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Dokumentenidentifikation DE10027072C2 24.10.2002
Titel Ofen für eine Bordküche zum Erhitzen von Speisen
Anmelder Airbus Deutschland GmbH, 21129 Hamburg, DE
Erfinder Konieczny, Gordon, Dipl.-Ing., 60594 Frankfurt, DE;
Seyer, Reinhard, Dipl.-Ing., 63110 Rodgau, DE
DE-Anmeldedatum 31.05.2000
DE-Aktenzeichen 10027072
Offenlegungstag 17.01.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.10.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.10.2002
IPC-Hauptklasse F24C 7/10
IPC-Nebenklasse F24C 7/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen modular aufgebauten Ofen für das Erhitzen von Speisen sowie dessen Verwendung in Bordküchen, insbesondere von Flugzeugen, Eisenbahn-Bordrestaurant oder anderen Verkehrsmitteln. Grundsätzlich ist der erfindungsgemäße Ofen auch in sonstigen gewichts- und hygiene-sensitiven Bereichen wie z. B. in Fernküchen oder Krankenhausküchen geeignet.

Die Speisenaufbereitung in Bordküchen ist heute derart gestaltet, daß die vorbereiteten Heißanteile eines Komplettmenues separat von den übrigen Komponenten dieser Komplettmenues zunächst gefroren an die Bordküche verbracht werden und dort wieder erhitzt, sprich regeneriert werden.

Zur Erhitzung von Speisen werden zum Beispiel Konvektionsöfen eingesetzt. Die Standardmodelle der Bordküchenöfen bestehen aus einem Außengehäuse aus Aluminium und einem Innengehäuse aus rostfreiem Stahl mit einer dazwischenliegenden Hochtemperatur- Isolierung. Die Ofentüren sind aus Metall oder Kunststoff. Der rückwärtige Teil zwischen dem Innen- und dem Außengehäuse beinhaltet die Elektroinstallation. Der Standardofen arbeitet mit einer Heizung in Form von speziellen elektrischen Heizstäben, die in Form, Größe und Leistung dem jeweiligen Ofentyp angepaßt sind. Die Wärmeverteilung erfolgt, abgesehen von der Strahlungswärme, mittels eines Ventilators und eines Luftleitgestelles, welches aus einem herausnehmbaren Metallgehäuse besteht und auf seinen innenliegenden schubladenförmigen Rosten die Speiseschalen enthält. Die bei den Flugzeuggesellschaften zum Einsatz kommenden Standardmahlzeiten sind in Aluminium- oder Porzellanschalen portioniert, mit einem Deckel abgedeckt und gekühlt.

Bei diesen Standardöfen wird gleichzeitig mit der Erwärmung der Speisen auch die Erwärmung des gesamten Ofens in Kauf genommen. Da die Standardöfen aus Metall gefertigt sind erhitzen sich diese Standardöfen sehr stark. Um Verbrennungsrisiken für das Bedienpersonal so gering wie möglich zu halten, müssen die oben erwähnten Isolierungen angebracht werden. Trotzdem verbleibt für das Bedienpersonal bei der Entnahme der Speisen von den Rosten des Innengehäuses ein Verbrennungsrisiko.

Ein weiterer Nachteil dieser Öfen ist deren hohes Gewicht von ca. 25 kg mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Betriebsmasse eines Verkehrmittels, z. B. auf das sogenannte Dry Operating Weight eines Flugzeuges.

Durch die relativ hohe Masse, die bei diesen Standardöfen unerwünschterweise mit erwärmt werden muß, benötigen diese Standardöfen eine hohe Anschlußleistung von ca. 3850 Watt. Im Innern der Standardöfen werden Temperaturen von bis ca. 200°C erreicht. Die Wandtemperatur des Innengehäuses liegt dabei bei ca. 150°C. Dies führt erwünschter Weise zu einer Selbststerilisierung des Ofens. Eventuell verschüttete Speisbestandteile verbrennen zunächst durch die hohe Temperatur und werden später beseitigt.

