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Dokumentenidentifikation DE69621126T2 14.11.2002
EP-Veröffentlichungsnummer 0815313
Titel JACQUARDIMITATIONSGEWEBE UND VERFAHREN ZU DESSEN HERSTELLUNG
Anmelder Microfibres, Inc., Pawtucket, R.I., US
Erfinder VERMUELEN, Roland, B-9031 Gent, BE;
CLARK, Celeste, Leslie, Winston-Salem, US
Vertreter Schwabe, Sandmair, Marx, 81677 München
DE-Aktenzeichen 69621126
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 18.03.1996
EP-Aktenzeichen 969097518
WO-Anmeldetag 18.03.1996
PCT-Aktenzeichen PCT/US96/03663
WO-Veröffentlichungsnummer 0009629462
WO-Veröffentlichungsdatum 26.09.1996
EP-Offenlegungsdatum 07.01.1998
EP date of grant 08.05.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.11.2002
IPC-Hauptklasse D06P 5/00

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Simulieren von Jacquard-Designs und ein Gewebe vom simulierten Jacquard-Design-Typ.

Hinterrund der Erfindung

Jacquard-Gewebe werden herkömmlicherweise auf Jacquard-Webstühlen gewebt, um sorgfältig bearbeitete Webmuster auszubilden. Diese Muster sind durch feine Linien oder Bindungslinien gekennzeichnet, die sich in gewählten Richtungen des Gewebes erstrecken. Jacquard-Gewebe haben eine reiche und luxuriöse Erscheinung; jedoch sind diese Gewebe nicht billig in der Herstellung. Wegen der luxuriösen Erscheinung von Jacquard-Geweben besteht ein Bedarf an Einrichtungen und Verfahren zum Simulieren solcher Gewebe bei geringeren Kosten als bisher möglich.

Ein Problem, das bei der Reproduktion oder Simulierung von Jacquard-Geweben in Mittelpunkt steht, betrifft die Texturerscheinung dieser Gewebe. Traditionelle Jacquard-Gewebe haben eine gobelinartige Erscheinung, wobei einiges am Reichtum dieses Gewebes durch dreidimensionale Effekte erzeugt wird, die durch die Bindungen oder die feinen Linien geschaffen werden, welche für diese Gewebe typisch sind. Die Bindungen oder feinen Linien bilden Linien, die sich gewöhnlich parallel zu den Kettfäden erstrecken, die dreidimensional unter die Oberfläche des Gewebes abgesetzt sind, was eine geprägte Erscheinung hervorruft.

Ein Versuch zum Simulieren von Jacquard-Gewebe ist beispielsweise im kanadischen Patent Nr. 2,084,535 angegeben, welches ein Verfahren zum Drucken eines Designs auf ein Gewebe offenbart, das bei einheitlicher Geschwindigkeit durch eine Maschine geführt wird, während das Design auf das Gewebe aufgedruckt wird. Dieses Dokument erwähnt jedoch nicht und schlägt auch nicht vor, einen Jacquard-Druck auf einem Flock-Gewebe durchzuführen, mit einer Druckpaste, die Farbstoffe enthält, wodurch ein mehrfarbiges Muster aus Bindungen oder Feinlinien sich in Kett- oder Schussrichtung des ausgebildeten Gewebes erstrecken.

In der Patentanmeldung WO-A-92/20524 ist ein Flock-Gewebe offenbart, mit Farben, die in einem gedruckten Muster auf dem Gewebe angeordnet sind. Die Farbe kann auch gemäß dieser Offenbarung im Voll-Gründeldruck bereitgestellt werden, ein System, bei dem auch eine Schutzabdeckung verwendet wird. Hier umfasst die bevorzugte Pastenzusammensetzung, welche das Anhaften von lichtundurchlässigen Partikel-Farbstoffen an der Faser des Gewebes gestattet, ein Melamin-Latex-Bindungssystem. Diese Offenbarung erwähnt jedoch kein simuliertes Jacquard-Gewebe oder Verfahren zu dessen Herstellung.

