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Dokumentenidentifikation DE10062114A1 12.09.2002
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Prozeßleittechnik in der Druschfruchternte - Automatische Abwurfvorrichtung für Verlustprüfschalen mit Siebeinlage zur Abscheideverbesserung
Anmelder Klüßendorf-Feiffer, Andrea, 99706 Sondershausen, DE
Erfinder Klüßendorf-Feiffer, Andrea, 99706 Sondershausen, DE
DE-Anmeldedatum 13.12.2000
DE-Aktenzeichen 10062114
Offenlegungstag 12.09.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.09.2002
Addition 10150080.7
IPC-Hauptklasse A01D 41/127
Zusammenfassung Die Druschverluste beim Mähdrescher sind die Führungsgröße für die Durchsatzleistung der Maschine. Die Druschverluste werden elektronisch, jedoch nur in der Tendenz erfasst. Die elektronischen Verlustmeßgeräte müssen deshalb kalibriert werden.
Dazu fängt man mit einer Verlustprüfschale das herausgefallene Stroh und Spreu auf. Eine zweite Bedienperson war dazu bisher notwendig. Die neue Vorrichtung sieht vor, an der Hinterachse oder an anderen geeigneten Bereichen (z. B. Schneidwerk o. a.) eine Haltevorrichtung anzubringen, in die die Verlustprüfschale eingehangen wird.
Per Knopfdruck kann der Mähdrescherfahrer automatisch an jeder interessierenden Stelle einen Haltemechanismus lösen, so daß die Prüfschale quer zur Fahrtrichtung zu Boden geht. In Echtzeit kann so eine Kontrolle der tatsächlichen Verluste erfolgen. Dadurch wird sicheres, staubfreies Arbeiten ohne Zweitperson möglich, wobei an jeder beliebigen Stelle die Verluste geprüft werden können, um elektronische Verlustmeßgeräte besser zu kalibrieren und zu kontrollieren und Mähdrescher sicher an der Verlust-Leistungs-Kante zu führen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahre, um Erntemaschinen besser zu steuern entsprechend dem Oberbegriff.

Mähdrescher zählen zu den teuersten Landmaschinen und sind darüber hinaus nur in sehr kurzer Zeit einsetzbar. Hier kommt es besonders auf eine Prozeßführung an, die sich an den wichtigsten Parametern ausrichtet.

Die Mähdrescherleistung wird über zwei Regelgrößen gesteuert. Das sind zum Einen die zugelassenen Druschverluste und zum Anderen die Einstellung der Arbeitsorgane.

Je mehr Druschverluste man bewußt zuläßt, je höher ist die Fahrgeschwindigkeit und je höher ist die Mähdruschleistung.

Je besser eine Maschine in den Arbeitsorganen eingestellt ist, je geringere Verluste verursacht sie bzw. je höher liegt die Leistung.

Verluste und Einstellung sind also Führungsgrößen im Mähdrusch und wir sprechen von einer Prozeßsteuerung.

Die Verlustprüfung erfolgt heute mit Hilfe elektronischer Meßverfahren. Nach der Abscheidung durch Schüttler und Siebe verläßt das Stroh und die Spreu den Mähdrescher. Am Ende von Schüttlern und Sieben wird über piezoelektrische Geber ein Teil der Verlustkörnern erfaßt, in elektrische Signale umgewandelt und dem Mähdrescherfahrer über einen Bordcomputer zur Kenntnis gegeben.

Die Nachteile der eigentlich bequemen Erfassungsmethode liegen in der großen Ungenauigkeit. Elektronische Verlustmeßgeräte geben nur Tendenzen des Verlustanstieges wieder und nicht genaue Werte nach denen sich der Mähdrescherfahrer richten kann.

Der Einfluß der Gutbeschaffenheit der Pflanze hat einen enormen Einfluß und verfälscht die Meßergebnisse.

