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Dokumentenidentifikation DE69619119T2 19.09.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0857138
Titel BRENNKRAFTMASCHINE FÜR MOTORRAD
Anmelder Midy, Olivier, Jucy en Brie, FR
Erfinder Midy, Olivier, Jucy en Brie, FR
Vertreter Eisenführ, Speiser & Partner, 14195 Berlin
DE-Aktenzeichen 69619119
Vertragsstaaten DE, GB, IT
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 21.10.1996
EP-Aktenzeichen 969349489
WO-Anmeldetag 21.10.1996
PCT-Aktenzeichen PCT/FR96/01645
WO-Veröffentlichungsnummer 0009715486
WO-Veröffentlichungsdatum 01.05.1997
EP-Offenlegungsdatum 12.08.1998
EP date of grant 06.02.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.2002
IPC-Hauptklasse B62M 7/02
IPC-Nebenklasse F02B 61/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Motorrad. Man unterscheidet im Stand der Technik grundsätzlich drei verschiedene Typen von Motoren für Motorräder: Reihenmotoren mit Zylindern in Reihen- oder in geneigter Anordnung, Motoren mit Zylindern mit V-Anordnung und Motoren mit gegenüberliegenden Zylindern (Boxeranordnung).

Die Erfindung bezieht sich auf den letztgenannten Bautyp. Motoren mit gegenüberliegenden Zylindern oder Flachmotoren (Boxermotoren) bieten eine hervorragende Ausgeglichenheit, und ein Unterdrücken des größten Teils der rotatorischen und alternativen Massenträgheitskraftkomponenten. Insbesondere sind die freien Kräfte erster Ordnung und die freien Kräfte zweiter Ordnung sowie die freien Momente erster Ordnung und die freien Momente zweiter Ordnung im wesentlichen aufgehoben. Aus dem Stand der Technik sind Verwirklichungen von Motoren mit zwei gegenüberliegenden Zylindern, sogenannte "flat twin" (Zweizylinderboxer) oder auch Vier- oder Sechszylindern bekannt, die von zwei oder drei Paaren gegenüberliegender Zylinder gebildet werden. In allen Fällen sind die Zylinder seitlich angeordnet. Diese Anordnung, die sich unter dem Gesichtspunkt des Ausgleichs der Kräfte anbietet, bietet nichtsdestotrotz den Nachteil bedeutender seitlicher Ausmaße, die die Fahreigenschaften des Motorrades beeinträchtigen.

Man hat im Stand der Technik auch Motorräder beschrieben, die einen Motor mit in Längsrichtung ausgerichteten, gegenüberliegenden Zylindern aufweisen. Dies führt in allen Fällen zu exzessiven Ausmaßen. Außerdem ist der hintere Zylinder schlecht gekühlt und die Zusammenstellung passt nicht zu einem modernen Motorraddesign, insbesondere soweit Radstand und die Position und Anlenkung des Schwingarms betroffen sind.

Ein Patent aus dem Stand der Technik, das Britische Patent 1348989, beschreibt ein Motorrad mit einem Motor mit luftgekühlten, gegenüberliegenden Zylindern, bei denen die Zylinderachsen mit der Längsachse einen Winkel zwischen 30º und 45º bilden. Der vordere Auspuff befindet sich unter dem Zylinder, während sich der hintere Auspuff über dem Motor befindet. Das Dokument führt unter anderem aus, dass es vorteilhaft ist, den Winkel des Motors zu vergrößern, um die Kühlung zu verbessern. Auf jeden Fall wird der Fachmann dazu geführt, einen bedeutenden Winkel zu wählen, denn je kleiner der Winkel ist, desto mehr "maskiert" der vordere Zylinder einen Teil des hinteren Zylinders, der in seiner Kühlung beeinträchtigt ist.

Die Erfindung hat zum Ziel, diese Nachteile zu vermeiden und schlägt ein Motorrad vor, welches einen Motor aufweist, der die Vorteile eines Motors mit gegenüberliegenden Zylindern bewahrt und mit den zulässigen Ausmaßen eines modernen Motorrads kompatibel ist. Zu diesem Zweck betrifft die Erfindung insbesondere ein Motorrad mit einem Boxermotor, bei dem die Achsen der Zylinder in einer vertikalen Längsebene angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinderachsen gegenüber der Horizontalachse in einem Winkel zwischen 15º und 30º, vorzugsweise in der Größenordnung von 25º geneigt sind.

Diese Neigung, vollkommen unüblich für ein Motorrad, erlaubt es in vorteilhafter Weise, den optimalen Ausgleich des Motors mit akzeptablen seitlichen und Längsausmaßen zu verbinden.

Vorzugsweise sind die Zylinder durch einen Kühlflüssigkeitskreislauf gekühlt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Achsen der Zylinder in einem Winkel von etwa 25º gegenüber einer Horizontalachse geneigt. Diese Ausführungsform erlaubt es, die Längsausmaße des Motors zu verringern, ohne dadurch die Erhöhung des Motors allzu sehr zu vergrößern oder in nachteiliger Weise den Schwerpunkt des Motors anzuheben.

Vorzugsweise sind die Antriebs- und Hauptwellen unter dem hinteren Zylinder und hinter der Kurbelwelle angeordnet. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Auspuffkrümmer und -rohre der Zylinder nach unten gerichtet.

