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Dokumentenidentifikation DE10110101C2 19.12.2002
Titel Drechselmaschine mit Spannvorrichtung
Anmelder Unsleber, Elmar, 97490 Poppenhausen, DE
Erfinder Unsleber, Elmar, 97490 Poppenhausen, DE
Vertreter Pöhner, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 97070 Würzburg
DE-Anmeldedatum 02.03.2001
DE-Aktenzeichen 10110101
Offenlegungstag 05.09.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.12.2002
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.12.2002
IPC-Hauptklasse B27C 7/04

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Drechselmaschine mit einer Spannvorrichtung, und einem in Richtung der Spindel einzuspannenden Werkstück.

Drechselmaschinen sind zur Bearbeitung von im allgemeinen nicht metallischen Werkstoffen, wie Holz, Plastik, Horn, Elfenbein, Perlmutter, Bernstein, oder ähnlichen Materialien vorgesehen. Zu einem großen Prozentsatz werden sie zur Herstellung von runden Möbelteilen oder Einrichtungsgegenständen aus Holz, insbesondere aus Edelhölzern, eingesetzt. Ausgangsmaterial hierbei sind in der Regel Vierkanthölzer, die in Länge und Durchmesser etwa dem herzustellenden Gegenstand entsprechen.

Das Einspannen des Werkstücks in die Maschine erfolgt in Abhängigkeit von der eingesetzten Maschine und dem herzustellenden Gegenstand entweder per Hand oder automatisch. Vorrichtungen zum automatischen Einspannen werden in der Regel bei der Fertigung von Serien oder Kleinserien eingesetzt. Diesen Vorrichtungen kommt dabei insbesondere die Aufgabe zu, das Werkstück zu justieren, d. h. dessen Achse mit der Spindelachse auszurichten.

Bei Drechselarbeiten wird das Werkstück im allgemeinen zwischen zwei Spitzen aufgenommen, die in der Spindelachse angeordnet sind. Bei bekannten Vorrichtungen zum Einspannen des Werkstücks sind die genannten Spitzen von je einem Hohlkegel umgeben, deren Achsen sich jeweils mit der Spindel-achse decken und die jeweils in Richtung der Spindelachse federnd gelagert sind. Das Werkstück wird beim Einführen in die Maschine mit seinen Stirnseiten gegen die Innenseite der beiden Kegel gepreßt, gleitet dabei an deren Mantelflächen in die zentrierte Position und wird schließlich von den Spitzen, die ein Stück weit in des Werkstück eindringen, in der zentrierten Position festgehalten.

Voraussetzung für eine einwandfrei Funktion dieser Vorrichtung ist, daß die Stirnseiten des Werkstücks exakt rechtwinklig zu dessen Achse zugeschnitten sein müssen. Jede Abweichung von Rechtwinkligkeit hat eine Fehleinspannung des Werkstücks zur Folge, da bei einer am Hohlkegel anliegenden Stirnfläche die Achse des Werkstücks in eine von der Spindelachse abweichende Richtung weist.

Bei einer Vorrichtung der genannten Art bleibt dem Anwender daher nur die Wahl zwischen zwei jeweils nachteiligen Lösungen,

  • - entweder, einen erhöhten Aufwand an Zeit und Kosten zu treiben, um die Stirnseiten rechtwinklig zur Achse des Werkstücks herzustellen,
  • - oder bei Verzicht auf rechtwinklig zur Achse liegenden Stirnflächen in Kauf zu nehmen, daß die Längsachse des bearbeiteten Werkstücks nicht exakt in der Richtung der Spindelachse liegt.

