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Dokumentenidentifikation DE69900852T2 12.09.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 1091746
Titel VERWENDUNG VON ISOOSMOTISCHE SALZLÖSUNGEN ZUR HERSTELLUNG VON CERUMENOLYTISCHER PHARMAZEUTISCHER PRÄPARATE
Anmelder Laboratoires Goemar S.A., Saint-Malo, FR
Erfinder YVIN, Jean-Claude, F-35400 Saint Malo, FR;
CADUDAL, Isabelle, F-35540 Plerguer, FR;
TABARY, Olivier, F-51100 Reims, FR
Vertreter von Kirschbaum, A., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 82110 Germering
DE-Aktenzeichen 69900852
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 29.06.1999
EP-Aktenzeichen 999265671
WO-Anmeldetag 29.06.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/FR99/01564
WO-Veröffentlichungsnummer 0000000208
WO-Veröffentlichungsdatum 06.01.2000
EP-Offenlegungsdatum 18.04.2001
EP date of grant 30.01.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.09.2002
IPC-Hauptklasse A61K 35/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung hat ein zerumenolytisches Medikament zum Gegenstand, d. h. ein Medikament, das geeignet ist, Ohrenschmalzpfropfen aufzulösen.

Es wird daran erinnert, daß Ohrenschmalz eine gelbbraune, sehr fette Substanz ist, die, indem sie sich zusammenballt, Pfropfen bildet und die durch Talgdrüsen sekretiert wird, mit denen der äußere Gehörgang ausgestattet ist, der die Ohrmuschel mit dem Trommelfell verbindet.

Die Ohrenschmalzpfropfen verursachen Ohrensausen und beeinträchtigen das Hören.

Es sind bereits Ohrenschmalzauflösungsmedikamente und -präparate bekannt, d. h. Produkte, die zur Auflösung von bestehenden Ohrenschmalzpfropfen und zur Verhinderung der Bildung von neuen Pfropfen bestimmt sind.

Ganz besonders ist ein Ohrenschmalzauflösungspräparat auf der Grundlage von gereinigtem und sterilisiertem Meerwasser mit wenigstens 36 g Salz pro Liter bekannt, das unter der Marke AUDISPRAY für die Firma DIEPHA in den Handel gebracht wird.

Die bestehenden Ohrenschmalzauflösungsmedikamente und -präparate stellen im allgemeinen zufrieden, aber ihre Wirksamkeit ist verbesserbar.

Und die Firma der Anmelderin hat das Verdienst, nach Abschluß gründlicher Forschungsarbeiten ein Ohrenschmalzauflösungsmedikament mit einer Wirksamkeit entwickelt zu haben, die deutlich höher als diejenige der bereits bestehenden Ohrenschmalzauflösungsprodukte ist.

Das Medikament gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß es auf einer isoosmotischen Salzlösung beruht.

Diese isoosmotische Salzlösung ist gekennzeichnet:

- durch einen pH-Wert von 7,8 bis 8,3,

- durch eine Dichte von 1,008 bis 1,01,

- durch einen Trockenmassenanteil von 1 bis 2% im Gewicht, und

- durch eine chemische Zusammensetzung, die sich, was ihre hauptsächlichen Elemente angeht, aus der nachfolgenden Tabelle A ergibt:

TABELLE A

Natrium (Na) von 2000 bis 2600 mg/l

Kalium (K) von 40 bis 80 mg/l

Chloride (Cl) von 5800 bis 6000 mg/l

Calzium (Ca) von 300 bis 400 mg/l

Magnesium (Mg) von 1200 bis 1500 mg/l

Demzufolge beruht die Erfindung auf der Benutzung einer isoosmotischen Salzlösung, die insbesondere ausgehend von Meerwasser erhalten wird, zur Erzielung eines Medikamentes, das für eine Ohrenschmalz auflösende Behandlung bestimmt ist.

Zum Aufbereiten dieser isoosmotischen Lösung kann in der nachfolgend angegebenen Weise vorgegangen werden.

Es wird als Ausgangsmaterial Meerwasser benutzt, das in vorteilhafter Weise aus einer Tiefe von 5 bis 10 Meter in einer Zone mit starken Strömungsbewegungen entnommen wird und das durch ein Salzgehalt von mehr als 32 g/l gekennzeichnet ist.

