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Dokumentenidentifikation DE10048528A1 19.09.2002
Titel Vorrichtung zur Reinigung von in Regenüberlaßbauwerken eingebauten Rechen
Anmelder Edelstahl und Metallbau Freital GbR - Karl-Heinz Schöffel und Olaf Eißner, 01705 Freital, DE
Erfinder Eißner, Olaf, 01737 Tharandt, DE
Vertreter Heyner, K., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.habil., Pat.-Anw., 01217 Dresden
DE-Anmeldedatum 25.09.2000
DE-Aktenzeichen 10048528
Offenlegungstag 19.09.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.2002
IPC-Hauptklasse E02B 5/08
IPC-Nebenklasse E03F 5/14   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung von Rechenrosten, die in Kanälen von Regenüberlaßbauwerken zur Zurückhaltung von grobem Schmutz oder festen Teilen bzw. Stoffen im Einsatz sind.
Nach der Konzeption der Erfindung befindet sich auf der - ausgehend von der Fließrichtung des Wassers - Rückseite des Rechens bzw. der Rechenalage (1) ein zum Rechenrost beabstandet verfahrbares Spülrohr (2). Über das Spülrohr (2) verteilt sind Düsen (5) angeordnet, aus denen Wasserstrahlen unter hohem Druck austreten und gegen die Gitterelemente (1.1) der Rechen prallen und auf diesem Wege im Bedarfsfall das Gitter der Rechen freispülen.
Das Spülrohr (2) ist an einem Spülwagen (3) montiert, der in Richtung der horizontalen Erstreckung der Rechenanlage (Bewegung in x-Richtung) an Führungsschienen (4) mittels eines geeigneten Antriebes verfahrbar ist. Die Beaufschlagung der Rechenanlage (1) mit Hochdruck-Wasserstrahlen in der y-Ausdehnung eines jeden Rechens erfolgt zu jeder Position in x-Richtung bei der Bewegung des Spülwagens (3) in x-Richtung über die abhängig von der geometrischen Anordnung der Gitterstäbe (1.1) beabstandet am Spülrohr (2) angeordneten Düsen (5).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung von Rechenrosten, die in Kanälen zur Zurückhaltung von grobem Schmutz oder festen Teilen bzw. Stoffen im Einsatz sind.

Hauptfunktion solcher Rechen ist dabei, daß eine zuverlässige Zurückhaltung dieser Stoffe bzw. Teile bei andauernder Durchströmung der Rechen durch das diese Stoffe/Teile mitführende Wasser oder Abwasser gegeben ist, die Rechen also nicht verstopft werden.

Derartige Rechenroste müssen je nach Schmutzanfall in bestimmten, abhängig vom Schmutzanfall unterschiedlichen Zeitabständen gereinigt werden.

Zur Durchführung des Reinigungsprozesses sind aus dem Stand der Technik (DE 80 23 354 U1, DE 80 02 092 U1, DE 79 15 371 U1, DE 76 20 843 U1, DE 75 32 760 U1) verschiedene harkenartige Abstreifvorrichtungen bekannt, die durch mechanischen Eingriff in den Rechen, Auf- und Abbewegung am Rechen und zwischen den Rechenstäben die am Rechen angesammelten Ablagerungen abheben bzw. abstreifen.

Bei der Reinigungsvorrichtung für in Kanäle eingebaute Rechenroste nach DE 79 15 371 U1 ist die auf dem Rechen gleitende und an einer Bewegungseinrichtung angeordnete Harke mit einem Abstreifer versehen, der ebenfalls mit einem Antriebsmotor gekoppelt ist.

DE 76 20 843 U1 beschreibt derartige mechanische Rechenreiniger, bei denen die Rechenharke mittels einer Stelleinrichtung an einem geeigneten Tragegerüst verfahrbar ist.

Abgeleitet vom Stand der Technik und den Anforderungen der Praxis ist es Aufgabe der Erfindung eine Reinigungsvorrichtung für Rechenroste zu entwickeln, bei der kein mechanischer Eingriff und keine derartige Berührung zwischen den Reinigungselementen und dem zu reinigenden Rechen bzw. der Rechenanlage erforderlich ist.

Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Patentanspruch 1 angegeben. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Nach der Konzeption der Erfindung befindet sich auf der - ausgehend von der Fließrichtung des Wassers - Rückseite des Rechens bzw. der Rechenanlage ein zum Rechenrost beabstandet verfahrbares Spülrohr. Über das Spülrohr verteilt sind Düsen angeordnet, aus denen Wasserstrahlen unter hohem Druck austreten und gegen die Gitterelemente der Rechen prallen und auf diesem Wege im Bedarfsfall das Gitter der Rechen freispülen.

Das Spülrohr ist an einem Spülwagen montiert, der in Richtung der horizontalen Erstreckung der Rechenanlage (Bewegung in x-Richtung) an Führungsschienen mittels eines geeigneten Antriebes verfahrbar ist. Die Beaufschlagung der Rechenanlage mit Hochdruck-Wasserstrahlen in der y-Ausdehnung eines jeden Rechens erfolgt zu jeder Position in x-Richtung bei der Bewegung des Spülwagens in x-Richtung über die abhängig von der geometrischen Anordnung der Gitterstäbe beabstandet am Spülrohr angeordneten Düsen.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die zugehörige Zeichnung.

Fig. 1 zeigt die schematische Darstellung einer Ausführungsvariante für eine Rechenanlage für Regenauslaßbauwerke in der Draufsicht.

Die Rechenanlage 1 besteht hier aus drei einzelnen Segmenten mit einem Rahmen aus Kastenprofil und dazwischen eingeschweißten horizontalen Gitterstäben 1.1 aus Flachmaterial 40 × 8 mm in einem Abstand von 8 mm. Dieser Abstand kann je nach Bauwerk und statischen Erfordernissen verändert werden.

Die einzelnen Segmente 1 werden in der Höhe und Breite dem jeweiligen Bauwerk angepaßt. In der Breite der Segmente ist ein Maß von ca. 1 m vorgesehen, damit bei der Montage in den betreffenden Bauwerken die vorhandenen Kanalöffnungen genutzt werden können und somit keine zusätzlichen Montageöffnungen eingebracht werden müssen. Diese Rahmen werden in dem Bereich der Wehrkante montiert und gegebenenfalls, je nach Bauwerk, mit evtl. notwendigen Verstrebungen laut statischen Erfordernissen versehen.

Im Bereich Überlauf werden an der Ober- und Unterkante über die gesamte Wehrlänge jeweils eine Führungsschiene 4.1, 4.2 und eine Antriebszahnstange für die Bewegung des Spülwagens 3 montiert. Die Montage der Führungsschienen erfolgt an den seitlichen Stützen 8. Der Spülwagen 3 verfährt, gehalten in einer oberen und unteren Führung, in x-Richtung und besteht aus einem Antriebssegment und dem Spülrohr 2 DN 50 mit beispielsweise acht eingesetzten Flachstrahldüsen 5 (Winkel 25°, Durchmesser 0,4 mm), die horizontal in Richtung zum Rechen 1 angeordnet sind. Der Ausgangsdruck je Düse beläuft sich auf ca. 140 bar und erbringt eine austretende Wassermenge von ca. 180 Litern pro Stunde.

Der Antrieb des Spülwagens 3 erfolgt mit Hilfe eines Getriebemotors. Die Motorsteuerung vertilgt über eine automatische Wendeeinrichtung an den jeweiligen Endpunkten der Wehranlage. Integriert in diese Steuerung ist eine Schutzabschaltung für die Gesamtanlage.

In einem freien Bereich des Bauwerkes wird eine Druckerhöhungsanlage für die Druckwasserbereitstellung montiert. Die Speisung der Anlage mit Wasser ist aus einer Wasserleitung vorgesehen.