Aus der DE-OS 16 02 740 ist eine Spann- und Haltevorrichtung für Werkstücke auf Drehmaschinen bekannt, die aus einem axial verschiebbaren Hebel und zwei spiegelbildlich zueinander angeordnete schwenkbare Winkelhebel gebildet ist und zwischen denen das Werkstück festgehalten wird.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Erfindung die Aufgabe gestellt, eine Drechselbank mit einer Spannvorrichtung anzugeben, welche die genannten Nachteile vermeidet und darüber hinaus höhere Toleranzen beim Zuschnitt des Werkstücks erlaubt.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß die Spannvorrichtung eine Grundplatte aufweist, die in einem Abstand von der Spindelachse festgelegt ist, der größer/gleich dem Durchmesser des Werkstücks ist, und so orientiert ist, daß sie parallel zu einer die Spindelachse enthaltenden Ebene verläuft, auf der Grundplatte wenigstens 2 Spannbacken vorgesehen sind mit einer Länge, die größer ist als der genannte Abstand, die Spannbacken so angeordnet sind, daß jeweils zwei Spannbacken zwischen sich das Werkstück einschließen, und auf der zum Werkstück zugewandten Seite Flanken aufweisen, die wenigstens teilweise spiegelsymmetrisch zur genannten Ebene ausgebildet sind, die Spannbacken innerhalb der Grundplatte bewegbar sind, wobei die Bewegung so erfolgt, daß der Abstand der Spannbacken von der Geraden, die sich bei senkrechter Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte abbildet, jeweils untereinander gleich bleibt und jeweils synchron zueinander zu- oder abnimmt und einander entsprechende Punkte der Flanken der Spannbacken sich in zur genannten Ebene parallelen Ebenen bewegen.

Die Drechselbank gemäß vorliegender Erfindung weist eine aus einer Grundplatte und darauf angeordneten Spannbacken bestehende Spannvorrichtung auf. Die Grundplatte ist in einem Abstand, der größer/gleich dem Durchmesser des einzuspannenden Werkstücks ist, seitlich von der Spindelachse angebracht, wobei ihre Ausrichtung parallel zu einer durch die Spindelachse laufenden Ebene liegt. Bei Verarbeitung kurzer Werkstücke sind drei oder vier Spannbacken vorgesehen, bei langen Werkstücken ist es zweckmäßig, noch weitere Spannbacken einzusetzen, wobei jeweils zwei der Spannbacken das einzuspannende Werkstück zwischen sich einschließen.

Die Spannbacken sind auf der Grundplatte bewegbar angeordnet. Sie bewegen sich auf eine (gedachte) Gerade zu oder von einer Geraden weg, die sich bei senkrechter Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte abbildet. Dabei erfolgt die Bewegung so, daß der Abstand der Spannbacken von der genannten Gerade untereinander gleich bleibt und jeweils synchron zueinander zu- oder abnimmt. Auf der zum Werkstück zugewandten Seite weisen die Spannbacken Flanken auf, die zumindest spiegelsymmetrisch, häufig jedoch mindestens teilweise formschlüssig zur Oberfläche des Werkstücks in eingespanntem Zustand ausgebildet sind

Einem Grundgedanken der Erfindung entsprechend führt die symmetrisch zur Spindelachse bzw. zu deren Projektion auf die Grundplatte erfolgende Bewegung der Spannbacken zusammen mit der formschlüssigen Ausbildung der Spannbackenflanken dazu, daß das zwischen den Spannbacken liegende Werkstück vor seiner endgültigen Einspannung ausgerichtet wird. Denn bei einem einseitigen Anliegen des Werkstücks an irgendwelchen Spannbacken wird durch deren Bewegung das Werkstück verschoben bis auch die gegenüberliegenden Spannbacken das Werkstück greifen. Dabei verschiebt sich das Werkstück so, daß Symmetrie, häufig gar Formschluß zwischen Spannbackenflanken und Oberfläche des Werkstücks gegeben ist. In dieser Position des Werkstücks liegt dessen Achse symmetrisch zu den Spannbacken und gleichzeitig in Flucht mit der Spindelachse.

In einem anschließenden Vorgang fahren die in der Spindelachse der Drechselbank vorhandenen Spitzen ein Stück weit stirnseitig in das Werkstück ein, um es in der zentrierten Position festzuhalten. Vor der eigentlichen Bearbeitung des Werkstücks werden schließlich die Spannbacken wieder gelöst und die Grundplatte mit Spannbacken aus dem Arbeitsbereich der Drechselmaschine herausgefahren. Auf diese Weise erhält man eine selbständige Anpassung und Zenttierung unabhängig vom Werkstückquerschnitt. Umrüstarbeiten werden überflüssig.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgt die Ausrichtung des Werkstücks ohne Einbeziehung von deren Stirnseiten, die Qualität der Stirnseiten ist damit völlig bedeutungslos für den Justiervorgang. Selbst schiefwinklig zugeschnittene Stirnseiten werden von der vorgeschlagenen Vorrichtung toleriert und führen zu keiner Fehleinspannung des Werkstücks. Mit dem Wegfall der für den exakten Zuschnitt nötigen Arbeitsvorgänge sind dementsprechende Einsparungen an Zeit und Kosten verbunden.

