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Dokumentenidentifikation DE69900839T2 19.09.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 1004617
Titel Verfahren zur Herstellung eines zellularen gummiartigen Materials
Anmelder Pennel Industries S.A., Roubaix, FR
Erfinder Roussel, Marcel, 59100 Roubaix, FR
Vertreter PAe Reinhard, Skuhra, Weise & Partner, 80801 München
DE-Aktenzeichen 69900839
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 23.11.1999
EP-Aktenzeichen 994029106
EP-Offenlegungsdatum 31.05.2000
EP date of grant 30.01.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.09.2002
IPC-Hauptklasse C08J 9/10
IPC-Nebenklasse C08J 9/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines zellulären geschäumten gummiartigen Materials.

Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf die Herstellung von gummiartigen Materialien, die in Form eines dünnen Bandes oder Tuches vorliegen, bestehend aus mindestens einer Schicht Kautschuk oder einem verwandten Material. das vorzugsweise auf einen flexiblen Träger aufgebracht ist, der allgemein aus einem Gewebe besteht.

Solche Gegenstände werden insbesondere in der Möbelindustrie, besonders zur Herstellung von Teppichrückseiten, in der Bekleidungsindustrie und insbesondere zur Herstellung von Schuhsohlen verwendet.

Die herkömmlichen Verfahren zur Herstellung dieses Typs des zellulären gummiartigen Materials verwenden eine Reihenfolge von Arbeitgängen, die insbesondere mindestens einen Kalandrier- und Vernetzungsarbeitsgang umfassen.

Laut Definition bezeichnet Kalandrieren eine Herstellungstechnik für Folien, Platten oder Filme, umfassend das Walzen eines thermoplastischen Materials zwischen mehreren Zylindern, welche den Kalander bilden. Gewöhnlich geht in der Kautschukindustrie der Kalandrierarbeitsgang mit dem Schichten des gummiartigen Materials auf die Oberfläche eines porösen Trägers, beispielsweise eines Gewebes, einher. Anschließend an den Kalandrierarbeitsgang wird das gummiartige Material einem Vulkanisier- oder auch Vernetzungarbeitsgang unterworfen, in dessen Verlauf die eigentliche chemische Umwandlung des Ausgangs-Elastomergemischs in ein vernetztes Gitter stattfindet.

Das Dokument GB 1 350 137 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung einer Teppichunterlage aus zellulärem Kautschuk mit schwammartiger Struktur mit gemischten offenen/geschlossenen Zellen. Das Verfahren umfasst:

- das Mischen eines vulkanisierbaren gummiartigen Materials mit anderen Bestandteilen, wie einem Vulkanisierungssystem, einem Verschäumungssystem, Kettenverlängerungsmitteln und/oder Füllstoffen;

- Kalandrieren des Gemischs zur Herstellung von Folien;

- Vernetzen und Verschäumen der Folien.

Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich insbesondere mit der Herstellung der genannten zelligen gummiartigen Gegenstände.

In diesem besonderen Fall wird in das Ausgangsgemisch mindestens ein Treibmittel (Blähmittel) eingebracht. Bei seiner Zersetzung aufgrund der Wärme erzeugt dieses Mittel Gas, das in der schwach viskosen Elastomerumgebung Blasen erzeugt. Dadurch entsteht eine verschäumte, zelluläre Struktur.

Gewöhnlich umfassen die Verfahren zur Herstellung herkömmlicher gummiartiger zelliger Materialien die beiden Arbeitsgänge Vernetzen und Verschäumen auf gleichzeitige, aber nicht optimierte Weise. Außerdem werden die beiden Arbeitsgänge Vernetzen und Verschäumen in Bezug auf den Kalandrierarbeitsgang diskontinuierlich durchgeführt. Üblicherweise wird das Elastomerband oder -tuch am Ende des Kalandrierarbeitsgangs gewonnen und anschließend in eine Kammer eingebracht, die auf eine angemessene Temperatur für die Durchführung des Vernetzungsarbeitsgangs erhitzt ist.