Das europäische Patent EP-A-0 581 537 betrifft ein Flock-Gewebe mit Farben mit langer Tragfähigkeit, wobei perleszente Pigmentfarbmittel an dem erhöhten Gewebe in einem Druckmuster aufgehaftet werden. Dieses Patent enthält ebenfalls keinen Vorschlag zur Verwendung der Technologie zur Herstellung eines Jacquard-Gewebes aus Flock-Geweben.

Das britische Patent GB-A-0 460 924 betrifft ein Schlingengewebe, bei welchem die Verwendung eines Jacquard beim Weben vermieden wird, aber gedämpfte Farbeffekte in dem Gewebe durch Drucken des gefärbten Musters auf oder durch Einfärben der Grundkette vor dem Schlusszetteln erzielt wird. Es gibt keinen Hinweis in diesem Dokument, die Technologie anzuwenden, um ein simuliertes Jacquard-Gewebe auf Flock-Gewebe auszubilden.

Zusammenfassung er Erfindung

Die vorliegende Erfindung stellt ein Mittel bereit, durch welches ein Flock-Gewebe so hergestellt werden kann, dass es Jacquard-Designs simuliert. Gemäß der vorliegenden Erfindung können herkömmlich ausgebildete Flock-Gewebe zu Jacquard-Designs umgewandelt werden, und zwar in einem Verfahren, welches die Aufbringung selektiver Siebdrucktechniken auf speziell ausgewähltes Flock-Gewebe in einem Verfahren ins Auge fasst, was in einem simulierten Jacquard-Design resultiert. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden ausgewählte naturfarbene Waren zuerst vorgewaschen und dann abfolgend mit Warzenfarben bedruckt, unter Verwendung spezifisch geätzter Siebe für jede Farbe in einem Design. Nach der Aufbringung der Warzenfarben auf die Gewebeoberfläche wird das Gewebe mit einem Gesamt- Siebgründeldruck überdruckt, der die feinen Linien definiert. Speziell ausgewählte Kombinationen an Farbmaterialien, zusammen mit unterschiedlichen Anwendungen von Druck und Stangengrößen, werden verwendet, um den Effekt zu erzielen.

Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Behandlung von Flock-Gewebe zur Simulierung eines Jacquard-Designs bereitzustellen. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren zur Behandlung von Flock-Gewebe zur Simulierung eines Jacquard-Designs bereitzustellen, durch das Bedrucken der Oberfläche des Flock-Gewebes, um ein echtes Jacquard-Muster mit Bindung oder feinen Linien zu simulieren, die klar darauf gezeigt und definiert sind. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren zur Ausbildung simulierter Bindung oder simulierter feinen Linien zur Simulierung von Jacquard-Geweben bereitzustellen, unter Verwendung ausgewählter Kombinationen von Farben und geeigneter Siebdrucktechniken auf Flock- Geweben. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein kostengünstiges Verfahren zur Simulierung von Jacquard-Designs auf Flock-Geweben bereitzustellen.

Hierzu stellt die vorliegende Erfindung die Verfahren zum Behandeln von Flock-Gewebe zur Simulierung eines Jacquard-Designs bereit, wie sie in den Ansprüchen 4 bis 11 beschrieben werden.

Die Erfindung stellt ein simuliertes Jacquard-Design-Gewebe bereit, das ein Flock-Gewebe umfasst, auf dem ein mehrfarbiges Muster und Bindung oder feine Linien aufgedruckt sind, die sich in der Kett- und/der Schussrichtung des Gewebes erstrecken, wobei das mehrfarbige Muster aus einem Material gebildet ist, das ein Widerstands(Resist)-Mittel umfasst und wobei die Bindung oder die feinen Linien aus einem Material ausgebildet sind, das einen Säurefarbstoff umfasst.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Diese und andere Details und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen beschrieben, wobei Fig. 1 eine Aufsicht eines simulierten Jacquard-Gewebes mit feinen Linien oder Bindung ist, das gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt wurde. Die Fig. 2 ist eine vergrößerte, schematische Querschnittsansicht entlang der Linie 2.2 in Fig. 1.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform

Bei der Simulierung eines Jacquard-Gewebes ist es kritisch, eine Gewebeoberfläche bereitzustellen, welche in genauer Weise die feinen Bindungstechniken wiedergibt, wie sie dem Jacquard-Druck innewohnen. Diese feine Bindungstechnik umfasst die Reproduktion feiner Linien oder einer Bindung auf der Oberfläche des Gewebes, wobei diese Linien sich in der Kett- und Schussrichtung des Gewebes erstrecken. Diese feinen Linien oder Bindungen sind typisch für das Jacquard-Gewebe.

Bei der Umsetzung der vorliegenden Erfindung ist das ausgewählte Gewebe ein herkömmlich ausgebildetes Flock-Gewebe 1 (Fig. 1). Das Flock-Gewebe besteht aus kurzen Fasern 2 ( Fig. 2), die an einem Substrat 3 mittels eines geeigneten Haftmittels 4 befestigt sind. Diese Fasern 2 bilden ein Flock-Gewebe, welches typischerweise aus Polyamidfaser hergestellt ist. Bei der vorliegenden Erfindung wird ein Nylon 6.6-Flock-Gewebe bevorzugt. Das Gewebe kann durch mechanische, elektrostatische Verfahren angehaftet werden. Typischerweise können elektrostatische Verfahren diejenigen verwenden, die im Allgemeinen im US-Patent Nr. 5,108,777 beschrieben sind, das am 28. April 1992 erschien. Die naturfarbenen Waren umfassen vorteilhafterweise ein Substratgewebe aus 65/35 Polyester/Baumwoll-Substrat. Herkömmlicherweise durch elektrostatische Verfahren oder ähnliches angehaftet, wird eine Mikrodenier-Faser, wie zum Beispiel eine 0,9 Denier, halbstumpfe Dupont-Nylon 6,6-Faser, die in Längen von 0,762 mm geschnitten ist. Vorzugsweise soll der Mikrodenier-Flor aufrechte Fasern von 1, 1 Denier oder weniger bei einer Länge von 0,889 mm oder weniger für eine bessere Definition aufweisen. Unter Verwendung eines feinen Deniers wird der Griff des Produktes verbessert und ein Produkt wird resultieren, das weicher ist als ein echtes Jacquard- Gewebe. Das Haftmittel, welches die Fasern an dem Substrat anhaftet, kann ein wasserbasiertes Acryl-Latex mit einem Tg-Wert von -11ºC aufweisen. Verdicker und andere Chemikalien können wie benötigt hinzugefügt werden, um ein Flockhaftmittel in herkömmlicher Weise herzustellen. Ein typisches Gewebe, das bei diesem Verfahren verwendet wird, kann ein Gewebe mit einem Gesamtgewicht von 7,5 plus oder minus 0,2 oz/yd², ein Haftmittelgewicht von 2,6 plus oder minus 0,1 oz/yd² und ein Flockgewicht von 1,4 plus oder minus 0,1 oz/yd².

Die naturfarbenen Waren können gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ohne einen Waschzyklus verwendet werden. In einem solchen Verfahren werden die Fasern dazu neigen, aufrecht zu bleiben und durch die Eliminierung dieses Schrittes werden Kosten eingespart. Bei einer zweiten Ausführungsform werden die naturfarbenen Waren vorgewaschen, indem das Gewebe durch ein erwärmtes Wasserpolster geführt wird, vorzugsweise im Bereich von 60ºC. Ein herkömmliches Polster, wie eines, das durch Krantz-Babcock aus Deutschland hergestellt wird, kann verwendet werden. Die naturfarbenen Waren werden dann in einen Ofen bei einer Temperatur in der Größenordnung von 150ºC getrocknet. Das Polster ist eine Edelstahl-Box mit Rollen, die ausgelegt sind, um überschüssiges Wasser aus den naturfarbenen Waren zu entfernen. Die Temperatur, bei welcher die naturfarbenen Waren getrocknet werden, sollte die Struktur der naturfarbenen Waren oder der Nylon 6,6-Faser nicht ändern und aus diesem Grund sollte sie bei einer Temperatur von nicht größer als 200ºC gehalten werden. Das Gewebe kann mit einer Maximalgeschwindigkeit von ungefähr 50 m/min durch das Polster bewegt werden. Das Gewebe wird trockengepolstert und gerahmt. Die naturfarbenen Waren sollten nach dem Waschen ein einheitlich gelegtes Flor aufweisen, zur verbesserten Bedruckung und besserer Druckdefinition.