Dieses Wasser wird analysiert, geklärt und dann schnell:

- durch Elektrodialysetechnik von Natrium entzogen, bis die Isotonizität etwa 9 Äquivalentgramm Natriumchlorid im Liter beträgt,

- gefiltert und

- unter sterilen Bedingungen in einem Tank aus nichtoxidierbarem Stahl eingelagert.

Es wird in diesem Zustand erneut analysiert, um

- seine Sterilität,

- seine (physiologische) Isotonizität

nachzuprüfen.

Schließlich wird es in steriler Weise in einem bei kontrollierter Atmosphäre besonders behandelten Raum konditioniert.

Die Arbeiten, die es erlaubt haben, die Ohrenschmalzauflösungseigenschaften der isoosmotischen Salzlösungen und ihre Überlegenheit gegenüber bereits bestehenden Ohrenschmalzauflösungsmedikamenten und -präparaten deutlich zu machen, werden nachfolgend beschrieben.

Im Rahmen dieser Arbeiten ist der Ohrenschmalzauflösungseffekt auf menschliche Ohrenschmalzpfropfen geprüft worden, indem man auf diese Pfropfen einerseits die gemäß der Erfindung benutzte isoosmotische Salzlösung und andererseits die folgenden bekannten Produkte einwirken ließ, nämlich:

- dasjenige, das unter der Marke AUDISPRAY durch die Firma DIEPHA in den Handel gebracht wird, wobei es sich um ein Präparat auf der Grundlage gereinigten und sterilisierten Meerwassers handelt,

- dasjenige, das unter der Marke C-FLUID durch das Laboratoire LCO in den Handel gebracht wird, wobei es sich um eine natürliche wässerige Lösung handelt, die Calzium-, Natrium- und Magnesiumsalz in ionisierter Form enthält,

- dasjenige, das als Medikament unter der Marke CERUMENOL durch die Laboratoires Jean-Paul MARTIN in den Handel gebracht wird, wobei es sich um eine Polysorbat 80-Lösung von 0,5% handelt,

- dasjenige, das als Medikament unter der Marke CÉRULYSE durch das Laboratoire CHAUVIN SA in den Handel gebracht wird, wobei es sich um ein Produkt handelt, das Xylen als aktive Grundlage enthält,

- dasjenige, das in Form eines Hygienepräparates unter der Marke A CÉRUMEN durch die Laboratoires GILBERT in den Handel gebracht wird, wobei es sich um ein Produkt auf der Grundlage von Betain-PEG-120-Methylglucosedioleat und von Alkylamidopolypeptid, einem TEA-Salz handelt,

- dasjenige, das in Form eines Medikamentes in den Handel gebracht wird, das unter der Marke OTOLYSINE durch das Laboratoire CHAUVIN verkauft wird, wobei es sich um ein Medikament auf der Grundlage von Triethanolamin-Caprylat und Caprylsäure handelt.

Zwei Versuchsreihen sind durchgeführt worden; die erste bezog sich auf Ohrenschmalze junger Erwachsener und die zweite auf Ohrenschmalze älterer Personen.

Bei der ersten Versuchsreihe wurden in Hämolyseröhren und mit Inkubation bei 37ºC Ohrenschmalzpfropfenmengen von jeweils 0,1 g in jeweils 5 ml einerseits der gemäß der Erfindung benutzten isoosmotischen Salzlösung (Lösung A) bzw. andererseits jedes der nachstehend angegebenen Produkte verdünnt, nämlich:

AUDISPRAY Lösung B

C-FLUID Lösung C

CÉRUMENOL Lösung D

CÉRULYSE Lösung E

A CÉRUMEN Lösung F

OTOLYSINE Lösung G.

Bei der zweiten Versuchsreihe ist in gleicher Weise mit Mengen von 0,1 g Ohrenschmalz einerseits in 5 ml der gemäß der Erfindung benutzten isoosmotischen Lösung und andererseits in 5 ml der nachfolgend angegebenen Produkte vorgegangen worden:

AUDISPRAY Lösung B'

CÉRUMENOL Lösung D'

CÉRULYSE Lösung E'

A CÉRUMEN Lösung F'

OTOLYSINE Lösung G'.

Bei den beiden Versuchsreihen ist der lytische Effekt der verschiedenen Lösungen (Photoaufnahmen nach 0 min, 1 min, 3 min, 5 min, 15 min, 30 min und 45 min) analysiert worden, wobei selbstverständlich ist, daß vor jeder Photoaufnahme die Röhren einmal umgekehrt wurden, um die Auflösung des Pfropfens sichtbar zu machen.