Die Erfinder haben unerwarteterweise gezeigt, dass es möglich ist, die hauptsächlichen mechanischen Eigenschaften hinsichtlich der Elastizität von verschäumten gummiartigen zellulären Materialien zu optimieren, indem die Schritte Vernetzen und Verschäumen gleichzeitig, in einer kurzen Frist und im Durchlaufverfahren mit dem Kalandrierarbeitsgang durchgeführt werden.

Genauer gesagt, ist die erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines verschäumten zellulären gummiartigen Materials ausgehend von einem verschäumbaren gummiartigen Gemisch, wobei das Gemisch mindestens einem Kalandrier-, Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgang unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Vernetzungsarbeitsgang gleichzeitig mit dem Verschäumungsarbeitsgang im Durchlaufverfahren und in einer horizontalen Ebene durchgeführt wird, und dadurch, dass das verschäumbare gummiartige Gemisch einen bei einer Temperatur von etwa 50ºC bestimmten Mooney-Index von 40 bis 80 aufweist und außer mindestens einem gummiartigem Material mindestens ein Vernetzungssystem und ein Verschäumungssystem umfasst, wobei diese Systeme bei der gleichen Temperatur von 150ºC bis 210ºC wirksam sind.

Die Erfinder haben außerdem überraschend gezeigt, dass es möglich ist, unter Auswahl eines spezifischen gummiartigen Materials hinsichtlich des Mooney-Index und durch Hinzufügen von zwei Systemen, zur Vernetzung bzw. zur Verschäumung, die gleichzeitig bei der gleichen Temperatur wirksam sind, die Herstellungsdauer eines zelligen gummiartigen Materials signifikant zu verringern und außerdem seine mechanischen Eigenschaften zu verbessern.

Aufgrund der Durchführung von Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgängen in einer kurzen Frist, d. h. in einer Zeit von nicht mehr als fünf Minuten, bei einer Temperatur, die mit der gleichzeitigen Reaktion dieser beiden Arbeitsgänge verträglich ist, erhält man ein zelliges gummiartiges Material mit regelmäßiger Zellstruktur, das mit einer signifikant verbesserten Elastizität ausgestattet ist.

Schließlich werden erfindungsgemäß die beiden Schritte Vernetzen und Verschäumen im Durchlaufverfahren durchgeführt durch horizontale Verlagerung des Materials, das kalandriert worden ist, in einen Behälter, vorzugsweise einen Tunnel, der auf eine angemessene Temperatur für die gleichzeitige Durchführung von Vernetzung und Verschäumung erwärmt worden ist, und nicht im Inneren eines Trockenofens und in vertikaler Ebene, wie bei herkömmlichen Verfahren. Die Durchführung der Arbeitsgänge Vernetzen und Verschäumen im Durchlaufverfahren mit dem Kalandrierarbeitsgang, d. h. ohne die Fabrikationskette zu unterbrechen, ist auf industrieller Ebene besonders interessant.

Wie vorstehend erläutert, umfasst das im Rahmen der vorliegenden Erfindung beanspruchte Herstellungsverfahren außerdem die Herstellung eines verschäumbaren gummiartigen Gemischs, das spezifische Eigenschaften besitzt. Eine dieser Eigenschaften betrifft insbesondere die Viskosität des Gemischs. Das Gemisch muss einen Mooney-Index zwischen 40 und 80 aufweisen, gemessen bei einer Temperatur von etwa 50ºC.

Bei einem kleineren Mooney-Index beobachtet man eine zu große Ausdehnung, die zu unregelmäßigen Zellen führt. Daraus resultiert eine verringerte Elastizität.

Dagegen führt ein höherer Mooney-Index zu einer zu schwachen Ausdehnung. Die endgültige Dicke des erhaltenen Materials ist in diesem Fall eindeutig nicht ausreichend.

