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Dokumentenidentifikation DE69620394T2 02.10.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0825859
Titel VERWENDUNG VON FORSKOLIN ODER DIESE ENTHALTENDE EXTRAKTE ZUR HERSTELLUNG EINES MEDIKAMENTS FÜR DIE BEHANDLUNG VON ALKOHOLSUCHT
Anmelder Indena S.p.A., Mailand/Milano, IT
Erfinder MORAZZONI, Paolo, I-20139 Milano, IT;
BOMBARDELLI, Ezio, I-20139 Milano, IT
Vertreter Zumstein & Klingseisen, 80331 München
DE-Aktenzeichen 69620394
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 09.05.1996
EP-Aktenzeichen 969197318
WO-Anmeldetag 09.05.1996
PCT-Aktenzeichen PCT/EP96/01952
WO-Veröffentlichungsnummer 0009636332
WO-Veröffentlichungsdatum 21.11.1996
EP-Offenlegungsdatum 04.03.1998
EP date of grant 03.04.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2002
IPC-Hauptklasse A61K 31/352
IPC-Nebenklasse A61K 35/78   A61P 25/32   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Forskolin oder Extrakten, die dasselbe enthalten, bei der Herstellung von pharmazeutischen Zusammensetzungen für die Behandlung von Alkoholsucht.

Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht, Phänomene, die gemeinsam mit dem Begriff Alkoholismus bezeichnet werden können, stellen ein ernstes Problem der gesamten modernen Gesellschaft dar (Gessa G.L. Bisogno compulsivo di bere e "principio del piacere" [Der zwanghafte Bedarf zu trinken und das Glücksprinzip] in Medicina delle tossicodipendenze [Drug Addiction Medicine] II, 5 (1994)). In Italien sind beispielsweise mehr als 9% der Bevölkerung (etwa 5 Millionen Menschen) starke Trinker und mehr als 1 Million Menschen sind alkoholsüchtig (Calamo-Specchia F.P. - Epidemiologia dell'alcolismo in Italia [Epidemiologie von Alkoholismus in Italien] in Atti del VII Congresso Nazionale della S.I.A., [Aufzeichnungen des 7. Nationalen Kongresses des S.I.A.] Mediserve, Rom, 295-301 (1991)). Diese Zahlen werden viel höher, wenn wir Länder wie die Vereinigten Staaten von Amerika betrachten, wo es mehr als 13 Millionen Alkoholsüchtige gibt. Alkoholmissbrauch und tatsächliche Alkoholsucht führen zu einer enormen Belastung der öffentlichen Kassen (in der jüngsten Vergangenheit wurden in den Vereinigten Staaten seit 1991 etwa 200 Milliarden Dollar im Jahr ausgegeben) und sind die Ursache für enorme soziale und psychologische Schäden der betroffenen Personen.

Die vorhandenen Versuche zur Behandlung von Alkoholismus zusätzlich zu jenen psychologischer Natur (Therapiegruppe usw.) bestehen in der Verwendung von Arzneimitteln, wie Disulfiram und Calciumcarbamid, die auf den Alkoholmetabolismus wirken, welche hepatische Aldehyddehydrogenase inhibieren und deshalb die hematischen Spiegel an Acetaldehyd erhöhen, mit allen unerwünschten Phänomenen, die jedes Mal auftreten, wenn Alkohol getrunken wird.

Gemäß dem vorliegenden Stand der Technik ist die einzige Pflanze, deren Derivate für die Behandlung von Alkoholismus verwendet wurden, Pueraria lobata (Radix puerarie), die in der traditionellen chinesischen Medizin ausgiebig verwendet wird und einen Gegenstand der Patentanmeldung WO 93/00896 bildet.

Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass Forskolin mit Erfolg beim Vermindern des freiwilligen Alkoholkonsums verwendet werden kann.

Forskolin, d. h. 17-β-Acetoxy-8,13-epoxy-1α,6β,9α-trihydroxylabd-14-en-11-on, der Formel:

ist ein Diterpenoid, isoliert aus der aus Indien stammenden Pflanze Coleus forskohlii, welches Adenylcyclase aktivieren kann.

Seine pharmakologische Aktivität wird von De Souza und Shah in Economic and Medicinal Plant Research, Band 2, H. Wagner, H. Hihino und N. Farusuworth, Hrsg. Academic Press 1988, beschrieben.

Die Verwendungen von Forskolin bei der Behandlung von cardiozirkulatorischen und respiratorischen Erkrankungen und von Glaucom sind bekannt; für eine Übersicht siehe beispielsweise die vorstehend zitierte Literaturstelle; Seamon and Daly, Adv. Cyclic. Nucleotide Res. 20, 1.