Um den lytischen Effekt zu überprüfen und die optimalen Aufnahmebedingungen zu finden, sind diese Versuche dreimal mit geringeren Mengen des Materials wiederholt worden, das aus Pfropfen junger Patienten gebildet war, wobei die vorherigen Konzentrationen beibehalten worden sind; mit anderen Worten, es wurden Mengen von 0,02 g für 1 ml Ohrenschmalzauflösungsprodukt benutzt.

Die Prüfung der entsprechenden Photos zeigt die Überlegenheit der gemäß der Erfindung benutzten isoosmotischen Lösung.

Der Ohrenschmalz auflösende Effekt der benutzten isoosmotischen Salzlösung gemäß der Erfindung und der Ohrenschmalz auflösenden Produkte des vorstehend angegebenen Standes der Technik ist auch durch Densitometrie analysiert worden (es handelt sich um Analysen, die mit Hilfe des Densitometers BIORAD durchgeführt worden sind, wobei digitalisierte Bilder entsprechend den verschiedenen Lösungen A bis 6 und A' bis G' als Photos aufgenommen werden), dies um den Auflösungseffekt der Ohrenschmalzpfropfen durch Prüfung der Trübung auszuwerten, die in den Röhren auftritt. Je größer der gemessene Wert der Densitometrie ist, desto erheblicher ist die Trübung und desto größer ist der Ohrenschmalz auflösende Effekt.

Die Ergebnisse der densitometrischen Messungen sind in den nachfolgenden Tabellen B und C zusammengefaßt.

Die Tabelle B betrifft die erste Versuchsreihe.

TABELLE B

In dieser Tabelle ist für jede Lösung der gemessene Wert der Densitometrie zur Zeit 0 (T = 0), dann nach 3 min (T = 3), 5 min (T = 5), 15 min (T = 15), 30 min (T = 30 min) und 45 min (T = 45) angegeben.

Die Tabelle C, die auf gleiche Weise wie die Tabelle B gebildet wird, faßt die Ergebnisse der zweiten Versuchsreihe zusammen.

TABELLE C

Die in den Tabellen B und C zusammengefaßten Ergebnisse lassen die Überlegenheit der isoosmotischen Salzlösung gemäß der Erfindung klar aufscheinen.

Zum bequemeren Vergleich der in den Tabellen B und C zusammengefaßten Ergebnisse sind die Ergebnisse dieser Tabellen auf die Graphiken der Fig. 1 bzw. 2 übertragen, welche die Änderung der Densitometrie als Funktion der in Minuten ausgedrückten Zeit zeigen.

Die neuen Ohrenschmalz auflösenden Medikamente gemäß der Erfindung können durch Einsprühung oder durch Einträufelung in Form von Tropfen in den äußeren Gehörgang des Ohres zugeführt werden.

Bei Vorliegen von Ohrenschmalzpfropfen können sie vorteilhaft in Form von zwei täglichen Einsprühungen oder Einträufelungen während einer Zeitdauer von 3 bis 4 Tagen zugeführt werden.

Der regelmäßigen Hygiene halber können sie vorteilhaft zwei bis drei Mal pro Woche zugeführt werden und öfter im Falle von Hörprothesenträgern, um einen guten Betrieb des Gerätes zu begünstigen.


Anspruch[de]

1. Verwendung von isoosmotischen Salzlösungen, die insbesondere aus Meerwasser gewonnen werden, zur Erlangung eines Medikaments, das für eine Ohrenschmalz auflösende Behandlung bestimmt ist.

2. Verwendung nach Anspruch 1 einer isoosmotischen Salzlösung, gekennzeichnet:

- durch einen pH-Wert von 7,8 bis 8,3,

- durch eine Dichte von 1,008 bis 1,01,

- durch einen Trockenmassenanteil von 1 bis 2% im Gewicht,

- durch eine Osmolalität von 305 bis 315 mOsmol/kg, und

- durch eine chemische Zusammensetzung, die sich, was ihre hauptsächlichen Elemente angeht, aus der nachfolgenden Tabelle A ergibt:

TABELLE A

Natrium (Na) von 2000 bis 2600 mg/l

Kalium (K) von 40 bis 80 mg/l

Chloride (C1) von 5800 bis 6000 mg/l

Calzium (Ca) von 300 bis 400 mg/l

Magnesium (Mg) von 1200 bis 1500 mg/l







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