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Dokumentenidentifikation DE4305135C2 29.08.2002
Titel Schneidwerk zum Umschneiden und Unterschneiden von Hindernissen
Anmelder Fiedler Maschinenbau und Technikvertrieb GmbH, 01877 Putzkau, DE
Erfinder Turber, Lutz, 01884 Neustadt, Sachs, DE;
Fiedler, Frank, 01877 Putzkau, DE;
Oliva, Johannes, 01844 Langburkersdorf, DE
Vertreter Mühlisch, A., Dipl.-Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 01904 Neukirch
DE-Anmeldedatum 19.02.1993
DE-Aktenzeichen 4305135
Offenlegungstag 06.10.1994
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.08.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.08.2002
IPC-Hauptklasse A01D 34/86
IPC-Nebenklasse A01D 34/66   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Schneidwerk zum Umschneiden und Unterschneiden von Hindernissen an Straßenrändern und im Gelände (z. B. Leitplanken, überstehende Sträucher), das die überstehenden Hindernisse weitgehend umgreift und dabei den umstehenden Bewuchs abschneidet nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es ist bereits aus der DE 37 36 032 A1 ein Straßenrandmäher an einem Ausleger mit vier Mähmessern bekannt, die auf Scheiben montiert, und von denen drei planetenartig um eine Mittelscheibe herum drehbar angeordnet sind. Diese Scheiben sind einem gemeinsamen Balken zugeordnet und werden gleichsinnig von einem Antrieb, der oberhalb der Scheiben angeordnet ist, angetrieben. Der Balken hat mehrere sternzackenförmig von ihm ausgehende Horizontalausleger, die jeweils eine Außenscheibe tragen. Die Horizontalausleger weisen nach außen auseinanderlaufende Außenkanten auf, wobei der so gebildete Trichterboden kreisförmig ausgebildet ist. Die als Propellermesser ausgebildeten Schneidwerkzeuge sind bis an die Außenkanten der Horizontalausleger reichend bemessen.

Mit diesem Straßenrandmäher können nur Hindernisse durch die manuelle Betätigung des Auslegers ummäht werden, da diese sich immer außerhalb der Mitte der Mittelscheibe auf der dem Antriebsfahrzeug entgegengesetzten Seite befinden müssen. Durch die hohe Bauhöhe, bedingt durch die Anordnung des Antriebes über den Scheiben, ist ein Unterschneiden von Hindernissen (Leitplanken) nicht möglich. Weiterhin bleibt ein Streifen zwischen den Messern ungemäht, wenn sich eine Außenscheibe in der Fluchtlinie vom Antriebsfahrzeug über den Mittelpunkt der Mittelscheibe befindet, also in einer Stellung, in die ein Hindernis die Außenscheibe dreht.

Aus der US-Patentschrift US 2838901 ist ein an einem Traktor mit einem flachen Tragarm befestigter, ein gleichseitiges Dreieck bildender Schneidkopf bekannt, der an jeder Ecke des Dreiecks ein Schneidwerk trägt. Der Tragarm ist gegen die Fahrtrichtung schwenkbar und wird durch einen Fuß auf dem Erdboden abgestützt. Der Mähkopf dreht sich beim auftreffen auf ein Hindernis ungerichtet aus einer Raststellung in die nächste und ist bei der Mäharbeit gegen Rotation gesichert. Dadurch können nicht alle Hindernisse beim Mähen umgangen werden, so daß der Mähkopf nur wenig unter Leitplanken greifen darf, um ein Verhaken zu vermeiden. Weiterhin kann sich am Fuß Mähgut sammeln und den Mähkopf blockieren, wie auch der Fuß sich an flachen Hindernissen verhaken kann.