Bei der Ausgestaltung der Vorrichtung, die Bewegung der Spannbacken betreffend, sind mehrere technische Lösungen möglich. In dem nachfolgenden Teil der Beschreibung werden zwei bevorzugte Ausführungsformen detaillierter dargelegt.

Bei einer ersten Ausführungsform wird die Bewegung der Spannbacken durch ein System von Linearführungen bestimmt, die auf der Grundplatte vorgegeben sind und senkrecht zu der bei Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte sich abbildenden Geraden ausgerichtet sind. Für die Linearführungen werden vorzugsweise Rundstäbe verwandt, auf denen rollengeführte Schlitten gleiten, die ihrerseits die Spannbacken tragen. Diese Ausgestaltung hat sich als präzise und zudem einfach herzustellende Führung für die Spannbacken bewährt.

Für den Antrieb der Spannbacken können unterschiedliche Triebsysteme zur Anwendung kommen. Neben einem Spindeltrieb wird insbesondere ein Antrieb mittels eines Gelenkzuges bevorzugt. Bei diesem Antrieb sind jeweils wenigsten 2 Spannbacken durch ein Gelenkzug miteinander verbunden, der aus einem zweiarmigen Hebel und zwei kleineren Verbindungsgliedern besteht. Die kleineren Glieder verbinden die Enden des Hebelarms mit den Spannbacken und weisen eine Länge auf, die vorzugsweise etwa der halben Länge des zweiarmigen Hebels entspricht. Der zweiarmige Hebel ist um seinen Mittelpunkt drehbar ausgeführt, wobei der Drehpunkt auf der Grundplatte festgelegt ist und auf der Geraden liegt, die sich bei senkrechter Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte abbildet.

Bei einer Drehung des zweiarmigen Hebels um seinen Drehpunkt werden die an den Linearführungen festgelegten Spannbacken von den Verbindungsgliedern in Richtung der Linearführungen bewegt. Da ein Hebel jeweils mit zwei bezüglich der genannten Projektion einander gegenüberliegenden Spannbacken verbunden ist, erfolgt die Bewegung der beiden Spannbacken immer gegenläufig. Beide Spannbacken bewegen sich daher auf die Spindelachse bzw. deren Projektion auf die Grundplatte zu oder von ihr weg, wobei der Abstand aller Spannbacken von der genannten Projektion untereinander gleich bleibt.

Diese Ausgestaltung von Führungssystem und Antrieb der Spannbacken führt wie oben dargelegt zusammen mit der formschlüssigen Ausbildung der dem Werkstück zugewandten Spannbackenflanken dazu, daß das zwischen den Spannbacken liegende Werkstück während des Einspannvorgangs ausgerichtet wird.

Bei einer vorteilhaften Weiterbildung ist das Werkstück als Vierkantprofil vorgegeben. In diesem Fall weisen die Flanken der Spannbacken jeweils einen konkav ausgebildeten rechten Winkel auf, dessen Eckpunkt von der Grundplatte einen Abstand hat, der dem der Spindelachse von der Grundplatte entspricht. Die Schenkel des rechten Winkels weisen gegenüber der Grundfläche eine Neigung von 45 bzw. 135 Grad auf, ihre Länge ist so bemessen, daß der Grundplatte weiter entfernt liegende Schenkel kürzer ist als der näher zur Grundplatte liegende Schenkel ausgebildet ist.