Der viskosimetrische Mooney-Index entspricht eigentlich einem Wert für das Drillmoment. Man misst das Moment, das unter festgelegten Bedingungen zur Drehung einer Metallscheibe in einer dichten, zylindrischen Kammer, die mit gummiartigem Material gefüllt ist, angewendet werden muss. Der Widerstand, den der Kautschuk dieser Rotation entgegensetzt, ausgedrückt in arbiträren Einheiten, ist die Mooney-Viskosität des Probekörpers.

Der viskosimetrische Mooney-Index ist also der Wert für das Drillmoment, ausgedrückt in Mooney-Einheiten, das auf den Rotor ausgeübt wird und das von der Vorrichtung nach einer Vorheizzeit von 1 Minute, gefolgt von einer Rotationsdauer des Rotors von gewöhnlich 4 bis 8 Minuten, angezeigt wird. Erfindungsgemäß wird dieser Index für eine Rotortemperatur von etwa 50ºC gemessen. Zur stärkeren Verdeutlichung wird auf den veröffentlichten Bericht der französischen Norm NFT43005 vom Dezember 1991 verwiesen.

Die gummiartigen oder auch elastomeren Bestandteile werden so ausgewählt, dass ein gummiartiges Ausgangsgemisch erhalten wird, das einen erfindungsgemäßen viskosimetrischen Mooney-Index besitzt.

Erfindungsgemäß werden unter "gummiartiges Material" ein natürlicher oder synthetischer Kautschuk oder ihre Gemische verstanden.

Außer den gummiartigen Bestandteilen umfasst das ursprüngliche Gemisch mindestens ein Vernetzungssystem und ein Verschäumungssystem, die beide bei der gleichen Temperatur zwischen 150ºC und 210ºC wirksam sind.

Das Vernetzungssystem umfasst insbesondere mindestens ein Vernetzungsmittel, das auch als primärer Beschleuniger bezeichnet wird. Dieses Vernetzungsmittel stammt vorzugsweise aus der Familie der Thiazole, der Chinone oder der Chinone- Dioxime.

Es liegt vorzugsweise in einem Anteil von 0,5 bis 8 Gew.%, bezogen auf die Menge des umzuwandelnden gummiartigen Materials, vor.

Zusätzlich zum Primärbeschleuniger liegt vorzugsweise ein als sekundärer Beschleuniger bezeichneter Stoff vor.

Der sekundäre Beschleuniger stammt vorzugsweise aus der Familie der metallischen oder nicht metallischen Dithiocarbamate, der metallischen oder nicht metallischen Xanthate oder aus der Familie der Thiazole.

Der sekundäre Beschleuniger liegt gewöhnlich in einem Anteil von 0,2 bis 2 Gew.% und stärker bevorzugt von 0,2 bis 1,5 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des gummiartigen Materials, vor.

Zur Veranschaulichung von Vernetzungssystemen, die für den Einsatz beim beanspruchten Verfahren geeignet sind, lassen sich die folgenden Primärbeschleuniger-Sekundärbeschleuniger-Paare nennen:

Primärbeschleuniger - Familie der Thiazole; Sekundärbeschleuniger - Familie der Dithiocarbamate;

Primärbeschleuniger - Familie der Thiazole; Sekundärbeschleuniger - Familie der Xanthate;

Primärbeschleuniger - Familie der Chinone oder Chinone- Dioxime; Sekundärbeschleuniger - Familie der Thiazole.

Das Vernetzungssystem kann im umzuwandelnden gummiartigen Gemisch in einem Anteil von 4 bis 10 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des gummiartigen Materials, vorliegen.

Das Verschäumungssystem umfasst mindestens ein Treibmittel (Blähmittel). Dieses Treibmittel stammt aus der Familie der Azodicarbonamide oder der Familie der Sulfohydrazide.

Die Zersetzungstemperatur der zu den Azodicarbonamiden gehörenden Treibmittel variiert von 160 bis 210ºC, während die Zersetzungstemperatur von Treibmitteln aus der Familie der Sulfohydrazide höher als 105ºC ist.

Diese Treibmittel werden gewöhnlich mit einem Verschäumungssystem mit mindestens einem Verschäumungsregulator vereinigt.