Nachdem die Waren vorgewaschen und getrocknet sind, werden sie auf einen A-Rahmen aufgerollt. Hiernach werden die Waren bedruckt. Beim Druckverfahren werden diese vorgewaschenen, naturfarbenen Waren in eine herkömmliche Siebdruckmaschine eingeführt, die sich für ein solches Verfahren eignet. Eine solche Maschine ist die Reggiani-Futura-Maschine. Die Maschine kann mit 195-Nova- oder 155-Penta-Sieben ausgestattet sein, welche von Stork Screens erhältlich sind. Diese Siebe, die für die Warzensiebe verwendet werden, sollten fein sein, mit einer Maschengröße von vorzugsweise zwischen 125 und 225. Das Sieb, welches das Gründelsieb ausbildet, ist gröber und liegt vorzugsweise in der Größenordnung von 40 bis 60 Maschen. Die Siebe werden in die Köpfe der Printmaschine für einen Folgedruck eingebracht, wie weiter beschrieben wird.

Die Siebe werden so vorbereitet, dass sie ein spezielles Design auf das Gewebe drucken, welches durch die Druckmaschine hindurchgeht. Wenn beispielsweise die Siebe ein florales oder ein anderes Design 10 drucken sollen, das ein Jacquard-Gewebe simuliert, werden somit eine Reihe von Warzensieben zum Aufdrucken verschiedener Warzenfarben vorbereitet. Wenn beispielsweise sieben Farben verwendet werden sollen, um ein spezielles Muster auszubilden, würden damit separate Warzensiebe für jede Warzenfarbe vorbereitet. Herkömmlicherweise werden diese Warzenfarben das gesamte Design mit Ausnahme des Hintergrunddesigns drucken. Herkömmlicherweise werden die Hintergrundfarben mit einem Sieb in der letzten Position gedruckt, welches gewöhnlich als Gründelsieb bezeichnet wird. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden speziell gravierte Siebe verwendet, um jede Farbe in einem Design zu drucken. Außerdem wird jedes der Warzensiebe mit Linien graviert, um die Bindung oder die feinen Linien des Jacquard-Druckes zu simulieren. Die Warzenfarben werden auf der Position dieser Linien nicht aufgedruckt. Schließlich wird der Großflächendruck bzw. Gründeldruck nicht über die gesamte Gewebeoberfläche aufgedruckt. Die Bindung oder die feinen Linien werden sich, wenn sie verwendet werden, um einen Jacquard-Druck zu simulieren, gewöhnlich in der Kettrichtung erstrecken.

Bei dem Druckprozess unter Verwendung der Reggiani-Futura-Druckmaschine, bestimmen die Auswahl der Größe der Magnetstäbe, welche die Druckpaste durch die Siebe auf das Flock-Gewebe hindurchdrücken und die Druckeinstellung der Stäbe, kombiniert mit der Viskosität der Druckpaste, die Klarheit beim Druck der Bindungslinien bestimmen. Bei der vorliegenden Erfindung haben die ausgewählten Warzenstangen vorzugsweise einen Durchmesser von 12 mm und sie werden mit einem Druck von ungefähr 40 kg/cm eingesetzt, während beim Gründelsieb mindestens eine 15 mm-Stange zum Einsatz kommt, die mit einem Druck von 50 kg/cm aufgebracht wird. Die Druckgeschwindigkeit kann typischerweise 20 m/in sein und das Gewebe kann bei einer Temperatur in der Größenordnung von 150ºC getrocknet werden, bis das Gewebe trocken ist. Das Gewebe kann in einem dampfbeheizten Trockenofen getrocknet werden, der von Reggiani gebaut wird.