Der in den Ansprüchen angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein durch einen Schwenkarm geführtes Schneidwerk von geringer Bauhöhe zu finden, das eine saubere Schnittspur erzeugt und unter Hindernisse in der Schneidspur greifend diese weitgehend sauber freischneidet, ohne daß das Antriebsfahrzeug von seiner Fahrspur abweichen muß oder eine zusätzliche Steuerung des Schneidwerkes erforderlich ist.

Damit wird der Vorteil erzielt, daß gerade beim Mähen an Straßenrändern der Randstreifen auch unter Leitplanken bei gleichmäßiger Mähgeschwindigkeit weitgehend freigeschnitten wird und ein aufwendiges manuelles Nachmähen mit kleinen Mähgeräten (z. B. Motorsensen) entfällt.

In einem Ausführungsbeispiel soll die Erfindung nachstehend näher erläutert werden. Die dazugehörige Zeichnung zeigt in

Fig. 1 ein Schneidwerk in Seitenansicht

Fig. 2 ein Schneidwerk in Draufsicht

Ein Schwenkarm (1) ist mit einem Anbaurahmen (2) an einem nicht dargestellten Fahrzeug frontseitig über ein vertikales Drehgelenk (3) befestigt, das durch die mittige Anordnung am Fahrzeug einen rechts- und linksseitigen Betrieb des Schneidwerkes ermöglicht. Der Schwenkarm (1) besteht aus mehreren Segmenten, die durch Gelenke (18) miteinander verbunden sind. Auf dem in der Nähe des Drehgelenkes (3) liegenden Ende des Schwenkarmes (1) befindet sich eine Schwenkvorrichtung (4) zum Heben und Senken der durch Gelenke (18) verbundenen Segmente des Schwenkarmes (1). Zwischen dem Anbaurahmen (2) und dem Schwenkarm (1) ist ein spezielles Feder-Dämpfungssytem (5) angebracht. An dem vom Fahrzeug wegzeigenden Ende des Schwenkarmes (1) ist ein flacher Schwenkträger (6) befestigt.

Auf dem Schwenkträger (6) ist ein Hydraulikmotor (7) gelagert, der über einen unter dem Schwenkträger (6) befindlichen Keilriemen (8) ein an dem gegenüberliegenden Ende des Schwenkträgers (6) gelagertes Zwischenrad (9) antreibt. Unter diesem Zwischenrad (9) befindet sich ein Rotationsmähkopf (10). Der Rotationsmähkopf (10) trägt drei Schneidmesser tragende Rotoren (11) die von einem Doppelkeilriemen (12), der vom Zwischenrad (9) angetrieben wird, gleichsinnig angetrieben werden, und deren Lagerstellen (13) die Eckpunkte eines gleichseitigen Dreiecks sind, dessen Mittelpunkt die Achse des Zwischenrades (9) ist. Ein Gehäuse (14) des Rotationsmähkopfes (10) umfaßt die Rotoren (11) mit dreiviertelkreisförmigen Kammern (15), die zwischen sich Einbuchtungen (16) haben, welche ein Hindernis (17) umfassen können, entsprechend dem Durchmesser des Hindernis (17). Es ist auch möglich, die Lage des Rotationsmähkopfes (10) durch eine Rasteinrichtung (19) zu bestimmen, welche am Schwenkträger (6) befestigt ist.

Während der Mäharbeit schwenkt der Schwenkträger (6) unter die überstehenden Hindernisse (17), wobei der Antrieb durch die fahrzeugseitige Lage des Hydraulikmotors (7) nicht beschädigt werden kann. Der Rotationsmähkopf (10) dreht sich langsam in Pfeilrichtung um die Achse des Zwischenrades (9) entsprechend der Rastabstände der Rasteinrichtung (19). Die Rotoren (11) drehen sich mit wesentlich höherer Geschwindigkeit, schneiden mit ihren in den Kammern (15) laufenden Messern den Bewuchs ab und lassen hinter sich einen Schwad zurück. Jedes der drei Messer schneidet eine Bahn frei, die durch die Anordnung der Rotoren (11) in Form eines gleichseitigen Dreiecks sich überdecken. Durch die Drehung des Rotationsmähkopfes (10) werden die Positionen der Rotoren (11) ständig getauscht, so daß jedes Messer gleich belastet wird.