Induktionsöfen oder Kontaktöfen weisen eine direktere Energieeinleitung in das zu erwärmende Gut auf, somit werden die lokale Umgebung der Portionsbehälter sowie die Innenwände des Ofengehäuses nicht mehr so stark erwärmt. Eine Selbssterilisierung dieser Öfen findet dann jedoch auf Grund der zu geringen Temperaturen nicht mehr statt. Um bestehende Hygienerichtlinien mit Induktionsöfen oder Kontaktöfen einhalten zu können, müßten diese Öfen deshalb einer externen Naßreinigung unterzogen werden.

Bekannte Regenerationsöfen sind jedoch für die Naßreinigung nicht geeignet, da die in den Öfen integrierten elektrischen Anlagen zur Energieversorgung und Steuerung der Heizelemente bei einer Naßreinigung Schaden nehmen würden.

In der CH 656 447 A5 sind ein Umluft-Backofen und Backrost zur Verwendung in demselben beschrieben, wobei der Backofen ein Gebläse und mindestens einen diesem zugeordneten Heizkörper sowie eine weitere elektrische Heizeinrichtung zur Wärmebestrahlung des im Backofen befindlichen Backgutes aufweist. Es sind mehrere in den Backofen einschiebbare Backroste mit je einem daran angebrachten, als weitere Heizeinrichtung wirkenden Strahlungskörper vorhanden, welcher in der eingeschobenen Lage des Backrostes mit einer Schalt- und Steuereinrichtung des Backofens elektrisch verbunden ist. Die Schalt- und Steuerreinrichtung ist dazu ausgebildet, wahlweise den dem Umluftgebläse zugeordneten Heizkörper und/oder die Heizkörper der Backroste mit Strom zu speisen. Der Backofen ist allseitig mit Wänden abgeschlossen, wobei eine Seite mindestens eine Tür aufweist. Er weist keine Führungsschienen zur Aufnahme der Backroste auf. Diese werden vielmehr mit Hilfe eines Beschickungsgestells in den Backofen eingeschoben.

Aus der US-PS 3,725,645 ist der Aufbau eines Ofens für Behältnisse ersichtlich, die auf Einschüben innerhalb des Ofens angeordnet sind. Die Einschübe können tablettartig ausgeführt sein und elektrische Heizelemente aufweisen, die über elektrische Anschlusskontakte, Leitungen und Schalter an eine Spannungsquelle angeschlossen sind. Dieser Ofen ist allseitig mit Wänden abgeschlossen und in seinem Innern mit Führungsschienen zur Aufnahme der Einschübe versehen.

Die DE 39 28 572 A1 bezieht sich auf eine elektrische Kochvorrichtung bestehend aus:

  • - einer Kochplatte an der Oberseite der Kochvorrichtung mit wenigstens einer aus einer Heizspule gebildeten Kochstelle,
  • - einer Bedieneinrichtung, die in Nähe der Kochplatte angeordnet ist und ein Lüftungsteil zur Zirkulation von Kühlluft aufweist,
  • - und einen Mikrowellenteil mit einer Belüftungseinrichtung.

Die Kochplatte, die Bedienungseinrichtung sowie das Mikrowellenteil weisen jeweils ein gesondertes Gehäuse auf, die voneinander getrennt angeordnet sind, wobei die elektrische Verbindung der einzelnen Bauelemente über Kabel bzw. Leitungen realisiert ist. Hierbei kann auch vorgesehen sein, alle genannten Bauelemente getrennt voneinander in einem Schrank anzuordnen.

Erfindungsgemäße Aufgabe ist es daher, einen Ofen zum Erhitzen von Speisen, der insbesondere für Bordküchen in Flugzeugen, Eisenbahnen oder anderen Verkehrsmitteln geeignet ist, vorzustellen, der sich mittels Naßreinigung sterilisieren läßt, ohne daß die elektrischen Anlagen des Regenerationsofens Schaden nehmen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen enthalten.