Die Erfindung möge durch Lektüre der folgenden Beschreibung besser verständlich sein, die sich auf die anliegenden Zeichnungen bezieht, von denen:

- Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Motorrades darstellt,

- Fig. 2 eine perspektivische Ansicht des Motors in vergrößertem Maßstab.

Das Motorrad weist in bekannter Weise einen Rohrrahmen (1) auf, eine Gabel (2), welche ein Vorderrad (3) trägt und Federelemente (4), die mit einem Arm (5) verbunden sind, welcher ein Hinterrad (6) trägt.

Der Motor (7) weist im beschriebenen Ausführungsbeispiel zwei Zylinder (8, 9) auf, die gegenüberliegend und entlang einer gegenüber einer horizontalen Achse (10) geneigten Achse (11) angeordnet sind, die einen Winkel α von 25º einschließen. Der vordere Zylinder (8) ist nach unten geneigt und der hintere Zylinder (9) ist nach oben geneigt. Die Zylinder (8, 9) sind wassergekühlt, mittels eines Kühlers gemäß aus dem Stand der Technik bekannter Technik.

Die Achse der Kurbelwelle (O1) ist oberhalb der Achse der Antriebswelle (O2) und der Achse der Hauptwelle (O3) angeordnet. Die Abgaskrimme (12) des vorderen Zylinders (8) und (13) des hinteren Zylinders (9) sind nach unten gerichtet, während die Einlassrohre (14) des vorderen Zylinders (8) und (15) des hinteren Zylinders (9) nach oben gerichtet sind.

Die Fig. 2 bietet eine vergrößerte Darstellung des Motors.

Die vorderen Einlasstrichter (20) und hinteren Einlasstrichter (21) kommunizieren gemeinsam mit einem einzigen Luftbehälter, der in der Figur nicht dargestellt ist. Der elektrische Anlasser (22) ist unter dem vorderen Zylinder angeordnet, um den Schwerpunkt des Motors abzusenken. Der mittlere Abschnitt (23) des vorderen Auspuffs ist durch eine Durchführung (24) geführt, die auf der Seite der Ölwanne (25) vorgesehen ist. Der hintere Auspuff (26) weist eine Schleife (27) auf, der dazu bestimmt ist, die Länge der vorderen und hinteren Auspuffe auszugleichen.

Der Motor bietet auf seiner Oberseite eine Wasserpumpe (30), die mit einer Drehzahl arbeitet, die der Hälfte der Drehzahl des Motors entspricht. Sie wird angetrieben durch einen Riemen, der durch die Ölwannen (30) geschützt ist. Die Wasserpumpe speist die Zylinderköpfe vermittels eines Zahnriemens, der durch die Ölwannen (31, 32) geschützt ist.

Der Motor trägt außerdem eine Ölpumpe (33), die das Öl, welches dazu neigt, sich aufgrund der Neigung im vorderen Zylinderkopf zu sammeln, in die Ölwanne zurückführt. Diese Ölpumpe ist in einer Aufnahme platziert, die in der Zylinderwandung vorgesehen ist. In dem Fall, dass beide Zylinder identisch sind, ist die nicht benutzte Aufnahme des hinteren Zylinders durch einen Stopfen verschlossen.

Der Motor weist vorzugsweise zwei Zylinder (8, 9) auf, bei dem sowohl die Zylinderköpfe als auch die Zylinderbuchsen identisch geformt sind, um die Herstellungskosten zu reduzieren.

Die Erfindung ist vorstehend beschrieben in einem nicht beschränkenden Ausführungsbeispiel. Insbesondere kann ein entsprechender Aufbau in Zwei-, Vier- oder Sechszylinderform realisiert werden.


Anspruch[de]

1. Motorrad mit einem Verbrennungsmotor von der Art eines Motors mit gegenüberstehend angeordneten Zylindern, in dem die Achsen (11) der Zylinder (8, 9) vertikal in Längsrichtung zum Motorrad angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinderachsen zur Horizontalachse in einem Winkel zwischen 15 und 30º geneigt sind.

2. Motorrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinder (8, 9) durch eine wärmeübertragende Flüssigkeit gekühlt werden.

3. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (11) der Zylinder (8, 9) vertikal in Längsrichtung angeordnet sind und mit einem Winkel von etwa 25º zur Horizontalachse (10) geneigt sind.

4. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebs- und Hauptwellen unter dem hinteren Zylinder und hinter der Kurbelwelle angeordnet sind.

5. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auspuffdurchgänge und -rohre für jeden Zylinder (8, 9) nach unten gerichtet sind.

6. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlassmittel eines jeden Zylinders (8, 9) nach oben gerichtet sind.

7. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ölwanne eine Verstärkung für den Durchtritt des vorderen Zylinderauspuffs aufweist.

8. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Einlasstrichter des vorderen Zylinders und der Einlasstrichter des hinteren Zylinders in einen einzigen Luftbehälter münden.

9. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der nach unten geneigte Zylinderkopf eine Vorrichtung zur Aufnahme einer Ölpumpe aufweist, die das Öl zur Ölwanne fördert.

10. Motorrad nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (11) der Zylinder (8, 9) sich vertikal in Längsrichtung zum Motorrad befinden und in einem Winkel in der Größenordnung von 25º zur Horizontalachse (10) geneigt sind.

11. Motorrad nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Aufhängung in Cantileverart seitlich zum hinteren Zylinder angeordnet und auf die Lenksäule abgestützt ist.







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