Es erfolgt keine Korrektur der Meßwerte und folglich richtet sich der Fahrer nach falschen Werten.

Deshalb müssen elektronische Verlustmeßgeräte kalibriert werden, um die Fahrgeschwindigkeit anschließend an den kalibrierten Verlustmeßgeräten ausrichten zu können.

Bei Mähdreschern ohne elektronische Meßeinrichtung müssen die Verluste am Ackerboden bestimmt werden. Das ist ebenfalls außerordentlich ungenau, erfordert Kenntnisse in der Hochrechnung der Verluste und ist kompliziert. Verluste werden deshalb subjektiv beurteilt, was sich negativ auf die Mähdrescherleistung und -einstellung auswirkt.

Der Anmelder hat deshalb eine einfache und handliche Verlustprüfschale entwickelt. Sie fängt die Schüttler- und Reinigungsverluste auf und man kann ohne Zählen der Körner und ohne Umrechnen die Verluste bestimmen. Die Körner werden dazu in eine Dreierkombination von Kästchen geschoben. Die Schale ist für 30 Druschfrüchte und alle Mähdreschertypen anwendbar.

Diese Verlustprüfschale erfordert bisher eine zweite Person, die diese unter das Schwad des fahrenden Mähdreschers wirft.

Das ist mit enorm viel Staub verbunden, der neben und hinter dem Mähdrescher abgeht.

Die werfende Person ist Gefahren am laufenden Mähdrescher ausgesetzt, der sich mit etwa 4-5 km/h bewegt.

Die Gefahr, daß die Schale falsch geworfen wird, unter die Räder kommt und damit zerstört wird ist groß.

Der Zeitaufwand für die zweite Person ist zu groß.

Durch das Angewiesensein auf eine Hilfsperson ist eine flexible Verlustkontrolle nicht möglich.

Die Aufgabe bestand darin, die Handhabung der Verlustprüfung zu verbessern, den Arbeitsschutz zu erhöhen und ein schnelleres, sicheres Kalibrieren der elektronischen Verlustmeßgeräte zu ermöglichen.

Die Lösung dieser Aufgabe sieht vor, hinter dem Schneidwerk des Mähdreschers auf beiden Seiten eine Vorrichtung anzubringen, die jeweils eine Verlustschale aufnimmt. Über diese Vorrichtung lassen sich die Verlustprüfschalen automatisch vom Fahrersitz aus an jeder interessierenden Stelle ausklinken.

Eine zweite Person wird dadurch überflüssig. Da die Erntetechnologie dem Trend folgt Stroh und Spreu breit zu häckseln, muß die Verlustprüfschale nicht unter dem Mähdrescher postiert werden, sondern kann auch seitlich neben den Vorderrädern abgelegt werden.

Beim Breithäckseln werden Stroh, Spreu und Verlustkörner über die Schneidwerksbreite verteilt, Verlustkörner jedoch aufgrund der Fliehkraft mehr nach außen geschleudert. Die von der Vorrichtung am Schneidwerk abgelegten Verlustprüfschalen erfassen diese Körner gut.

Eine andere Vorrichtung sieht die Anbringung zwischen den Hinterrädern unter dem Mähdrescher vor, wenn vorwiegend mit Schwadablage oder ohne Spreuverteiler gearbeitet wird. Hier können eine oder zwei Verlustprüfschalen nacheinander aufgenommen werden und ebenfalls über Magnet- oder andere Schalter ausgelöst werden.

Eine weitere Lösung sieht vor, die Auswertung der Verluste in den Prüfschalen zu erleichtern, in dem in die Verlustprüfschale ein Sieb eingebracht wird. Es fährt zur schnelleren Entmischung der Körner von Stroh und Spreu.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels (siehe Fig. 1)

Zwei L-Schienen (1), die am Schneidwerk oder an anderer geeigneter Stelle befestigt werden, nehmen die Verlustprüfschale auf.