Die Lösung gelingt durch einen Ofen auf der Basis eines Kontaktofens oder eines Induktionsofens, der modular aus einem kastenförmigen Erwärmungsmodul und einem Steuerungsmodul aufgebaut ist. Der kastenförmige Erwärmungsmodul ist allseitig mit Wänden abgeschlossen, wobei eine Seite mindestens eine Tür aufweist. Im Inneren des kastenförmigen Erwärmungsmoduls sind an gegenüberliegenden Seitenwänden Führungsschienen angebracht, in die tablettartige Einschübe mit jeweils mindestens einem, ein Heizelement enthaltenden, Erwärmungsplatz eingeschoben sind. Die Führungsschienen sind untereinander mit einer mindestens zweiadrigen elektrischen Versorgungsleitung verbunden, und jeweils mit elektrischen Anschlußmitteln wie z. B. Schleifkontakten oder elektrischen Klemmen versehen, mit denen die Heizelemente an die Versorgungsleitung angeschlossen sind. Die Versorgungsleitung endet im Erwärmungsmodul in einem erwärmungsmodulseitigen Teil einer elektromechanischen Schnittstelle, die als elektromechanischer Stecker oder als elektromechanische Kontakt und Befestigungsschiene ausgebildet sein kann, oder als mechanisch- induktive Schnittstelle ausgebildet sein kann. Im letzteren Fall enthält die erwärmungsmodulseitige Teil der Schnittstelle und der steuermodulseitige Gegenpart der Schnittstelle jeweils eine Übertragungsspule. Der erwärmungsseitige Teil der elektromechanischen Schnittstelle hat einen Gegenpart an dem Steuermodul. Mit dem steuermodulseitigen Teil der elektromechanischen Schnittstelle ist das Steuermodul mit der Versorgungsleitung im Innern des Erwärmungsmoduls elektrisch verbindbar, so daß, wenn das Steuermodul an eine Energiequelle angeschlossen ist, die Heizelemente der Erwärmungsplätze über den Steuermodul und die Versorgungsleitung in steuerbarerweise mit elektrischer Energie versorgt werden können. Weiterhin hat die elektromechanische Schnittstelle die Funktion das Steuermodul in wiederholt-trennbarerweise, mechanisch mit dem Erwärmungsmodul zu verbinden. In anderen Worten ist die elektromechanische Schnittstelle als sogenannte fest-zerstörungsfreie Schnittstelle ausgebildet. Im Steuermodul sind die Bordnetzanschlüsse und die Bedienelemente, sowie die elektrischen Bauteile zur Speisung und Steuerung der Heizelemente in den Erwärmungsplätzen angeordnet.

Mit der Erfindung werden hauptsächlich die folgenden Vorteile erzielt:

Durch den modularen Aufbau des Ofens in einen Erwärmungsmodul und in einen Steuerungsmodul, die über eine Schnittstelle miteinander verbindbar und jederzeit wieder beliebig oft voneinander trennbar sind, können auf einfache und schnelle Weise die gegenüber Nässe und Feuchtigkeit empfindlichen elektrischen Einrichtungen des Steuermoduls vom Erwärmungsmodul getrennt werden. Hierdurch wird ein Ofen geschaffen, dessen hygienisch kritischer Bereich einer Nassreinigung oder chemischen Nassreinigung zugänglich ist.

Das Steuerungsmodul kann in der Bordküche verbleiben, während das abgetrennte Erwärmungsmodul aus der Bordküche entnommen werden kann. Dies ermöglich, das Erwärmungsmodul nachdem es außerhalb der Bordküche sterilisiert wurde, als Transportbehälter für die vorportionierten Speisen zu verwenden. Somit können die Erwärmungsmodule bereits außerhalb der Bordküche mit den Speiseportionen bestückt werden und vorbeladen wieder in die Bordküchen eingesetzt werden. Hierdurch entfällt für das Bordpersonal im Vergleich mit den herrkömmlichen festinstallierten Konvektionsöfen der Arbeitsgang, die z. B. in Trolleys angelieferten Speisen in die Konvektionsöfen zu verbringen. Da an Bord des Flugzeuges hierdurch ein zeitaufwendiger Arbeitsgang entfallen kann, können die Rüstzeiten der Flugzeuge am Boden verringert werden, was die Wirtschaftlichkeit der Flugzeuge erhöht und eine bessere Ausnutzung der Flughäfen, durch reduzierte Standzeiten der Flugzeuge am Boden ermöglicht.