Die Warzenstangen werden verwendet, um die Farben geeignet aufzubringen und zu verteilen. Relativ kleine Stangen werden verwendet, um die Farben durch die Warzensiebe zu drängen, weil die Bindung oder die feinen Linien, die in diesen Sieben eingraviert sind, so fein sind, dass ein begrenzter Druck aufgebracht werden sollte, um diese Linien gut definiert zu halten. Eine stärkere Durchdringung ist für das Aufbringen von Farbe unter Verwendung des Gründelsiebes wünschenswert. Die Aufbringung von Farben unter Verwendung des Gründelsiebes soll die gesamte Gewebeoberfläche abdecken und bewirken, dass die Säurefarben so tief wie möglich in das Gewebe eindringen. Aus diesem Grund sollten die verwendeten Stangen im Bereich von 25% oder mehr größer sein als diejenigen, die für die Warzenfarben verwendet werden. Entsprechend höhere Drücke werden bei der Verwendung der Gründelsiebstangen aufgebracht. Bei dem Prozess des Aufdruckens der Warzenfarben definieren die Warzensiebe diejenigen Abschnitte des Gewebes, welche schließlich die Bindung oder die feinen Linien definieren, aber sie bedrucken sie nicht.

Das Trocknen des Gewebes bei nicht mehr als 150ºC soll das Schmelzen des Nylon 6,6 verhindern, um sicherzustellen, dass die Farben geeignet an der Oberfläche und an der inneren Struktur der Fasern anhaften.

Das zum Drucken der Warzenfarben verwendete Material umfasst eine Druckpaste mit einem Widerstands- bzw. Resist-Mittel und die erforderlichen Dispersionsfarben. Wenn die Farbe in dem Gründelsieb aufgebracht wird, werden somit die Säurefarben durch die Warzensieb- Druckpaste dort neutralisiert, wo eine Warzenfarbe aufgedruckt wird, aber nicht dort, wo die feinen Linien durch die Abwesenheit einer Warzenfarbe definiert werden. Dort dringt die Gründelpaste vollständig in das Gewebe ein, um ein besseres Relief zu zeigen. Um die Warzenfarben aufzubringen, werden eine herkömmliche Paste, das Widerstands- bzw. Resist- Mittel und Dispersionsfarben verwendet, mit einer Viskosität der Paste im Bereich von 6 bis 10 Pa.s (6000 bis 10000 Centipoise). Die Viskosität wird unter Verwendung eines Haake VT02-Viskosimeters mit einer Rotorgeschwindigkeit von 62,5/min. mit der Rotorspindel 1, dem Durchmesser 24 mm und eine Höhe von 53 mm getestet. Diese Zusammensetzung umfasst vorzugsweise ein Festfarben-Farbstoff, der in der Paste dispergiert ist. Spezieller kann sie typischerweise aus einer Zusammensetzung von Wasser mit einem synthetischen Verdickungsmittel, wie zum Beispiel einem Acrylsäurepolymer bestehen, das durch Allied Colloid aus dem Vereinigten Königreich geliefert wird. Ein typisches Widerstands- bzw. Resist-Mittel ist Thiotan TR, hergestellt von Sandoz (Schweiz). Die Farben sind typischerweise Dispersionsfarben, die wegen ihrer leichten Beständigkeit und ihrer Abfärbungs-Widerstandsfähigkeit auf Polyamid 6,6 ausgewählt wurden.

Eine Druckformel für die Warzenfarben kann umfassen:

xg - Wasser

50 g - Acrylpaste: Alcoprint RTA (Allied Colloids - UK), Lambicol 190 (L. Lamberti-Italien), oder 475 Concentrate (Morton - UK)

100 g - Widerstands- bzw. Resist-Mittel: Thiotan TR (Sandoz - Schweiz), Lyprint 4401 (Ciba Geigy - Schweiz), oder Gascoreserve Tan 2E (CGI Technologies - USA)

yg - Dispersionsfarbe: Jedwede ausgewählte Dispersionsfarben mit geeigneter leichter Beständigkeit auf Nylon: z. B. Palanil Yellow 3G. Blue Resolin FBL, Transcorona Red TGWN.