Die Bestimmung der inhibierenden Wirkung von Alkoholkonsum wurde unter Verwendung von Alkohol konsumierenden Ratten der "Sardinian alcohol-preferring" (Sp) genannten Rasse ausgeführt (Fadda F., Mosca E., Colombo G., Gessa G.L., Alcohol-preferring rats: Genetic sensitivity to alcohol-induced stimulation of dopamine metabolism, in Physiol. Behav. 47, 727 (1990)).

Diese Tiere, denen freie Auswahl zwischen Alkohol- und Wasserkonsum, täglich 6 bis 7 g Alkohol pro kg Körpergewicht (mit einem Wasser-zu-Alkohol-Verhältnis höher als 2 : 1), gegeben wurde, wurden während der letzten fünf Jahre mit Erfolg verwendet, um die Wirkung verschiedener Substanzen auf den freiwilligen Alkoholkonsum zu bestimmen; siehe beispielsweise Balakleevsky A., Colombo G., Fadda F., Gessa G.L., Ro 19-4603, a benzodiazepine receptor inverse agonist, attenuates voluntary ethanol consumption in rats selectively bred Formulation high ethanol preference, in Alcohol Alcohol. 25, 449-452 (1990); Fadda F., Garau B., Colombo G., Gessa G.L., Isradipine and other calcium channel antagonists attenuate ethanol consumption in ethanol-preferring rats, in Alcoholism: Clinical and Experimental Research 16(3), 449-452 (1992).

Den Tieren, die unter normalen Haltungsbedingungen gehalten wurden, wurde eine freie Auswahl zwischen Wasser (welches immer vorlag) und Alkohol (einer 10%igen Lösung Volumen/Volumen), was für einen Zeitraum von 4 Stunden am Tag angeboten wurde (d. h. die ersten 4 Stunden der Dunkelheit während des Tag/Nacht-Zyklus), gegeben. Die Mengen an verbrauchtem Wasser und Alkohol wurden jeden Tag zum gleichen Zeitpunkt aufgezeichnet. Die Nahrung wurde nach Belieben dargereicht. Ist einmal ein stabiler Konsum von Alkohol und Wasser erreicht worden, wurde Forskolin mit einer Dosierung von 50 mg/kg, gelöst in Dimethylsulfoxid, oral in einem Volumen etwa 2 ml/kg einmal am Tag für 7 aufeinanderfolgende Tage verabreicht. Ein gleiches Volumen des Trägers wurde als Kontrolle verwendet. Am Ende der Behandlung wurde der Alkohol- und Wasserkonsum aufgezeichnet, bis die vor der Behandlung aufgezeichneten Werte wieder hergestellt waren.

Fig. 1A zeigt die Wirkung der wiederholten oralen Verabreichung von 50 mg/kg Forskolin auf den Alkoholkonsum; Fig. 1B zeigt die Wirkung auf den Wasserkonsum.

Bei Betrachtung von Fig. 1 kann geschlussfolgert werden, dass Forskolin den Alkoholkonsum signifikant vermindert. Die Verminderung des Alkoholkonsums bleibt bis zum siebten Tag konstant und bewegt sich dann nach Aufheben der Behandlung wieder zurück. Darüber hinaus ist es überraschend zu bemerken, dass dieser Trend von der Tendenz einer schrittweisen Erhöhung des Konsums von Wasser begleitet ist, wie als wenn das Tier es gegen den Alkohol ausgetauscht hat. Diese letztere Beobachtung ist von besonderer Bedeutung, da sie zeigt, dass die Behandlung, die mit dem zu testenden Produkt ausgeführt wird, perfekt gut toleriert wird und das Tier ohne jede Schwierigkeit unter Verwendung von Wasser anstelle von Alkohol zu einem physiologischeren Lebenskreislauf zurückkehrt.

Die Erfindung stellt deshalb pharmazeutische Zusammensetzungen bereit, die oral verabreicht werden können und die als das Wirkprinzip Forskolin enthalten. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen werden zusätzlich zu herkömmlichen Exzipienten oder Trägern 10 bis 500 mg des Wirkprinzips enthalten.

BEISPIEL 1 Säckchenformulierung

Jedes 2300 mg Säckchen enthält:

Forskolin 100 mg

Saccharose 2000 mg

Maltodextrin 110 mg

Zitronensäure 30 mg

Orangengeschmack 40 mg

Hydrierte Pflanzenöle 20 mg

BEISPIEL 2 Tablettenformulierung

Jede 100 mg Tablette enthält:

Forskolin 25 mg

Mikrokristalline Cellulose 25 mg

Lactose 37 mg

Kolloidales Siliziumdioxid 1 mg

Vernetzte Natriumcarboxymethylcellulose 6 mg

Polyvinylpyrrolidon 5 mg

Magnesiumstearat 1 mg


Anspruch[de]

1. Verwendung von Forskolin zur Herstellung von Arzneimitteln zur Behandlung von Alkoholsucht.

2. Verwendung von Forskolin enthaltenden Extrakten zur Herstellung von Arzneimitteln zur Behandlung von Alkoholsucht.







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