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Dokumentenidentifikation DE19730744C2 02.10.2002
Titel Tragbare Orgel
Anmelder Lechner, Andreas, 85567 Grafing, DE
Erfinder Lechner, Andreas, 85567 Grafing, DE
Vertreter Heuer, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 82515 Wolfratshausen
DE-Anmeldedatum 17.07.1997
DE-Aktenzeichen 19730744
Offenlegungstag 25.02.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.10.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2002
IPC-Hauptklasse G10B 3/10
IPC-Nebenklasse G10B 1/02   G10B 3/04   G10C 3/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pfeifenorgel.

Die Registrierung von Pfeifenorgeln erfolgt herkömmlicherweise mit Hilfe einer Mehrzahl von Registerzügen, die jeweils ein knopfförmiges Bedienungselement und eine daran starr angeschlossene Zugstange umfassen, mit der im Innern des Instruments die Luftversorgung eines Pfeifenregisters geregelt wird. Ein Register wird in Bereitschaft versetzt durch Ziehen des Bedienungselements und außer Bereitschaft versetzt durch Stoßen desselben. Die Bedienelemente sind auf einer Registriertafel seitlich von der Klaviatur des Instruments zusammengefaßt.

Das Registrieren der Orgel ist für den Organisten häufig beschwerlich, da bei den meisten Orgeln die Zugstangen parallel zur Längsrichtung der Tasten der Klaviatur angeordnet und in dieser Richtung verschiebbar geführt sind. Der Organist, der beim Spiel in der Regel vor der Mitte der Tastatur sitzt, ist gezwungen, diese Register unter einem unter ergonomischen Gesichtspunkten sehr ungünstigen Winkel zu ziehen, unter dem er nur geringe Kraft aufbringen kann.

Bei großen Orgeln besteht zwar die Möglichkeit, die Registriertafel dem Organisten zugewandt schräg zur Klaviatur anzuordnen, so daß das Ziehen der Register einfacher ist. Da in diesem Fall aber auch die Zugstangen schräg nach außen verlaufen, führt dies zu einer sehr raumgreifenden Konstruktion, die sich bei kompakten, insbesondere bei tragbaren Orgeln verbietet.

Aus DE-PS 244 251 ist ein Registriermechanismus für ein Harmonium bekannt, bei dem die Bedienelemente zum Bereitschalten und Ausschalten der einzelnen Register unter einem Winkel zu Stangen beweglich sind, die die Stellbewegung der Bedienelemente übertragen. Zwar ist hier der Mechanismus zum Bereitschalten eines Registers entsprechend dem Sprachgebrauch bei klassischen Pfeifenorgeln als Registerzug bezeichnet; die Funktionsweise ist jedoch eine völlig andere, da zum Bereitschalten eines Registers keine Zugkraft sondern ein Druck. Diesen nach unten gerichteten Druck muss der Spieler des Instruments mit ausgestrecktem Arm ausüben, was anstrengend ist.

Aus DE-PS 425 679 ist ein Mechanismus zum Registrieren eine Tasteninstruments mit Hilfe eines Wipptastenmechanismus bekannt. Das Bereitschalten eines Registers durch Ziehen ist hier nicht vorgesehen; sowohl Bereitschalten als auch Ausschalten erfolgen durch eine Drückbewegung. Hinweise darauf, wie der Wipptastenmechanismus am Instrument anzubringen ist, damit er mühelos betätigt werden kann, sind nicht vorhanden.

CH-PS 32 306 beschreibt einen Mechanismus zum Betätigen einer Kombination von Registerzügen an einer Orgel durch Ziehen und Schieben einer Stange. Registerzüge zum in und außer Bereitschaft Schalten der einzelnen Register werden in dieser Schrift als vorhanden vorausgesetzt; Anregungen zu deren Weiterbildung werden nicht gegeben.