Veranschaulichend für erfindungsgemäß geeignete Verschäumungsregulatoren lassen sich insbesondere Harnstoff und seine Derivate, Verbindungen auf der Basis von Zink vom Zinkoxidtyp, Zinkstearat sowie Aminverbindungen nennen.

In der Regel wird das Verschäumungssystem in einem Anteil von 2 bis 10 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des zu behandelnden gummiartigen Materials, hinzugefügt.

Die Vernetzungs- und Verschäumungsreaktionen werden gewöhnlich bei Atmosphärendruck durchgeführt.

Außer den wesentlichen Bestandteilen kann das umzuwandelnde gummiartige Gemisch auch andere herkömmliche Additive des Antioxidantientyps enthalten, die vorzeitiges Altern des gummiartigen Gemischs verhindern sollen. Man kann auch Füllstoffe in einem mehr oder weniger großen Anteil darin einbringen. Dabei kann es sich um verstärkte Füllstoffe handeln, wie Kaolin oder Magnesiumcarbonat oder auch Rußschwarz. Es kann sich auch um Calciumcarbonat oder -silikat oder auch um ultrafeines Silica handeln. Die Füllstoffe sind in der Tat Produkte, die man in das Gemisch einbringen kann, ohne seine mechanischen Eigenschaften zu sehr zu verringern. Veranschaulichend für weitere Füllstoffe lassen sich Kreide, Kaolin, Barytsulfat, Kieselgur, Talk und Lithopon nennen.

In das gummiartige Gemisch lassen sich auch ein oder mehrere Weichmacher einbringen. Als Weichmacher eignen sich insbesondere von Petroleum stammende Öle, wie naphthenische, aromatische und/oder aliphatische Verbindungen, Weichmacher aus der Familie der Phthalate, wie Dioctylphthalat (DOP) und feuerfeste Weichmacher des Phosphat- oder Chlorparaffintyps.

Außer diesen Additiven kann das gummiartige Gemisch noch umfassen: Pigmente zur Färbung des endgültigen Materials, Geruchsstoffe zur Bekämpfung des Geruchs von vulkanisiertem Kautschuk, Schleifmittel für Gegenstände, die eine Schleif- oder Polierarbeit liefern müssen, feuerfeste Materialien bei Gegenständen, die man möglichst gegen Brand schützen möchte, Härtungsmittel, um Verformungen bei bestimmten Herstellungsschritten zu verhindern, Verzögerer, um gegebenenfalls manchmal eine zu schnelle Reaktion von Beschleunigern zu mäßigen oder Peptisatoren, um den Kautschuk weich zu machen.

Die Auswahl dieser Additive sowie die Einstellung ihrer jeweiligen Anteile im umzuwandelnden gummiartigen Gemisch liegt selbstverständlich in der Fachkenntnis des Fachmanns und wird zudem von der Verwendung diktiert, für die das endgültige zellige gummiartige Material bestimmt ist.

Gemäß einer bevorzugten Form der Erfindung werden die Arbeitsgänge Vernetzen und Verschäumen innerhalb eines Zeitraums durchgeführt, der 5 Minuten nicht übersteigt. Stärker bevorzugt werden sie in einer Frist von 1 bis 3 Minuten durchgeführt. Selbstverständlich kann diese Aufenthaltsdauer bei der Vernetzungs- und Verschäumungstemperatur länger sein. In dem Maß, in dem diese Verlängerung keine besondere zusätzlich Wirkung bereitstellt, hat sie jedoch insbesondere auf industrieller Ebene nur geringen Nutzen.

Gemäß einer besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform wird der Kalandrierarbeitsgang ebenfalls im Durchlaufverfahren, d. h. auf nicht unterbrochene Weise in der Fabrikationskette, durchgeführt.

Bei einer erfindungsgemäßen Variante kann das verschäumbare gummiartige Gemisch anschließend an den Kalandrierarbeitsgang und vor dem Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgang einem Grainagearbeitgang unterworfen werden.