Die während des Einspannvorgangs stattfindende Justierung des Werkstücks läuft im vorliegenden Fall folgendermaßen ab: Zu Beginn des Vorgangs liegt der Vierkant mit seinen Mantelflächen formschlüssig auf den Flanken der Spannbacken auf. Durch Zudrehen der Spannbacken wird das Werkstück dann entlang der Flanken verschoben, bis die Kanten des Vierkants in den Eckpunkten der als rechte Winkel ausgebildeten Flanken zu liegen kommen. In dieser Position ist die Achse des Vierkants deckungsgleich mit der Spindel-achse ausgerichtet, der Vierkant wird daher in einem abschließenden Vorgang mittels der Spitzen der Drechselbank in der zentrierten Position festgehalten.

Die vorgeschlagene Ausbildung der Spannbackenflanken als rechter Winkel bringt einen weiteren Vorteil mit sich. Beim Zudrehen der Spannbacken ist die Endlage des Werkstücks dadurch gegeben, daß die Kanten des Vierkants in den Eckpunkten des Winkels zum Anliegen kommen. Diese Position wird für alle Werkstücke unabhängig von deren Durchmesser in gleicher Weise eingenommen. Da in dieser Position die Achse des Vierkants unabhängig von dessen Durchmesser stets mit der Spindelachse fluchtet, erweist sich der Justiervorgang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung als unabhängig vom Durchmesser des Vierkants. Eine Beschränkung für den Durchmesser entsteht lediglich durch den Abstand der Grundplatte von der Spindelachse, da durch ihn seine maximale Größe festgelegt wird.

Bei einer Weiterbildung der vorbeschriebenen Ausführungsform ist die Grundplatte unterhalb des Werkstücks angeordnet, so, daß die bei senkrechter Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte sich abbildende Gerade senkrecht unter der Spindelachse zu liegen kommt. Bei dieser Lösung liegt die Grundplatte horizontal und die Zufuhr des Werkstücks zur Drechselmaschine besteht lediglich in einer Ablage des zu verarbeitenden Vierkants zwischen den Spannbacken. Aufgrund der Schwerkraft bleibt das Werkstück in dieser Lage ohne weitere Hilfsmaßnahmen liegen, so daß der oben ausgeführte Einspannvorgang ohne zusätzliche Hilfsvorrichtung ablaufen kann.

In den Anwendungsfällen, bei denen eine horizontale Lage der Grundplatte ausscheidet, wird gemäß einem Merkmal der Erfindung empfohlen, bei Einsatz einer ungeraden, durch n gegebenen Anzahl von Spannbacken, unterhalb des Werkstücks eine Anzahl von (n + 1)/2 Spannbacken anzuordnen. Dies bedeutet bei Anwendung einer aus drei Spannbacken bestehenden Spannvorrichtung, daß unterhalb des Werkstücks zwei und oberhalb des Werkstücks eine Spannbacke vorgesehen ist. Durch diese Ausgestaltung erreicht man, daß das Werkstück nach dem Einbringen in die Spannvorrichtung sicher auf den Spannbacken aufliegt.

Neben der dargelegten Lösung zu Führung und Antrieb der Spannbacken hat sich in der Praxis eine weitere Lösung bewährt, die sich durch besondere Einfachheit auszeichnet. Bei dieser Ausführung sind je zwei Spannbacken an einem zweiarmigen Hebel befestigt, der um seinen Mittelpunkt drehbar ausgebildet ist, wobei der Drehpunkt auf der Grundplatte festgelegt ist und auf der bei Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte sich abbildenden Geraden liegt. Zum Einspannen des Werkstücks sind wenigsten zwei solcherart ausgebildete Hebel notwendig, bei längeren Werkstücken empfiehlt es sich, weitere Hebel vorzusehen.

Das Werkstück liegt bei dieser Ausführungsform jeweils zwischen den an einem Hebel befestigten Spannbacken. Durch Verdrehen aller derart ausgeführter Hebel, vorzugsweise im gleichen Drehsinn, greifen die Spannbacken an gegenüberliegenden Seiten des Werkstückmantels an und klemmen beim Weiterdrehen der Hebel das Werkstück zwischen den Spannbacken fest.