In Verbindung mit den in die Einschübe integrierten Heizelementen ist die Erwärmung der Speisen mittels Kontaktwärme oder Induktiver Wärmeübertragung möglich. Hierdurch können gegenüber herkömmlichen Konvektionsöfen die Ofentemperaturen erheblich gesenkt werden. Die Außenwände des Erwärmungsmoduls weisen hierbei selbst nach einem lange andauernden Erwärmen der Speisen maximal die Temperatur der Heißanteile der Speisen auf, die bei maximal 70°C liegt. Hierdurch kann gegenüber den herkömmlichen Konvektionsöfen auf eine aufwendige thermische Isolierung zwischen einem Innengehäuse und einem Außengehäuse verzichtet werden. Es ist bei dem erfindungsgemäßen Ofen nur noch ein einschaliges Gehäuse für das Erwärmungsmodul notwendig. Hierdurch sind nicht zuletzt Gewichtseinsparungen möglich, die bei der Verwendung der Öfen in Flugzeugbordküchen von großer Bedeutung sind. Die Reduzierung der maximal auftretenden Gehäusetemperatur unter einen Wert von ca 70°C ermöglicht mit Vorteil die Verwendung von nichtmetallischen Werkstoffen für das Gehäuse des Erwärmungsmoduls. Das Erwärmungsmodul kann aus gängigen Industriekunststoffen gefertigt werden.

Auf Grund der besseren Ausnutzung der Heizleistung durch in die Einschübe integrierte Heizelement und einer damit einhergehenden direkten Erwärmung der vorportionierten Heißanteile der Speisen an den Erwärmungsplätzen werden kleinere Anschlußleistungen benötigt. Hierdurch können die elektrischen Anlagen für die Energieversorgung und die Steuerelektronik im Steuermodul kleiner gehalten werden als in herkömmlichen Konvektionsöfen für Bordküchen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen dargestellt und näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Kavaliersperspektive des modular aufgebauten erfindungsgemäßen Ofens,

Fig. 2 einen Längsschnitt, eine Aufsicht und einen Querschnitt des erfindungsgemäßen Ofens,

Fig. 3 eine Aufsicht auf das Bedienfeld des Steuermoduls,

Fig. 4 eine schematische Darstellung in Aufsicht eines tablettartigen Einschubs mit Erwärmungsplätzen, in die jeweils ein Heizelement und ein Sensor integriert sind,

Fig. 5 eine Vorderansicht und eine Querschnittdarstellung des erfindungsgemäßen Ofens mit einer schematischen Leitungsführung zur Verbindung des Steuermoduls mit dem Erwärmungsmodul und den tablettartigen Einschüben.

Fig. 1 zeigt eine dreidimensionale Ansicht eines erfindungsgemäßen Ofens. Dieser Ofen ist modular aufgebaut. Er besteht aus einem Erwärmungsmodul 1 und einem Steuerungsmodul 2. In dem Erwärmungsmodul 1 werden die Speisen und die sonstigen Catering-Güter erhitzt. Der Steuerungsmodul 2 regelt den Erwärmungsprozeß. Hierzu verfügt das Steuermodul über ein Bedienfeld 2a, in dem die zur Regelung und Prozessführung notwendigen Stellorgane und/oder Schaltelemente angeordnet sind. Beide Module sind durch eine Schnittstelle 3 miteinander verbunden. Die Schnittstelle 3 ist als eine sogenannte fest-zerstörungsfreie Verbindung ausgebildet und ermöglicht die Übertragung von elektrischer Energie sowie von Steuerinformationen und Statusinformationen zwischen dem Erwärmungsmodul und dem Steuerungsmodul. Die Schnittstelle ist vorzugsweise als Steckverbindung, als elektromechanische Befestigungsschiene oder als mechanisch-induktive Schnittstelle ausgebildet. Auf alle Fälle ist die Schnittstelle wiederholt trennbar und ist derart gestaltet, daß ein schnelles Entfernen bzw. Installieren des Erwärmungsmoduls an dem Steuerungsmodul ermöglicht wird. Zur Wahrung der Kommonolität des Ofens mit vorhandenen Bordküchen in Flugzeugen, sind die Abmessungen des Ofens kommonal zu den standadisierten Bordküchen gewählt.