Bei dem Ansteigen des Abwassers im Kanal und dem Überströmen in den Überlauf wird die gesamte Anlage mit Hilfe eines Füllstandmessgerätes in Betrieb gesetzt. Von der Druckerhöhungsanlage gelangt das Wasser über den Schlauchanschluß 6 zum Spülrohr 2. Durch die im Spülrohr 2 eingesetzten Sprühdüsen 5 entweicht das Wasser, mit einem einstellbaren Druck in Richtung Kanal und reinigt dadurch die Rechenanlage 1 von den sich festgesetzten Feststoffen und führt diese durch Wasserverwirbelungen zurück in den Kanalfluß. Die Reinigungszyklen sind auf der gesamten Länge der Rechenanlage 1 mit einer Reinigung im Minutentakt vorgesehen.

Nach dem Absinken des Wasserstandes wird noch eine Nachreinigung des Rechens 1 von ca. 5 Minuten durchgeführt. Wahl und Einstellung des Wasserdruckes sollte so erfolgen, daß die Feststoffe bei vollem Überlauf weit genug (beispielsweise ca. 70 Zentimeter) in den Kanallauf zurückgespült werden. Dadurch wird zu jeder Zeit ein ungehindertes Ausströmen des Wassers durch die Rechenanlage ermöglicht.

Die gesamte elektrische Anlage wird in Ex- und Überströmungsschutz erstellt.

Auf Grund der nur wenigen eingesetzten mechanischen Bauteile dieser Anlage ist diese als sehr wartungsarm im Vergleich zu anderen Anlagen anzusehen. Ein Einbau dieser Anlagen ist auch in Bauwerken mit Radien im Kanalverlauf möglich. LISTE DER BEZUGSZEICHEN 1 Rechen, Rechenanlage

1.1 horizontale Gitterstäbe

2 Spülrohr

3 Spülwagen

4 Führungsschienen

4.1 obere Führungsschienen

4.2 untere Führungsschienen

5 Austrittsdüsen

6 Schlauchanschluß für Hochdruckmedium

7 Kabelanschluß für Elektroantrieb

8 Stützen


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Reinigung von in Regenüberlaßbauwerken eingebauten Rechen dadurch gekennzeichnet, daß auf der Abströmseite des Rechens (1) oder der Rechenanlage ein zum Rechenrost (1) beabstandet angeordnetes Spülrohr (2) vorhanden ist, das sich in y-Richtung über die Höhe des Rechenrostes (1) erstreckt und auf den Rechenrost weisende Austrittsdüsen (5) für ein Hochdruckmedium besitzt und das Spülrohr (2) in Richtung der horizontalen Erstreckung des Rechens oder der Rechenanlage mittels einer geeigneten Aufhängung und Führung sowie eines zugehörigen Antriebes mit Steuerung verfahrbar angeordnet ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das sich in y-Richtung erstreckende Spülrohr (2) zumindest an seinem oberen Einströmende für das Hochdruckmedium an einem Spülwagen (3) befestigt ist, der auf einer oberen und unteren Führungsschiene (4.1, 4.) gleitend in x-Richtung beweglich ist, und der Spülwagen (3) über einen Schlauchanschluß (6) für das Hochdruckmedium sowie einen Kabelanschluß (7) für den Elektroantrieb des Spülwagens (3) mit Spülrohr (2) verfügt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstände der Düsen (5) im Spülrohr in etwa den Abständen der horizontalen Gitterstäbe (1.1) der Rechen (1) entsprechen.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rechenanlage (1) aus einzelnen Segmenten besteht, die in ihrer Höhe und Breite dem jeweiligen Bauwerk und den vorhandenen Montageöffnungen oder Zugängen zum Bauwerk angepaßt sind.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß entlang der oberen Führungsschiene (4.1) eine Antriebszahnstange für den Spülwagen (3) montiert ist und zum Antrieb des Spülwagens (3) eine Getriebemotors vorgesehen ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Motorsteuerung für den Spülwagen (3) eine automatische Wendeeinrichtung an den jeweiligen horizontalen Endpunkten in x-Richtung der Rechenanlage (1) beinhaltet.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Inbetriebsetzung automatisch bei Ansteigen des Wassers im Kanal und Überströmen in den Überlauf mittels eines Pegelmeßgerätes erfolgt und der Spülwagen (3) in einstellbaren Zeitabständen und Betriebszeiten vor der Rechenanlage (1) reversiert.






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