Bei dieser Lösung ist auch eine Variante von Interesse, bei der zwei derart ausgebildete Hebel vorgesehen sind, die sich um einen Drehpunkt drehen. Der Drehpunkt ist, wie bei der vorbenannten Ausführungsform, auf der Grundplatte und der genannten Projektionslinie festgelegt. Im Unterschied zur vorherigen Ausführungsform erfolgt bei vorliegendem Vorschlag die Drehung der beiden Hebel jedoch stets in gegenläufigem Drehsinn. Im Ergebnis wird auch hierbei das Werkstück zwischen den an beiden Hebeln befestigten Spannbacken eingeschlossen.

Um bei der letztgenannten Lösung und deren Variante einen sicheren Halt des Werkstücks in den Spannbacken zu gewährleisten, sind die Spannbacken aus kreiszylindrischen Elementen ausgebildet und weisen jeweils eine in Richtung des Zylinderumfangs ringförmig ausgebildete Führungsnut auf. Dabei ist der Querschnitt der Nut so gewählt, daß die Nut und die Oberfläche des Werkstücks sich entlang einer Linie berühren. Bei Werkstücken, die als Vierkant zur Bearbeitung in der Drechselmaschine kommen, sind die Nuten dementsprechend als Keilnuten ausgebildet mit einem rechten Winkel als Keilwinkel.

Die Anzahl der eingesetzten Spannvorrichtungen ist prinzipiell offen. Sie richtet sich im wesentlichen nach der Länge des zu verarbeitenden Werkstücks. Dementsprechend sind auch Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Drechselmaschine mit zwei oder mehr Spannvorrichtungen vorgesehen.

Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden Teil der Beschreibung entnehmen. In diesem Teil werden zwei bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand einer beigefügten Zeichnung näher erläutert. Die Figuren zeigen in vereinfachter Darstellung:

Fig. 1a + 1b Seitenansicht und Aufsicht einer bevorzugten Ausführungsform

Fig. 2a + 2b die gleichen Ansichten wie Fig. 1, unter Zugrundelegung eines kleineren Werkstückdurchmessers

Fig. 3a + 3b Seitenansicht und Aufsicht einer technisch sehr einfachen Ausführungsform

Fig. 4a + 4b die gleichen Ansichten wie Fig. 3, unter Zugrundelegung eines kleineren Werkstückdurchmessers.

In Fig. 1a ist das Werkstück unter dem Bezugszeichen 1 zu erkennen. Es handelt sich um einen Vierkant, dessen Stirnseite 2 dem Betrachter zugewendet ist und dessen Achse 3 senkrecht auf der Zeichenebene steht. Das Werkstück wird von Spannbacken 4 bzw. 5 gefaßt, die auf der Grundplatte 6 angeordnet sind, die ihrerseits auf der nicht dargestellten Drechselbank festgelegt ist. Die Flanken 7 bzw. 8 der Spannbacken weisen bei vorliegender Ausführungsform zum Werkstück hin einen konkav ausgebildeten rechten Winkel 9 bzw. 10 auf. Die Eckpunkte 11 bzw. 12 der Winkel sind von der Grundplatte in einem Abstand 13 angeordnet, der dem Abstand 14 der Spindelachse 16 von der Grundplatte 6 entspricht. Die Schenkel 16 bzw. 17 des rechten Winkels sind gegenüber der Grundplatte um 45 bzw. 135 Grad geneigt ausgerichtet, wobei der von der Grundplatte weiter entfernt liegende Schenkel 16' bzw. 17' kürzer als der näher zur Grundplatte liegende Schenkel 16 bzw. 17 bemessen ist.

Die Darstellung der Fig. 1a gibt den Moment des Einspannvorgangs wieder, in dem der Vierkant seine Endlage erreicht hat und dessen Kanten 18 bzw. 19 in den Eckpunkten 11 bzw. 12 des rechten Winkels zum Anliegen kommen. In dieser Position ist die Achse 3 des Vierkants 1 deckungsgleich mit der Spindelachse 16 ausgerichtet, der Vierkant wird mittels der Spitzen der Drechselbank daher in dieser Position festgehalten.

