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Dokumentenidentifikation DE10131598C1 21.11.2002
Titel Sonnenschutzanlage mit flächigem Behang
Anmelder WAREMA Renkhoff GmbH, 97828 Marktheidenfeld, DE
Erfinder Simon, Ralf, 97299 Zell, DE;
Kohlmann, Hans Albrecht, 97828 Marktheidenfeld, DE;
Trunk, Martin, 97900 Külsheim, DE
Vertreter Beyer & Jochem Patentanwälte, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 29.06.2001
DE-Aktenzeichen 10131598
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.11.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.11.2002
IPC-Hauptklasse E06B 9/24
IPC-Nebenklasse F21V 33/00   H01L 51/20   
IPC additional class // F21Y 105:00  
Zusammenfassung Eine Sonnenschutzanlage besitzt einen ein- oder mehrteiligen flächigen Sonnenschutzbehang. Um die optischen Gestaltungsmöglichlkeiten zu erweitern, wird vorgeschlagen, die Behangfläche wenigstens teilweise mit einem oder mehreren organischen Leuchtdioden (OLED)-Elementen zu versehen, die über eine Steuerelektronik ansteuerbar sind. Neben reinen Farbdarstellungen ist auch die Ausbildung als Display zur Abbildung komplexer Bilder und Texte denkbar. Die OLED-Elemente können auf der zur Rauminnenseite und/oder auf der zur Außenseite weisenden Fläche des Behangs angeordnet sein.

Beschreibung[de]

Die Erfindung befaßt sich mit einer Sonnenschutzanlage mit einem ein- oder mehrteiligen, flächigen Sonnenschutzbehang.

Sonnenschutzanlagen sind in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt, wobei die Behänge je nach Anlagenform als Markisentücher, Lamellenpakete, Rolladenpanzer oder dgl. ausgebildet sind. Selbstverständlich liegt es immer im Bestreben der Hersteller von Sonnenschutzanlagen, die Behänge optisch ansprechend zu gestalten, jedoch sind die bisherigen Möglichkeiten beschränkt.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Sonnenschutzanlage zu schaffen, deren Behang weit gefächerte Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Sonnenschutzanlage der eingangs beschriebenen Art gelöst, bei welcher die Behangfläche wenigstens teilweise mit einem oder mehreren organischen Leuchtdioden (OLED)-Elementen bedeckt ist, die über eine Steuerelektronik ansteuerbar sind.

Die Entwicklung von OLED ist in den vergangenen Jahren stark fortgeschritten und ermöglicht es, aufgrund der elektrolumineszierenden Eigenschaften bestimmter Polymere bei Anordnung zwischen einer Anode aus Indium-Zinn-Oxid und einer Kathode, Flächen zu erleuchten. Je nach Art der Polymere sind dabei neben den Grundfarben Rot, Grün und Blau durch Mischen auch Zwischentöne möglich, u. a. auch Weiß. Die Polymere können dabei in flüssigem Zustand flächig gleichmäßig aufgebracht werden, so daß sie sich im Gegensatz zu den bisher bekannten Leuchtmitteln, wie beispielsweise auch herkömmlichen Leuchtdioden, mit geringem Aufwand für die Erleuchtung von Flächen einsetzen lassen. Dabei ist vorteilhaft, daß die Bauteile sehr flach sind und mit geringen Versorgungsspannungen unter 5 V bei geringem Stromverbrauch große Leuchtkräfte realisiert werden können.

Beim Einsatz von OLED'S auf den Behangflächen von Sonnenschutzanlagen sind verschiedene Konzepte zum Erreichen bestimmter optischer Wirkungen denkbar.

Zunächst besteht eine Möglichkeit darin, die OLED-Elemente eines Behangs bzw. eines Behangteils gemeinsam anzusteuern. Bei einer solchen Lösung kann z. B. eine Behangfläche auf der Rauminnenseite über die OLED-Elemente in einem gewünschten Farbton leuchten, und beispielsweise bei einer heruntergelassenen Verdunkelung die Raumbeleuchtung darstellen oder ergänzen. Bei anderen Anlagen, beispielsweise bei Raffstores oder Lamellenjalousien, kann auf der Rauminnenseite ein angenehmer Farbton erzeugt werden.

Grundsätzlich eröffnen die OLED-Elemente jedoch auch die Möglichkeit, auf der Behangfläche eine Matrixstruktur aus OLED- Elementen vorzusehen, deren einzelne Matrixpunkte individuell ansteuerbar sind. Damit ist es denkbar, die Behangflächen als Display zu nutzen und neben einfachen Farbmustern auch komplexe Darstellungen, beispielsweise Bilder oder Texte, abzubilden. Von Vorteil ist dabei neben dem weiten Betrachtungswinkel auch die mögliche hohe Auflösung sowie die bereits zuvor erwähnte Möglichkeit der Farbgestaltung. So ist es beispielsweise denkbar, komplexe Darstellungen unmittelbar auf der Rückseite von Verdunkelungen abzubilden, so daß zusätzliche Leinwände entfallen können.