Das Erwärmungsmodul besteht aus einem allseitig geschlossenen Gehäuse, bei dem mindestens eine Seitenwand als Türe 4 zum Innenraum des Erwärmungsmoduls dient. Die Tür ist derart gestaltet, daß die Versorgung mit elektrischer Energie im Innenraum des Erwärmungsmoduls unterbricht, sobald die Tür geöffnet wird. Der Verriegelungsmechanismus 5 ist in an sich bekannter Weise ausgeführt. Das Erwärmungsmodul verfügt über keinen direkten Anschluß an das Bordnetz. Die Versorgung mit elektrischer Energie erfolgt über die Schnittstelle 3 und den Steuermodul 2, der an das Bordnetz des Flugzeuges elektrisch angeschlossen wird.

Im Innenraum des Erwärmungsmoduls 1 sind Einschübe 6 (siehe Fig. 2) angeordnet. Die Einschübe werden beidseitig in Führungsschienen einschoben, die an den Seitenwänden des Erwärmungsmoduls angebracht sind. Die eingeschobenen tablettartigen Einschübe werden in Nuten von Klemmleisten 8 eingeschoben, die an der Rückwand des Erwärmungsmoduls angebracht sind, und die Einschübe gegen ein Verrutschen in den Führungsschienen 7 sichern. Jeder der Einschübe 6 enthält mindestens einen Erwärmungsplatz 9 auf den bzw. in dessen spezielle Aufnahmevorrichtung, die hier als Vertiefung dargestellt ist, Portionsbehälter 10, die die Heißanteile der zu erwärmenden Speisen enthalten, abgestellt sind.

In dem in Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Schnittstelle 3 als Steckverbindung ausgebildet. Der erwärmungsmodulseitige Anteil der Schnittstelle ist hierbei als vorstehender Noppen 11 ausgebildet, der in eine, den steuermodulseitigen Anteil der Schnittstelle bildenden Teil, Vertiefung 12 im Gehäuse des Steuermoduls einrastet. Die Konstruktion der Schnittstelle 3 ist nach sicherheitstechnischen Aspekten gestaltet und schließt eine versehentliche Berührung stromführender Kontakte durch den Bediener aus. Nicht dargestellte entsprechende Sicherheitsmechanismen sind im Steuermodul implementiert, so daß eine Entfernung des Erwärmungsmoduls 1 von dem Steuerungsmodul 2 erst nach der Unterbrechung der gesamten Stromversorgung durch den Hauptschalter 17 im Bedienfeld des Steuerungsmoduls möglich ist. Des weiteren ist sichergestellt, daß das Steuermodul ein eventuelles Nichtvorhandensein des Erwärmungsmoduls erkennt und in diesem Fall die Stromzufuhr zu den steuermodulseitigen Kontakten 25 der Schnittstelle 3 unterbrochen ist. Vorzugsweise ist die Schnittstelle 3 derart gestaltet, daß nach Abnahme des Erwärmungsmoduls die elektrischen Kontakte 25 des Steuermoduls durch eine nicht dargestellte mechanische Abdeckung abgedeckt sind, so daß eine unbeabsichtigte Berührung nicht möglich ist.

In Fig. 3 ist eine Aufsicht auf das Bedienfeld 2a des Steuermoduls gezeigt. In dem Bedienfeld sind die Stellelemente und/oder Schalter zur Regelung und Steuerung des Erwärmungsprozesses im Erwärmungsmodul angeordnet. Dazu zählen u. a. eine Anzeigeneinheit 12 für den Erwärmungs-/Erhitzungsfortschritt, eine Schalteranordnung 13 aus drei Drucktasten HI, ME, LO für die Wahl der Leistungsstufe (low-medium-high), drei Temperaturvorwahlschalter 14, 14a, 14b, ein Zeitwahlschalter 15, ein Schalter 16 mit zwei Drucktasten Manuell, Automatisch, zum Wechsel zwischen einem automatisch gesteuerten Modus des Erwärmungsprosses und einem manuell gesteuerten Modus des Erwärmungsprozesses, einen Hauptschalter 17, mit dem das Steuermodul 2 von der Energieversorgung des Bordnetzes getrennt werden kann, sowie einen Ein/Aus Schalter 18, mit dem der Erwärmungsprozess jeweils gestartet oder gestoppt werden kann.