Beim Anlaufen des Rotationsmähkopfes (10) auf ein Hindernis (17) dreht sich der Schwenkarm (1) mit dem Schwenkträger (6) um das Drehgelenk (3) entgegen der Fahrtrichtung des Fahrzeuges so weit, bis sich das Hindernis (17), vor dem Rotationsmähkopf (10) befindet und von einer Einbuchtung (16) aufgenommen wird. Nunmehr kann das Gehäuse (14) auf dem Hindernis (17) abrollen, wobei die Rasteinrichtung (19) freigegeben wird und ein freies Drehen des Gehäuses (14) um die Achse des Zwischenrades (9) bis zur nächsten Raststellung der Rasteinrichtung (19) erfolgt. Die Messer werden dicht an das Hindernis (17) geführt und es wird freigeschnitten. Nach Passieren des Hindernisses (17) wird der Schwenkarm (1) mit dem Schwenkträger (6) durch ein spezielles Feder-Dämpfungssystem (5) wieder in seine Ursprungslage zurückgeführt. Liste der verwendeten Indizes 1 Schwenkarm

2 Anbaurahmen

3 Drehgelenk

4 Schwenkvorrichtung

5 Feder-Dämpfungssystem

6 Schwenkträger

7 Hydraulikmotor

8 Keilriemen

9 Zwischenrad

10 Rotationsmähkopf

11 Rotor

12 Doppelkeilriemen

13 Lagerstelle

14 Gehäuse

15 Kammer

16 Einbuchtung

17 Hindernis

18 Gelenk

19 Rasteinrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Schneidwerk zum Um- und Unterschneiden von Hindernissen mit einem Mähwerk mit mehreren gleichsinnig von auf den Eckpunkten eines gleichseitigen Dreiecks gelagerten Rotoren (11) angetriebenen Schneidmessern mit sich teilweise überdeckenden Schneidbahnen, das an einem schwenkbaren Ausleger (1) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotoren (11) über ein im Mittelpunkt des Dreiecks gelagertes Zwischenrad (9) gleichsinnig von einem außerhalb des Mähbereichs gelagerten Antrieb angetrieben sind und sich in einem langsam um den Mittelpunkt des Dreiecks rotierenden Gehäuse (14) befinden, das am Ende eines vom Ausleger (1) getragenen extrem flachen und unter Hindernisse (17) bringbaren Schwenkträgers (6) befestigt ist, der um ein Drehgelenk (3) gegen die Fahrtrichtung des Antriebsfahrzeugs durch ein in der Schneidbahn stehendes Hindernis (17) verdrehbar ist und ein spezielles, seine Drehbewegung beeinflussendes, eine kontinuierliche und exakte Arbeitsweise erzeugendes Feder-Dämpfungssystem (5) zwischen dem Ausleger (1) und einem Anbaurahmen (2) hat.
  2. 2. Schneidwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Rotor (11) sich in einer Dreiviertelkreiskammer (15) des Gehäuses (14) befindet und daß zwischen den Dreiviertelkreiskammern (15) Einbuchtungen (16) zum Aufnehmen eines Hindernis (17) sich befinden.
  3. 3. Schneidwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß alle drei Rotoren (11) über einen gemeinsamen Doppelkeilriemen (12) über das Zwischenrad (9) angetrieben werden.
  4. 4. Schneidwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittellinie des Drehgelenkes (3) senkrecht die Längsmittellinie des Trägerfahrzeuges schneidet.
  5. 5. Schneidwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß am Schwenkträger (6) eine die Drehung und Stellung des Gehäuses (14) bestimmende Rasteinrichtung (19) über dem Zwischenrad (9) angebracht ist.






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