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Dokumentenidentifikation DE69712571T2 24.10.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0816080
Titel Verfahren zum Reinigen eines Gummituchzylinders in einer Druckmachine
Anmelder Jimek AB, Arlöv, SE
Erfinder Hansson, Birger, 232 51 Akarp, SE
Vertreter Klunker, Schmitt-Nilson, Hirsch, 80797 München
DE-Aktenzeichen 69712571
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IT, LI, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 02.07.1997
EP-Aktenzeichen 972020291
EP-Offenlegungsdatum 07.01.1998
EP date of grant 15.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.10.2002
IPC-Hauptklasse B41F 35/06

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen eines Drucktuchs auf einem drehbaren Druckzylinder in einer Druckerpresse von Druckfarbe, Papierfasern, Lint und dergleichen.

Hintergrund der Erfindung

Wenn eine Druckerpresse über eine gewisse Zeit gelaufen ist, muß ihr Druckzylinder gereinigt werden. Um die geforderte Druckqualität zu garantieren, ist eine Reinigung zumindest bei jeder neuen Druckcharge in der Presse erforderlich. Normalerweise erfolgt das Reinigen von Hand mit Hilfe eines für die Druckfarbe geeigneten Lösungsmittels, gegebenenfalls unterstützt durch ein Medium auf Wasserbasis, um Fasern und dergleichen zu beseitigen. Das Reinigen kann normalerweise nicht eher durchgeführt werden, als bis die Papierbahn abgeschnitten und entfernt ist. Nach dem Reinigen muß die Papierbahn erneut durch die Druckerpresse gefädelt werden, was mühsam und zeitraubend ist. Insgesamt gesehen ist das manuelle Reinigen schmutzig, kostspielig und zeitraubend.

Die Erfindung

Ein viel besseres Verfahren, welches ohne Handarbeit und ohne das Erfordernis durchgeführt wird, die Papierbahn zu beseitigen, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß - nachdem die Zufuhr von Druckfarbe in der Presse ausgesetzt wurde - die sich bewegende Papierbahn vor der Berührung mit dem Druckzylinder mit einer Reinigungsflüssigkeit in Form eines Lösungsmittels für die in der Druckerpresse verwendete Tinte gespeist wird, und daß der Druckplattenzylinder, der in Berührung mit dem Druckzylinder steht, mit Feuchtmittel beaufschlagt wird, welches normalerweise beim Drucken in der Presse verwendet wird.

Dabei erfolgt die Zuführfolge in der Weise, daß die Papierbahn mit der Reinigungsflüssigkeit während ihres Vorbeigangs an dem Druckzylinder versorgt wird, bevor sie über den Druckplattenzylinder und den Druckzylinder mit Feuchtmittel beaufschlagt wird, so daß die Festigkeit der Bahn von dem Feuchtmittel auf Wasserbasis nicht abträglich beeinflußt wird.

Durch dieses Verfahren erfolgt die Reinigung ohne jegliche von Hand durchzuführenden Arbeitsschritte und ohne daß Erfordernis, die Papierbahn aufzutrennen. Statt dessen ist die Papierbahn wesentlich für den Reinigungsvorgang insofern, als die Reinigungsflüssigkeit über die Bahn zugeführt wird (und bei dem Reinigungsvorgang durch das Feuchtmittel, welches normalerweise beim Druckvorgang verwendet wird, unterstützt wird), und daß der Schmutz von der Bahn fortgetragen wird. Praktische Tests haben gezeigt, daß man ein sehr gutes Reinigungsergebnis in relativ kurzer Zeit bei geringem Verlust an Papierbahn erreichen kann.

Das Reinigungsverfahren läßt sich intermittierend oder kontinuierlich durchführen. Die EP-A-618 074 und die US-A-4 781 116 offenbaren ein Verfahren gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Zeichnung

Die Erfindung wird im folgenden in größerer Einzelheit unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, die schematisch relevante Teile einer Druckerpresse darstellt.

Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform

In einer Druckerpresse, normalerweise einer Offset-Druckerpresse, wird eine zu bedruckende Papierbahn 1 in Pfeilrichtung, das heißt in der Zeichnung nach oben, durch einen Walzenspalt 2 zwischen einem drehbaren Druckzylinder 3 und einem weiteren Zylinder 4 bewegt, die beide die gleiche Umfangsgeschwindigkeit entsprechend der Geschwindigkeit der Bahn 1 haben. Der rechte Zylinder 4 kann ein Andrückzylinder oder ein zweiter Druckzylinder sein, der zu einer nicht weiter beschriebenen Druckeinheit gehört, während die Druckeinheit, zu der der linke Druckzylinder 3 gehört, im folgenden beschrieben wird. Weitere Druckwerke innerhalb der Druckerpresse können gleiche Ausgestaltung wie die dargestellte und beschriebene Druckeinheit haben, können aber auch eine andere Ausgestaltung besitzen.

In Berührung mit dem Druckzylinder 3 steht ein drehbarer Druckplattenzylinder 5. Drucktinte wird von einem Druckfarbenkasten 6 über ein Druckfarben-Walzenwerk 7, das nicht Teil der Erfindung ist und hier nicht weiter beschrieben wird, zugeführt. Allerdings sind die beiden Endwalzen 8 des Druckfarben-Walzenwerks 7 aus einem unten angegebenen Grund speziell erwähnt.

Für einen ordentlichen Druckvorgang muß dem Druckplattenzylinder 5 von einer Sprühanfeuchteanordnung, normalerweise in Form eines Sprühbalkens 9, über Walzen 10, 11 und 11' ein Feuchtmittel auf Wasserbasis für die druckfreien Bereiche zugeführt werden.