In Fig. 1b ist die Aufsicht auf die Grundplatte 6 wiedergegeben, wobei das Werkstück der Übersichtlichkeit halber weggelassen worden ist. Zu erkennen sind die Führungen 20, 20' des linearen Führungssystems, die im vorliegenden Fall aus Rundstäben ausgebildet sind, und die auf Rollen 21 geführten Schlitten 22 bzw. 23, 23', welche die Spannbacken 4 bzw. 5, 5' aufnehmen. Der Antrieb der Spannbacken erfolgt mittels eines Gelenkzuges, der aus einem zweiarmigen Hebel 24 und zwei kleineren Verbindungsgliedern 25 und 26 besteht. Die kleineren Glieder verbinden die Enden des Hebelarms 24 mit den Spannbacken 4 bzw. 5, 5' und weisen eine Länge auf, die vorzugsweise etwa der halben Länge des zweiarmigen Hebels entspricht. Der zweiarmige Hebel ist um seinen Mittelpunkt 27 drehbar ausgeführt, wobei der Drehpunkt auf der Grundplatte festgelegt ist und auf der Geraden 28 liegt, die sich bei senkrechter Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte abbildet.

Bei einer Drehung des Hebelarms 24 bewegen sich die Spannbacken auf die Gerade 28 zu oder von ihr weg, wobei der Abstand 29 bzw. 29' der Spannbacken von der genannten Gerade untereinander gleich bleibt und jeweils synchron zueinander zu- oder abnimmt. Beim Drehen des Hebels in der Richtung, in der die Spannbacken sich aufeinander zu bewegen, wird der zwischen den Spannbacken liegenden Vierkant entlang der Spannbackenflanken 7 bzw. 8 verschoben, bis die Kanten 18 bzw. 19 des Vierkants in den Eckpunkten 11 bzw. 12 der als rechte Winkel ausgebildeten Flanken zu liegen kommen.

Fig. 2a und 2b zeigen die gleiche Vorrichtung wie in Fig. 1a und 1b dargestellt, jedoch bei Verwendung eines Vierkants kleineren Durchmessers. Wie diesen Figuren zu entnehmen ist, fluchtet in der Endlage des Einspannvorgangs die Achse 3 des Vierkants 1 unabhängig von dessen Durchmesser stets mit der Spindelachse 16 der Drechselmaschine.

Fig. 3a und 3b zeigen eine weitere Ausführungsform der Spannvorrichtung, die einen sehr einfachen technischen Aufbau aufweist. Bei dieser Ausführung sind je zwei Spannbacken 4 bzw. 5 an einem zweiarmigen Hebel 30 befestigt, der um seinen Mittelpunkt 31 drehbar ausgebildet ist, wobei der Drehpunkt auf der nicht dargestellten Grundplatte festgelegt ist und auf der bei Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte sich abbildenden Geraden 26 liegt. Zum Einspannen des Werkstücks sind wenigsten zwei derart ausgebildete Hebel 30, 30' notwendig.

Das Werkstück 1 liegt bei dieser Ausführungsform jeweils zwischen den an einem Hebel befestigten Spannbacken 4, 5 bzw. 4', 5'. Durch Verdrehen der beiden Hebel 30, 30' im gleichen Drehsinn greifen die Spannbacken 4, 5 bzw. 4', 5' an gegenüberliegenden Seiten des Werkstückmantels an und klemmen beim Weiterdrehen der Hebel das Werkstück zwischen den Spannbacken fest. Ein sicher Halt des Werkstücks in den Spannbacken wird dadurch erreicht, daß die Spannbacken 4, 5 bzw. 4', 5' aus kreiszylindrischen Elementen ausgebildet sind und jeweils eine um den Zylinder herumgehende Keilnut 32 bzw. 33 aufweisen.