Sie dienen zugleich als Führung für die Verlustprüfschale und lassen ca. 0,5 cm Luft, damit die Prüfschale beim Auslösen der Halterung aus den leicht schräg nach unten gestellten Schienen herausrutschen kann. Die Schräge muß so gewählt werden, daß die Verlustprüfschale durch die eigene Schwerkraft herausrutscht, jedoch auf dem Boden nicht umschlägt.

Zwei Querstreben (2) halten die Schienen am Schneidwerk oder anderer Stelle. Eine querverlaufende Strebe (3) bringt Stabilität und die Befestigungsmöglichkeit für die Halterung bzw. Auslöser.

An der Querstrebe (3) ist eine Haltegabel (4) beweglich durch Federn (5) montiert. So kann man die Haltegabel öffnen und die Prüfschale z. B. nach der Verlustmessung schnell wieder in die Schiene führen und die Halterung über die Federn schließen. Eine elektrische Leitung (6) vom Fahrhaus aus ermöglicht das Betätigen eines Elektromagneten (7) oder anderes zum Öffnen der Haltegabel. Auch eine andere Abwurfvorrichtung ist denkbar.

Die Verlustprüfschale selbst soll mit einem Sieb versehen werden (siehe Fig. 2). Die Siebe haben unterschiedliche Maschenweiten für unterschiedliche Kulturen. Das Sieb (1) wird etwa auf halber Höhe der Schale (2) auf Abstandshalter (3) abgelegt und mit etwa 4 dehnbaren Verschlüssen (4) am Schalenrand befestigt. Damit die Verschlüsse nicht verlorengehen, sind diese am Maschengitter fest eingehangen und werden nach dem Einlegen des Siebes nur über den Schalenrand gezogen. Der Schalenrand ist rund abgebördelt, so daß die Verschlüsse darunterfassen können.

Das Sieb wird jeweils auf die Schalengröße zugeschnitten und mit einem Kantenschutz versehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung und Verfahren zur Prozeßleittechnik in der Druschfruchternte zum automatischen Ablegen von Verlustprüfschalen dadurch gekennzeichnet, daß Verlustprüfschalen nicht mehr per Hand sondern automatisch abgelegt werden können.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Haltevorrichtungen hinter dem Schneidwerk bzw. unter dem Mähdrescher angebracht wird.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese Haltevorrichtungen die Verlustprüfschalen aufnimmt und diese an jeder interessierenden Stelle der Verlustkontrolle wieder ausgelöst werden können.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtungen hinter dem Schneidwerk so angebracht sind, daß die Schalen beim Auslösen außen neben den Vorderrädern zum Liegen kommen und so bei Stroh- und Spreuverteilung die Verluste erfassen.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung bei Schwadablage auch unter dem Mähdrescher angebracht sein kann, um die Verluste bei Schwadablage zu erfassen.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung zugleich Führungsfunktion für die Schale einnimmt, um sie bei Auslösen in leicht geneigter Stellung mit eigener Schwerkraft auf den Boden gleiten zu lassen.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Haltegabel die Prüfschale in der Vorrichtung hält und über Magnetschalter oder andere Schalter geöffnet werden kann.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigung des Auslösens vom Fahrersitz aus erfolgen kann.
  9. 9. Verfahren und Vorrichtung zur Prozeßleittechnik in der Druschfruchternte zum Erleichtern der Prüfschalenauswertung dadurch gekennzeichnet, daß die Prüfschalen mit einem Sieb versehen werden, das die Abscheidung der Körner vom Stroh und Spreu erleichtert.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß es verschiedene Siebgrößen geben wird, um unterschiedliche Druschfrüchte abzuscheiden.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Sieb mit Hilfe von biegsamen Klammern die über dem Schalenrand gezogen werden, befestigt wird und somit schnell und einfach lösbar und arretierbar ist.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Klammern mit dem Sieb fest verbunden sind, damit sie bei Gebrauch nicht verlören gehen






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