Die soweit beschriebene Druckerpresse entspricht dem Stand der Technik. Bei ihrem Betrieb wird das Drucktuch auf dem Druckzylinder 3 von Druckerfarbe, Papierfasern und Lint verschmutzt, wobei letzteres in vereinfachten Worten als Zusatz der Druckerfarbe und Papierfasern bezeichnet werden kann und bei Gelegenheit entfernt werden muß.

Die Erfindung liegt in einem neuen Verfahren zur Drucktuchreinigung. Zu diesem Zweck ist der Druckerpresse in der Nähe der Bahn 1 stromabwärts bezüglich des Walzenspalts 2 ein Applikator 12 hinzugefügt. Dieser Applikator 12 ist näher beschrieben in der mit-anhängigen schwedischen Patentanmeldung 9504660-3 der Anmelderin, und er besitzt eine Walze 13 in Berührung mit einer Reinigungsflüssigkeit in dem Applikator und kann in Berührung mit der Bahn 1 gebracht werden, wenn eine Reinigung durchzuführen ist. Befindet sich der Applikator 12 nicht in Betrieb, so wird er von einem Deckel 14 verschlossen, der verhindert, daß unerwünschte Stoffe in den Applikator eindringen. Die Reinigungsflüssigkeit in dem Applikator 12 ist ein Lösungsmittel für die in der Druckerpresse verwendete Druckerfarbe, normalerweise ein Öl.

Wenn ein Reinigen des Drucktuchs erwünscht ist, wird die Pressengeschwindigkeit ausgehend von der Druckgeschwindigkeit verringert, und die Zufuhr von Druckerfarbe zu dem Druckplattenzylinder 5 wird ausgesetzt, indem die beiden Walzen 8 des Druckerfarben-Walzenwerks aus der Berührung mit dem Druckplattenzylinder 5 gelöst werden. Dann wird die Applikatorwalze 13, die vorzugsweise von einem Motor angetrieben wird, in Berührung mit der Bahn 1 gebracht.

Wenn die Reinigungsflüssigkeit den Walzenspalt 2 erreicht hat, so daß die Papierbahn 1 mit der Reinigungsflüssigkeit, die keine Flüssigkeit auf Wasserbasis ist, imprägniert wird, kann der Sprühbalken 9 mit seinem Betrieb beginnen und sein Wasserbasis-Feuchtmittel, normalerweise in größeren Mengen als während des Druckbetriebs, auf die Walze 10 sprühen, damit es weiter auf den Druckplattenzylinder 5 und den Druckzylinder 3 übertragen wird. Der Grund für diese Ablauffolge besteht darin, daß die Papierbahn 1 möglicherweise reißt, wenn sie dem Wasserbasis-Feuchtmittel vor der Reinigungsflüssigkeit, die eine Flüssigkeit auf Ölbasis sein kann, ausgesetzt wird.

Durch den kombinierten Einfluß der Reinigungsflüssigkeit aus dem Applikator 12 und dem Feuchtmittel von dem Sprühbalken 9 wird speziell der Druckzylinder 3, aber auch der Druckplattenzylinder 5 von Tinte, Papierfasern und Lint gereinigt, und der Schmutz wird von der Papierbahn 1 wegtransportiert, die sich kontinuierlich während des Reinigungsvorgangs durch den Walzenspalt 2 bewegt.

Der Reinigungsvorgang kann intermittierend oder kontinuierlich durchgeführt werden praktische Tests haben gezeigt, daß eine in der beschriebenen Weise durchgeführte Reinigung während einer kurzen Zeitspanne zu einem zufriedenstellenden Reinigungsergebnis führt. Die Länge der Ausschuß-Papierbahn ist gering. Außerdem besteht nicht das Erfordernis, die Papierbahn durchzuschneiden und erneut einzufädeln bevor bzw. nachdem der Reinigungsvorgang durchgeführt wird.

Wenn die in der Druckerpresse verwendete Papierbahn eine geringere Breite hat, als es der vollen Breite des Druckzylinders entspricht, so wird die Sprühanfeuchteanordnung automatisch auf der nicht verwendeten Druckfläche ausgeschaltet, beispielsweise entsprechend 1/4, 3/4 oder 1/2 der Bahn. Dies geschieht bei der Produktionseinrichtung durch das Druckerpersonal. Diese Arbeit wird stets vorgenommen, was bedeutet, daß keine zusätzlichen Einrichtarbeiten für dieses Reinigungsverfahren erforderlich sind.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Reinigen eines Drucktuchs auf einen drehbaren Druckzylinder (3) einer Druckerpresse von Druckerfarbe, Papierfasern, Lint und dergleichen, dadurch gekennzeichnet, daß - nach Aussetzen der Zufuhr von Druckerfarbe in der Presse - eine sich bewegende Papierbahn (1) vor der Berührung des Druckzylinders (3) mit einer Reinigungsflüssigkeit in Form eines Lösungsmittels für die in der Druckerpresse verwendete Druckerfarbe gespeist wird, und daß ein drehbarer Druckplattenzylinder (5), der in Berührung mit dem Druckzylinder steht, mit einem Feuchtmittel versehen wird, das normalerweise beim Drucken in der Presse verwendet wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführfolge derart angelegt ist, daß die Bahn (1) mit Reinigungsflüssigkeit bei ihrem Vorbeigang an dem Druckzylinder (3) gespeist wird, bevor sie über den Druckplattenzylinder (5) und den Druckzylinder mit Feuchtmittel versorgt wird.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Druckzylinder (3) und einem weiteren Zylinder (4), der ein Druckzylinder einer benachbarten Druckeinheit oder ein Andrückzylinder ist, ein Walzenspalt (2) gebildet ist, und daß die Bahn (1) durch diesen Walzenspalt geführt wird.







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