1000 g - Warzensieb-Druckpaste

mit x und y = 850 g, und x ist vorzugsweise größer als y, vorzugsweise im Bereich 80% bis 90% von x und y.

Eine Acrylpaste und eine Säurefarbe, die für die beschriebenen Zwecke geeignet sind, sollten verwendet werden, um die feinen oder Bindungslinien aufzubringen, da diese Linien meist eine dominante Farbe im Druck darstellen. Die Viskosität der Acrylpaste für die Gründelsieb- Aufbringung liegt im Bereich von 4 bis 4,5 Pa.s (4000 bis 4500 Centipoise). Die speziell akzeptable Acrylpaste und Säurefarbe ist eine Zusammensetzung aus Wasser mit einem synthetischen Verdickungsmittel, typischerweise Acryl-Säurepolymere von Allied Colloids, UK, mit einem Säuredonator (typischerweise ein Ammonium-Tartrat mit Säurefarben).

Eine Druckformel für die Gründelpaste kann umfassen:

xg - Wasser

60 g - Acrylpaste ähnlich derjenigen, die für die Warzenfarben verwendet wird

60 g - Ammonium-Tartrat (Säuredonator)

yg - Säurefarbe oder vormetallisierte Farbe; es muss eine Farbe sein, der gegenüber die Warzensieb-Farbe widerstandsfähig ist.

1000 g Gründelsieb-Druckpaste

mit x und y = 880 g, und x ist vorzugsweise größer als y und vorzugsweise im Bereich von 80 % bis 90% von x + y.

Nachdem die Ware bedruckt worden ist, wird sie über eine Zeitspanne bedampft, gewöhnlich 20 bis 30 min. und zwar in gesättigtem Dampf bei ungefähr 101 bis 120ºC. Die Temperatur und die Zeitspanne können variieren. Der Zweck des Bedampfens der Ware ist es, die Säure und die Dispersionsfarben in der Faser zu fixieren.

Nachdem die Ware bedruckt worden ist, wird sie gewaschen und bei 150ºC mit einer Liniengeschwindigkeit von ungefähr 50 min/m getrocknet. Überschüssige Farbe und Druckpaste werden aus dem Gewebe entfernt, wenn es gewaschen wird.

Nachdem die Ware gewaschen worden ist, wird sie auf einen A-Rahmen ausgerollt und für die Endbearbeitung vorbereitet. Ein Endbearbeitungsprozess umfasst das Führen der Waren durch ein Polster, das einen Weichmacher und einen Auspressroller enthält, um überschüssiges Wasser und Weichmacher aus dem Gewebe zu entfernen, bevor es getrocknet wird. Die Waren werden dann in einen Vortrockner und den Hauptofen zum Trocknen eingeführt. Das Gewebe wird auf einem Aufspannrahmen durch eine Maschine getragen. Eine 4%-ige Lösung eines Silizium-Weichmachers wird auf die Waren in dem Polster aufgebracht, während sie bei 150ºC in einem Vortrockner und bei 180ºC im Hauptofen trocknen, wo sie mit einer Liniengeschwindigkeit von ungefähr 50 m/min gefördert werden.

Im Falle des Jacquard-Gewebes kann auch eine Nachprägung durchgeführt werden, um das Texturgefühl zu verbessern.

Während eine bestimmte Ausführungsform der Erfindung beschrieben worden ist, werden sich für Fachleute verschiedene Änderungen, Modifikationen und Verbesserungen ohne Weiteres ergeben. Solche Änderungen, Modifikationen und Verbesserungen sollen Teil dieser Offenbarung sein und im Geiste und Umfang der Erfindung liegen. Demgemäß erfolgt die vorhergehende Beschreibung nur beispielhaft und soll nicht beschränkend sein. Die Erfindung ist nur so eingeschränkt, wie in den folgenden Ansprüchen definiert, und auf äquivalente hierzu.