Fig. 4 zeigt einen Aufriss eines tablettartigen Einschubs 6, wie er in das Erwärmungsmodul der Fig. 2 oder Fig. 5 eingeschoben wird. Der Einschub umfaßt in dem gezeigten Ausführungsbeispiel 4 Erwärmungsplätze 9, in die jeweils mindestens ein Heizelement 19 und ein Sensor 20 eingelassen und versiegelt sind. Die Heizelemente werden mit elektrischen Anschlußleitungen 21, die ebenfalls in den Einschub 6 eingelassen und versiegelt sind, mit den Anschlußkontakten 22 verbunden, über die der Einschub 6, wenn wie in Fig. 5 gezeigt er in die Führungsschienen 7 des Erwärmungsmodul eingesetzt ist, mit der elektrischen Versorgungsleitung 23 des Erwärmungsmoduls verbunden ist.

Der Sensor 20 ist als kombinierter Temperatur-/Belegungssensor, zum Beispiel als sogenannte Multifuse, ausgebildet. Durch den Sensor 20 wird sichergestellt, daß nur jene Erwärmungsplätze 9 tatsächlich durch das Heizelement 19 erwärmt werden, die auch tatsächlich mit einer Portionsschale 10 (Fig. 2) belegt sind. Desweiteren dienen die Sensoren als Überhitzungsschutz. Erreicht die Temperatur der zu erwärmenden Speisen einen im vorneherein eingestellten Wert, so wird dies ausgehend vom Sensor 9 der zentralen Steuereinrichtung 24 (Fig. 5) übermittelt, der entsprechende Erwärmungsplatz wird in einen Warmhaltemodus geschaltet. Sind alle Speisen erwärmt oder befinden sich alle belegten Erwärmungsplätze im Warmhaltemodus, so wird dies dem Bordpersonal durch die Anzeigeeinheit 12 des Bedienfeldes 2a (Fig. 3) angezeigt. Die Möglichkeit der manuellen, individuell wählbaren Erwärmung von Speisen kann über den Wahlschalter 16 ausgewählt werden. In diesem manuellen Modus kann die Heizdauer individuell mit dem Zeitwahlschalter 15 festgelegt werden. Mit dem hier beschriebenen Erwärmungsmanagement werden die Arbeitsabläufe an Bord eines Flugzeuges für das Bordpersonal erheblich vereinfacht, da die Gefahr eines Verkochens oder Verbrennens der Speisen sich erheblich verringert, und nicht extra sorgfältig überwacht werden muß. Trotz des möglichen Automationsgrades bietet sich dem Bediener des erfindungsgemäßen Ofens eine einfache Möglichkeit des manuellen Eingriff, bzw. einer manuellen Steuerung der Speisenerwärmung.