Fig. 4a und 4b zeigen wiederum die gleiche Vorrichtung wie in Fig. 3a und 3b dargestellt, jedoch bei Verwendung eines Vierkants kleineren Durchmessers. Der kleinere Durchmesser wird, wie aus den Figuren zu ersehen ist, einfach dadurch ausgeglichen, daß die beiden Hebel 30 und 30' weiter als in Fig. 3 dargestellt verschwenkt werden müssen, ehe der Vierkant fest eingespannt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Drechselmaschine mit einer Spannvorrichtung, und einem in Richtung der Spindel einzuspannenden Werkstück, dadurch gekennzeichnet, daß

    die Spannvorrichtung eine Grundplatte aufweist,

    die in einem Abstand von der Spindelachse festgelegt ist, der größer/gleich dem Durchmesser des Werkstücks ist,

    und so orientiert ist, daß sie parallel zu einer die Spindelachse enthaltenden Ebene verläuft,

    auf der Grundplatte wenigstens 2 Spannbacken vorgesehen sind mit einer Länge, die größer ist als der genannte Abstand,

    die Spannbacken

    so angeordnet sind, daß jeweils zwei Spannbacken zwischen sich das Werkstück einschließen,

    und auf der zum Werkstück zugewandten Seite Flanken aufweisen, die wenigstens teilweise spiegelsymmetrisch zur genannten Ebene ausgebildet sind,

    die Spannbacken innerhalb der Grundplatte bewegbar sind,

    wobei die Bewegung so erfolgt, daß der Abstand der Spannbacken von der Geraden, die sich bei senkrechter Projektion der Spindelachse auf die Grundplatte abbildet, jeweils untereinander gleich bleibt und jeweils synchron zueinander zu- oder abnimmt und einander entsprechende Punkte der Flanken der Spannbacken sich in zur genannten Ebene parallelen Ebenen bewegen.
  2. 2. Drechselmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Flanken der Spannbacken mindestens teilweise formschlüssig zur Oberfläche des Werkstücks in eingespanntem Zustand ausgebildet sind.
  3. 3. Drechselmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte ein System von Linerarführungen aufweist, die senkrecht zur genannten Gerade ausgerichtet sind und die Spannbacken führen.
  4. 4. Drechselmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils wenigsten 2 Spannbacken durch ein Gelenkzug miteinander verbunden sind, der aus einem zweiarmigen Hebel und zwei kleineren Verbindungsgliedern, vorzugsweise von etwa der halben Länge des zweiarmigen Hebels, besteht, welche die Enden des zweiarmigen Hebels mit den Spannbacken verbinden und der zweiarmige Hebel um seinen Mittelpunkt drehbar ist, wobei der Drehpunkt auf der Grundplatte festgelegt ist und auf der genannten Geraden liegt.
  5. 5. Drechselmaschine nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück ein Vierkantprofil ist und die Flanken der Spannbacken jeweils einen konkav ausgebildeten rechten Winkel aufweisen, wobei der Eckpunkt des rechten Winkels von der Grundplatte einen Abstand besitzt, der dem Abstand der Spindelachse von der Grundplatte entspricht, die Schenkel des rechten Winkels gegenüber der Grundfläche eine Neigung von 45 bzw. 135 Grad aufweisen und die Länge des von der Grundplatte weiter entfernt liegenden Schenkels kürzer ausgebildet ist als die des näher zur Grundplatte liegenden Schenkels.
  6. 6. Drechselmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte unterhalb des Werkstücks angeordnet ist, und die genannte Gerade senkrecht unter der Spindelachse liegt.
  7. 7. Drechselmaschine nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Einsatz einer ungeraden, durch n gegebenen Anzahl von Spannbacken unterhalb des Werkstücks eine Anzahl von (n + 1)/2 Spannbacken angeordnet ist.
  8. 8. Drechselmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei Spannbacken an einem zweiarmigen Hebel befestigt und wenigsten 2 zweiarmige Hebel vorgesehen sind, welche jeweils um ihren Mittelpunkt drehbar sind, wobei die Drehpunkte auf der Grundplatte festgelegt sind und auf der genannten Geraden liegen.
  9. 9. Drechselmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß 2 zweiarmige Hebel um den selben Drehpunkt und in entgegengesetztem Drehsinn drehbar sind.
  10. 10. Drechselmaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannbacken aus kreiszylindrischen Elementen bestehen, welche jeweils eine in Richtung des Umfangs ringförmig ausgebildete Führungsnut aufweisen, wobei der Querschnitt der Nut vorzugsweise so geformt ist, daß die Nut und die Oberfläche des Werkstücks sich entlang einer Linie berühren.
  11. 11. Drechselmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens 2 oder mehr Spannvorrichtungen vorgesehen sind.






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