Zweck dieses Arbeitsgangs ist es, auf mindestens einer der Oberflächen des kalandrierten zellulären gummiartigen Materials Niveauunterschiede zu erzeugen, welche Vorsprünge und Vertiefungen auf allen Oberflächen bilden, die eine gewisse Körnigkeit aufweisen und mehr oder weniger regelmäßig und nicht glatt sind. Das Aussehen des Produkts wird erheblich verbessert, was besonders vorteilhaft ist, wenn der Gegenstand zur Dekoration dienen soll.

In diesem besonderen Fall wird nach dem Kalandrieren des gummiartigen Materials ein Relief auf mindestens eine Oberfläche der beim Kalandrieren erhaltenen Schicht aufgedruckt, wobei das Motiv auf der Ebene des fertigen Gegenstands beibehalten wird.

Wie vorstehend erläutert, ist es insbesondere möglich, beim Kalandrierarbeitsgang eine Schichtung des gummiartigen Gemischs auf die Oberfläche eines faserartigen Trägers und vorzugsweise auf ein Gewebeband durchzuführen.

Das beanspruchte Verfahren führt vorteilhafterweise zu verschäumten zellulären gummiartigen Materialien, die eine regelmäßige Zellstruktur aufweisen, die ihrer Oberfläche ein glattes Aussehen verleiht. Man beachte, dass die Zeile größtenteils eine elliptische Form aufweisen, bei der die große Achse vertikal ausgerichtet ist. Diese elliptische Form sowie die regelmäßigen Zellen verleihen dem so erhaltenen Produkt ein besonders vorteilhaftes elastisches Rückstellvermögen. Schließlich ist das Verfahren an sich in Bezug auf die vorstehend beschriebenen Adaptionen in industrieller Hinsicht besonders vorteilhaft.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist außerdem ein Verfahren, wie vorstehend definiert, dadurch gekennzeichnet, dass das verschäumbare gummiartige Gemisch auf ein Gewebeband laminiert wird, und dadurch, dass das Band auf kontinuierliche Weise und auf einer horizontalen Ebene einen Behälter durchquert, der bei einer Temperatur von 150ºC bis 210ºC gehalten wird, wobei seine Aufenthaltsdauer in dem Behälter ausreicht, dass die Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgänge gleichzeitig durchgeführt werden können, und dadurch, dass das so erhaltene geschäumte, zelluläre gummiartige Gewebeband am Ausgang des Behälters erhalten wird.

Die vorstehend für das allgemeine Verfahren erläuterten Varianten sind ebenfalls mit dieser besonderen Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens verträglich.

Das nachstehende veranschaulichende Beispiel wird zur Veranschaulichung und nicht zur Beschränkung der vorliegenden Erfindung vorgestellt.

BEISPIEL 1

Die Zusammensetzung des gummiartigen Materials, das verschäumt und vernetzt werden soll, ist wie folgt:

Gewicht

*Naturkautschuk, Typ SMR CV 100

*Peptisator (Dibenzylamidodiphenylsulfid) 0,1-0,2

*Ölkautschuk 5-15

*Kreide 20-60

*Kaolin 10-30

*naphthenischer Weichmacher 30-50

*Paraffin 1-4

*ZnO 5-10

*Stearinsäure 1-3

*Schutzmittel 1-3

*Schwefel 1-2,5

*Zinkdiethyldithiocarbamat 0,3-1,4

*Benzothiazyldisulfid 1-2,5

*Treibmittel des Sulfohydrazidtyps 4-10

*Harnstoff 4-10

Diese Inhaltsstoffe werden in einem Kneter zu einem Gemisch verarbeitet.

Das gummiartige Gemisch wird dann auf einen Textilträger laminiert, gefolgt von einer Behandlung gegen Verkleben. Das gewalzte gummiartige Gemisch wird dann aufgerollt.