Aufgabe der Erfindung ist, ein registrierbares Tasteninstrument anzugeben, das die bequeme Registrierbarkeit einer Orgel mit schrägen Zugstangen in einem kompakten Registriermechanismus erreicht.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Tasteninstrument nach Anspruch 1. Ansprüche 2 bis 8 sind auf bevorzugte Weiterentwicklungen des Instruments nach Anspruch 1 gerichtet.

Als Element zum Umsetzen der Bewegung des Bedienelements in eine Bewegung der Zugstange dient vorzugsweise ein um eine vertikale Achse drehbarer Hebel, der Bedienelement und Zugstange verbindet.

Eine bevorzugte Form des Hebels umfaßt einen Schwenkarm, an dem die Achse befestigt ist, und einen zur Achse konzentrischen Kreisbogenabschnitt, der durch eine Öffnung einer Registriertafel geführt ist. Das am über die Registriertafel vorstehenden Ende des Kreisbogenabschnitts getragene Bedienelement verdeckt im gestoßenen Zustand des Registers die Öffnung.

Die Hebel sind nach Möglichkeit zu einer oder mehreren Gruppen zusammengefaßt, wobei die Achsen der Hebel einer Gruppe zusammenfallen.

Besonders bevorzugt ist, daß die Bedienelemente einer Gruppe fluchtend übereinander auf einer Registriertafel angeordnet sind. Dies gestattet eine wesentlich dichtere Anordnung der Bedienelemente als bei der herkömmlichen Bauweise, und es gibt dem Spieler die Möglichkeit, mit einer Bewegung der flachen Hand mehrere Register gleichzeitig zu stoßen. Diese Möglichkeit ist natürlich um so wirkungsvoller, je mehr Bedienelemente auf einer handtellergroßen Fläche untergebracht sind. Deshalb sollte der Zwischenraum zwischen aufeinanderfolgenden Bedienelementen nicht zu groß sein.

Ausreichend ist, wenn er kleiner als 1 cm ist, bevorzugtermaßen sollte er nicht größer sein als nötig, damit benachbarte Bedienelemente nicht aneinander reiben. Um außerdem eine schnelle Neuregistrierung zu ermöglichen, sollte die Höhe jedes Bedienelements nicht größer als 4 cm sein, so daß sich mehrere Bedienelemente mit jeweils einem Finger in einer Handbewegung ziehen lassen.

Um einen sicheren Halt der Finger beim Ziehen der Register zu gewährleisten, ist zweckmäßigerweise jedes Bedienelement an einer von der Position der spielenden Person abgewandten Seite mit einer Griffmulde versehen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:

Fig. 1A und 1B eine erfindungsgemäße Truhenorgel in Seiten- bzw. Vorderansicht;

Fig. 2A eine Vorderansicht der Registriertafel der Orgel gemäß einer ersten Ausgestaltung;

Fig. 2B einen horizontalen Schnitt durch die Registriertafel aus Fig. 2A

Fig. 3A eine Vorderansicht der Registriertafel gemäß einer zweiten Ausgestaltung; und

Fig. 3B einen horizontalen Schnitt durch die Registriertafel aus Fig. 3A.

Fig. 1A und 1B zeigen eine erfindungsgemäße Truhenorgel in Seiten- bzw. Vorderansicht. Das quaderförmige Gehäuse 2 besteht aus einem Unterteil 4 und einem Oberteil 6, das ohne feste Verbindung auf das Unterteil 4 aufgesetzt ist. Im Unterteil sind eine Windlade und ein elektrisches Gebläse sowie ein Teil der Pfeifen untergebracht. Das Oberteil 6 enthält die restlichen Pfeifen, eine im Gehäuse 2 versenkbare und zum Spielen herausziehbare Klaviatur 8 sowie eine Registriermechanik, die die Luftversorgung der einzelnen Pfeifenregister in Abhängigkeit von der an der Registriertafel 10 eingestellten Registrierung steuert.