Je nach Art der Sonnenschutzanlage und Beschaffenheit des Behangs ist es denkbar, die OLED-Elemente auf starren Trägerelementen anzuordnen, beispielsweise auf den Lamellen eines Raffstores oder einer Lamellenjalousie oder auf den Leisten eines Rolladenpanzers.

Besonders interessante Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich dadurch, daß die OLED-Elemente besonders bevorzugt auf biegsamen Trägerelementen angeordnet sind, die entweder auf flexible Behänge von Sonnenschutzanlagen aufgeklebt werden oder selbst unmittelbar die Behänge von wickelbaren Sonnenschutzanlagen, beispielsweise Markisen oder Rollos bilden. Beispielsweise kann ein derartiger Behang so aufgebaut sein, daß eine Trägerfolie rauminnenseitig mit den OLED-Elementen versehen ist und auf der nach außen gewandten Seite eine Schicht auflaminiert ist, die bestimmte Reflektions- und/oder Transmissionseigenschaften hat, um die gewünschte Sonnenschutzwirkung zu erreichen und ggf. auch die OLED-Elemente vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.

Grundsätzlich kann sowohl die im geschlossenen Zustand des Behangs zur Rauminnenseite als auch die zur Außenseite weisende Fläche des Behangs mit OLED-Elmenten versehen sein.

Während zu der rauminnenseitigen Anordnung bereits auf verschiedene vorteilhafte Anwendungen eingegangen worden ist, bietet die Anordnung von OLED-Elementen auf der Außenseite, insbesondere bei außen liegenden Sonnenschutzanlagen, bislang nicht realisierbare Gestaltungsmöglichkeiten. Einerseits ist es bei einfacher, flächiger Ansteuerung der OLED-Elemente möglich, die Behangaußenflächen besser in die Außenfassaden von Gebäuden zu integrieren oder durch die hohe Leuchtkraft, beispielsweise bei Dunkelheit, neue architektonische Gestaltungen zu bieten. Andererseits können auch dort mit höher auflösenden OLED-Elementen komplexe Bilder oder Texte dargestellt werden, so daß beispielsweise Werbeflächen entstehen. Auf diese Weise kann z. B. ein Geschäft bei zum Schutze seiner Auslagen heruntergelassenem Sonnenschutzbehang auf der Außenseite dennoch Kundeninformationen darstellen.

Umgekehrt ist es denkbar, auf der Rauminnenseite mit Hilfe einer Außenkamera bei gleichzeitig idealem Sonnenschutz die Außenumgebung abzubilden und dadurch für ein Wohlbefinden der sich in dem Raum aufhaltenden Person zu sorgen.


Anspruch[de]
  1. 1. Sonnenschutzanlage mit einem ein- oder mehrteiligen, flächigen Sonnenschutzbehang, dadurch gekennzeichnet, daß die Behangfläche wenigstens teilweise mit einem oder mehreren organischen Leuchtdioden (OLED)-Elementen versehen ist, die über eine Steuerelektronik ansteuerbar sind.
  2. 2. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die OLED-Elemente eines Behangs bzw. Behangteils gemeinsam ansteuerbar sind.
  3. 3. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Behangfläche eine Matrixstruktur aus OLED-Elementen vorgesehen ist, wobei einzelne Matrixpunkte der Struktur individuell ansteuerbar sind.
  4. 4. Sonnenschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die OLED-Elemente auf starren Trägerelementen angeordnet sind.
  5. 5. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die starren Trägerelemente die Lamellen eines Raffstores oder einer Lamellenjalousie oder die Leisten eines Rolladenpanzers bilden.
  6. 6. Sonnenschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die OLED-Elemente auf biegsamen Trägerelementen angeordnet sind.
  7. 7. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerelemente auf flexiblen Behängen von Sonnenschutzanlagen, beispielsweise Markisentüchern oder Rollobehängen, aufgebracht sind.
  8. 8. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerelement aus einer Trägerfolie besteht, die aufwickelbar ist und selbst den Sonnenschutzbehang bildet.
  9. 9. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die im geschlossenen Zustand des Behangs zum Rauminneren und/oder zur Außenseite weisenden Flächen des Behangs mit OLED-Elementen versehen sind.
  10. 10. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß auf die nach außen weisende Seite der innenseitig mit OLED-Elementen versehenen Trägerfolie eine Schicht mit bestimmten Reflektions- und/oder Transmissionseigenschaften zum Erreichen einer gewünschten Sonnenschutzwirkung auflaminiert ist.






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