Fi. 5 zeigt nochmals eine Vorderansicht und eine Querschnittdarstellung des erfindungsgemäßen Ofens mit einer schematischen Leitungsführung der Versorgungsleitung 23 zu den elektromechanischen Steckverbindungen 11, mit denen das Steuermodul 2 mit dem Erwärmungsmodul 1 und den tablettartigen Einschüben 6 elektrisch verbunden ist. Im Gehäuse des Steuermoduls 2 sind die elektronischen und elektrischen Einrichtungen zum Betrieb des Ofens angeordnet und hier vereinfacht als Zentrale Steuereinrichtung 24 dargestellt. Die Zentrale Steuereinrichtung 24 ist mit einer elektrischen Anschlußleitung 26 mit dem Bordnetz oder einem sonstigen herkömmlichen elektrischen Versorgungsnetz verbindbar. Fig. 5 macht nochmals den mit der Erfindung hauptsächlich erzielbaren Vorteil deutlich. Durch den modularen Aufbau des Ofens in Erwärmungsmodul 1, das außer elektrischen Versorgungsleitungen keine elektrischen Einrichtungen enthält, die alle im Steuermodul 2 angeordnet sind, kann das Erwärmungsmodul 1 auf einfache Weise vom Steuermodul 2 getrennt und wieder zusammengeführt werden, ohne daß hierzu das Steuermodul aus seinem Installationsort, z. B. in einer Bordküche entfernt werden muß. Hierdurch können die Wartungsschemata für das Erwärmungsmodul 1 und das Steuermodul 2 voneinader getrennt werden. Während das Erwärmungsmodul z. B. nach jeder Benutzung in einer Bordküche in einem Flugzeug nach der Landung entnommen gereinigt, sterilisiert und wieder mit neuen Speisen bestückt wird, kann das Steuermodul, das nicht sterilisiert zu werden braucht, in der Bordküche des Flugzeuges verbleiben. Die Wartung der Steuermodule erfolgt lediglich im Bedarfsfall, falls ein Defekt vorliegt. Auch hier bietet dann der modulare Aufbau des Regenerationsofens den Vorteil, daß auch das Steuermodul als ganzes ausgetauscht werden kann, ohne die Kompatibilität mit den anzuliefernden Erwärmungsmodulen zu verlieren.


Anspruch[de]
  1. 1. Ofen für eine Bordküche zum Erhitzen von Speisen mit einem kastenförmigen Erwärmungsmodul (1), das allseitig mit Wänden abgeschlossen ist, wobei eine Seite mindestens eine Tür (4) aufweist,

    im Innern des kastenförmigen Erwärmungsmoduls (1) sind an gegenüberliegenden Seitenwänden Führungsschienen (7) angebracht, in die tablettartige Einschübe (6) eingesetzt sind,

    die tablettartigen Einschübe (6) enthalten jeweils mindestens ein Heizelement (19), das in einen Erwärmungsplatz (9) eingelassen und versiegelt ist,

    die Führungsschienen (7) sind untereinander mit einer mindestens zweiadrigen Versorgungsleitung (23) verbunden und jeweils mit elektrischen Anschlußmitteln (22) versehen, mit denen die Heizelemente (19) an die Versorgungsleitung (23) angeschlossen sind,

    die Versorgungsleitung (23) endet in einer elektromechanischen Schnittstelle (3), mit der das Erwärmungsmodul (1) in wiederholt-trennbarer Weise elektrisch und mechanisch an ein Steuerungsmodul (2) angeschlossen ist

    und das Steuerungsmodul (2) die Bordanschlüsse (26), die elektrischen Bauteile zur Speisung und Steuerung (24) der Heizelemente (19) sowie die hierzu erforderlichen Bedienelemente (2a, 12, 13, 14, 14a, 14b, 15, 16, 17, 18) enthält.
  2. 2. Ofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Erwärmungsplatz (9) einen Sensor (20) enthält, der als kombinierter Temperatur- und Belegungssensor ausgebildet ist.
  3. 3. Ofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektromechanische Schnittstelle (3) eine Steckverbindung ist.
  4. 4. Ofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnittstelle (3) als elektromechanische Kontakt- und Befestigungsschiene ausgebildet ist.
  5. 5. Ofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektromechanische Schnittstelle (3) als mechanisch-induktive Schnittstelle ausgebildet ist und mindestens eine Primärspule und mindestens eine Sekundärspule enthält.
  6. 6. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse des Erwärmungsmoduls (1) aus einem Industriekunststoff gefertigt ist.
  7. 7. Ofen nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß nur diejenigen Erwärmungsplätze (9) beheizt sind, die tatsächlich einen Portionsbehälter (10) enthalten.
  8. 8. Ofen nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß im Bedienfeld (2a) des Steuermoduls (2) eine Anzeige (12) für den Erwärmungs-/Erhitzungsfortschritt der Portionsbehälter (10) angeordnet ist.
  9. 9. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuermodul (2) mit einem Schalter (16) zwischen automatischem Betrieb und manuellem Betrieb umschaltbar ist.






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