Die beschichteten Geweberollen, die aus dem Kalander kommen, werden dann in einer Abrollvorrichtung unter gebracht. Das beschichtete Gewebe wird abgerollt und in einen Sammler geleitet, wo es zeitweise aufbewahrt werden kann. Stromabwärts des Kalanders werden hintereinander eine Waschbürstenvorrichtung und eine Graveurvorrichtung zum Drucken eines erhabenen Motivs angebracht. Danach wird das erhaltene Band zu einem Verschäumungs- und Vernetzungstunnel geleitet, der bei einer Temperatur von 180ºC gehalten wird. Das Band wandert auf kontinuierliche Weise so durch diese Kammer, dass seine Verweildauer 5 Minuten nicht übersteigt. Der Ausgang des Tunnels wird gekühlt und das beschichtete, verschäumte Gewebe aufgerollt.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung eines zellulären geschäumten Materials auf der Basis von natürlichem Kautschuk, synthetischem Kautschuk oder einem ihrer Gemische, das eine regelmäßige Zellstruktur und ein glattes Aussehen der Oberfläche hat, ausgehend von einem Gemisch aus verschäumbarem gummiartigem Material, umfassend das Unterwerfen des Gemisches mindestens einem Kalandrier-, Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgang, dadurch gekennzeichnet, dass der Vernetzungsarbeitsgang gleichzeitig mit dem Verschäumungsarbeitsgang im Durchlaufverfahren und in einer horizontalen Ebene durchgeführt wird, und dadurch, dass das verschäumbare gummiartige Gemisch einen bei einer Temperatur von etwa 50ºC bestimmten Mooney-Index von 40 bis 80 aufweist und außer mindestens einem gummiartigem Material mindestens ein Verschäumungssystem auf der Basis mindestens eines Treibmittels aus der Familie der Azodicarbonamide oder der Sulfohydrazide sowie ein Vernetzungssystem umfasst, wobei diese Systeme bei der gleichen Temperatur von 150ºC bis 210ºC wirksam sind.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgänge für eine Dauer durchgeführt werden, die 5 Minuten nicht übersteigt.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgänge für eine Dauer von 1 bis 3 Minuten durchgeführt werden.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kalandrierarbeitsgang ebenfalls im Durchlaufverfahren durchgeführt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das kalandrierte gummiartige Gemisch vor dem Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgang einem Grainagearbeitsgang unterworfen wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschäumungssystem zudem einen Verschäumungsregulator umfasst.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschäumungsregulator aus Harnstoff und seinen Derivaten, Verbindungen auf der Basis von Zink sowie aus Aminverbindungen ausgewählt ist.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschäumungssystem in einem Anteil von 2 bis 10 Gew.%, bezogen auf das umzuwandelnde gummiartige Gemisch, hinzugefügt wird.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungssystem mindestens ein Vernetzungsmittel umfasst.

10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungsmittel aus der Familie der Thiazole, Chinone oder Chinone-Dioxime stammt.

11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungssystem zudem mindestens einen sekundären Beschleuniger umfasst.

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der sekundäre Beschleuniger aus der Familie der metallischen oder nicht metallischen Dithiocarbamate, der metallischen oder nicht metallischen Xanthate oder der Thiazole stammt.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungssystem in einem Anteil von 4 bis 10 Gew.%, bezogen auf das Gewicht des zu behandelnden schäumbaren gummiartigen Gemischs, Vorliegt.

14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zu behandelnde schäumbare gummiartige Gemisch zudem einen oder mehrere Weichmacher umfasst.

15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgänge bei Atmosphärendruck durchgeführt werden.

16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das gummiartige Gemisch beim Kalandrierarbeitsgang auf einen faserartigen Träger gegossen wird.

17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der faserartige Träger ein Gewebeband ist.

18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass das schäumbare gummiartige Gemisch auf ein Gewebeband geschichtet wird und das Band auf kontinuierliche Weise und auf einer horizontalen Ebene einen Behälter durchquert, der bei einer Temperatur von 150ºC bis 210ºC gehalten wird, wobei seine Aufenthaltsdauer in dem Behälter ausreicht, dass die Vernetzungs- und Verschäumungsarbeitsgänge gleichzeitig durchgeführt werden können, und das so erhaltene Gewebeband mit dem geschäumten, zellulären gummiartigen Material am Ausgang des Behälters erhalten wird.







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