4 füllt mit seiner einen Hälfte diesen nutförmigen Hohlraum 3 aus und mit seiner anderen Hälfte ragt er über die Deckschichten 1 hinaus. Damit verleiht er dem Tafelbauelement auf dieser Seite die Form einer Feder. Auf der anderen Seite bleibt der nutförmige Hohlraum 3 frei und bildet damit eine Nut.

Eine oder mehrere der plattenförmigen Kernschichten 2 sind an einer oder an beiden Seiten durchgängig gekürzt und bilden somit einen oder mehrere Kanäle 5. Diese Kanäle 5 bilden innerhalb der späteren Trennwand Leitungsführungskanäle für beliebige Leitungen, Kabel usw. Auf der Außenseite der Deckschichten 1 sind diese Kanalführungen aufgezeichnet. Dies dient zum leichteren Auffinden der Kanäle 5, z. B. beim Anbohren der Kanäle 5.

Das erfindungsgemäße Tafelbauelement besitzt als Standardmaß eine Dicke von 12,5 cm, eine Breite von 25 cm von Federaußenkante bis zum gegenüberliegenden Nutgrund oder ein Vielfaches davon. Die Länge beträgt 260 cm. Davon abweichende Maße sind denkbar. Aufgrund der Materialzusammensetzung ist eine einfache Bearbeitung mit herkömmlichen Werkzeugen leicht möglich und damit eine Anpassung an gewünschte Zwischenmaße. Das Aneinanderreihen der Trockenbauelemente erfolgt immer mit der Feder, die durch den halben Pfosten 4 gebildet wird, in die freie Nut bzw. den Hohlraum 3. Beim Aneinanderfügen der einzelnen Trockenbauelemente können diese miteinander verklebt werden.

Bei einer Ausführungsform des Tafelbauelementes als tragende Wand ist der Pfosten 4 insbesondere mit den Deckschichten 1 geklammert und/oder geschraubt und/oder genagelt.

Für die Befestigung der Tafelbauelemente am Boden, der Wand und an der Decke sind ähnlich wie beim Seitenabschluß der Tafelbauelemente ein- oder mehrteilige Pfosten vorgesehen, die auf beiden Seiten ebenfalls wie beim Tafelbauelement Deckschichten besitzen, die über die Pfosten hinausragen und somit einen nutförmigen Hohlraum 30 bilden und damit die Pfosten 4 des Tafelbaulementes bis zur Hälfte überlappen.


Anspruch[de]
  1. 1. Mehrschichtiges Tafelbauelement zur Verwendung im Bau, insbesondere für die Herstellung tragender und nichttragender Trennwände, gekennzeichnet durch folgende Merkmale,
    1. - dass zwischen zwei Deckschichten (1) in Plattenform weitere plattenförmige Kernschichten (2) eingeklebt sind,
    2. - dass diese Kernschichten (2) in ihrer Breite kürzer als die Deckschichten (1) sind und somit rechts und links jeweils ein nutförmiger Hohlraum (3) zwischen den Deckschichten (1) vorhanden ist,
    3. - dass in einem der nutförmigen Hohlräume (3) ein Pfosten (4) eingepasst und eingeklebt ist, der mit einem Teil diesen nutförmigen Hohlraum (3) ausfüllt und mit dem anderen Teil über die Deckschichten (1) hinausragt,
    4. - dass eine oder mehrere der plattenförmigen Kernschichten (2) an einer oder an beiden Seiten gekürzt sind und somit einen oder mehrere Kanäle (5) bilden.
  2. 2. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die plattenförmigen Kernschichten (2) untereinander und zu den Deckschichten (1) beabstandet sind.
  3. 3. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Pfosten (4), ein Intraleimpfosten, ein Leimholzelement oder ein Träger in Sonderbauweise, ein- oder mehrteilig ausgeführt ist.
  4. 4. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschichten (1) aus Holzfaserplatten und/oder Holzfaserdämmplatten und/oder Gipskartonplatten und/oder Gipsfaserplatten und/oder anderen herkömmlichen Platten der Trockenbauweise bestehen.
  5. 5. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschichten (2) aus Holzfaserdämmplatten und/oder OSB-Platten und/oder Sperrholzplatten und/oder Gipskartonplatten und/oder anderen herkömmlichen Platten der Trockenbauweise bestehen.
  6. 6. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschichten (2) zumindest teilweise durch Mineralwolle oder einer Füllung mit Zellulose ersetzt sind.
  7. 7. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Außenseite der Deckschichten (1) die Kanalführung aufgezeichnet ist.
  8. 8. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockenbauelement als Standardmaß eine Dicke von 12,5 cm, eine Breite von 25 cm oder ein Vielfaches davon und eine Länge von 260 cm besitzt.
  9. 9. Mehrschichtiges Tafelbauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Wand-, Boden- oder Deckenverbindung zu den Tafelbauelementen ein Verbindungselement in Form eines Pfostens (4) mit rechts und links angeordneten Deckschichten (1), die über den Pfosten (4) hinausragen und einen nutförmigen Hohlraum (3) bilden, vorgesehen ist.
  10. 10. Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Tafelbauelementes zur Verwendung im Bau, insbesondere für die Herstellung tragender und nichttragender Trennwände, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Verbinden der Kernschichten (2) untereinander und mit den Deckschichten (1) ein beim Aushärten quellfähiger Kleber streifenförmig und/oder punktförmig auf die Kernschichten (2) aufgetragen wird.






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