Die Außenseiten der Gehäuseteile 4 und 6 sind mit Rahmenträgern 12 aufgebaut, zwischen denen mit Schallaustrittslöchern 14 durchbrochene Tafeln 16 eingesetzt sind. In die vier vertikalen Rahmenträger 12 jedes Gehäuseteils 4, 6 sind ausklappbare Traggriffe 18 eingelassen, mit denen jedes Teil jeweils von zwei Personen sicher befördert werden kann.

Die Fig. 2A zeigt im Detail eine erste Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Registriertafel 10. Die Registriertafel 10 ist zum Schutz der Bedienelemente 50 beim Transport in eine Vertiefung eingelassen, die an der Vorderfront des Instruments gebildet ist und zum Teil in den Rahmenträger 12 eingreift. Die neun Bedienelemente 50 haben eine Höhe von ca. 2,5 cm und sind mit geringem Zwischenabstand vertikal miteinander und mit der Kontur des Rahmenträgers 12 fluchtend angeordnet, wie insbesondere Fig. 2B zeigt. Die Sichtseiten der Bedienelemente tragen jeweils eine Beschriftung, die das zugeordnete Register bezeichnet.

Im horizontalen Schnitt der Fig. 2B ist der Aufbau der Registriertafel 10 zu erkennen. Ein in der Schnittebene liegendes Bedienelement 50a ist in gezogener Stellung gezeigt, die darunterliegenden Bedienelemente 50 befinden sich in der gedrückten bzw. gestoßenen Stellung, in der sie auch in Fig. 2A zu sehen sind. Jedes Bedienelement 50, 50a ist über einen Hebel 52 mit einer Zugstange 62 verbunden. Alle Hebel sind um vertikale Wellen 54 schwenkbar, die auf einer Linie fluchtend an einem an der Registriertafel 10 befestigten Rechen (nicht gezeigt) verankert sind. Die Hebel 52 umfassen jeweils einen Schwenkarm 56, dessen erstes Ende an der Welle 54 angreift und dessen zweites Ende durch einen zur Welle 54 konzentrischen Kreisbogenabschnitt 58 einteilig verlängert ist. Der Kreisbogenabschnitt 58 erstreckt sich in Richtung einer die Orgel spielenden Person durch eine Öffnung 60 der Registriertafel 10, die so bemessen ist, daß sie den Kreisbogenabschnitt 58 bei seiner Verstellbewegung exakt führt. Um ein Schleifen des Kreisbogenabschnitts 58 an den Rändern der Öffnung 60 zu vermeiden, kann die Öffnung 60 mit Filz ausgekleidet sein. Eine Zugstange 62 ist mit jedem Schwenkarm 56 in der Nähe seines zweiten Endes durch ein Gabelgelenk 59 verbunden, um eine Bewegung des Bedienelements 50, 50a an einen (nicht dargestellten) Steuermechanismus zu übertragen, der je nach Stellung der Bedienelemente die zugeordneten Register mit Luft versorgt oder nicht. Die dem gezogenen Bedienelement 50a zugeordnete Zugstange ist der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt.

Eine Griffmulde 64 an einer vom Spieler abgewandten Seite jedes Bedienelements 50, 50a kann jeweils einen Finger des Spielers aufnehmen. Dadurch kann der Spieler die Bedienelemente anstatt vor und zurück zu sich hin und von sich weg verschieben, wie am gezogenen Bedienelement 50a erkennbar ist, was mit wesentlich geringerem Kraftaufwand verbunden ist. Gleichzeitig kann er mit einem Handgriff mehrere Register gleichzeitig ziehen, was ein wesentlich schnelleres Umregistrieren gestattet als mit den herkömmlichen knopfförmigen Bedienelementen, die jeweils nur einzeln gezogen werden können.