Anspruch[de]

Gewebe vom simulierten Jacquard-Typ, mit einem Flockgewebe, auf das ein mehrfarbiges Muster und eine Bindung bzw. Figur oder feine Linien aufgedruckt sind, die sich in der Kett- und/oder Schuss-Richtung des Gewebes erstrecken, wobei das mehrfarbige Muster aus einem Material gebildet ist, das ein Widerstandsmittel umfasst, und wobei die Bindung bzw. Figur oder die feinen Linien aus einem Material ausgebildet sind, das einen Säurefarbstoff umfasst.

2. Gewebe nach Anspruch 1, bei dem die parallelen Linien aus einer Acrylpaste und Säurefarbstoffen unter Verwendung eines Gründeldrucksiebes ausgebildet werden.

3. Gewebe nach Anspruch 1, bei dem das Muster und die feinen Linien teilweise unter Verwendung einer Acrylpaste und Farbstoffen ausgebildet werden.

4. Verfahren zur Behandlung eines Flockgewebes, um eine Jacquard-Gewebe zu imitieren, dadurch gekennzeichnet, dass in Abfolge eine Reihe verschiedenfarbiger Farbstoffe auf die geflockte Oberfläche des Gewebes unter Verwendung von Warzensieben für jede Farbe aufgebracht werden, um ein mehrfarbiges Muster auszubilden, wobei die Warzensiebe eingravierte Linien aufweisen, um die Bindung bzw. Figur oder feine Linien des Jacquard-Druckes zu imitieren, wobei die Warzenfarben nicht an der Position dieser Linien gedruckt werden, und dass danach ein Farbstoff mit einer Kontrastfarbe zu und mit geringerer Viskosität als die Farbstoffe aufgebracht wird, die durch die Warzensiebe aufgebracht werden, und zwar auf unbedruckte Abschnitte des Gewebes, welche die Bindung bzw. Figur oder die feinen Linien definieren.

5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem der Druck, der auf die Farbstoffe ausgeübt wird, wenn sie auf das Sieb aufgebracht werden, um die Muster auszubilden, geringer ist als der Druck, der auf die Farbstoffe aufgebracht wird, die in dem Gründelsieb verwendet werden, um die Bindungen oder feinen Linien auszubilden.

6. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die unterschiedlich gefärbten Farbstoffe, welche das mehrfarbige Muster ausbilden, in einer Paste aufgebracht werden, die ein Widerstandsmittel aufweist, und die Farbstoffe, welche die Bindung oder die feinen Linien definieren, durch ein Gründelsieb in einer Paste aufgebracht werden, die einen Säurefarbstoff umfasst.

7. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die Farbstoffe fit die Warzensiebe in einer Paste aufgebracht werden, die eine Viskosität in der Größenordnung von 6 bis 10 Pa.s (6000 bis 10000 centipoise) aufweist, und bei dem die Farbstoffe für die Gründelsiebe in einer Paste aufgebracht werden, die eine Viskosität in der Größenordnung von 4 bis 4,5 Pa.s (4000 bis 4500 centipoise) aufweist.

8. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem die Farbstoffe für die Warzensiebe mit einer Magnetstange in der Größenordnung von 12 mm für das Muster aufgebracht werden, und bei dem die Farbstoffe für das Gründelsieb mit einer Magnetstange von nicht weniger als 16 mm aufgebracht werden.

9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem die Warzensiebe eine Maschengröße (mesh size) von zwischen 125 und 225 aufweisen.

10. Verfahren nach Anspruch 5. bei dem ein Gründeldrucksieb verwendet wird, um eine Hintergrundfarbe aufzubringen, und das Gründelsieb gröber ist als die Warzensiebe.

11. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem der Farbstoff mit der Kontrastfarbe gegenüber dem Farbstoff, der durch das Warzensieb aufgebracht wird, ein Säurefarbstoff und Acrylpaste ist und durch ein Gründelsieb aufgebracht wird.







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