Fig. 3A und 3B zeigen eine zweite Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Registriertafel 10'. Bei dieser Variante sind die Hebel 52' und die Welle 54' vor der Registriertafel angeordnet, und die Hebel 52' tragen an ihrer Rückseite flache Zungen 66', die jeweils durch eine Öffnung 60' der Registriertafel hindurchgreifen und durch ein Gabelgelenk 59' mit einer Zugstange 62 verbunden sind. Die Bedienelemente 50', 50a' sind durch die achsfernen Enden der Hebel 52' gebildet, an ihrer vom Spieler abgewandten Seite sind zylindersegmentförmige Griffmulden 64' vorgesehen. Auch in dieser Figur ist die Zugstange des gezogenen Hebels 52' nicht dargestellt.

Der hier insbesondere in Verbindung mit Fig. 2 und 3 erläuterte Registriermechanismus ist hier zwar speziell für eine Truhenorgel beschrieben, es ist aber offensichtlich, daß sich die Vorteile dieser Konstruktion, insbesondere ihre Kompaktheit und die Möglichkeit der schnellen Umregistrierung, sich auch bei anderen Tasteninstrumenten mit seitlich von der Klaviatur angeordneter Registriertafel ohne weiteres erzielen lassen. Bei der Anwendung der Erfindung auf eine größere Orgel kann es insbesondere interessant sein, die Bedienelemente nicht in einer vertikalen Reihe anzuordnen, wie in Fig. 2 und 3 gezeigt, sondern mehrere solche Reihen nebeneinander vorzusehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Tasteninstrument mit einer Mehrzahl von durch Ziehen und Stoßen von Registerzügen in und außer Bereitschaft versetzbaren Registern, wobei die Registerzüge jeweils ein auf einer Registriertafel (10) angeordnetes Bedienelement (50, 50') und eine Zugstange (62) zur Übertragung der Bewegung des Bedienelements (50, 50') umfassen, wobei die Zugstangen (62) parallel zur Längsrichtung der Tasten verschiebbar geführt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedienelemente (50, 50') unter einem in einer horizontalen Ebene liegenden Winkel zur Richtung der Zugstangen (62) im wesentlichen auf die Position einer das Instrument spielenden Person zu und von ihr fort bewegbar sind, und die Registerzüge eine Einrichtung (52, 52'; 59) zum Umsetzen der Bewegung des Bedienelements (50, 50') in eine Bewegung der Zugstange (62) umfassen.
  2. 2. Tasteninstrument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Umsetzen der Bewegung des Bedienelements in eine Bewegung der Zugstange ein um eine vertikale Achse (54) drehbarer Hebel (52, 52') ist, der das Bedienelement (50, 50') mit der zugehörigen Zugstange (62) verbindet.
  3. 3. Tasteninstrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung mit der Zugstange (62) eine Gelenkverbindung (59) zwischen Hebel (52, 52') und Zugstange (62) ist.
  4. 4. Tasteninstrument nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (52) einen Schwenkarm (56), an dem die Achse (54) befestigt ist, und einen zur Achse (54) konzentrischen Kreisbogenabschnitt (58) umfaßt, der durch eine Öffnung (60) der Registriertafel (10) geführt ist.
  5. 5. Tasteninstrument nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkverbindung (59) an einer zwischen der Achse (54) und dem Kreisbogenabschnitt (58) liegenden Abschnitt des Schwenkarms (56) angreift.
  6. 6. Tasteninstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Registerzüge eine oder mehrere Gruppen bilden, wobei die Achsen (54) der Hebel (52, 52') einer Gruppe jeweils zusammenfallen.
  7. 7. Tasteninstrument nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedienelemente (50, 50') einer Gruppe fluchtend übereinander auf der Registriertafel (10) angeordnet sind, wobei der Zwischenraum zwischen aufeinanderfolgenden Bedienelementen (50, 50') nicht größer als 1 cm und die Höhe jedes Bedienelements nicht größer als 4 cm ist.
  8. 8. Tasteninstrument nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Bedienelement (50, 50') an einer von der Position der spielenden Person abgewandten Seite eine Griffmulde (64, 64') aufweist.






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